Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 73 (12.9.1933)
- Date
- 1933-09-12
- Page
- Seite 512 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2651273-2653725-2653799--24067-2686998- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 510 Jüdische rundschad Nr. 73, 12. IX. 1933 Nr. ״Prosperitäts-Oase Palästina“ Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht in ihrem Handelsblatt vom 9. September einen dreispaltigen Artikel ihres Jerusak-mer Korrespondenten über die ״Prosperitäts-Oase Palärtina“. in diesem Artikel wird daraut hingewiesen, daß in Palästina drei Wjrtschattskrcise ineinanderreichen, nämlich die staatliche Wirtschaft, die jüdische und die arabische. Es wird sodann folgendes instruktive Bild der Ent- Wicklung der Landesfinanzen Palästinas gegeben: ״Die vom Treasurer verwalteten Finanzen der Mandatsregier urig befinden sich dank der sich schnell entwickelnden jüdischen Wirtschaft in einer vorzüglichen Lage. Die lang fällige Steuerreform in Palästina ist noch immer nicht durchgeführt, und die schwer auf dem ärmsten Teil der Bevölk'e״ rung lastenden ■Agrarsteuerri und indirekten Verbrauchsabgaben liefern etwa 30 ®/o der Staatseinnahmen. Daneben bieten die Einfuhr« Öllc der Regierung bei der wachsenden Einfuhr eine bequeme Einnahmequelle; sie liefern etwa 40'0 der Einnahmen, die Postverwaltung etwa 10 0/0, den Rest verschiedene kleinere Quellen. Im Finanzjahr 1932/33 hat die Palästinaregierung im ganzen Lst. 3.02 Mill. eingenommen, d. h. Lst. 661000 mehr als im Vorjahre und Lst. 574 000 mehr als der Voranschlag enthielt. Die Ausgaben in dem gleichen Jahr waren Lst. 2.52 Mill. oder Lst. 113000 mehr als veranschlagt war. Damit hatte die Regierung im abgelaufenen Jahr einen Ueberschuß von Lst. 499 500 und zusamnirn mit den früheren Uebersdiüssen von Lst. 731 000 am 1. April 1933 nicht weniger als Lst. 1.23 Mill. zu ihrer freien Verfügung. Die Regierung sammelt dies als eine Reserve für schlechtere Jahre, die einmal kommen mögen. Aber sie hat dankenswerterweise für das laufende Jahr ihre Budget beitrage fiir das arabische und das jüdische Er- 7ielu!ngs- und Gesundheitswesen etwa•? erhöht, wenn auch bei der Tatsache, daß nur ein Fünftel der mohammedanischen Kinder des Landes irgendeinen Schulunterricht erhalten und etwa 900 arabische Dörter nur 9 Mädchenschulen aufweisen, noch sehr viel zu tan bleibt. Die günstige Entwicklung des palästineusischenStaatshaushalts hält auch weiterhin an, im ersten Viertel des neuen Finanzjahres (April bis Juni 1933) hat sich der UeberschuS schon wieder um Lst. 213 000 vermehrt. Uebrigens läßt sich gegen die britische Finan/verwaltung in Palästina im Interesse des Landes manches entwenden; so hat sie eine das Land bis 1967 belastende Anleihe beinahe ausschließlich im britischen Interesse aufgenommen.“ Die Quelle des Gedeihens sieht der Korrespondent in den ständigen Zustrom jüdischen Kapitals, lieber diesen wird folgendes gesagt: ״Die E i n \v 11 ג d c r u n g hält in ungebrochener Stärke an: irrt Juni sind 1361 Personen neu eingewandert, darunter 1263 Juden, im Juli 1174 Personen, darunter 1097 Juden. Davon sind jedesmal 200 bis 230 ,kapitalistische‘ Einwanderer, die etwa zusammen Lst. 250 000 monatlich ins Land bringen. Das in den palästinensischen Banken (die drei wichtigsten Banken in Palästina sind die englische Barclay’s Bank, die zionistische Anglo-Palestine Bank und die anglofranzösische Ottoman Bank) liegende Kapital wird auf Lst. 7 Mill. geschätzt. Ungeachtet der verhältnismäßig niedrigen Verzinsung von nur 1 bis 1(4 °> selbst für langfristige Depositen haben sich diese Gelder den palästinensischen Banken zugewandi tind ein erheblicher Teil davon — allerdings wohl nicht der ganze Betrag — sucht im Laufe der Zeit im Lande selbst nach ihm sicher und günstig dünkenden Anlagemöglichkeiteu. Die Banken selbst gelten als zurückhaltend in ihren Ausleihungen und stark auf Liquidität bedacht Sie berechnen für Kredite gegen allererste Sicherheit 6(4 °/0, sonst 7 bis 8 0/0. Unter den Einwirkungen der großen Ein- Wanderung, die sowohl Kapital wie vorzügliche Berufsausbildung und wirtschaftliche Fähigkeit mitbringi, ändert sieb die jüdische Wirtschaft trotz der Zurückhaltung der Banken quantitativ und qualitativ mit erstaunlicher ücschwindigket. Die hauptsächlichsten Kapitalanlagen gehen in Orangengärten, Bauten und Irulustriegründungen. Auf allen drei Gebieten, besonders aber atu den beider! ersten, zeigen sich Erscheinungen, die man fast als Symptome einer Hochkon״ junktur beaeic linen könnte, wenn man auf ein im Aufbau befindliches Lai«! schon die Bezeichnungen des Konjunkturzyklus in kapitalistisch entwickelten Gebieten anwenden dürfte. Immerhin wird gelegentlich auch schon von Riickschlagsgcfah* ren gesprochen. Demgegenüber trägt die Bankwie die Finanzpolitik allem Anschein nach die Tendenz zu einer Milderung der Konjunkturschwankungen in sich. Wichtiger ist freilich vorläufig das Anhalten des Kapitalzustroms; solange er nicht abbricht, kann sieh schwerlich ein allgemeiner Rückschlag durchsetzen. Vorläufig scheint er anzu- ' dauern — wie lange, das kann wohl niemand voraussehen.“ Nach länger eil Ausführungen über die Import-Statistik Palästinas sowie über den Export, bei weichem die O r a ngen und in letzter Zeit auch Grape- Fruit die Rolle spielen, gibt dann der Korrespondent eine Schilderung der palästinensischen Industrie, die sich in den letzten Jabren sehr schnell entwickelt hat. An dem Beispiel der bestehenden Brauerei -Projekte wird gezeigt, daß sich diese Projekte gelegentlich überschneiden. Ein außerordentlieber Hochbetrieb herrscht jedoch nach wie vor im Bauge werbe, was freilich auch ein Steigen der Bodenpreise und der Mietspreisc zur Folge hatte. Schließlich erwähnt der Korrespondent die Wirkung der Einwanderung von Juden aus Deutschland und die hierfür noch bestehenden Möglichkeiten. Wir geben auch diesen Absatz, obwohl er wie die übrigen um «ren Lesern bereits bekannte Tatsachen enthält, wegen seiner guten zusammenfassenden Darstellung hier vollinhaltlich wieder: ״Die Einwanderung deutscher Juden nach Palästina beginnt sich etwa seit April fühlbar zu machen, obwohl mit dein Hauptstrom erst im Herbst zu rechnen ist. ln Handwerk und Landwirtschaft können gelernte Arbeiter mit Leichtigkeit in größerer Anzahl absorbiert werden, viel schwerer ist es für kaufmännische Angestellte und ähnliche Berufe, Die Voraussetzung für die Aufnahmefähigkeit des Landes ist, daß der Kapital Zustrom auf der Höhe bleibt und die Absatzfrage durch Zusammenarbeit mit den zu erschließenden Märkten befriedigend gelöst wird. Dr. Ruppin, der beste Kenner der jüdischen Kolonisation in Palästina, hat erklärt, daß Palästina etwa 50000 bis 100000 deutsche Juden bei einer geregelten und gut vorbereiteten Einwanderung im Laufe der nächsten fünf bis zehn Jahre aufnehmen kann. D;ese Zahl ist wohl zu erreichen, wenn die Konjunktur an häl t. Palästina zählt heute etwa 850 000 Araber und 200 000 Juden, es ist dabei ein kleines und in vielen Teilen nicht natürlich fruchtbares Land, das seiner Aufnahmefä..!־ i<eit gewisse Grenzen gesetzt sieht. Die Bevölkerung wächst schnell, bei den Arabern durch natürliche Zunahme, die in den letzten Jahren anscheinend höher war als jährlich 2 ®,ס׳, bei den Juden vor allem durch Einwanderung, so daß sich die Zahl der Juden im Lande seit Kriegsende mehr als verdreifacht hat. Aber gerade diese wmmterbroeben wachsende Bevölkerung bietet unter der Voraussetzung der schnellen Hebung des Lebensstandards und der Konsumkraft der Fel״ lachen und der Zusammenarbeit der jüdischen und der arabischen Wirtschaft einen ebenso schnell wachsenden Markt, eine gute Grundlage für .eine gesunde wirtschaftliche Expansion. Freilich bringt eine solche wirtschaftliche Ausdehnung auch die Gefahr mit sich, daß Unternehmungen ins Leben gerufen werden, die einer Krise nicht standhalten. Deshalb erscheint es erforderlich, daß diese Rückschlagsgefahr nicht übersehen wird, auch wenn man die schematische Anwendung der Begriffe des Koniunkturzyklus bei einem Lande in der Entwicklung*- Periode mit Recht ablehnt. Eine Unterbrechung oder starke Minderung des Kapitalzustroms kann auch hier zu einer Krisenausfese unter den In der gegenwärtigen Blütezeit aufgebauten Unternehmungen kleinen und größeren Stils führen." König Feisal Der plötzliche Tod des Königs Feisal von Ink,' der In Bern einem Herzschläge erlegen ist, beraubt die arabische Welt derjenigen Figur, die neben Ibn Saud von Hedschas, der bedeutendste arabische Führer unserer Zeit war. Feisal hat noch die Verwirklichung seines Lebensziels erleben dürfen: Unter ihm wurde Irak vor einem Jahre zu einem unabhängigen Königreiche erklärt. Feisal war ein überaus fähiger und energischer Mann und ein kluger Politiker, der im Gegensatz zu vielen seiner radikaleren Volksgenossen die richtige Erkenntnis hatte, daß nur durch besonnenes Abwägen der Realitäten Schritt für Schritt politische Erfolge erzielt werden können, insbesondere für ein Volk, das —- im Sinne der westlichen Politik — so rückständig war wie die Araber, die seit Jahrhunderten keinen eigenen Staat gehabt hatten. Feisal war schon vor dem Kriege Mitglied des türkischen Parlaments, während des Krieges ist er dann zusammen mit seinem Vater Hussein auf Grund der englischen Versprechungen einer arabischen Unabhängigkeit auf die Seite der Alliierten übergegangen und winde der Führer der arabischen Armee, die im Heere Lord Allenbys die große Offensive gegen Palästina durchführte. Während Allenby ln Jerusalem ein zog, rückte Feisal mit seinen Arabern in Transjordanien vor, und es wurde ihm gestattet, nach dem Zusammenbnjch des türkischen Widerstands 1918 in Damaskus als Sieger einzsi ziehen. Er war dann zwei Jahre effektlver Herrscher in Syrien, bis ihn die Franzosen 1920 vertrieben, uni ihre Mandätsherrschaft dort zu «•richten. Die Engländer setzten Feisal 1921 auf den Thron von Irak und schlossen mit ihm den bekannten Vertrag, worin sich England verpfliehtete, das Mandat über Irak aufzuheben. Dieser Vertrag wurde später mehrmals revidiert, hat aber im Jahre 1932 zur Realisierung geführt, nachdem in den zwölf Jahren im Irak eine umfassende Reforniarbeit und Modernisierung durchgeführt war. In der letzten Zeit hat König Feisal eine sehr aktive arabische Politik entfaltet. Nachdem die Aussöhnung mit Ibn Saud durch englische Vermittlung gelungen war, wir sein nächstes Ziel die Schaffung einer panarabischen Union. Er hat darüber mehrmals mit seinem Bruder Abdalla von Transjordanien und mit anderen führenden arabischen Politikern verhandeit. Sein Außenminister Nun Pascha hat zur Förderung dieser Pläne vor einiger Zeit eine Reise durch die arabischen Länder gemacht. Die wichtigste Frage der arabischen Oegenwartspoütik, die definitive Regelung der staatsrechtlichen Verhältnisse in Syrien, steht dabei im Vordergrund des Interesses. Es tauchten hier die verschiedensten Gerüchte auf, darunter *uch das Gerücht, daß Syrien mit Irak unter Feisal in Per■ sonalunion verbunden werden soll. Daß alle diese Entwicklungen und Programme die Position Palästinas auf das engste berühren, liegt auf der Hand. Bei Kriegsende galt Feisal, der von seinem Vater Hussein I bevollmächtig war, als die maßgebende Figur des Arabertums. Dr. Weizmann hat bei verschiedenen Gelegenheiten eindrucksvoll geschildert, wie er im Jahre 1918, noch während des Krieges, die weite und beschwerliche Reise durch die Wüste machte, um mit Feisal zusamraenzutreffen und die Zukunft Palästinas sowie die Regelung der jüdisch-arabischen Beziehungen zu besprechen. Es kam damals auch tatsächlich zur Einleitung eines Freundschaftsvertrages. Als dann 1919 Feisal zur Friedenskonferenz nach Paris kam, schrieb er den berühmten Brief an den Führer der zionistischen Delegation der Vereinigten Staaten, Prof. Felix Frankfurter, worin er seine volle ZustimmungzurErrichtungdesJüdischenNation a 1 h e i m s in Palästina aussprach und dem gegenüber auch eine entsprechende Unterstützung der Juden für die arabischen nationalen Bestrebungen erhoffte. Später ist Feisal von den arabischen Nationalisten gezwungen worden, diesen Brief zu widerrufen. Obwohl man vermuten darf, daß König Feisal auch über die arabisch-jüdischen Beziehungen gemäßigte Anschauungen hatte und eine Verständigung nicht ungern gesehen hätte, ist es doch in snäterer 2«it nicht mehr zu einem direkten Kontakt gekommen, da Feisal unter dem Druck der Nationalisten stand und die arabischen Nationalisten Palästinas eine solche ״Einmischung“ nicht geduldet hätten. Dennoch konnte man auf lange Sicht erhoffen, daß mit Feisals Hilfe im penarabischen Sinne auch eine Lösung der Frage der Stellung des jüdischen Nationalheims in der arabischen Umwelt hätte gefunden werden können. Insofern ist der plötzliche Tod, der wohl auch durch die Aufregungen Infolge der Angriffe wegen der Assyrer- Metzeleien beschleunigt wurde, auch ein Verlust unter der jüdischen Perspektive der künftigen gesamtorientalischen Politik. Denn es ist zu befürchten, daß König Feisals jugendlicher Sohn, der ganz und gar im extrem nationalistischen Geist erzogen ist, viei unzugänglicher sein wird als sein realpolitisch denkender Vater. Neujahrs• Glückwünsche! Beachten Sie im heutigen Inseratenteil unser Angebot fiir Glückwunsch- Inserate zu Rösch haschanah! Durch die ״Jütische Rundschau" erreicht Ihr Glückwünsch alle Ihre jüdischen Freunde und Bekannten. HittillU({iltUll1y1!Ullf:!UIIUIlli{|lilillltilta11UUlUiilUUU:liUlltUUilttt:tlKil»IUlimtlKllllliitlffHlUllilUUtUIMUilUllUikBMH Fortsetzung des Verhörs in Jatfa Jaffa, 7, September, (J.T.A.) Bei der Fortführung des Verhörs in der Voruntersuchung gegen die der Teilnahme an der Ermordung Dr. Arlosoroffs Beschuldigten wurde am 6. September der Polizeiinspektor G off er vom Jaffaer Gerieht einvernommen. Inspektor Goffer verlas weitere Auszüge aus dem Notizbuch des vor kurzem unter dem Verdacht der Mitschuld an der Ermordung Dr. Arlosoroffs vor Gericht gestellten Schriftleiters des revisionistischen Wochenblatts ״Cnasit Ha am“ Abba Achi-Meir. In einer dieser Aufzeichnun- .־ “ trümmert werden“, denn seine Mitglieder ״seien schlimmer als die Araber“, in einer anderen wird der Wunsch geäußert, es mögen eine Million Juden in Polen hingemetzelt werden, damit die polnischen Juden erkennen, daß sie im Ghetto leben, Beim Kreuzverhör gab Polizeiinspektor Goffer zu, daß diese Bemerkungen unter Anführungszeichen standen und daß möglicherweise Achi Meir sie als Aeußerungen, die er von anderen gehört hat, wiedergegeben habe. Ein zweiter Zeuge, der Polizeioffizier Schiff, sagte aus, er labe, als er Stavsky verhaftete, an dessen Daumen eine Kratzwunde festgestellt, die sich Stavsky zugezogen haben dürfte, als er den Stacheldrahtzaun, der den in der Nähe der Mordstelle gelegenen mohammedanischen Friedhot umgibt, überkletterte. Die Wundmale entsprächen den Spitzen des Stacheldrahts. Stasvky brachte den Wunsch zum Ausdruck, daß der Gerkhtshot einen Lokalaugenschein auf dem mohammedanischen FriedbSt vornehme, um jestzustellen, ob die Narben an seiner Hana darauf schließen lassen, daß er sich an diesem Stacheldralit verletzt hat. Der Vorsitzende gab dem Verlangen Stavsky* statt und vertagte die Verhandlung zwecks Vornähme des Lokalaugenscheins. Bei der Fortsetzung des Zeugenverhörs wurde der Polizeibeamte Tennenbaum einvemommen. Er erklärte, er habe durch einen Versuch festgestellt, daß es möglich sei, naclits am Strande von Tel-Awiw Personen zu erkennen. Ferner teilte er mit, er habe Notizbücher aufgefunden, die Protokolle über Sitzungen der Ortsgruppe Klar Saba des ״Bethar“ enthalten. Aus dem Protokoll Nr. 2 gehe hervor, daß Rosenblatt am Tage des Mordes an einer Versammlung der Ortsgruppe teilgenommen bat. Drei Seiten aus dem Protokoll sind herausgerissen. In einem Protokoll, das die Polizei für gefälscht hält, sind die Namen der Teilnehmer angegeben, während in den übrigen Protokollen keine Namen erwähnt werden. Rosenblatt erklärte dies damit, daß die Anführung der Namen der Teilnehmer an der einen Sitzung wegen der bevorstehenden Wahle* in der Ortsgruppe notwendig war. Der Zeuge verlas dann ״Zehn Gebote“, die der Beschuldigte Achi-Meir zuesammeng-estellt hat und in denen es u. a. heißt, einer, der in räuberischer Absicht töte, sei ein Mörder, Mord an und für sich aber sei kein Verbrechen. Die Bibel gebe dafür genügend Beispiele. Katholikentag und jfudenfragc Wie aus Wien berichtet wird, verlautet dort, daß auf dein jetzt statt find enden Katholikentag auch die Judenfrage behandelt werden wird. Es heißt, daß der von Papst Pius XL zum Katholikentag entsandte Kardinallegat, der Patriarch und Erzbischof von Venedig, Kardinal La Fontaine, beantragen wird, daß der Katholikentag gegen den Rassenantisemitismus Stellung nimmt. Ob dieses Gerücht zutrifft, bleibt abzuwarten. Anläßlich des Katholikentages wurde im Hause derFranziskaner Paters das ״Heilige Land-Museum“ eröffnet, das, wie In der Eröffnungsansprache betont wurde, bestimmt sein soll, die Liebe zum Heiligen Lande zu wecken und zu vergrößern. Das Museum enthält u. a. auch eine große Zahl jüdisch-palästinensischer Altertümer, darunter antike jüdisch{ Gebetbücher. Coty sagt sich vom Antisemitismus los? Der französische Parfümerie-Fabrikant und Zeitungsherausgeber Francois Coty, in dessen Blättern seit Jahren eine intensive judenfeindliche Propaganda getrieben wird, hat — einer J.T.A.-Meidung zufolge —־ an die Jüdische Gemeinde Genf ein Telegramm gerichtet, in dem er erklärt, «laß er sich vom Antisemitismus lossage. Coty verlangt, daß sein Telegramm von der Tribüne der jüdische* Weltkonferenz verlesen werde. Die ״Jüd, Rundschau“ hat in der letzten Zeit mehrmals Artikel von Coty ans dem ״Figaro“ zitiert, die sich durch ihren Antisemitismus ebenso wie durch ihre Deutschfeindlichkeit auszeichneten. Vor einiger Zeit hat man in Tel- Aviw beschlossen, Coty ’s Parfüms zu boykottieren. Was Coty mit seinem Telegramm bezweckt, bleibt abzuwarten. Auf vie» Vertrauen wird er von jüdischer Seite nicht rechnen dürfen. Ein w so tur kommt lieh m gemeir gemeir daran G ehrte Worte liehen und d< über d sceliscl als die ein W1 und a! die Ka Ih schaff, Hoffnu Lebens wissen den Le im Bcv und Js Mitglie erwach Leben bisher seiner feinerti naturg! Denkst Ihr hat wenn 1 gewußt tiver T ziele ir Blutes, gäbe is Land s ergebe! Bitte e großen glcichb die tau ihr Euc Bitte w Euch e notwen Landes daß Ihr langen aber wi gesetze l'ehersi auch, v sehen S gting ni zah übe verehrt« müßt ü und rw ihr aue nicht n! das näc bedingt!׳ersteh( mscfzui so sehn aber mi icigt sii :angssp M lasse md Br!!eben v md Ge laß, zu! /chilfin Heine Reüeprfllaig Iflr nichturische ״Nichtschfller‘‘ Der preußische Kultusminister verfügt, daß Nichtarier, die sich selbst auf das Abiturientenexamen vorbereitrt haben, sogenannte Nichtschüler, künftig zur Reifeprüfung nicht mehr zuzulassen sind. Dissidenten, die die arische Abstammung einwandfrei nachweisen, können einstweilen zur Nichtschuler-Reifeprüfung auch weiterhin zugelassen werden. Durch einen Erlaß vom 7, August 1928 war auch das Neuhebräische als Ersatz für eine der leiden neueren Fremdsprachen bei der Reifeprüfung als Nichtschüler zugelassen worden. Dieser Erlaß wird jetzt gleichzeitig vom Kultusminister wieder aufgehoben. 11 r kom "reundii Irr Fan ür sie die Sie Tiusgel ihiere, 1 'io nun en Typ ״eine, c 'her die lie zu I laß auc ׳ranlüsc ״Boden in Paiisttna für Ifidische Jugend“ hr Her ftzt VOI Unsere nSchste Bildbeilage erscheint unter diesem Titel 11s verstärktes Sonderheft zu Rosch-Haschanah. Eine ganze Reihe eben aus Pa|Sstlna eingetroffener schöner Photograpbien ist zu einer Darstellung der Wirksamkeit des Judileben Nationalfonds in Stadt und Land gruppiert: Die Ar- «nerati eit, au nrner k k>den 1 lieh di beiterlager und das Industriegelände in der Hatfa-Bav werden gezeigt: die erschlossene Landschaft des Emelt wird im Bild und der von deutschen Einwanderern zu besiedelnde KKL- Rayon von Wadi Cbawarith In Kartenskizze vor Augen gefuhrt. Die Nummer enthält einen feierlichen Aufruf« zur traditionellen Rosch־Haschanah-Sammlung beizutragen, eine Zahlkarte des KKL wird beigelegt sein. Wir sind sicher, daß der Appell unteres Bodenfonds starken WlderhäH fl־״ den wird« denn das Motto dieses Heftes, ein Wort von Sclansrja Levin« wird von allen Juden verstanden: Jeder fei!?, nur soviel Himmel über seinem Haupte, ab er Boden unter den Füßen hat.“ Ajbcrli. hm, i :, wo Kein