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Jüdische Rundschau · 1933-09-12 · Heft 73 (12.9.1933) · p. Seite 511

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 73 (12.9.1933)
Date
1933-09-12
Page
Seite 511 (sequence 1)
Language
German
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15 9.1333 MH Beilage: ״Die fßdisdte Sdmlc* Ehtxcbmmmer RM 0,2$ JÜDISCHE RUNDSCHAU Enacheint jeden Dienstag und Freitag. Bezugspreis bei der Expedition monatlich 2-~ RM, vierteljährlich 5*75 RM. Bei Nichterscheinen irlolge Streiks oder höherer Gewalt besteht kein Anspruch auf Nachlieferung oder Rückerstattung der Bezugagebühr*!•^ — Auaiandaabomnementa werden in der Währung der einzelnen Linder beeichnet. Anzeigenpreis: 8 gespaltene Nonpareille- *die 0,50 RM. StellengesucheJ^S RM. Finzel •Anzeigen nur gegen Vorauszahlung ■ Redaktion, Verlag und Anzeigen - Verwaltung: Jüdische Rundschau G. m. b. H., Berlin W15, Meinekestr. 10. Telefon: J 1 Bismarck 7165-70. Anzeigenschluß: Dienstag ־ Nummer: Freitag nachmittag« 3 XJhr Pestschack -Konten: Berlin 173 92, Betel V 9355, Belgrad 680 32, ftrtsMl 394 33, Budapest 59693. Danrig 1973, Haag 140 470, Prag 59410, Riga 4155, StraSburg 164 30, W,rechau 190708, Wien 156 030. »«!.מיזזתסף: Dresdner Bank, Depositen-Kasse Berlin, KurHirstendamra 52; Rtaminiache Kreditbank, Ceroatiti (Rumänien); Anelo Paletthne Co. in Hall«* feraaaiem, Tel-Aviv: Eeati Pank, Tallin (Estland) Nummer | Berlin, 12. IX. 1933 Freitag - Nummer: Dimatag nachmittags 3 Uhr. RedaktionsschluS Sonntag und Mittwoch nachmittag. כ״א אלול תרצ״ג | xxxviil jahrg. Der Zlonla^H»» eratrebt tPr daa JOdlsche Vom die Schaffung alnar Öffentlich. rechtlich gesicherten Heimstätte In PalBstlna. ״Baseler Programm." Mussolinis Organ für zionistische Losung Unter dem Titel ״Klugheit“ widmet der ״P o p o I o d’ltalia“ den Beschlüssen des P.rager Zionisten- Kongresses einen Kommentar, der um so bemerket«- werter ist, als er zugleich eine grundsätzliche Steilungnähme' des offiziösen Blattes in der Judenfrage enthält. Das Organ Mussolinis lobt als besonders klug den Beschluß gegen die wirtschaftliche Boykottierung Deutschlands und schreibt u. a.: ״Die Ablehnung des deutschfeindlichen Boyketts kann die Frage der freiwilligen Aas wändersing der Juden aas Deutschland nach Pa- 1 Ss11na erleichtern. Die Reichsregierung sollte diesen Israeliten gestatten, wenigstens eines Teil ihres Kapitals mitzunehmen. Wenn man das Judenproblem in seinem ganzen Umfange Oberdenke, komme man dazu, daß es eben nur eine LOsung finden könne —< den hebrilschea Staat in Palästina.“ Wenn das Organ Mussolinis in dieser klaren Welse der zionistischen Auffassung zustimmt, daß die Judenfrage nur in Palästina gelöst werden kann, dann darf man hoffen, daß auch der Appell des Zionistenkongresses an die Völker für eine internationale Kooperation zugunsten des Jüdischen א st ion al h ei ms die Unterstützung Italiens finden wird. Denn ohne großzügige Kooperation seitens der großen Mächte, insbesondere durch Hilfe bei fi* nun ziel len Transaktionen, ist das jüdische Emigrationsproblem und der Aufbau des Nationalheims in Pallstina nicht zu lösen. Das Problem der Emigranten Die ״Frankf. Ztg.“ berichtet aus Zürich: ln einem der Genfer Konferenz zur Vorbereitung des jüdischen Weltkongresses unterbreiteten Bericht wird festgestellt, daß durch das Komitee bis zum 1. Juli rund 42 (XX) jüdische Flüchtlinge aus Deutschland aufffenommen worden sind. Weitere 5000 seien nach Palästina gegingen. Frankreich beherberge mit 25 000 weit über die Hälfte der Emigranten; auch die Zahl der nach Holland geflohencn Juden sei mit 5000 sehr hoch. An dritter Stelle felgt Polen mit 4000. Die Schweiz komme fast nur als Durchgangsland in Betracht, ebenso auch Italien. Wenn auch in allen diesen Ländern den Flüchtlingen von den Behörden in entgegenkommender Weise Asylrecht gewährt worden sei, so könnten sie mit Rücksicht aut die Wirtschaftsnot ihrer Länder die Bewilligung zur Arbeit nicht erteilen. Dadurch praktisch allenthalben zur Erwerbslosigkeit verurteilt und außerdem zum großen Teil mittellos, bedeuteten diese heimatlos gewordenen jüdischen Flüchtlinge für das Komitee eine außerordentliche Last. (Zu diesem Bericht wäre zu bemerken, daß für Palästina natürlich die Bemerkungen über Unmöglichkeit einer Arbeltsbewiliigung nicht bestehen. A. d. R. ״J.R.“.) Der ״Völkische Beobachter“ (München) macht zum Prohlem der Emigranten am 6. September folgende Bernerklingen: Die Gesamtzahl der ״deutschen“ Emigranten wird aut 60—70 000 geschätzt. Diese Zahl erscheint nicht hoch in Anbetracht der Auswandererzahlen früherer Jahre. Während unser Volk in früheren Zeiten durch die Auswanderung zahlreiche tüchtige Voltsgenossen an das Ausland verlor, hat in diesem Jahre eine Auswanderung von Elementen eingesetzt, die für das wirtschaftliche und kulturelle Leben des deutschen Volkes ohne Bedeutung sind. Wenn die Emigration von 70000 Juden und Judengenossen keinen anderen Vorteil böte, als an Stelle dieser Geflüchteten 70000 tüchtige deutsche Volksfenossen in Lohn und Arbeit zu erhalten, ann wäre selbst eine gewaltsame Austreibung berechtigt gewesen. (Von uns gesperrt. — Red. ״J. R.“) Warum sollen übervölkerte Staaten immer nur ihre Besten an das Ausland verlieren und überflüssige Existenzen behalten? Es wäre eine Pflicht der Dankbarkeit, wenn die Vereinigten Staaten im Hinblick auf die Millionen tüchtiger Einwanderer aus Deutschland, die an der Entwicklung des Landes rühmlich Anteil genommen haben, auch einmal den Ausschuß übernehmen würden, zumal man dort von den Juden und Judengenossen noch eine gute Meinung hat. Man sollte amtlicherseits prüfen, ob sich die Anrechnung deutscher Einwanderungsquoten auf deutsche“ j u - den und Juden genossen an Stelle deutscher Auswanderer nicht durchführen ließe, womit allen Beteiligten gedient wäre. (Von uns gesperrt. — Red. ״J. R,״) Diese Anregung des ״Völkischen Beobachters“ Ist nach unserer Meinung sehr he merkenswert. Wenn tatsächlieh in Anbetracht der jüdischen Situation eine Einigung darüber erzielt werden könnte, daß die deutsche Etnigralionsquote in die Vereinigten Staaten für Juden zur Verfügung gestellt wird( so wäre dies eine wichtige Erleichterung für die jüdischen Ausvanden^nß'bedürftigen. Es wäre richtig, diese Anregung auf ihre pfurchfüirbarkeit zu prüfen. Wenn amerikanische Juden dieser Möglichkc'r. nachgingen, so würden sie den deutschen Vaden einen bessövm Dienst leisten als durch Proklamationeu über Boykott- Seid andere Kampfmaßnahmen. Die Uleltkonferenz in Genf Verschiedene deutsche Zeitungen berichten mehr oder weniger ausführlich über die ״jüdische Weltkonferenz“ in Genf, bei der die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses für März 1034 beschlossen wurde. Im allgemeinen stimmen die Berichterstatter der deutschen Zeitungen darin überein, daß der Konferenz keine besondere Bedeutung zukommt. Es wird darauf hingewiesen, daß weder die Beschickung wirklich repräsentativ war, noch in den Fragen der Taktik Einigkeit herrschte, insbesondere findet dabei in Deutschland die Frage des antideutschen Boykotts Aufmerksamkeit, über den in Genf gesprochen wurde. Dabei wird insbesondere auch darüber berichtet, daß die in der letzten Zeit zustandegekommenen Abmachungen in der deutschen Regierung betreffend Transfer jüdischen Vermögens nach Palästina durch Warenlieferungen heftig diskutiert worden sind. Der ״Völkisehe Beobachter“ spricht von einem ״Apfelsinenkrieg“. De realpolitische Einstellung der palästinensisch orientierten Zionisten, die sich der Notwendigkeit eines Einvernehmens mit den deutschen Regierungsstellen bei der Lösung der deutschen Judenfrage bewußt sind, stieß offenbar auf starken Widerspruch bei anderen jüdischen Gruppen, insbesondere bei solchen, die in ihren eigenen Ländern durch Propagierung eines antideutsehen Boykotts an Popularität zu gewinnen hoffen, z. B. in Polen. Wir haben immer den Standpunkt vertreten, daß die Propagierung eines antideutschen Boykotts kein zweckmäßiges Mittel zur Besserung der Lage der deutschen Juden ist. Wir glauben, daß man es sich nicht so leicht machen darf, wenn man der Judenfrage wirklich zu Leibe rücken will. Wir haben Befürchtungen, daß der jüdische Weltkongreß, falls er zustandekommen sollte, in denselben Fehler verfallen wird wie früher das Assimilationsjudentum, nämlich zu meinen, man könne durch Proklamationen und Resolutionen die Lage der Juden maßgebend beeinflussen. Diese Auffassung ist sozusagen ״praez‘10nistisch“, sie hat die zionistische Schute noch nicht hinter sich, denn die zionistische Erkenntnis lehrt, daß eine wirkliche Lösung der Lage der Juden ntir erfolgen kann, wenn man die tieferen Wurzeln der Judenfrage untersucht und in die Erwägungen einbaut. Nur aus einer solchen tieferen Besinnung heraus ■wird eine konstruktive Lösung der Judenfrage möglich sein. Wir bringen nachstehend einige der vorliegenden Berichte zum Abdruck, da es unsere Leser interessieren wird, wie diese Konferenz sich im Spiegel der deutschen Presse darstellt. Der ״Volk'. Beobachter“ berichtet aus Gen! vom 8. Sep• fember (Interpunktionen wie im ״V. B.“): Die heute nachmittag nach vier Tage langen Verbandlungen beschlossene sogenannte jüdische Weltkonferenz, an der, wie nochmals festgestellt wertjen soll, weder die Juden in Deutschland, noch die Juden Großbritanniens und Ungarns, ja, sogar nicht einmal die Judenschaft der gast gehenden Schweiz, vertreten waren, hat mit einem vollen Mißerfolg in der Kardinalfrage, der beabsichtigten Erklärung eines organisierten Boykotts deutscher Waren, geendet. Der Profilgeist hat doch den Sieg davongetragen! Die Organisierung des Boykotts deutscher Waren, dessen zwingende Notwendigkeit der amerikanisch-jüdische Vorsitzende in seiner Eröffnungsrede in so flammenden Worten gefordert hatte, ist nicht gelungen. Das Haupthindernis dabei hat komischerweise ein echt jüdisches Produkt, die palästinensische Apfelsine, gebildet, auf deren gewinnabwerfenden Verkauf an die verhaßten Hitler-Leute die Zionisten unter keinen Umstünden verzichten wollten, so sehr die polnischen Juden, die an diesem guten Geschäft keinen Anteil haben, auch dagegen protestierten. Drei papierne Entschließungen sind zurückgeblieben: Eine Entschließung über die Einberufung des eigentlichen Weltkongresses der Judenschaf( im nächsten Jahre, eine zweite, besondeTS langatmige Entschließung über die Zerrissenheit des jüdischen Volkes und seine ״Verfolgung“ im Hitler- Deutschland; und schließlich die sogenannte Boykott- Entschließung, in der so getan wird, als ob der Boykott schon jetzt beschlossen worden sei. Der jüdische Weltkongreß ־wird für März 1934 einberafen. Auf die Wahl des Konferenzortes haben die Herrschäften aber verzichten müssen, ■weil sie sich nicht einig werden konnten. Das soll nun der Exekutivausschuß besorgen. In der langatmigen zweiten Entschließung beglückwünsehen sich die Juden dazu, daß ihre Hetze gegen Hitler- Deutschland in der ganzen Welt Widerhall gefunden habe und meinen, daß damit die Judenfrage auch schon zu einem t internationalen Problem gemacht worden sei. Ihre größte Hoffnung setzen sic auf den Genfer Völkerbund und erklären es als dessen Pflicht und Aufgabe, die Wiederhcrslcllung der Rechte (sprich: Vorrechte) der deutschen Judenheit im vollen Ausmaße herhciziiführen, Die dritte Entschließung ist dem Boykott gewidmet. Man verzichtet, wie gesagt, darauf, den zu Beginn so laut geforderten organisierten Boykott deutscher Waren zu erklären und tut so, als ob das längst schon geschehen wäre. Das jüdische Volk, heißt es, habe damit bekundet, daß kein sich selbst achtender Jude irgendwelche Beziehungen okouomischer oder anderer Art zur nationalsozialistischen Regierung unterhalten könne (und die palästinensischen Apfel- »inen?). Zugleich wird der Erwartung Ausdruck gegeben, daß Millionen von Nichtjuden diesen Kamp[ unterstützen werden. Es hänge nicht vom jüdischen Volk«, sondern von der nationalsozialistischen Regierung ab, wann der (nichterklärte) jüdische Boykott Deutschlands beendet sein werde. (!) Zum Schluß kam es dann noch zu einein Zwischenfall. Der amerikanisch-jüdische Vorsitzende und Oberrabbiner aus Neuyork, Stephan S. VVise, hatte seine Schlußrede, die in Ihren Gesten und in ihrer aufgeregten Sprache an einen alttestamentarischen ILaßgesang erinnerte, »©endet, als ihm ein Zettel überreicht -wurde, in welchem er auf die An- Wesenheit des Vertreters des ״Völkischen Beobachters“ aufmerksam gemacht wurde. Daraufhin wandte er sich in der gleichen aufgeregten Weise an diesen. Man konnte seine Worte, die in englischer Sprache gesprochen ■waren, als eine Beschimpfung deuten. In Wirklichkeit war es aber eine t,W illk omraenhe ißung“ und eine Aufforderung an diesen, ״wahrheitsgetreu zu berichten“ (!) Der ״Berliner Börsen-Coorier“ berichtet aus Genf anter anderem: Es sind viele einzelne Komitees Vertreter, darunter besonders zahlreich die Franzosen und die zu einem amerikamischen Kongreß zusammengefaßten Amerikaner. Aber es ist ■weder gelungen, die polnischen Juden za einer einheitliehen Vertretung zu bringen, noch insbesondere die eng- Iische offizielle Organisation nach Genf zu bekommen. Diese Organisation wollte einen Beobachter entsenden. Aber auch dieser ist aus persönlichen Gründen hier nicht erschienen. Nicht einmal die Zionistenorganisation konnte in diese Konferenz eingcEügt werden. Die einzige Gruppe, die außer den Franzosen und Amerikanern den Anspruch erhebt, die Gesamtheit der Juden, ihres Landes zu vertreten, ist die italienische. Als ihr Sprecher trat der Großrabbiner von Rom, Saoerdoii, auf, der seine Sympathien mit dein Ziele der Konferenz erklärte, ihr aber politischen Takt.empfahl. Diesen Takt ließ der Ncw-Yorker Dr. Wise vermissen, der zwar erklärte, daß die Juden in Deutschland einen sie seihst am schwersten treffenden Boykott vermieden •wissen möchten, der aber trotzdem einen' organisierten ״gründlichen und tüchtigen“ Boykott aller deutschen Waren forderte. Diese Boykottproklamation kam am seihen Tage, an dem die deutsche Regierung mit jüdischer! Organisationen feste Abmachungen über die Erleichterung der Auswanderung der deutschen Juden und über Warenlieferung nach Palästina getroffen hatte, ln der hiesigen Presse wird darauf hingewiesen, daß die Boykottbestrebungen, die nickt von allen Mitgliedern der Konferenz gebilligt werde, dadurch von maßgebenden Juden desavouiert worden sind. Auf dem Kongreß wiesen alle Redner auf die völlige Desorganisation der verschiedenen Judenschaften in der Welt bin, durch die die Ziele der Konferenz erschwert werden. Mannigfaltig waren auch die Sprachen. Es wurde teils Englisch, teils Französisch, teils Italienisch, teils ,Jiddisch und Hebräisch gesprochen. Dabei zeigte sich, daß die werigsfen Zuhörer das Hebräische verstanden, während die deutsche Sprache den meisten Zuhörern geläufig war. Das Hauptreferat, hielt der Sekretär des Kongresses, Nachum Goldmann. Er erklärte, es habe ein für die Juden der ganzen Welt sehr gefährliches Jahrhundert begonnen. Man müsse nicht ntiT die jüdische Heimstätte in Palästina bauen, sondern die erste Voraussetzung für das Gelingen dieses Bauens sei zugleich die Herstellung der Gleichbereehtigung der Juden in der ganzen Welt. . . . Dr. Goldmann betonte, daß noch lange nicht alle Gruppen für diese Konferenz gewonnen werden konnten und es bleibe abzuwarten, ob sich seine Hoffnung erfüllen wird, daß die noch abseits stehenden Gruppen mitmachen würden, wenn die Konferenz jetzt di® Initiative ergreift und durch die Einberufung eines jüdischen Weltkongresses die auseinanderslr-obenden Judengruppen vor ein fait accompli stellt. Dieser Konferenz müssen vor allem organisatorische Aufgaben wichtig sein, wenn heute die Juden die notwendigen politischen Agitationen vermeiden und den Rat des italienischen Vertreters, Zurückhaltung zu üben, befolgen sollen. Gemeindegesetz für Palästina Jerusalem, 8. September. (J..T. A.) Die Palästinaregierung hat den Entwurf zur Verordnung über die Verwaltung der Gemeinden in Palästina veröffentlicht. In dem Entwurf sind eine Reihe der von öffentlichen Körperschaften Palästinas vorgeschlagenen Maßnahmen, durch die die bisherige Regierungskontroile über die Stadtverwaltungen gemildert wird, enthalten. Andererseits ist vorgesehen, daß Personen, die nicht palästinensische Landesbürg er sind, vom Gemeind cwahlrecht ausge« schlossen bleiben. Diese Bestimmung wirkt sich gegen« über der jüdischen Bevölkerung, unter der sich viele seit langem in Palästina ansässige Personen, die aber die Landesbürgerschaft nicht besitzen, befinden, sehr ungünstig aus. Ein offizielles Communiqu( erklärt, diese Verordnung bedeute den ersten Schritt auf dem VFege zu einer lokalen Auto* ת o m i e. Dieses Gesetz ist bereits seit langer Zeit in Vorbereitung und viel diskutiert worden. Es ist als erster Schritt zu einer Selbstverwaltung der Landesbevölkerung gedacht. Eine Beurteilung des Gesetzes wird erst bei Vorlicgen des Textes möglich sein.

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