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Jüdische Rundschau · 1933-10-17 · Heft 83 (17.10.1933) · p. Seite 658

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 83 (17.10.1933)
Date
1933-10-17
Page
Seite 658 (sequence 2)
Language
German
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Seite 656 jüdische Rundschau Nr. 83, 17. X. 1933 die Tatsache ihrer rassischen Unterschiedenheit vom deutschen Volk nicht in Abrede stellen sollen; Juden, die dies tun (oder taten), machen sich lächerlich und verletzen die jüdische Würde. Aber zugleich betrachten vir es naturgemäß als unser Ziel, in Deutschland eine Regelung anzustreben, bei der rassische Unterschiedenheit nicht gleichzeitig Disqualifikation auf verschiedenen Gebieten der Betätigung darstellt. Innerhalb des heutiren Deutschland mit seinem rassebedingten Staatsbild ist es —- im Gegensatz z. B. zu dem liberale« England — selbstverständlich, daß Juden nicht danach streben können, führend an den Staatsgeschäften beteiligt zu sein. Aber innerhalb des Staatslebens kann rach unserer Meinung für die Juden auch bei Anerkennung ihrer Sonderart ein legitimer Platz für die Betätigung ihrer Fähigkeiten im Rahmen der geltenden Gesetze gefunden verden. So ist es wohl zu verstehen, wenn Minister- Präsident Güring kürzlich in einem Interview zu dem französischen Journalisten Sauerwein sagte, Deutschland wolle sich nicht von Juden regieren lassen, aber liinzusct/fc, daß die Juden gewisse Fähigkeiten haben. Der Streit darüber, ob die Juden eine ״Minderheit“ im Sinne der Genfer Terminologie sind, ist dadurch h i!1 f ä!11' g geworden, daß Deutschland aus dem Völker hu 11 d ausgetreten und dadurch auch von der Genfer Terminologie unribhängig geworden ist. Die [־rage nach der künftigen Stellung der deutschen Juden ist unabhängig von Genf zu regeln. Die deutschen Juden wissen, daß sic jene formale ״Gleichberechtigung“, wie sie bis 1 <)33 galt, innerhalb des heutigen ganz anders kniiVruici'teii Staates nicht erlangen können, aber sie wümrlien ein friedliches und ehrenvolles Zus n m!!icnlehen mit den «ichtjüdischcn Mitb 11 r g c r n. Wir haben die innere Gewißheit, daß wir gerade dann, wenn wir uns frei zum Judentum bekenneu und als Juden geachtet würden, auch für das deutsein* Vaterland, das charaktervolle, beken nermutige Miinncr höher schätzt als Renegaten, ein aufbauendes Prrnent sind. Und wir glauben, daß auch jene Juden, die ihre Zugehörigkeit zum Judentum bagatellisierten, die gar durch Verleugnung ihrer Gemeinschaft persöuliciie Vorteile hcrausschlagen wollten, zum großen Teil ihre Irritimer eingeschen haben. Die Juden aber, die infolge ihrer Erziehung vom Judentum nichts wußten, haben in diesen Wochen das große Erlebnis der Wiedergewinnung ihres eigenen Standortes gehabt und verstehen jetzt, daß für Juden zwar in den verlangenen Zeiten des bourgeoisen Wohllebens eine Gering- Schätzung ihres Judeseins möglich war, in Sturm- *eiten aber, wo die letzten Grundfragen der Existenz aufgerührt werden, ein Mann sich nur bewähren kann, ־wenn er die Wurzeln s ei 0 e« ei ge מ ca Seins bejaht. ' '. -•'■■■•׳ Und Sturmzeifen sind es, die das Weltalter, In dem wir leben, erfüllen. Oswald Spengler hat in seinem letzten Buch ״Jahre der Entscheidung“ mit großer Wucht eine Prognose gestellt, die der Kühnheit der Gedankenführt!!!״■ dieses Autors entspricht. Er sieht ein Jahrhundert schwerster Kämpfe voraus, eine ״farbige Weltrevolution“, die die Kultur des Abendlandes bedroht. Es ist hier nicht der Ort, auf Einzelheiten dieser Kon* zeption ein,׳;!gehen; interessant ist, daß sich Widerspruch gegen Spengler gerade aus dem nationalsozialistischen l.ager erhoben hat. Dr. von Leers vertritt in einem ״Nationalsozialismus gegen Spengler“ betitelten Aufsatz die Anschauung, daß die Solidarität des Abendlandes von der deutschen Geschichte Lügen gestraft wird, denn häufig waren es asiatische Mächte, Rußland, selbst die Türkei, die an der Seite Deutschlands gegen weiße westeuropäische Machte gekämpft hätten, und auch heute müsse Deutschland das Erwachen der farbigen Welt mit andern Augen betrachten als etwa Franzosen und Engländer es sehen. Diese Stellungnahme von Leers’ zeigt, daß in zentralen Problemen von geschiehtliehen! Ausmaß die Rassenfrage in den Hintergrund tritt gegenüber anderen lebenswichtigen Erwägungen. Tatsächlich erkennt man aus Spenglers Problemstellung, welche Verkleinerung des wirklichen Sachverhaltes darin liegt, die Judenfrage zum Schlüssel weltgeschichtlieber Analysen machen zu wollen, wie es zuweilen geschiebt. Für uns Juden ist freilich die Judenfrage von zentraler Bedeutung, aber nicht in dem Sinn, den Judengegner in sie hincingeheimnissen. Die übrige Welt läßt ihre Entscheidungen nicht von ״jüdischen“ Rücksichten beeinflussen. Wir Juden müssen auch der Deutung widersprechen, die Spengler als letzte Erklärung aller Kämpfe in dem Satz zusammenfaBt ״Der Mensch ist ein Raubtier“. Wir können uns nicht mit einer Theorie abfinden, die Raubtierinstinkte als wahres Menschentum gelten läßt. Wir fühlen uns als die Träger einer Uebcrlicfcrung, die besagt, daß jedem Menschen außer dem Raubficrinstinkt, dein ״bösen Trieb“ (Jezer ha-ra), auch der gute Trieb innewohnt, der ihn drängt, das Menschenleben nach den höheren Geboten des Geist es zu gestalten. Möge« die großen Nationen diese geistigen Verantwortungen finden! Der deutsche Reichskanzicr hat in seiner Rede den Friedenswillen und die Verständigungsbereitschaft des deutschen Volkes auf der Basis von Ehre und Gleichberechtigung lundgegeben. Mit dem deutschen Volk wünschen auch wir Juden, daß der Friedensappell fruchtbaren Boden findet. Wir sind als Juden nur ein winziges Glied der heute um ihre Neuordnung ringenden Menschheit. Aber gerade in kritischen Momenten empfinden wir, wie sehr es unser Wunsch ist, mit dem Besten, was wir haben, uns einzusetzen für das, was die Sehnsucht aller Völker und Menschen ist: Arbeit und Größe, Ehre und schöpferischer Aufbau. Die Beschlüsse der Völkcrbundsversaixuiüung Wir haben In der letzten Nummer über die Beschlüsse der Korn missionen der Völkerbundsversaninilung berichtet, soweit sie sich mit der Judenfrage beschäftigten. Die Kornmissionen bereiten die Vorschläge für das Plenum der Völkerbimdsversammlung vor. Geltungskraft erhalten die Beschlüsse jedoch erst durch die Annahme seitens der Völkerbundsver- Sammlung, die bekanntlieh einstimmig erfolgen muß. Die von uns bereits mitgeteilte Empfehlung der Zweiten Kommission bezüglich Schaffung eines unabhängigen Flücht- I i n js-Amtes wurde im Plenum bei Stimmenthaltung des deutschen Vertreters angenommen. In der Minderheitenfrage spielte sich im Plenum der Vülkerbundsversamrnlung der Vorgang genau so ab wie in der Sechsten Kommission. Demgemäß wurde der erste Teil der Empfehlung der Kommission einstimmig angenommen; der zweite Absatz, der lautete: ״Die Versammlung ist der Ansicht, daß die im ersten Teil dargelegten Grundsätze sich ohne Ausnahme auf alle Kategorien der Staatsangehörigen beziehen, die sich von der Mehrheitsbevölkerung durch ihre Rasse, Sprache oder Rdigion unterscheiden,“ wurde abgelchnt, da zur Annahme Einstimmigkeit notwendig ist und infolge Widerspruchs des deutschen Vertreters diese Einstimmigkeit nicht erzielt worden ist. Die Ablehnung des zweiten Absatzes wurde bekanntlich bereits in der Sechsten Kommission vom deutschen Vertreter dahin motiviert, daß Deutschland in der Formulierung des Antrages einen Hinweis auf die Behandlung der Juden in Deutschland erblickt und nicht gewillt ist, eine Beschlußfassung des Völkerbimdes über diese Sache zuzulassen, da es sich hier um eine Frage der inneren Gesetzgebung Deutschlands handle. Die Einsetzung eines Flüchtlings-Kommissars wurde nach Schluß der Völkerbundsversammlung dann vom Völ kerbunds-Ra t behandelt. Berichterstatter im Rat über diese Frage war der Vertreter Portugals Vasconcellos. Der Bericht wies auf die außerordentlich schwierige und wichtige Aufgabe hin, die der Oberkommissar zu erfüllen haben werde. Es sei deshalb notwendig, eine Persönlichkeit zu wählen, die durch ihre Autorität, ihre Erfahrung, ihre Unparteilichkeit und Fähigkeit alle Garantien gebe und den Flüchtlingen sowie den interessierten Regierungen und Organisationen alles Vertrauen eintlöße. Es werde deshalb nützlich sein, vor der Wahl Berattingen vorzunehmen, die eine gewisse Zeit erfordern würden. Der Berichterstatter schlug deshalb sowie wegen der gebotenen Eile vor, daß der Rat seinen Präsidenten beauftragt, die Ernennung nach Beratung mit dem Berichterstatter und den Regierungen Spaniens, Frankreichs, Großbritanniens, Italiens, der Niederlande und der Tschechoslowakei vorzunehmen. In den Verwaltungsrat sollen nach der Auffassung des Berichtcrstatters nicht nur Vertreter derjenigen Länder berufen werden, in deren Gebiet sich eine große Zahl der Flüchtlinge befände, sondern auch gewisse andere Länder, die durch ihre Mitwirkung oder ihre Ratschläge dem Oberkomxnissar wertvolle Unter- Stützung leisten könnten. Er schlägt deshalb vor, die Auffordert! 11g zur Teilnahme an folgende Länder zu richten: Niederlande, Frankreich, Polen, Tschechoslowakei, Belgien, die Schweiz, Dänemark, Italien, Großbritannien, Schvveden, Spanien, Vereinigte Staaten, Argentinien, Brasilien und Uruguay. Außerdem solle der Verwaltungsrat befugt sein, auch andere Staaten zum Beitritt aufzufordern. Ebenso sollten gegebenenfalls auch private Organisationen darin vertreten sein, die in beratender Weise mitwirken könnten. Zur Deckung der ersten Kosten sollen 25 OOO Francs dem Oberkotnmissar zur Verfügung gestellt werden. Die JTA. berichtet aus Genf: Als Kandidaten für den Posten eines Flüchtliagskommissars würden jetzt neben Ex- Präsident Hoover auch Theodor Roosevelt jr., Sir Austen Chamberlain lind der norwegische Außenminister• Lange genannt. Alle diese Gerüchte sind mit größter Vorsicht aufzunehmen. Lord Ce eil, an den man wegen Uebcrnähme dieses Amtes herangetreten ist, hat eine Berufung auf den Posten eines Flüchtlingskommissan von vornherein abgelehnt. * Die Londoner ״Time s" beschäftigte sich in zwei Nummern der letzten Woche mit der Frage der aus Deutschland ausgew änderten Emigranten. Bei der Besprechung der in der Tschechoslowakei befindlichen Emigranten wird hauptsächlich der po litischen Emigration gedacht, während ein Aufsatz des Pariser Korrespondenten am 13. Oktober, der sich mit der Lage der Emigranten in Frankreich beschäftigt, zum großen Teil den dort befindlichen Juden gewidmet ist. Der Pariser Berichterstatter meint, daß die vor einiger Zeit veröffentlichte Schätzung van 30—<10 000 deutschen Emigranten in Frankreich nach Meinung mancher amtlicher französischer Kreise übertrieben ist. Ferner müsse man berücksichtigen, daß der Begriff Emigranten die verschiedensten Elemente umfaßt, darunter auch Leute mit Geld. Die Zahl der mittellosen Emigranten, die zum größten Teil Juden sind, wird auf ungefälir 10000 geschätzt. Diese Zahl könne etwas genauer angegeben werden, weil gerade diese mittellosen Elemente mit den Behörden in Kontakt kommen, während die Zahl der sich selbsterhaltenden Auswanderer nicht genau bestimmbar ist. Der Berichterstatter der ״Times“ stellt fest, daß zuerst die meisten dieser Emigranten in den französischen Grenzgebieten (Elsaß) konzentriert waren. Daraufhin habe sieb allmählich der Widerspruch der dortigen Handels- und Ar b eiterkreise geltend gemacht, die die Konkurrenz der «euen ״Reise durcti das jüdische Palästina“ Bildbericht vom Aufbau Erez Israels Jerusalem / Haifa ✓ Emek-Jesreel Scharon / Orangenemte In Judäa Neueste Bilder von Tel-Awlw Begleitvortrag: Dr. Ernst Mechner Donnerstag, den 19.10207 ״* Uhr In! Groben Saal des Cafe lÄon, Lehntner Platz Berliner zionisuccne Vereinigung Bit; mg rum» LBMIur Platz. Ankömmlinge fürchteten. Es wurde« aber schnell Schritte unternommen, um die Flüchtlinge in das Innere Frankreichs zu bringen, und die Mehrheit sei jetzt nach Paris oder die Umgebung von Paris gezogen, während der Rest mehr oder wemger gleichmäßig auf die Provinzen verteilt ist. Die für die lkschäftigung von Ausländern geltenden Bestimmungen seien bis zu einem gewissen Grade geiockert worden, so daß ein ans Deutschland kommender Emigrant, wenn ihm eine Anstel lung »ngeboten wird und er persönlich unbescholten ist, diese Anstellung annehmen darf, doch wird seine Auf enthaltsbewilligungnurprov isorisch erteilt und muß in den meisten Fällen monatlich erneuert werden. Der Korrespondent schildert dann die Bemühungen, die Un terbringung der Emigranten in Frankreich so zu gestalten, daß sie nicht in Konkurrenz mit den einheimischen Wirtschafts• kreisen kommen. Man hofft, daß eine Anzahl der Emigranten neue Iudustrien gründen werden, die nicht nur anderen Emigranten, sondern auch französischen Arbeitern Arbeit geben würden. Freilich beginnt sich eine große Knappheit in den für die Unterstützung der Flüchtlinge gesammelten privaten Geldern bemerkbar zu machen. Einige hundert Emigranten, hauptsächlich Juden, seien in den Baracken der früheren Pan■ ser Befestigungswerke untergebracht und dort in einer nicht gerade beneidenswerten Lage. Der Berichterstatter der ״Times“ erwähnt schließlich die Bestrebungen, angesichts der zutage tretenden Schwierig- Reiten, das Problem zum Gegenstand einer internation a i e n Aktion zu machen. Die Behörden beschäftig!!! sich, wie es heißt, mit verschiedenen Vorschlägen, und manche Leute seien sogar der Ansicht, daß die Erschöpfung der privaten Hilfsfonds zu begrüßen ist, weil dadurch siT! der Zwang zeigen wird, an Stelle der vorübergehende;! Unterstützungsmethoden eine durchgreifende Hilfe zu setzu!. Der Völkerbund, so meint man, solle jeden seiner Gliedstaaten ersuchen, eine bestimmte Quote von Auswanderern aufzunehmen, die dann ent• sprechend ihrer Berufsschichtung und ihrer Eignung für die in den betreffenden Ländern zu schaffenden Industrien oder Arbeitszweige ausgewählt werden könnten. Es würde dann ein entsprechendes Verhältnis zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern eingehalten werden. Für Intellektuelle — so schließt der Berichterstatter der ״Times" — werden freilich wenig Aussichten auf einen Lebensunterhalt sei::; sie werden in den meisten Fälle« gezwungen sein, zu irgendeiner Handarbeit überzugehen. Konslitolerang der Palästina-Exekutive Wie aus Jerusalem gemeldet wird, wurde die Konstituierung der Palästina-Exekutive der Jewish Agency in folgender Welse vorgenommen: Zum Vorsitzenden der Exekutive wurde Dr. Arthur Ruppin gewählt. Das politische Departement wird der ehemalige Sekretär dieser Abteilung, Mosche Sch e r tok, gemeinsam mit Ben Gurion leiten. An der Spftze der palästinensischen Expositur des unter der Leitung Dr. Chaim Welzmanns stehenden neugeschaffenen Amtes für Palästlna-Ansiedlung deutscher Juden wird Dr. Ruppin stehen, dem Dr. Werner Senator beigeordnet ist. Das Kolonisationsdepartement leiten Dr. Ruppln und Dr. B. Hexter. Schatzamt und Wirtschaftsabteilung einschließlich der Abteilungen ftlr Handel, Industrie und Mittelstandssiedlung unterstehen Eileser Kaplan. Für die Leitung des I Inmigrationsdepartements Ist J. Grünbaum bestimmt, der bis zu seiner Ankunft in Palästina von Dr. Senator vertreten wird. Mordproze$ Arlosoroff Jaffa, 13. Oktober. (). T. A.) In der Untersuchung gegen Stavsky, Roscnblatt und Achi Meir wurde der Hauswirt des Hauses, in dem Stavsky und Achi Meir in Tel-Awiw wohnten, Ascher Hazan, ein kaukasischer Jude, cinvcrnommcn. Er erklärte, «r habe an dem Freitag, an dem Dr. Arlosoroi: ermordet wurde, uni etwa 6 oder 7 Uhr abends Stavsky und Achi Meir 111 ihrem Zimmer gesehen. Sie hatten sich mit noch 2wei anderen Männern unterhalten. Richter Bodiilv forderte den Zeugen auf, seine Aussagen wohl zu überdenken, denn es Ständen drei Menschenleben auf dem Spiele. Stavskv geriet bei den Ausführungen Hazans in große Aufregung um! rief ihm die Worte: ״Lügner, Bandit!“ zu, Anläßlich der Befragung durch Stavsky verwickelte sich der Zeuge in Widersprüche, insbesondere bezüglich des Zeitpunkt!s von dem an er gegen Stavsky und* Achi Meir Verdat!!; hinsichtlich ihrer Beteiligung an der Ermordung Arlosorofts geschöpft haben wollte und bezüglich der Zeit, zu der er der Polizei seinen Verdacht mitgeteilt hat. ln der Schriftliehen Verantwortung, die Stavsky seinerzeit dem Untersuchungsgericht vorlegte, war auch behauptet worden, er habe zur Zeit des Mordes keinen Revolver besessen, da er den seinigen, den er aus Polen mitgebracht hatte, vorher an Hazan für 2 Pfund verkauft habe, weil er Geld für seine Reise nach Polen brauchte. Hazan stellte es in Abrede, einen Revolver von Stavsky gekauft zu haben. — Auch ein anderer Zeuge, der Buchhandlungsgehilfe Elijahu Teßler widersprach einer Behauptung, die Stavsky in seiner Verteidigungsschrift aufgestellt hatte. Stavsky hatte erklärt, er habe sich in der Buchhandlung in den Finger geschnitten, und der Buchhandlungsgehilfe nabe ihn aufgeforaert, in die nahegelegcne Apotheke zu gehen und sich dort behandeln zu lassen. Die beiden Polizisten Zehmel und Fuchs, die zur Zeit, in der Stavsky am Mordabend in einem Jerusalemer Restaurant sein Abendbrot eingenommen haben will, sich dort aufhielten, erklärten, sie hätten Stavsky im Lolch nicht angetroflen. Am Schluß der Verhandlung legie der Vertreter der öffentlichen Anklage, Polizeioffizier hhitrit, dem Gericht die Kugel vor, die bei der Operation aus dem Körper Dr. Arlosoroffs entfernt worden warv das blutgetränkte Hemd, das er am kritischen Abend trug, und seinen Mantel, der auf der rechten Brustseite eine Einschußöffmim.׳ aufweist. Am folgenden Tage erklärte Hazan nochmals mit bestimmtheit, er habe die Personen in Achi Mcirs Zimmer durch die halboffene Tür deutlich erkannt. Der Portier des polnischen Konsulats, Joseph Sebab, sagte aus, Stavskv sei am Freitag und am Sonnabend ins Konsulat gekommen, um sich ein Visum zu besorgen. Er habe kurze Hosen getragen. Staatsanwalt Shitrit erklärte, Stavsky habe somit seine Kleidung gewechselt, Ein C-V.-Syndlkut unter Anklage. In Frankfurt a M fand in der vergangenen Woche ein politischer Prozeß statt, in welchem der Syndikus des ״Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, Dr. Marx, der Beamten• bestechung angeklagt ist. Dr. Marx wird vorgeworfen, dal' er den Kriminalrat Mührdel durch Geldzuwendungen?>י bestimmten amtlichen Aktionen veranlaßt habe. Der Prozeß, über dessen Verlauf die ״Frankfurter Zeitung" ausführlich berichtet, ist bis zur Stunde noch nicht zum Abschluß ge• langt. Wir werden nach seiner Beendigung auf die An׳ gelegenheit zurückkommea. Ni Pal Vieh ז blind Verti Palcs der wo Ci enl i der J l״ng tisclu L'ngl Beile Werl Leist Rede Volk Wort vviss! weite merk lästin das Kon! Ijcsoi erziel man mach chara Grim ihren der : Einkl jüdis! dnt cs Man! den \v ü n die 1 über; zufri( f R ede jüdis! sich Paläs nur 1 diese die de:1 und י s t e r g e w f ü r ziel daß scher groß! in d! / eine in de daß , eigen prosr Einw dem vorm Jahre komn Rean Dr. : Vertr die j lästin t i k / Fxek des; roller strati Merz a l i g erreü der j Herz der könn heuti die stütz! Grim ents und I Genf ( \ S t 3 u. a. ״Pr; fiebr; werd sind am , wiird Tätiq?eine Frajj! vcrla nicht hat ( und werd der?!1 der werd I

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