Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 84 (20.10.1933)
- Date
- 1933-10-20
- Page
- Seite 674 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 672 jüdische Rundschau Nr. 84, 20. X. 1933 Nr. Ein Stätepunkt jüdischen Lebens Von Professor Dr. Eugen Wölbe, Für die Juden in den lindem Westeuropas ist der Begriff ״J e s c 1! i w a 11“ nahezu sagenhaft. Allenfalls ein Etikett für orthodoxe Jugenderziehung aut der Grundlage veralteter I chrinetl!0den, einseitiger Weltfremdheit. Immer aber floßt diese Bezeichnung Achtung ein, denn sie weckt die Vor- Steilung von religiösem Emst, Lehr- und Lerneifer. Da ich mich im Spätfrühjahr dieses Jahres sechs Wochen lang in Montreux aufgehalten habe und täglich in der Jeschiwah zu Gaste war, dart ich mir ein Urteil über Wesen und Wert dieses aus dein Nichts gezauberten Lehrinstituts Zutrauen. Gründer und Rektor der Jeschiwah ist ein aus Litauen stammender, heute im 45. Lebensjahr stehender Geschäftsmann.^R. Elija Im Botschko. Seit frühester Jugend mit dem Studium der religiösen Urkunden des Judentums bcschäftigt, erwarb er auf einer Jeschiwah seiner Heimat das Rabbinerdiplnm. Ein in St. Gallen ansässiger Landsmann, der hier ein großes Geschäft besaß, berief ihn in die Schweiz. Botschko vermählte sich mit dessen Tochter und ließ sich als Kaufmann nieder. Als Botschko 1926 sein« Heimat besuchte, weckte das Wiedersehen mit seiner einstigen alma mater in ihm den Wunsch, auch in seiner schweizerischen Adoptivhdmat — obendrein in einer Stadt ohne jüdische Gemeinde — eine Talmudschiile und somit einen Stützpunkt jüdischen Lebens für die Schweiz, Frankreich und Italien zu schaffen. Sechs Talmudjünger erklärten sich bereit, ihm als erste Talmidim zu folgen; auch Dozenten stellten sich der neuen Hochschule bereitwillig zur Verfügung. in ,Montreux war die bis dahin von einer ägyptischen Prinzr*-du bewohnt gewesenc. hoch, über der Stadt im Stadtteil < 11 .tclard gelegene Villa ״(Jurtisana“ zu vermieten. Rab.l'i;er Ibsgg'hko mußte si h verpflichten, gleich auf fünf Jahre Vertrag zu sc• 11 ließen, also für J'J 009 Schweizer!■'ranken Meie zu!g!r;1:1;i“re:1. Von seiner dem Idain■ begeistert zustimmenden Gattin ermuntert, unterschrieb er und das Unternehmen ,,startete‘■. Im September 1927 wurde die Jeschiuah — die erste neuzeitliche auf französischem Sprachgebiet — m! hei. Seither haben über 2'K1 Jünglinge hier eine gründliche hibli •.׳h-iatinmiische t literwd.stmg enipfangen. Zurzeit studieren in .Montreux •15 Büditirim, zu denen sieh in dir-.ciu S!!:inner 2il Talmudjünger aus Paris zu einem dreimonatigen Repeiitionskursus gesellen. Die 45 Talmidim, gehören 12 NMiionalbaten 3*1; drei von ihnen sind aus Berlin, mehrere aus Frankfurt, Karlsruhe, Kiel us.v. Auf ethisch und w1-scn*ch.1׳*.l iicii hoher Stofe steig d;1 י! )o.׳cnumkollegiuni; auch unter diesen Ft ein Berliner (mit Karnen Hamburger). Außer dem ,,Ro-ch Jeschiwah“, R. Botschko, der einen großen Teil ■seines hinkoinniens für seine Schöpfung hergibt, tragen die Gemeinden und li. B,-bogen der Schweiz sowie eine Reihe von 1.!:!/einer:,onen zur Erhaltung dieses jüdischen L ehrhauses hei,!);!5 Ideal der Spender wäre die Ausgestaltunp der Jeschiwah zu einer theologischen Hochschule zur Ausbildung von Rabbinern, Kantoren und Religionslehrern. Diesem Zweck dient die Jcuchiwah in Montreux nicht: sie will ״nur“ den künftigen Besuchern der ralibinischen Hochschulen in Berlin, Breslau, Wien, Budapest, Paris, Florenz usw. die erforderliche Vor Bildung in dm talmudischen Wissenschaften gewähren. Wenn R. Botschko nach dem Programm seiner Schule gefragt wird, antwortet er kurz und bündig״ :•׳Lernen“. Ja, es wird von früh bis spät ,,gelernt“. Wenn keine Voriestmgen stattlind cn, lernen die Schüler in Gruppen oder einzeln. Morgens und abends ist Gottesdienst in der schönen Anstaltssvnagoge, der Stiftung einer amerikanischen Dame, Freu Moor, zum Andenken an ihren in Montreux 1923 versforbenen Gatten. Ein ßocliur betet vor (der Altphilologe Stein aus Rotterdam, zurzeit Bochnr in Montreux, stellt manchen 1iroBstadtkantor in Schatten). Nach dem Frühstück sind Schiuri :ת, deren Schluß die Glocke kündet. Nach dem gemeinsamen Fcsen Et Fr«;Munde. Nnchniitings wird wieder gruppenweise gelernt, im Park. Auch der ״Rcbbe“ steigt morgens und abends zur ״Quisisana“ hinauf, um in zwei Klassen zu lehren. Am ״Sabhntnachmittag“ ist ״Verhör“ über das Pensum der ganzen Woche. Daran schließt ricIi eine län• gere Predigt, bis die Stunde schlägt zum Schill (’gebet. Am Freitagabend nach dein Gottesdienst empfängt der Rabbiner die gesamte Hörerschaft in seinem schonen Heim zu gastlicher Bewirtung, von seiner liebenswürdigen Gattin und seiner Tochter unterstützt. Beim Tee lifilt der Hausherr eine Auslegung des Wochen,absrhnr'cs. Di ״ce Empfänge am Freitagabend — bei denen airh von den eingcl,vielten Be• Suchern eine Ansprache religiösen Riiia’ts erwartet wird — bringen den Gast aus Deutschland zum ersten ,Male mit der hohen Kultur des jüdischen Ostens jn Berührung. Der leise Ton von Chn«1dis1:1:1s, der in dieser kraftvollen Acußentng jüdischen 1 .eben ec, illciis in ilschwins*t, fincJct seinen Widerhall in den Seiniroth, die der Posch Jeschiwah oder der Vorbeter bei Tisch (Borhur Silber) verträgt. Ein schönes, bleibendes, jüdisches Erlebnis! Im März d. J. erhob eine ungarische neologe Zeitung die Forderung: ״Zurück zur Jeschiwah!“ An gesiebts der großen Wirtschaft!ichen Schwierigkeiten, mit denen die drei Rabbinerbildungsanstalten in Deutschland zu kämpfen haben, wird *die Reichsvertrefung der deutschen Juden über kurz, oder lang sich mit einer Zusammenlegung der Hochschulen, vielleicht mit einer Neugestaltung des Pabbineratisbildungswesens zu beschäftigen haben, die vielleicht einen 1-~B 3jährigen Vorkursits aul einer Jeschiwah Vorsicht. Oh für einen solchen Montreux in Frage kommt oder nicht, Tatsache ist, daß die dortige Jeschiwah einen beachtenswerten Stützpunkt jiidisehen Lebens in Westeuropa darstellt. Ein hebräischer Schfidlkursus. Dr. R. Weinryb-M. Teilelbautn: Praktischer Sclincllkursus für N e u h e b r ä i s c h. Ausgabe A. Für Deutschsprechende Heft 1 und 2. Preis ä 90 Pf. (Jakob B. Brandeis Verlag, Breslau), 1933. — lütter den vielen Neuerscheinungen in der letzten Zeit auf dem Gebiete des NeuhebräisiWn hat diese ihren besonderen Platz durch die besondere Methode, deren Sinn es ist, nicht von einzelnen '/«kabeln und grammalischen Regeln in die Sprache einzudringen, sondern vom üesamioriranismus der Sprache selbst. Man geht somit dem den meisten Sprachunterrichtsmethoden anhaftenden Feld er, die Wissenschaft von der Sprache statt die Sprache seihst zu erlernen, aus dein Weg«. Von Anfang an werden, nachdem der Lernende mit dem Lesen vertraut' gemacht worden ist, zusammenhängende Texte gegeben, deren Sinn wie die Bedeutung jedes einzelnen Wortes durch die sinngemäße und wörtliche uebersetzung zugänglich und damit die Ligen״«■- setzlichkeit der hebräischen Sprache verständlich gemacht wird. Die Grammatik —• der ״wunde Punkt“ Jedes Fremd- Sprachunterrichts — wird in leicht verständlichen Erläuterungen gegeben, nachdem der Lernende durch die Texte bereits gefühlsmäßig den Gebrauch der einzelnen Regeln erfaßt hat. Die ganze Grammatik wird auf wenige Regeln gebracht, die durch verschiedene Anhaltspunkte im Gedächtnis des Lernender! haften bleiben. Die Texte sind dem Bereich des praktischen Lebens in Palästina und der Palästinakunde entnommen, so daß sie zugleich eine Einführung in dieses Gebiet bilden. Dr. Rs., Berlin, Ges&miarchiv und Auswanderung Vor kurzem veröffentlichte das Oesamtarchiv der deutschen Juden einen Aufruf, in detn es Mitteilungen über die bei jüdischen Gemeinden, bei Rabbinaten und Pfarr- Sintern, Einzelpersönlichkeiten und Archiven liegenden Personenstamlsregister der deutschen Juden erbat. Inzwischen ist wieder einige Zelt ins Land gegangen, aber die Umstände, die jenen Aufruf hervorriefen, bestehen und wirken weiter fort. Der Strom f a milicngeschichtlicher Anfragen, die an das Gesamtarchiv gerichtet werden, hat keineswegs nachgelassen. Teils liegen ihnen behördliche Anforderungen zugrunde, teils ein aus naheliegenden Gründen gewecktes und gesteigertes Interesse für die Frage, woher die Ahnen kamen und wie lange Deutschland ihnen Heimat war. Man darf annehmen, daß außer dem Gesaintarehiv und neben den Vereinigungen, die speziell der jüdischen Fatnilienforschung dienen, ganz besonders die einzelnen jüdischen Gemeinden überall in Deutschland sich in den vergangenen Monaten mit der Bearbeitung solcher familiengeschichtlicher Anfragen befaßt haben werden. Uebcrall ist zweifellos auf diese Weise wichtiges Material zur Geschichte jüdischer Einzelpersönlichkeitcn und jüdischer oder von Juden stammender Familien entstanden. Unsere Situation erfordert gebieterisch, daB alle diese Einzelresultate zusammengefaßt und an einer Stelle gesichtet, gesichert und vereinigt werden. Die hierfür geeignete Sammelstelle ist seinem ganzen Charakter nach das Gesamtarchiv der deutschen Juden (Berlin N 24, Oranienburger Str. 28). Es ergeht daher an alle jüdischen Gemeinden in Deutschland aut diesem Wege die dringende Bitte, von allen im Verlauf der letzten Monate von ihnen erteilten und dm noch weiterhin zu erteilenden familien- und personengeschichtlichen Auskfmften dem Gesaintarehiv eine Abschrift zukommen zu lassen. Der Nutzen eines solchen systematisch durebgeführten Verfahrens ist leicht zu erkennen. Die sachgemäße Registricrung all dieser Auskünfte wird ganz von selbst aus erweitertem, sich vielfach ergänzendem Wissen neue Möglichkeiteii der Auskunftserteilung und Urkundsbeschaffung mit sich bringen und so den Wirkungskreis der zentralen Sammelstelle ständig erweitern. Aber noch ein anderer Gedanke spricht hier wesentlich mit. Fis muß dafür gesorgt werden, daß auch jenseits der familiären Bindungen ein Zusammenhang zwischen den auswandernden und den in Deutschland verbleibenden Juden aufrechterhalten wird. Hier erwächst den kulturellen Instituten des deutschen Judentums eine neue Verpflichtung. Sie alle müssen sich, mehr noch als bisher, zum Dienst an der jüdischen Gemeinschaft bereifst eilen. So faßt auch das Gesamtarchiv der deutschen Juden seine Aufgabe in dieser Zeit aut. Darum ergeht der Aufruf, von dem wir ausgingen, und der Vorschlag, den wir soeben unterbreiteten, ganz besonders auch im Interesse derjenigen, die Deutschland verlassen. Je mehr Nachrichten zusammenflie(iert und ineinander gearbeitet werden können, desto mehr wird auch das Gesamtarchiv sich als Anskunftsstclle für die Ausgewanderten bewähren und ihnen mit der erwünschten Schnelligkeit und Ausführlichkeit familiengeschichtliche Nachweisungen und behördliche Unter- Ingen in wichtigen Fällen zusammenstellen können. Aber auch die Auswandernden können dem Gesamtarchiv seine jetzt über die Grenzen Deutschlands hinausgewachsene Aufgabe erleichtern. Sie sollten es nicht versäumen, der ihnen im Oesamtarchiv sich darbietendeai Sammelstelle kurze Nachrichten über sich und ihre Familie zu übermitteln. Wenn zu mehr sich nicht Muße und Neigung findet, müssen bloße Daten genügen. Es wäre natürlich besser und weitaus saclidienlicher, wenn darüber hinaus noch genauere Angaben über jedes Einzelnen Werdegang und berufliche Leistungen, über Herkunft und l.ebensschicksal seiner Vorfahren gemacht find fortTnuföii'd ergänzt Würden'. Vielfach wird gerade der Entschluß 7m Auswanderung Anlaß dazu gegeben haben, die Nachrichten über die Familie zusammenzufassen. In all diesen und in all den Fällen, wo solche Stammtafeln und Ahnenüsten bereits angelegt waren, sollte es letzte Pficht und letzter Liebesdienst gegenüber den Znrückhleibendcn bedeuten, Abschriften davon dem Gesamtarchiv zur Verfügung zu stellen. Es bleibt zu wünschen, daß die hier gegebene Anregung künftig Beachtung findet und auch von dem bereits Ausgewanderten möglichst noch jetzt aufpenomnten wird. Dies gilt auch für einen weiteren Vorschlag. Sicherlich werden viele Auswanderer noch Zeit finden, sich Bilder der Heimat zu verschaffen. Ohne Zweifel werden auch der ״Gute Ort“, die Synagoge, die Judengas sc. hebräische Inschriften an Häusern u. ti. darunter sein. Alk Erinnerungszeichen dieser Ad, jedem Einzelnen und schien Nachkommen teuer und wichtig, erhalten in ihrer Zusammenfassung erhöhte Bedeutung Dieser Plan kann schon durch Bereitste'lfirjjg nhotogrnpbischer Abzüge gefördert werden. Die Bilder jüdischer Frinncrtm<rsstriHen sollten zunächst ihren Weg in die Snezialal/.ni der lfeiinatgcmeinde finden, die heute hoffentlich besser a's in früheren Zeiten die Kunde von denen bewahren werden, die sie verlassen. Darüber hinaus aber sollten sie — und darin gipfelt Vorschlag lind Wirkung — den zentralen jüdischen Sammlungen zugekitet werden. Dr. Jacob Jacobson. Der ״Baedeker“ von Palästina. Im Jahre 1921 erschien das ReRebiicIi ״Palästina und Syrien“ von Jesaias Press. Leider ist das Buch seit einer ganzen Reihe von Jahren volls'ä vü״׳ vergriffen und natürlich in vielen Beziehungen veraltct. Daher wird es das reisende Publikum lebhaft bcgrüßen, dnR demnächst das Reisehandbuch von Press in einer Neuauflage erscheint, die die Vorzüge der ersten Ausgäbe in vollem Maße bcibchält, gleichzeitig aber von Grund aut neubcarheitet und auf den heutigen Stand gebracht ist. Besonders auch das Karten- und Piänemaferlal wurde wesentlieft erweitert und erneuert. Der neue Rcess, das erste und einzige Ruch, das mit Recht den Ansnruch erheben kann, als ein ״Baedeker“ für Palästina bezeichnet zu werden, erscheint im Januar 1934 im Fiba-Verlag, Wien. Zeitschrift für jüdische Wohlfahrtspflege und Sozialpolltik. Die Aufsätze des Doppelheftes 3 4 umreißen die gegenwärtigen Aufgaben der jüdischen Sozialarbeit in Deutschland. Die Zeitschrift will, wie Dr. Max Kreutzberger in seiner Einleitung ausführt, richtunggebend auf dein Gebiet der jiidisehen So/iaH'beit sein. Nach einem Referat über ״Die wirt- Schafts- und sozialnoütische Gesetzgebung des Deutschen Reiches seit dem 30. Januar 1933“ (Dr. Hanns Reiß-!1 e r), das zugleich die Auswirkung der Gesetzgebung auf die Lage der Juden arideutet, unireißen die einzelnen Auf- Sätze den Rahmen der Möglichkeiten, die in! Augenblick eine entscheidende Rolle spielen. Dr. Georg 1. andatier stellt in seinem Aufsatz ״Die Bedeutung Palästinas für die jüdische Gegenwart“ Palästina als ״Generallinie“ neben die in Deutschland zu lösenden sozialen Aufgaben der Juden. S. Adler- Rudel veröffentlicht in seinen! Beitrag ,.Bertifsumschichtitufj als Ausweg?'‘ auf Grund der jüngsten Erfahrungen Zitfern über die Arbeit der Berufsun)Schichtung (arm Beispiel der Berliner Jüdischen Gemeinde) und über die dazu erforderlichen Kostcnaufvvenduiigen. In der Form eines Berichtes über den Aufbau de! jüdischen Dar!«Imskassenwesens gibt Dr. Max Kreutzberger zugleich ein weitgespanntes Programm Palästina ■ dKrtacbaftstell Industrielle Information über Palästina Wir erhalten folgende Mitteilung: Die gesteigerte Mittelstands-Einwanderung nach Palästina hat das Problem der Information ül>cr landwirtschaftliche und industrielle Möglichkeiten in Palästina in tlan Vorder• grund gerückt. Die Unterzeichneten verantwortlichen Organisatior.cn und Institutionen des Jisehuw haben die Notwendigkeit erkannt, diese wirtschaftliche Information an einer Stelle zu zentralisieren, um den neuen Einwanderern obj«ktive und authentische Nachrichten über die wirtschatt• liehen Möglichkeiten in Palästina zu geben. Die Mehrung der Informationsstellen und die Erteilung von Information durch unbefugte Privatpersonen und Privatbüros soll durch eine zentrale und öffentliche Informationsstelle alter veramwörtlichen Organisationen des Jisehuw ersetzt werden. Nach• dem bereits die landwirtschaftliche Information durch das ״Zentrale Informationsbüro für Boden und Landwirtschaft“ zentralisiert wurde, haben jetzt dis Unterzeichneten Organisationen die Zentralisierung der industriellen Information in derselben Win• schaftssteile vorgenoiamcn. Durch diese Zentralisation wir:! die Koordination aller auf den Aufbau der Industrie gerich• teten Bemühungen erhofft. Die Interessenten und neuen Einwanderer können von jetzt ab alle schriftlichen und persönlichen Anfragen in industriellen Angelegenheiten: an das ״Zentrale Informationsbüro für Industrie“, in landwirtsc 11 ältlichen Angelegenheiten: an des ״Zentrale Informationsbüro f. Boden u. Landwirtscliah“ beide bei: ״The American Economic Committee for Pulestine" Tel-Awiw, 15d, Rothschild 18, P. O. B. 52 richten. Stadtverwaltung Tel-Awiw — Vereinigtes Komitee zur Ansiedlung deutscher Juden in Patiislina — Industriel- Ien-Vcrband in Palästina — Allgemeine jüdische Arbeiter- Organisation in Fuliislina — Kolonisten-Vereinigung in Palästina — Handelskammer Tcl-Awiw-Jaffa —_ Hitaehdutb Olej Germania — The American Economic C«romittee for Palestine. *,* Wie uns die Berliner ״P a 1 ä s t i!1 a - W i r t s c h a f t sstelle“ dazu mitlcilt, empfiehlt es sich, Anfragen aus Deutschland zur Vermeidung überflüssiger Korrespondenzen zunächst an die Palästina-Wirtschaftsstelle, Berlin W 15, Meinekestraße 10, zu richten. Erwerb einer fruchtfragenden OrangenpHanzuitg Wir erhalten folgende Mitteilung: Eine in der Nabe von Rechowoth liegende ausgedehnte Orangenptlanzung, die bereits seit 1923 besteht und von einem der bedeutendsten Fachleute der Citruskuitur in Palästina angelegt ist, wird zum Zwecke des Verkaufs an Interessenten parzelliert. Ein in Palästina gegründetes Komitee hat es sich zur Aufgabe gesetzt, deutschen Juden, die über entsprechende Kapitalien verfügen, den Erwerb eines Teiles der Orangenpflanzung zu ermöglichen. Die ״Jaschrcsch״ Gesellschaft für Pflanzungen m. b. H.. die die Verwertung der Orangerjplantagen übernehmen soll, befindet sich in Gründung. Es --sind , zwei Möglichkeiten der Beteiligung an der Pflanzungsgescllschaft vorgesehen: 1. Der erworbene Boden bleibt Eigentum der Gesellschaft. Als Besitzer eines Anteiles (Menaiali) haben die Gesell- Schalter einen entsprechenden idecliea Anteil am Grundbesitz der Gesellschaft. 2. Für Interessenten, die 15 Dunau! oder mehr erwerben, besteht auch die Möglichkeit, unmittelbar Besitzer ihrer Parzelle zu werden. D. h. es wird auf ihr Verlangen hin jederzeit ein Bodenbesitztitel (Kuschan) aut ihren Namen überschricben. Die daraus entstehenden Kosten sind in diesem Falle vom Käufer zu tragen. Zum Zwecke der entsprechenden Zuteilung des Bodens wird eine Sachverständigenkommission eine genaue Bewertung der einzelnen Teile der Pflanzung vornehmen. Die at:f Grund dieser Bewertung abgegienzten Parzellen werden durch das Los auf die Käufer verteilt, wenn keine andere Einigung zwischen ihnen erzielt wird. Brunnen, Wasserreservoir, Packliaus usw. bleiben Eigen■ tum der Gesellschaft. An diesen Obieklen werden die Rechte der Mitglieder, die einen eigenen Bodenbesitztitcl (Kuschan) haben, vertraglich gesichert. Mitglied kann nur werden, wer mindestens 5 Durum der Plantage erwirbt. Jeder der ausgegebenen Anteile (Menajoth) entspricht dem Durchschnittserwerbsprcis von einem Dunam bepflanzten Bodens. Für die nächsten zwei Jahre hat der bisherige Käufer der Frucht sich berciterklärt, auch weiterhin den Ertrag der Pflanzung abzunchmen. Die Pflanzung umfaßt 500 Dunam, Der Preis pro 1 Dunam Pardcß, fruchttragend, einschließeud alle Einrichtungen wie Installationen, Brunnen, Wasserzisterne, Packhaus usw. beträgt £P 131, wobei die diesjährige Ernte, die von Fachleuten auf £P 10 —12 pro Dunam geschätzt wird, in Abzug zu bringen ist. Eingehende Informationen erteilt dis Palästina-Amt, Landwirtschaftliche Abteilung, Berlin W 15, Meinckestr, 10. Der ArbeiSermangel in Palästina Tel-Awiw, 9. Oktober. (J.T. A.) In Tel-Awiw fand eine Beratung von Vertretern der Arbeiterausschüsse versehiedener Städte und Kolonien mit dem Zentralkomitee des Landarbeiterverbandes und der Kolonienabteilung des Mcrkas Chaklai statt, um über Maßnahmen zur Behebung des starken Mangels an י ii d i s c 11 e n Arbeitern in den Kolonien zu beraten. Es wurde beschlossen, an die Unternehmer mit dem Ersuchen heranzutreten, die Durchführung von Bau - und öffentlichen Arbeiten auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben und die so freiwerdenden Arbeiter in die Landwirtschaft überzuführen, damit eine Erschüfterung der Stellung der jüdischen Arbeit in den Kolonien vermieden werde. Erster Transport von Crape Fraits Haifa, 9. Oktober. (J.T. A.) Die Gesellschaften LRmaschbir, Jachin und Tenuwah haben durch ihre gemeinsamc Verkaufsorganisation ״Hyt“ •den ersten Tran?־ zort von Grape Fruits aus dcm Jordantal nach En!:- and und dem Kontinent gesandt. Infolge der besonderen l<h־ matischen Verhältnisse im Jordantal können die Früchte dort früher als in jedem anderen Teil des Landes geerntet werden. Mit dieser Sendung wurde die Citrusexportsaison 1933/34 eröffnet. In der Saison 193233׳ wurden aus Palästina über 250 000 Kisten Grape Fruit exportiert; 1n der kommen־ den Saison wird mit einer halben Million Kisten gerechnet Der Grape Fruit-Export hat in Palästina erst vor vier Jahr“1 eingesetzt. Die ersten Grape-Früchte wurden 1912 auf der Plantage des Pica-Beamten Abraham Brill gezogen, Die So ist, di für ihr wir di! in heb Jerusal auch v rangig den Fi andere Di Bert wie s! hervor ״O h e palästi kunft Tradit als d i D A. S c lichkei gebrac für di wurde grosef gering man י Rudva Rhvth Allzu bracht Spracl gesetz G Bühnt liehen fache! große auch dem kosts! 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