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Jüdische Rundschau · 1933-10-20 · Heft 84 (20.10.1933) · p. Seite 672

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 84 (20.10.1933)
Date
1933-10-20
Page
Seite 672 (sequence 4)
Language
German
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Se׳te 670 jodische Rundschau Nr. 84, 20. X. J933 Boykott und ״jüdische Schwäche“ Der ,.Völkische Beobachter" vom 12. Oktober bringt mit roßer L'cberschrift ״Polnische Erkenntnisse der nter nationalen Juden (rage“ einen Auszug eines Arti :c.s. der im ״K u r j e r Poznanski“ erschienen ist. ln diesem Artikel heißt es: ״Die Reden von der ,imbez'vungcnrn Macht der Juden* und von der .emhritlirhen Front des Welt jaden twm‘ haben sich *um größten Teil als Legenden erwiesen, die gaiu wissentlich von den juilen gemacht worden sind, um die arische: Bevölkerung vor ihrer Macht in Angst m erhalten.“ Der ״Kurjer Poznanski“ weist dann darauf hin, daß es den Juden nicht gelungen sei, einen Boykott deutscher Ware;! durefmiführen und erwähnt, daß in Polen der ״Beriiner Oberrabliincr I)r. Hildesheimer“ erschienen sei, um die jüdischen Gemeinden in Polen aufzufordern, den Boykott deutscher Waren zu widerrufen. Das polnische Blatt fahrt dann fort: ״Die Erbärmlichkeit des materialistischen jüdischen Charakters ist in voller Deutlichkeit in diesen verschiedenen Erscheinungen zutagegetreten, Erscheinungen, die vor allem von der j ü dischen Feigheit und davon überzeugen, daß die Juden eich sofort vor der Macht beugen., der zu unterwerfen sie sich »!)gewöhnt hatten. Kami man sieh über den Abscheu wundern, den die H itlrileutc gegenüber den Juden Hegen? Kanu man sich d'riiber wundern, daß das Ctfuld der Geringschätzung der Juden heute fa,t alle Völker und sogar diejenigen Faktoren zu erfassen beginnt, die den Juden solange wiUuhtig waren?י־ Das polnische Blatt fordert dann indirekt, daß auch in Polen ein scharfer Kampf gegen die Juden geführt werde, weil die oben erwähnten Tatsachen die ״Legende von der jüdischen Macht“ widerlegt hätten. Die Tendenz des polnischen Blattes ist durchsichtig. Uns aber interessiert die Frage, warum der ,,Völkische Beoh achte r“ einen solJien Artikel offenbar doch, wie aus der l'ehcrsciirift hervorgeht, zustimmend — abdruckt. Daß das polnische Blatt sich darüber ärgert, wenn der von den Chauvinistischen Polen besonders gern gesehene antideut-che Boykott nicht so vonstatten gellt, wie diese palin eben Kreise wünschen würden, kann uns nicht wundern. Daß ab,er auch der ״Völkische Beobachter“ eine Einschränkung tles in jüdischen Kreisen propagierten antideutschen Boykotts als ״jüdische Schwäche“, als etwas Anzuprangemdes be.riulite:, läßt sieh schwer glauben. Wir!iahen wiederholt in der ״hnlDclten kundsehau“ ausgesprochen, daß wir Boykott als kein geeignetes Mittel der Austragung politischer oder ideo’.ogi-cher Kämpfe betrachten. Der ,,Völkische Beobachter“ hat hei vielen Gelegenheiten sich mit großer Entrüstung über die Boykott-Propaganda indischer Kreise im Ausland ausgelassen, (Am 13, Oktober folgte im ״V. B.“ ein Bericht aus Holland ״bei den jüdischen Dcutschenhetzern“, worin es heißt: ״Der Einfluß des Judentums in Holland ist außerordentlich stark“.) Der ״Y. ß.“ kann sich also schwerlich darüber treuen, wenn ein Versuch, antideutschen Boykott zu bekämpfen, von einem polnischen Blatt verhöhnt wird. Noch ein Wort über die ״Legende von der jüdischen Macht“. Diese Legende ist von Juden niemals verbreitet worden, sondern existierte nur in der Phantasie der Antisemiten, die dieses Argument benutzten, um ihren Judennaß zu rechtfertigen und gelegentlich als ״Abwehrkampf*' gcrert die andere Völker bedrohende jüdische Macht hinzu- *teilen. Wenn aber der Hinweis auf die Schwäche der Juden fn diesem Zusammenhang dazu benutzt wird, um nun auch In Polen eine scharfe autijüdische Politik zu empfehlen, «o kann dies vielleicht die deutsche ()Öffentlichkeit darüber -*ufklären, warum ausländische, z. B. polnische Juden, so schwer von der antideutschen Boykott-Propaganda abgebracht werden können. Sie tun cs nicht um der deutschen Juden willen, sondern sie befürchten das, was der ״Kurjer Poznanski“ Her ausspricht: daß aus der ״Schwäche der Juden“ der Schluß gezogen werden könnte, auch andere Länder, z. B. Polen, durften sich eine scharfe autijutiische Haltung edauben, ohne Nachteile erwarten zu müssen. Es handelt sich also bei dieser antideutschen Propaganda .gewissermaßen um eine ,,iniR-rpolnische“ Angelegenheit. Es ist zu hoffen, daß die 1 e-er des ״Völkischen Beobachters“ diese Zusammenhänge jetzt erkennen werden. Gegen Boykott Jüdischer Warenhäuser Der Bachs wirf schaff srn inister hat, wie die ״Frankfurter Zeitung“ vom 17. 10. berichtet, an den Treuhänder der A r b e 'i t für das Wirtschaftsgebiet Westfalen eine Verfügung gerichtet, die dieser an die Regierungspräsidenten, Polizeipr.'i״identen, Landräte und Oberbürgermeister seines Bezirks zur weiteren Veranlassung wcitcrgelcitct bat. Nach einem Abdruck in der ״Herforder Zeitung“ stammt diese Verfügung von! fi. September 1033. Am 2). September wurde sic der Presse zur Veröffentlichung übergeben. Sie bekundet den Willen des Rdchswirtsdiaftsmini.tters, daß jedes unbef u g t e u ri d 11 n berc 1! i i 1g t e Eingreifen in die Wirtschaft 7.11 u n t e r b leiben hat und daß Boykottmaßuahtnen, soweit sie von Verwaltungsbehörden ausgegangen sind, zurüekgenominen werden. In der Verfügung des Treuhänders heißt es: ״Der Herr Reichswirtscliaftsminister teilt mir folgendes mit: ״Obwohl in der Zwischenzeit mehrfach darauf hingewiesen worden ist, daß unter den zurzeit bestehenden wirtschaftlichen Verhältnissen die Rücksicht auf die Lösung des im Vordergrund aller Ucberlegungen stehenden Arbeitslosenproblems allen anderen Uebcriegungen voranzugehen hat, und obwohl von der Reichsregierung immer wieder darauf hingewiesen worden ist, daß in der Wirtschaft nur das Können ausschlaggebend sein darf und daß alle Eingriffe in die Wirtschaft sowie jedes unbefugte und unberechtigte Vorgehen gegen einzelne Personen unbedingt zu unterbleiben haben (siche auch Verfügungen des Stellvertreters des Fuhrers der NSDAP vom 7. Juli und 8. August 1933) lauten die mir aus Ihrem Arbeitsbereich zukominenden Berichte nach wie vor dahin, daß Waren- und Kaufhäuser, Einheitspreisgeschäfte, kaufhausähnliche Unternehmungen nach wie vor erhebliehen Störungen unterliegen. Allgemein geht die Klage dahin, daß nach wie vor durch Einliußnahme Dritter auf die Willens ׳.׳:',;Schließungen von Zeitungsverlags-Unternchmungen einzelne Geschäfte oder Gruppen von Geschäften, insbesonde־c Waren- und Kaufhäuser, der Inseratensperre unterliegen mit dem Ergebnis eines für dieses Unternehmen katasfrophalert Rückgangs der Umsätze.“ Des weiteren teilte der Herr R ei diswirtschaftsminister mir mit, dab bei ihm Beschwerden darüber eingeiaufen seien, daß in einzelnen Städten die Herren Oberbür־ ermeister ihren Beamten verboten hätten, n jüdischen Warenhäusern zu kaufen. Ich bitte daher, die Herren Oberbürgermeister und Landräte anzuweiten, daß diese oder ähnliche Verbote auf gehoben werden. Aus den gleichen Gründen wünscht der Herr Reichswirt־ schaftsminister, daß die Annoncensperre gegen jüdi sehe Kaufhäuser in bürgerlichen Zeitungen aufgehoben ist. ich bitte auch in dieser Angelegenheit das Nötige zu veranlassen,‘‘ Juden in den Handwerkerorganisalionen Wie der ״Völkische Beobachter“, Berlin, vom 18- 10. berichtet, ist über die Zugehörigkeit jüdischer Handwerk e r zu HandwerksorganLsationen vom Reichsverband des deutsehen Handwerks folgende Richtlinie gegeben worden: ״Die Frage der Zugehörigkeit jüdischer Mitglieder zu Handwerksorganisqjionen ist dahin zu beantworten, daß an der Zugehörigkeit nichts zu ändern ist, soweit zwingende gesetzliche Vorschriften, wie hinsichtlich der Zugehörigkeit zur Handwerkskammer und Zwangsinnung, bestehen. Darüber hinaus würde aber auf jeden Fall zu vermeiden sein, daß die jüdischen Mitglieder der Handwerksorganisationen Ae in ter in der Organisation bekleiden und insbesondere Vorstandssitze innehaben. Soweit die Zugehörigkeit zur Handwerksorganisation nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, muß es an sich den einzelnen Organisationen überlassen bleiben, die Frage der Zugehörigkeit jüdischer Mitglieder zu regeln. Grundsätzlich würde aber selbstverständlich auch hier Wert darauf zu legen sein, daß jüdische Mitglieder keine Aemfer bekleiden und insbesondere keine Vorstandssitze innehaben.“ Segen Ausbildung jüdischer Handwerker Die ״Ostpreußische Handwerkszcitung“, Königsberg, ver* öffentlicht in Nr. 10 eine Mitteilung, wonach der ״Deutsehe Handwerks- und Gew erbekam in er-Tag“ eine Instruktion erlassen hat, worin Handwerker aufgefordert werden, etwaige zionistische Wünsche, betreffend Handwerker-Ausbildung jüdischer junger Menschen, die sich für Palästina vorbereiten, abschlägig zu bescheiden. Zur Begründung wird angegeben, daß die Gefahr bestehe, die ausgebildeten jüdischen Handwerker könnten dann nicht nach Palästina auswandern, sondern i n Deutschland bleiben, wobei sie später Mitglieder der Hand werke!־Organisationen werden würden, so daß diese Organisaiionen fremdstämmigen geistigen Einflüssen ausgesetzt würde. Aus diesem1 Grunde könne ein Entgegenkommen gegenüber den zionistischen!Wünschen nicht empfohlen werden. Wir glauben, daß die zuständige Handwerkerorganisation ihre Entscheidung einer Nachprüfung unterziehen sollte. Der jüdischen Jugend wird häufig vorgeworfen, daß sie keine manuellen Berufe ergreifen wiii. Wenn gegenüber der Ausbildung eines jüdischen Handwerker-Nachwuchses in Deutschland Bedenken bestehen, so sollte dies doch auf Handwerker, die nach Palästina gehen, nicht ausgedehnt werden. Zahlreiche Aeußerungen aus nationalsozialistischen Kreisen beweisen, daß dSe jüdischen Versuche einer berufliehen Umschichtung für Palästina häufig auf Interesse und Sympathie stoßen. Es wäre dankenswert gewesen, wenn von deutschen Handwerkern auf einem Gebiet, wo übermäßiger jüdischer Einfluß nicht zu befürchten ist, die erbetene Hilfe gewährt worden wäre. _ *,Deutsches Geschäft״ Dieser Tage gelangen, wie die ״Frankfurter Zeitung“ vom 12. 10. meldet, in Württemberg von der NS.-Hago- Gauführung Schilder mit der Aufschrift ״Deutsches Ges c h ä 11“ zum Vertrieb. Das Schild kann nur demjenigen Geschäft verliehen werden, dessen Inhaber und Frau deutscher, arischer Abstammung sind, und an dem weder jüdische Kapitalien noch jüdis che Teilnehmer nt i t a r b e i t e n. Die Berechtigung zur Führung des Schildes läuft vorerst auf ein Jahr. Die Leihgebühr beträgt je nach der Größe des Geschäfts 6,50 bis 20 k.M. Der Erlös-, wird zum Teil nationaliozjalistisehen Wohlfaiirtsunterstütziuigen zugewieseh. Die Schilder, die deutlich sichtbar am Schaufenster aufzuhängen sind, kann der Beauftragte der NS.-Hago-Gauführitng ohne Angäbe von Gründen und mit der Berechtigung, den Grund zu veröffentlichen, ohne Entschädigung wieder entziehen. Die ״Jüdische Rundschau“ an ihre Bezieher in Groß- Berlin, Breslau, Frank. furt/Main und Hamburg Zur Bequemlichkeit unserer Leser in den oben genannten Städten wer den wir abl. November 1933 den Versand unserer Zeitung und das Einziehen der Bezugs• gebühren dem Postzeitung•• amt übertragen. Unseren Freunden in Groß-Berlin, Breslau, Frankfurt/M. und Hamburg wird also in Zukunft um den SO* eines Jeden Monats der Briefträger die Abonnements-Rechnung für den kommenden Monat vorlegen. Der Briefträger kassiert also erstmalig etwa am 20. Oktober. Die Bezugsgebühr beträgt RM 2.- pro Monat und schließt alle Spesen ein. Bei pünktlicher Zahlung erleidet die ständige Lieferung keinexleiUnterbrechung. Quartalszahler, Streifband* Bezieher werden wie bisher beliefert Jüdische Rundschau Vertriebs-Abteilung Organisation der arischen Hausverwalter Das Organisationsamt der Deutschen Arbeitsfront hat allgeordnet, daß alle deutsch-arischen Hausver- Walter, die fremde — nicht eigene — Grundstücke verwalten, in den ״Deutschen Arbeiterverband der öffentlichen Betriebe“, Fachschaft E, Verkehr und Handel, mit eigener Sparte ״Hausverwalter“, eingegllcdert werden. Die Hauptziele der Organisation sind: 1. die Zusammenfassung aller deutsch-arischen Haus- und Grundstücksvenvalter unter einlieitlkhcr Führung in der Deutschen Arbeitsfront; 2. die Schaffung eines geordneten, existenzfähigen Verwalterbcruf«; 3. Berufs Vertretung und Schutz für die einzelnen Mitglieder; 4. die Bereinigung der Haus- und Gruiidstücksvenvaltungen von unsauberen Elementen, Ausführung der Verwaltungstätigkeit durch verantwortungsbewußte, arische Volksgenossen sowie die Be• scitigung des Bestechungsunwesens nach dem Grundsatz; ״Gemeinnutz geht vor Eigennutz“. Antwort an Naumann Der ״Verband nationaldeutscher Juden“ veranstaltete vorige Woche in Berlin eine Kundgebung, bei der Dr. Naumann über das Thema ״Deutsche Juden und Fremdjuden" sprach. Ls war für jeden Juden, der ein Gefühl für Würde hat, eine 1111gemein beschämende und peinliche Veranstaltung, über die in einem jüdischen Blatte am besten kein Wort verloren wird. Wie diese Veranstaltung auf die deutsche Umwelt wirkte, dafür ist wohl ein Bericht der Zeitung der deutschen Arbeitsfront ״Der Deutsche" charakteristisch, die in ihrer Ausgabe vom 15. Oktober schreibt: Und das hatte noch niemand vorher gesehen: Juden in nordischem Auliugc! Der Verband nationaldeutscher Juda (an und für sich schon ein Paradoxon) hatte in Berlin cn.e ״Kundgebung“, die mit einem ״Einmarsch“ der ״Hündischen Jungenschatt“ eröffnet wurde. Man spielte Teile aus Richard ners ״Meistersingern“ und einer der Judenjünglinge sprach v! ״Heroismus der Jugend und de3 reifen Meistertums (!) im poi: tischen Leiten, die sich zuerst 7.U bekämpten schienen, sich da!:., aber zur Einheit durchringen konnten“. Am Aufbau mitzuheltm sei ״Pflicht“ der Juden, man habe nichts gegen die Rassenlehre zu sagen, man müsse nur zwischen ״deutschen Juden“ und ״Frcmdjuden“ anterscheiden. Man wolle die Ungleirhschaltung der Juden, brachte einen dreifachen Heilraf aus und endete das Theater mit dem Deutschlandlied. Bisher haben wir uns diese Verhöhnung deutscher Ideale getallen lassen. Es könnte aber sehr leicht einmal dazu kommen, daß ein paar Männer damit auf räumen! Wir sind die schärfsten Gegner des Naumannschen Verbaudes, aber gegenüber der Kritik des ״Deutschen“ müssen wir doch sagen, daß den Veranstaltern dieser Versammlung wohl unrecht geschieht. Sie hatten gewiß nicht die Absicht, die deutschen Ideale zu verhöhnen. Sie sind nur so in stinktverlassen und wirklichkeitsblind, daß sie jede Selbstkritik verloren haben. Jüdische forscher nnd Amte in Manchester London, 6. Oktober. (J.T. A.) Wie die Universität Manchester amtlich mitteilt, wurden an dieser Universität mit Hjlfe eines von Bürgern der Stadt Manchester gestifteten Stipendienfonds Vorläufig für fünf jüdische Gelehrte aus Deutschland Forschung splätze geschaffen. Am Geschichtswissenschaftlichcn Institut arbeitet Dr, Martin Wein■ bäum (Berlin), am Mathematischen Institut Dr. R. Baer (Halle), am Physikalischen Institut Dr. Rudolf Peieris (I!׳:׳•• zig), am Physiologischen Institut Professor David Katz (Rostock). Mit der Anstellung von ein bis zwei jüdische!! Gelehrten an der Universität Manchester ist in absehbarer Zeit zu rechnen. Gleichzeitig wird angekündigt, daß die Berliner Professoren Hermann Zondek als ehrenamtlicher Konsiliarius für interne Medizin, Bernhard Zondek als Ehrenkonsitiararzt für Gynäkologie und Samuel G. Zondek als Berater für Bakteriologie an das jüdische Königin Viktoria-Gedachtniskrankenhaus in Manchester für die Dauer eines Jahres verpflichtet wurden. Siedlungspläne im Ausland Die ״Informationsblätter des Zenfralausschusses der deutsehen Juden für Hilfe und Aufbau“ teilen mit: In der letzten Zeit sind wiederholt Projekte für Sie:!• I ungen deutscher Juden im Ausland außerhalb Palästinas befürwortet worden. Wir machen darauf aumerksam, daß der Zentralausschuß der deutschen JutU״ für Hi'fe und Aufbau bemüht ist, diese Projekte soweit es möglich ist auf ihre Ernsthaftigkeit und auf das Wirtschaftliehe Risiko, das der Einzelne eingeht, zu prüfen, daß wir aber für keinen Plan, der nicht ausdrücklich von tm• befürwortet ist, verantwortlich sind. In kurzer Zeit wird zur Prüfung solcher Pläne voraussichtlich ein kleiner Ausschuß durch den Zentralausschuß gebildet werden. Kleine Nachrichten Das Sekretariat der Johann Wolfgang Goethe-Unicefsität in Frankfurt a. M. veröffentlichte vor kurzem eine Liste sämtlicher auf Grund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums aus dem Lehrkörper d:r Universität ausgeschiedenen Professoren und Dozenten. Pi« Liste umfaßt 52 Namen, darunter folgende unsere Leser interessierende Persönlichkeiten: Dr. Franz Oppen hei■ mer, Dr. Carl Mannheim, Dr. Ranhael Weich b r 0 d t, Dr. Wilhelm Hanauer, Dr. Walter Sulzbach, Dr. Martin Plessner, Dr. Hans Weil, Dr. Gottfried Fraenkel, Dr. Norbert Gl atz er, Ernst Kahn. Ferner ist Pro: Martin Bub er aus dem Lehrkörper ausgeschieden. Prof. Adoit Frankel ist aus dem Lehrkörper der Universität Kiel ausgeschieden. Der deutsche Landhandelsbund, Hauptabteilung I des Reichsnährstandes, teilt mit: Wir sehen uns veranlaßt, um Gerüchte zu zerstreuen, darauf hinzuweisen, daß kein Bäcker verpflichtet ist, seinen Bedarf an Roggen- oder Weizenmehl bei irgendeiner Bäckereinkaufsgenossenscha1 mag er nun Mitglied sein oder nicht, einzudecken. Jcd<‘r Bäcker kann frei von dem ortsansässigen arischen Mehl• Händler nach wie v«r sein Mehl beziehen. Alle gegen• teilig lautenden Mitteilungen sind unwahr. Im Jerusalemer Stadtteil Rechawiah fand die feierliche Grundsteinlegung züm neuen Gebäude der JewU" Agency statt. Die Zeremonie der Grundsteinlegung zu d«11 neuen Hause wurde von den Mitgliedern der Exekutiv:־ Dr. Hexter und Schertok in Anwesenheit von Ver■ tretern der Arbeiterorganisationen, des Beamtenstabs der Agency und der Bauarbeiter vorgenommen.

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