Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 79-80 (4.10.1933)
- Date
- 1933-10-04
- Page
- Seite 611 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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?33 jüdische Rundschau Seite 609 Nr 79/80, 4. X. 1933 : und ung, eitenwohl s Bemaße het dis- Recht, :r die [ärung chlarid i daß stört 11. An!rall in ogen lehelli- Juden■ grauten I ,ch he• | ite auf, T. It. las Amt I .mg der cihe ist einigten I ch de m I fer der lisse in ׳se!1 ist, misation | erblindelern die | Deutschbei d er I aus dcrl itschlandl Ikerbundl irs (nie nge zur! h inter-[ wie dies■ :chischeiil Obertion aufdieseral ich-poln r k a n r, tl :esdr :[ r irische■ erhalten,! so!! ang eh e 1• mg (Tel.) dten von■; längere! Vertreter[ las kV 1 nfige roiltel!eher 1s im Rat[ e Linie!;eht, de ler KoinJ s Beisp :n an, die! er zu den abe. 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Man wird es verstehen können, wenn die deutsehen Juden mit besonderen Erwartungen und mit besonderer Spannung den Ausführungen des Ministers zu diesem punkte entgegeusaheii• Denn die judenfrage ist zwar nicht der einzige Punkt, über den im Ausland in bezug auf das neue Deutschland diskutiert wird, sie ist aber ein wesentlicher Punkt, I weil die Stellungnahme Deutschlands in dieser Frage, insbeson- I dere die offizielle gesetzgeberische Anerkennung der Rassen- II h e o r i e, für das Ausland neuartig ist. Während früher die Judenfrage zwar von allen empfohlen wurde, aber kein Gegenj stand offizieller politischer Schritte war, ist sie heute ein Pol itikum ersten Ranges geworden. Da von vornherein anziinelimen war, daß auch der Völkerbund — schon mit Rücksicht auf die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Immigrantenfrage — sich mit dieser Angelegenheit befassen wird, konnte man damit rechnen, daß auch Dr. Goebbels sich in seiner Rede ן zu der Frage äußern wird. Wir geben die Ausführungen, die Dr- Goebbels zu diesem |Punkte machte, nachstehend im offiziellen Wortlaut wieder: ״Einer der am häufigsten gegen das nationalsozialistische Deutschland erhobenen Vorwürfe ist der, daß seine Behandlung der Judenfrage den Gesetzen der Humanität zuwiderlaufe und deshalb in der ganzen Welt auf Verständnislosigkeit gestoßen sei. Auch darüber sei mir ein offenes Wort gestattet, vor allem im Hinblick darauf, daß die judenfrage ja an sich die ■uf das tiefste er! Bel dage ׳ die V e 111 s c J! fieser ia eine der Kon!■ tigen Min״er ierlau.־-' bund 3;: u fen. di on übe 1 Völker־ >nnnissi° ganze Weltöffentlichkeit bewegt und ia ihrer parteiischen Darstellung vielfach von vornherein die VerstehungsraögHchkeit für das jimge Deutschland verbaut. Ich stehe nicht an, offen zuzugeben, daß im Verlauf der nationalen Revolution in Deutschland gelegentliche Ue b ergritfe seitens unkontrollierbarer Eiemente gescheh en sind. Das aber ist nicht das Ausschlaggebende, vor allem in Anbetracht dessen, daß abgesehen davon die deutsche Revolution im Gegensatz zu manchen ähnlichen weltgeschichtlichen Vorgängen ein Akt der Disziplin, der Ordnung und der autoritativen Führung gewesen ist. Daß wir Gegner der jüdischen Vorherrschalt über Deutschland waren, dürfte auch vor unserer Machtübernahme bereits bekannt gewesen sein. Man vergegenwärtige sich, daß damals die Juden in Deutschland das ganze geistige Leben maßgebend beeinfiußten, daß sie Presse, Literatur, Bühne und Film absoiut und uneingeschränkt in der Hand batten, daß sie in großen Städten, wie beispielsweise in Berlin, manchmal 75 °/0 des ganzen Aerzte- und Juristenstandes ausmachten, daß sie die öffentliche Meinung machten, die Börse maßgeblich beeinflußten, das Parlament und seine Parteien unter ihrer Obhut hatten, und man wird verstehen, daß die Gegenwehr dagegen ebenso spontan wie zwangsläufig war. Welches andere Volk hätte auf die Dauer diese Ueberhatidnahme des jüdischen Einflusses irt seinem öffentlichen Leben widerspruchslos geduldet? W enn die deutsche Regierung die Auseinander- Setzung mit der Judenfrage auf gesetzmäßigern Wege vornahm, so wählte sie dabei die humanste und die loyale Methode. Unverstandlieh aber scheint es uns, einerseits gegen diese Abwehraktion in Deutschland zu protestieren, andererseits aber sich zu weigern, den von Deutschland abwandernden jüdischen Ueberschuß aufzunehmen. Darüber hinaus darf nicht übersehen werden, daß diese Frage gerade von ihren Trägern in einer Art und Weise überspitzt worden ist, die der generellen Lösung des Problems nur hinderlich sein kann. Nichts liegt dem N’atioiialsozialismus ferner, als eine billige Rache zu üben. Er hätte dazu die Macht und die Möglichkeit gehabt. Wenn er es nicht tat, so aus dem ehrlichen Willen heraus, eine tatsächliche und praktische Lösung der Judenfrage zu finden, die zweifellos zu einer endgültigen Klärung auch!11 dieser Beziehung führen könnte. Unerträglich aber scheint es uns, daß die ureuclmärclien, die seitens jüdischer Emigranten im Anslande verbreitet werden, und gar zu der allen bisherigen Gepflogenheiten der öffentlichen Mei-!1ung hohnsprechenden Unterstellung führten, Mitglieder der deutschen Regierung selbst hätten aus Parteigründcn den Reichstag in Brand gesteckt, unbesehen von einem Teil der Weltpresse mit übernommen wurden. Es würde nicht nur dem deutschen Volke, sondern der ganzen Welt zum Segen gereichen, wenn die Kritik an den Vorgängen in Deutschland sich auf das wirklich Tatsächliche beschränkte und von vornherein jede gesinnungsmäßige Antipathie ausschaitcte. Wir haben in keiner Beziehung die Wahrheit zu scheuen. Wir möchten aber wünschen und hoffen, daß der ehrliche Kampf um die Wahrheit nicht von vornherein vergiftet wird durch fast grotesk anmutende Behauptungen, die einer objektiven Prüfung nicht im mindesten standzuhalten vermögen. fn dieses Gebiet gehört auch der Vorwurf, das neue Deutschland betreibe eine geistige Expansionspolitikj die nur die Vorbereitung für eine spätere machtmäßige Expansionspolitik darstellen solle. Nichts liegt uns ferner, als aus dem Nationalsozialismus einen gängigen Weltartikel zu machen. Er ist, wie ich schon des öfteren betonte, eine typisch deutsche Erscheinung, die auch deshalb nur aus deutscher Umwelt, deutschem Cliarakier und deutscher Not erklärt werden kann. Zu glauben, daß wir mit ihm die Systeme anderer Völker unterhöhlen oder gefährden wollten, ist ebenso naiv wie kurzsichtig. Abgesehen davon, daß das jeder geschichtlichen Erfahrung widerspräche, sind wir in seiner praktischen Ausgestaltung so sehr mit deutschen Problemen beschäftigt, daß es uns an Zeit und Anlaß fehlt, über die Grenzen unseres eigenen Landes hinaus eine mehr oder weniger mystische Weltmission zu übernehmen. Wir haben als junge Deutsche Achtung vor jedem anderen Volk das sich seinen! Charakter und seinen Aufgaben gemäß im Innern einriditet. Wir glauben aber nicht zu viel zu verlangen, wenn wir wünschen und hoffen, daß die Weit uns dasselbe Maß von Achtung entgegenbringt bei dem, wenn auch neuartigen, so doch gewiß ehrlichen und nicht ganz erfolglosen Bemühen, '011 uns aus und für uns die Krise zu überwinden.“ , Die Rede von Dr. Goebbels war an die ausländische Pres! Berichtet und nickt an die deutschen Juden. Es ist daher nid Nsere Sache, auf diese Ausführungen im einzelnen einzugehei ■*,ir glauben aber tu» den Worten des Ministers einen Wunsc heraushören zu dürfen, der darauf abzielt, eine befriedigende Regelungder Judenfragezu finden. Dies ■würde auch mit den Erklärungen anderer Minister über eiastimmen, z. B. des Reichsjustiz-Kommissars Dr. Frank, der bekanntlich sagte, in der Behandlung der Judenfrage müsse in Deutschland jetzt eine Beendigung eintreten. Gerade aber, um eine Lösung des verworrenen Problems zu erleichtern, müssen wir einige Bemerkungen machen, die unseres Erachtens auch den führenden Nationalsozialisten als Aufklärung willkommen sein müßten, wenn es sich darum handelt — wie Dr. Goebbels sagte — ״eine tatsächliche und praktische Lösung der Judenfrage zu finden“. Es wäre für uns eine seelische Erleichterung, wenn man erkennte, daß z. B. die Greuel-Märchen, auf die Dr. Goebbels; anspielte, keineswegs als ״j li d i s c h e“ Angelegenheit ange- ן sehen werden können. An dieser Propaganda sind Nichtjuden rein arischer Abstammung ebenso beteiligt wie manche Personen jüdischer Abstammung. Die Angelegenheit des Reichstagsbrandes, die in diesem Zusammenhang von Dr. Goebbels erwähnt wird, hat nichts mit jüdischen Dingen zu tun. Verantwörtliche jüdische Instanzen und die große Mehrheit der deutsehen Juden kümmern sich nicht um diese Dinge, die von politischen Gruppen je nach ihrer politischen Tendenz behandelt werden. Was vielmehr die Juden als Juden interessiert und als Juden ausnahmslos ohne Unterschied ihres Verhaltens und ihrer Gesinnung betrifft, ist die R as s e n 111 e o r i e, die vom neuen Deutschland zum Rechtsbegriff erhoben wurde. Die j rassenpolitische Stellungnahme des neuem Deutschland haben! wir als Tatsache hinzunehmen, und mit ihr zu rechnen. Da je- | doch hierdurch objektiv die Juden in eine Sonderposition geraten sind, muß von jüdischer Seite Immer wieder geltend gemacht werden, daß auch für die Menschen jüdischer Rasse und Abstammung eine entsprechende Eingiiederung gefunden werden muß. Dies ist offenbar auch für die deutsche Regierung das Ziel ihrer Judenpolitik im gegenwärtigen Stadium. Es müßte bei jeder Gelegenheit betont werden — und darum haben wir diese Bemerkungen Wer angeschlossen — daß auch die deutschen Juden bereit sind, hierbei mltzuwirken und dadurch zu helfen, daß dieser leidige Punkt in der internationalen Diskussion zurückgedrängt wird, insofern es sich 11m eine innerdeutsche Angelegenheit handelt. Die deutschen Juden, die ja jetzt durch ihre Reichs Vertretung handlimgsfällig geworden sind, sollen dazu beiziitragen streben, daß für die deutsche Judenfrage in Uebcreinstinmiung mit den Prinzipien des neuen Staates, d. h. also unter Anerkennung der A n - dersartigkeit des jüdischen Menschentums — freilich auch unter Zurückweisung jeder Diffamierung und Herabsetzung des Judentums — eine Lösung gefunden wird, die dem deutschen Juden seine materielle und seelische Lebensmöglichkeit sichert. Daß neben dieser innerdeutschen Frage auch noch ein internationales jüdisches Problem existiert, geht auch aus den Ausführungen von Dr. Goebbels hervor, wenn er darauf hinweist, daß die anderen Länder, die gegen die deutsche Judenpolitik protestieren ״sich weigern, den von Deutschland abwandernden jüdischen Ueberschuß aufzunehmen“. In dieser Zeit der Weltwirtschaftskrise und der allgemeinen Arbeitslosigkeit bietet in der Tat das Emigranten-Probiem große Schwierigkeiten. Wir haben wiederholt darüber berichten müssen, daß die verschiedensten Länder sich weigern, Juden (auch jüdischen Akademikern, z. B. Aerzten, die aus Deutschland ausgewandert sind) eine Arbeitserlaubnis zu erteilen. Dieser Sachverhalt war ja auch der Anlaß zu der Initiative der niederländische Regierung in der Völkerbunds- Versammlung. Es scheint sich in Völkerbundskreisen die Anschatiung durchgesetzt zu haben, daß die internationale Regelung dieser Frage eine Aufgabe des Völkerbundes ist. Wir können vielleicht in diesem Zusammenhang auch auf das Referat Dr. Ruppins beim Prager Zionisten-Kongreß verweisen. Dr. Ruppin hat dort bekanntlich Vorschläge gemacht, die darauf hinauslaufen, daß einzelne Völkerbunds- Staaten sich verpflichten sollen, eine gewisse Anzahl jüdischer Immigranten, evtl, unter gleichzeitiger Durchführung der Borufsumsriiichtung, in ihren Ländern aufzunehmen. Die Hauptrolle wird dabei jedoch Palästina spielen, und es ist nur logisch, wenn die Politische Kommission der Völkerbunds-Versammlung sich bei ihrer Palästina-Debatte am 2. Oktober auch mit dieser Frage der aus Deutschland ausgewanderten Juden beschäftigtc. Daß bei dieser Gelegenheit der deutsche Vertreter, Gesandter v. Keller, erklärt hat, die deutschen Behörden stünden der Palästina-Sache günstig gegenüber, scheint uns auf der Linie derselben Politik z.u liegen, wie sie von Dr. Goebbels in Genf und von Dr. Frank in seiner an anderer Stelle zitierten Nürnberger Rede dargestellt wurde. Neugestaltung der zionistischen Arbeit Die Z. V.f.D. teilt mit: Der Geschäftsführende Ausschuß der Zionistischen Vereinigung für Deutschland hatte für den 1. Oktober die Vorsitzenden der größten zionistischen Ortsgruppen zu einer eingehenden Besprechung aller Fragen eingeladen, die sich auf die Arbeit des kommenden Winters beziehen! Angesichts der Tatsache, daß zahlreiche langjährige Mitarbeiter ihre Uebersiedlung nach Palästina vollzogen haben, wurde die Frage erörtert, wie man mit neuen Menschen und mit neuen Methoden die außerordentlich großen Aufgaben in Angriff nehmen könne, die uns durch die starke Ausbreitung unserer Idee erwachsen. Nach einem Informationsreferat des Herrn Dr. Siegfried Moses sprach Herr Benno Cohn ausführlich über die Aufgaben der kommenden Arbeitsperiode und zeigte die Möglichkeiten auf, die andrängenden Aufgaben mit neuen Methoden zu bewältigen. Von besonderem Interesse waren die Berichte der Ortsgruppen-Vertreter, weil sie zeigten, in welchem Maße der zionistische Oedanke heute das deutsche Judentum erobert Als Ergebnis der Aussprache ergab sich eine «inheitliche Vorstellung von der Neugestaltung der zionistischen Arbeit, und es zeigte sich der einmütige Wille, neue organisatorische .Wege zu beschreiten. Zum Hütienfesi Von Rabbiner Dr. Jakob H o f f ma n n, Frankfurt a. M. ״... damit eure Geschlechter wissen, daß in i den Hütten ich die Kinder Israels wohnen ließ, als ich sie führte aus dem Land Aegypten ..: Die Sukka, die lekhtgezimmerte und ungesicherte Laubhütte, vielen jüdischen Brüdern und Schwestern ein Vergangenes und Vergessenes, manchen anderen wieder nicht mehr als ein Stück altjüdisclicr religiös-nationaler Romantik, zieht wieder mit der Kraft des Gegenwärtigen und Aktuellen unsere sinnende Betrachtung auf sich. Sie ist wieder einmal ein sprechendes Sinnbild unseres Daseins. ״Verlaß die feste und dauernde Wohnung und geh’ in eine Wohnung, der der Charakter des Vorübergehenden und Ungesicherten anhaftet.“ Unsere rechtliche, politische, wirtschaftliche und soziale Stellung hat sich von Grund auf verändert. Unsere fest geglaubten Häuser haben sich als Sukkoth erwiesen, die einen Sturm nicht standhalten konnten.— Ist es aber nicht tief bezeichnend für die Einstellung des Judentums zu des Lebens Gaben und Werten, daß die Thora gerade das Fest, das ״die Zeit unserer Freude“ ist, in Fiütten feiern läßt? Das Freudenfest in H ü 11 e n, im Lande der Väter war es ganz besonders eine großartige und sinnfällige Manifestation. Fällt doch das Fest in die Jahreszeit, ״wenn du heimsest von deiner Tenne und von deiner Kelter“. Der Landwirt sah seiner Hände Arbeit reich gesegnet. Sein Haus war voll von dem Ertrag der fruchtbaren Felder und blühenden Gärten. Die Festesfreude soll aber nicht im Anblick der gefüllten Speicher, sondern in der dürftigen Hütte den jüdischen Menschen beschwingen. Die Sicherung des Lebens soll nicht in der gefüllten Tenne und Kelter erblickt werden. Sie soll gesticht und gefunden werden in der tiefen Verbundenheit mit Gott, der auch in der Hütte zu schützen und zu schirmen weiß, und sie soll gesucht und gefunden werden in dem Erleben der geschichtlichen Vergangenheit und in der Aktivierung und Verlebendigung und Einsetzung der in uns ruhenden jüdischen Kräfte und Werte. Eine nicht zu dichte Laubdecke soll dem suchenden Auge den Aufblick zu den Sternen ermöglichen und zu dem, der die strahlende Welt der Ideale in unsere Seele gepflanzt hat. ״, . . damit eure Geschlechter wissen, daß in den Hütten ich die Kinder Israels wohnen ließ, als ich sie führte aus dem Lande Aegypten.“ ■ Die Freude in den I hüten begleitete uns durch die Jahr- ן tausende. Wir haben uns darauf verstanden, auch die Hütten wohnlich, gemütlich und ästhetische Befriedigung gewährend cinzurichten. ״Wer schöne Geräte hat, trägt sie in die Sukka, wer schöne Decken hat, trägt sie in die Sukka“ (Sukka 28 b). Und was uns in der Sukka fehlte, wurde ersetzt durch das j innerlich ungebrochene, innerlich erfüllte und daher selbst- | bewußte und selbstsichere Leben. Denn wir haben in der Sukka | das Judentum erlebt in seiner Breite und Tiefe und in seiner | einzigartigen Größe und Kraft. Und die Freude in der j Hütte gehört mit zum Geheimnis unserer Er- Haltung. Das jüdische Volk wäre nicht das ewige Volk, wenn ihm nicht diese Fähigkeit eignete. Wieder brauchen wir ein Geschlecht, das die Fähigkeit hat, ein Erleben des Judentums selbst in der Hütte Tage gehobener Freude zu genießen. Dieser harten Notwendigkeit, so leidvoll sie ist, dürfen wir uns nicht verschließen. Eine solche Umstellung fordert seelische Umformung. Die seelische Umformung ist unerläßlich, wenn wir trotz allem, was auf uns lastet, innerlich ungebrochen und in Ehre und Würde bestellen sollen. Eine solche Umformung gibt auch, indem sie fordert. Sie gibt uns die Möglichkeit, an den Urquellen des Judentums zu erstarken und unser Leben sittlich zu erneuern. Snkkoth ia Palästina Die Sukkoth-Feiertage sollen in diesem Jahre in Palästina in besonders festlicher Weise begangen werden. Es werden, wie berichtet wird, Vorbereitungen getroffen, um das Sukkoth-Fest in Jerusalem zu einem Volksfest im Stil der Tel-Awiwer Purimfeier zu gestalten. Im Mittelpunkt der Feiern soll diesmal eine Ehrung für den Präsidenten des Keren Kajcmetli Lejisrael, Ussischkin, anläßlich seines 71), Geburtstages steilen. Am Abend des 8. Oktober findet eine ״Simchat'h Beth Haschoawa“-Feier statt, bei der durch das Arbeitertheater Obel ein symbolisches Festspiel aufgeführt werden wird. In Beth Hakercm findet ein Fackelzug statt. Am 9. Oktober wird unter der Führung der Ohel-Gruppe ein Festzug der Schüler der Jerusalemer Schulen unter Beteiligung von Kinderdeputationen aus dem ganzen Lande veranstaltet werden. Im Amphitheater der Hebräischen Universität auf dem Skopusberg findet eine Sukkothfeier in Verbindung mit einer Ussischkiwl iuldigung statt. Durch diese Feier soll der aus dem ganzen Land zusammenströmenden jüdischen Jugend, unter ihr diesmal aucli zahlreichen neu eingewanderten Jugendlichen 7 aus Deutschland, der Sinn des Sukkotlifestcs zum lebendigen Erlebnis gemacht werden. Rosch Haschanah-Bolschaft der Palästina-Regierung Aus Jerusalem wird geschrieben: Anläßlich des Rosch Haschanah-Festes hat der Chefsekretär der Palästina- Regierungj John Hathorn Hall, der während des Urlaubs General Sir Arthur Wauchopes die Geschäfte des High Commissioner führt, an den Vorsitzenden des Waad Leumi, der offiziellen Repräsentanz der palästinensischen Juden!!eit, Ben Zwi, ein Glückwunschschreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: ״Die unglückliche Lage, in der sich viele Angehörige ihrer Rasse heute in Europa befinden, und die ernsten politischen und wirtschaftlichen Schwierigkeiten, denen sie ausgesetzt sind, wirft auf die Festesfreude Ihrer Gemeinschaft nolwendigerweise einen Schatten. Ich hoffe jedoch aufrichtig, daß das neue Jahr dem jüdischen Volk in der ganzen Welt mehr Glück und Wohlergehen bringen wird. Ich hoffe ferner zuversichtlich, daß die gegenwärtige Bedrängnis Ihrer Brüder im Ausland den Bemühungen, die Einigkeit innerhalb der jüdischen Gemeinschaft Palästinas wiederherzustellcn, Bemühungen, von denen ich weiß, daß sie Ihre volle Unterstützung finden, neue Impulse und erhöhte Kraft geben wird.“ Am 27. September wurde in Konstanza die polnisch• Schiffslinie nach Palästina durch den polnischen Gesandten in Bukarest Miroslaw Arciszewski in Anwesenheit von Vertretern der rumänischen Behörden feierlich «*öffnet.