Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 87 (31.10.1933)
- Date
- 1933-10-31
- Page
- Seite 737 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nt. 87, 31. X, 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 735 Jüdischer Sport 35 Jahre Bar Kochba, Berlin Am 22. Oktober 1898 berief der damalige Student der Philosophie und jetzige Rabbiner Wilhelm Lewy eine Ver- •amrnlung zur Gründung eine* jüdischen Turnvereins. Zahlreiche Besucher, zumeist Studenten, folgten diesem Ruf und fanden sich in dem Vereinszimmer eines Bierlokals in der Rosenthaler Straße ein. Der Oedanke Max Nordaus, ״Wir müssen trachten, wieder ein Muskeljudentum zu schaffen“, sollte in die Tat umgesetzt und ein nationaljüdischer Tumverein ins Leben gerufen werden. Unter den Teilnehmern an dieser Versammlung befanden sich unter anderem Dr. Katz, Zirker, Jalowicz, Dr. Heinrich und Richard Loewe. Um die Tendenz des Vereins, der einstimmig den Namen ״Bar Kochba“ tragen sollte, entbrannte sogleich ein heißer Streit. Die Anhänger der Idee, einen neutralen jüdischen Turnverein zu gründen, befanden sich in der Minderheit, und so gelang es den Verfechtern der nationajiüdischen Tendenz, den Bar Kochba als BttionaljQdi*cb«1 Tumversin las Leben zu rufen, der alt Hauptaufgabe ״die Pflege da Tument und der nationaljüdisehen Oäinnun■» unter •einen Mitgliedern“ haben sollte. Die ersten Schwierigkeiten ergaben sich bei der Beschaffung der für einen Turnverein unentbehrlichen Turnhalle. Die Jüdische Oemeinde in Berlin, an die man sich zuerst wandte, verweigerte dem Verein die Halle Große Hamburger Straße, und erst nach vielen Schwierigkeiten gelang es, vom Berliner Magistrat eine kleine Halle in der Gipsstraße zu erhalten. Am 5. Dezember 1898 fand der erste Turnabend statt. Die Eröffnungsrede hielt der Vorsitzende Dr. Katz, die Leitung des technischen Betriebes hatte der Turnwart cand. med, Emil Hirsch Inne. Schnell vergrößerte sich die Mftgliederzahl des Vereins, so daß bald eine zweite Halle erforderlich wurde, die schließlich doch die Jüdische Oemeinde zur Verfügung stellte. Am 21. Januar 1900 trat der BaxKochba mit einem Schauturnen vor die Oeffcntlichkeit, einer Veranstaltung, die ihre einen großen Zuwachs an neuen Mitgliedern brachte. Irti Mai 1900 erschien dann die 1. Nummer der ״Jüdisehen Turnzeitung“. Zu dem Redaktionskomitee gehörten Zirker, Jalowicz und Richard Blum. Die nächste Zelt war der weiteren Ausgestaltung des Vereins gewidmet. Eine Frauenabteilung wurde gegründet, die sich bald stark vergrößerte. Einen Wendepunkt in der Geschichte des Bar Kochba brachte das Jahr 1903. Unter Leitung von Dr. Emst Tuch und durch intensive Arbeit von Georg Arndt stieg die Zahl der Mitglieder auf 700. Der Andrang in der Großen Hamburger Straße wurde derart, daß man 12 Riegen aufstellen mußte. Eine Besucherzahl von 180 Personen an einem Turnabend war keine Seltenheit Zum VIII. Zionistenkongreß ln Basel stellte der Bar Kochba dne Oruppe von 35 Turnezn, die an dem dortigen Schauturnen unter den Augen Theodor Herzls teilnahm. Im Anschluß an diese Veranstaltung wurde die Gründung der Jüdischen Turner- *enaft bachloaea und das Präsidium mit Berliner Bar Kochbanern besetzt. Die nächsten Jahre »tanden Im Zeichen einer fortlaufenden Konsolidierung. Die heranwachsende Jugend leistete sowohl auf turnerischem als auch auf sportlichem Gebiete Hervorragendes, und beteiligte sich regelmäßig an den aus Anlaß der Zionistenkongresae *tattfindenden Schauturnen. Der sich immer mehr *usbreitende Sportbetrieb, der da» Turnen in den Hintergrund drängte, verlangte die Schaffung eigener Sportplätze. Ende Mai 1914 konnte der Bar Kochha-Berlin seinen eigenen Sportplatz, an dessen Schaffung Carl S 0 - berskl wesentlichen Anteil hatte, in Benutzung nehmen. Der Weltkrieg legte die Arbeit des Bar Kochba vollkommen lahm. Viele der besten Mitglieder fielen im Felde. 60 Mitglieder gaben ihr Leben hin, 200 wurden zum Teil schwer verwundet. Die in Deutschland immer größer werdende Sportbeweung nach dem Kriege veranlaßte auch den Bar Kochba, •ein portprogramm zu erweitern, und nachdem man die Inflationsjahre mit Ihren Nöten überwunden hatte, war es im Jahre 1026 Julius Hirsch, der in Mariendort dem Bar Kochba einen neuen Sportplatz schuf. Leider machten die hohen Unterhaltungskosten eine Benutzung des Platzes aut die Dauer unmöglich. Inzwischen hatte Dr. Leiewer die Leitung des Bar Kochba übernommen. Er verstand es, dem Bar Kochba neue Freunde zu erwerben. Die großen sportlichen Erfolge des Bar Kochba in den letzten jshresi sind allgemein bekannt. Seine Siege hier aufzuzählen, ist daher überflüssig. Von den Gründern des Vereins sind leider nur noch wenige aktiv in der Bewegung tätig. Um so mehr verdienen diejenigen hervorgehoben zu werden, die heute mit demselben Interesse Im Bar Kochba arbeiten wie vor 35 Jahren, ln erster Reihe müssen wir hier Dr. Richard Blum erwähnen, der heute noch manchem Turn- und Sporttechniker im Bar Kochba beratend zur Seite steht. Auch die Zukunft wird dem Bar Kochba und den in ihm arbeitenden Menschen Aufgaben »teilen, die für die jüdische Gesamtheit von höchster Bedeutung sind. Ben Jehuda. Neugruppiernng im jüdischen Sport lieber 10 900 Mitglieder im DeatscbeB Makkabikrels Der Verband der Jüdischen Ju g en d vere Ine Deutschlands, der sich Uber ganz Deutschland erstreckt und 150 Vereine umfaßt hat ln diesen Tagen mit dem Präsidium da Deutschen Makkablkreise* eine Vereinbarung getroffen, nach der er seine Sportgruppen dem Deutschen Makkabikrels unterstellt. Der Deutsche Makkabikrcls übernimmt die Betreuung und Beratung dieser Sportgruppen zugleich mit Ihrer sportlichen Vertretung nach außen gegenüber den jüdischen und amtlichen Instanzen. In Ihrer Erziehungsarbeit bleiben sie autonom. Durch diesen Zusammenschluß, durch den die Mitgliederzahl der dem Deutschen Makkabikrels angeschlossenen Vereine 10 000 übersteigt, Ist man auf dem Wege zur Einheit des jüdischen Sports In Deutschland wieder einen Schritt weitergekommen. Sportfest des J. T. S. C. Bar Kochba-Hakoah. Der J. T. S. C. Bar Kochba-Hakoah Berlin veranstaltet am 5. Nov. au» dem Grunewaldsportplatz ein Sportfest, an welchem sich Bar Kochba Hamburg mit dreiv Hockeymannschaften, einer Handballmannschaft für Herren und einer Handballmann- Schaft für Damen beteiligt. Außerdem finden Fußballwettkämpfe statt, darunter als Hauptspiel Bar Kochba Leipzig gegen die erste Mannschaft da Bar Kochba-Hakoah Berlin. Die Kampfe beginnen bereits vormittags. Sportbrief aus Palästina Von Walter Frankl, Tel-Awiw. Die Sommerreise des palästinensischen Makkabikreises mit seinen Turnern, Leichtathleten, Fußballern und Schwimmern zu den Makkabi-Kampfspielen nach Prag hat für die Sportbewegung des Landes einen ungeahnten Erfolg gebracht. Nicht nur die sportlichen Erfolge, die die jungen Palästinenser in Prag und auch auf ihrer Reise in Bukarest errungen haben, gaben ihnen neuen Mut und Kraft, sondern vor allem das viele Neue — die herrlichen Sporteinrichtungen — die Reise mit ihren Erlebnissen wirkten im hohen Maße erzieherisch. So kann man es auf das Konto dieser Reise buchen, daß nunmehr in Pctach Tikwah eine Aschenbahn gebaut wird, daß man in Tel-Awiw bereits die zweite leichtathletische Sportanlage zu bauen begonnen hat und daß die ,,Bauern“ der Wein- und Orangenkolonie Rechoboth im Januar ihren ״Maslul“ (Aschenbahn) fertigstellen wollen. Am 10. Oktober fand ln Jerusalem das alljährliche Po H z eit portfest für Pallitlna und Trans- Jordanien unter Beisein sämtlicher Regierungsbehörden usw. statt. Das Programm, das mehr einem Zirkusprogramm, denn einem Sportfeste glich, bestand hauptsächlich aus Pierdeciressuren, ״Hohe Schule“, Zielschießen, Kamclattraktionen und dazwischen die unvermeidlichen Dudelsackpfeifer des schottischen Militärs. Doch war eine Nummer offen ausgeschrieben und dies war eine leichtathletische Disziplin: Olympische Staffel. — Es war eigentlich der grollte Erfolg der Makkabiathlcten, den sie bis heute im Lande errangen. Unter Teilnahme der besten Polizei- und englischen sowie schottischen Militär-Teams belegten die Makkabistaffefn den ersten, zweiten und dritten Platz und gewannen 12 wunderschöne Silberpokale, die ihnen der Polizei-Oberkominandant Spicer überreichte. Auch der Vertreter des Oberkornmissärs Sir Hall gratulierte dem Makkabi zu dieser Leistung. Der Frauen sport ist seit dem Abgang Ronnv Kolbaclis ziemlich verwaist. Die hiesigen Mädchen brauchen immer ein lebendiges Vorbild, um selbst mit notigem luteresse zu trainieren und um sich für die Wettkämpfe vorzubereiten. So kommt es, daß das diesjährige Flauen- Sportfest, das am 14. Oktober in Tel-Awiw stall fand, eigentlich einen kleinen Rückgang in den sportlichen I.eistungen gegenüber dem Vorjahre brachte. Auch die Beteiligung war etwas schwächer, und dies ist um so bedauerlicher, da wir ja vor der Frauenolympiade in London stehen und Palästina diesmal zum ersten Male das Recht der Teilnähme erwirkt hat. Die verhältnismäßig besten Leistungen wurden von der weiblichen Jugend bis inki. 15 Jahre erzielt: 60 m; Jaffa Cohen (Tel-Awiw) 8,4 Sek.; Weitsprung: Ziporah Chacham (Rechoboth) 4,11 m; Kugelstoßen (4 kg): Rachel Kiselov (Tel-Awiw) 7,05 m; Hochsprung: Dvorah Rosenbauin (Rechoboth) 1,27 m. Bei den offenen Frauenbewerben wurden nur in den Wurfdisziplinen durch Fredja Bercon (frühere Internationale Athletin Polens) annehmbare Resultate (Kugel!0 m und Dlsku# 30,12 m) erzielt, wihrem die anderen Leistungen mehr als schwach waren. Hoffentlich wird man bald eine Organisationskraft für unsere Mädchen finden, sonst würde all das, was Ronny Kolbach hier in mühevoller halbjähriger Arbeit erfolgreich aufgebaut hatte, langsam zugrunde gehen. Am 14. Oktober fand noch eine andere wichtige Sport- Veranstaltung in Tel-Awiw statt: Das Endspiel im Tennisturnier um den Disengoff ■ Pokal zwischen dem Kiub ״Menorah“ Tel-Awiw und dem Klub ״Rechawiah“ Jerusalem. Nach Interessanten Spielen, die sowohl Singla (Damen und Herren), wie Doubles und Mixeds umfaßten, siegte ״Menorah“ mit 4:3 Punkten. Es hatten sich einige hundert Zuschauer eingefunden, die spannende Kämpfe zu sehen bekamen, da mit verbissener Energie um jeden Ball gekämpft wurde. An diesem Pokalturnier nahmen außer den Beiden Finalisten noch die Klubs Makkabi (Tel-Awiw), Makkabi (Petach Tikwah), ״Moadon“ (Rischon le Zion) una ״Yehuda“ (Rechoboth) teil. Den Silberpokal stiftete der Bürgermeister der Stadt Tel-Awiw, Herr M. Disengoff. während am Abend dieses 14. Oktober noch ein großer ״M a k k a b i - B a 11“ stattfand, der ein schönes finanzielles Rcincrtrngnis brachte, womit man die neue Athletikanlage fertigstellen will, bereitete sich für den 15. Oktober eine große sportliche Veranstaltung vor — der Clou der Saison — der Stafettenlauf ״Quer durch Tel-Awiw“ oder — wie er in der Volkssprache heißt — der ״Kupferstcinlauf“. Zu Ehren eines jüdischen Polizisten und Sportlers Elimelech Kupferstein, der im Dienst tödlich verunglückte, wurde am 15, Oktober zum zweiten Male dieser Lauf »usgetragen. Schon um 3 Uhr nachmittag», fast zwei Stunden vor aera Start, stauten sich die Menschenmassen auf den Hauptstraßen. Um 4 Uhr nachmittags konnte man beim letzten Stabwechsel auf der Allenbystraße schon überhaupt keinen Platz mehr bekommen. Dort standen über zehntausend Menschen. Es Ist einfach unbeschreiblich, welche Verkehrsunterbrechung dieser Lauf verursachte. Die Wachleute hatten Verstärkung bekommen, außerdem versahen noch Pfadfinder, Feuerwehrleute und Makkabiordner den schwierigen Dienst. Der Straßenverkehr stand still. Hunderte von Automobilen, Wagen, Groß- und Kleinfuhrwerken ergaben sich zufrieden oder unzufrieden ln ihr Schicksal. Auf den Baikonen, auf den Dächern der Häuser, auf den Bäumen, auf Gittern und Latem«! hatten allzu Neugierige ein geeignetes Beobachtungsplätzchen gefunden und harrten geduldig stundenlang der Dinge, die da kommen würden. 12 Mannschaften stellten sich dem Starter vor dem Gebäude der Stadtverwaltung, und um Punkt 5 Uhr krachte der Schuß. Ein beflaggt» Auto mit den Presseberichterstatten! fuhr vor den ersten Läufern, Vorher hatte man noch einige uniformierte Motorradfahrer ausgeschickt, um die Strecke zu säubern und die Etappen zu kontrollieren. Nach den Läufern fuhren drei städtische Autobusse, um die Teilnehmer wieder einzusammeln und ein Auto der Rettungsambulanz, das glücklicherweise keinen Grund zum Einschreiten fand. Beim ersten Wechsel lag der Verein ״Betar“ (Tel-Awiw) noch an der Spitze. Er hatte in dem ehemaligen Berliner Barkochbaner Hans Eger einen vorzüglichen Vieihundertm et ermann. Aber schon Sam Steinberg, der zweite Mann des Makkabi (Tel-Awiw), brachte seinem Verein die Führung, die dieser bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte. Es wurde sehr heiß gekämpft und dem Makkabi (Tel-Awiw) gelang sein Sieg gegen die aufstrebenden Mannschaften von Makkabi (Rechoboth) und Makkabi (Petach Tikwah) nur ganz knapp mit 2 Sekunden Vorsnrung. In der Gruppe der Vereine, die Leichtathletik als Nebensport betreiben, siegte der ״Betar“ (Tel-Awiw) und in der Jugendgmppe siegte die Pfadflndergruppt »u* Petach Tikwah (Makkabi-nazair). Der Vertretet aer. Stadivctwal■ tung verteilte die vier Pokale und Diplome sofort nach dem Einlaut a!1 die einzelnen Gruppensieger. Markante Figuren der europäischen Sportbewegung beteiligten sich an diesem Laufe. Kurz, der bekannte Berliner Sprinter, lief in der Siegerstaffe] von Tel-Awiw, der bekannte ehemalige Wiener Hakoahner Klein startete für Makkabi (Petach Tikwah), in dessen Staffel auch der bekannte Wiener Meisterschwimmer Fred! üuth lief, der Berliner Rosenthal und der im Baltikum bekannte Sigi Rosenberg starteten für Makkabi (Rechoboth); der weit über die Grenzen Europas der gesamten Sportwelt bekannte finnische Olympionike Eli Katz war einer der wichtigsten Etappenleiter des Rennens. Für die Zugkraft dieser Veranstaltung spricht auch die Teilnähme einer Mannschaft des AJakkabi (Haifa), die eigens die Reise nach Tel-Awiw unternahm und auf zwei Arbcitstage verzichtete, um an diesem Rennen teilnehmen zu können. Die Regenzeit hat noch nicht recht begonnen, und der sportliche Betrieb ist noch in vollstem Gange, ln einigen Wochen wird die Meisterschaft im Zehnkampf stattfinden. Man hofft, daß e* diesmal dem Sieger bestimmt gelingen wird, über 5000 Punkte zu erzielen. Auch eint Mriaterschaft Im Steeplechase (Hindernisrennen mit Wassergraben) wird es geben, dann wird man sich nach eineT kleinen Winterpanse langsam für die nächste Saison vorbereiten. Die leichtaihleasehen L ä n 11 c r k a m p ( e gegen Aegypten. Syrien, Libanon und gegen die Türkei sind bereits Diskussioiispnnkte der Tagesordnung auf den Verbandssitzüngen und werden demnächst ׳Konkretisiert werden, aller auch die Beschickung 1 oihIums, die Landesmeisterschäften und die allmählichen Vorbereitungen zur zweiten Makkabiah werden viel Arbeit geben. — hi einem Monat wird auch die Saison für Fußball, Hockey und Handball voll im Gange sein. Die Makkabi-Vercine haben aus Deutschland und dem übrigen Europa Verstärkungen erhallen. Wassersportfest in Haifa Haifa, 22. Oktober. (J.T. A.) ln Haifa fand ׳ci11 vom jüdischen Sportklub ״H a p o e 1“ veranstaltetes Wasser- Sportfest statt, an das sich der Stapellauf eines den Namen Ctiaim Arlosoroff tragenden Motorboots schloß. Die Wellenbrecher und Molen im Hafen von Haifa, in dem die Konkurrenzen abgehalten wurden, waren von einer vieltau sendköpfigen Zuschauermenge dicht besetzt. Die Spielsaison beginnt Nachdem die Leichtathletiksaison beendet ist, die Läuter die Aschenbahn mit den Waldwegen vertauscht haben, beginnt jetzt die Spielsaison. Für den jüdischen Sport ist diese weit wichtiger. Nicht nur vom allgemeinen Standpunkt da Mannschaftssportes, der ja weit erzieheriacher wirkt als der Einzeikarnpf, sondern im besonderen durch die Situation, in der sich die jüdischen Vereine durch den Ausschluß aus den Sportverbänden befinden. Während es im Sommer für die Leichtathleten wenig Kampfmöglichkeiterl gab, kann man bei den Spieimannschaften das Kräfteverhäitnis so verteilen, daß man eine größere Anzahl gleichwertier Mannschaften schafft, die dann genügend Kampfmöglicheit haben. Erfreulich ist, daß die Vereine aus eigener Initiative einen gemeinsamen Runde 11 spielbetrieb organisiert haben. Es wurde für jede Spielart (Fußball, Handball, Hockey) ein Spielausschuß eingesetzt, der für die technische Durchführung der Spiele zu sorgen hat. Die Fußballer haben bereits mit ihren Rundenspielen begorinen. Dabei zeigte es sich, daß der Spielaussehuß bei der Aufteilung der Mannschaften eine glückliche Hand hatte, denn a gab trotz der Ueberlegenheit der ,Mannschaften des Bar Kochba-Hakoah durchaus interessante Spiele. Das Stärke- Verhältnis der Vereine ist so, daß der Bar Kochba in allen Spielarten die weitaus größte Anzahl der Spieimannschaften stellt. An den Fuß b a llrundenspielen beteiligt er sich mit 14 Mannschaften, davon. 7 der (ugendahteilung. Demgegenüber steht der Verein ehemaliger Schüler, der sich kürzlich dem Deutschen Makkabikreis anschloß, mit 5 Männer-Mannschafterr und 3 Jugendmannschaften, sowie die Rerliner Sportgemeinschaft 1933 mit insgesamt 8 Mannschaften. Dem!TSC. 05 gelang es bisher noch nicht, eine Mannschaft zusammen zustellen, mit der er sich bei den Spielen beteiligen konnte. Genau wie im Fußball stellt auch der Bar Kochba- Hakoah im Handball die weitaus größte Anzahl der Mannschäften. Neben 8 Männermannschaften werden 4 Damen-, 3 Jugend- und 2 Knabenmannschaften den Spielbetrieb aufnenmen. Out gerüstet ist hier auch der ITSC. 05, der 5 Mannermannschaften, 3 Frauen- und 2 Jugendmannschaften auf die Beine bringt. Weiterhin beteiligen sich noch die Jiklisehen Rudervereine, sowie die Berliner Sportgemeinschaft 1933 mit mehreren Mannschaften an den Rundenspielen. Auch im Hockey zeigt »ich die Ueberlegenheit des Bar Kochba- Hakoah. Während hier der ITSC. 05 eine Männer- und eine Damenmannschaft stell(, bringt es der B.K. auf insgesamt 6 Mannschaften. Es ist erstaunlich, wie es dcm_Bnr Kochba- Hakoah gelungen ist, trotz der schwierigen Situation sein sportliches Niveau zu halten und seine Breitenarbeit erfolg- Teich zu *teigem. Bereit» am nächsten Sonntag wird die Handball- und Hockeysaison durch ein großes Sportfest unter Beteiligung von Hamburger und Leipziger Marinschaften eröffnet. Vom 19. November an werden dann jeden Sonntag die vom Spielausschuß angesetzten Spiele stattfinden. Sportfest des R. J. F. In Berlin Art Sonntag, dem 29. Oktober, veranstaltete der Reichsbund Jüdischer Frontsoldaten ein Sportfest auf dem Sportplatz der Jüdischen Oemeinde im Grunewald. Leider fanden sich nur wenige Zuschauer ein. Im Handball standen sich J. T. S.C. 05 und die Sportgruppe ״Schild“ des Reichsbundes Jüdischer Frontsoldaten Hamburg gegenüber. Die Hamburger waren für die Berliner kein Oegner, die mühelos ein 10:0-Resultat erzielten. In den Fußballspielen waren die Hamburger etwas erfolgreicher, da es ihnen gelang, in einem Spiel gegen die 1. Mannschaft der Berliner Sportgemeinschaft 1933 ein Unentschieden (2:2) zu erzielen. Die zweite Mannschaft der Hamburger unterlag gegen die zweite der Berliner Sportgemeinschaft 1933 mit 3:1. Vervollständigt wurde das Programm durch Vorführungen der Jiu Jitsu- Gruppe des Reichsbund« Jüdischer Frontsoldaten.