Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 72 (8.9.1933)
- Date
- 1933-09-08
- Page
- Seite 502 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 500 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 72, 8. IX. 1933 Nr. 7 Palästina-Wirt schaf i I?׳* 3 % I ־>; i r f Die öffentlichen Finanzen Palästinas Die finanzverwaitung der palästinensischen Mandatsregierung veröffentlicht jetzt den Bericht über die Entwicklung der öffentlichen Finanzen des Landes im Finanzjahr 1932/33 (1. 4. 32 bis 31. 3. 33) und über das erste Quartal des laufenden Finanzjahres 1933/34 (1. 4. bis 30. 6. 33). Aus den Zahlen geht hervor, daß die Lage der öffentlichen Finanzen Palästinas äußererdentlich günstig ist. Per 31. Mürz 1933 ergab sich bereits ein Gesamtüberschuß von £ 1 250 000, man ist aber der Auffassung, daß dieser Ueberschuß schon jetzt betrachtlieh höher geworden ist. Die Einnahmen für das erste Quartal des laufenden Finanzjahres steliten sich nämlich im Vergleich mit denen aus dem ersten Quartal des vergangenen Finanzjahres folgendermaßen: 1. Vierteljahr 933/34 1 32/33־19 CV £? Einnahmen aus Zollen. 286 200 395100 Einnahmen aus Häfen- und Schiffahrtsvenvaltung-en , . . 3 700 5 200 Einnahmen aus Steuern, gebühren pflichtigen Genehmigungen, Lizenzen uaw. . ... . . . 169 600 187 900 Einnahmen aus dem Postbetrieb. 55 SCO 63 4< 0 Einnahmen aus dem Gerichtswesen .. 56 700 90 400 | / _ Hinzu kommen noch die auf eine Reihe von kleinen / i Einzelpositionen verteilten ,,sonstigen Einnahmen“, die im ganzen Jahre 1932'33 einer! Beirag von £ 269 000 ausgemacht i, . haben. Die Gesamteinnahmen betrugen 1932 '33־ .CP 2 859 5(X), | während der Voranschlag für das genannte Jahr mir Einnah-• j, men in Höhe von 2.7 Millionen £ vorsah. Für 1033Ol sieht i der Voranschlag eine Steigerung der Finnahmen urn ungefähr : k £ 400 0110 vor, aber schon allein im ersten Quartal haben S'i/ sich die Einnahmen um ungefähr £ 100(100 erhöht, so daß | '!! damit gerechnet wird, daß der Voranschlag durch die Ist-; eiimahinen ganz erheblich übersi hritten wird. Private j* Schätzungen rechnen damit, daß die Einnahmen im Finanzg , Jahr 1933 34 um ungefähr £ 700 000 höher sein werden als |׳ י rm Vorjahr. Wir geben eine dieser Schätzungen in der nachfolgenden Ucbersicht für die wichtigsten Positionen wieder, :{ die unter ״Sonstige Einnahmen“ zusammengefaßten sind hier | nicht berücksichtigt: fj; Voranschlag Eiteinnahmen SdhStxang־ f; *' i932 33 193? 33 1933 34 1־p £P ־CP f; Einnahmen aus Zollen. ׳: Einnahmen aus Häfen- und Schiffahrtsver- 1 200 000 1287 000 1705 000 .{ ־' waltupjfen... Einnahmen au* Steuern, gebührenpflichtigen 15?00 22 000; Genehmig-uno-en, Lizenzen aa'vr. . ,!;! Einnahmen aus dem Postbetrieb . « , 840 000 854 400 939 000 214 700 225 300 264 000 u Einnahmen aus dem Justizwesen. 289 700 332 500 531000!ז• : Aut der anderen Seite steigen die Ausgaben der Man- 1; , datsverwaltung bei weitem nicht im gleichen Maße. Man | J: kann fast sagen, daß die Mandatsverwaltung In Anbetracht j ihrer Finanzlage etwas allzu sparsam ist und vor allem nur; sehr zögernd den Umfang des Beamtenapparates den wach- 3 senden Bedürfnissen von Wirtschaft und verkehr anpaßt. Das ,1 ist sowohl in der Zollverwaltung als auch vor allem | in der Post Verwaltung spürbar. Es gibt Postämter in , Palästina, die von einer weiblichen Hilfskraft bedient werden!ן und dabei einen Umfang und einen Publikumsverkehr haben, | der in anderen Ländern mindestens die Beschäftigung von vier bis fünf etatsmäßigen Beamten rechtfertigen würde. Die Man- 4 datsverwaltung verfolgt mit dieser Politik die Absicht, mögl| liehst große Summen in der gegenwärtigen günstigen Entwich-;4 I lungsperiode ihrer Finanzen zu thesaurieren, eine Politik, die i| man grundsätzlich nur gutheißen kann, soweit sie nicht zu!!. Auswüchsen führt. Jedenfalls ist es keine Frage, daß der i*| Zinsen- und Tilgungsdienst der neuen Palästina-Anleihe unter if diesen Umständen als durchaus gesichert erscheinen muß. Der Jachin-Plan für miiielsiandische Kleinsiedler Wir berichteten bereits (״Jüdische Rundschau“ vom 14.7. d. J.) über den Plan, den die Ansiedlungsgenossenschaft ״Jach in“ für die Seßhaftmachung deutscher Juden als mittelständische Kleinsiedler ausgearbeitet hat. Nachstehend geben wir nun einige weitere Einzelheiten über dieses Projekt wieeier: I. Das Areal. / Jeder Siedler bekommt vom Nationalfonds 20 Dunam Boden, der sich folgendermaßen aufteilt: Boden für Orangenpflanzung 12 Dunam (wovon 10 Dunam sofort gepflanzt werden und zwei in Reserve bleiben) Platz für ein Haus und für Hofvvirtschaft 3 Dunam Boden für Gemüse- und Futterbau 5 Dunam Zusammen 20 Dunam Jeder Siedler gibt dem Nationalfonds eine Anleihe von £ 120 für den Bodenkauf. Der Nationalfonds deckt diese mit Wechseln; die in den Jahren 1938/39 fällig sind. Die Anleihe wird mit 5 tyo verzinst. II. Kalkulation. Für das erste Jahr, 1934: Anlage eines gemeinschaftlichen Brunnens, Vorbereitungsarbeiten, Aufteihing der Parzellen, Planierung Tiefpflügen, Einrichtung einer kalifornisehen Wasseiinstallation, Pflanzung und Bearbeitung der ersten fünf Dunam (Pflügen, Bewässern, Düngen, Pflege der Bäume tisw.) Für das zweite Jahr, 1935: Bearbeitung der ersten fünf Dunam und Pflanzung der zweiten fünf Dunam Für das dritte Jahr, 1936: Bearbeitung der zehn Dunam Für das vierte Jahr, 1937 Bearbeitung der zehn Dunam Für das fünfte Jahr, 1938: Bearbeitung der zehn Dunam Summe Anleihe an Natjonaifonds auf Rechnung des Bodens £ 153.- £ 177.5 £ 85.— £ 87.5 £ 90.— £ 593.— £ 120.— Summe £ 713.— III. Zahlungen. Sämtliche Zahlungen sind in paL Pfunden zu leisten. Bei Abschluß des Vertrages: Anleihe an den Nationalfonds £ 120.— Auf Rechnung der Pflanzung £ 30.— £ 150.— Im Jahre 1934 10 £ pro Monat £ 120.— Im Jahre 1935 10 £ pro Monat £ 120.— Im Jahre 1936 8 £ pro Monat £ 96.— Im Jahre 1937 8 £ pro Monat £ 96.— Im Jahre 1938 8 £ pro Monat £ 96.— Summe £ 678,— Aus dem Einkommen von der Frucht im Jahre 1938 £ 35.— Gesamtkosten für die zehn Dunam Pflanzung plus Anleihe an Nationalfonds £ 713.— }V. Ausgaben für Haus- und Hof Wirtschaft. Die AnlschUeßnng des Hailaer Hafengeländes Aus Haifa wird uns von unserem M.•Berichterstatter geschrieben: Die Hafenverwaltung von Haifa veranstaltete am 23. Aug. eine Besprechung der Interessenten für Pachfgelände im Haifaer Hafengebiet. Im Verlauf dieser Besprechung wurde mitgeteilt, daß das gesamte Gelände, das für diesen Zweck in Frage kommt, einen Umfang von 100 000 cpn hat. Es ist in einzelne Parzellen eingeteilt, die zum größten Teil einen Um* fang von je 250 qm haben, mit Ausnahme der Parzellen, die direkt ans Meer grenzen. Diese haben einen Umfang von je 2500 qm. Der Pachtzins für die 2S0-qm-Parze!Ien liegt zwischen £ 100 und '200 pro Jahr. Die Pachtverträge laufen auf 75 Jahre und enthalten eine Klausel, nach welcher die Höhe der Pachtsunirne für jede einzelne Parzelle nach je 25 Jahren neu festgesetzt wird. Die Pächter sind dazu verpflichtet, innerhalb von sechs Monaten mit dem Bau der von ihnen geplanten Anlagen zu beginnen und diese innerhalb von drei Jahren zu vollenden. Nach Ablaul der Pachtfrist von 75 Jahren gehen alle Baulichkeiten auf dem Gelände in den Besitz der Regierung über. Diese behält sich das Recht vor, die Baupläne zu genehmigen und außerdem den baulichen Zustand der errichteten Gebäude jederzeit zu prüfen. Als ,Garantie für die Erfüllung der Bauvernflichtung und für die ,gute Instandhaltung der errichteten Gebäude muß eine Bank- Bürgschaft von 10 ׳>/# des mutmaßlichen Bauwertes beigebracht werden. Die Bedingungen sind nicht sehr günstig•. Bei genauer Berechnung zeigt es sich, daß der Pachtzins auf einer Ein- Schätzung des Bodenpreises von £ 16 pro qm im Durchschnitt basiert. In Interessentenkreisen hat man bis zu der erwähnten Besprechung angenommen, daß die Hafen Verwaltung eine Kalkuiationsbasis von £ 8 pro qm für ihre Berechnungen annehnien werde, jedenfalls hat sie früher Derartiges durchblicken lassen. Emc Reihe von Interessenten, die bereits Anträge auf Ueberlassung von Pachtgelände gestellt haben, hat sich auf Grund der oben angegebenen Bedingungen jeden■ falls nicht dazu bereit gefunden, die Pachtverträge, die man ihnen vorgelegt hat, zu unterschreiben. In Wirtschaftskreisen ist man der Auffassung, daß die Hafenverwaitung ihre Bedingurigen wird revidieren müssen, wenn sie zu einer baldigen wirtschaftlichen Aufschließung des Hafengeländes kommen will. Die Löschung der Dampfer in Jaffa war bisher sehr teuer; der Transport einer Tonne Ladung von Hamburg bis Tel-Awiw kostet z. B. 0,6 Pfund, während die Lösclumgsgebühren 0,55 Pfund betragen. Es ist nunmehr eine Gesell- Schaft gegründet worden, ati der jüdische und arabische Kaufleute beteiligt sind, mit dem Ziele, die Unkosten der Löschung herabzusetzen. Dadurch wird eine Verbilligung um 30 % erzielt werden» Gebäude. Ein Wohnhaus (ca. 60 qm Baufläche) und Wirtschaftsgebäude £ 160.— Lebendes Inventar £ 40.— Vorbereitung des restlichen Bodens und Wasser-Installation £ 40,— Anteil am Brunnen (für die unbepflanzten zehn Dunam) £ 40.— Arbeitsgeräte, Umzäunung, Parzellierung £ 20.— Zusammen £ 300.— Weitere Auskünfte durch die Landwirtsc Haft liehe Abteilung des Palästina-Amtes, Berlin W 15, M ei n ek e st r. 10. (Rückporto beilegen.) Kühlanlagen für Palästina Aus Haifa schreibt unser M.-Berichterstatter: Die Electric Refrigeration & Appliance Co. Ltd. hat die Absicht, in Palästina die Fabrikation von Kühlanlagen aufzunehmen. Es handelt sich um Anlagen, die nach dem System der Kelvinator Corporation gebaut werden. Der Verkauf von fertigen und zunächst importierten Kelvinator-Anlagen bat bereits begonnen und ist in Tel-Awiw zentralisiert. Die Firma hat daneben die Absicht, einen Beratungsdienst für alle Fragen der Lebensmittelkühlung einzurichten, der im ganzen Lande tätig sein soii. Es ist sicher, daß auf diese Weise die Lebensmittelversorgung in Palästina auf eine noch wesentlich höhere Stufe gebracht werden kann. Sie war schon bisher recht gut. Einige Eisfabriken sorgten dafür, daß im Haushalt ausreieilende Kühlungsmöglichkeiten vorhanden waren. Freilich ist das Eis nicht billig. Es fehlte aber vor allem an größeren zentralen Kühlanlagen, insbesondere auch für die Schlachthäuser. Das hatte zur‘Folge, daß das an sich hochwertige Fleisch beispielsweise nicht genügend ״abhängen“ konnte und in* tolgedessen immer zu frisch genossen werden mußte. Auch die Fabrikation von Fleischwaren war aus diesem Grunde bisher nur verhältnismäßig schwach entwickelt. Wenn das neue Unternehmen dazu imstande ist, diese Mängel zu beseitigen, so kann das in der angedarteten Weise für die Entstehung neuer industrieller Anlagen von Bedeutung werden. Versuche, die vom botanischen Institut der Jerusalemer Universität ausgeführt werden, haben Möglichkeiten zur Wiederaufforstung Palästinas ergehen, die von praktischer Bedeutung sind. Es hat sich gezeigt» daß durch Schutz der wildwachsenden, heute aber durch Ziegenfraß und menschliche Eingriffe degenerierten Bäume, wie der palästinensischen Eiche, deren Wachstum von selbst wieder zu hohem und wohlausgebildctem Baumwuchs führen würde. Ein solcher ״Naturschutz“ verlangt nicht die Kosten einer systematischen Neuaufforstung und würde statt der heutigen für das Land charakteristischen Maquis eine natürliche Res generierung der ursprünglichen ,Waldbestände zur Holge haben. im Metallhäuser für Palästina Zu unserer Veröffentlichung in Nr. 65 vom 15. August 1933 erhalten wir folgende Zuschrift: ״Die Ausführungen von Herrn Ing. Locker kann ich auf Grund meiner eigenen Erfahrungen in Kleinasien im wesentlichen bestätigen. Gegen den Ausdruck ,Ganz m e f a 11‘ jedoch muß ich Einspruch einlegen, da er zu irrtümlicher Auffassung Anlaß gibt. Nur zum Teil kann bei diesen Häusern Metall verwendet werden, den Hauptbestandteil bildet die Isolierung. Metallhäuser sind für Gegenden mit starken klimatischen Schwankungen außerordentlich geeignet, wenn sie eine gute Isolierfähigkeit besitzen. Die schnelle Abkühlungsmöglichkeit besonders der Innenliaut ist notwendig, damit der Bewohner bei nachlassender Hitze schnell in den Genuß der Abkühlung gelangen kann, was bei Backsteinbauten nicht der Fall ist. Von allergrößter Wichtigkeit ist die Isolierung der durch die Sonne bestrahlten Außenwände. An dieser Aufgabe haben Wissenschaft und Technik jahrzehntelang gearbeitet. Die zu Isolierzwecken benutzte Torfplatte erreicht bei einer Stärke von nur 3 cm die gleiche Isolierung wie eine fast 50 cm starke im Verband hergestellte Backsteinmauer. Die Einfügung von Luftschichten in eine solche Mauer erhönt die Isolierfähigkeit ganz erheblich, wenn diese Luftschichten durch Zellen geteilt werden. Ruhende Luft ist die beste Isolierung. Diese Erfahrung ist auch industriell bei bekannten Metalltypen zur Anwendung gekommen. Um nun die Ueberleitung der an der Außenwandseitc herrschenden Hitze auf die Innenwandscite zu verhindern, empfiehlt es sich, für diese Zellenteilung kein Metall, sondern Holz zu verwenden, das ein schlechter Wärmeleiter ist. Zu beachten ist ferner, daß die in Metall hergestellte Haut der Außen- und Innenwandseiten nicht in glattem gestreckten Material hergcstellt wird, sondern Rillen eikült, die als Dehmmgsrillen dem Material die Möglichkeit geben, die durch die Temperaturunterschiede erzeugten Spannungen auszugleiclien. Holz ist für die Zwecke der Zelleneinteilung mindestens so dauerhaft wie Eisen und, wenn imprägniert, fiir den Hausbau sogar noch vorzuziehen, da beim Eisen die Rostgefahr gerade an den Verbindungsstellen der einzelnen Konstruktionsteile ständig besteht. Zusammenfassend darf ich den Ausführungen des Ing. Locker darin beitreten, daß die zerlegbaren Metallltäuser für die Tropen und besonders Palästina nicht nur ein der Steinbauweise gleichwertiges, sondern wegen der Vorzüge in klimatischer Hinsicht sogar vorzuziehendes Objekt darstellen.“ Architekt Curt Leschnitzer, Berlin. Alfred Bonn£< Palästina, Land und Wirtschaft. 2. Auliage. Deutsche Wissenschaftliche Buchhandlung, Leipzig 1933. Preis 4 RM. Das mächtige Anwachsen des Interesses für Palästina zeigt sich auch darin, daß nach knapp einem Jahr eine 2. Auflage dieses umfangreichen Standard-Werkes erscheinen muß. Die erste Auflage des Buches ist an dieser Stelle (Nr. 39/40 vom 20. Mai 1932) ausführlich gewürdigt worden. Heute braucht daher nur, vor allem für die vielen, die sich jetzt neu für das Palästinawerk zu interessieren beginnen, der wesentliche Inhalt des Werkes dargestellt zu werden. Der Verfasser beginnt mit der Schilderung der natürlichen und staatlichen Bedingungen des Landes: Landesnatur, Klima, Bevölkerung und Bevölkerungsbewegung, öffentliche Finanzen und Verwaltungen. Der nächste Teil befaßt sich mit der Land- Wirtschaft und den anderen Zweigen der Urproduktion. Trotzdem naturgemäß in diesem Abschnitt das jüdische landwirtschaftliche Siedlungswerk besonders eingehend behandelt wird, werden ebenso gründlich auch die Probleme der übrigen Wirtschaftskreise (Fellachenwirtschaft, Templersiedlung usw.) untersucht. Dasselbe gilt von den mit außerordentlich viel statistischem Material versehenen Abschnitten über Industrie, Handwerk, Handel, Bankwesen, Verkehrswesen und Touristik. In einem letzten Abschnitt schildert der Verfasser, von der berufliehen Gliederung der Bevölkerung ausgehend, den Aufbau und die Bedeutung der Wirtschaftsverbände und -Organisationen, wobei er ein besonderes Kapitel der jüdischen Arbeiterbewegung widmet. Die Neuauflage erscheint als stark verbilligte Ausgabe (statt 14 RM. jetzt 4 RM.). Sie unterscheidet sich von der ersten Auf* läge dadurch, daß das Werk jetzt broschiert ist und daß der kostspielige große Anhang ״Abbildungen“ fortgefall eit ist. Sonst ist das Buch ungekürzt. Der Verfasser hat sich nicht damit begnügt, nur einen Neudruck zu veranstalten, sondern hat das Werk inhaltlich auf den allerneuesten Stand bringen lassen. Fast alle Daten und statistischen Angaben berücksichtigen bereits die Zeit bis Ende 1932, zum Teil sogar schon die Verhältnisse Anfang 1933. Es ist besonders interessant und zeigt den ungeheuren wirtschaftlichen Aufschwung Palästinas in dem kurzen Zeitraum, der zwischen diesen beiden Auflagen liegt, wenn man die damals angegebenen Ziffern mit den in der neuen Auflage enthaltenen vergleicht. So beträgt z. B. die Zahl der Einwanderer in dem Jahr, das die erste Auflage noch berücksichtigt (1930), etwa 5000; die neue Auflage zeigt schon die Einwandererzahl im Jahre 1932: fast 10 000. Im Jahre 1939 übersteigen die Ausgaben der öffentlichen Verwaltung die Einnahmen um etwa £P. 150 (WO. Im Jahre 1932 ergibt sich dagegen ein Ueberschuß von über £P. 500 000. — Charakteristisch ist auch, was der Verfasser jetzt über die Aussichten der Industriellen Entwicklung sagt. Während er in der ersten Auflage noch vorsichtig meinte, daß ״kein Anlaß bestehe, diese skeptisch zu beurteilen“ (S. 185), sagt er jetzt viel positiver, daß ״man sie nur zuversichtlich beurteilen könne“ (5. 187). Abgesehen davon, daß das Buch auf den neuesten Stand gebracht worden ist, enthält es noch andere Verbesserungen: Die Einteilung der statistischen Tabellen ist zum Teil ergänzt worden. So ist jetzt bei der Angabe der Einwohnerzahl der Städte der Anteil der Juden an der Bevölkerung angeführt, städtische und ländliche Bevölkerung sind nach ihren Anteilen an der Gesamtbevölkerung dargestellt. — Dem Anhang ist ein Abdruck des Palästinamandates beigefügt. Sehr begriißenswert ist auch die Aufstellung der wichtigsten Einwanderungsbestimmungen und ein Auszug aus den Zolibestimmungen. Schließlich hat der Verfasser auf einem besonderen Blatt verschiedene Reisevorschläge für den Besuch von Palästina zusammengestellt. Niemand, der sich über die wirtschaftliche und soziale Situation in Palästina informieren will, kann dieses Werk, die bisher einzige zusammenfassende Darstellung dieser Art in deutscher Sprache, entbehren. Man muß dem Verlag dafür dankbar sein, daß jedem die Anschaffung dieser sehr erheblich verbilligten Ausgabe möglich gemacht wird. Dr, Hans Prinz. Jfldi!euen F über dien Sti prechst ichabba Tel. T JUdi neldung prachk siui berl rebfiude Kult irecher Culturbi Zutritt Theater nöglich on Ga Möglich önliche jungen narck * nindes ga chen ock, )ringen Fre b e nd <leiststr derrnst irache <lavier /intritt, fidisclie /immer 3uchha1 logen Bayeris G01 in er Z ahre g jottesd ür De Z. V. Z. V. Räumen Preise heaters ß. B Syr Svnago ittag, )traße haber eteilt, cieenw nteress chriftli traße Da Berlin :ahre t äurrr: Zosentl Co!and r enste olonie traße izer 5 n Löf ließen Die :ehen } len Be in Zeil orbeh ammb t am ora 15 Mitl eister unstsei nverzii hild, katsan es A n Fahr leineis int gt ändeu Heb n. Gr n f ä cii m derzei onatF der ei der -184 tonnCTs Wb üd. 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