Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 75-76 (20.9.1933)
- Date
- 1933-09-20
- Page
- Seite 564 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 562 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 75/76, 20. IX. 1933 fkfaaniifiiiit Bewegung in der Gemeinde Die Mannheimer Gemeinde hat in den vergangenene Monaten versucht, der Fülle der neuen Aufgaben gerecht zu werden. Die Zahlen, die im folgenden für die verschiedenen Gebiete der Gemeindearbeit genannt werden, können für sich weder ein zulängliches Bild vermitteln von der geleisteten Arbeit, noch lassen sie das ganze Maß der äußeren Bewegung erkennen, in die die Menschern der Gemeinde durch die umstürzenden Ereignisse versetzt worden sind. Das Folgende gibt also nur einen Ausschnitt aus der Gemeindeentwicklung der letzten Monate. Neben die bisherig« Wohlfahrtsarbeit trat eine ausgedehnte W i r t s c h a f t s f ü r s o r g e, die mit Hilfe eines neugegrüneiden Fonds und in engem Zusammenhang mit den Reiel..;Organisationen der deutschen Juden die aktuellen Fragen und Nöte zu bewältigen versucht. Träger dieser Wirtschaftsf ürsorge ist das Wohlfahrts- und Jugendamt unserer Gemeinde, aas in einem außerordentlichen Aufwand an Energie und jeden Tag von neuem den Kampf gegen diese Nöte aufnimmt. Es wurden Sprechstunden eingerichtet, die nach Möglichkeit der Gliederung der Aufgabengebiete Rechnung tragen: Eine Wirtschaftssprechstunde, juristische Berattuig, Palästina-Beratung gehören dam. Die Arbeitsvcrrnittlunj׳ des Wohlfahrtsamtes befaßt sich fast ausschließlieh mit der Berufstim Schichtung. In handwerklicher Beschüft i;gung untergebradit sind 44 Jugendliche _ und Erwachse ne. Fast alle jüdischen Handwerker Mannheims haben VolunUirstellcn geschaffen. Die 44 Umschichtenden kommen bus folgenden Berufen: Aus kaufmännischen Berufen 17, aus akademischen und Lehrberufen 11, aus den Mittelschulen (meist mit Abi!ur und vor dem Studium stehend) 13, Sie wurden folgendermaßen umgcschichtet: 1t in landwirtschaftliclie Berufe, 25 in das Handwerk, 8 in hauswirt• schaftiirlie Berufe. Fiir Umschichtung vorgemerkt sind 60 Jugendliche und Erwachsene. Von ihnen kommen.33 aus kaufmännischen Berufen, 7 ans akademischen und Lehr• berufe:!, 10 aus' der Mittelschule, 10 aus sonstigen Be• rufen. Für Landwirtschaft sind von diesen Umschichtenden 22 vorgemerkt, 10 fiir Handwerk, 10 für Hauswirtschaft, Für die Urn- und Vorbildung weiblicher Kräfte sind 3 Kuree ein gerichtet worden: F.in Nühkursus mit 63 Teilnehmern, ein Kochkursus mit 30 und ein Bügelkursus mit 10 Teilnehniern. Gegenwärtig befaßt sich das Wohlfahrtsamt mit der Einriehtimr׳• einer W i n t e r k ii c h e. Eine rmigegrimdete Dar- 1 e 11 e n s k a s s e soll geeigneten Leuten die Mittel fiir die Fortführung oder ihr die Neubegrfmdurig einer Existenz verschaffen. Mit allen diesen Bestrebungen und mit ihren Trägern arbeitet das Lehr haus Hand in Hand, Zur Berufsumschichtung gehört die Schaffung von Fortbildung?- möglkhkeiten, vor' allem die Erlernung von Sprachen, Es wurden französische, englische und insbesondere hebräische Kurse ins Leben gerufen. Zur praktischen Land- und Kuiturkujide wird in diesen Kursen das Verständnis für die religiösen, rechtiiclien und wirtschaftlichen Verhältnisse der Juden in den verschiedenen Ländern augestrebt. Eine Gcwähr fiir eine einheitliche Arbeit bietet die Arbeitsgemeinschaff der Kursleiter. Die Dauer eines Lehrganges für jede Stufe erstreckt sich auf Sommer- und Winterhalbjahr. Diese Arbeit geht in Abend- und Nachmittagskursen vor sich. Ferner wurden Lehrgänge für Kurzschrift und Maschinenschreiben eingerichtet. In Aussicht genommen sind Buchhaltungskurse, ferner Handfertigkeitskurse sowie Arbeitsgemeinschaftcn in Mathematik und Physik, soweit diese für technIsche Zwecke notwendig sind. Die Bestreitung der Mittel geschieht durch Spenden und Gebühren. Die Gebuhreti sind gestaffelt. In 21 Kursen arbeiten gegenwärtig runa 600 Teilnehmer. Innerhalb der sprachlichen Kurse ist eine Sprachkiasse für solche Schüler eingerichtet worden, die in die Sexta bzw. in die Sprachkiasse der Volksschule aufgenommen werden konnten. Bisher waren an den Sprachkursen 6 frühere Mittelschullehrer bzw. Lehrerinnen heschäfiigt. Am Hebräischen nehmen über 200 Jugendliche und Erwachsene teil, Es besteht ein besonderer Kursus für Paläslina-Kunde, Neben diesen neuen Aufgaben bleibt das Lehr haus seiner ursprünglichen Bestimmung treu und führt die bisherigen Kurse für Bibel, jüdische Philosophie, Geschichte usw. fort. Vorträge finden im Winter nicht statt. Für die kulturelle Wüiterarbeit, insbesondere für tnusikalische Aufführungen kann das Lehrhaus auf die Mit- Wirkung des jüdischen Gtsangsvereins rechnen. Es ist von diesem Verein, der bereits seit acht Jahrzehnten besteht und aut große Leistlingen zurückblicketi kann, neuerdings einciTenes Orchester begründet worden. Auch das Unterrichtswesen hat bedeutende Verändmingen erfahren. An den Volksschulen wird nicht mehr in der Unterrichts/cil des Vormittags, sondern an drei Nachmittagen der Religionsunterricht erteilt. In 16 Klassen werden 453 Schüler in je zw ei Wochenstunden (früher drei) unterrichtet. Von zehn Lehrkräften, die noch irn vergär!- geneu Jahre an den Volksschulen Unterricht erteilt haben, ist eine ■übrig geblieben. Die anderen sind beurlaubt, «ntlassen oder pensioniert. Lin Teil von ihnen unterrichtet jetzt im Auftrag des Synagogeurates. In acht höheren Sein!- len und drei Privatin st ituteii werden 372 Schüler, durchschnittlich mit je zwei Wochenstunden, stundenplanniüßig in 42 Klassen unterrichtet. Aus acht Berufsschulen erhalten weiterhin 60 Schiller Religionsunterricht. Sie sind in fünf Kursen mit je einer Wochenstunde zusammengefaßt. Die hier gegebenen Zahlen sind die Anfangszahlen des vergangenen Soinmersemestcrs. Die Abmeldungen, vor allem in den höheren Klassen der Mittelschulen, nehmen ständig zu. Die jüdische Jugend Mannheims ist im Jugend• ring׳ zusammengeschlossen. Er umfaßt 500 Jugendliche und vertritt alle Bünde und Gruppen, die auf positiv jüdischem Boden stehen. In großen, von etwa 250 Teilnehmern besuelßen Ausspracheabenden kommen die verschiedenen Riehtun gen zusammen. Fiir den Winter wird neben der eigenen Arbeit der einzelnen Gruppen ein Programm von 22 Rcferaten für den Jugendring durchgefülirt. Es gilt für die Aelteren, aber auch bei den Jüngeren setzt sieb der Zug nach gemeinsamer Arbeit durch. Die Sonnabendnachmittag- Feiern (Oncg-Schabbat) werden von 130 Jungen und Mädchen besucht. Die sportlichen Aufgaben werden von zwei Sport- Vereinigungen erfüllt. Es besteht eine besondere Jugendsprechstunde, die zugleich Verbindungsstelle zwischen Gemeinde und Jugend ist. Diese Verbindung wird auch in der Praxis hergesteilt. Die Jugend nimmt an den Lehrhauskursen in großer Zahl teil. Sie hat ihren eigenen Gottesdienst und stellt sich in den Dienst aller gemeindlichen und jüdischen Aufgaben, bei denen sie etwas helfen kann. Die Gesamtzahl der bisher von Mannheim Weg ge.!»jenen beträgt nach bezirksamtlichem Ausweis 209. Die Bewegung, in der sich unsere Gemeinde befindet, wirkt sich natürlich für die Gemeindearbeit nachteilig aus. Die hier übermittelten Daten und Zahlen deuten nur die äußere Bewegung an. Wichtiger und wesentlicher noch ist die innere Bewegung, die Neuordnung der Werte, die jeder Einzelne vornehmen muß. Sie darzustcllen Ist an dieser Stelle nicht möglich. Abei ohne sie ist das Bild der Gemeinde In der Bewegung nicht vollständig. »..d. Karlsruhe Das Werk der Umschichtung Von Rechtsanwalt Moses. Die letzte Volkszählung von 1925 eroab eine Zahl von 3386 jüdischen Einwohnern der Stadt Karlsruhe. Die Vermehrung der jüdischen Bevölkerung in den vorangegangenen tahrzehnten rührte vom Zuzug Jüdischer Familien aus den )örfern und den Kleinstadtgemeinden Badens her, während eine natürliche Vermehrung nicht eingetreten sein dürfte. Während für die Zeit von 1925 bis heute in einer Reihe von jüdischen Gemeinden eine Abnahme der Kopfzahl um 20 ”/o beobachtet werden konnte, scheint die Verminderung in Karlsruhe innerhalb der jüdischen Bevölkerung geringer zu sein, da in den Jahren 1925 bis etwa 1931 Immer noch Zuzug aus den benachbarten Land- und Kleinstadtgeineindcn herrschte. Seit Beginn des Jahres 1933 hat eine nicht unerhebliche Auswandeningswelle eingesetzt, und es ist auch Abwanderung nach Dörfern und Städten des Inlandes (in die Heimatgemeinden der Familienväter) zu beobachten. Die ökonomische Struktur der jüdischen Bevölkerung von Karlsruhe erhält ihr Gepräge von der Tatsache, daß Industrielle oder Großkaufleute mir in geringer Zahl vorhanden sind; vorherrschend ist der Ladenbesitzer, der Kleinkaufmann, daneben eine verhältnismäßig große Gruppe von Angehörigen der freien Berufe, hauptsächlich Aerzte, Zahnärzte und Rechtsanwälte. Eine besondere Note erhält die jüdische Gemeinde von Karlsruhe weiterhin gegenüber anderen Gemeinden deutscher Städte ähnlicher Größe durch die Proportion von reichsangehörigen zu den ausländischen Juden. Es wohnten in Karlsruhe schätzungsweise mindestens 200 ausländische Familien mit einer durchschittlichen Familienzahl von vier Köpfen, also 800 bis 900 Menschen, somit nahezu ein Drittel der gesamten jüdischen Einwohner. Heute sind noch rund 170 Familien auslän• discher Staatsangehörigkeit oder staatenlos, von denen min• destens die Hälfte hilfsbedürftig sind; teilweise ist die Not unter diesen Familien erschreckend groß. Die Finanzlage der Gemeinde selbst wird itn übrigen als relativ gesund gerühmt, die Finanzpolitik war vorsichtig und bedächtig. Nicht weniger wohlgeordnet ist die Wohlfahrtspflege. Der Bund der Israelitischen Wohlfahrtsvereiniungen Badens besitzt hier sein Sekretariat, das neben den andesangelegenheiten gleichzeitig die Wohlfahrtspflege der Jüdischen Gemeinde Karlsruhe mitbesorgt.. Als im April 1933 die Folgen der politischen Oesehehnisse sich zu zeigen begannen, bildete sich auch hier ein Ausschuß für Hilfe und Aufbau. Nachdem ich im Juni 1933 in der ״Jüdischen Rundschau" die Errichtung eines Landesamts für Berufsum- Schichtung angeregt hatte, war diese Anregung ablehnend zensiert worden, weil man anscheinend von dem gedachten Aufg,ibenkreis dieses Amtes noch keine richtige Vorstellung hatte. Es wurde aber bald darauf von dem Badischen Oberrat, der sich eine Zentralstelle für Hilfe und Aufbau angegliedert halte, im räumlichen und organisatorischen Anschluß an das Sekretariat des Bundes Israelitischer Wohlfahrtsvereinigungen eine Stelle für Berufsum- Umschichtung errichtet, die genau die Funktionen des angeregten Landesamtes für Berufsumschichtung ausübt. Die Zusammenarbeit der einzelnen Organismen mit dem Hechaluz und dem Leiter der Auskunftsstelle für Palästina-Auswanderung vollzieht sich einwandfrei. Auf Anregung der Zionistischen Ortsgruppe Karlsruhe werden von der Gemeinde alsbald Kurse in jüdischer Geschichte undin. neueren Sprachen, insbesondere Französisch und Englisch eingerichtet werden, nachdem Kurse in Hebräisch schon seit 1932 bereitgcstellt wurden. Wenn es gestattet ist, der Gemeinde Karlsruhe zum neuen Jahre einige besondere Anliegen zum Geleite ins neue Jahr vorzulegen, so sei folgendes bemerkt: Die Wiedervereinigung der beiden religiösen Gemeinden zu einer Gemeinde auf traditioneller Grundlage möge errungen werden: eine Vereinheitlichung der karitativen Vereine unter Verminderung der Zahl derselben erscheint nützlieh und erstrebenswert. Endlich wäre zu wünschen, daß die Zahl der Burger sich mehrt, die mithelfen, die vielen aus egozentrischem Nichtverstehenwollen abseits Stehenden anzugehen und zu belehren, die erfaßt werden müssen, um für Aufbau und Siedlung weitere Mittel zu gewinnen. Lübeck Neuorganisation der Verwaltung Von Dr. Roth schild. Im Mai wurde in Lübeck auf einmütigen Beschluß der Gemeindcmitglieder die bis dahin bestehende Zweiteilung der Gemeindeverwaltung aufgehoben und ein erweiterter Vorstand mit der Führung der Geschäfte beauftragt. Der Vorstand verteilt seine Arbeiten auf drei Abteilungen: 1. Abteilung fiir Kultus und Schule, 2. Abteilung für Finanzvervvaltung, 3. Abteilung für soziale Tätigkeit. Durch starke Sparmaßnahmen, Herabsetzung der Gehälter und dgl. ist es bis jetzt gelungen, das Budget der Ge* meinde mit einem nicht zu großen Defizit auszubalancieren, infolge Fortzuges von Steuerzahlern wird dies jedoch bald nicht mehr möglich sein. ln der Schule wurde als einschneidende Neuerung hebräischer Sprachunterricht aufgenommen. Vorarbeiten für eine zu errichtende jüdische Volksschule sind bereits im Gange. Das größte neue Arbeitsgebiet hatte die Abteilung für soziale" Tätigkeit zu erledigen. Ihr fiel die Berufsberatung, der Arbeitsnachweis und die Betreuung der schulentlassenen Jugend zu. Es äst gelungen, einer Reihe von jungen Menschen Stellen zur Ausbildung In handwerklichen Berufen zu verschaffen, die ihnen wahrscheinlich schon in verhältnismäßig kurzer Zeit die Möglichkeit geben wird, ihren Unterhalt zu verdienen. Wir haben uns nicht nur auf hiesige junge Leute beschränkt, sondern eine Reihe Auswär* figer eingestellt. Bis jetzt ist es gelungen, die hierfür notwendigen" beträchtlichen Summen durch lokale Sammlungen auf Zubringern Es handelt sich bisher bei unseren Hilfsrnaßnahmen im wesentlichen um junge Menschen, da die Wirtschaftssfruktur der hiesigen eingesessenen Judenheit noch keine einschneidenden Veränderungen erlitten hat. Die hiesigen Juden sind nach außen hin wenig in die Erscheinung getreten (es gab hier weder jüdische Beamte im Staatsdienst noch int Wirtschaftsleben) und haben stets eine bewußt jüdische Stellung eingenommen. Es bestehen weitere Möglichkeiten, Junge Leute hier zur Erlernung eines Handwerks unterzubringen, falls die erforderliehen Gelder uns von auswärts zur Verfügung gestellt werden. Die reine Wohlfahrtswnterstützung wird nicht durch die Gemeindeverwaltung ausgeübt, sondern durch einen Zentralausschuö für Wohlfahrtspflege, dem neben der Gemeinde alle anderen maßgebenden Organisationen, z. B. der Frauen- Verein und die Loge, angeschlossen sind. Nr Nürnberg Ausbau der Wohlfahrtspflege Von Dr. I. Bambergen Ohne zu übertreiben darf gesagt werden, daß die Nürnberger Gemeinde zu den bestgeführten und finanziell gesundesten Gemeinden in Deutschland zählt dank «1er Arbeit ihres 1. Vorsitzenden und Finanzverwalters Kommerzienrat Ludwig Rosenzweig. Vollstes Verständnis wurde insbesondere den Fordeningen der Wohlfahrtspflege im modernsten Sinne entgegengebracht; wir besitzen ein schön ausgebautes Altersheim, eine Jugendheim entsteht zurzeit in erweitertem Maße neben einer Jugendarbeitsgemeinschaft mit Beratungsstelle u. ä. Daneben arbeitet die Zentrale Wohlfahrtsstelle unter der Führung des Rabbiners Dr. F reudenthal unermüdlieh, unterstützt und getragen von allen Vereinen der Gemeinde. Die Gemeinde ist auch Trägerin eines Jugenderholungsheims. Innerhalb der Gemeinde besteht die orthodoxe Adas Israel, die unter allergrößter Opferleistung eine Synagoge mit allen religiösen Einrichtungen unterhält und seinerzeit 192t eine jüdische Volksschule ins Leo er! gerufen hat dank der Arbeit ihres Rabbiners Dr. A. Klein und ihrer Vorstandschaft; die Schule leistet gerade jetzt der ganzen Gemeinde die größten Dienste. Die Kultusgemeinde gibt seit einer Reihe von Jahren eine ansehnliche Subvcntion für die Schule. Ebenso unterstützen die Gemeinden und die Logen gemeinsam die Mittelstandsspeisung; sie geben Zuschüsse zur hebräischen Sprachschule, und seit Jahren erhält auch der Keren _ Hajessod alljährlich einen gemeindlichen Zuschuß, und die Zionistische Ortsgruppe war hier immer rührig und erfolgreich tätig. Die Jüdische Gemeinde Nürnberg ist eine Hauptstütze des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Sie ist sicher eine der wenigen, die in richtiger Erkenntnis der Dinge seit einigen Wochen Vertreter der Jugend in ihre Verwaltung aufgenommen hat. Stettin Der Strukturwandel der Gemeinde Von Dr. L. P e r i t z. Die umwälzenden Ereignisse wirken sich wie überall, so auch hier in der Struktur der jüdischen Gemeinde aus; die Sorgen erstrecken sich auf zwei völlig getrennte Welten. Einmal gilt es, die alte Generation in ihren Bemühungen um die Erhaltung ihrer Existenz zu stützen, auf der anderen Seite aber muß für die gesamte Jugend bis zu 30 und mehr Jahren eine neue Zukunft geschaffen werden, da die natiir liehe Nachfolge und Ergänzung der Positionen der alten Generation durch die junge unmöglich geworden ist. Die Gemeinde hat dieser veränderten Situation Rechnung getragen. Sie hilft mit einem großen Wohlfahrtsetat überall da. wo Not ist. Fürsorgerinnen, in enger Zusammenarbeit mit dem Frauenverein und anderen Organisationen, betreuen Kranke und Mittellose; vor allen Dingen ist es aber der neugegriin• dete ״Ausschuß für Hilfe und Aufbau“, der mit seinen Mitteln und seinen Beratungsstellen der Schwere der Situation zu steuern sucht. Die Jugendorganisationen bemühen sich nach Kräften, der geistigen und Berufsnot der Jugend zu steuern: die größte Jugendorganisation ist hier der Bar Kochba. der trotz aller Schwierigkeiten für die körperliche Ertüchtigung der Jugend zu sorgen weiß, und immer weitere Kreise in seine sportliche und geistige Erziehungsarbeit einbezieht. Im Mittelpunkt der jüdischen Jugendbewegung, deren selbstverstündliches Ziel die Berufsumschichtung zu Landwirtschaft. Gärtnerei und Handwerk ist, stellt das vor zwei Monaten gegründete Chaluz-Heim, das über seine Mitglieder hinan; der Sammelpunkt für einen großen Teil der jüdischen Jugend in Stettin geworden ist. Die Stettiner Zionistische Vereinigung hat es gerade in der heutigen Zeit für notwendig gehalten, in nicht unterbrochener Reihenfolge seit dem 1. April des Jahres große Vortragsveranstaltungen abzuhalten, um das Ihrige zur moralischen und seelischen Stärkung der hiesigen Kreisen der Stettiner Juden. Jung und AH beteiligt sich in immer steigendem Maße an den Kursen der von der Stettiner Zionistischen Vereinig!:: . eingerichteten Hebräischen Sprachschule, die tu׳• reits sechs Lehrgänge umfaßt und dauernd erweitert werde! muß. Leider haben die Bemühungen zur Errichtung einer Jüdischen Schule in Stettin vorerst keinen Erfob gehabt, aber es bleibt zu hoffen, daß diese bisher privaten Bestrebungen endlich von der Gemeinde aufgenommen und recht bald zu einem positiven Ziel geführt werden. E Fliege verstä sprech Schiff sch uw Fliege lichkei Zeit h ertrag Währ« Tag ü fortge Mahlz Ferien beseht morge Grupp der H keine herum Gerad in dei memai lieh la V nicht : in An! Dabei Europ Eltern Klima Form Eltern ״Bund ein K Hier י verrei: völlig Land ziele). das K Gerad meist einem Berge: oder י den S gefähr F doch sollen, schaff als Fe mel ti haben jngen< Iroloni lugen Lehre! O liegen kleine Ten. E m e!r Flöte Hälfte Kinde! frisch lernen flug) 1 sitzen« sficker ״Zabr sam 1 Eseln, Karm« Laub Diele, die 2״ Oberhausen Neues Leben in der Gemeinde Die Gemeinde zählt heute schätzungsweise 400 bis 425 jüdische Seelen. Seit mehreren Monaten ist ein Ausschuß für Hilfe und Aufbau eingesetzt, der die Berufs■ Umschichtung und die damit zusammenhängenden Arbeiten fördern soll. Von der Berufsumschichtung sollen alle jungen Menschen erfaßt werden, besondere Sorgfalt wird auf die Schaffung von Ausbilduiigsmöglichkeiten gelegt. Außerdem hat dieser Ausschuß hebräische und englische Sprachkurse eingerichtet. Die hebräischen Kurse finden zweimal wöchcnt lieh statt, und zwar zwei Kurse für Kinder und drei fü! Erwachsene, Außerdem bestehen noch zwei Privatkurse. Der Unterricht wird von Sprachlehrer Roth aus Hamborn erteilt. Die Teilnehmerzahl beträgt 80 bis 100 Personen Die englischen Kurse, die ebenfalls zweimal wöchentlich stattfinden, werden von ca. 60 Personen besucht. Der Aus■ schuß plant für die nächste Zeit Kurse in Gymnastik unc Handfertigkeit (z. B. Tischlerei) für Kinder. — ln Ober hausen gibt es eine städtische jüdische Volks schule, die von ca. 35 Kindern besucht wird. Diese Schuh soll jetzt durch zusätzlichen Unterricht ausgebaut werden. - Die hiesige zionistische Ortsgruppe hat in de letzten Zeit starken Zuwachs bekommen. Die Zahl der Mit glieder hat sich verdoppelt, die Zahl der Rundschau-Abot! nenten verfünffacht. Jeden Montag finden die Ortsgruppen Abende statt, die ein solches Interesse hervorrufen, da! häufig Platzmangel herrscht. — Die Ortsgruppe eröffne!! am 17. September die Rosch-Haschanah-Aktio! des KKL. Man erwartet, daß bei dieser Aktion schon de; f”"' ~ ... auch als Sammler teilzunehmen. In Oberhausen besteht ei»« Ortsgruppe des Hechaluz, die sehr eifrig arbeitet uni jetzt die Organisierung van Kindergruppen plant Fi luden Kinde! in Ho durch! die Fr ginger sorglit sich d lacher den E genotr gebra« gemäf zur Z lisch« hängif allen leben vorste ein ei! es ein die B und f bräiscl Umgel nach vom i ist es hebräi komm fortful ,.erste bete i wohl nicht.' Di land s Kindei