Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 77 (26.9.1933)
- Date
- 1933-09-26
- Page
- Seite 583 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 77, 26. IX. 1933 JÜDISCHE StWDSCHAÜ Seite 581 Ortsgruppen Aachen-Land. In den Gemeinden Höngen, Jülich, Linnich und Geilenkirchen sprach eand. iur, Alfred Mendel (Jülich) vor einer überall recht interessierten Zuhörerschaft über das Thema: ״Deutsche Juden und Palästina“. Aus der Diskussion erkannte man den ernsthaften Willen der bisher assimilatorisch eingestellten Juden, den Sinn des Zionismus kenneimileriieri. In Geilenkirchen soll eine zionistische Ortsgruppe gegründet werden. Bochum. Die Zionistische Ortsgruppe hatte die Gemeinde- Mitglieder zu einein Vortrage am 12. September in die Räume der Loge eingeladen. Als Redner war Dr. Elias Auerbach, Berlin, gewonnen, der über das Thema: ״Der Aufbau Palästinas und die deutsche Judenheit“ sprach. Schon lange vor Beginn der Veranstaltung war der Saal überfülit. Der Redner gab ein lebendiges Bild von der Entwicklung Palästinas in den letzten 25 Jahren. Im Anschluß an den Vortrag beantwortete Dr. Auerbach einige Anfragen. — Seit einigen Wochen besteht ein Kursus für Neuhebräisch, der von der Gemeinde eingerichtet ist. Der Kursus ist gut besucht. A. R. Brandenburg-Havel. Auf Grund einer am 9. August 1933 abgehaltencn Versammlung mit einem Referat des Herrn Adolf Poliack über ״Palästina als Einwanderungsland“ hat sich hier eine Zionistische Ortsgruppe konstituiert. Die erste Mitgliederversammlung wurde am 5. September 1933 abgehalten. Einstimmig wurden die Herren Dr. Hermann Selka, Ulrich Levy, Nathan Rosenfeld lind Fritz Rudolz in den Vorstand gewählt. Anschließend wurden noch Mitteilungen über Errichtung eines Neu-Hebräischen Sprachkursus, sowie über die bevorstehende KKL-Aktion gemacht. Es ist ferner eine Palästina-Beratungsstelle eingerichtet worden, deren Leitung Herr Rechtsanwalt Cohn, Hauptstr. 63, übernommen hat (nachmittags von 4—6 Uhr, außer Mittwoch und Sonnabend). Gleichzeitig hat sich eine Jugendgruppe gebildet, deren Leitung Herr Bernhard Schelasnitzki übernommen hat. Düsseldorf. Am 11. September sprach Dr. Elias Auerbacli über das Thema: ״warum jüdische Schule?“ innerhalb der Zionistischen Ortsgruppe Düsseldorf. Der Vortrag war deshalb gerade für Düsseldorf bedeutsam, weil Düsseldorf eine der wenigen Großgemeinden Westdeutschlands ist, die keine jüdische Schule hat. Die Ausfüllrungen Auerbachs wurden mit Begeisterung aufgenommen. Es wurde einstimmig folgende Resolution angenommen: ״Die am 11. September anläßlich des Vortrags von Dr. Elias Auerbach versammelten Mitglieder der jüdischen Gemeinde Düsseldorf fordern, daß alle Schritte eingeleitet werden, um im Frühjahr 1934 die jüdische Volksschule zu eröffnen. Diese Schule darf nur auf der Grundlage einer positiv-jüdischen Erziehung errichtet werden.““ L. Gleiwitz, Werbe Veranstaltung des Bar-Kochb a. Der Bar-Kochba, Gleiwitz, veranstaltete am Donnerstag, dem 7. September, im Saale der Oldfellosv-Loge einen Unterhaltungs-Werbcabend, der zu einem vollen Erfolg wurde. Im Mittelpunkt stand eine originelle Revue, die Leben und Treiben an Bord des auf der Fahrt nach Tel-Awiw begriffenen Dampfers ״Zion“ darsteiltc. Die Texte, mit viel Geschick und Humor von Herbert Karl in er verfaßt, wurden von einer wirklich talentierten Jugend zum Vortrag cbracht. Heinz Liegner als Kapitän, Günther Ucko als abbiner, Margot Lange als Zeichnerin, Lotte Lange als Tänzerin und die 4 Jods (junge, jüdische Jazz-Band-jungens) im Alter von 13—17 Jahren, unter Leitung von Franz Cohn, verdienen besondere Erwähnung. Göppingen. Am 16. September fand hier die erste große zionistische Versammlung statt, an der nahezu die ganze Gemeinde teilnahin. Auen aus den Bczirksgemeinden hatten sich zahlreiche Gäsfe elngefunden. Herr Heinrich Frankfurter eröffnete dieselbe als Vertrauensmann des KKL mit einer Ansprache, in der er die Bedeutung der Veranstaltung darlegte. Herr Dr. Pom e ranz, Frankfurt a. M., hielt einen Vortrag über ״Jüdischer Boden für jüdische Juend“, in weichem er die Ideologie des Zionismus und die ufgaben des KKL schilderte und auf die zwingende Notwendigkeit der tatkräftigen Förderung hinwies. Schriftlich gestellte Anfragen beantwortete Dr. Pomeranz dann nochmals mit längeren überzeugenden Ausführungen, Hannover. Herr R.-A. Benno Cohn, Berlin, hielt vor dem erweiterten Vorstand der Zionistischen Ortsgruppe ein dreistündiges instruktives Referat über allgemeine zionistische Fragen und die Ortsgruppenarbeit. — Vorsitzender der Ortsgruppe ist jetzt Herr Dr. F I e i s c h 11 a c k e r. Es finden regelmäßig Mitgliederversammlungen statt. Anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Theodor Herzl hielt Herr R.-A. Hans Block eine Gedenkrede. Er berichtete über die Tagung der Palästina-Berater in Berlin. — Der Ortsgruppe ־ sind in der letzten Zeit eine größere Anzahl neuer Mitglieder beigetreten. — Die Familien Zahnarzt Dr. Biber und Walter Hcrrmann, ferner Frau Dr. K a t z, der frittiere Gerichtsassessor Bach rach, sowie eine Anzahl Chaiu/im sind nach Palästina i'ibergesiedelt. — Die Synagogengemeinde hat zum Zweck der Berufsumschichtung unentgelfiiche Kurse eingerichtet. Für den Kursus in Ncuhcbräisch meldeten sich 80 Teilnehmer, so daß drei Kurse eingerichtet werden mußten. In der Gartenbau sch ule Ahlem finden Kurse für Personen statt, die ihren bislierigen Beruf haben aufgeben müssen. Es nehmen etwa 30 Personen daran teil. — Der Gerneinderabbiner Dr. Scho rs ch erstattete einen anschaulichen Bericht über seine Palästinareise. Er bewunderte die Leistungen der auf dem Lande arbeitenden Chaluzim. Kiel. Am 14. Q. sprach Dr. Marx (Hamburg) über ״Lösung der Not durch Erlösung des Bodens“. Die Vcrsammhing wurde im Rahmen der Rösch Hasciianah-Aktion veranstaltet. Dr. Marx zeigte in seinem Referat deutlich die Notwendigkeit des Bodenkaufes, besonders für die deutschen Juden. Er stellte die zionistische Lösung in den großen Zusammenhang der Geschichte des jüdischen Volkes und schloß mit einem Appell an die Kieler jüdische Gemeinde. Die Versammlung wurde umrahmt durch eine Vorlesung aus Ussischkins ״Ruf des Bodens“. — In dem Bericht über den Nordwestdeutsetten Gruppenverband hieß es, daß in Kiel ein Beth-Chaluz besteht. Das stimmt nicht; in Lübeck bestellt ein solches Heim. Osnabrück. Am Sonntag, dem 10. September, sprach Herr Dr. Ernst Marcus (Berlin) über das Thema: ,Juden- Wanderung und Palästina-Aufbau“. Der Vortrag wurde mit einer hebräischen Ansprache durch Herrn Stein eröffnet, die sehr stark auf die Zuhörer wirkte. Bemerkenswert war, daß fast die ganze jüdische Gemeinde zu dem Vortrag, der in der Synagoge stattfand, erschienen war. Das große Palästina-Intercssc zeigte sich in einer längeren Diskussion, in der die Anwesenden viele Fragen stellten. Aus dem wachsenden Interesse der breiten jüdischen Massen ist zu erkennen, weiche Möglichkeiten die zionistische Arbeit gegenwärtig überall hat. In Osnabrück sind bereits ca. 90 0',״ der Jugendlichen zionistisch organisiert. Schweinfurt. Unsere liebe Gesinnungsgenossin, Hertha Sch ei z er, ist im, Alfer von 19 Jahren plötzlich gestorben. Hertha Schelzcr war das begabteste und begeistertste Mit- . glied. unseres . zionistischen. Arbeitskreises.. Sie war im Begriff, nach Palästina überzusiedeln, um am Lehrerseminar in Jerusalem ihr Studium zu vollenden, Sie wird in unserem Kreis nicht vergessen werden. — Die KKL-Aktion in unserer Gemeinde hat mit großem Erfolg begonnen. Auch die Gemeinde selbst wird sich mH einer angemessenen Spende an der Bodenaktion beteiligen. Magdeburg. Am 16. September fand eine Kundgebung des Hechaluz statt, bei der Walter Heinemann über ״Neues Jahr — Neuer Boden“ referierte. Die Versammlung brachte einen großen Erfolg für den KKL und war gleichzeitig der Auftakt für eine umfassende zionistische Arbeit in Magdeburg. D. G. Wanne-Eickel. Seit Mai d, J. hat die Jugend einen hebräischcn Kursus eingerichtet. Die Leitung hat Herr Gers chen o w i t z (Essen). Weißenfels. Vor vollbesetztem Hause sprach hier auf Veranlassung der Zionistischen Arbeitsgemein- Schaft Herr Bernhard Katz, Leipzig, über ״Palästina von heute“. Seine Ausführungen fanden ungeteilten Beifall. Briefe an die Redaktion Berlin, 19. September 1933. Sehr geehrte Redaktion! Sie brachten in Ihrer Nummer vom 15. 9. 1933 eine Meldüng ״Ungestörte Arbeit der jüdischen Jugendverbände“ mit folgendem Schlußsatz: ״Von interessierter Seite ist in einzelnen Bezirken verbreitet worden, daß nur Jugendgruppen des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (R. j. F.) bzw. dieser Organisation angeschlossene Gruppen, ihre Arbeit fortführen dürfen. Diese Darstellung ist unrichtig und entbehrt jeder tatsächliehen Begründung.“ Wir gestatten uns darauf hinzuweisen, daß diese offenkundig auf den R. j. F. bezogene Meldung keine Stütze in irgendwelchen Mitteilungen und Maßnahmen der Blindeste!- tung des R. j. F. findet. ln diesem Zusammenhang möchten wir jedoch bemerken, daß böswillig von gewisser Seite das Gerücht verbreitet wird, der R. j. F. habe in einer Eingabe die Auflösung der bestellenden jüdischen Jugendverbände verlangt, um sie unter seine eigene Führung zu bringen. Wir legen Wert auf die Feststellung, daß ein derartiges Ansuchen von seiten des R. j. F. niemals erfolgt ist. Mit vorzüglicher Hochachtung Reichsbund jüd. Frontsoldaten. Dr. Freund. Aus den Gemeinden Bensheim. Vor kurzem waren es 25 Jahre, seitdem Herr Lehrer Müller seine Stelle als Lehrer und Kantor hier angetreten hat. Die hiesige Gemeinde ließ es sich nicht nehmen, eine schlichte Synagogenfeier aus diesem Anlaß zu veranstalten, an welcher auch Herr Rabbiner Dr. Merzbach teilnahm. Danzig. Vor einigen Wochen haben zwei Persönlichkeiten Danzig verlassen, die an hervorragender Steile in der Danziger Jüdischen Gemeinde tätig gewesen sind, und sich in ihr hohe Verdienste um die Ausbreitung׳• und Vervvurze- 11111g der zionistischen Idee erworben haben. Dr. mcd. Isaac Landau ist mit seiner Familie nach Erez Israel übersiedelt, um sich in Pardess Hattali niederzuiassen. Seit Begründung der Danziger Zionistischen Organisation, also seit fast einem Vierteljahrhiindert stand Dr. Landau ununterbrochen an ihrer Spitze. Mit unermüdlicher Tatkraft und in vorbildlichem HO Bafl Trenfsrtiln TepWz C.S.R. Rheuma, 010m,!acnes, Heuraigie, Venenentzündung. H«rbstku r 21 Tages 160 RM. Die Kur kann ab 1- Oktober *o jedem beliebigen Tage begonnen werdan. 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