Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 86 (27.10.1933)
- Date
- 1933-10-27
- Page
- Seite 710 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2651273-2653725-2653809--24275-2687216- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Haifa 1× ep/1047930
OCR text
Seite 708 modische Rundschau Nr. 86, CT. X. 1933 Nr. nebeneinander Nachlath Jdradah, Risch on Lezion, Neas-Zioaah und Rechowoth. Zwei große Häuser überragen die Gegend, das eine bald hinter der große« Chaussee, das zweite hinter Nesa*Zi«nah. Jedes liegt au! einer Höhe und maefrt einen stattlichen und behaglichen Eindruck mit den flachen Dichern, riesigen Veranden und langen Fensterreihen. Ich höre zu meiner lieberrasrhnng, daß cs arabische Häuser sind. Vermögende Grundbesitzer haben sich hier moderne Gebäude errichten lassen, mitten oder in der Nähe ihrer Pflanzungen. Der eine hat sich einen der bekannten jüdischen Architekten dazu geholt, der zweite hat sich von Juden eine Pflanzung nach modernstem Muster an legen lassen. Es müßte interessant sein, zu erkunden, wie diese Häuser innen ausschen. Was man freilich in Ness-Zionah am Wege sieht, ist etwas ganz anderes. Es erscheint wie eine neue und fremde Welt. An der Straße ist eine ganze Reihe arabischer kleiner Läden, ln einem gibts Gemüse und Früchte, im zweiten hängen an Haken die geschlachteten Schafe, im dritten, das als Cafd* eingerichtet ist, mit kleinen Stühlchen vor dem Eingang, heult ein uraltes Grammophon geradezu jämmerlich in den sinkenden Abend. Und dahinter Hütten aus Stroh, Lehm und Mist zusammengeflickt, Zelte, runde Lehmkugeln, die, wie man mir *agt rum Brot backen dienen. Hier wohnt eia Teil der urabrichm Arbeiter tob Ness-Zionah; sie haben sich eine Art vo!» eigenem Dorf eingerichtet ttnd leben wie sie es gewohnt sind, mit ihren eigenen Hütten und Läden, ihren kleinen Hunden und Schafen und Ziegen. Die Kolonie selbst liegt weiter von der Strafte ab, mitten in Orangen-, Mandel- und Wrinpflanzungen. Man sieht nicht viel von den Häusern, aber wii man «ieht, sind entweder ganz einfache tehmuckloae Kasten, denen man ansieht, daß sie um jeden Preis billig sein sollen oder sogenannte Villen in dem abschreckenden Stile oder Unstile, den man noch an den verschiedensten Ecken in Tel- Awiw antreffen kann. Hier und da gibt es auch ein schöneres Gebäude, aber die fallen weniger auf. Durch die von blühenden Akazienhecken eingeliegten Orangenplantagen geht es weiter. Man kommt nach Risch on, an den großen Weitikellereien des Orients vorbei — sie gelten als die zweitgrößten der Welt und produzieren die bekannten Palästinaweine — und gleitet auf der glatten Chaussee weiter nach Rechowotb. Es ist sonderbar, wie kein einziger von diesen jüdischen Punkten wirklich fertig aussieht. Auch hier in Rechowoth, einer der ältesten jüdischen Siedlungen, sieht alles so aus, als ob es morgen ganz anders aussehen könnte. Durch die Kolonie führt die gute Chaussee, und sie wird jetzt gegen Abend nach der Arbeit nicht nur als notwendige Verbindung, sondern auch als Spazierweg benutzt. Die andern Wege im Orte sind unbequem, meist tiefer Sand und 1111 genugend beleuchtet. So drängt sich hier im Zentrum alles zusainmen, hier stehen Arbeiter herum, die miteinander schwatzen und diskutieren, an den Straßenrändern gibt es eine ganze Reihe kleiner Restaurants. Unter den Spaziergängern sieht man viele gut angezogene und hübsche Mädchen, Töchter der eingesesjenen Pflanzer, die vielfach nicht arbeiten, Paris ebenso kennen wie Rechowoth, aber sich doch hier und da mit den Arbeitern anfreunden. Es soll auch Vorkommen, daß die eine oder andere die ganze Behaglichkeit zu Hause satt bekommt, einen Arbeiter heiratet oder in eine der umliegenden Arbeitergruppen Eintritt und richtig dieses ganze Leben der mühseligen Arbeit mitmacht, das doch große Anziehungskraft besitzt. Unter den vielen Restaurants ist eine sogenannte Cafeteria. Sie wurde seinerzeit von ein paar Damen eingerichtet, die ein billiges und gutes Restaurant für Arbeiter schaffen wolften. Man muß sich selbst bedienen (nach amerikanischem Muster) und wenn man neugierig ist, kann man sich aus den an der Wand aufgehängten •Tabellen orientieren, wieviel Kalorien man mit jedem Gericht zu sich nimmt. Es scheint sich aber niemand um die Tabellen zu kümmern und die Arbeiter sind im Grunde mit der Selbstbedienung nicht zufrieden. Es ist mühsam, nach der Arbeit am Büfett zu stehen, sich sein Essen abzuholen und ein volles Tablett durch ein volles Lokai m jonglieren. Aber es ist trotzdem gesteckt voll. Es ist eben heute überall voll, wo man auch hinkonimt, und vor allem: es ist billig. Vor kurzem hat eine der naheliegenden Arbeitergruppen, die zum großen Teil aus deutschen Chaluzim bestehen, Giwatli Brenner, den Betrieb des Restaurants übernommen; sie schafft sich damit Arbeit für eine Anzahl der .Mädchen im Betrieb und es gibt auch einen bescheidenen Ueberschuß. Wer von den Arbeitern mit seinem Essen fertig ist, geht den sandigen Weg hinaus zum Arbeiterhaus. Es ist ein bescheidenes simples Gebäude, das sich der ״Arbeiterrat“ von Rechowoth (die lokale Expositur der allgemeinen Arbeiterorganisation) erbaut hat. Auf der Eingangsveranda ist es gedrängt voll. Und in den Zimmern auch. Hier ist das Arbeitsamt und jeder, der nicht an einer Steile feste Beschäftigung hat, kommt am Abend hin, um sich seinen Arbeitsplatz für den nächsten Tag bestimmen zu lassen. Das ist freilich heute sehr einfach, denn es besteht überall Mange. an Arbeitern und tüchtige Leute werden mit der Laterne gesucht. Am Zaun vor dem Haus sind eine Reihe von Eseln angebunden, Reittiere von den Beauftragten der umliegenden Arbeitergruppen, die für ihre Kameraden die Arbeitsplätze besorgen. In einer Baracke neben dem Haus liegen Zeitungen aus, hebräische und ausländische, und hier sitzen die Arbeiter eng gedrängt und lesenu In einer anderen Baracke gibt es Turngeräte und einen große*! Tisch zum Ping-Pong-Spielen. Die Bälle knattern lustig auf dem Holz und um die beiden Spieler schart sich ein Kreis von Zuschauern. Daneben liegt ein Freilichttheater mit einer Bühne und einfachen Hoizbänken; hier wird Theater gespielt, die Habimah, die bekannte hebräische Truppe, gibt liier ihre Gastspiele. Es sieht überall sauber aus, aber ganz erschreckend nackt und ohne jeden kleinen Versuch, den Zimmern einen etwas freundlichen Anstrich zu geben. Kahle Wände, ein paar Photographien von Arbeiterführern an den Wänden, nackte Holzbänke und Holztische, alles kalt, unfreundlich, unbehaglieh. Aber niemand scheint es zu bemerken. Vielleicht hält man das für notwendig, es gibt wohl auch sehr wenig Mittel, aber vor allem, es ist wohl kein Bedürfnis danach. Unter den Arbeitern, die sich auf der Veranda zusammendrängen, sieht man auch ein paar, die deutsch sprechen. Neue Einwanderer, einer oder der andere schon für die Arbeit vorbereitet, die andern ganz ״Grüne“. Handelsangestellte, die hier körperliche Arbeit tun oder es wenigstens versuchen. Was die andern hebräisch sprechen, verstehen sie nicht, ihr Deutsch klingt scharf aus dem allgemeinen Stirnmengewirr heraus. In ihrem Anzug sehen sie schon aus wie die andern, Arbeitshose und Hemd. Aber bei dem und jenem merkt man noch Anzeichen früherer Eleganz, städtische Schuhe, einen in Rechowoth unüblichen Hut. Wer schon drei Monate im Lande ist belehrt den, der erst sechs Wochen hier ist und neckt ihn. Der eine arbeitet am Pflug, der andere aut der Chaussee, der dritte beim Bewässern auf einer Plantage. Die ״andern“, die ״richtigen Arbeiter“, haben eine sonderbare Beziehung zu diesen neuen Deutschen. Sie kümmern sich um sie, man macht für sie hebräische Kurse, damit sie die Sprache lernen, hält ihnen Vorträge über Palästinakunde, über die Organisation der Arbeiter, versucht, ihnen die Augen zu öffnen für dieses sehr neue Leben. Andererseits finden sie keinem rechten Kontakt mit ihnen, säe sind Ihne« fremd, sie haben wohl auch eine leise Verachtung für die Unwissenheit in allen palästinensischen Fragen, die bei den Neuen zutage tritt, es gibt sicher viel Ratschläge für Einwanderer Was nimmt man mit? Von J. K-, Tcl-Awiw. Der Volkswitz im Inlande hat die deutschen Einwanderer der Mittelklasse die ״Li f t m en sch en“ genannt, weil sie alle mit ungeheuren Frachtladungen ankommen una in vielen Fällen ihre ganze Einrichtung mitbringen, auch wenn sie in Deutschland für eine kleine Familie 8 Zimmer bewohnt haben. Es zeigt sich immer wieder, daß bei der Answahl der Sachen, die ins land geschafft werden, entscheidende Fehler gemacht werden und es dürfte wichtig sein, einmal eine kurze Uebersicht zu geben, wie und mit welchen Utensilien ein Angehöriger der Mittelklasse übersiedeln soll. Wir unterstreichen, daß unsere Ratschläge auf diesen Typus zugeschnitten sind. Wer nicht viel besitzt, wird ohnedies nicht viel mitschleppen. Einer Liste der praktischen Ratschläge wollen wir zwei Vorbemerkungen vorausschicken: a) Man muß einmal nrit der VorateBtmg aufräum en, das Palästina von heute »ei ein «!zivilisiertes Land, für das man sich mit möglichst viel hier nicht erhältlichen Gütern, die man mitbringt, bewaffnet. Man kann, wenn man Geld zum kaufen hat, hier alle» zu Weltmarktpreisen bekommen, von Kleidern •und Möbeln bis zu elektrischen Kcchapparaten. Selbst wenn man aufs Land geht, hat man in der Regei gute Verbindungen mit der nächsten Stadt und kann sich seinen Bedarf dort eindecken. Man soll also nicht blindiings alles einpacken, was man hat, auch nicht etwa dort noch seine Wirtschaft in großem Stilekomplettieren, sondern eine genaue Auslese seiner Habseligkeiten machen. b) Wir haben hier oft die Erfahrung gemacht, daß der Import eines großen und kom-!!zierten Haushalts die Installierung im andc nicht erleichtert, sondern erschwert. Zuerst einmal sind die Wohnungspreise hoch und jeder wird damit rechnen müssen, mit rclaiiv kleinen Räumen und kleinen Wohnungen auszukommen. Mit großen Möbeln, die schwer zu transportieren und zu pflegen sind, lädt man sich eine ungeheure Last auf. Erstens sind sie nur schwer und manchmal gar nicht unterzubringen; wenn sie sehr riesig und daher unpraktisch sind, nicht einmal einfach zu verkaufen. Zweitens aber ist es sehr viel leichter, sich bei der Uebersiedlimg umzustellen und seinen Standard herabzusetzen, wenn man nicht eine große Einrichtung mit sich herumschleppen muß. Jeder einzelne — wenn er nidit ganz große Kapitalien zu seiner Verfügung hat — soll sich von vornherein so einrichten, daß der Haushalt möglichst praktisch ist, wenig Arbeit macht, ihn die Hausfrau im Notfälle allein besorgen kann. Es sind also zu empfehlen: Leichte Möbel, die man immer ohne Schwierigkeiten hin- und herrücken kann, die wenig Platz bean- Sprüchen tmd sich leicht reinige!» lassen. Es ist zu berücksichtigen, daß hier Steinfußböden sind, die häufig als Vorbeuping gegen Insekten (Ameisen, Schwaben) mit Petroleum gereinigt werden. (Wanzen und Läuse brauchen in sauberen Wohnungen hier ebensowenig vorzukommen wie in Westeuropa.) Wenn man Möbel in töeutschland verkaufen kann, lohnt es sich vielfach, hier das nötige anzuschaffen und nichts mitzubringen. Auf־ Bestellung erhält man, was man will und zu erschwinglichen Preisen. Polstermöbel sind besonders ungeeignet, da schwer zu reinigen und zu transportieren. Als Betten sind am besten Metallbetten zu empfehlen, die man hier leicht und gut bekommt. Sie ähneln den deutschen Patentbetten, mit Stahlfeder und -Auflagernatratze und kosten gegen £ 1.— (wenn man sie besonders breit und lang haben will, entsprechend mehr). Meist werden diese Betten am Tag als Couch zurechtgemacht, indem man sie mit einer Decke überdeckt. Die üblichen europäischen Sofas mitzubringen, hat nicht viel Sinn. Die Einrichtung dieser Metallbetten, die auch als Sofas benutzt werden, ist um so zweckmäßiger, als man sich in der Regel die Einrichtung eines Schlafzimmers spart und die Zimmer am Tage als Wohnräutne benutzt. Waschtische mitzubringen ist ebenfalls sinnlos, da überall zum Baden, Waschen und Ankleiden das Badezimmer benutzt wird. Duschen gibt es auch auf dem Lande überall. Es empfiehlt sich mitzubringen: t. Küchenutensilien und Geschirr, auch Maschinen wie Obstpressen und ähnliches. Es wird hier in der Regel aut Petroleumapparaten gekocht (Primus, Perfection). Elektrisches Kochen ist noch sehr teuer. Gas gibt es nicht. Sehr große Bestände an das und Geschirr sind oft ein« Beiastung, aber ein Mittelmaß an Porzellan und Besteck (wenn irgend möglich rostfreie Messer!) erspart für lange Zeit Haushaltsausgaben. 2. WI s c h e. 3. Bücher. 4. Klavier, Grammophon, Schreibmaschine, Nähmaschine, eventuell Radio (für Auslandsempfänge, in Palästina gibt es keinen Sender), also die Maschinen, die ein mittelständischer europäischer Haushalt in der Regel enthält. Sie können als Haushalfsgvt zollfrei eingeführt werden, repräsentieren einen bestimmten Wert und sie wieder hier anzuschaffen ist kostspielig. Staubsauger kann man ausgezeichnet benutzen. 5. Elektrische Geräte, die man besitzt und Bcleuchtungskörper, unter der Voraussetzung, daß sie sich gut reinigen lassen und sie nicht schwer sind. Zu bekommen sind sie auch hier. Spannung 220 Volt. 6. Roßhaarmatratzen, Decken, Kissen lo-hnt es herzu, schaffen. Ebenso warme Wintersachen. Heizung is: an den meisten Stellen nicht vorhanden oder sehr primitiv. Besonders Jerusalem ist i!n Winter empfindlich kalt. 7. Teppiche sind leicht zu transportieren, repräsen• tieren einen Wert und sind im Gebrauch sehr angenehm, Daher mitzubringen, wenn man sie besitzt. Mit Staubsauge! sind sie hier auch im Sommer sehr leicht nt reinigen. Eine Sclilußbemerkung: Bei der Einrichtung eines Haus, halt* empfiehlt es sich für jeden, einen eingesessenen Palästi. nenaer zu Rate zu ziehen. Man erhält dabei viele kleine Fingerzeige, die die Arbeit erleichtern und Fehler ersparen Sich bei den neu Eingewanderten nach Ihren Erfahrungen zu erkundigen, bringt nicht immer Nutzen, da diese meist nur einen Ausschnitt des Landes kennen und vielfach noch nicht alle Jahreszeiten hier miterlebt haben. Wie macht man den Umzug? Von Dr. Heinz Wydra (Haifa). Die ersten Wochen des deutschen Palästina-Immigranten sind meist getrübt durch die Scherereien, die er mit seinem Umzugsgut hat, kann doch weder er noch sein deutscher Spedi• teur die palästinensischen Verhältnisse richtig beurteilen, so daß sein Umzug reibungslos von statten gehen könnte. Au! der Erfahrung, die der Verfasser gesammelt hat, sollen im folgenden einige Ratschläge gegeben werden, 1. Gleichgültig, ob ein Liftvan oder ob Kisten benutzt werden, so ist darauf zu achten, daß besonders festes Hol! benutzt wird. Alle jaffaer und vorläufig noch ein großer Teil der Haifaer Sendungen werden nicht direkt ans Land ausgebootet, sondern werden vom Schiff erst auf kleine Boote, von den kleinen Booten dann am land ausge laden. Um diesen mehrfachen Umladungen zu widerstehen, ist ein besonders fester Bau der Kisten oder Liftvans nötig. 2. Bei der Versicherung des Umzugsgutes Ist darauf zu achten, daß sie so abgeschlossen wird, daß im Scha• densfalle «ine Vergütung auch im Auslande ausgezahlt wird. Eine Versicherung bei der im Schadensfalls die Vergütung nur in Deutschland auagezahlt wird, ist für den Immigranten in den meisten Fällen wertlos. Ferner ist daraut zu achten, daß im Versicherungsschein oder in einem Begleitschreiben angegeben ist, wer im Schadensfall als Havariekommissar zur Begutachtung des Schadens herangezogen werde« muß. Die Versieh ertragen pflegen nur bestimmte Personen als Begutachter anzuerkennen. Fehlt die Angabe des Havariekommissars, so kann die Versicherung unter Umständen wertlos werden. Es empfiehlt sich, die Ver• Sicherung ״frei Haus“ und nicht nur ״Hafen Jaffa oder Haifa“ zu decken; viele Schäden kann man erst im Haus selbst feststelle:!» ttnd bei Versicherung nur bis Hafen Jaffa oder Haifa werde!! nur solche Schäden ersetzt, die im Hafen selbst bereits festgestellt werden. Ferner ist die Versicherung frei Haus auch aus dem Grunde vorteilhafter, weil dann auch solche Schäden, die erst auf dem Transport vom Hafen zur Wohnung auftreten, von der Versicherung mitumfaßt werden. 3. Gewöhnliches Umzugsgut, das zum Haushaft oder Beruf des Immigranten gehört, kann unter zwei Voraussetzungen zollfrei nach Palästina eingeführt werden: Erste Vorausset• zung ist, daß der Immigrant spätestens 14 Tage nach seinem Eintreffen in Palästina eine Zolldeklaration abgibt, in der er — am besten in englischer Sprache — alle Gegenstände, die er als sei!» Umzugsgut zollfrei einführen will, möglichst genau aufführt. Diese Aufstellung braucht von keiner Behörde außer■ halb Palästinas, weder von der deutschen Polizeibehörde, noch vom englischen Konsulat beglaubigt werden. Sie wird von der palästinensischen Zollbehörde hei Abgabe der Zolldekla• rafion beglaubigt. Die zweite Voraussetzung der zollfreien Einfuhr des litimi• f”" ״ 4. Der Transport eines Liftvans stellt sich teurer als der einer entsprechenden Zahl kleiner Kisten gleichen Umfangs und Gewichts, da zum Heben des Liftvans immer ein Kran benutzt werden muß. Gute und gutgepackte Liftvans sind jedoch für wertvollere Möbel als geeigneter anzusehen, da die Möbel im Liftvan etwas mehr geschont werden. 5. Vielfach hofft der Immigrant, seinen Liftvan hier in Palästina gut verkaufen zu können. Früher konnte man hier bis 5 Pfund für einen Liftvan erzielen. Da jedoch jetzt in Palästina ein großes Ueberangebot an Liftvans vorliegf, kann man mit Sicherheit nicht einmal damit rechnen, überhaupt einen Abnehmer für den Liftvan hier zu finden. .. Ul Di Monat! Aufgal gern es! komm* nicht 1 über a geister ist um ist, zu die An sind,! es so 1 seits v ja dur< ihrer j Geld f nisierti Di die Re deren Sic ist Landes einerse sehen i der Bi' ringer Di bibli erfüllei ais so] alle Bi: in alle! sind. i Studen zustelh dium 1 die in 1 Dezim; Büche! punkte Je einen .׳ Bibliot liehst« 0 ri e Di mgtfä deren in den den st Bibliot Länder genug, willig senden jung, c in eine hat eit eine d 60;) he Archiv in den werdet bibliog ",eiche wird. 1 gibt r׳ judoist durch über d ganzen gen de von A' sönlich der Br träts h Di aufgeb Ooldzil Stoft Tür Konflikte. Ein alter Arbeiter, der mir das alles auseinandersetzt, meint schließlich halb hoffnungslos und halb resigniert: wenn sie keinen anderen Weg haben, werden sie sich schon gewöhnen. Das Auto fährt zurück durch die Nacht. Ein Himmel, der nur aus Sternen zu bestehen scheint, ein paar Palmengruppen wie Federzeichnungen auf dem schwarzblauen Samt des Himmels. Mond, Sterne, Wind und Schweigen. Und dann plötzlich wieder Tcl-Awiw, nell, beleuchtet, mit Musiklokalen, Kinos, noch immer in Bewegung, immer lärmend bis in die späte Nacht hinein. Presseschau Die ״Vossische Zeitung“ bringt am 25. Oktober einen ausführlichen Bericht ״Bilder aus Palästina“ unter der Devise ״Ein Land wird modernisiert“. Der Artikel Ist vor allem Jerusalem gewidmet, dessen Veränderungen in anschaulicher Weise geschildert werden. Dabei kommt der Berichterstatter auch auf die neuen Einwanderer in Deutschland zu sprechen und schreibt u. a.: ״In Rechavia, einem Mittelding zwischen Jerusalemer Westen und Grunevvakl, nur ohne Wald und See, dafür aber mit einem schönen Blick auf die Berge Judäas, sind die vielen Wohnungen, die wegen der starken Bautätigkeit zum letzten Ziehtag leergeblieben waren, bis auf eine oder zwei in kurzer Zeit vermietet worden — fast durchweg au Neuank&mmlinge aus Deutschland. Vor den vilienartigen Häusern sieht man Autos, die über der neuen palästi- Gebiet nensisclien Nummer noch das deutsche D tragen. Auf den wurde. Straffen ist Deutsch eine der herrschenden Verkehrssprache: Univer geworden. Rechavia ist für diejenigen deutschen Juden, m noch etwas Geld haben (wofür ein mitgebrachtes Aut« übn gens kein Beweis ist, da es oft für Lohnfahrten dient), das, selbe wie Passy für den nach Paris geflüchteten Russen. h der Stadt haben sich die vielen leeren Wohnungen, größt«' teils in alten Häusern, in der Umgeg־end des Rothschild Krankenhauses bis auf ein oder zwei nach einem dem Euro■ päer unverständlichen Plan gebaute, mit deutschen Aerztct Abteile gefüllt, die dort allmählich ein medizinisches Viertel zu bilde; Si! anfangen. Die Stadt und Rechavia treffen sich nachmittagfsa von 6 Uhr an im Cafd Vienna, das Jerusalem sämtliche Kaffe?; häuser Wiens ersetzt. Da findet man die Journalisten ®0"'0‘Wan;,״״ wie die Kaufleute, die Rechtsanwälte so gut wie die Aerz» h und sonstige Akademiker. Heute kann man dort im Zweiter jeden auf deutsch ansprechend‘ ankäuf Abteil! ,'ieht für die Vc schaftli Sie uni ■'m 1 alem, T nierh el-Av Gcsuni versor! Lande (J.T.A.) Die infolge de®"'1 Zeit außerordentlich v e r Tel-Awiw hat dar« geführt, daß im Stadtgebiet wieder Zeltlager wie in de! ersten Pionierzeit auftauchen. Das erst« Zeltlager für N«l• Lehr einv. antiercr wurde in der Nähe des Palatinhotels an def Kreuzung der Nachmani- und der Achad Haam-Striße ef richtet. In Chedera wird demnächst ein neues Oy® nasium errichtet Verden. T e 1 ־ A w i w, 9. Oktober, starken Einwanderung in letzter schärfte Wohnungsnot er Entwic W ind Jität 10ch 1 üffnun ultät k