Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 78 (29.9.1933)
- Date
- 1933-09-29
- Page
- Seite 595 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1933 >1ג ״Lite- Rauch , daß sie gängerin!e Folge iffentlicht! r, überird über zugängeser Beoch gibt 3er Her- 1 n n, der Zeitschrift mn auch isent der itig ״Die!; es sei geringste Gegnerseriösen utch mit licht eine s Dichter ch Mann 1 es nie- >hne mit ie beiden immengendet sich aus Mann!gemeinen )ri gineiles aatsfeimit. Er ist cern, und Judentum zu setzen, itionalität: irtimentai. ht. Es ist erade gelier zitieren willen, beziehen, :nsent anabgelegt ן wenigen umiernten!en Standch ״Unser uung verder Basis uglich ist,!och nicht tische Erh en Vere Halttmti Hamecher ition a!- landein 1is, an das len lassen, leweis da- Falle zu n zu geinsichtigen!n können. t״, Berlin r folgende ״ auf sein lisch« Ak rk Kassel' : e n ״Pro wie vieler, itzt werd׳!rschule der nicht etwa Ir hat rin üerlin. \'<י e er miinc if die neu ״die Schn!׳ m Studium itca wieder Herr Kc 1. Ra. 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Zu Füßen der Berge, gegen das ebene Bahngeieise zu, gedeihen auf mühsam erhaltenen Terrassen wohlgepflegte Gemüsebeete, die ihr saftiges Grün dem uralten reichen Quell Bethars ver* danken. Steigt man die beschwerlichen Anhöhen Bethars hinan, so wird mau von Detonationen und unaufhörlichem Steineklopfen empfangen, Zeichen des Kampfes der Einwohner mit der Natur, um neuen Raum und Baumaterial zu gewinnen. Und dennoch — fast will man es nicht glauben —■ dehnte sich einst auf diesen Höhen eine Großstadt aus, Bar» Kochbas Felsenfeste Bet har. Vor 1800 Jahren (132 n. Chr.) brach unter der Führung Bar-Koch bas der letzte und gewaltigste Aufstand Judäas gegen das Rönierrcich aus. Eine halbe Million Krieger war, nach den Berichten der Geschichtsschreiber, um Bar- Kochbas Banner geschart und ebenso groß soll auch die Zahl der Bevölkerung gewesen sein, die in Bethar, der letzten Feste Bar-Kochbas, Schutz suchte. _ Wüst sind heute die Höhen Bethars, auf denen römische Meilensteine zerstreut sind, und die an verschiedenen Stellen verbliebenen Mauerreste, deren Quadern wie die der Klageinauer ausselien, künden Von der großen jüdischen Felsenfeste. Geographen und Archäologen zweifelten lange, ob auf diesen Bergen das alte Bethar sich erstreckte, bis vor 70 Jahren der Jerusalemer deutsche Arzt Dr. Tobler auf einer viereckigen Felstafei, hart an der Quelle Bethars, eine römische Inschrift zu Ehren Hadrians entdeckte, in der den Truppen des Kaisers gedankt wird, die hier den noch heute bestehenden unterirdischen Wasscrkanal durch die Berge legten. Würde man systematische Ausgrabungen in Bethar unternehmen, so könnten sie sicherlich unsere spärlichen Nachrichten über diese Zeit ergänzen und manches Unbekannte ans Tageslicht fördern. Tausend Meter tiefer als Bethar ist das Becken des Toten Meeres gelegen, dessen transjordanisches Ufer von einer zackigen Gebirgskette braunroter wilder Felsen umkränzt wird, will man das transjordanische Ufer erreichen, so muß man nachts das einfache große Boot des Arabers Hasboun besteigen, das bisher Steinsalz aus dem Berge Sodom zu führen pflegte. Ein mit dicken Schifftauen vorgespanntes altes Motorboot schleppt mühsam die Last mit seiner 10 km Geschwindigkeit und entführt uns von den elekfrischen Lichtern der ״Palestine Potash Co.“ am palästinensischen Ufer ins liefe Dunkel einer mondlosen Nacht, den transjordanisclien Bergen zu. Bei Sonnenaufgang erreichen wir das Ufer an der Stelle, wo der ״Nachal-Sarka“ sich in die See ergießt. In dem hinter den Bergen gelegenem Dorf Sarka langweilen sich die unter englischem Kommando stehenden arabischen Grenztruppen, während der Gebirgsbach zwischen zinnoberroten Felswänden seinen Weg sich erkämpft, nutzlos die natürlichen Kräfte verschwendend, bis er seine ewige Ruhe im Salzmeer findet. Was diesem wildromantischen Uferwinkel einen erhöhten Reiz verleiht, ist der alle Felsen überragende Berg Newo (arabisch Dschebel Nebo) mit seiner schwarzgclbcn Kuppe, die wie ein Trauerschieier die Gegend überschattet. Von diesem Gipfel überblickte der Führer und Gesetzgeber Moses das gelobte Land, ohne dorthin zu kommen. Kürzlich haben die Betiediktinermönche Jerusalems den Gipfel erworben, um dort ein Kloster zu errichten. Fährt man längs des Ufers nach Süden weiter, so gelangt man zu den warmen Heilquellen von Kaliroe, auch Herodesquellen genannt, ln einer Gebirgsmulde versteckt, zwischen Schilfrohr und Gebüsch, schlängelt sich hurtig ein heißer Bach, in dem vor zwei Jahrtausenden König Herodes Heilung suchte. Im Reiche Transjor- Jordaniens ergießt sich dieses Heilgeschenk der Natur unausgenutzt ins Tote Meer, vergebens sich bemühend, die salzschweren Fluten zu wärmen und zu lösen. Auf Abhängen, in der Nähe der Quellen, führen aufrechte Dattelbiiume, vom!Wüstenwind braungebrannt und vom Salzgehalt der anstiirmenden Wellen weißgefleckt, ein kümmerliches Dasein. Schwimmt man auf Hasbouns Boot noch südlicher, so erreicht man gegen Mittag die Mündung des biblischen ״Nachal-Arno n“. Dieser Gebirgsfluß, der das Land der Stämme Rüben, Gad und des halben Stammes Menasche hegenzte, ist noch wilder und reißender als der ״Nachal- Sarka“ und bringt Kunde von dem Draufgängertum und dem Wagemut dieser israelitischen Stämme. Es verlohnt sich, bis zu den Hüften im Wasser, stromaufwärts zu waten und den engen Durchbruch und Wasserfall zu sehen, den der Amon zwischen den Bergen sielt bahnte. — Immer enger schließen sich die Felswände und Bergköpfe ineinander, bis sie der Kuppel eines Heiligtums der Urzeit gleichen, das ein göttliches Geheimnis strenge zu wahren hat. Von Bethar, der Felsenfeste, ist fast keine Spur mehr geblieben, doch im benachbarten Jerusalem, tiir das Bar-Kochba und seine Tausende gefallen sind, erblüht neues Leben und nach 1800 Jahren baut man wieder Häuser, pflanzt Gärten und läßt Maschinen hämmern. In N a h a - rajim, an Transjordaniens Grenze, wurden der Jordan und der Jarmuk gebändigt, ihre vereinte Kraft bewegt die Turbinen des Ruthenbergwerkes und spendet Licht und Kraft dem aufwachenden Palästina, in S c h d i d a, am palästinensisehen Ufer des Toten Meeres, wachsen die Inaustriewerke der ״Palestine Potash Co.“ heran und die bei Nacht schimmemden Lichter der Fabriken, Bürogebäude und der Arbeiterhäuser lassen den unwissenden Reisenden, der sich von Jericho den Werken nähert, ein helles Lustschloß mitten zwischen Jordanmündung und Totem Meer ahnen. --- Ruchama, der bisher unbesiedelte südlichste Punkt des jüdischen Landbesitzes in Palästina, einige Meilen östlich von Ghaza gelegen, wurde durch die jüdische Gruppe Gan Schlomo von der Anglo-Palestine Bank erworben. Das insgesamt 1900 Dunam umfassende Gebiet soll sofort kultiviert und in kleine Pflanzungen aufgeteilt werden die gegen langfristige Ratenzahlung zu mäßigen Preisen abgegeben werden sollen. Ein jugoslawischer Jude Bronko Sitzer, ein hervorragender Fachmann aut dem Gebiet der Fischzucht, hat vor sechs Monaten am Kurdani-Back bei Akko 100 Dunam Boden vom Jüdischen Nationalfonds gepachtet und einige Teiche für Fischzucht angelegt. Die Ergebnisse der Zucht nach der nunmehr abgelaufenen sechsmonatigen Brutzeit sind außerordentlich günstig. Demnächst soll die Be- Heferung des Haifaer Marktes mit Fischen aus der Anlage am Kurdani-Bach aufgenommen werden. Der arabische Nationalfonds hat in der Nähe von Gaza 1000 Dunam Land für Orangenpflanzungen erworben. Leichte Kunst in Palästina Das interessanteste Theater Erez Israels wird augenblicklieh — mag es auch unglaubhaft klingen — nicht von der ״Hablma“ auf die Bretter gestellt und nicht vom ״Ohel“, auf dessen Aufführung der ״Dreigroschenoper“ man freilich gespannt sein darf, sondern vom ״Matatc j“ in Tel Awiw. ״Matatej“ gibt sich nicht mit schweren dramatischen ücbilden ab, sondern mit der kleinen aktuellen Schau, mit den Lokalercignissen, mit der Politik und mit allem, was in eine Revue mit etwas literarischen und musikalischen Ambitionen hineingehört, Die ״Matatej“• Leute gehen wenn auch nur mit ihrer leichten Form — an Zeitgemäßes heran, sie haben den Mut, auch einmal einen ganz neuen Namen herauszustellen, mit einem Wort, sie sind unterrieiimungslustig. Sogar so unternehmungslustig, daß sie sich an eine für ihre Verhältnisse so schwierige Aufgabe heranwagen, Franz Lehars ״Land des Lächeln s“ herauszubringen» Natürlich wäre es ganz verfehlt, eine europäische Aufführimg zum Vergleich heranzuziehen. Denn es fehlen schon die technischen Voraussetzungen, die für europäische Bühnen selbstverständlich sind: Ein erstklassig besetztes Orchester mit routinierten Operettendirigenten, ein guter Beleuchtungsanparat, eine Drehbühne, ein großes Ballett und vieles andere. Und sicher ist es keine Kleinigkeit, Schauspielern eine Operette einzustudieren, denen kaum ein Milieu ferner ist als jenes, das sie hier darstellen sollen. Zieht man dies in Befracht, so muß man dem Regisseur Norden, der, aus Deutschland kommend, sich mit dieser Arbeit dem palästinensischen Publikum vorstellte, höchstes Lob zollen für das, was er erreicht hat. Die Auffiihrung ist —■ trotz noch spürbarer Mängel — durchaus annehmbar. Man hat einen Hintergrund und Kostüme (Miriam Jochai, E. Emanucli), die sich auf einer europäischen Bühne sehen lassen könnten. Das Orchester unter Leitung von M. Wiiinski entledigt sich der Aufgabe, die fast opernhaften Melodien Lehars dein palästinensischen Publikum zu vermitteln, mit Anstand. Nur müßte man gelegentlich leiser sein, um die Sänger nicht zum Forcieren zu veranlassen. Die weibliche Hauptrolle singt Eilv Kurz, wohlbekannt durch ihre erfolgreichen Konzerte. Sie verfügt über einen besonders schönen, sehr kultivierten und geschulten Sopran, den sie mit großer Leichtigkeit beherrscht. Gesanglich konnte die Rolle der Lisa bestimmt nicht besser besetzt werden. Ihr großes Bemühen um die Sprache sei mit Respekt anerkannt und cs sei ihr gerne verziehen, daß ihrem Hebräisch die Klangfarbe eines Eingeborenen fehlt. Es ist anzunehmen, daß auch ihr Spiel a 11 Freiheit gewinnen wird, sobald ihr die rein sprachliche Seite der Rolle keine Schwicrigkeiten mehr bereitet. Ihr Partner ist Joseph Golland. Auch er verfügt über schöne stimmliche Mittel, die Höhe ist freilich manchmal etwas heiser, was allerdings auf eine Indisposition zurückgeführt werden kann. Ein sehr beachtenswertes Buffotalent entdeckt man in Judith Perkal, auf deren Entwicklung man gespannt sein darf. Rudenski als Gustl ist charmant und nett, bemüht sich sehr um Natürlichkeit lind tut dabei manchmal ein bißchen des Outen zuviel. Seine Szenen mit der Perkai sind ganz reizend. Bezallel London bewährt sich in der Rolle des alten Chinesenfürsten als Schauspieler von Qualität. Ein paar kleine Tänze waren von Lotte Bock sch einstudiert. Alles in allein: Ein ziemlich gewagtes Experiment, das in Anbetracht der gegebenen Voraussetzungen als erstaunlieh geglückt bezeichnet werden kann. Keineswegs wollen wir aber nun_ die• kleinen׳ aktuellen Revuen des ״Matatej“ vermissen. Es wäre: schade, wenn das bisher gepflegte Genre zugunsten ausländischer Operetten aufgegeben werden sollte. Die Hoffnungen, die man auf ״Mafatej‘‘ setzen darf, sind groß, und es ist nur zu wünschen, daß sie ihren kiinstkrischen Kredit auch in Zukunft rechtfertigt. Manfred Gei s. Wirtsctiaflsarchiv liir den Nahen Osten Der Leiter des Archivs, Dr. Bonne (Jerusalem) schreibt uns: Seit der Gründung des Archivs im Frühjahr 1931 hat sich die Arbeit in den Linien vollzogen, die der Entwicklung des Archivs durch das seinerzeit aufgcstellte Programm, das aut den bewährten Programmen solcher Institute im Anslande beruht, vorgczeichnet war. Das Wirtschaftsarrhiv für den Vorderen Orient, das an die Hebräische Universität angeschlossen ist. stellt eine einzigartige Sammlung■ von Materialien über die gesamte zeitgenössische Entwicklung der Länder des Vorderen Orients dar. Die Bestände des Archivs bestehen aus: a) sorgfältig klassifizierten Ausschnittsanimlungcn, die das gesamte Gebiet der wirtschaftlichen, sozialen und politischen Verhältnisse des Vorderen Orients umfassen (40 000 Ausschnitte); b) aus einer Handbibliothek <800 Bände); c) aus einer Zeitschriftensammlung der wichtigsten einschlägigen periodischen Literatur (90 Zeitschriften). Dank der sehr günstigen Aufnahme, die der Gedanke des Archivs and seine Bemühungen im Kontakt mit Regierungsstellen und Instituten gefunden und die insbesondere durch,die Reisen seines Leiters, Dr. Bonne, auch in den Nachbarländern gefördert wurde, konnten sich die Sammlungen erfreulich entwickeln. Für die Kenntnisse und Erforschung von Problemen der Wirtschaft und Zeitgeschichte des Orients stellen sie bereits heute eine Materiaiquellc dar, die in dieser Vielseitigkeit kaum an einem anderen Orte geboten werden kann. Die Inanspruchnahme der Sammlungen durch Studierende und Interessenten der Praxis war in den ersten zwei Jahren, die im wesentlichen dem Ausbau und Aufbau der Saturntungen dienen mußten, den Verhältnissen angemessen. Seit den Vorgängen in Deutschland ist diese Inanspruchnahme aber außerordentlich gewachsen. Das Institut hat sofort mit Beginn der starken Einwanderung aus Deutschland seine Einrichtungen weitgehend allen Interessenten, einzelnen und Organisationen, zur Verfügung gestellt. In den letzten Monaten allein sind viele Hundert Anfragen über wirtschaftliche Verhältnisse in Palästina und den Nachbarländern an das Archiv gelangt, von denen ein großer Teil eine eingehende schritt- Rehe Beantwortung verlangte. Die Arbeit des Archivs stand seit dieser Zeit vor allem im Dienste dieser Wirtschafts- Information, obwohl darin allein nicht die zentrale Aufgabe des Archivs gelegen ist. Sobald das Problem der Beschaffung der Mittel für eine Erweiterung der gegenwärtigen Arbeit des Archivs befriedigend gelöst ist, werden die Einrichtungen und Kräfte des Archivs auch, wie ursprünglich beabsichtigt, stärker für die Erfüllung von Forschungsaufgaben verwendet werden können und damit einen Zweck erfüllen, der heute angesichts der Entwicklung Palästinas und des Vorderen Orients von nicht geringer Dringlichkeit und Interesse ist. Zur Frage der Erwachsenen~Bildung Von Hans Podschubski, Erfurt. Die deutschen Juden werden mir dann weiter in Deutschland existieren können, wenn sie sich eine positive, reale Beziehung zum Judentum schaffen werden. Von allem ausgeschlossen und zu rückgedrängt, müssen sie sich auf sich selbst besinnen, müssen aber vor allem aus sich selbst, aus ihren! eigenen Volkstum die Kraft schöpfen, tun durchzuhalten. Diese jüdische Kraftreserve ist aber bei den Massen der assimilierten deutschen Juden nicht vorhanden; es ist weder vorhanden das Bewußtsein der Zugehörigkeit zu einer lebendigen jüdischen Gemeinschaft, noch sind vorhanden irgendwelche inneren jüdischen und wissensmäßigen Werte. Diese gilt es zu schaffen und aktiv zu machen. Gewiß: das, was in Jahrzehnten nicht getan wurde, nicht getan werden wollte, läßt sich nicht in vollem Umfang in wenigen Monaten ersetzen. Aber es kommt nicht auf die Quantität an bei dem, was heute nötig ist, sondern es kommt darauf an, den jüdischen Massen überhaupt einen W eg zu ihrem Judentum zu zeigen, überhaupt das Gefühl einer gemeinsamen Kultur, gemeinsamer Leiden und gemeinsanier Hoffnungen iiervorzurtifcn. Und wir glauben, wenn nicht jetzt sofort bei jedem deutschen Juden eine Brücke geschlagen wird zwischen seiner Person und dem Judentum, wenn nicht jeder deutsche Jude in ״seinem״ Judentum an einer ihm gemäßen Stelle auch eine Kraft sehen wird, dann braucht niemand mehr den Jmlen etwas zuzufugm oder wcirztuu'limcii; dann werden sie aus sich heraus zusammciilm-i lien. Die Gefahr ist ungeheuer. Aber doch sind viele Juden wach geworden. Sie besitzen noch das Wertvollste, was wir zu unserem Tun brauchen: nämlich ihre innere Bereitschaff, wieder als Juden zu leben Niemand kam; Ratschläge geben zum Jüdisch Leben; aber was vir können, das müssen wir tun, und zwar mit der ganzen Kraft, die wir besitzen, nämlich ihnen das Material, die Bausteine, die Quellen in die Hand zu geben, aus denen sie sich dann, jeder fiir sich, sein Judentum formen können. Wir müssen ihnen jüdische Dichtung geben, jüdische Volksmusik, die das Herz bewegt; jüdische Geschichte, damit sie sich ihre Gegenwart erklären können; Kenntnis von Palästina, um sie teilnehmen zu lassen an jüdischer Kraft, an jüdischem Willen, an jüdischer Freude und an jüdischem Leid; jüdische Sprache, um sie bewußt werden zu lassen als Mitglied des jüdischen Volkes. Einige methodischen Bemerkungen: Um den Einzelnen mehr zur eigenen Mitarbeit zu bringen, wird jede Arbeit grundsätzlich in einem kleineren Kreis getan werden müssen. Denn wir wollen leine Versammlungsbegcisterung, kein Verherrlichen eines Redners, sondern wir wollen eigenes Ringen 11m eine Sache, die niemand einem anderen abnehmen kann. Geeignet werden sein die schon bestehenden iüdiseben Volkshochschulen, offene Gemeindcabcnde usvv. Die Arbeit wird am besten ohne Organisationen zu verwirkliehen sein, weil dadurch die Heranziehung gerade der Menschen, auf die cs uns ankommt, auch heule noch ersrhwert wird. Wichtig ist, daß allmählich eine bestimmte zusammenarbeitende Gruppe sich herauskristallisiert, die sich auch menschlich kennt. Die Arbeit soll einen inneren Aufbau haben, aber nicht schematisch an dieser Sache hängen bleiben. Wesentlich für die Gesamtgestaltiing der Arbeit ist es, woher die Menschen kommen. Am ehesten werden heute erfaßt werden können die Menschen zwischen 20 und 30 Jahren, die beruflich meistens kaufmännische Angestellte sind. Man wird weniger problemhafte Dinge behandeln, sondern vor allem lebendige Tatsachen, wie etwa das Leben der Juden in den verschiedenen Zentren; ferner wird die Palästinalainde in jedem Falle einen breiter! Raum einnehmen. Reiseberichte, Bildermatcrial, Zeitungen. Wird jüdische Geschichte getrieben, so möglichst eine kurze, markante Epoche der Vergangenheit mul daneben oder anschließend ein Stück der neuesten Geschichte. Da die informatorische Arbeit, das Lernen, das Wesentliche sein soll, wird der Leiter den Aufbau ganz genau bestimmen, andererseits wird es möglich sein, die beteiligten Menschen durch Teilreferate einztispannen. Jeder Abend soll eine bestimmte Form haben; vielleicht zu Anfang ein hebräisches Lied (es ist tatsächlich sc, daß ältere Menschen, die bisher kaum gesungen haben, beute auch hebräische Lieder lernen!) oder eine kurze Geschichte, dann ein Pressereferat, dann die eigentliche Arbeit und am Ende wieder einen betonten Abschluß!. Sehr geeignet für eine engere Beziehung ist auch die Beschäftigung mit hervorragenden jüdischen Persönlichkeiten. Dies alles sind kleine Einzelheiten. Prinzipiell ist für die Durchführung solcher Kurse zu betonen, daß sie mögliebst in engem Kontakt mit der Jugend sein sollen, vor allem mit der hündischen Jugend, aus deren erzieherischen Programmen und Materialsammlimgen sehr viel auch für die Erwachsenenbildung zu verwerten ist. Es wäre sicher wichtig, wenn von zentraler Stelle aus (wie es ja vom Hechaluz für seine Snifim schon gescheiten ist) allgemeine Anregungen methodischer und thematischer Art ausgearbeitet werden würden. Denn wenn auch überall der gute Wille vorhanden ist, so kann die Arbeit doch durch vorherige Ratschlage Vor Mißgeschicken behütet werden. Schließlich ist gerade bei den ganz ungesdiuHen und jetzt zum ersten Male sich mit jüdischen Dingen beschäftigenden Menschen ein sehr allmähliches und vorsichtiges Arbeiten nötig, um nicht einschüchternd zu wirken. Der erste Rassenk 11 rs für Lehrer aller S c h u len Preußens, in denen alle Fragen der Vererbungslehre, Rassen- und Familienkunde sowie Bevölkerungspolitik von Männern der Wissenschaft und Praxis erörtert werden, wurde im Zentralinstifut für Erziehung und Unterricht von Professor Barghecr als Vertreter des Kultusministers eröffnet. Ais erster sprach im Anschluß an die Eröffnung der Assistent von Professor Baur, Dr. Kuckuck (Müncheberg) über allgemeine Vererbungslehre. ,jeder hat nur soviel Himmel Aber seinem Haapfe, als er Boden unter seinen Füffan ha!! “ Keren Kajemeth Lejisrael, Jüdischer Nationalfonds E.V. Spenden fOr »Boden in Palästina für jüdische Jugend!« an die Vertrauensleute oder direkt auf da* Postscheckkonto 282 47, Berlin W iS.Meinekesrr.!0