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Jüdische Rundschau · 1933-09-26 · Heft 77 (26.9.1933) · p. Seite 578

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 77 (26.9.1933)
Date
1933-09-26
Page
Seite 578 (sequence 2)
Language
German
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Nr 7ל Seite 575 rechtliche Sonderstellung gedrängt wurden. Dazu ist erforderlich, daß die Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschalt als ein positiver und verpflichtender Wesensbesfandteil anerkannt wird, der nicht die Zugehörigkeit zur staatlichen Volksgemeinschaft des Deutschen Reiches beeinträchtigt. Den deutschen Juden geht es nicht um die Heranziehung außerdeutscher Faktoren, etwa des Genfer Völkerbundes, in innerdeutsche Angelegenheiten, sondern um die Klärung ihres moralischen Verhältnisses zum Staat und ihrer Rechtsstellung in Deutschland auf Grund der gegebenen geschiehtliehen und soziologischen Tatsachen. Will man an einer Analogie illustrieren, worum es geht, dann bietet eine Veröffentlichung, die dieser Tage durch das offiziöse Wölfische Telegraphenbüro erfolgte, dazu eine gute Gelegenheit. In dieser Veröffentlichung ist von der Stellung der Wenden in Deutschland die Rede. In einer Versammlung in Bautzen am 20. September hielt Amtshauptmann Dr. Sievert namens der sächsisehen Regierung an die Vertreter der Wenden eine Anspräche, in welcher er gemäß W. T. B. -־ unter anderem sagte: ״Von alterslicr haben die Wenden Freud und Leid mit ihrem deutschen Vaterland geteilt. In guten wie in schlechten Zeiten habe« sie ihre staatsbürgerlichen Pflichten treu erfüllt und dafür auch die gleichen Rechte erhalten wie jeder andere Deutsche. Auf allen Gebieten des Staatliehen Lebens, insbesondere auf kulturellem Gebiet, konnten sie sich im Rahmen der für alle Deutschen geltenden Gcsetze tre! und ungehindert entfalten, und bis in die letzte Zeit hinein wuUten sie ihrem Vaterland durch Wort und Tat Dank dafür. Int Großen Kriege haben sie Schulter an Schulter mit den anderen Deutschen tapfer gekämpft und für das gemeinsame Vaterland geblutet. Nie gab es datier auch kt Deutschland eine wendische Frage bis zu jenen tief bedauerlichen Ereignissen unmittelbar nach dein unglücklichen Ausgang des Krieges, als einzelne Wenden, die Geh als Führer der wendischen Bevölkerung ausspielen zu können glaubten, die damalige innen- und außenpolitische Ohnmacht Deutschlands mißbrauchten und mit ausländischer Hilfe die Losreißttttg der Lausitz von Deutschland betrieben. ... Ungerecht aber wäre es, das wendische Volk in seiner Gesamtheit unter dem ttnverantwortiiehen Verhalten Fin/elner leiden zu lassen und die ungezählten Beweise seiner Treue und Anhänglichkeit 7um deutschen Vaterlande zu vergessen. Darum sei hier klar und deutlich ausgesprochen, daß — entgegen den zahlreichen Behauptungen der ausländischen Presse — das im Laufe der letzten Monate nötig gewesene Vorgehen gegen diese Einzelnen nichts mit der Einstellung der Regierung zur wendischen Bevölkerung in ihrer Gesamtheit zu tun hat oder haben wird, daß vielmehr genau so wie bisher auch in Zukunft jeder Wende auf allen Gebieten des politischen und kulturellen Lebens die gleichen Rechte wie jeder andere deutsche Staatsbürger genießen soll. Insbesondere soll auch künftighin den Wenden die Erhaltung und die Pflege ihrer volkstümlichen Eigenarten, Sitten, Trachten und Gebräuche unbenommen bleiben. ln der Beschulung der Wendenkinder soll keinerlei Aenderung einireten. Niemand wird die Wenden in der Pflege und am Gebrauch der wendischen Sprache im täglichen Leben und bei kulturellen Veranstaltungen hindern, noch in der Pflege der wendischen Literatur und der Herausgabe von wendischen Zeitungen und wendischen Büchern, soweit die allgemein geltenden Vorschriften beachtet werden. Niemand wird ihnen somit verwehren, das, was ihre Vor- Väter an Großem und Schönem auf kulturellem Gebi et geschaffen haben, in Ehren zu halten und weiter zu pflegen. Denn die Regierung weiß, daß nur ein Volksstamm, der seine Vergangenheit ehrt und sich zu seinem Volkstum bekennt, ein gesundes und starkes Glied am Körper des Volksganzen sein kann. Ebenso alter wie die Regierung allen berechtigten, in ihrem Volkstum begründeten Wünschen der Wenden vollstes Verständnis entgegenbringt und über ihnen schützend die Hand hält, muß sie auch erwarten und verlangen, daß nicht nur die wendische Bevölkerung in ihrer Gesamtheit, sondern auch die kleine Gruppe der Verführer und der Verführten sich ihrer Pflichten dem deutschen Vaterlande gegenüber wieder voll und ganz bewußt wird; denn nur aut diese Weise kann die wendische Bevölkerung sich selbst im Rahmen des großen deutschen Vaterlandes eine sichere Grundläge für eine glückliche und segensreiche Zukunft schaffen.“ Wir haben dieses Zitat aus der Rede eines nationalsozialistischen Beamten so ausführlich, wiedergegeben, weil fast alles, was hier gesagt wird, auch auf die deutschen Juden a ת g e w a 11 d t werden kann. Es gibt nur einen einzigen —־ freilich sehr belangvollen — Unterschied: für die deutschen Juden kann es keine Losreißung einer Provinz geben, weil sie weder in einer g::chlossenen Provinz siedeln, noch zu einem Nachbarstaat politische oder nationale Beziehungen haben. Was die deutschen Juden beanspruchen, ist nichts anderes als was den Wenden hier als selbstverstündlich zugesichert wird. Ob man das nun ״Minoritätenrechte“ nennen will oder nicht, ist recht belanglos. Worauf es ankoinmt ist die Anerkennung des Prinzips der Vereinbarkeit einer volklichen Sonderart mit der Gleichberechtigung im Staate. Und selten wurde der Gedanke, auf den sich die Ansprüche der deutschen Juden stützen, in schönerer Form zum Ausdruck gebracht als in den Worten Dr. Sieverts, die wir oben durch Fettdruck hervorgehoben haben. Die Genfer Völkerbundstagung wird vielleicht Anlaß zur Erörterung des deutschen Judenproblems geben, teils aus polemischen Absichten einzelner Länder, teils auch weil es sich hier um ein grundsätzliches Problem des Völkerlebens handelt. Die deutschen Juden werden gewiß mit Aufmerksamkeit verfolgen, was dort gesagt wird. Aber sie haben kein Interesse daran, daß der deutsehen Regierung Schwierigkeiten entstehen; woran wir wirklich interessiert sind, ist eine Regelung der deutsehen Judenfrage, die uns unsere Rechte im Staate sichert und zugleich die Möglichkeit gibt, unsere kulturellen und ideellen JKerte so zu pjlegen, daß die Angehörigen JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 77, 26, IX. 1933 Programm der Zionist. Exekutive auf Die Zionistische Exekutive hat ein vom Präsidenten der Zionistischen Organisation Nalium Sokolow und von den Mitgliedern der Exekutive Ben Otirfon, Brodetsky, Grünbaum, Dr. Jacobsohn, Kaplan, Lipsky, Locker, Dr. Runpin und Schertock Unterzeichnete« Manifest erlassen, in dem die politischen Riehtlinien der neuen Exekutive entwickelt werden und die?.ionistische Oeffentlichkeit zu verstärkter Arbeit aufgerufen wird. In der Kundgebung heißt es u. a.: Die jetzigen Verhältnisse in Palästina ermöglichen eine Erweiterung unserer Einwanderung. Palästina ist bereit, alle Kategorien jüdischer Einwanderer aufzunehmen — Arbeiter und Handwerker ebenso wie schöpferische Elemente des Mittel- Standes. Die Exekutive wird Maßnahmen treffen, um die Ausnutzung der uns zur Verfügung stehenden Einwaiiderungsmöglichkeiten durch Angehörige aller Klassen zu sichern. Sie wird Angehörigen aller Klassen behilflich sein, im Lande Wurzel zu fassen und ihren Platz im Wirtschaftsleben des Jischuw zu finden. Doch sind Idealismus und Hingabe der Pioniere auch weiterhin notwendig. Die Exekutive wird die Chaluzbewegung stärken und die Einwanderung von Chaluzelementen erleichtern; sie wird die jüdische Jugend der Galuth, die dort von jeder schöpferischen Arbeit abgeschlossen ist, um die Fahne des jüdisehen Pioniergeistes und seines Ideals schöpferischer Arbeit in Erez Israel scharen. Der Kongreß hat beschlossen, ein besonderes Amt für Seßhaftmachung deutscher Juden in Palästina zu schaffen und hat im Einverständnis mit der Exekutive Dr. Chaim Weizmann zum Leiter dieses Amtes bestimmt. Der Exekutive gereicht es zur Freude, daß auf diesem Wege die große schöpferische Kraft Dr. Weizmanns der Arbeit der Organisation wieder unmittelbar zur Verfügung stehen wird. Sie ist davon überzeugt, daß diese gemeinsame Arbeit der Bcwegung großen Nutzen bringen und es ihr ermöglichen wird, ihre Pflicht der deutschen Jucfenheit gegenüber durch konstruktive Hilfe in Palästina zu erfüllen. Die Politik der Exekutive, heißt es in dem Manifest weiter, wird Kooperation mit der Mandatarmacht, Wahrung der jüdischen Rechte und Herstellung eines Verhältnisses der Freundschaft und gegenseitigen Verständnisses mit den Arabern zur Grundlage haben. Die Hauptsorge der Exekutive wird die Einwanderung bilden; sie wird aber auch viele andere politische Aufgaben zu erfüllen haben, denn manche Aspekte der Politik der Mandatarmacht geben Anlaß zu schwerer Besorgnis. Die wiederholten Versuche, durch gesetzgcberische Maßnahmen unserem Kolonisationswcrk Hindernisse in den Weg zu legen, können nur dem ganzen Land und insbesondere der jüdischen Kolonisation Schaden bringen; die den Verpflichtungen der Mandatarmacht gegenüber dem Jüdischen Nationalheim widersprechenden Pläne einer Verfassungsänderung, die Tatsache, daß jüdische Aufbauarbeit in Transjordanicn nicht zugclassen wird, obwohl sie von vielen Arabern dieses Landes gewünscht wird, diese und aridere Gegenstände werden die Exekutive dauernd beschäftigen. Die Exekutive wird ihre politischen Bemühungen bei der Mandatarmacht und beim Völkerbund mit dem Ziele fortsetzen, alle Hindernisse unseres Fortschrittes zu beseitigen und solche politischen rechtlichen und verwaltungstechniscnen Bedingungen zu schaffen, die ein den sofortigen Bedürfnissen der in der Galuth leidenden jüdischen Massen, angepaßtes Tempo im nationalen Aüfbaü gewährleisten. ,; Die Exekutive wird alles tun, um frcundschaftliehe Beziehungen mit unseren arabischen Nachbarn innerhalb und außerhalb Palästinas auf der Basis gemeinsamer Interessen und gegenseitiger Hilfe zu fördern. Der Nutzen, den unsere Arbeit allen Einwohnern Palästinas bringt, wird mit der Zunahme unserer Einwanderung und Kolonisation immer offensichtlicher; gegenseitiges Verstehen und gegenseitige Achtung liegen im Interesse von Arabern und Juden. Di« starke Verminderung der für die Kolonisation zur Verfiigung stehenden nationalen Fonds, erklärt sodann die Exekutive, bildet eine ernste politische und wirtschaftliche Gcfahr. Der Finanzapparat der zionistischen Bewegung muß gekräftigt, die nationalen Mittel müssen wieder zum entscheiden den Faktor beim Aufbau de* Nationalheims werden. Die Exc kufjve wird dauernd äußerste Anstrengungen machen, um da private Kapital zu Investitionen in Industrie und Land Wirtschaft zu mobilisieren; sie wird Maßnahmen treffen, un die Eingänge des Keren Kajemeth und Keren Hajessod zweck! Beschleunigung der Erlösung des Bodens und Ermöglichung der Ansiedlung von Arbeitern und anderen milteilosen Eie menten zu steigern. Die Exekutive wird ferner jede Möglich keil, größere Kapitalien durch eine Anleihe oder andere gc eignete Mittel zu beschaffen, prüfen. Sie wird Vorsorge dafti treffen, daß alle nach Palästina einströmenden Kapitalien eine; konstruktiven und fruchtbringenden Einfluß auf das Wirtschaft, leben des Jischuw ausüben und die Absorptivkraft Palästina für weitere jüdische Einwanderung erhöhen. Der Kongreß hat sozialen Fragen und den Verhält nlssen in der Industrie des Jischuw besondere Aufmerl, samkeit geschenkt. Im Hinblick darauf, daß jüdische Arbeit;11■ vorherrschender Faktor des neuen jüdischen Lebens in Erc; Israel bestätigter zionistischer Grundsatz ist, anerkannte da Kongreß die Notwendigkeit der Geschlossenheit der Arbeiter schalt und ihrer Organisation, sowie gegenseitiger Verstand! jrung von Arbeitern und Arbeitgebern als eine grundlegend( Bedingung für die Errichtung eines jüdischen Wirtschaftssystem! und dessen ungestörten Ausbau. Die Exekutive wird daran achten, daß dieser Beschluß des Kongresses eingehalten werde Sie wird helfen, Streitigkeiten zu vermeiden und die Aus nutzung von Störungen des Arbeitsfriedens durch Elemente, di> blind sind für die wichtigsten Interessen des Jischuw, zu ver hüten. Die verantwortungsvollen und schwierigen Aufgaben, heiß es in dem Manifest zum Schluß, die der zionistischen Bewe gung und ihrer Führung gestellt sind, können nur erfüllt wer den, wenn die Bewegung entschlossen, kraftvoll um einig sein wird. Uneinigkeit und Zerrissenheit im Inner! können nur zur Zerstörung unseres Werkes in Erez Israel fi ren. Die Exekutive wird alle ihr zur Verfügung stehende! ,Machtmittel anwenden, um ein geschlossenes Vorgehen alle! Teile der Bewegung zu sichern. Der Kongreß hat Grundsatz! der Disziplin festgelegt, die für alle Mitglieder der Organi sation verpflichtend sind. Diese Grundsätze fordern nicht blinde; mechanischen Gehorsam, sondern rufen au( zu einer klugen und organischen Disziplin, die aus der Erkenntnis der auf de! Zionistischen Organisation als dem einzigen politischen Instriiment unseres Volkes lastenden großen Verantwortung stammt Die Ermordung Chaim Arlosoroffs hat einen Schatten vor Besorgnis und tiefem Schmerz über den Kongreß geworfen der gezwungen war, sich mit Problemen zu befassen, die ket neu der früheren Kongresse beschäftigt hatten. Aber der Kon rcß hat diese Schwierigkeiten überwunden, die zionistisch( ewegung ist aus ihm mit erhöhter Kraft und moralische; Stärke hervorgegangen. Die Exekutive vertraut darauf, daß alle Teile der Bewc gung geduldig die Ergebnisse der von der eingesetzten Korn mission durchzuführenden U n t e r s u c h u n g abwarten wer den und daß so die in dieser ernsten Phase unserer Arbri gebieterisch notwendige Einigkeit ungestört bleiben wird. Die Exekutive wurde mit den Stimmen der Kongreß m e 11 r 11 e i t gewählt. Seitens der Minderheitsparteien wurde! Erklärungen abgegeben, ln denen der' Exekutive Opposition ja sogar Kampf angesagt wird. Niemand bedauert es riteh als die Exekutive, daß cs nicht möglich war, eine umfassender! auf allen schöpferischen und konstruktiven Elementen de Kongresses aufgebaute Koalition zu bilden. Die Exekutive wir! die vom Kongreß festgelegten politischen Richtlinien befolgen sie wird es aber als eine heilige Aufgabe betrachten, das Ver trauen und die aktive Mitarbeit aller T eile der Bewe gung zu gewinnen. Die Exekutive wagt die Hoffnung auszu sprechen, daß diese Bemühungen durch gewissenhafte und wirk same Arbeit im Geiste des zionistischen Kongresses und dt! zionistischen Bewegung und in Uebereinstimmung mit ihr(! Wünschen von Erfolg gekrönt sein werden. llllllilllllllllHilll(llltllllll1tllll!IIUIin1IIIIIIIMIllllllllllllltllllfllllllllllUIIIIIIIII1nillllHlllltllllllMIIIIIIIIIIMIIIIIllllMlllllllllllllllllllllllfllllllllll(llllllllllllllfllllllillllltlllll!llltlllllllllllllllllllll1IIIIIIIMIIIIIIIIIIIIIIIHIIIIIIIiltllllllllllllll!lillllllllllHII1IIIIIUIIIIIHi('!» der jüdischen Gemeinschaft nicht zu völlig haltlosen Menschen gemacht werden. Ueber diese Grundfrage muß eine Verständigung zwischen dem neuen Deutschland und seinen Juden gefunden werden, und es ist nicht ausreichend, wenn der ״Völkische Beobachter“ die ganze Angelegenheit nur unter dem außenpolitischen Aspekt des Minoritätenschutzes betrachtet, wo es sich doch in Wahrheit darum handelt, für die Minorität eine Lebensmöglichkeit zu finden, die den objektiven Bedürfnissen des nun einmal gegebenen Sachverhaltes gerecht wird. Aus der evangelischen Kirche Der Landeskirchenrat der Thüringer Evan• geüschen Kirche hat ein Gesetz beschlossen, demzufolge als Pfarrer oder Hilfspfarrer bzw. als Kirchenbeamter nur berufen werden darf, wer die Gewähr bietet, daß er rückhaltlos für den nationalen Staat eintritt und sein Amt so führen wird, wie es die Verpflichtung der Kirche gegenüber Volk und Staat erfordere. Nicht berufen werden darf, wer nichtarischer Abstammung oder wer mit einer Frau nichtarischer Abstammung verheiratet ist. In dem Gesetz ist weiter vorgesehen, daß Geistliche oder Kirchenbeamte, die diesen Anforderungen nicht entsprechen, in den Ruhestand versetzt oder sofern sie noch nicht unwiderruflich angestellt sind, entlassen werden können. Ein kirchlicher Amtsträger arischer Abstammung, der sich mit einer Frau nichtarischer Abstammung verheiratet, muß entlassen werden. Die rassepolitischen Bestimmungen sollen nicht gelten für kirchliche Amtsträger, die schon seit dem 1. 8. 1914 ihr jetziges Amt bekleiden oder ein anderes Amt der Kirche, des Reiches, eines Landes oder einer sonstigen Körperschaft des öffentlichen Rechts bekleidet haben oder die Frontkämpfer waren oder deren Väter öder Söhne jm Weltkrieg gefallen sind. * Der Evangelische Pressedienst in Königsberg i. Pr. teilt mit; ״Aus dem Bestreben heraus, die Liturgie des evangelischen Gottesdienstes zu verdeutschen, ist der Vorschlag gemacht worden, auch die hebräischen Bezeichnungen ״Halleluja“ und ״Amen“ durch deutsche zu ersetzen. Für das Wort ,,Amen“ wird ״Das walte Qptt“ in Vorschlag gebracht, für ״Halleluja“ kirne vielleicht ״Lobe den Herrn“ in Frage. Diese angestrebte Verdeutschung des kirchlichen Sprachgebrauchs wird dem Willen weitester Kreise des deutschen evangelischen Kirchenvolks entsprechen.“ Weitere Tausend Palästina- Einwanderungszertifikate ausgegeben Jerusalem, 18. September. (J.T-A.) Die Palästina- Regierung hat der Jewish Agency weiter* tausend Einwande rungszertTfikate von der nächsten Arbelterelnwanderungsquotf zu sofortiger Verteilung an Palästina-Einwanderer aller Liin der zur Verfügung gestellt. Die Ausgabe der Zertifikate is im Hinblick auf den ln Palästina augenblicklich herrschender Mangel an Arbeitskräften erfolgt. Von der noch nicht fest gelegten Quote für das nächste Halbjahr wurden bereits in vorigen Monat tausend Zertifikate für Einwanderer au Deutschland ausgegeben. 350000 Pfnnd• Anleihe der Stadt Tel -Awlw T e I - A w I w, 19. September. (J. T. A.) Der Stadtrat סד’ Tel-Awlw hat mit Stimmenmehrheit beschlossen, die städtisch! Anleihe von 350 000 Pfund, über die in letzter Zeit Verhand lungen mit der Palästina-Regierung und verschiedenen Bank . relts bewilligt wurde, sollen 180 000 Pfund zum Ausbau d*1 Wasserleitung«- und Kanal Isaf ionsanla ge׳ und 80000 Pfund zur Errichtung von Schulgebäude! verwendet werden. Die Anleihe ist in 25 Jahren rückzahlba’ Jerusalem, 19. September. (J. T.A.) In den Monat«’ April-Juli 1933 betrugen die Einkünfte der Palästlna-Reg« rung 1 165 420 Pfund, die Ausgaben 766 950 Pfund. Es wai'rd« somit in diesen vier Monaten ein Ueberschuß wo! 398 470 Pfund erzielt. Die Gesamteingänge einschlleßlU buchmäßiger Belastungen betrugen 3 444 660, die Ausgäug1 und Erkennungen 3 457 130 Pfund. Die Trauer um den Chofez Chaim Warschau, 18. September. (J.T.A.) Das Begräbnis des Chofez Chaim In Radin gestaltete sich zu einer gewärtig« Trauerkundgebung. Zehntausende Trauergäste füllten die Stadt An den Trauemäerlichkeiten nahmen viele Hunderte vo! Rabbinern und Delegierten jüdischer Gemeinden aus gan: Polen, sowie Vertreter der Behörden teil. In einer Versatntr! jung der nach Radin gekommenen Rabbiner wurde der 25. &«!> fernher als Tag der Volkstrauer nach dem Chofez CM™ proklamiert, Jerusalem, 18. September. (J. T. A.) Der 17. Sept«®' ber, der Tag der Beerdigung des Chofez Chaim, wurde '08 den Oberrabbinern Kook und Duschinsky als Trauertag ptoW» miert. Für lagen um kannte, v einberufei Krisis fül Staatspra: halb nocl wogenen Minderhe groß die ,,National zum Bew Die jüdischen gearbeite! Bekämpft: tcln der י religiösen teidigung besonder,( nationalei ankerten Staatsvoll Assimilati so daß d hatten, zt eher Fall land geg! ihnen gle Minderhe im Name gationen richtunge treter all ,,Dissimil artiger M verurteilt Assimilat riiekgäng extremen deren, au G e g n e urteilung Durch füll lieitenrcci b ü r g e r Grundsät Die Vert ihre weil unter dei Frage, ir spricht. In d gegebene rung voll Menscher Minderhe strebe . resset! ו Schreiben d i s c h e deutscher den Maßi dadurch! Strebe ״ressen \ wird. 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