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Jüdische Rundschau · 1933-09-29 · Heft 78 (29.9.1933) · p. Seite 596

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 78 (29.9.1933)
Date
1933-09-29
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
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Seite 594 jüdische Rundschau Nr. 78, 29. IX, 1933 Briefe an die Redaktion 1000 Worte Jiddisch Breslau, den 24. September 1933. Geehrte Redaktion! In Nr. 75/76 bringt Herr Dr. Rabinowitz in Seinern Artikel 1000״ Worte Jiddisch“ sehr interessante Dinge, für welche ich besonders als Ostjude ihm sehr dankbar bin, denn ich habe mir manchmal den Kopf zerbrochen, woher dieses oder jenes Wort stammt. Allerdings glaube ich, daß Herr Dr. Rabinovvitz in zwei Punkten irrt, und zwar will er die Worte ״Dawnen‘‘ und ״tscholenl“ vom Lateinischen ableiten, mir scheint aber, daß beide Worte aus dem Hebräischen stammen, und zwar Dawnen von *'״ ״ךא5יניDcawimi“ (von unseren Eltern), wie unsere Weisen sagen אברהם תיקן תפלת שחרית׳ יצחק מנחה ויעסב ערבית und ebenso glaube ich, dal! ״tseholcnt“ vorn Wort ׳?;?יי״// kommt, ״das übernachtet hat". Mit Zionsgruß Josef Halter. * An die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“ Zu: 1000״ Worte Jiddisch“, N'r. 75 76: Die Ableitung des Wortes neboch (nebbisdi) als fossil gewordenes ״Nie bei Euch“ dürfte wohl falsch sein. Die Endsilbe ach (meistens substantivisch), jedoch auch . *rejiach — fröhlich“ u. ä. ist hier an das mhd. Wort ״neban“, unser heutiges ״neben“ an geh :in gt und bc/cichnct einen neben dm Dingen und hierdurch auch ausgestoßenen (ähnlich grieeh. zooi ) herlaufenden Menschen. Naumann in Bonn bringt es mit cincin mhd. Wort ״mbieh“ /11,,1:nmn1, das Nachläufer und Marketender bei einem Heer bezeichnen soll. I lier/u paßt auch der LVbcrsrt/tingsvcrsuch: bedauernswert, erweise. -- Die ,,nebachs“ sind die Stiefkinder des Schicksals. — Kurf M a y e r. * Berlin, den 21. September 1033. An. die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“ In der Rose!! Hasehanah-Nuntmer helindct siel! ein Artikel unter der Uebcrschrift ,,KXKf NX'nrlc Jiddisch“, worin das Wort chachathilen vom Russischen abgeleitet wird, was aber nicht richtig ist; vielmehr ist das Wort aramäisch• talmudischen 1hSprunges, Die Worte chuelia utlnla werden stets mit ״Lachen“ und ״Spotten“ iiherset zt. Mocl;׳־'htun gsvoll * M. F r a ת t. Berlin, den 24. September 1933. Sehr geehrte Herren! In Ihrem Artikel 1000״ Worte Jiddisch“ schreiben Sie: Wer laut lacht. ״Chacliatlulet“ (vom russischen Lachlaut ״Cha Cha“). Ich möchte Sie Hinweisen auf die talmudischen Ausdrücke: *תוכא וטלולא" und *״•חייכא קא מחייך עלי׳ במערבא, Hochachtungsvoll Zurzeit Berlin, den 21. 9. 1933 A- N. Frommer. ♦ Aerzte in Palästina Sehr geehrte Herren! In Ihrer Ausgabe vom 4. Juli d. J. brachten Sie eine Notiz über einen Vorschlag, deutsche Aerzte als Landärzte hier annisiedeln. Aut diese Notiz, hin erhielt ich zirka '25 Briefe von verschiedenen Kollegen. Ich will auf diesem Wege eine Kollektiv-Antwort gebeti. Für meinen Vorschlag kommen vorläufig diejenigen Aerzie in Frage, die über eine Summe von C 1!KM) verfügen. Ls hesteht die’ Möglichkeit, sich landwirtschaftlich an/usiedelii und dabei eine Praxis auszuüben. Die Acr/fe, die aufs Land gehen wollen, haben größere Chancen, hier eine Existenz zu finden als sfädtische Aerzte, Allgemein möchte ich bemerken, daß Palästina für Aerzte keine Goldgrube ist. Aerzte, die hier sehr gut bekannt sind, haben eine feste Klientel, doch scheint es, daß manche deutsche Aerzte ihren palästinensischen Kollegen die Kunst zu heilen absprechen wollen. Solche Aerzte mögen bleiben, wo sie sind. Noch einige Winke für Aerzte oder a1.׳:h fÜT Nichtärzte, die nach Palästina einwandern wollen. Es besteht ־/. B. noch eine Möglichkeit für größere Sanatorien und Hotelwirtschaffen an verschiedenen Punkten Palästinas, die als Kurorte geeignet sind. Hierfür kommen auch noch einige Hilfsindustrien in Frage für medizinische und hygienische Bedarfsartikel. Einige Vorschläge hierfür: 1. Für einen Sanaforiumsbau auf dem Berge Kanaan bei Safed, zusammen mit einem hiesigen Arzt. Gesucht wird ein Arzt mit £ 1500 Kapital. 2. Für ein Sanatorium oder Erholungsheim bei Tel-Awiw, Gehalt von £ 8—-10 monatlich und freie Station, zusammen mit einem hiesigen Arzt für eine junge Aerztin oder Oberin oder Hotelier mit .C 2000 Kapital. 3. Für eine Druckerei, die Maschinen hat, wird eine Setzmaschine und Rotationsmaschine gewünscht (C 500—1000). Sic gibt als Gegenleistung eine Garantie für di« Maschinen, 5 ״׳י׳ für das investierte Geld und zirka € 15 monatliches Gehalt als Betriebsleiter. Der betreffende Kandidat muß Fachmann sein. 4. Ein Fachmann für mikroskopische Reparaturen (Linsenschleifen und Justieren). 5. Ein Fachmann mit etwas Geld und vielleicht Maschinen für eine Schallplatte!)fabrik. Mit vorzüglicher Hochachtung! Dr. Ab. Matmon, Tel-Awiw, Hashachar 11. Jüdische Einwanderung nach Spanien Wir erhalten von einem unserer Leser aus Madrid tolgcndc Mitteilungen über die Lage der jüdischen Einwanderer in Spanien: Hilfskomitees für jüdische Emigranten bestehen in Barcclona (der Hicem angegliedert) und in Madrid (Privat- Initiative). Da sehr wenig Geld vorhanden ist (es gibt mir wenig Juden in Spanien), können Unterstützungen nicht gewährt werden. In kleinem Maßstab kann konstruktive Hilfe geleistet werden, z. B. Handvverkszetigkauf für Handwerker. Im übrigen beschränkt sich die Arbeit auf Beratung. Unter- Stützung im Verkehr mit den spanischen Behörden und Arheitsvermittlimg. — Aufenthaltserlaubnis wird jedem ohne werteres erteilt, dessen Papiere in Ordnung sind, und zwar jeweils aut Cin lahr. Arbeitscrlaubnis wird jedoch mir dann erteilt, wenn die betreffende Arbeit nicht von Inländern geleistet werden kann: diese Bestimmung erstreckt sich sogar aut Volontäre. — Auch die Bemühungen, für Chaluzim Arbeifsstellen auf dem Lande 711 schaffen, sind bisher fehlgeschlagen. In einer Generalversammlung der orthodoxen jüdischen Gemeinde von Fiume wurde durch Akklamation Rabbiner Dr. Joseph Breuer aus Frankfurt a, M. zuin Gemeinderabbiner gewählt. Zugleich wird die erste Jeschiwa in Italien gegründet. Geschäftliche Mitteilungen (Ohne Verantwortung der Redaktion.) I m den Eink.-mf von Pelzen empfiehlt 1;ich unseren Lesern die Firma Benno Lobatz, KurfüiJendamm 214. Wir machen darauf aufmerksam, daß sieh jetzt jüdischen Kindern Ciclrgrnlicit bietet, in die höhere l’nvatsrhule von Fr!. Zicke!» bcrlin-St höneherg. Killet einer Str. 16. auf״enomm<־n zu werden. Die Schule (Pensum der höheren Schulen) haut ab Oktober 1933 neue Klagen auf. Telephon: Stephan G 1 4213. Hebr3!*ch für Lehrkurse, Selbst* und Fernunterricht mit Tran* skription. Von Dr. M. Goldmann. Lehrer an der Hebräischen Lehr* anUGt zu Berlin. Wie der Scfuthenu-Verhig mitteilt, wurde, dieses WctF in langjähriger Arbeit unter Zugrundelegung einer reichen Untcirichtserfabrung geschaffen. Das Werk soll, dein Wunsche des Verfassers entsprechend, dazu dienen, jüdischen Menschen, die wirk* lieh Hebräisch lernen wollen, durch rin eigenes System, in dem Hinweise auf bekannte Sprachen eine Rolle spielen, zu ermöglichen, die ״Schwierigkeiten“ der hebräischen Grammatik und des Satz* baiics leicht zu nehmen. Das erste lieft gelangt in einigen Tagen zum Versand, die folgenden vier Hefte in Abständen von drei bis vier Wochen. Näheres siehe Inserat. Alle Reparaturen an Rundfunkgeräten, Antennenbau. Modernisientngen und Störbefreiungen werden sachgemäß von der Firma Radioteehnisches Laboratorium und Werkstätten W. Schott & S. Klein, Lictzenburgcr Str. 2. Telephon J 1 Bismarck 2530. ausqefiihrt. Das Unternehmen wurde mit Unterstützung der Wirtschaftshilfe der Jüdi• sehen Gemeinde neu eröffnet. atta-firundlonds Heren Hajessode.U. Postschockkonto: Bsrlin Np. 104981 Bankkonto: Drssdnsr Bank, Ospotltsnkasss Kurfdrstenda mm 82 Uekut 1. Klasse 20. and 21. Oktober jp₪f1. Staatslotterie[ Gesamtgewinne in füt*f Klassen über 63 Millionen m Hauptgewinne RM lOOOOOO 300000 lOOOOO?5000 v»*f« .׳• 1)1 Dapptl-Le«. I tu i— 6.— 12.— 24.— 48— RM | Porto aad Uit« 30 PI(, «xtn Sdiwarz Einnahme Berlin I Mac KOaltilr. «1 Postscheck-Konto! Berlin 31156 Telegramm-Adresse: GLOCKSGOTT Berlin KAUFT KUPFERHKUSER FÜR PALÄSTINA Durch Vernietung dieser in einigen Tagen auf* zubauenden und unbegrenzt haltbaren Häuser schaffen Sie sich angesichts der großen Wohnungsnot in Palästina eine gesicherte Existenz. Aufstellung durch unsere Vertreterfirma in Haifa. Deutsche Kupferhaus-Gesellschaft m. 0.«. 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