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Jüdische Rundschau · 1933-11-03 · Heft 88 (3.11.1933) · p. Seite 753

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 88 (3.11.1933)
Date
1933-11-03
Page
Seite 753 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 88, 3. XI. 1933 }ODISCHE RUNDSCHAU Seite 751 933 grabe». 1 isr.11'- es, die gsstadt :1 gräbt gleich Icgenen [10 des 'on beid Ent- ,ofessor ind die alt mit *en in ׳'ohnart uls be• Bergn Jcruichlacht : Aus- 15) auf ersten• idt und fällt die ste und d. Eine ersteht glaubt, können, ihe des 1• Höhe. Tempel Priestc-!d auch Die im Astarte eilenden zarten Locken last und ,Schaffet ehendig. Palastes ich hier enmalil ehn mit 1en man iml den nen die te; eine mm ende nen Anert (Jer. erinnern! Färbeworden er harte ser verke und nflüssiger kost• dicken weiten erwand! n Turmas wohl als er s einige lie Aus-;gel hin• 1 Steine, irpfosten venn sie tte. 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Und in Berufsberatungen und Lehr- Stellenvermittlungen begegnen wir den hofnungslosen Oesichtern der schulentlassenen Jugend, die nach wegen sucht, der drohenden Erwerbslosigkeit zu entgehen und einen Platz in einer Gemeinschaft zu finden, die ihren jungen Kräften Aufgaben stellt und Verantwortung iiberträgL Sie wollen ein freies, gleichberechtigtes Leben führen, ln ihren großen Bemühungen, einen Ausweg zu finden,_ haben sich die Generationen durch die Schwere der Situation einander genähert und es klammern sich Eltern und Kinder an die gleiche Hoffnung: Palästina. Anfragen und Anmeldungen häuften sich zu mehreren Tausenden, noch bevor eine organisierte Anmeidlingsmöglichkeit geschaffen war. Immer wieder von neuem wurden die gleichen Anforderungen gestellt, Auskünfte zu erteilen, die Wege zu ebnen und die Verbindung mit Palästina herzustellen. So schlossen sich, dem Wunsche einer jüdischen, suchenden Masse folgend, die Organisationen, die die gleichen Ziele verfolgten, zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammen: die Jüdische Waisenhilfe, die Trägerin des Jugend- und Kinderdorfes Ben-Schemen; die Jüdische Jugendhilfe, die im Zusammenhang mit dem Palästina-Amt Jugendliche in Arbeitersiedlungen und Lehrfarmen unterzubringen beabsichtigt; das Kinderheim Aha w ah, das eine Zweiganstalt auf dem Boden des Keren Kajemcth in der Haifa-Bay bauen wird. Alle Kräfte werden jetzt für einen gemeinsamen Plan eingesetzt: Junge Menschen, deren innere und äußere Ent- Wicklung hier nicht mehr voll gewährleistet ist, Schul- und Berufsausbildung in Erez Israel zu ermöglichen. 500 Jugendliche hoffen auf ihre Uebersiediung! Die Arbeitsgemeinschaft weiß, welch große und verantwortungsvolle Aufgabe sie sich gestellt hat; «ine Aufgabe, die eine doppelte Verantwortung in sich trägt: 500 Wartende hoffen noch im Laufe dieses Winters auf Erfüllung ihrer Wünsche; auch Palästina wartet auf iunge Menschen, denn das Land ruft nach Kräften, die sich noch unverbraucht durch städtische, kaufmännische und geistige Berufe ganz den Notwendigkeiten des Aufbaus einfügen können. Hier warten junge Menschen, um im Lande selbst ihre Berufe zu erlernen und ihre brachliegenden Kräfte dort einzusetzen. Je jünger jüdische Menschen aus Deutschland nach Palästina kommen können, desto anpassungsfähiger sind sie. Sie überwinden viel schneller und leichter die ersten Schwierigkeiten des Einlebens, sie können in jungen Jahren noch viel tiefer mit der neuen Muttersprache verwachsen, wie der noch unfertige Mensch sich eher an neue und anfangs noch fremde Umgebung׳ und veränderte klimatische Verhältnisse gewöhnt. Die schwere psychische Belastung, der heute das jüdische Kind in unjüdischem Milieu ausgesetzt ist, ist gerade an dieser Stelle schon oft und eingehend behandelt worden. Für schulentlassene Jugendliche kommt als große Erschwerung die Aussichtslosigkeit einer sinnvollen beruflichen Einordnung hinzu. Wenn es uns gelingt, die Ausbildungs- und Unterhaltskosten für die 15- bis 17jährigen, aus denen die ersten Alijah-Gruppen bestehen w'erdet!, für zwei Jahre sicherzustellen, dann ist den Jugendlichen eine Grundlage geeben worden, auf der sie durch eigene Kraft ihr späteres eben weitergestalten können. Unsere Hilfe bedeutet dann nicht nur zwei Jahre produktiver Entwicklung, sondern gleich• zeitig Einordnung in eine Gemeinschaft, die ihre Kräfte benötigt und ihre Mitarbeit an gemeinsamer Aufgabe braucht. Im Verlauf der vorbereitenden Arbeiten hat sich sehr bald herausgestellt, daß der Aufgabenkreis der Arbeitsgemein schaft noch er w eitert werden muß. Es genügt nicht, die Mittel für die Uebersiediung und das Leben und Lernen der Jugendlichen bereitzustellen. Die palästinensischen Schulen und Heime brauchen lnvesti■ tionsgelder, utn den vielen Nauaufnahmen in jeder Hinsicht gerecht werden zu können. Eltern in Deutschland und Erzieher in Palästina müssen Gewißheit haben, daß nicht nur für das geistige Wachstum der Jugend Sorge getragen wird. Es müssen auch die Grundlagen geschaffen una gesichert werden, die «ine gesunde körperliche Entwicklung gewährleisten. Diese Frage wird die Arbeiteg emeinschaft mit besonderer Sorgfalt behandeln in bczug auf die Jugendlichen, die nicht in schon bestehende oder neuzugründende Heime eingegliedert werden, sondern in verschiedene landwirtschaftliche Siedlungen verteilt werden sollen. Für die Jüdische Jugend hilfe (Berlin-Charlottenburg, Kantstraße 15S, Gartenhaus II), die Im Laufe der Zeit 270 Kinder und Jugendliche in Lehrfarmen und Kolonien unterzubringen beabsichtigt, müssen auch gleichzeitig durch die Arbeitsgemeinschaft genügend Mittel be• reitgestellt werden, denn die Jugendlichen sollen in besonderen Häusern, die zu diesem Zwecke gebaut werden, woh• nen. Sie werden etwa halbtägig in der Wirtschaft arbeiten und in der übrigen Zeit in hebräischer Sprache, Palästinakünde usw. unterrichtet werden. Das Kinderheim Aliawah, seit 15 Jahren eines der wichtigsten Institute sozialer Arbeit in Berlin, will zunächst mit 50 älteren Kindern auf den Karmel ziehen, bis das eigene Haus und die Gartenwirtschaft in der Haifa-Bay fertiggestellt sein werden, um dann noch einmal mit weiteren 50 Kindern aus Deutschland in die palästinensische Zweiganstalt zu übersiedeln. Das Kinderdorf Ben-Schemen, das unter Leitung Dr. Lehmanns schon vor vielen Jahren den Gedanken der Kinder- und Jugend-Alijah zum erstenmal verwirklichte, beabsiclitigt, etwa 130 deutsche Kinder neu aufzunehmen. Auch hier erfordert das plötzliche Anwachsen der Schülerzahl bauliche Erweiterungen, Neuanschaffung von Gebrauchsgegenständen und Lehrmitteln in größerem Umfang. Die vielen verschiedenen Investitionen, die sich aus dem eben geschilderten Plan ergeben, stellen an die Arbeitsgenieinschaft so umfassende Anforderungen, daß von den 500 Jugendlichen die Hälft« Kinder zahlungsfähiger Eltern sein müssen. Die Kosten, die die Eltern der 250 Kinder übernehmen werden, decken mir die notwendigsten laufenden Ausgaben, so daß trotzdem im ln- und Ausland ein großes Budget zur Finanzierung dieses Planes aufgebracht werden muß. Die Erfahrung hat gelehrt, daß jüdische Eltern immer und überall bereit warendie Sorgen und Verantwortung für in ihrer Existenz bedrohte ji'idisclie Jugend mitzutragen, und wir hoffen auch in Deutschland, bei all den Menschen, die durch gemeinsames Schicksal erneut verbunden wurden, Verständnis und wirkliche Hilfe zu finden. Sie müssen ihre neuen Erkenntnisse zum Ausdruck bringen durch ihre Bereitschaft, einem jungen Menschen zu produktivem und frohem Leben in Palästina zu verhelfen. Die Arbeitsgemeinschaft steht in allen Fragen, die die Ueberführung und Eingliederung der Jugendlichen in Palästina betrifft, im engsten Zusammenhang mit dem P n - 1 ästin a-Amt; in allen Fragen, die die Organisation und Finanzierung der Arbeit betrifft, mit dem Zen tralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau. Gleichzeitig werden aussichtsreiche Verhandlungen mit der unter Leitung von Dr. W ei z mann arbeitenden Abtcilung der Jevvish Agency geführt, mit dem Ziel, die Kinder- und Jugend-Alijah auch von Palästina aus organisatorisch zu erfassen und als wesentlichen Teil der deutschen Einwanderung zu fördern. So ist zu hoffen, daß dadurch die notwendige Basis zur Durchführung der Arbeit geschaffen wurde und jetzt das Interesse und die tatkräftige Unter- Stützung weitester Kreise erwartet werden kann. E. St. Probleme der Berufsumsdiidiiung Am 22. Oktober fand in Berlin eine von fast allen Stellen zur Förderung der Berufsmnsehichtung aus dem Reiche hesuchte Zusammenkunft der Berufsberater statt, die von der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Abteilung Berufs- Umschichtung, gemeinsam mit dem Zentralausschuß der deutsehen Juden für Hilfe und Aufbau einberufen wurde. Der den Teilnehmern vorgelegte Bericht zeigte einen sehr erfreuliehen _ Aufschwung des Umschichtungswerkes. Sind doch allein in Deutschland und in dem angrenzenden Ausland seit dem 1, April 1933 etwa 3000 Menschen in den Beritten des Handwerks, des Gartenbaus und der Landwirtschaft untergebracht worden. Diese Zahl erfaßt nur diejenigen, die mit Hilfe der jüdischen Organisationen zur Berufsumschichtung geführt worden sind. Sie berücksichtigt nicht diejenigen, die ohne Hilfe von Organisationen oder gleich nach der Schulausbildung sich praktischen Berufen zugevvandt haben. Als erster Referent stellte Herr S. Adler-Rudel die grundsätzlichen Voraussetzungen der Berufsiimschichtung dar. Er warnte einerseits davor, die Berufsiimschichtung als Allheilmittel an Zusehen, betonte andererseits aber die ungeheure seelische Entlastung und die Vermehrung der Berufsaussichten, die durch die Berufsumschichtung herbeigeführt wird. Der Referent betonte nachdrücklich die Forderung, die erste Berufsausbildung gegenüber der Berufsumscl: ichtimg nicht zu vernachlässigen. Für die erste Berufsausbildung ist nach wie vor eine möglichst gründliche Lehrzeit zu fordern. Dr. Lubinski entwickelte auf Grund einer ausführliehen, den Teilnehmern überreichten schriftlichen Ausarbeitung die wichtigsten arbeits- und sozia Ireclitliehen Fragen, die durch die Berufsiimschichtung aufgeworfen werden. Er unterstrich insbesondere die Notwendigkeit, die Zahl der bestehenden genehmigten jüdischen Arbeitsnachweise und Berufsberatungsstellen zu vermehren und behandelte auch die Rechtsverhältnisse des Praktikanten und die Stellung des Berufsuinschichtendcn in der Arbeitslosen- Versicherung. Ein ebenfalls schriftlich vorgelegter Bericht über den Stand des Umschiehtungswcrkes gab Gelegenheit, die verschiedenen Wege und Methoden״ aut denen die Berufs- Umschichtung betrieben wird, kennenzulernen. Die anschließenden Ausführungen von Dr. Hermanns zeigten die Wege, auf denen die Steilenwerbung prakfisch [geschieht. Die; Ausführungen gaben, jm wesentlichen Aufschluß über die Stellung insbesondere in Handwerkerkreisen zu den Fragen der Berufsumschichtung. Prof. Brasch, Hamburg, der sich sehr verdienstvoll um die Berufsumschichtungsarbeit in Hamburg bemüht, entwart ein Bild von der Einrichtung von Lehrwerkstatten. Er wies mit Recht darauf hin, daß die Lehrwerkstätte möglichst Verbindung mit der unmittelbaren Praxis unterhalten müsse, daß die Freude am Werk fortfalle, wenn nicht auch dem Arbeitserträge eine wesentliche Bedeutung zukomme. Mit größter Anschaulichkeit schilderte Herr Moch, Neuendorf, das Leben in dem von ihm geleiteten großen Ausbildungsbetrieb in Neuendorf, der jetzt annähernd 100 Praktikanten umfaßt. Er zeigte, welche ungeheuer starke Um- Stellung die Berufsumschichtung von dem einzelnen erfordert und berichtete von der außerordentlich raschen Einordnung, die er häufig bei Angehörigen vormals intellektueller Berufe beobachtete. Den von Herrn Moch aufgezeigten Vorteilen des Eigenbetriebes, die in der besonders günstigen pädagogischen Atmosphäre und dem überragenden Ausbildung weck bestehen, stellte Dr. Sercni (Hechaluz) die Nachteile des Eigenbetriehes, seine besonders hohen Kosten, die mangelnde Selbständigkeit der Ausgebildeten entgegen und hob seinerseits die Vorteile der landwirtschaftlichen Einzelstelle hervor, die ־zwar erheblich größere Anforderungen an den Menschen stelle, ihn dafür aber besser für das künftige Arbciterleben vorbereite. Die Frauen- und Mädchenfrage kam hei der Tagung etwas zu kurz, was von einem Teil der weiblichen Teilnehmer begrüßt, vom anderen bedauert wurde. Ohne es besonders atiszuspreehen, waren ja eine Reihe der Berufs- Probleme der Frauen bereits in den vergehenden Referaten behandelt worden, so daß Frl. Tucie Zobel sieh nur mit den Frauenberufen im eigentlichen Sinne, bcsonders der Ausbildung in der Hauswirtschaft und in der Schneiderei zu beschäftigen hatte. Frl. Zobel hob die bereits häufig diskutierte Frage hervor, daB noch immer nicht die große Nachfrage nach jüdischen Hausangestellten befriedigt werden könne. Sie fordert eine Erziehung des jüdischen Mädchens und der jüdischen Hausfrau, um die wichtige Arbeitsmögliclikeit, die die Tätigkeit im Haushalt bietet, in Zukunft voll und für alle befriedigend ansnutzen zu können. Die Frage des Schicksals der Umzuschichtenden nach Beendigung der Umschichtung bewegte die Diskussion außerordentlich stark. Man war sich darüber einig, dab sich endgültiges liferfibeT noch nicht sagen ließe, daß aber die Berufsumschichtung in jedem Falle dazu dienen würde, die Aussichten für eine Einordnung in das Arbeitsleben zu erhöhen. Gemeinsame Vertretung der Zionisten Oesterreichs. Aus Wien wird uns geschrieben: Am 28. Oktober fand eine Besprechung von Delegierten aller zionistischen Gruppen Oesterreichs statt, in der einstimmig beschlossen wurde, eine gemeinsame Vertretung zu konstituieren zum Zwecke der Ermöglichung eines gemeinsamen Vorgehens in zionistisehen und jüdischen Fragen. Zum Vorsitzenden dieser Vertretung wurde Adolf Böhm gewählt. Hausfrauenbrief aus Palästina Liebe Esther! Gestern traf ich Deinen Mann, er zückte Deinen letzten Briet und sagte den Spruch, den hier jeder Ehemann sagt, der vorgefahren ist: ״Meine Frau fragt an, was sie mitbringen soll.“ Da ich nun nicht schuld sein will, wenn Du Deine Matratzen da läßt und Deinen Riescnaii'/ieiitisch mitbringst, so will ich Dir lieber direkt meine Erfahrungen mitteilen, obwohl gerade für Palästina das Wort gilt: Was ist das Kennzeichen aller Erfahrungen? Jeder macht ,andere. Aber cs lassen sich doch vielleicht ein paar Richtlinien aufstellen, und wenn Du Dir dann ein Bild von der Art der hiesigen Wohnungen und der Lebensgewolinlu’IU•!! machen kannst, so ist Dir dann die Entscheidung doch leichter. Daß es in allen Städten lind größeren Kolonien Eicktrizität und Wasserleitung in der Küche, dem Bail und W. C. gibt, dürfte allgemein bekannt sein. I.ichtstroin kostet 3 Piaster, Kraftstroni 1 Piaster pro Kilowatt. Wir haben 220igcr Wechselstrom; da die Herabsetzung der Kosten für Kraftstrom auf 0,(1 Piaster lievorsteht, ist die An- Schaffung eines elektrischen Herdes in Erwägung zu ziehen. Im allgemeinen benützt man den 1 י r i m 11 s k o e 11 e r, einen Petroleurngaskochcr, der viel Lärm macht, aber selme'E : und billiger als Gas arbeite( und auf dem sich 1nö;cD Küchenwunder auch backen läßt. Zum langsamf;1 Kochen und WarmhaHen dient die ebenfalls mit Petroleum geheizte Dochtmaschine, die stillere Schwester des Primus. Bringe auf jeden Fall alles, was Du an elektrischen Geraten hast, mit, also alle Kochplatten, Heizkissen, Staubsatiger, Fön usw., vor aliem natürlich das Plätteiscn. Radio ist, besonders wenn man aufs I and ,geht, wichtig, aber nicht unter (> Röhren, daun aber hört man alle e11ro;;ä!-,che!1 Sender. Dagegen lall alle Gas g e r ä f e da, hier :,:in es kein Gas, auch die Bohnerbürste kannst Du entbehren. Die Fußböden bestehen stets ans Miesen, was recht prakti-'clt Dl. Dieste Fliesen, Balatien genannt, \vh -eilt man mit 1 i'imn /!!■וי;/ von Petroleum zu Wa-.-er. Neuerding' im eine ::u!r 1 i:m-fr.1tt auf den Gedanke»!; ekoimneit, die Balaüeii .׳!!!•ohurnt, Was sehr sdiöil aussieht und Arbeit spart; wie sieb a!'er das Verfahren bewähren wird, weiß ich nicht. Die ]!1 ■I/:rUif! er bleiben da, inan kann hier nur /. i n k w a 11!1 e 1! l!r;u! hvn. Auch die Wringmaschine ist vielhieht iilieribi"/; an ',er in Jerusalem, wo es vier Monate doch reell( kühl sDu kau». Unciitbehriich ist der E i יי s e 11 r a ti k. I ic gl |>t es auch in den größeren Kolonien täglich, Nemnisciiaifuii;׳ Inkr.t nicht, da er hier ebenfalls relativ billig zu haben i-t. i '0-■!:׳H0!״ gilt überhaupt für die meisten Gegenstände, mb Au-nahme von Grammophonen, Radio, manchen elektra-! hot Apparaten, Photo,apparaten und dem sehr angenehmen I uxiugegen-tand, dem Ventilator, weil hierfür der Zoll recht hoch ist. Bring auf jeden Fall Deine M ח t r a t z. v n mit, liier lohnt sogar Neuanschaffung mul nicht nur, wein! es sieh uni Roßhaar handelt, Man kennt zitrzi 1t hier kaum etwas anderes als die Seegrasmalrat/eii. Da inan in Palästina bedeutend mehr schläft als in Deutschland, sc» ist eine gute SehlafstlUte besonders wichtig. Natürlich bringt man seine Bücher mit, selbst die Chahi/.iin tun das, aber ehe Du einpackst, sichte noch einmal gründlich nach, und denke daran, daß Du mir eine sehr kleine Wohnung haben wirs!, und sehr wenig׳ Hilfe im Haushalt. In den neuen Häusern gibt es kaum ein Zimmer, das größer ist als 4 X 4 m, oft sind sie auch noch kleiner. Altwolmungen sind nicht zu haben. Daher bring’ keine großen Teppiche mit. Man hat hier überhaupt wenig Teppiche und auch kaum Gardinen, dem! als Sonnenschutz dienen Trissiin, d. s, hölzerne Läden, und wenn man die nicht geschlossen hat, so bleiben die Fenster offen und die Gardinen dienen nur als Flaggenschmuck. Auch bei Bildern bedenke die tägliche Reinigimgsarheit, denn es slaubt sehr; die Wände sind nur gekalkt, weil man sonst von Ameisen usw. belästigt wird. Wanzen gibt es bei saubereu Leuten ebensowenig wie in Deutschland, aber gegen die Ameisen and die ,,juckim“, eine Art Maikäfer, hilft nur dauernde Abwehr. Unmöglich wird der Aineiscnkrieg, wein! der Kriegsschauplatz ein Polsterniöbel ist. Po 1 s t e r in ö b f:! sind durchaus unzweckmäßig, besonders Sofas, Couchs und schwere Fauteuils, meistens sind sie auch noch viel zu grüß und schwer, das gleiche gilt auch für Hol/betteii. Die landesübliche Schlafgelegenheit ist das Metallbett, genauer gesagt, die Palentmatratze auf vier Beinen, also ein Metallbett ohne Kopf und Fußteil: dieses wirr! tut lande Itergesteilt und kostet ohne Matratze 00 Piaster, und!25 Piaster, wenn es Stahlbänder statt Federn hat, was be-ser Dt. Vorteile dieser Lagerstätte: leicht transportabel, leicht /! 1 reinigen, entweder mit Petroleum waschen oder mit dem Eti'mis ausbrennen, am Tage als Sofa, nachts als Bett zu :1!<!■>׳ue!:ei1. Schlafzimmer kann man sich hier im all•■!!:icinen nicht leisten. Daraus ergibt sieh, daß Du Nachu!■.!!!,• und den Waschtisch ebenfalls nicht :!»;bringst, denn סי bot in den kleinsten Kolonien gibt es mindestens eine Dn-chr mol 0:1. gebautes Waschbecken, in den Städten und p!ö»;k׳rr!1 K׳dornen sind die Badezimmer bestimmt besser als in I )ctu-eiihmri. Vergiß nicht Deine Nähmaschine. Audi die M'a-0hm.!-.,hiiu-, wenn du eine Imst, bring mit. Daß Du Denkst :׳esunten Wäschevorrat mit bringst, versteht sieh \ wi sdb-t.;!her auch hier wie hei der Auswahl Deines Geschirrs hcdeiike, daß Du weder in der Stadt noch auf dem 1 ande ein großes Haus führen wirst. Also wozu große Tafelti'ieher und Champagnergläser und ähnliches? Natürlich hat man (taste, mehr vielleicht noch als in Denfschland, aber die l’eivirituig be-deht meist aus: Tee oder einem kalten Getränk und Kuchen und Obst. Sehr zustatten kommt einem eine L i s in a seht 11 e. Ob Du Betten mitbringen sollst? Für Jerusalem und Safed hostimmt, für Liberias nein. In Tel-A'wiw und I laifn habe ich im April reichlich gefroren. Aber das ist Gewulmhcifssache. Während acht Monaten, oft aber noch länger, genügt eine Decke und für den Kopf ein kleines Koßhaaikbsen. Die Küchengeräte habe ich sämtlich milgcbraehf, hier reuderen sich auch Neuanschaffungen, denn manche der kleinen arbeitsparenden Geräte, z. B. Rouladenhaltvr, Teigrädchen usw. sind hier noch nicht zu haben. Aliiminiiirngcseiiirr viiJ bereits im Lande hergestellt. Ebenso sorgfältig ergänze Deine Bürsten und R.cinigungsgerätc und verwende Scheuertücher zum Einpacken, diese sind merkwiirdigerwei «e liier ziemlich unbekannt, man nimmt meistens einen alten Sack. Auch Deinen Nähkasten fülle gut auf, Du sparst dadurch Geld. Neue Gardetobe würde Ich mir nicht anschaffm, Du bekommst in allen drei großen Städten schöne und nicht zu teure Sachen, die Arbeit ist etwas teurer, aber die Stoffe sind billiger, besonders Seide und Waschseide, dagegen fehlen vorläufig noch geschmackvolle Indanthrenmöbclstoffe und handgewebte Stoffe, aber bald wird man auch diese hier erzeugen; ein bekannter Weber ist im Begriff, eine Werkstatt einzurichten, ebenso wird es bald die scIhöio steil Keramiken geben, da ebenfalls ein guter Name hier im Lande auftauchte. Schuhe sind hier etwas billiger. Vera R o s e 11 b a u m - L 0 n d 0 n, Tel-Awiw. n;,D Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau Neue Folge i (> a s z i ח ס i s t i s che A u f b a u we r k i n Pal äst i n a Die ersten drei Hefte sind soeben erschienen : P olitm: 0.78 Landwirtschaft: 0.60 Industrie: 0.80

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