Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 88 (3.11.1933)
- Date
- 1933-11-03
- Page
- Seite 749 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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)33 Nr. 88, 3. XI. 1933 jüdische Rundschau Seite 747 : aller ngend n des sitiver ltwirt- .Großer Rat lür Hilfe und Aulbau ■clclier neuen. I w i w > 1 a n - eidlich II hier- : dam tlichen iiiimiiiiiini r hier ler uns dieses :ich es mserer 11 unsesischen r Ver- 1 Tele• Betei- — hier uch er uns e -!e, daß 1t sind, gt hat, at, daß ihn als ־ diese t auch en der derung, n köii« Regler tangeis rclifiihbetrübt on bein. MH ihe ge• :nsische 1t gern; tun, di« Sprüche I häutig ion ge- I dieser für den Fuß zu Clialuz iitionen, :hädlidi ikt aus,!en, Tor ist niei II weiß ch eine sserung irch die die die laft wie schaffen »en des ens geder sich Red) ndertmg usalems, agigah“ üruppen 1 (Maksondern :r Feier, me auf- 1 braunichtlgem ״Mitwirn sitzen efundem en, wie Wasser- . Dieses Erhebenn der ht hörte, Mädchen! ein —י t es, goldenen die go!• — auscli oben, er Quell ochen in ein ihren ge, Fcn, daß üßte ich en Hang Straße« :höpfeiu. isalem. en? 1eraj i|a 3»־« Die Besdilüsse der Londoner Konferenz London, 2. November. (J.T. A.) Die Jüdische Hiffskonteren?, in London hat in ihrer am 1. November abgehaltonen Schlußsitzung die Einsetzung eines aus den Vertretern d-er 45 Organisationen, die die Konferenz beschickt haben, zu bildenden Großen Rats für Hilfe und Aufbau beschlossen. Außerdem wird ein Vollzugsausschuß eingesetzt, dem Vertreter der Jewish Agency for Palestine sowie der Organisationen angehören werden, die die Konferenz einberufen haben, nämlich des Joint Foreign Committee, der Alliance Israelite Universelle, des American Jewish Congress, des American Jewish Committee und des Comitd des Ddldgations Juives. in London wird ein Hauptbüro eröffnet, das die Aufgabe haben soll, alle zur Erleichterung der Lage der deutschen Juden bestimmten Pläne zu prüfen und eigene Vorschläge für Hilfe und Aufbau auszuarbeiten. In der von der Vollversammlung der Konferenz einstimmig gefaßten Resolution betreffend die Einsetzung des Großen Rats und des Vollzugsausschusses heißt es, daß es den ein- /,einen Länderkomitees freistehen soll, die bei Ihnen einfließenden Gelder ganz oder zum Teil dem Vollzugsausschuß zu überweisen. Diejenigen Komitees, die eine Zentralisierung der Geldverteilung nicht wünschen, werden aufgefordert, vor der Festsetzung von Zuwendungen den Rat des Vollzugsausschusses einzuholen und Ratschläge dieses Ausschusses betreffend ihre finanzielle Beteiligung an der Durchführung bestimmter von ihm empfohlener Aktionen zu berücksichtigen. Zum Zweck der so angestrebten Koordinierung sollen die Länderkomitees dem Vollzugsausscnuß über ihre Maßnahmen zur Geldaufbringung, den jeweiligen Stand ihrer Finanzen und die Art der Verwendung der von ihnen gesammelten Gelder, auf dem laufenden halten. Die Konferenz hat ferner beschlossen, a) daß der Große Rat aus Vertretern aller an der Konferenz teilnehmenden Organisationen bestehe und das Recht der K 0 o p t i e r u n g erhalten soll; b) daß der Vollzugsausschuß aus Vertretern der Einberufer der Konferenz gemeinsam mit Vertretern der jewish Agency gebildet werden soll; c) daß die Organ!- sationen, die die Konferenz einberufen haben, den endgültigen Aufgabenkreis des Großen Rats und des Vollzugsausschusses festsetzen sollen. Auf Grund eines Vorschlages des Unterkomitces hat die HilfskonfGrenz die Schaffung eines Verbindungsamtes beschlossen, das einen dauernden Kontakt zwischen deti ein- /einen Organisationen ermöglichen soll. Die betreffende Resolution lautet: ״Der Vorsitzende des Joint Foreign Committee erklärte, dem Committee sei ein Vorschlag unterbreitet worden, ein Amt zur Herstellung einer Verbindung zwisehen den mit der deutsch-jüdischen Frage sich beschäftigernden jüdischen Organisationen zu schaffen. Die Unterkommission empfiehlt, daß der Vorsitzende des Joint Foreign Committee aufgefordert werde, Maßnahmen zur Verwirklichung dieses Plans auf der Basis zu" treffen, daß das Veibindungsamt eine rein beratende Funktion ausübe; die Kommission bringt die feste ‘ Hoffnung zum Ausdruck, daß jede Organisation, sobald es zur Errichtung des Amtes kommen wird, mit diesem in vollstem Maße zusammenarbeiten wird.“ Die Konferenz faßte einstimmig den Beschluß, der eng-! -dien Regierung vorzuschlagen, sie möge Viscount C e c i 1 of Chelvood einladen, als Vertreter der englisch en Regierung in den Verwaltungsrat der vom Völkerbund initiierten internationalen Hilfsaktion für die Emigranten aus Deutschland einzutreten. Ferner wurden die jüdischen Verbände und Gemeinschäften aller Länder aufgefordert, mit dem vom Völkerbund eingesetzten Oberkommissar für Emigrantenhilfe zusammen- /;!arbeiten. In einer besonderen Resolution gab die Hilfskonferenz ihrer Bewunderung für die mutige Haltung, die die Judenheil Deutschlands angesichts der über sie gekommenen Prüfung bewiesen habe, sowie fiir die großen Leistungen Ausdruck, die ihre Organisationen unter so schweren Umständen vollbracht hätten. Die Palästina-Resolution Die überragende Rolle, die Palästina im gesamten H i 1 f s w e r k für di e deutschen Juden zu spi clen berufen ist, wurde von der Konferenz besonders betont. Die bezügliche Resolution lautet: ״Diese aus Vertretern jüdischer Gemeinschaften in allen Teilen der Welt bestehende Konferenz gibt ihrer Ansicht Ausdruck, daß Palästina unter den Ländern, die von jüdischen Auswanderern aus Deutschland für die Möglichkeit dauernder Niederlassung und Absorption in Betracht gezogen werden können, einen hervorragenden Platz einnimmt. Die Konferenz bedauert die betrüblichen Ereignisse, die jüngst den Frieden Palästinas gestört haben, sowie die Verluste an Menschenleben und die Fälle von Verletzungen, die sie im Gefolge hatten. Die Konferenz nimmt die Erklärung des Koloniemninisters zur Kenntnis und gibt ihrer Meinung damit Ausdruck, daß die Fort- Setzung der sich gegenwärtig in Palästina vollziehenden bemerkenswerten Entwicklung im Interesse von Juden und Arabern liegen wird. Die Konferenz hofft, daß die Mandatarmacht alles mögliche tun wird, um einer größtmögliehen Zahl von Juden aus Deutschland die Niederlassung in Palästina zu ermöglichen.“ lieber den Gesamtbetrag, der in dem an die jiidische Welt zu erlassenden Aufruf gefordert werden soll, und über den Anteil, der vom gesamten Hilfsfonds für die Ansiedhing deutscher Juden in Palästina bestimmt werden soll, Hürden endgültige Besdilüsse noch nicht gefaßt. In der zu diesem Gegenstand gefaßten Resolution heilit es: Die Geldmittel in Palästina sollen für folgende Zwecke verwandt werden: Erleichterung der Ansiedlung deutscher Juden auf dem Lande; Förderung der Industrie; Kredite für Handwerker; Kredite für Kleingewerbetreibende; Errichtung von Häusern und Zuteilung von kleinen Grundstücken für Chaluzim in den Kolonien; Wohnungsbeschaffung in den Städten durch Zusammenarbeit mit bestehenden lnsitutionen und durch andere Mittel; Wasserversorgung und Bodenbewässerung; Unterstützung wissenschaftlicher und akademisclier Institutionen; landwirtschaftliche und handwerkliche Ausbildung von Männern und Frauen; Ueberführung von Kindern nach Palästina und ihre Ausbildung; soziale Wohlfahrtsarbeit und andere noch als wünschenswert erscheinende Aufgaben. Diese Arbeiten sollen in Zusammenarbeit mit den ähnliche Ziele verfolgenden Organisationen durchgcführt wer■ den, damit Doppelarbeit und Ueberschneidung der Tätigkeiten vermieden werden, Die Emigranten kommission empfahl der Konferenz, eine kleine ständige Kommission für Wanderungsfiagen einzusetzen. Der Sitz der Kommission, an deren Spitze ein Engländer stehen und in der die vereinigte Organisation für Wandererfürsorge Hias-lca-Emigdirect (HICEM) vertreten sein soll, soll London sein. Diese Kommission soll sich mit der Auswanderung jüdischer Emigranten aus Deutschland nach denjenigen Ländern, die nicht an Deutschland grenzen, befassen und alle diesbezüglichen Pläne prüfen. Sie soll eine Untersuchung über Einwanderungsmöglichkeiten, in alle m Betracht kommenden Länder durchführen. Alle fiir Aus- Wanderung bestimmten Gelder, die durch die Bemühungen der Konferenz aufgebracht werden, sollen dieser Konimissiou zur Verfügung gestellt werden, die über ihre Ver- Wendung entscheiden wird. Die Emigrationskommission bezeichnet es als notwendig, daß autierdem in London eine technische Abteilung errichtet werde, die sich speziell mit der Frage der Ein- Wanderung in die englischen Dominions.und Kolonien und in die Vereinigten Staaten von Nordamerika zu befassen hätte. Die Kommission fiir Hilfsarbeit außerhalb Deutschlands stellte fest, daß zwar bei der Verteilung von Unterstützungen, Verköstigung, Dequartierung und Kleiderversorgung durchaus einheitlich vorgegangen werden müsse, daß jedoch die Frage des Neuaufbaus von Existenzen und der Ermöglichung dauernder Niederlassung nach A1 - ters-, Berufs- und Vermögensklassen verschieden zu behandeln sei. Da für alte Leute, die das erwerbsfähige Alter überschritten haben, Maßnahmen konstruktiver Hilfe nicht in Betracht kommen, müsse von der Auswanderung solcher Personen, sofern sie nicht mit ausreichenden Geldmitteln versehen sind, d1־ingend abgeraten werden. Für Angehörige der m i 11 - leren Altersklassen, die einen festen Beruf haben, würde eine Berufsänderung mit großen Schwierigkeiten verbunden sein. Es ist anzunehmen, daß die Mehrzahl der zu dieser Kategorie gehörenden Personen d«m Kaufmanns- und industriellen Stand angehört. Es ist begreiflich, daß diese Leute ihre bisherigen Beschäftigungen weiter auszuübeu wünsehen; sie wollen hierzu soweit als möglich ermutigt werden. Deshalb fordert die Kommission die Errichtung von Kreditgenossenschaften in denjenigen Ländern, in denen sich die Auswanderer konzentriert haben, und womöglich eine Zusammenfassung dieser Genossenschaften in einer zu diesem Zweck zu schaffenden zentralen Institutionen. Vor Bestrebungeri, Angehörige der mittleren Altersklassen im Kleinliandei unterzubringen, sie den Beruf von Straßenhiindlem, Hausierern usw. ergreifen zu lassen, wird nachdriicklichst gewarnt. Im Mittelpunkt der konstruktiven Hilfsarbeit soll nach Ansicht der Kommission Berufsiumchichtung und Berufsausbildung der Jugendliehen Auswanderer, ihre Ueberführung־ in produktive Berufe stehen. Diese Arbeit ist sowohl im Hinblick darauf, daß die Mehrzahl der Auswanderer junge Leute sind, als auch unter Berücksichtigung der Interessen der jüdischen Gemeinschaft von besonderer Bedeutung. Mit der wichtigen Frage der versorgungsbedürftigen jüdischen Kinde; hat sich die Kommission besonders eingehend beschäftigt. Es wurde festgestcllt, daß eine starke Strömung bestellt, Kinder im schulpflichtigen Alter aus materiellen und seelischen Gründen außerhalb Deutschiands erziehen zu lassen. In diesem Zusammenhang ist den ״Möglichkeiten der Ueberführung von Kindern nach Palästina in Zusammenarbeit mit der Palästina-Kommission besonderes Augenmerk zuzuwenden. Die Kommission für Hilfsarbeit in Deutsch- I a 11 d konnte ein ausführliches Programm im Hinblick auf die noch ungeklärten Verhältnisse nicht aufstellen. Sie beschloß, vorläufig die Unterstützung von Schulen und anderen K u 1 t11 r i n s t i 11; t i o n e n in Deutsch- 1 a 11 d zu empfehlen. Die Beziehungen zum Emigrantenkommissor Das Verbindungsamt, dessen Schaffung die Wclthiiiskonftrenz beschlossen hat, und in dem Dr. W e i z in a n n eine führende Rolle spielen soll, wird auch die Aufgabe haben, den Kontakt mit dein vom Völkerbund eingesetzten Emigrantenkommissar und seinem Beirat aufrechtzuerlialteil. Es wurde beschlossen, an das Völkerbundssekretariat mit dem Vorschlag heranzutreten, aclit jüdische Delegierte zutn Eintritt in den Verwaltungsrat des Emigranteiihilfs- Werks einzuladen. Die jüdische Vertretung soll aus je einem Repräsentanten des American Jewish Congress des American Jewish Committee, der Judenheit Polens, der Jewish Agency, des Joint Foreign Committee, der Alliance Israelite Universeile, der lea und des Comite des Delegations Juives bestehen. Rumänische Regierung gegen Antisemiten Bukarest, 31, Oktober. (J. T. A.) Auf Grund der aus dem ganzen Lande eintreffenden Nachrichten über die bedrohliche antisemitische Propaganda und des reichen Materials, das der Präsident des Verbandes der rumänischen Juden, Dr. Fildermann, dem Innenminister zugestellt hat, hat die rumänische Regierung beschlossen, energische Maßnahmen gegen das Umsichgreifen der antisemitischen Bewegung zu treffen. Anfang November soll eine Reihe von Beamten, die sich in letzter Zeit antisemitisch betätigt haben, entlassen werden. Die Regierungsblätter ״Dreptatea“ und ״Patria“ nehmen scharf gegen die antisemitischen Führer, die sie als Feinde Rumäniens bezeichnen, Stellung. Die konservative Tageszeitung ״Vointza“ behauptet, die antisemitische Strömung sei auf ausländische Einflüsse zurückzuführen. Der Gemeinderat von SighetuI Marmatiei (Marmaros Sziget), der Hauptstadt der rumänischen Provinz Maramures (Marmarosch), hat beschlossen, eine Hauptstraße der Stadt nach Theodor Herzt zu benennen. Die Stadt hat ,laut der Volkszählung von 1920 23 691 Einwohner, davon 11026 Juden. Einer war groß durtfi seine Kraft, ein anderer durch seine Weisheit; einer war groß durch seine Hoffnung, ein anderer durch seine Liebe; dodi Abraham war grö&er als alle: groß durch die Kraft, deren Stärke Ohnmacht Ist, groß durch die Weisheit, deren Geheimnis Torheit ist, groß durch die Hoffnung' deren Form Wahnsinn ist, groß durch die Liebe, die Haß gegen sich selbst ist. Durch den Glauben zog Abraham aus seinem Vaterlande und wurde ein Fremdling im Lande der Verheißung. Eins ließ er zurück und eins nahm er mii; zurück ließ er seinen Irdischen Verstand, den Glauben nahm er mit; sonst wäre er wohl nicht ausgewandert, sondern hätte es für Wahnwitz gehalten. Durch den Glauben war er ein Fremdling Im Lande der Verheißung, und es gab nichts, was ihn an das Heimat-!!die erinnerte, nein, alles, was ihn umgab, war neu und stimmte seine Seele zu wehmütiger Sehnsucht. Und doch war er Gottes Auserwählter, an dem der Herr Wohlgefallen hafte! Ehrwürdiger Vater Abraham! Da du heimkehrtest vom Berge Morija, da bedurftest du keiner Lobrede, welche dich für das Verlorne hätte trösten können, denn du gewannst ja alles und behieltest Isaak: war es nicht so? Der Herr nahm Ihn dir nicht mehr, sondern du saßest froh zu Tische mH ihm in deiner Hütte, wie du es nun dort oben in alle Ewigkeit hinein tust. Ehrwürdiger Valer Abraham: Jahrtausende sind entschwunden seit jenen Tagen, und du bedarfst keines spaten Liebhabers, der dein Andenken der Vergessenheit entrisse; denn in jeder Sprache gedenkt man deiner. Und doch lohnst du den, der dich liebend verehrt, aufs herrlichste. Drüben machst du ihn selig in deinem Schoße, schon hienieden fesselst du sein Auge, entzückst sein Herz durch das Wunderbare deiner Tat. Ehrwürdiger Vater Abraham! Zweiter Vater des Mensthengesdilechtes! Du, der erste Zeuge jener gewaltigen Leidenschaft, welche den schrecklichen Kampf mH den entfesselten Elementen und den Kräften der Schöpfung verschmäht, um mit Gott zu streiten; du, der du zuerst jene höchste Leidenschaft kanntest, den heiligen, reinen, demütigen Ausdruck für den göttlichen Wahnsinn, der von Heiden bewundert wurde - vergib dem, der zu deinem Preise reden wollte, wenn es nicht aut gebührende Weise geschah. Er redete demütig, wie sein Herz es wollte, er redete kurz, wie es sich geziemt - doch niemals wird er vergessen, daß du hundert Jahre leben mußtest, um den Sohn deines Alters wider Erwarten zu erlangen, daß du das Messer zücken mußtest, bevor du Isaak behieltest; er wird nie vergessen, daß du in 130 Jahren nicht weiter gelangtest als bis zum Glauben. Kierkegaard Aus ״Eine Lohrede auf Ahreham" (״Furcht und Zittern‘‘) Anläßlich des Wodienabsdhnlttes für Sonnabend, den 4. November (I. B. Moses, Kap. 18—22), der die Geschichte der Prüfung Abrahams durch das Gebot des Sohnesopfers enthält. Sii1 Herbert Samuel und Deutschland Die ״Deutsche Allgemeine Zeitung“ vom 29. Oktober meldet aus London, daß sich in den letzten Tagen eine Reihe von britischen Politikern aus allen Parteilagern für eine gerechte Behandlung־ Deutschlands in der Abrüstungstrage ausgesprochen hat, aus der klaren Erkenntnis heraus, daß eine Verminderung' der Rüstungen auf andere Weise überhaupt nicht möglich ist. Zu diesen geseilt sich auch der Fühier der liberalen Unterhausgruppc, Sir Herbert Sa muel. Er erklärte während seiner Rede in Halifax u, a. folgendes: ,,Wenn es falsch ist, von England eine weitere Abrüstung inmitten einer genisteten Welt zu erwarten, dann ist es ebenso ungerecht, an/unehmeii, daß Deutsch!and ewig abgeriistet bleibt angesichts einer bewaffneten Welt.“ Die Abrüstungskonferenz dürfe nicht aufgehoben werden, und die englische Üei'fcntliehkeit müsse darauf bestellen, daß in Genf eine Lösung gefunden wird, die Deutschland eine Erfüllung der in Versailles gegebenen Versprecliungen anbietet. — Sir Herbert Samuel, der sich für Deutschlands außenpolitische Stellung ei »setzt, ist bekanntlich Jude und rieben seiner Stellung im englischen politischen Leben auch auf jüdischem Gebiete führend tätig. Er war der erste Oberkommissar Palästinas nach der Einführung der Zivilvcrwaltung in diesem Lande. Festspiele in Tel-Awiw Tn der Blütezeit der Antike •zählte man in den Küstenstädttn des Mittelmeers Hunderte von Freiluftbühnen, nach dem klassischen Gepräge Athens. Heute sind diese alten Kunstsiätten längst in Trümmer gesunken und ihre Tradition ist verschollen. Bewußt sucht Tel-Awiw einen neuen Ausgangspunkt; ihn bietet das Freiluftspiel des 20. Jahrhunderts. Die architektonisch-technische Grundlage ist in Te'.-Awiw, dank weitblickender Disposition der Messeleitung, bereits gesichert. Die Hauptgebäude des neuen Messegeländes werden derart gruppiert, daß sich in wunderbar geschlossenem Rahmen, mit dem Palästina-Meßhaus als Hintergrund, das neue Freiliift-Theater der Fünf/ehntausend ergibt. lileiben also die organisatorischen und künstlerischen Probleme zu lösen! Durch die Verknüpfung mit der Levantemesse, für die man nach allen bisherigen Symptomen beispieltos starken Besuch erwarten darf, und mit der Fremdenverkchrswerbung des Stadtjubiläums kann auch Frequenz und Finanzbasis der Festspiele als gesichert gelten. Gründlich erwogen werden noch künstlerische Leitung und Programm. In Palästina selbst haben wir die ,,Habimah“ und draußen in der Welt hervorragende jüdische Regisseure und Dirigenten, Säuger und Schauspieler. Wie heute schon feststellt, werden Orchester- und Chorkonierte das Beste aus der ״Musik aller Völker und Zeiten bringen. Fiir das Schauspiel auf der neuen Bühne, den Kern also der Mittelmeer-Fcstspielc, sind die Erwägungen noch nicht abgeschlossen. Und die Oper? Goldmarks ״Königin von Saba“ steht zur Debatte, auch Halcvys ,,Jüdin“, Giacomo Meycrbcers ״Afrikanern!“ und der ״Coiumbus“ des Üarius Milhaud. 1- Dr, J. A.