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Jüdische Rundschau · 1933-10-31 · Heft 87 (31.10.1933) · p. Seite 738

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 87 (31.10.1933)
Date
1933-10-31
Page
Seite 738 (sequence 10)
Language
German
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Seite 736 ) ü DI SCH E RUNDSCHAU Nr. 87, 31. X. 1933 DeulsdierMakkabtttrels Anweisung des Makkabi Er« Israel für Makkabi-Olim. 1. Jedem Makkabi, der vor seiner Auswanderung stehi, muß sein Verein ein Zeugnis umstellen, aus dem hervorgeht, wie lange er Mitglied des Makkabi war, welches seine sportlichen Leistungen sind und welches Amt er in unserer Bewegung bekleidete• 2. Jeder Verein muB uns an die Adresse Isl Rottcr, c./o. Sega!, Rechow Lilienblum 28, Tel■Awiw, im voraus den Namen des Schi;;׳ mittcilen, mit dein der Chawer ankommt, den Tag seiner Ankunft und den Namen des Halens. 3• Jeder Makkabi, der vom Schilf kommt, wendet sich sofort an den Vertreter des Makkabi, der ihn dort erwartet. Er ist an einem Schild zu erkennen, das er mit der Aufschrift ,,Makkabi“ auf der Brus.1 trägt. 4. Jeder Makkabi, der nach Tel-Awiw kommt, wendet sich!uerst an das Makkabi-Büro, Rechow Lilienblum 28 (Büro von Jacob Segal, lieben der Hitachduth Olej Germania). Das Amt ist täglicfi geöffnet, außer Freitag und Sonnabend, von $ bis 6 Uhr nachmittags. 5. Je-der Einwanderer des Makkabi kann an jedem Dienstag um 8 Uhr abends im Beth Makkabi in Tel-Awiw, Rechow H-amakkablm, die Chawerim des Makkabi in Tel-Awiw treffen. Nu» wer sich an diese Weisungen hält, kann damit rtchnen, daß wir hier für ihn sorgen und ihm bei allen Angelegenheiten vom Augenblick seiner Ausbootung an helfen. Bar Koichba - Hakoah Berlin. Die Charlottenburger M ii n n c r Ab t c i 1 u 11 ״ Ikh die Trainings-Abende des Winters r׳n!r; LuiMlnrr i ires Di|>l. Sieh 11 uhrers in der Turnhalle der Schule S 1 c p rn u n <i |ר 0 t 11 arn B,1h1 hoi T erwarten aufgenommen. Neue M 1 t K י» 1) i c! T werdeti! :nrt x dun i Donnerstag wahrend des r!mu■ fs vor! dO ז 22 .-;<! hr ir, ormier . Aubf-rdem können Aufnah• IICE! ¬י o n 11 5 i 1 litt'״! s Har: dl׳ ,!lUpie und Traimnßsl.mt auf dem ז!!!! e w! _ י s p 0 r ו p lat 2 am Bahnhof Gnmewald von 11 13 יד Cbr w( 'r.L, eaommm werd fr Alfer möglichst vom 25. Lebens־ ׳ ■ ■ r; n. er י Auskünfte!11! i Aufnahnieformulare durch: Walter!׳ \ n, Oii«!0 fenburg, r. 46, oder Fr iiz B i e b e r, YY 15, Kui:; 'teri'iarn nt 188. B ar Kothba-Hakoah Berlin . Ha r! d b a 1 1. Wir beginnen jetzt nit n: 0crc־;־a i t‘£ elma Spiel betrieb . Es be stehen genügend Spiel- 1u'-1!<׳< hkuilen SO wohl i'ur Man!1* :r als auch für Frauen und Jugends׳t da מ ie ier, drr I 2t!.׳1! m Ha ndixillspiel har, in eine Mnnn- ' ׳Gli ui C3T :!iS werden kann. Für Anfänger wird ein spezielles 1 durd >:*f iuhrt. V, י. hure durch das Sek rctai iat, McinekeAr. 10. Großer Erfolg des Hakoah-KtSln in Daemstadt. Das von der Arbeit ׳-j!cmeiT1=chai't jüdischer Sportvereine S!^Westdeutschlands am 8. Oktober vcur:.-ulten; Sport t!2::׳ mußte in let2Ur Minute von Kranktut» narb ח jrtu.'tatl! verlegt w-rrden. Neben Sportgruppen des R.j.F.,!’es Schild, des J.T.s.C. Berlin, beteiligten eich die Vereine des Deutschen Afakkabi-Kreises aus Mannheim, Frankfurt und Köln. Linen glänzenden Eindruck hLiiterließen die Nakkabim des Hakoah- Köln. Das 100-m-Laufen war wiederum eines der interessantesten Rennen des Tages. Nach Vor- und Zwischenläufen vereinigte der Endlauf K 11 t (Bar Kochba Frankfurt), Sommerfeld (J.T.S.C. Bcrlin), Dreycr II und Gaßner (Hakoah-Köln). Dem besten jüdischen Sprinter Suddeutschlands, Katz, lieferte Gaßner einen erbitterten Kampf, in dem Katz mit Handbreite siegte. Im 400-m- und 8Q0-m- Lauten war Orgler (Köln) nicht zu schlagen. In beiden Läufen zeigte Orgler seine große L'efxrlcgenheit. In der 4 mal 100-m-Staffel nahm der Hakoah an dem B ar Kochba Frankfurt Revanche für die vor 14 Tagen erlittene knappe Niederlage. In eindrucksvoller Manier gewannen die Kölner Blau-VVtißen mit 5 m Vorsprung in der Auf- Stellung Gaßner, Emarme!, Dr-eyer I, Dreyer II vor dem Bar Kochba Frankfurt und dem J.T.S, Berlin. Auch die olympische Staffel holte sich der Hakoah-Köln mit großer Ueberlegenheit. Orgler lief in den 800 m bereits einen großen Vorsprung heraus, der von Gaßner (400 m), Dreyer I (200 m), Emanuel (100 m) bis ins Ziel noch vergrößert wurde. Bar K«ochba Frankfurt am Main. Fußball. Am 22. Oktober absolvierte die X. Fußballmannschaft ihr erstes Verbandsspiel gegen die gleiche Mannschaft des Jüdischen Jugendbundes Hanau. Die Blau'veißen gewannen das schöne und faire Spiel überlegen mit 9:2. — Die 2. Mannschaft, die dir gleiche Mannschaft des jüdischen Jugeudbundts Hanau 7um Gegner hatte, vermochte ebenfalls den I'tinktkampi mit 4-,2 Toren t!ir sich glatte!, als das Resultat aus• druckt, z-j entscheiden. .- Die 1. FulS ballsehüierelt des ״Bar Kochba“ vermochte der stark favorisierten 1, Schulermannschaft ein 1 :1 ,ibziirruizen. Die vielen Zuschauer wart■ 11 über das gute Können der Jungctc ui.» rr.t-ci.t, — Die dem ,,Har Kochba■‘ angpscMtwscnc iuiii-i'he L irniemubhnünie!!;: •׳ hau ,.laen-co” |,;1t in letzter Zeit einen tn׳•!;:!;■Jon f-'ormu״׳ -<■!:» c::g aorzei• hner;. Sie machte ebenfalls 1.11e Punktspiele mit und ie in der Runde Her 1. Mannschaften eingereiht v. rüdem Ihr er le. Verbund --pic! I ulirte -ie mit. da spiel- Stal keil M :,nn.schult ׳iss j oa ■■dam Juge.dbmid.o Lungenselhol 11 zusamnaui. 1) a■ 1 a:1;c!acc!r;lcr 10:01111 bis etv.u 10 Minuten 1 : Cf, als ede׳n Cicgner gcictig, 01; 1 .׳': Sbnmöor der kJ'rtcidigung ati-7',1werten und den Gleii I1s|.vul zu erzielen. — Dir■־. Training der D;1 m e n -f i a n d ball a b r r-i 1 11 n g de■: ״Har Kochba“ findet jeden Mor,t;.1gabe-!,d in der Dradi li ,ch•■!! Wik-.-־hule, Ruderbergwcg, von 20 bis 22 Uhr statt, und da 11 י e! rein Knta.l׳* ion-training wird jeden Dotmer-'ajg.ibend Im ״Pliil.i ntluopiii", 11c!>«■l-tr. 15-17, von 20 bis 22 Uhr ahgchalten. Jeden Dienstagabend ab 9 Uhr im B.K.-Heim, l'Vchrrshei :11er LamDtr. 65, Heimabende, Vorträge und Spieler- Satzungen. — Anmeldung!ו ׳ auf der Geschättsstelle, Eschcrsheimer Landstr. Sj, II, oder bei den Yereinstimktionären. Rüde*.Abteilung de! Bar Kochba Hamburg.;Am 22. Oktober eröffnet!: die Ruder-Abteilung die Wintersaison mit dem ersten ganztägiges Training auf Her Alster. Bereits um 8 Uhr morgens war die Mann sc halt lies ernten Vierers, der noch eine Fahrt auf die Elbe hach Blankenese mit 35 km machte, versammelt. 8.45 Uhr verließ <&!.-> Boot mit wehender Flagge den Bootshafen. Nach einigen J iu-Jitsu-Kämpfen am Strande von Blankenese und einem Spaziergang auf der Promenade wurde die Rückfahrt angetreten, die sich trotz des aufgeklärten Himmels und warmer Sonne etwas schwieriger gestaltete. Am Bootssteg versammelten sich gegen 10 Uhr morgens in der Zwischenzeit weitere Mannschaften. Zuerst wurde ein Darrun-Vierer und ein Ilerren-Anfänger-Zweier auf den Weg ״i'schickt mit dem Ziel Ohlsdorf (etwa 10 km). Km weiterer Vierer wurde berat! ־genommen. um mit den Reparaturen zu beginnen. Zwiselten 12.30—1 Uhr kamen die beiden Boote zurück, und eine Mittagspause wurde eingelegt. Für 3 l'it» waten einige Leute her-;:!!־bestellt, die sofort im Kastei! trainierten- In der Zwischenzeit “'״״Ie noch ein Herren-Victer bis OhlsdorJ gefahren und ein Damen, /'weier (Anfänger) bis zur Iv butsch;!׳!-Bucht. Generalversammlung des B.K. Hamburg. Am 17. Oktober fand!1׳ sere diesjährige OcnenrlVersammlung statt, die verhaltm-miißig gut besucht war und einem in allen Teilen befriedigenden Verlauf rahm. — Der Vorsitzend e, Dr. Marx, erstattete den Jahresbericht. Bcmerkeaswertcrweise wurde der Bericht von der Versammlung ohne Debatte unter Beifall genehmigt. — Die Vorstandswahl zeigte folgendes liigebms: Dr. Mars, Vorsitzender, II. Cohen, Schriltführer, 1 lenoch. Sportwart., Schrier, Kassierer, und Ruth Mantisse, für Frauen- und Jugendarbeit. Ferner wurde ein Arbeitsausschuß, bestehend zumeist aus den Abteilungsleitern, ernannt, der dem Vorstand zur Entlastung beig«ordnet wurde. — Höhepunkte der Y<-ranstalturag waren die Begrüßung der 32 Makkabim, die bisher im Laufe des letzten Gcschä Itsjahres den Weg nach Erez Jisrael gefunden haben, durch Nennung ihrer Namen sowie die Ernennung der beiden überaus verdienstvollen, bisherigen Vorstandsmitglieder Ernst Joseph und Carl Feil mann, die beide in Kürze Deutschland verlassen, zu Ehrenmitgliedern. — Aus den Arbeiten der einzelnen Abteilungen wurden besonders die der Kaderabteilung erwähnt, die in vorbildlicher Weise die Gemeinschaft durch Veranstaltung von Heimabenden, Fahrten, Iwrithkursera 11-w. pflegte. Aus der Handballabtcilung ist zu erwähnen, da& aus ihr bisher 18 Mitglieder zur Hachscharah gekommen sind; Im übrigen konnte von sämtlichen Sportabteilungen festgestellt werden, daß ihre sportliche Arbeit im vergangenen Jalir durchaus gut war. — Das Programm der kommenden Winterarbeit gab Scheier bekannt, aus dem u. a. die Ernennung eines Tarbuth-Ausschusses hervorzuheben ist. MakkablleDr des Bar Kochba Hannover. Der Jüdin he Tum- und Sportverein Bar Kochba Hannover trat, am 14. Oktober mit einer größeren Veranstaltung vor die jüdische Oeffentliehkcit. Wie zu erwarten war, war der Andrang des Publikums derart groß, daß bereits vor Beginn der Veranstaltung im Saale eine beängstigende Fülle herrschte und ein großer Teil keinen Einlaß mehr linden konnte. Das Interesse der jüdische Gemeinde wurde dokumentiert durch die Anwesenheit des 1. Vorsitzenden, Herrn Kommerzienrat Berliner, sowie eines weiteren!Milgliedes des Vorstandes. Selbstverständlich war auch Herr Rabbiner Dr. S c 11 o r s c h anwesend. Das Programm des Abends wurde au *gefüllt mit Vortragen der Vcreinskapellc, des Chors sowie Uinzeldaibietnngen der verschiedeneu Mitgliedsgruppen. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Ansprache des Vorsitzenden des Deutschen Mnkkabikreises, Herrn Dr. R a b a u. Briefe an die Redaktion ״Tra^i ihn mit Stolz, den gelben Fleck!" Breslau, 28. Oktober. Sehr geehrte Redaktion! Als nach ■dem 1. April, zur Zeit der schwersten jüdischen Depression und Ratlosigkeit, die ״Jüdische Rundschau“ mit der Parole ״Tragt ihn mit Stolz, den gelben Fleck!“ herauskam, wurde dies von allen Juden ohne Parteiunterschied als befreiendes Wort empfunden. Dieser Ruf ist zu einem ״geflügelten Wort“ der deutschen Juden geworden. Vielleicht ist es Ihrer Aufmerksamkeit entgangen, daß die letzte ״C.-V.- Zeitung“, das Organ des Centrai-Vcreins, vom 26. Oktober, in einer kleinen Notiz, die der für Nichtaner bestimmten gelben Studentenkartc gewidmet ist, folgendes schreibt: ״Wir wissen nicht, ob •die gelbe Farbe in Anlehnung an den gelben Judenflcck des Mittelalters gewählt worden ist: aber auch, wenn dies so sein sollte, werden sich die jüdischen Studenten keinesfalls in ihrer Ehre getroffen fühlen und werden diesen gelben Fleck mit Stolz tragen,“ Es ist für uns alle eine Genugtuung, wenn wir noch hier die Wirkung jenes Rufes der ״Jüd. Rundschau“ in einem andern jüdischen Lager beobachten können. Wäre es doch ein Trost, wenn in dieser Zeit alle jüdischen Richtungen sich unter der Devise des jüdischen Stolzes einigen könnten! Hochachtungsvoll * Ktmaz katan und Kamaz gadol An die Berlin, den 26. Oktober ״Jüdische Rundschau“. 1933. Sehr geehrte Redaktion! In Nr. 85 vom 24. 10. 33 macht Herr L. Kornblüth einen Vorschlag, ein neues Zeichen für das Kamcz katan einzuführen, Da das Kamez katan verhältnismäßig selten vorkommt, Ist m. E. die Einführung eines neuen Zeichens unnötig, wenn folgende Reform, wenigstens in den Lehrbüchem für Anfänger, sich durchsetzt: 1. Man schreibe nur das bewegliche Schewa. 2. Das unbewegliche Schewa lasse man fort Das Kamaz katan kommt nur in einer geschlossenen, unbetonten Silbe vor. Sieht der Lernende mitten im Worte einen unvokalisierten Konsonanten, so weiß er, daß dieser Konsonant die Silbe beschließt, daß also, wenn in dieser geschlossenen Silbe ein Kamaz vorkommt, es ein Kamaz katan sein muß. Wenn aber mitten im Worte der Konsonant ein Schewa hat, so weiß der Lernende, daß a) dieses Schewa beweglich ist, b) damit also eine neue Silbe eröffnet wird, c) das diesem Konsonanten vorangehende Kamaz in einer offenen Silbe also ein Kamaz gadol ist. , Beispiele: '■׳! •׳;j*'־ 1. חבטה hochmi — Weisheit חבטת häch:mä sie war klug 2. אבד־ז ochlä Essen א,ב״'ה äch:|ä sie aß 3. חויקה hozqä Stärke חזזקה häz:qä sie war stark 4. "!זצן{ 'oemä Macht “r»Ä 'äc:mä sie war mächtig Diese Neuerung habe ich in meinem Lehrbuch angeführt und hoffe, daß sie wegen ihres praktischen Nutzens bei meinen Fachkollegen Anklang findet. Auf alle Fälle werfe ich diesen Vorschlag in die Diskussion. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. M. G o 1 d m a n n. * Karnes katan in der Schrift. Die Frage der Aussprache der beiden Karnes hat sich von einer theoretischen, nur «die Fachleute interessierenden, in eine aktuelle praktische verwandelt. Der Landarbeiter, der Handwerker in Palästina, ge• schweige denn der kaufmännische Angestellte, müssen ne* bräisch sprechen können, und zwar in der sephardischen Aus• spräche, laut welcher die beiden Karnes verschieden aus gesprachen werden, während das Schrift reichen für sie das gleiche ist. Nun liegt es nahe, für einen von den beiden Buchstaben, und zwar für den seltener vorkommenden Karnes katan, ein neues Schriftzeichen einzuführen, jedoch ein solches, das sich nicht wesentlich vom alten unterscheidet, damit man die Bedeutung desselben nicht erst zu ,,lernen'' braucht. H. Kornblüth hat dafür zwei Punkte (rechts vor dem Kames) vorgeschlagen, d. 11. ein Schewa, ״was übrigens keine ,Neuerung' sein würde, da es so etwas schon gibt“. Nicht nur ,,gibt es so etwas“, sondern es wird in vielen alten bibli* sehen Handschriften lind sogar in der ersten, 1516—1517 in Venedig gedruckten ״Biblia rabbimen‘׳ (Mikraat gedolot) im allgemeinen der Karnes katan tatsächlich so dargestellt, ich sage ״im allgemeinen", da die Abschreiber in gewissen Fällen, wo ihrer Meinung nach eine Verwechslung seitens des Lesers mit einem Karnes gadol nicht ztt befürchten sei, die Setzung des Schewa unterließen. Trotzdem ist diese Methode nicht ratsam, da dadurefi der Unterschied zwischen Karnes katan und Chatef-Kames verwischt wird (darüber, wie es dazu gekommen war, daß man in früheren Zeiten sich doch dieses Zeichens für beide Laute bediente, ist nicht hier der Platz zu sprechen), das Zeichen ist auch zu kompliziert. Man könnte sich aber eines anderen bereits von M. B. Schneider in seiner hebräischen Grammatik ״Torat ha-Laschon“ usw. (Wilna 1927) verwendeten Zeichens bedienen; cs weicht vom gewöhnliehen Karnes ganz wenig ab, aber gering, um es von diesem zu unterscheiden. Der von H. Kornblüth angestrebfe Beschluß eines autoritativeri Gremiums, wie des Waad ha-Laschon, in dieser Frage wird wohl auch nicht mit der gewünschten Schnelligkeit zustände kommen können, da betreffs einer gewissen Anzahl von Fällen, z. B. denjenigen, in denen der Karnes einem Chatef- Karnes vorangeht, die Meinungen noch geteilt sind, ob man diesen Karnes als gadol oder katan auszusprechen hat. Ein voreiliger Beschluß würde nicht diejenige Autorität besitzen, die nötig ist, um allgemeine Gültigkeit zu erlangen. Dr. Michael W i I e 11 s k y. * Danzig, den 27. Oktober 1933. Sehr geehrte Redaktion! Unter Bezugnahme auf die Anregung des Herrn Kornblüth-Dresden in der Nr. 85 vom 24. 10. 1933 Ihres geschätzten Blattes möchte auch ich mir eine Anregung für Neudrucke hebräischer Werke gestatten. Es fällt vielen Schülern, besonders den Anfängern, sehr schwer, das Schwa quiescens ß־lj שוא) vom Schwa mobile ryx שוא) zu unterscheiden. Ich schlage daher vor, für die Folge das Schwa quiescens folgendermaßen zu kennzeichnen (:), wie es bereits in den bebräischen Lehrbriefen von Toussaint-Langenscheidt der Fall ist. Hierdurch würde das richtige Lesen wesentlich erleichtert werden. Mit vorzüglicher Hochachtung J. M e i s e L Hiermit schließen wir diese Diskussion. (Red.) * Ansiedlimg von Akademikern und Kaufleuten Breslau, den 26. Oktober 1933. An die Redaktion der ״Jiid, Rundschau“ Berlin W 15. Der in ihrer Nummer vom 20. d. M. veröffentlichte Artikel von Herrn Ferdinand Steinfels hat den Nagel auf den Kopt getroffen und entspricht durchaus der Auflassung, die auch der Herzl-Club Breslau seit vielen Monaten vertritt. Es ist keineswegs so daß die lOOO-.L-Vcrmögen auch ein hinreichender Ausweis für zionistische Gesinnung sind._ Im Gegenteil: man wird eines Tages auch für unsere derzeitige zionistische Situation in Deutschland die Feststellung Treffen, daß ״der ärmste Sohn auch der getreueste war“. Es gibt unter den älteren deutschen Zionisten Männer, von denen jeder einzelne für den Jischuw mehr wert wäre als ein Dutzend 1000-£-Besitzer. Gerade von diesen wertvollen Zionisten aber können viele aus leidigem Geldmangel an der Alijati nicht teilnehmen. Alles, was Herr Steinfels über Zusammenfassung Minderbemittelter über Leihkapital von Institutionen, kurz über die Ansiedlung gerade der minderbemittelten Zionisten schreibt, ist richtig und wieder richtig. Nur in einem einzigen Punkte irrt der Verfasser leider, die praktische Tatkraft auf diesemi Gebiete entwickelt sich durchaus nicht schnell, sondern mit einer kaum mehr erträglichen Langsamkeit und Ergebnislosigkeit. Die Organisationen werfen sich die Anregungen gegenseitig zu wie Bälle, und es kommt bei dieser Taktik nicht das geringste Positive heraus. Hoffentlich wird diese Situation durch die Anregung des Herrn Steinfels und unser heutiges Schreiben endlich verbessert. Herzl-Club Breslau. * Berlin, den 25. Oktober 1933. Sehr geehrte Redaktion! Im Anschluß an die Mitteilung über das Büchlein ״qamaz gadol 6 qatan“ von Herrn M. wiesen gibt Herr Kornblüth in Nr. 85 der ״Jiid. Rundschau“ die Anregung, für qamar quatan ein besonderes Zeichen zu erfinden. Diese Anregung ist nicht ganz neu, denn gerade in diesem erwähnten Büchlein ist sie verwirklicht. Auch hat es schon W. Jabotinsky in seinem hebräischen Atlas (Leipzig- London 1926) getan. Allerdings wählte Jabotinsky ein etwas anderes Zeichen als Herr Wiesen. Dieses von Herrn Wiesen gewählte Zeichen hat aber den Vorteil, besonders leicht schreib■ und lesbar zu sein. Dieser ״Eingriff“ durch Herrn Wiesen verdient um so eher beachtet zu werden, da er kein Neuerer ist. Herr Wiesen, der Professor für hebr. Sprachlehre am hebr. Pädagogium in W'ien ist, ist ja vielen durch sein gründliches und systematisches Buch תורת הלשון (Wien 1923) wohlbekannt. Mit Zionsgruß Mordechaj Ehrenkranz. 4! Berlin, den 26. Oktober 1933. Sehr geehrte Redaktion! 111 seinem Briefe an die Redaktion der ״jüd. Rundschau“ streift H- Kornblüth die Frage der Kenntlichmachung des Bringt neues Leben in die Kieingetneinden! Suhl (Thür.), 28. Oktober 1933. An die Redaktion der ״Jird. Rundschau“ Berlin W 15. Ein Besuch in einer jüdischen Kleingemeinde ist niederdrückend, wenn man aus der großen Stadt kommt, aus einer Atmosphäre jüdisch-geistiger Regsamkeit. Es gibt nur noch wenig Juden liier; die jüdischen Zeitungen, in letzter Zeit vor allem die ״Rundschau“, bilden die einzige Verbindung mit der jüdischen Gesamtheit. Es ist eine dankbare Aufgabe für die hündische, jüdische Jugend, wenn sie hier Wissen und Leben vermittelt. Praktisch kann das so geschehen, daß auf Fahrten diese Orte berührt werden. Ein Liederabend, die Aufführung eines Theater- oder Musikstücks werden für lange Zeit 1״ Jas Ereignis“ in der Kleingemeinde sein. Noch besser sind vielleicht Kurse; die Möglichkeiten sind zahlreich! Hier (und bestimmt auch iu den anderen Gemeinden) würde man für Verpflegung sorgen und auch einen Teil der Fahrtkosten zahlen. (Beim Besuch mehrerer Orte würden sie bestimmt ersetzt werden können.) Vergeßt nicht die Juden in den kleinen Gemeinden! Hellmut Sander.

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