Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 75-76 (20.9.1933)
- Date
- 1933-09-20
- Page
- Seite 546 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 544 jüdische rundschad Nr. 75/76, 20. IX. 1933 מ seinem Innern die tiefen, in der Zeit des Wohllebens fast vergessenen Schicksals-Zusammenhänge, begreift diesen Moment als einen Abschnitt der jüdischen Geschichte, die uns auch unser Los verstehen lehrt, und sucht in der festeren Verbindung mit den Gütern des jüdischen Volks• tu׳m, in der Besinnung auf die jüdische Sendung und durch Bejahung des jüdischen Wesens Rückhalt und Stärke. Diesen Prozeß rincr Rückkehr zum Judentum, diese An• Sätze einer umfassenden jüdischen Erneuerung zu fördern und zu!,flogen, das mag an diesem Rösch Haschanah die wichtig*Ic, die entscheidende jüdische Losung sein. Auch in einer feindlichen Welt werden wir uns behaupten, wenn wir den Glauben an uns selbst besitzen, ohne den ein Volk verloren ist. Nur wenn wir die Verunglimpfungen seelisch überwinden, unseres Wertes und unserer Würde eingedenk bleiben, dabei freilich auch ohne Ueberheblichkeit Und offen für alle berechtigte Kritik, nur dann wird diese Zeit der Bedrängnis für uns fruchtbar werden.“ Als wir dies schrieben, haben wir nicht geahnt, welche gewaltigen inneren und äußeren Wandlungen sich im deutschen Judentum vollziehen werden. Aber nach den Erlebnissen des letzten Jahres glauben wir sagen zu dürfen, daß die deutschen Juden den Glauben an sich selbst wiedergefunden haben. Sie stehen freilich erst am Beginn ihrer Berührung mit dem Judentum. Die erste Entdeckung ist beglückend, aber später beginnt die Entbehrung und der Kampf. Judesein ist in dieser Zeit eine schwere Aufgabe, der schwach« Herzen nicht gewachsen sind, ln der Gemein- Schaft, in gegenseitiger Hilfe, wird es leichter. Darum erfordert die Rückkehr zum Judentum nicht nur eine jüdische, sondern auch eine menschliche Wandlung. Sie bedeutet Ueberwindung des Egoismus, Aufgeben der Isolierung, (!offnen der Schranken zwischen Mensch und Mensch. Man konnte beobachten, daß im vergangenen Jahr jüdische Menschen sich naher gekommen sind, auch daß der Einzelne seine Pflicht, die Opfer der Gesamtheit mit/utnigen, stärker empfand. Vereinzelte, einsame Menschen, werden beglückt und befreit durch das gemeinsame jüdische Erlebnis, Dies bedeutet auch eine menschliche Erhöhung. Es macht uns besser Und reifer, auch gegenüber anderen menschlichen Aufgaben sind befähigt uns zur Bejahung unseres Daseins. Manche freilich wollen es nicht verstehen. Wenn wir sprechen von ״Ja-Sagen zum Judentum“, so rannt cs in gewissen jüdischen Bezirken von ,,Nein-Sagen zum Deutschtum“. Menschen, die nur in negativen Formulierungen denken körnten, wollen durch Anspielungen uns unterstellen, daß wir Trennung vom Deutschtum empfehlen. Inwieweit unsere Trennung vom Deutsch* tum in diesen Tagen ohne unser Zutun vollzogen wird, steht hier nicht zur Betrachtung. Was aber in unserem Inneren vorgebt, soll nicht negativ definiert werden, sondern positiv. Wenn wir uns als Juden finden, dann tet dies nicht ״Nein-Sagen zum Deutschtum“, sondern, so wie die Dinge liegen, der «für Juden einzige Weg, auch rum Deutschtum Ja zu sagen, innerlich fest und unserer selbst bewußt geworden, stehen wir mit innerer Freiheit auch der übrigen Welt gegenüber. Wir werden uns nichts anmaßen, was uns nicht zukommt; aber wir werden die seelischen und geistigen Werte, die ein tausendjäliriges Zusammenleben mit dem Deutschtum uns geschaffen hat, in Treue bewahren, ais unser positives Gut, 2u dem wir Ja sagen. Das Judentum wird das Deutschtum nicht ״verdrängen“, schrieb Franz Rosenzweig, der ״Sprecher der westjüdischen Umkehr“, in einem Brief, den soeben der Schocken-Almanach veröffentlicht, am IS. Januar 1918. Vergessen wir aber die gegebenen Grenzen, dann geraten wir als Juden auf eine immer abschüssigere Bahn, und enden schließlich in der Lächerlichkeit. Nicht anders können wir es neunen, wenn Juden sich vermessen, sich selbst für die einzig wahren Deutschen zu erklären und dem deutschen Volk Zensuren zu erteilen. Die Zeitschrift ״Deutsches Volkstum‘“ berichtet über ein (wahrscheinlich in einer Emigranton-Zcitschrift erschienenes?) Gedicht eines früher sehr beliebten Berliner Journalisten, das mit der Zeile endet ״Drum sprech ich ihnen das Deutschtum ab“. Vor solchen Entgleisungen sind wir bewahrt, wenn wir unser Judesein ernst nehmen. Wer sich selbst bejaht, wird Respekt vor der Lebensäußerung und den Lebensformen Anderer haben. * Zur Bejahung des Judentums gehört der Wille zur Fortsetzung und Erneuerung jüdischen Wesens. Das jüdischc Volk überall in der Welt erwacht; aus dunkeln Tiefen steigt ein neuer Tag. Das neue Jahr darf uns nicht zusammenbreehen sehen, wir werden uns behaupten; wir werden unseren Halt im Judentum finden. Nach dem Festtag mit seinem Oebet kommt der Alltag mit seiner Arbeit. In diesen Alltag, der uns nicht wenig zu tragen aufgibt, in diese Mühsal des vor uns stehenden Jahres tönt ermutigend der PosaunenschaU des Schofar. Heil dem Volk, ^-י wenn cs ihn versteht,.. Die Aktion rar Ansteülang dentscher Joden London, 15. September. (J.T. k.) Auf der vom Jewish Board ot Deputie» für Oktober einoerufenen allgemeinen jüdischen Konferenz, zu der aimiliche jüdischen Organisafionen der Welt elngeladen wurden, werden neben Maßnahmen zur Wahrung der Rechte der Juden In den verscliicdencn Ländern Hilfsaktionen zur Ermöglichung der Niederlassung deutscher Juden in anderen Ländern, hauptsächlich in Palästina, erörtert werden. Sollte, wie zu erwarten ist, die Konferenz Beschlüsse betreffend eine großzügige Siedlungsaktion in Palästina fassen, so wird unter Dr. welzmann* Leitung ein besonderes Amt zur Durchftthrumg dieser Aktion unter Beteiligung nicht nur der Jewish Agency, sondern iuch anderer Körperschaften errichtet werdet». Die neue Reichivertrctung Einigung Ober die Leitung Die Presse-Stelle der Reichsvertretung der jüdischen Landesverbände Deutschlands teilt mit: Am Sonntag, dem 17. d. M״ traten auf Einladung des Vorsitzenden des Vorstandes der Jüdischen Gemeinde Berlin, Herrn Direktor Heinrich Stahl, die Mitglieder der Reichs- Vertretung mit der Konferenzgemeinschaft der Großgemeinden und den Vertretern der großen Jüdischen Organisationen zusammen, um die Aufgaben der nächsten Monate zu beraten. Es wurde ein Einvernehmen erzielt und In Ueberelnsthnmung mit dem bisherigen Relchsvertretungspräsidlum die Leitung übertragen! Herrn Rabb. Dr, Baeck als Präsidenten und einem Ausschuß, dessen Vorsitzender Dr. Otto Hirsch- Stuttgart, dessen stellvertretender Vorsitzender Dr. Siegfried Moses •Berlin und dessen weitere Mitglieder Dr. Rudolf Callmann-Köln, Rabb. Dr. Hoffmann-FranMurt a. M., Dr. Landenberger-NQmberg, Dr. Franz Meyer-Breslau, Dr. Julius L. Scligsohn-Berlln, Direktor Stahl-Berlin sind. Für die Wahrnehmung seiner Tätigkeit wird Herr Dr. Hirsch regelmäßig einen Teil der Woche in Berlin sein. Die Vertreter der großen Organisationen, Central-Vereln, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Zionistische Vereinigung für Deutschland haben durch Ihre Vorsitzenden, Justiz-Rat Dr. Brodnltz, Dr. Leo Löwenstein und Dr. Siegfried Moses feierlich erklärf, daß sie diese Leitung der deutschen Juden anerkennen, ihr volle« Vertrauen entgegenbringen und zu treuer loyaler Zusammenarbeit mit ihr bereit sind. Inzwischen hat auch der Vorsitzende der Vereinigung für das liberale Judentum In Deutschland eine gleiche Zusicherung für seine Vereinigung abgegeben. * Es kann zunächst mit Genugtuung begrüßt werden, daß es endlich gelungen ist, eine aus Vertretern aller jüdischen Riehtungen bestehende Rdchsvertretung der deutschen Juden zustände zu bringen. Es wäre zu wünschen, daß damit die Periode innerjiklischer Streitigkeiten abgeschlossen ist und eine Periode der Arbeit und des Aufbaus im deutschen Judentum beginnt. Wie aus dem Bericht hervorgeht, haben alle jüdischen Richfungen sich bereiterklärt, der Reichsvertretung eine ״fair chatice“ zu geben. Das Arbeitsgebiet, das vor der neugeschaffenen Körperschaft liegt, ist unermeßlich. Die deutsche Judenschaft muß in dieser überaus schwierigen Zeit, die ihre äußere und innere Situation von Grund auf verändert hat, seelisch gestärkt und physisch erhalten werden. Es gilt nicht nur eine materielle Lebensmöglichkeit für die Juden im neuen deutschen Staate zu finden, nicht nur die rechtlichen und tatsächlichen Voraus- Setzungen für eine Eingliederung der deutschen Juden in Deutschland neu zu erreichen, sondern es gilt auch, die jüdische Gemeinschaft innerlich und geistig so auszustatten, daß sie wieder geeignet wird, Trägerin des Judentums, der ewigen jüdischen Werte zu werden, .... :4; Wir begrüßen es, daß zum Präsidenten der Rcichsvq־trp-; hing ein Mann wie Leo Baeck berufen wurde, der parteimäßig nicht einzureihen ist, weil seine eigenartige Persönlichkeif und sein gewaltiges jüdisches Ethos, seine großen jüdisehen Kenntnisse und Erfahrungen sowie seine Urteilskraft und sein Weitblick ihn über die üblichen Einteilungen erheben. Wir können nur wiederholen, was wir hier zu Baecks 60. Geburtstag ausgesprochen haben: daß wir wünschen, er möge sich mit seiner ganzen Kraft und seiner ganzen Persönlichkeit für die große Aufgabe der Führung, die ihm jetzt zugefallen ist, einsetzen. Der Vorsitzende des Exekutiv״Ausschusses, Dr. Otto Hirsch (Stuttgart), ist auch für uns kein neuer Mann. Dr. Hirsch, der einer alten süddeutschen Familie angehört, die in natürlicher Weise in die Verbundenheit mit der deutschen Umwelt hineingewachsen ist, hat sich ein klares Gefühl und einen offenen Blick für die Notwendigkeiten der jüdischen Existenz bewahrt. Hirsch gehörte innerhalb des Zentralvereins zu derjenigen Richtung, di« schon in früherer Zeit die gesamtjüdische Bedeutung des jüdischen Palästina-Werkes erkannte und sich mit vollem Einsatz für die Sache zur Verfügung stellte. Wir hatten mehrfach Gelegenheit, in der ״Jüdischen Rundschau“ Reden wiederzugeben, die Dr. Hirsch bei Veranstaltungen der deutschen Jewish Agency gehalten hat. Aus diesen Reden sprach das Verantwortungsgefühl eines Mannes, der den jüdischen Problemen mit tiefem Emst gegenübertritt und die Verpflichtung, die auf jedem einzelnen Juden liegt, nicht leicht nimmt. So ist es nur natürlich, daß Hirsch auch für die Probleme des Aufbaus eines positiven, charaktervollen und aufrechten Judentums in Deutschland tätiges Interesse gezeigt hat. Als Vorsitzender des Jüdischen Lehrhauses in Stuttgart hatte er Gelegenheit, unmittelbar für jüdische Bitdüng zu werben, und wir glauben nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß die Probleme der jüdischen Erziehung, eine der wichtigsten Agenden der Reichsvertretung, ihm besonders am Herzen liegen. Dem Ausschuß gehört ferner Dr. Siegfried Moses als stellvertretender Vorsitzender an. Außer Dr. Moses ist die Zionistische Organisation noch durch Dr. Franz Meyer (Breslau) und Rabbiner Hoffmann (Misrachi) vertreten. Von den weiteren Mitgliedern des Ausschusses gehört Dr. Calimann denn Cen* tralverein, Dr. Landenberger dem Reichsbund jüdischer Front- Soldaten und Dr. Seligsohn und Dir. Stahl der Liberalen Vereinigung an. Gewiß sind durch die Gründung eines solchen Ausschusses nicht die weltanschaulichen Differenzen Innerhalb des Judentums beseitigt■ Das deutsche Judentum wäre kein lebendiger Organismus, wenn nicht in ihm die weltanschaulichen Auaeinandersetzungen weitergingen. Aber es gibt in der heutigen Zeit, die für sämtliche Juden eine objektive Zwangslage geschaffen hat, eine solche Fülle praktischer Arbeit, die notwendig allen Juden gemeinsam ist, daß die Reichs- Vertretung genügend Stoff für fruchtbare Wirksamkeit vorfindet. Die jüdische Öffentlichkeit, die «Ich der Bedeutung dieser Aufgaben wohl bewußt ist, wird mit großer Aufmerksamkeit die Tätigkeit der Reichsvertretung verfolgen. Die Budapestet medizinische Fakultät hat ton 60 jüdischen Bewerbern nur sieben für das kommende Semester aal auigeaomraen. Mmderheitenkongrefj ohne Juden Ueber den ״Kongreß der europäischen Natio• na 11 täten“, der am 16. September in Bern zusammentrat (vgl. den Artikel in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rundschau“) veröffentlicht der ״Völkische Beobach• t e r“ einen Bericht seines nach Bern entsandten Kortespondenten, dem wir Nachstehendes entnehmen: In dem vornehmen und eindrucksvollen Sitzungssaal äes Stlnderates Im eidgenössischen Bundesparlament ist heut« nachmittag der Neunte europäische Nationalitäten-Kongreß eröftnet worden, ohne die Juden, die ausgebiiebeu waren, nachdem ihr überhebliches Ultimatum vom Kongreßrat vormittags abgelehnt worden ist. Sie haben sich damit selbst isoliert und können nun überlegen, ob und wie sie den Weg zur Kongreßgemeinschaft zurückfinden. Der Vorsitzende, Dr. W i 1 f a n, bat ihnen eine einladende Brücke gebaut, indem er ohne Nennung eines Namens erklärte, daß der Kongreß zu den in einem großen Lande aufgeworfenen Problemen nicht schweigen könne, sondern grtindsätzlich dazu Stellung nehmen werde, wie das aus dein ersten ProgrammpunUte deutlich hervorgehe. Demgcgcnüber haben freilich auch die Vertreter der deutschen Volksgruppen ihrer Volksverbundenheit mit dem Geschehen int Reich durch die ausdrückliche Feststellung Ausdruck gegeben, daß sie die Ausgliederung völkisch Andersgearteter, besonders anders rassiger Mensehen aus einem Volkskörper, grundsätzlich für berechtigt hielten, ohne damit einer Schmälerung oder Einschränkung der Grundsätze des Kongresses das Wort zu sprechen. ln seiner Eröffnungsrede verwies der Präsident ,puf die gespannte Atmosphäre, in welcher die diesjährige Kongreßtagung stattfinde. Zugleich verwies er aber auch darauf, daß die Grundsätze, die der Kongreß bisher hochgehatten habe, weit er hin gültig bleiben müßten und daß keineswegs parlamentarische Gebräuche maßgebend sein könnten, da es sich um ein Zusammengehen auf Grund freiwilliger privater Vereinbarungen handele. Er verwies weiter darauf, daß aus der Tatsache, daß jede nationale Gruppe zugleich mit dem Muttervolk verbunden sei, eine gewisse Zwiespältigkeit hervorgehe, der der Kongreß unbedingt Rechnung tragen müsse. Der zuerst auf der Tagesordnung stehende Punkt befaßte sich mit der ״Dissimilation der National!- täten rechte“, ein Problem, das in einem großen Staate aufgerollt sei, der durch sein Wesen ■und seinen Umfang von allen übrigen Staaten absteche. Dieses Problem habe etwas Grundsätzliches und an diesem könne der Kongreß nicht Vorbeigehen. Ein Teil seiner Bevölkerung solle aus dem Volkstum ausgegliedert werden, eine Erscheinung, wegen der die Vertreter der hier vereinigten Nationalitäten wegen ihres Umfanges und ihrer Folgen überrascht, ja bestürzt seien und das an die Grundsätze rühre, die der Kongreß immer befolgt habe. Im Anschluß an die Rede des Präsidenten und seiner grundsätzlichen Ausführungen zu dem Juden-Problem in Deutschland, ohne es zu nennen, und der Hungersnot in Rußland, sprach ein Vertreter der russischen Miaderheiten. Der Siebenbürgisch-Sächsische Abgeordnete im rumänIschen Parlament, Dr. Roth, verlas 1m Namen der deutsehen Gruppen eine Erklärung, die für den weiteren Verlaut des Kongresses von grundsätzlicher Bedeutung ist. Darin wyird;,ausdrücklich erklärt, daß die deutschen Volksgruppen bedauern, dafi infolge des Ausbleibens des Referenten Dr. Paul Schiemann wegen Krankheit das Thema ״Nationale Dissimilation und Nationalitätenrechte“ aus fallen muß. Die deutschen Gruppen des Nationalilätenkongresses hätten dieser grundsätzlichen Aus- Sprache über das Problem der Ausgliederung andersgearteter M cnschengfuppen aus dem Volkskörper staatsführender Völker und den sich daraus ergebenden rechtlichen Konsequenzen gern Raum gegeben, im Sinne des Appells des Präsidenten wolle er erklären, daß die deutschen Volksgruppen für die Grundsätze des Kongresses auch in Zukunft mit aller Bestimmtheit cintreten würden. Präsident Wilfan begrüßte diese Erklärung der deutscheu Gruppen als Grundlage der weiteren Zu* satnmenarbeit. * Der Minderheitenkongreß hat die Schwierigkeiten, die durch das Auftauchen der deutschen Judenfrage entstanden sind, auf eine sehr unbefriedigende Weise gelöst. Zunächst einmal ist er durch die Abwesenheit der J u - den ein Rumpfkongreß geblieben- Dann aber bat er auch inhaltlich verloren durch das Ausfallen des entscheidenden Referates, nämlich des Vortrags Schiemanns über das Thema ״Nationale Dissimilation und Nationalitätenrechte“. Leider ist, wie aus dem Bericht zu ersehen ist, Dr. Schiemann erkrankt; ein Ersatz für den Vortragenden war anscheinend nicht zu beschaffen. Dadurch aber ist die Ankündigung des Präsidenten, daß der Kongreß sich mit dem umstrittenen Thema befassen wird, gegenstandslos geworden. Dies ist überaus zu bedauern, denn die Behandlung dieses Themas hätte wichtige neue prinzipielle und theoretische Gesichtspunkte zur Frage der Minderheiten liefern können. Die Minderheitenbewegung kämpft ihrem Wesen nach für zwei Dinge; erstens für die Sicherang der nationalen Eigenart der Minderheiten, also gegen Assimilation. Die Minderheitenbewegung kann also grundsätzlich nicht viel einwenden gegen da* Prinzip der ״Dissimilation“, das ja geradezu eine zwangsweise Verbinderung der Assimilation ist. Weiter aber kämpft die Minderheitenbevegung für das Prinzip der Oieichberechtig u n g. Die Minderheiten stehen auf dem Standpunkt, daß trotz Dissimilation die Gleichberechtigung der Staatsbürger aufrechterhalten werden müsse, d. h., Zugehörigkeit zu einer Minderheit dürfe kein Grand für Benachteiligung von Staatsbürgern sein. In diesem Sinne ist wohl auch die Erklärung des deutsehen Vertreters, Dr. Roth, zu verstehen, daß die deutsche Volksgruppe für die Grundsätze des Kongresses auch in Zukunft mit aller Bestimmtheit eintreten würde. Es läßt sich noch nicht übersehen, welche Konsequenzen die gegenwärtige Krise für die Minderheitenbewegung haben wird. Wir könnten uns aber vorstellen, daß durch die Notwendigkeit der Diskussion der grundlegenden Probleme, die gerade durch die Juden frage deutlich herausgearbeitet werden können, die Minderheitenbewegung an Kraft und Klarheit gewinne* könnte. _ Der holländischen Delegation zu der 14. Tagung des VÖlkerbundsrates, die demnächst in Genf eröffnet wird, gehören auch zwei Juden, und zwar das Mitglied des Staats mies Dr. J. Limburg und der ehemalige Vize- Präsident des Rate» von HolIandiacMndien, Professor Dt. L Morcsco, «n. Al drti 1 dies neu« uns jede W01 wori Uns! unse von Mac Wei körn Wur nichi dess ich bei midi dern dige zeig! unst Gest doch Erhe innei den ande Opi Zuki mein dahe nur Tat: ßen gäbe heit heit, Gern heuti sami ist, lichk I Wen: diese zutei diese seine eiger manc nicht der setze die r Platz für 1 I zu 1 sciiie zu e \ ternb! Meir im A 17. 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