Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 83 (17.10.1933)
- Date
- 1933-10-17
- Page
- Seite 661 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 83» 17. X. 1933 jüdische Rundschau Seite 659 133 Frage ischcn üsscn. % des I essen Lichtindcit. Standußcrst Aus- vor- . Der ■rsicht. Vorwerd c Filman es 01 ch e!1 den allsten i n e ni;eien 11. F.s Filme sclwf!- ipunkt;essen, SchaulWalte. am mir ׳erden. Darin i t 1 m e r, assc. (er ind jii- 11 e 1: - en, er- ■chtigte Wohn- .1t scheu in, die haben It dem Herrn gemein zahlen. 1111, s;> 5 beim enauen :11/ei! imittel- Versor- 110 bei Ucber-;bügle! 1 origj. Zum aubigfi ׳ringe״■ .derung וו Ausri. P? 1 Ma• tz über S11 ״ a :hlichen agi: ircli di!’ rd!11■ vergi .stin׳•: enneidc:'! •en man pefruclcsls Er;:.:- U5im יominii« hat, d•• Heilung Verla«! erb e -; dttrei! rfrauti« ann“. 1a? Ls st! h vom tayreu'h len und >lg ende; Bayreidi;cn bt־-»־ •umlniilen D <ז ־ e n, d 5 ג he Zu• : i c!1 <-״ ׳• chadhaf'•' icgenif «'־ [it eiru-ra noch so , dürfte acWicbe gen z11׳ Wiener r Grab- Tani'ü•■!gt wo:• :n sonst ten sich lort au; Aus den Gemeinden Das Leben in einer Mittelgemeinde Ein Bericht aus Darmstadt Die wirtschaftliche und seelische Not macht sich besonders in den Mittelgemeiiiden bemerkbar. Mit großer Sorge sieht man dem nahenden Winter entgegen. Alle Gegensätze müssen in den Hintergrund treten, wenn es gilt, der Not zu steuern. Die Not bewirkt nicht nur eine verminderte steuereinnah me der beiden hiesigen Gemeinden, sondem zeigt »ns auch, wie wichtig die Fragen der Berufsberatung und iw. ,״.-.Umschichtung sind. Viele sind schon ausgewandert. Sie haben zum größten Teil in Palästina Heimat und Arbeit gefunden. Demnächst werden wieder einige Familien dorthin überriedeln. Die Palästinaberatungsstunde, welche der Führer der Zionistischen Vereinigung Darmstadt an zwei Nachmittagen der Woche abhält, hat nach wie vor einen außerordentlich starken Zuspruch. Seit März sind etwa 1200 Besuche aus Darmstadt und Umgebung zu verzeichnen gewesen. Die Jugend ist zum Teil in der Umschichtung begriffen und will sich nun in einer Hechaluzgruppe zusammenschließen. Der Ausschuß für Hilfe und Aufbau, die Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege und der jüdische Frauenverein können ihrer Aufgabe nur dann gerecht werden, wenn jeder, der noch dazu in der Lage ist, hilft, um die dringendste Not zu lindern. Die geistige jüdische Arbeit lag seither hauptsächlich in Händen der Vereine. Dieses Jahr hat die Religionsgemcinde eine Vortragsreihe religionswissenschaftlichen und allgemein bildenden Inhalts angekündigt. Die Arbeits- Gemeinschaft Jüdischer Jugend hält Kurse in Englisch und Französisch ab, veranstaltet Freitagabendfeiern usw. Die sportliche Ertüchtigung der Jugend hat der R. J. F. in die Hand genommen. Die Zionistische Vereini- . :! n g ist sehr rührig. Obgleich viele ihrer seitherigen Mitarbeiter bereits in Erez Israel sind, zählt sie noch über 100!Mitglieder. Sie hat es verstanden, das Zusammengehörigkeitsgefiihl ihrer Anhänger zu stärken, was in dieser Zeit besonders begrüßenswert ist. Für diesen Winter ist ein zionistischer Schulungskurs vorgesehen. Der Hebräische Sprachktirsus wird von Dr. Enoch geleitet. Wir können aus alledem ersehen, daß trotz Wirtschaftlieber Not in unserer Gemeinde geistiges Interesse vorhanden ist. Hoffentlich findet auch bald die wichtige Frage der jüdischen Volksschule eine all« Seiten befriedigende Lösung. _ J- L. Trier, die älteste Jüdische Gemeinde Deutschlands Trier ist nach neueren Forschungen von Oberrabbiner Dr. Altmann die älteste jüdische Gemeinde Deutschlands. Die ersten jüdischen Ansiedler sind als Händler und Sklaven mit den römischen Heeren nach Trier gekommen. Im Laufe dieser Zeit hat die jüdische Gemeind« Trier alle Wechselfälle der Urmvclt miterkbt. Aus dem Mittelalter ist noch heute das Ghetto, die Judengasse erhalten. Bis Anfang dieses Jahrhunderts umfaßte die Gemeinde ungefähr 1000 Seelen, das ist 11/2 0/0 der Bevölkerung. Seit dem letzten halben Jahr macht sich eine Abwanderung bemerkbar, die zum Teil die Nachbarländer Frankreich, Belgien und Luxemburg zum Ziele hat. Einige Familien sind bereits nach Palästina ausgewandert, wieder andere sind im Begriff, sich dort eine neue Heimat aufzubauen. Die Juden gehören vorwiegend dem Mittelstand an. Beruflich sind sie im Detailhandel, Weinhandel, Viehhandel, etwas in der Industrie, einige wenige als Akademiker und kaufmännische Angestellte tätig. Die wirtsehaftliche Krise macht sich auch hier stark bemerkbar. Die Gemeinde war bisher finanziell in guten Verhältnissen, soziale Lasten waren sehr gering. Jedoch ist infolge der Krise und der allgemeinen Verschlechterung der Lage der jtidischcn Geschäftswelt ein katastrophaler Rückgang der Kultussteuercingänge zu verzeichnen. Die Gemeinde Trier besitzt seit über 100 Jahren eine jüdische einklassige Volksschule. Sie w׳ird heute von ungefähr 50 Kindern in acht Schuljahren besucht und untersteht der Leitung des Herrn Lehrer Simon. Mit Rücksicht auf die neuen Schulgesetze ist man im Begriff, das jüdische Schulwesen auszubauen. Neuhebräisch wird in einigen Zirkeln für Erwachsene durch Herrn Lehrer Simon und neuerdings durch Herrn Lehrer Isenberg unterrichtet, und in den Schulen von Rabbiner Dr. Altmann und den Lehrern. Ferner hat der jüdische Jugendbund Kurse in Neuhebräisch begonnen. Das Interesse für Palästina kt sehr rege. Ein Vertrauensmann des Palästina-Amtes erledigt die täglich sich steigernden Anfragen. _ E.Sch.־J. Gemeindearbcü in Wuppertal Der veränderten Zeitlage ist gleich zu Anfang dadurch Rechnung getragen ■worden, daß die früheren und neuen Aufgabengebiete der Gemeinde an verschiedene ehrenamtliehe Dezernenten verteilt wurden. Diese Dez.ernenten ergreii'en gemeinsam mit dem Vorstand die notwendigen Maßnahmen. Die Repräsentanz behielt sich lediglich die Ent- Scheidung über den Gesamtetat wie über Personalfragen vor. Das Jugenddezernat richtete verschiedene Kurse ein, die auch gleichzeitig die Barmer Jugend mitumfassen. Es laufen zwei Kurse ür Neuhebräisch (Rabb. Dr. Lubasch- Barmen und Rabb. Dr. Philipp-Elberfeld), ein Kurs über jüdische Geschichte des letzten Jahrhunderts, ein Kurs über Mirtschaftsfragen. Nach den Feiertagen wird ein weiterer Kurs für Neuhebräisch für die jüngere Jugend an einem Nachmittag eingerichtet. Der Frauenbund hat für seine Mitglieder ebenfalls einen Hebrüisclikurs. Ein weiterer Erwachsenenkurs wird von der ZOG. veranstaltet werden. Der Frauenbund hält; außerdem einen Englischkurs sowie einen schon seit langem bestehenden Bibelkurs ab. Die ZOG. setzt nach den Feiertagen einen vor beinahe zwei Jahren begönnenert Geschichtskurs fort, der mit den Uranfängen Israels hegönnen hat und jetzt mit der Geschichte des frühen Mittelalters seine Fortsetzung finden wird. Das Wohlfahrtsamt unserer Gemeinde besitzt seit vielen Jahren einen anerkannten Arbeitsnachweis, der naturgemäß stark in An- Spruch genommen ist. Er ist sehr bemüht, mit Hilfe der hündischen Jugend 11achscharahstellen ausfindig zu machen. Im Bezirk unserer Gemeinde liegt die Stadt Remscheid. Auch dort laufen seit einigen Monaten 2 Kurse, einer für Neuhebräisch, ein zweiter für jüdische Geschichte von der Z.cit der Emanzipation an. Der Besuch all dieser Kurse ist außerordentlich rege. Es steht zu hoffen, daß auch bald die sportlichen Iijtcressen der Juden Wuppertals gepflegt werden können. Außer diesen bestehenden und geplanten Kursen, die naturgemäß immer nur einen kleineren Kreis der Gemeinde umfassen können, weil sie regelmäßige Teilnahme und intensive Mitarbeit erfordern, werden im Winter große Vortragsveranstaltungen hinzukommen, A. Ph. Palästina, die Hoffnung der Jugend Von Dr. Hans Weißmann, Reuthen (O.-S.) Die Beuthcner jüdische Gemeinde umfaßt z. Zt. 3264 Seelen. Infolge der Lage Reuthens an der deutsehen Reichsgrenze entfällt ein verhältnismäßig hoher Anteil an der Jüdischen Bevölkerung auf Ausländer und Staatenlose. Die Zahl der Nichtreichsangehörigen unter den Gemeindemitgliedern beträgt 841, d. h. mehr als «,. Noch zu Anfang des Jahres 1933 war die Sccleiizahi 3500, so daß also im letzten Halbjahre 200—250 Menschen ansgewandert sind. Als Auswanderungsbzvv. Rückwanderungsziel wurde zunächst hauptsächlich das benachbarte Polen gewählt, während sich jetzt mehr und mehr das Interesse der Auswanderiiden Palästina zuwendet. Wirtschaftlich hat die Beuthener Gemeinde schon in den letzten Jahre« erheblich gelitten. Die wirtschaftliche Krise des deutschen Juden, die der politischen Umwälzung voratisgipg, konnte man auch hierorts an vielen Beispielen beobachten. Große, in jüdischen Händen befindliche Firmen, z. B. in der Holz- und Eisenbranche, sind wirtschaftlich in Verfall geraten. So gibt auch die Finanzlage der G e היז c i n u e für die Zukunft zu größten Besorgnissen Anlaß, zumal andererseits die Anforderungen an die Wohlfahrtsarbeit mehr und mehr anwaclisen. Schon im Jahr« 1931 hat sich daher die Jüdische Gemeinde angesichts des allgemeinen Einkomniensrückganges dazu entschließen müssen, neben dem Steuersatz in Höhe von 20 »ö von der Einkommensteuer 50 ס/״ von der Vermögenssteuer zu erheben, wobei jeweils der höhere von beiden in Frage kommenden Beträgen zur Veranlagung gelangt. Nichtsdestoweniger hat man die Ausgabenseite des Etats mehr und mehr einschränken müssen. Für das Jahr 1933 beträgt die veranschlagte Etatsumme 123 407,15 M., d. s. ca. 40 000 M. weniger als die auch schon sehr eingeschränkte Etatsunime des Vorjahres. Auf Armcnunterstützuiigen entfallen im Etat 13 200 M., wobei selbstverständlich die Auf- Wendungen der Chewra Kadischa, der Loge, des Frauenvcreins, der Jüdischen Winterhilfe, der Wandererfürsorge und der Stiftungen nicht berücksichtigt sind. Den Anforderungen der heutigen Zeit hat inan u. a. dadurch zu genügen versucht, daß sich verschiedene jüdische Arbeitgeber ehrenamtlich für eine Berufsbeiatungsstelle zur Verfügung gestellt haben. Diese Institution ist den Jugendlichen nicht nur bei der Wahl ihres Berufes behilflich, sondern versucht auch, hauswirtschaftliche, handwerklieh« und gärtnerische Lehrstellen zu beschaffen. Auch kaufmännische Stellen konnten in seltenen Einzelfällen schon nachgewiesen werden. Man kann die Feststellung machen, daß bei ca. 80 0/0 der Ratsuchenden die Einstellung auf Palästina die Berufswahl bestimmt. Palästina ist zum Hoffnungsanker der jüdischen Jugend geworden. In jüngster Zeit hat sich auch die Gemeind« dazu ent• schlossen, Kurse in englischer, französischer und neuhebräischer Sprache zu veranstalten. Es hat sich dabei-,erwiesen, daß das Bedürfnis nach dem neu hebräischen Sprachunterricht bei weitem vorherrschend ist. So ist sogar in letzter Zeit der Mißstand eingetreten, daß nicht alle, die Unterricht in der neuhebräischen Sprache nehmen wollen, zu den Gemeindekursen zugelassen werden. Ueberhaupt hat man in den Kreisen der für die Gemeinde Verantwortlichen die Zeichen der Zeit noch nicht ganz verstanden, denn immer noch glaubt man, dem althebräischen Gebetimterricht vor dem neuhebräischen Sprachunterricht den unbedingten Vorrang geben zu können, ohne zu berücksichtigen, daß die Jugend schließlich nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen soll. Es ist bei dieser Sachlage selbstverständlich, daß ein wichtiger Teil der konstruktiven Gemeindearbeit auf die Zionistische Ortsgruppe, insbesondere deren Palästina-Beratungsslelle, übergegangen ist. Sie dürfte z. Zt. zu der Institution in unserer Gemeinde geworden sein, die am meisten von allen Kreisen, Bemittelten und Unbemittelten, in Anspruch genommen wird. Beuthen hat den Vorzug, eine jüdische Volksschule zu besitzen, die von ca. 300 Schülern im Alter von 0—14 Jahren besucht wird. Leider muß man auch dem Lehrkörper der jüdischen Volksschule zum Vorwurf machen, daß er z. T. in alten Anschauungen befangen ist und sich nicht dazu entschließen kann, zionistische Gedankengänge bei der Jugend zu verstehen, geschweige denn sie zu fördern. Trotzdem hat die zionistische Jugendarbeit wichtige neue Impulse bekommen. Insbesondere kann der im Makkabi-Verband angeschlossene Turnu. Sportv. ״Hakaal!“ auf einen erheblichen Mitgliederzuwachs hinweisen. Leider ist es bisher noch nicht gelungen, wieder in den Besitz einer Turnhalle und eines Sportplatzes zu kommen, doch hofft man, der jüdischen Jugend Beuthens diese Betätigungsmöglichkeiten noch verschaffen zu können. An weiteren Jugendorganisationen sind die ״Werkleutc“, die ״C.-V.-Jugend“ und das ״Schwarze Fähnlein“ zu nennen. Die Werkleute sind zu wertvollen und freudig begrüßten zionistischen Mitarbeitern geworden, ln den Kreisen der orthodoxen Jugendbewegung wendet man sich in letzter Zeit, wenn auch nur zögernd, mehr und mehr dem zionistischen Gedanken zu. Gemeinde-Rundschau Breslau. Ein Abend jüdischer Künstler. Die von L. M. Schein geleitete Vereinigung mit dem Namen ״Bühne und Brettl“ bevorzugt Programm-Potpourris, die bei Konzerten und Kabaretten, melancholischer oder humoristischer Kleinkunst und der Sdnvankliteratur Anleihen macht. Der Buntheit dieser Abende entspricht die Buntheit der Leistungen, die zwischen dilettantischen Begabungsproben und reifem Kunstvermögen pendeln. Aus echt künstlerischen Bezirken kommen der Geiger Mer Frenkel und die Sopranistin Hertha L er in er, bei denen sich die Glätte der Technik mit positiven Vortragswerten verbindet. Bei Ursel Berlys erreicht die Technik des Gesanges noch nicht den Reiz der mimischen Charakteristik. Fritz Lach mann hält, was sein Humoristenname verspricht, und Heinz Brotzen zeigte sich vertraut mit der jüdischen Chargenkomik. Dr. P. R. Dortmund. Ahse h i e d von Rabbiner Dr. Kurt W i 1 11 e 1 in. Durch den Weggang von Rabb. Dr. Kurt Wilhelm hat die Gemeinde eine große Einbuße erlitten. Dr. Wilhelm hat im Sinne des Zionismus liier gewirkt, doch war ihm stets bewußt, welche Aufgaben in der Galuth zu bewältigen sind. So konnte ihm die ganze Gemeinde volles Vertrauen entgegenbringen, besonders die Jugend bat ihn in all ihren Sorgen und Nöten um Rat. Ain Rosch Haschanah verabschiedete sich Dr. Wilhelm von der gesamten Gemeinde. Ihm dankte Aintsgerichtsrat Gans im Namen des Vorstandes für seine erfolgreiche Arbeit. Herr Rabbiner Dr. Wilhelm wird in Erez Israel eine neue Möglichkeit für seine Tätigkeit finden. Düsseldorf, ln den letzten Wodien sind hier jüdische B i 1 d u n g s k u r s e geschaffen worden, die unter Leitung van Rabbiner Dr. Fschelbacher, Rabbiner Dr. Klein und Dr. Sindler stehen. Das sehr reichhaltige Programm behandelt jiidische Geschichte, Palästina-Kunde, hebräische Literatur, jüdische Volkskunde, Einführung in die jüdische Religion, jüdisches Denken und schöpferische Kräfte des Judentums im Dienste der Weltkultur. - Die Düsseldorfer Gemeindezeitung ist seit einiger Zeit auch für ■die Gemeinden Elber• fehl, Essen und Duisburg niisgebaut worden. — Von wichtigen V franst a 111111 g e n ist eine Gemeindeversammlung vom 8. Oktober ׳zu erwähnen, hei der Dr. Esehelhaclier über ,,Aufgaben der Svnagogengemeind« in unserer Zeit“ sprach. Am 22. Oktober findet in der Synagoge ein Konzert von Emanuel Feuermann mul Wilhelm Steinberg statt. — Nach dem neuesten Volks/ahhmgsergebnis beträgt die Einwohnerzahl Düsseldorfs 495 (X)!), darunter 491K) jüdisihe Seelen. Gegen die letzte Zähluug hat sich demnach die jüdische Bevölkerung um 200 verringert. Hamburg. Zum Andenken an den kürzlich verstorbenen Oberkantor Josef Rosen bl att veranstaltete die Jüdische Gesangvereinigung ״Hasomir“ am 2. Oktober in der Neuen Dammtor-Synagogc eine musikalische Feierstunde. Das stilvoll gehaltene Programm wies neben Werken von Lcwandowski, Lieber und Fiukel in der Hauptsache Kompositionen von Joset Rosenblatt auf. Oberkantor Hermann Lieber erwies sich in der straffen Leitung seiner tüchtigen Sängerschar lind durch die dynamisch fein nuancierte Behandlung der Mannerchöre als ein Dirigent von Format. Als Solisten wirkten in kleineren Partien mit Erfolg die Herren Gerson, Hamlet, S. Kahn, J. Rosenblatt und Rothschild rnit. Liturgische Gesänge von Josef Rosenblatt fanden einen meisterhaften Interpreten in Oberkantor Hermann Lieber. L. Finkei, dem die Bearbeitung einiger Mannerchöre zu verdanken ist, begleitete mit viel Verständnis die stilistischen Darbietungen. Dr. F. S. Kitzingen a. Main. Die Gemeinde Kitzingen blickt in diesem Jahr auf die 50jährige Wiederkehr der Einweihung ihrer Synagoge zurück. In Anbetracht der Zeitumstände wurde von einer größeren Feier abgesehen, so daß das Jubiläum nur im Rahmen eines synagogalen Festaktes be• gangen wurde. Aus diesem Anlaß war am letzten Freitag Abend die Synagoge festlich beleuchtet und geschmückt. Herr Distrikts-Rabbiner Dr. Josef Wohlgemut!! gedachte der Bedeutung des Tages für die hiesige Gemeinde. Krefeld. Durch die Initiative des hiesigen jüdischen Frauenvereins wurde in Krefeld vor ca. drei Monaten ein hebräischer Sprachkursus ins Leben gerufen. Die Teilnehmer an diesem Kursus haben sich nunmehr zu einem Chug Iwri zusainraengeschlossen, in welchem sie ihre Sprach- Kenntnisse durch Konversafionsubnngen pflegen und bereichern wollen. Außerdem hat es sich der Chug Iwri zur Aufgabe gestellt, die hebräische Arbeit in der hiesigen Ge mcinde und ihrer Umgebung zu erweitern und zu fördern und sich mit dem Leben lind Werden des neuen jüdischen Palästina näher vertraut 711 machen. Es ist zunächst he• absiehtigt, einen neuen Anfängerkursus zu bilden, Annieldüngen hierfür werden von Frau E. Roosen, Westwall 20, Fernruf 23 636 und Herrn E. Moses, Kanalstr. 101, Fernruf 25 487, angenommen. Simmcrn (Hunsrück). Dem Beispiele größerer Gemeinden folgend, hatte man dieses Jahr von einem Simthas-Thora• Vergnügen Abstand genommen und dafür in der hiesige« Synagoge einen Kulturabe nd arrangiert. Reges Interess• für diese Veranstaltung wurde nicht mir von den hiesige« Gemeindemitgliedern gezeigt, sondern auch von den Nachbargemeinden, so daß der große Synagogenraum bis auf de« letzten Platz gefüllt war. Lehrer Unikower leitete die Ver• anstaltung. Elian Rosen, der Autor des Romans ״Rabbi Amnon von Mainz“ hielt ein Referat über ״Aktuelle Fragen zum Judentum“. Auch die übrigen Mitwirkenden hatten mit Rezitationen und musikalischen Darbietungen vollen Erfolg. Zum Schluß sprach der 1. Vorsteher der Gemeinde, Herr Emanuel, einige Dankesworte. M. Steele (bei Essen). Lehrer und Prediger August Katzenstein feierte am 7. Oktober sein 25jähriges Amtsjubiläum in unserer ca. 140 Seelen zählenden Gemeinde, die selbständig ist, während die Stadtgemeinde Steele seit vorigem Jahre zur Stadt Essen gehört. Lehrer Katzenstein wirkt außerdem seit einiger Zeit an der städt. jüd. Volksschule Essen. Waldenburg. Vor kurzem konnte die hiesige Gemeine!!• das fünfzigjährige Bestehen ihrer Synagoge begehen. Aus diesem Anlaß ist eine Geschichte der Svnagogengemeinde, herausgegeben von Adolf Meyer, erschienen, die in sehr instruktiver Weise die Entwicklung der Gemeinde und ihrer Arbeiten darstellt. Alles Wissenswerte Uber Palästina Ahsdxneiden und in geschlossenem Umschlag einsenden. erfahren Sie aus dem neuen Heft ״ALI1A H“ Bestellschein. amtliche Informalionsbroschüre des Palästina-Amtes Hierdurch bitte ich um Übersendung von 1 Stück der Jewish Agency, Berlin, ״Alijah". Den Betrag von 0,75 Mark zuzüglich 0,10 Mark Porto lege ich in Briefmarken bei. Die vierte stark erweiterte Broschüre ist zum Preise von Name: . . _ .... 0,75 Mark Adresse: beim Palästina-Amt, Berlin W15, Meinekestr. 10, erhältlich.