Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 86 (27.10.1933)
- Date
- 1933-10-27
- Page
- Seite 722 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 720 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 86, 27. X. 1933 Geistige Palästina «Vorbereitung Das massenhafte E i n s t r ö in e 11 neuer, bisher nichtzionistischer jüdischer Jugend in unsere Jug e n d b ü 11 d e, namentlich den ״Hechaluz“, stellt diese vor zahlreiche, oft sehr komplizierte Probleme. Es muß gleich gesagt werden, dal! die meisten dieser Neulinge Menschen sind, die es mit ihrer meist erst jungen zionistischen Ent- Scheidung sehr ernst meinen. Heber Nacht gleichsam ist ihnen die Judenfrage und die zionistische Lösung aufgegangen, und sie sind entschlossen, auf jeden Fall ihr Schicksal mit Erez Israel zu verbinden, denn, wie einer von ihnen mir sagte, ״man gellt nicht von einem üoltis in ein anderes Goius“. De!1 Weg, den der Zionismus während der letzten Jahrzehnte gegangen ist, die Wirklichkeit Palästinas, die er geformt hat, dies alles muß diesen neuen Menschen vermittelt werden. Das ist heute das Hauplproblem der zionistischen Jugenderziehung in Deutschland. Hier rächen sich bitter Unterlassungssünden unserer zionistischen Propaganda in der Vorgangen heit. Die Menschen!»allen oft die groteskesten und abenteuerlichsten Vorstellungen von Palästina, die primilivsten Begriffe sind ihnen fremd, und es bedarf mühsamer Erziehungsarbeit, um sie einigermaßen in dieser Hinsicht aur Palästina vorzubereiten. Diese Arbeit stößt allerdings heute auf keinen Widerstand. Die ,Menschen sind sehr empfänglich für das, was wir ihnen zu sagen haben, sie besuchen alle Veranstaltungen, in denen sie etwas lernen, wo sie etwas über Palästina und andere jüdische Dinge erfahren können. Sie wollen Tat- Sachen wissen, das was geschieht, ״Palästina, wie es wirklicii ist“, ln den jugendbünden hat durch die heute viel engere Vcrkniiplung mit ^Palästina diese Einstellung auch aut die ״Alten“ übergegriffen. Wir können diese Tatsache, (Sw•-!: IVndenz zur ״Sachlichkeit“ durchaus positiv werten. Wir mu-sen nur leider feststellen, daß manchmal die Ansicht ' ׳■!'treten wird, diese Tatsachenverinittlung sei heute allein a!:־•sciilaggebeiid für die zionistische Erziehung. Hier liegt ein Irrtum: so verkehrt eine ideologische Schulung allein ohne die enge Verknüpfung mit Palästina ist, ebenso falsch 1't es, sich mit Talsachenbericluen unter Verzicht am ideo- 1»fische Schulung begnügen zu wollen. Es ist auf keine W eise cinzusehen, warum die heutige Zeit, die gerade die jungen Menschen für zionistische Erkenntnisse viel aufgeschlossener gemacht hat, aut einmal die Methoden g e d i e g euer zionistischer S c 11 u 111 n g, wie sie bisher in Jen Jugcndbimdcn für richtig gehalten wurden, entbehrheh machen sollte. Für die Bewährung in Erez-Israel ist sie genau so unentbehrlich wie früher. Denn wir erleben es heute tagtäglich, wie Menschen, die eine gute zionistische Schulung durcfigernacht haben, sich im Lande viel leichter ein ordnen können als die anderen. Wenn wir nicht mit intensiver und systematischer zionistischer Schulungsarbeit einsetzen, reißt uns der Strom mit fort, statt daß wir ihn beherrschen. Manche geben sich auch unter dem Drang der Zeit der Illusion hin, man könne die ganze notwendige Erziehungsarbeit heute_,,leichter“ abmachen als früher. Gründliche Schulung und eingehende Kenntnisse seien nicht so notwendig, denn ״die Dinge ändern sich ja doch dauernd in Palästina“, und ״das Wichtigste lernt man ja drüben“. Auch Hebräisch ״lernt man ja drüben schneller und einfacher als hier“. Go sehr die Eile nt verstehen ist, so ist es jeder logischen Einsicht unverständlich, weshalb eine geistige Vo.rbe - reitung heute auf einmal weniger wichtig sein sollte als früher: Gewiß: viele Ansichten, die man von hier nach Palästina hinüberbringt, halten der dortigen Wirklichkeit nicht stand, im Hebräischen kann man sich drüben besser vervollkonininen als hier — aber man muß eine gute Grundlage haben. Es ist auch unerfindlich, warum Hebräisch, das immer eine schwierige und mir unter großen Opfern an Zeit und Energie erlernbare Sprache gewesen ist, auf einmal seit 1933 ,.schnell gelernt“ werden kann. Man kann doch den technischen Komfort, den Palästina heute besitzt, nicht einfach auf die geistige Vorbereitung übertragen! l-’dn Mißverständnis! Wir müssen durchaus daran inferessiert sein, in möglichst rascher Zeit einer größtmöglichen Anzahl arbeits fähiger und - w i 11 i g e r junger_Juden zur AI i j a h zu verhelfen. Es müssen also die größten Anstrengungen gemacht werden, die ,,Haehsdiarah ruchaniih“, die geistige Vorbereitung, die bis jetzt gemächlich neben der beruflichen einherging, zu intensivieren. Das gleiche Pensum muß sozusagen in kürzerer Zeit erledigt werden. Gerade die ,,Neuen“ meinen oft, Hebräisch, zionistische Schulung usw. sei bloß ein Dekorationsstuck, ohne das es schließlich zur Not auch ginge. ״Man kommt drei ben schon irgendwie durch“. Das ist falsch. ״Man‘‘ kommt bekanntermaßen nicht durch. Die größte Schwierigkeit besieht darin, daß in den letzten Atonalen unsere Jugendbünde in geradezu erschreckender Meise an Führern und. Erziehern verarmt sind. Die meisten sind aufs Land zur Ausbildung oder nach Erez-Israel gefahren. Dieser 1׳ u 11 r c r m a n!; e I hat auch die völlige Ausnutzung der heute so großen Werbemöglichkeiten sehr gehemmt. —— . . Vielleicht kann uns aber hier schon Erez-Israel helfen: In diesen Wochen schickt uns Palästina eine Anzahl junger Hebräisch-Lehrer, die gleichzeitig in den Jugendbünden mitarbeiten werden. Wir versprechen lins sehr viel von ihrer Arbeit für die Hebraisierung und zionistische Schulung in unseren Gruppen. Ihr Wirken ist uns heute willkommener und notwendiger als je. Zugleich ist es uns ein verheißungsvolles Zeichen, daß Erez-Israel schon heute ein Zentrum jüdischen Lebens ist, dessen Kräfte bereils in die Golah ausstrahlen. Dr. Karl Guggenheint, Frankfurt a. M. Brith Chaluzim Dathiim (Bund religiöser Chaluzim) Auch innerhalb des religiösen Lagers sind in den letzten Monaten entscheidende Wandlungen vor sich gegangen. Gerade diejenigen Kreise, die am meisten an den geistigen Wert und die politische Festigkeit ihrer Position in Deutschland geglaubt haben, sind am tiefsten von der Krise erschultert worden. Die Hachscharah ist auch hier das allgemeine Ziel der Jugend geworden. Dadurch hat sich die Stellung des Brith Chaluzim Dathiim grundlegend geändert. Er stellt nicht mehr eine Gruppe von Menschen Jüdische Jugenderziehung — die Forderung der Stundet Rabbiner Dr. Emil Cohn spricht Mittwoch« den t. XI.! 201/* Uhr im Grollett Seal des Cafe Leon« Lchniner Fiats Berliner Zionistische Vereinigung Bcrirksgrupp« Leho»o*r Flat?. dar, die in einem kleineren Kreise ihre besonderen Ideale verwirklichen wollen, sondern hat sich verantwortlich zu fühlen für die allgemeine religiöse Jugend, die heute bereit ist, die Ideen der religiösen Chaluziuth in der neuen Genteirischalt in Erez Israel zu verwirklichen. Heute besteht in Erez Israel die große Gefahr, daB soziale Gruppen sich herausbilden, die wenig Gemeinsames haben. Bisher gab es in der Arbeiterschaft nur wenige religiöse Elemente. Die Forderungen der Thora wurden meist vom Bürgertum vertreten, daher droht der soziale Gegensatz zugleich zu einem kulturell-relii ös en zu w׳ erde ת, indem die Gegnerschaft gegen das ürgertum zugleich eine Gegnerschaft gegen die Thora bedeutet. Wir wissen, daß die arbeitenden Elemente das Gesicht des zukünftigen Erez Israel bestimmen werden. Die Gestaltunp der neuen jüdischen Gemeinschaft in Erez Israel wird daher mit davon abhängen, welche Bedeutung die religiöse Arbeiterschaft dabei spielen wird. Die allgemeine Arbeiter- Schaft hat die lebensmäßige Beziehung zu den Werten und zu dem Inhalt der jüdischen Geschichte weitgehend verloren, während das Bürgertum nicht die Grundlage für die in Erez Israel notwendige soziale und politische Neugcstalfung bilden kann. Nicht durch Proteste gegen ein nichtreligiöses arbeitendes Palästina werden wir unseren Zielen näher kommen, sondern indem wir eigene Gruppen im Lande schaffen, in denen wir unsere Forderungen, unser jüdisch« Ideal der Verbindung von t.elire'und׳ Arbeit verwirkliehen. Wir wollen alle die Menschen um uns safnmeln, 'die neben der Anerkennung der Thora für sich persönlich bereit sind, in einem arbeitenden Leben die heutigen politischen und sozialen Fragen als wesentliche Fragen ihrer jüdischen Lebcnsgestaltung zu begreifen. Weil die Thora unser ganzes Leben erfassen soll, haben wir, wenn wir im Begriffe sind, eine neue Gesellschaft aufzubauen, gerade diese Fragen ernst zu nehmen und eindeutig zu ihnen durch die Nutzbarmachung der jüdischen Werfe Stellung zu nehmen. Durch diese arbeitenden Gemeinscliaftsgruppen im Lande werden wir allein imstande sein, aut den ganzen Jischuw und besonders auf die Arbeiferschaft richtunggebend zu wirken. Land, Volk und die produktive Arbeit bedeuten auch für uns die wesentlichen Elemente unserer Lebensgestaltur.g, niemals aber die letzten Werte. Sie werden erst' dann für uns sinnvoll, wenn wir sie in den Dienst unserer geschichtlich-religiösen Aufgabe stellen. Ihre Berechtigung hängt von unserer Bereitschaft ab, die geschichtliche Bestimmung des jüdischen Volkes in unserem Leben zu verwirklichen. Wir wollen daher den zunächst aus der Alltagsnot geborenen Zionismus jüdisch-geschichtlich verwurzeln und ihn mit unserer persönlich-jüdischen Sinnfrage erlüllen. Die ganze jüdische Vergangenheit soll uns in Wissens- und lebensmäßiger Beziehung zu eigen werden, damit wir die Möglichkeit erhalten, ihre Werte in den Mittelpunkt unseres Lebens zu stellen. Der Brith Chaluzim Dathiim stellt also die Organisation der religiösen Chaluzim dar, die in diesem Sinne deren beruf liehe und geistige Ausbildung und die Einwanderung nach Erez. Israel durchführt. Dai Fest der Kinder Feiertage In Giwath Brenner Die nachstehende Schilderung geht uns von einer aus Deutschland stammenden Chaluzah zu, die in Cüvath Brenner hei Hechowoth, einem der wichtigsten Konzentrationspunkte der Arbeiter-Einwanderung aus den Reihen des deutschen lleci.u'.uz, lebt. (Red.) So lächerlich wenig Zeit und innere Ruhe wie in den letzten Wochen habe ich wirklich schon lange nicht gehabt. Vorbereitung von Festen im Kinderhaus erfordert immer die ganze Kraft der Menschen. Wir versuchten, unseren Kindern, die ja noch klein sind — der Durchschnitt ist 4—6 Jahre alt — einen lebensvollen Begriff vom jüdischen Fest zu geben, von Rösch Haschanah, von Sukkoth. Jom II a k i p p n r i in ihnen zu vermitteln oder nahe zu bringen, ist uns nicht gelungen, der Inhalt ist zu abstrakt, zu schwer zu versinnbildlichen. Ich muß gestehen, daß es mir zuerst auch fast unmöglich erschien, dem Rosch-Haschanah eine lebendige Form zu geben, zu sehr war dieses Fest uns noch verbunden mit dem altgewohnten Inhalt, der uns nicht nah und wann genug berührt. Aber diesmal habe ich etwas gespürt: wie Festtage und ihre Inhalte nicht geschaffen weiden durch Grübeleien und Ueberlegungen vom ״grünen Tisch“ aus, sondern geschaffen werden aus der Unmittelbarkeit des Lebens, Was ist unser Leben hier? Ein Leben der Arbeit, der Arbeit am Land, verbunden wie das Leben aller Ackerbauern dem Lauf des Jahres, der Gestirne, der Tageszeiten. Und so entsteht ganz von selbst der neue Sinn des Jahresbeginns. Die wichtigste Zeit des Jahres beginnt, die Regenzeit, die Früchte der Orangengärten gehen ihrer Reife entgegen, die Getreidernte ist geborgen. Die Menschen der Wirtschaft stehen vor der Summierung ihrer Jahresarbeit, die grundlegenden Jahres- Versammlungen über jeden Wirtschaftszweig beginnen, Pläne für das neue Jahr werden gemacht. Ein vertieftes Lebensgefuhl, Gefühl der Folgerichtigkeit, der Planmäßigkeit, der Verantwortlichkeit lebt in der Gemeinschaft, Die Schulkinder summierten, was sie im Lauf des letzten Jahres gelernt haben; stellten auch Pläne für das kommende Jahr auf und bereiteten außerdem eine schön gelungene Ausstellung vor: Was gibt es in Giwath Brenner? In Zeichnung, Berichten und einfachen Statistiken erzählten sie von den einzelnen Werkstätten, Wirtschaftszweigen und unsereu sonstigen Einrichtungen. Mit meinen kleinen 3—5jährigen strengte ich mich herzlich an, ihnen — die noch schwer zwischen gestern und morgen unterscheiden, denen alle Vergangenheit ״gestern“ bedeutet — einen Begriff zu geben von dem, was ״Jahr“, ״vergangenes Jahr“, ״neues Jahr“, ״Jahresbeginn“ bedeuten. Es ist uns ganz schön gelungen. Mit dem vergangenen Jahr verbanden wir Sommer, Hitze, Barfußgehen, Disteln usw. — mit dem kommenden Jahr Kegen, Apfelsinen, neue Häuser, neue Zelte, Blumen auf der! Feldem, neue Schabbatkleider u. a. Und nach diesen sehr frohen und zukunftsgerichteten, erwartungsvollen Unterhaltungen schufen wir in drei Tagen gemeinsam einen schönen Fries: Was gibt es im neuen Jahr in Giwath Brenner? Und mit Begeisterung schnitten sie aus: fruchtschwere Orangenbäume, Blumcnwiesen, Regenwolken, neue Häuser mit wehenden Fahnen, Zelte für die vielen Chaluzim die herkommen werden. Dieses Bild war die Hauptattraktion unseres wunderschönen, festlich geschmückten Rosch-Haschanahzimmers, und jetzt hängt es in unserer Sukkahj die Kinder leben in diesen Tagen wirklich 1m Gedankenkreis von etwas Neuem, einer Wende, einer Umgestaltung. Dazu ist tatsächlich schon der erste, von den Kindern jubelnd begrüßte, vön uns noch recht verwünschte Regen gefallen. Es gab die ersten Grape-frults und Granatäpfel zu essen, und schon fanden wir zwischen Nr. 1 Der Brith Chaluzim hat etwa 800 Mitglieder in allen Teilen Deutschlands. Für die landwirtschaftliche Ausbildung j kommt in Deutschland außer einer Reih« von Einzelstelkn und kleineren Zentren das Lehrgut Geriugshof (Rodges) in Betracht. Der Geringshof umfaßt etwa 240 Morgen. Die Chawerim — augenblicklich 35 — werden dort in allen Zwei- | gen der Landwirtschaft sowie in Gärtnerei und Hauswirtschaft ausgebildet. Außerdem existiert eine Reihe von Ausbildungs- Zentren außerhalb Deutschlands in Holland, Frankreich und der Tschechoslowakei, ln allen Gruppen wird natürlich großes CicwHht auf die geistig-jüdisch« Fortbildung gelegt, die im wesentlichen in der Beschäftigung mit dem üidisch-traditionellen Schrifttum, der Erlernung der hebräischen!spräche und der Palästinakunde besteht. Auch der Besuch einer Jeschiwah spielt eine große Rolle in unserer kulturellen Arbeit, da er unseren Chawerim durch eine zeit• weise Konzentration auf das jüdisch-traditionelle Schrifttum ein festes Fundament für ihre spätere geistige Fortbildung neben der Berufsarbeit gibt. Der Brith Chaluzim Dathiim befrachtet sich als die Nachwuclisbewegung des Hapoel Haniisrachi, der Gr• ganisation der religiösen Arbeiter in Palästina. Seine Menschen organisieren sich in Kibuzzim, von denen der KiJ)buz Rodges, der etwa 90 Mitglieder umfaßt, die größte Gruppe darstellt. Da wir an den Aufbau Erez Israels mit einem uns eigenen Ideale herangehen, und unsere religiöse Arbeit nicht eine vom Alltag gesonderte Sphäre umfaßt, sondern den ganzen Menschen fordert, können wir nicht der Histadruth angehören. Nur dann werden wir fruchtbringende Arbeit leisten und zugleich richtunggebend auf andere wirken, wenn wir in unseren eigenen Gruppen eine Atmosphäre schatten, die von dem Willen um die Erfüllung der Thora in einer arbeitenden Gemeinschaft beherrscht wird. Daneben aber legen wir größtes Gewicht auf ein freundschaftliches Verhältnis zum Hechaltiz und zur Histadruth in Erez Israel. Wir halten es aber für eine unbedingte Pflicht all derer, denen es als arbeitende Menschen wirklich ernst um die Erfüllung der Thora ist, und die nur in diesem Sinne den Aufbau Erez Israels erstreben, dem Brith Chaluzim Dathiim beizutreten. Nur durch die organisierte Macht der thoratreuen Jugend kann unser Ziel erreicht werden. Erich Rosenblüth, Vom 11.—15. Oktober fand die diesjährige Pegischah des Brith Chaluzim Dathiim in Leipzig statt. Die neue Sifuation, vor die der Bund durch die äußeren Ereignisse gestellt worden war und die eine vollkommen« Neugestaltung der Arbeit mit sich gebracht hatten, bestimmten die der Pegischah gestellten Fragen. Eine besondere Note kam noch dadurch hinein, daß gleichzeitig die Fragen der religiösen jtigendbtinde auf der Tagesordnung standen. Die Pegischah wurde am 11. abends mit einem geselligen Zusammensein der Teilnehmer eröffnet. Am Donnerstag wurde dann die eigentliche Tagesordnung mit einem Referat von M. Unna über die Situation in Erez Israel eröffnet. In einem zweiten Referat behandelte Dr. Goldman-Bom- Br tag, de Loge, ״Zeitwi Prinz liehe t Mltglie Bei Logens Bekenn Juden von R Publiki und er von ü wohnte bietunf um d! Ziele : Literat Bemüh hebräii Bibel-i dischei Ein n sich rr einen ein N: einem getret! Kultur Abend feiert B< Teebe Räuin1 hörige Nach des 1 Mitgli Herr chastt einem Herr Teepä ein S| Talen Liede gelun; gedar Freita S abenc Rabbi bach die Situation des Arbeiters in Erez Israel, die sich aus den dortigen Verhältnissen ergibt. Im Referat und in der Diskussion wurde dann auch auf die Beziehungen der Histadruth und des Hapoel Hamisrachi eingegangen. Das Referat von E. Rosenblüth behandelte die Erziehungsgrundlagcn sowohl für den Brith Chaluzim Dathiim als auch für die Jugendbtlnde. Es wurde darin die Erziehung zur Persönlich- Keit und zur Gemeinschaft als Erziehungsziel aufgezeigt, das aut dem Wege der religiösen Erziehung des Einzelnen zu erreichen ist, der sich in der Gemeinschaft zu bewähren hat. Die Erziehung zur Volksgemeinschaft hat zunächst auf dem Wege über Kultur und Geschichte zu erfolgen. Bei der Behaiidlung der Frage der Neuorganisierung der Jugend, bei der es sich im wesentlichen um den Zusammenschluß der bisher im Brith Hanoar und Zeire Misrachi einerseits und dem Erez Israel-Kreis des Esra andererseits organisierten Jugend und deren Angliederung an den Brith Chaluz.im Dathiim handelte, wurde nach Klärung der grundlegenden Fragen durch Eugen Michaelis und lsmar J e r emias der Zusammen- Schluß vollzogen. Der Bericht über die Arbeit im vergangenen Jahre zeigte die Entwicklung des Bundes von einer kleinen Gruppevon 120 Menschen zu einem Bund, der heute fast 800 Mitglieder zählt und gab ein Bild von den außerordentlichen Schwierigkeiten, unter denen die Arbeit vor sich gegangen ist. Schließlich wurden in dem Schlußreterat die Richtlinien der kommenden Arbeit festgelegt. Um alle Arbeiten durchführen zu können, soll ein Führerseminar geschaffen werden, in welchem die zur verantwortlichen Mitarbeit geeigneten Menschen herangebildet werden, und die Blätter des Brith Chaluzim Dathiim sollen ausgebaut, _ «ine Propaganela-Broschüre soll geschaffen werden. Schließlich soll ein hebräisches Lesebuch über die Geschichte der Bewegung und ihre Bedentung zusammengestellt werden. Die Pegischah hob noch einmal hervor, daß sie eine Aufgabe des Brith Chaluzim Dathiim darin sieht, zur Kibbuzioth, zur Arbeit auf dem Lande, zu erziehen und daß sie als seltstverständlich ansieht, daß der Platz unserer Menschen auf dem Lande und nicht in der Stadt ist. trockenen Disteln die ersten wilden zarten Blumen. — So gingen die Kinder Sukkoth mit heller Freude entgegen, über Mittag schmückten wir mit den großen Kindern ge־ meinsam unser ganzes Haus mit grünen Zweigen und Blumen und vielen leuchtenden Früchten und neuen Bildern. Gegen Abend, als schon Feiertagsstimmung im Lager herrschte, fuhren wir mit allen Kindern im Wagen durch ganz Giwath Brenner und sangen in jedes Zelt, jede Baracke, in jede Werkstatt, in die Kiiche, überall hin — unseren Gruß: לעניו טובה לגבזח ברבר• So brachten wir überall hin Feiertags■ Stimmung. Und dann haben alle Kinder zusammen gegessen an einer langen Tafel. Dazu gab es Musik und viele Gäste und nur gute Sachen zu essen, so daß es sehr schön war• Mehr konnten wir nicht tun, denn unsere kleine Gesellschaft ist noch jung, mehr kann man von ihnen nicht fordern, mehr darf man ihnen noch nicht bieten. Aber eins scheint mir klar zu sein : Daß nur durch die Ki nd e r, d.h. durch die neue,dem Land und dem Volk verbundene Generation unser Leben hier mit neuer — oder alter — Kultur erfüllt werden wird. In den hier geborenen Kindern, die dem Judentum und dem jüdischen Volk so nah und vertraut sind, werden viele kulturschöpferische Kräfte wohnen. In jedem gesunden Volk entstand Kultur und Tradition auf dem Land, bea den naturnahen Mensehen, und so wird es auch hier sein. Sukkoth war schön und gelungen. Unsere SukkjJ! ist eine grüne luftige Hütte, Dach und winde behängen mit Zypressenzweigen, Oliven, Eukalyptus, Palmen (Lulow), Mais, innen hängen viele Früchte, Ketten, lustige Zeichnungen, Die Kinder haben ihre helle Freude an ihr, sitzen stundenlang mit dem größten Vergnügen darin, und auch die Erwachsenen freuen sich an ihr, und es gibt etliche, die sie etwas verschämt, aber freudig mitbenutzen.... Ch. M. t große Heu Vortt Enzo Arbei marie Herr für J und I disch grup! Heilt Leo heuti ihner auch (Dür Sieg! halte hand hat Nein umsi gibt Beie: zioni Erfo Orts nehr Ahe älter tisch haus läufi Arb! rene krei! akti' sich Vor! mit aucl der Voll 6-E f"! muf kon aus! Puh Wir eine Nat zvvc Bai gell stal glit