Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 83 (17.10.1933)
- Date
- 1933-10-17
- Page
- Seite 662 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 660 jüdische Rundschau Nr. 83, 17.X. 1933 Briefe an die Redaktion ״Dreißig Worte Jerusalem" Paris, 7. Oktober. Sehr geehrte Redaktion! M. V. Ben-Gavrii:l sagt in seinen scherzhaft inhaltreichen Bemerkungen ״Dreißig Worte Jerusalem“, das Jf komm© in keiner europäischen Sprache vor und entstehe dadurch, daß man den Versuch unternehme, sich zu übergeben, sich die Sache aber auf halbem Weg wieder überlege. Ich möchte diese Erklärung, die tatsächlich einiges für sich hat, phonetisch aber schließlich nicht erschöpfend ist, deshalb ergänzen, weil ich glaube, wir müßten uns bemühen, in der Aussprache des Hebräischen zur semitischen Lautgebung zurückzufinden. Zunächst also, daß das V zw׳ar in keiner europäischen Spruch« verkommt, wir es aber von klein auf kennen! Wir alle haben schon als Kinder ein weinerliches, unwilliges, ausemandergezogenes ״Nnnnein!“ von uns gegeben, dessen herausgehobenes Anfaugs-n nicht gewöhnlich klang, sondern etwas Zitterndes, Knarrendes an sieh hatte. Biese••; K-.arren ist wesentlich. Um die Bedeutung des V zu erkennen, ist daher festzustellen, was dieses Knarren der Stimme, dieser aussetzende Stimm ton ist. Der gewöhnliche Stimmion ist das Tönen, das, durch die verschiedenen Mundstellungen gefärbt, die einzelnen Laute trügt, wenn diese bei gleichzeitigem Schwingen der Stimmbänder gesprochen werden; somit das, was gehört wird, wenn diese so stetig schwingen, daß die einzelnen Sclnvirigungssföße un unterscheidbar bleiben. Neben diesem Stimmton mit. ununterscheidbaren Schwingungsstößen gibt es nun den, dessen Stöße als zitterndes ״r-;'ihnliches“ Knarren einzeln vernehmbar sind. Dieser ausset/.ende Stimmten kann den gewöhnlichen vertreten und läßt sieh leicht, wie schon oben erwähnt, bei greinenden Kindern beobachten, in den ״Gefühlstönen‘‘ gewisser Redner, im gequetschten Baß ungeschälter Sänger, die tiefer hinuntcrwollen, als es ihr Stimmumfang zuläßt. Willkürlich erzeugt, kann er auf einzelne Vokale beschränkt werden. Das 5 ist nun das Zeichen dafür, daß dem Anfang oder dem Ende eines Vokals nicht der gewöhnliche, sondern der aussetzende Stimmten zugrunde liegt. In i“” 7״ B, setzt das a mit missetzendem Stimmton, also als ״Knurrvokid“ ein; in Tlbc endet es so. Das 5 ist somit eigentlich weder Konsonant noch Vokal, sondern gibt nur die ״knarrende“ Beschaffenheit des Stimmtons an. Da aber der Teil des Vokals, der mit aussetzendem Stimmten gesprochen wird, im Vergleich zu dem. der den gewöhnlichen enthält, konsonantisch wirkt, mag das ע als Konsonant aufgcfnßi werden. Mit diesen Einschränkungen kann dann ״jedes“ V — jeder ״Knamokal“ (V.. 1?• V, ■ 'V 'P) — ״Stimmbänder-r“ genannt werden. Dr. Leopold Justh. * Anilediung von Akademikern und Kauf leulen Berlin, d. 15. 10. 1033. Sehr geehrte Redaktion! Zu dem in der letzten Nummer der ״Jüdischen Rundschau*‘ erschienenen Artikel von Dr. Walter Kahn, Tel-Awiw, Aber die Ansiedlung von Akademikern und Kaufleuten gestatte ich mir, folgendes zu bemerken: Der von Herrn Dr. Kahn vorgeschlagene Weg zur Gründung einer bürgerlichen Kwuza'h ist ein Plan, mit dem ich mich schon sehr lange befasse; denn es ist klar, daß wir Katifleute bzvv. Akademiker mit dem kleinen Kapital, mit welchem wir nach Palästina kommen, uns unmöglich in der F״rn1 cinlebcn können, wie wir es in Deutschland gewöhnt waren. Es stimmt vollkommen, daß 1000 pal. Pfund für einen Kapitalisten eine lächerlich kleine Summe sind. Andererseits ist meiner Meinung nach eine Kwuz.ih von ca. 200 Familien eine unübersehbare Gruppe, die man unmöglich zusammenfassen kann; denn in einer solchen Kwu/ah sollen doch die Familien in einem freund- ‘whaftüchen Verhältnis zusammengeschlossen werden, und das ist m. E. hei einer so großen Zahl ausgeschlossen. Ich stelle mir einen derartigen Plan folgendermaßen vor: Ein Kreis von ca. 20, im Höchstfälle 50 Familien mit einem entsprechenden Kapital tritt zusammen unter Assistenz b/'.v. Aufsicht von Sachverständigen, die die ,notwendigen Anweisungen übernehmen. Diese 20 bis 50 Familien werden sieh viel leichter anpassen können als eine solche Gruppe von '2101 Familien. Zur Ausführung dieses Planes gehe ich noch etwas weiter als Herr Dr. Kahn, indem ich den Vorschlag mache, dall sich die Interessenten für diese Angelegenheit noch hier in Deutschland zusammenfinden und hier theoretisch die Grundlage für die praktische Durchführung des Planes legen. Es wird dadurch den Einwandernden mit einem Kapital von 1002 pal, Pfund die;Möglichkeit gegeben, nicht ins Ungewisse zu gehen. Hochachtungsvoll Max Srcbnik. * Verwendung von Büchern Eschwege, den 1. Oktober 1933. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Durch die starke Auswanderung werden jetzt viele Hauslialtungen aufgelöst. Dabei werden aus Bibliotheken Bücher .־.:!!־.gemerzt bzw. beim Umzug nicht mitgenommen, die von jüdischem, zionistischem und allgemeinem Interesse sind. Diese Bücher kämen teilweise für die Nationalbibliothek in Jerusale:n oder aber auch für Zionistische Ortsgruppen sowie für Hachscharah-Grupperi in Frage. Es empfiehlt sich, eine Samnels'tcile für diese Bücher einzurichfen, die das Material sichtet und an die in Frage kommenden Stellen verteilt. Mit Zionsgruß Franz Levi, Aus der Tabak Wirtschaft. Uns liegt eine Vereinbarung zwischen dem Deutschen Tabakbau-Verband und dem deutschen Tabakgewerbe betreffend Verkauf und Abnähme der Tabakernte 1933 vor. In dieser Vereinbarung wird 11. a. bestimmt, daß die Abnahme der auf der Einsdireibunt? gekauften Tabake durch den Käufer selbst oder durch einen Beauftragten desselben erfolgen muß. Der Beauffragte muß arischer Abstammung sein und darf durch sein bisheriges Verhalten bei Tabakabnahmen keinen /.:1.31s zur Beschwerde gegeben haben. Wenn es sich um Frontkämpfer handelt, kann der Deutsche Tabakbau-Verband im Benehmen mit dem betreffenden Landesverband für ein- /eine Verwiegungen Ausnahmen zulassen. Ortsgruppen Leipzig. Herr Rabbiner Dr. Joachim Prinz sprach am 3. Oktober im überfüllten Saale des Städtischen Kaufhauses über das Thema: ״Was wird aus unseren Kindern?" Die jüdische Fugend, für die die materiellen Sorgen geringer wiegen als ihre seelischen Nöte, befindet sich heute, so führte der Redner aus, mehr denn je in der Gefahr, durch falsche, urijüüische Erziehung innerhalb einer fremden Umgebung zu verkrüppeln. Nur einen Weg gibt es, der sie zu geraden Menschen macht, die Erziehung in jüdischen Schulen und die reale Verbindung mit Palästina. — Die über 1200köpfige Zuhörerschaft folgte dem Redner mit gespanntester Aufmerksamkeit. Seine mitreißenden Ausführungen lösten schon während der Rede dauernd spontane Beifallskundgebungen aus. Der Beifall steigerte sich am Schluß zu einer gewaltigen minutenlang dauernden Ovation, die nicht nur dem formvollendeten Vortrage, sondern vor allem der Person des Redners selbst galt. Der Gesang der Hatikwah beschloß die Veranstaltung. Daß auch der Keren Kajemeth einen guten Erfolg für sich buchen konnte, ist tvohl selbstverständlich. Palästina-Vorträge in Pommern. Herr Walter Fischer, Stettin, berichtete über Eindrücke von seiner Palästinareise außer in Stettin auch in einer Reihe von pommerscheu Orten wie G reifenberg, Treptow, Belgard, Pohin, Schivelbcin, Labes. Er sprach ferner in Stralsund und Wolgast. Die Vorträge fanden zum Teil in der Gemeinde, zum Teil in den jüdischen lugendvercinen statt. Das Interesse war überall außerordentlieh groß, die Sammlungen für den KKL, für den in manchen Orten zum erstenmal gespendet wurde, erbrachten stattliche St: :::men. Stettin, ln der Stettiner Zionistischen Vereinigung hält zurzeit Herr Dr. Walter Groß einen Vortrags-Zyklus über das Thema: ,,Geschichte des Zionismus". Die Abende finden regelmäßig Sonnabends, präzise 20,30 Uhr, im Bar Kochba- Heim, Klostcrhof 3/1, statt. Durch Mitglieder eingeführte Gäste sind willkommen. Von den Unterrichisanstalten Lehranstalt (früher Hochschule) für die Wissenschaft des Judentums. Zu einer am Dienstag, dem 14. November 1933, nachmittags ö1/« Uhr pünktlich, in der Aula der Lehranstatt, Xrtilleriestr. 14, stattfindenden au Berord entliehe« Generalversammlung werden die Wohltäfer der Lehranstalt hierdurch ergebenst eingeladen, Tagesordnung: Satzungsänderung: Umwandlung des Namens in Lehranstalt. Jüdisch-theologisches Seminar Fraenckelsche Stiftung zu Breslau. Nach dem Weggange des Herrn Professor Dr. Michael G u 11 m a n n nach Budapest hat Herr Dozent Dr. Israel Ra bin an seiner Stelle die wissenschaftlichen Disziplincn und das Amt des Seminarrahbiners am jüdischtheologischen Seminar Fraenckelscher Stiftung zu Breslau übernommen. Die Vorlesungen beginnen am 1. November 1933, Etc Aufnahmeprüfungen finden am 31. Oktober 1933 statt. Vorlesungsverzeichnis und Auskünfte sind heim Sekretariat des Seminars, Breslau, Wallstr. 14, zu erhalten. Da* Patentschaftskomitee für das Schulwerk Adass Jisroel Berlin veranstaltet zugunsten seiner Fürsorgefonds am Sonntag, dem 22. Oktober, um 8 Uhr abends, in der Aula Siegmundsbot 11, einen Vortragsabend mit musikalischen lllustrationen über das Thema: ״Der Frühling in der Musik“. Mitwirkende: Kammermusiker Max Rosenthal, ehemaliges Mitglied der Städtischen Oper, Berlin, Primgeiger, und der Klaviervirtuose Hans FTeylian. Es werden nur 300 Karten zu L— RM. vom Büro Siegmundshof 11 ausgegeben. ' Der Vortrag wird für Jugendliche am Montag, dem 23. Oktober, 7 Uhr abends, wiederholt. Eintrittspreis 0.50 RM. Vom Stellen-Markt Offene Stellen für: perfekte Anlegerinncn für Tiegel- und Schnellpressen, Maniküre mit Erfahrung in Wasserwellen, perfekte Regenschirmnäherinnen, geübte Papierschirmarbeiterinnen, Schäftevorrichterin, jüngere gut ausgebildete Friseurinrien, geübte Kürschnermamsclls, Zuschneiderin für Damenkonfektion mit besten Zeugnissen, geübte Heimarbeiterin für Morgenröcke, perfekte Näherin für Damenröcke, selbständige Mäntelmamsells und Mäntelstepperinnen, geübte Büstenhalter- und Korsettnäherinnen, selbständige Zuschneiderin für Herrenoberhemden nach Maß, perfekte Strickerinnen für Pullover und Mützen, Sclineidermeisierinnen für Lehrlingsausbildung. — Offene Steilen für Ausland: Direktrice für Kinder- und Backfischkleider mit besten Zeugnissen, geübte Gummimäntelklcberinnen für Holland, Pelzstaffiererin und Peizausfertigerin für Luxemburg, Kordeleiarbeiterin für Spezia Im aschinen in Holland, Zinkbecheriöterin für Spanien (unverheiratet). Chemigraph, mit Strich und Auto vertraut, nach Spanien gesucht (ledig). — Wir suchen handwerkliehe Lehrstellen jeder Art, insbesondere im Bau- und Meta!!- gewerbe. Bei besonders guten Lehrstellen können evtl, kleine Zuschüsse gezahlt werden. Ferner suchen wir für die Ausbildung unserer Jugendlichen in handwerklichen Berufen Paten, die diesen jungen Menschen die handwerkliche Ausbildung durch Zahlung von Lehrbeihilfen ermöglichen. Anmcldungcn an die Arbeitsgemeinschaft der Jüdischen Arbeitsnaciuveise, Berlin C 2, Rosenstr. 2/4- Hebräischer Lehrer gesucht. Für einen oberschlesischen Ort wird ein hebräischer Lehrer gesucht, der befähigt ist, Kurs- und Privatunterricht zu erteilen und nachweislich gute propagandistische Fähigkeiten besitzt Garantiertes Einkornmen mindestens 200 RM. Ausführliche Bewerbungen zur Weiterleitung erbeten an die ZVfD., Berlin W15, Meinekcstrafle 10. Nächste Abfahrten nach Palästina (mitgeteilt vom Palestine ft Orient Lloyd, Berlin NW 7, Friedriehstr. 100). Martha Washington 25. 10. ab Triest Theophile Gautier 26. 10. ab Marseille Tevere 26. 10. ab Genua Mariette Pacha 27. 10. ab Marseille Polonia 27. 10. ab Konstanza ftalia 1. 11. ab Triest Carnaro 2. II. ab Triest Vulcania 3. 11. ab Neapel Providencc 3. 11. ab Marseille Espafia 8. LI. ab Hamburg direkt nach Haifa Martha Washington 8. .11. ab Triest Vienna 9. 11. ab Genua Patria 10. 11. ab Triest Poionia 1 12. 11. ab Konstanza Italia 115. 11. ab Triest Sphinx 17. 11. ab Marseille Nähere Auskünfte und Platzbestellungen durch Palestine & Orient Lloyd, Berlin NW 7, Friedriehstr. 100 (am Bahnhof Friedrichstraße), Telephon: A6 Merkur 2915. Palästina - Hinweise Die Hitachduth Olej Germania teilt mit: Das Haifaer Büro der H.O. G. ist um ge zogen. Die neue Adresse ist; Haifa, Mercas Mischari, Misrachstr, Ecke Jaffastr., 1 Tr., P.O.fe. 494. Fachmann gesucht. Wir suchen einen hervorragenden technischen Fachmann aus der Draht- und Kabel-Industrie, der mit allen modernen Fabrikations-Methoden vertraut ist Nur schriftliche Anfragen an; Paläsfina-Wirtschaftsstelle, Berlin W 15, Meinekestr. 10. Neuerscheinung ״Alijah“. Das amtliche Informations-Blatt des Palästina-Amtes der Jewish Agency ist in völlig umgearbeiteter und stark erweiterter Auflage neu erschienen. Die ״Alijah“ enthält alles Wissenswerte für den Palästina■ Wanderer. Besonders hervorgehoben seien die Beiträge über: Einwanderungsbestimmungen, Mitnahme von Kapitalien aus Deutschland, Kapitaltransrer und Devisenfragen, Wirtschafts• fragen, Arbeitsmarkt, Kapitalanlagen, Zollfragen, Palästinen sisclie Steuern, Gesundheitsfragen, Landwirtschaftliche An siediungsmöglichkeiten, Reiseverbindungen, wichtige Adressen Da der größte Teil aller vorkommenden Fragen der Palästina Wanderer in der ״Alijah“ ausführlich beantwortet wird wird dringend empfohlen, diese Broschüre zu lesen, ehe man sich an das Palästina-Amt oder andere Beratungsstellen wendet. Der Verband Deutscher Zionisten-Revislonisten, Berlin Charlottenbu-7 2, Joachimsthaler Str. 3/11, teilt mit: Spree!!- stunden von 25/נ bis Vj8 Uhr. Die nächste Palästina-ueseil• schaftsreise des Verbandes beginnt arn 1. November in Berlin Ueberfahrt mit dem Dampfer ״Vulcania" ab Neapel am 3. 11, Anmeldung bis zum 23. Oktober; nähere Auskünfte und Merkblätter im Büro anfordern. Aus Kunst und Wissenschaft Kulturbund Deutscher Juden. Die Proben zu ,,Figaros Hochzeit“ von Mozart haben begonnen. Das Werk wird Mitte November als erste Opernvorstellung des Kulturbundes Deutscher Juden unter musikalischer Leitung von General• musikdircktor Joseph Rosenstock in der Inszenierung von Dr. Kurt Singer zur Aufführung gelangen. In den Hauptrollen sind beschäftigt die Damen Lili Heinemann, Irene Jeiski, Fritzi JokI, Lotte Läufer, Anna Lipin, Vera Molena und Susanne Stein und die Herren Erich Fuchs, Heinrich Korn, Julius Kuthan, Fritz Lcchner, Marcel Noe und Walter Olitzld. —- Die zweite Serie der Oktober-Konzerte des Kulturbundes beginnt am 22. Oktober mit einem Mozart- Abend unter Leitung von Generalmusikdirektor Joseph Rosen• stock; Solist: Professor Leonid Kreutzer. Programm: Sinfonie G-moll (K. V. 550), Klavier-Sonate B-dtsr (K. V. 450), Serenade D-dur (Serenata notturna) für zwei Streich-Orchester und Pauke (K.V.329), Ouvertüre zur Oper ״Die Hochzeit des Figaro“, Die Konzerte finden statt für die Abteilungen VI und XVI am 22. Oktober, VII und XVII am 24. Oktober, VIII und XVIII am 28. Oktober, IX und XiX am 29. Oh tober, X und XX am 30. Oktober im Beethoven-Saal. Köthen er Str., für die Abteilungen X und XX am 31. Oktober, XXII und XXXII am 1. November in der Singakademie. Am Festungsgraben 2. — Im Rahmen der Vortrags- Abteilung des Kulturbundes hält Rabbiner Dr. Joachim Prinz einen Vortragszyklus: ״Einführung in das Juden• tum“. Der erste Vortrag findet am 24. Oktober, 20.15 Uhr, in der Singakademie (Am Festungsgraben 2) statt. Er wird am 25. und 28. Oktober wiederholt. Eintritt nur für Mitglieder, die sich für diesen Vortrag angemeldet haben. — Ludwig Hardt rezitiert an 29. Oktober, 20.15 Uhr, im Bach-Saal (Lützow-Str. 76). Eintritt nur für Mitglieder, die sich fü! diesen Vortrag angemeldet haben. — Die bisher neu hinzu gekommenen Mitglieder erhalten die Aufführung von ״Nathan der Weise“ am 8. und 9. November als Ersatz für die Oktober-Vorstellung. Neuanmeldungen können jetzt nur noch ab November beginnend angenommen werden. Künstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde. Nächste Veranstaitung Sonnabend, den 21. Oktober, 20 Uhr, im Friedenstempel, Halensee, Markgraf-Albrechtstr. 11/12. Meinhart Maur (früher Deutsches Theater) spricht ״Aus der Bibel״ in der Uebersetzuug von Buber. Das neue Streichquartett Berlin, spielt Schubert und Beethoven. Karten zum Preis: von 0,30 bis 1 RM. zu haben: Synagoge Fasaneustr. 79 80, Synagoge Prinzregentenstr. 69, Buchhandlung Kedcm, Charlottenburg, Dahlmannstr. 8, Adolph Rosenthal, Berlin-Schöneborg, Akazienstr. 27, Oranienburger Str. 31 I, Zimmer 34 (Tel. Weidendamnr 5131), Rosenstr. 2/4. Karten sind nur im Vorverkauf erhältlich. Kleinkunstabend der Künstlerhilfe der Jüdischen Gemelnde. Die Künstlerhilfe setzte am 14. 10. die Reihe ihrer Veranstaltungen mit einem äußerst gelungenen Kleinkunst abend fort. Alfons Fink konnte mit seiner feinen Komik Lachstürme erzielen. Außerordentlich wirksam war der von ihm in Gemeinschaft mit Josef Stein vorgefiihrte kleine Sketch ״Die Versicherung“. Eugen Henkin führte wiederum seine Aetherwellenmusik vor. Das Publikum folgte mit groß tem Interesse seinen Darbietungen. Der Bariton Fritz Lee•’:״ •׳ sang den Prolog aus ״Bajatzo“ und erwies sich als Saner von hoher künstlerischer Qualität. Sehr gut gefiel auch as Duo aus der ,,Verkauften Braut“ mit Ralph Bernd. Den gesanglichen Teil des Programms ergänzte Elsa Koch־ Siabinski, die mit ihrer schönen Stimme großen Anklan!; fand. Alfred Pelz parodierte einige prominente Bühncnkiinst- Ier. Besondere Freude erregte er, als er Willy Rosen, der auch aqf dem Programm stand, vollendet parodierte. Rosen folgte als letzte Nummer des Programms. Sein« Beliebtheit beim Publikum zeigte sich auch hier. P. Wiener. Der ״Jüdische Kulturbund Rhein-Ruhr“ beginnt in diese! Tagen mit seinen Veranstaltungen, Die Aktivität Berlins uw vor allem die Theater- und Kunstverbundenheit der Berlin; Juden erleichterte Zusammenschlüsse, die in der Provinz - obwohl ebenso notwendig — ungleich schwieriger zustande kamen. Statt einer Zentrale ״Berlin“ gibt es hier 14 Städte, deren Gewinnung nicht nur kompliziert ist, sondern für die viei differenzierter gearbeitet werden muß, sollen die Mitglieder gleichermaßen interessiert werden. Die Organisation des Kulturbundes Rhein-Ruhr erwuchs aus der Kölner Zen tralstelie für Jüdische Wirtschaftshilfe. Diese Herkunft blieb in manchen Zügen bestimmend. Ausstellungen bildender Künstler sind vorgesehen; als Novum geplant ist die Engagf mentsvermittlung nach kleinen Orten: hier wird man an die Stelle von Purim- und Chanukkahbällen gern künstlerische Darbietungen treten lassen. Die Vorarbeiten für den westdeutsehen Kulturbund Hegen in den Händen von drei geschäfts־ führenden Vorstandsmitgliedern. Zu diesem Gremium trete» Fachleute, die mit der Betreuung der einzelnen ktinstkrischen und geistigen Sparten beauftragt sind. Die angeschlossenen Spielorte haben ihre Vertreter in den Gesamtvorstand, in die Programmkommission und den Verwaltung»־ und künstlerischen Beirat entsandt. Dr. T. Rosenthal (Köln). Frankfurt a. M. Gesellschaft für jüdische Volksbildung e. V. Montag, den 23. Oktober, 201/2 Uhr pünktlich, im kleinen Saal der Frankfurt-Loge, Vortrag des Herrn Dr. Henry Philipp: ״Zeitgenössische jüdische Dich־ tung in deutscher Sprache“. Eintritt frei. I