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Jüdische Rundschau · 1933-09-08 · Heft 72 (8.9.1933) · p. Seite 499

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 72 (8.9.1933)
Date
1933-09-08
Page
Seite 499 (sequence 5)
Language
German
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jüdische Rundschau Seite 497 / Nr. 72, 8, IX. 1933 Beschlüsse des Zionisten ־Kongresses Das Budget der Jeviih Agency für 5694 Der Zionistenkongreß und das Administrative Committee der Jewish Agency haben für das Jahr 5694 folgendes Budget beschlossen: Einnahmen: Keren Hajessod 170 000 £P, Samm• Jungen in Palästina 5000 £P, zusammen 175 000 £P. Ausgaben: I. Verpflichtungen des Keren Hajessod: l.Amzic 16 727 £P, 2. Zion. Federation in Engl., Davis Legat 2275 £P, 3. Anglo-Pal, Bank, Tachkemoni Schule 450 £P, 4. Zinsen an J.C. T., Phoenix usw. 2904 £P, 5. Diverse Banken 13 000 £P, zusammen 35 446 £P. II. Verwaltung des Keren Hajessod: 17000 £P. III. Verwaltung London: 4500 £P, zusammen 21 500 £P. IV. Palästina-Budget: 1. Landwirtschaftliche Kolonisation 19 500 £P, 2. Versuchsstation 6500 CP, 3. Einwanderung und Arbeit 8500 £P, 4. Erziehung 20000 £P, 5. Technikum 750 £P, 6. Subvention für religiöse Zwecke 500 CP, 7. Politischer Fond 4500 £P, 8. Mandel und Gewerbe und ökonomische Arbeiten 2400 £P, 9. Verwaltung in Palästina 8250 £P, 10. Pensionen, Verschiedenes 1000 £P, 11. Zinsen 6000 CP, zusammen 77 900 £P, Zahlungen ä conto Schulden des Keren Hajessod 40 154 £P. Gesamtsumme 175 0CK> £P. Nach Abzug der vorgesehenen Zahlungen von 40 154 £P verbleiben der jewish Agency zur Abtragung in den nächsten Jahren noch Verpflichtungen in der Höhe von 115 846 £P. Landwirtschaftliche Kolonisation In dem Bericht der landwirtschaftlichen Kommission wird mit Genugtuung der erfolgte Fortschritt erwähnt in bezug auf die Konsolidierung der landwirtschaftlichen Si'edlung dank der Anstrengung der Siedler und der Keren Hajessod-Mittel, die in besonderer Weise aufgebracht und in dem Ausbau der Wirtschaften gemäß dem Konsolidierungsplan investiert wurden. Der Kongreß drückt seinen Dank den Föderationen der Zionistischen Organisation in der Tschechoslowakei und in Südafrika für ihre besondere Hilfe bei dieser Aktion aus, und beauftragt die Exekutive der Jewish Agency, auch in Zukunft besondere Anstrengungen bei der Aufbringung der Summen zu machen, die noch zur vollen Konsolidierung der Wirtschaften notwendig sind. Der Kongreß konstatiert, daß die Anstrengungen, die durch die eisten Pioniere auf dem Boden von Wadi Chawarith durch Mitglieder des Irgun Witkin und anderer Arbeitergruppen bei der Erhaltung des Gebietes, der Austrocknung seiner Sümpfe und den ersten eigenen Schritten zur wirtschaftlichen Erschließung des Gebietes gemacht wurden, den Weg bahnen auch für die Ansiedlung von Mittelstandselementen auf Keren Kajemeth-Boden in Wadi Chawarith. Der Kongreß nimmt zur Kenntnis, daß sich auf dem Boden von Wadi Chawarith ansiedeln werden: 400 Familien vom Mittelstand auf einer Fläche von 7900 Dunam; 327 Familienmitglieder der Arbeiterorganisation auf einer Fläche von 5860 Dunam; 235 Arbeiterfamilien, die der Arbeiterorganisation nicht angeschlossen sind, auf einer Fläche von 4300 Dunam (von diesen Arbeiterfamilien ge- I hören 70 zum Hapoel Hamisrachi, 100 sind demobilisierte Legionäre, 50 Jemeniten und 15 Beamtenfamilien). Der Kongreß drückt seine Zufriedenheit mit dieser Einteilung aus, die unter voller Berücksichtigung der Bedürfnisse der vcrschiedenen Kreise der zionistischen Bewegung erfolgt ist. Der Kongreß bestätigt den Plan zur Ansicdlung der ersten 1000 Familien der deutschen Juden auf Boden der American Zion Commonwealth sowohl in Arbeiter- Siedlungen, die bereits durch den Keren Hajessod geschaffen wurden, als auch durch Schaffung von neuen Siedlungen auf Boden der American Zion Commonwealth. Der Kongreß fordert die Exekutive auf, sofort an die Organisierung der geeigneten Ansiedler zu schreiten. Gleichzeitig fordert der Kongreß die Exekutive auf, darüber zu wachen und zu sichern, daß bestimmte Beträge aus den Sonderfonds, die für die deutschen Juden gesammelt werden, für die landwirtschaftliche Ansiedlung von deutschen unbemittelten Ansiedlern verwendet werden. In einer Resolution wird das Aktions-Comite beauftragt, in seiner ersten Sitzung eine Kommission einzusetzen, die einen Konsolidierungsplan auszuarbeifen hat. Zwecks Vcreinheitlichung des landwirtschaftlichen . Siedl ungs- Wesens spricht sich der Kongreß für die Gründung einer besonderen Gesellschaft für landwirtschaftliche Siedlungskredite aus. Diese Gesellschaft soll unter Kontrolle der Jewish Agency alle diejenigen Gelder verwalten, welche von der Jewish Agency und dem Keren Hajessod für landwirtschaftliche Sicdiungskredite bestimmt werden. Angesichts der Notwendigkeit, heißt es in der Resolution weiter, die mit öffentlichen Mitteln und Hilfsfonds finanzierte Einwanderung und produktive Verwurzclung von Juden aus Deutschland planmäßig und einheitlich zu gestalten, fordert der Kongreß alle zionistischen Organisationen, Gruppen und Vertreter, die sich an der Aufbringung oder Verwalfung solcher Fonds beteiligen, auf, energisch dafür einzutreten, daß die zur Verwendung in Palästina bestimmten Mittel der Exekutive der Jewish Agency zur Verfügung gestellt werden, die für die einheitliche Leitung des konstruktiven Werkes für die Juden aus Deutschland in Palästina verantwortlich sein wird. Städtische Kolonisation, Industrie und Handwerk Auf Grund des von Dr. Rottenstreich erstatteten Berichts der Kommission für städtische Kolonisation, Industrie lind Handwerk wurde eine Reihe von Beschlüssen gefaßt, in denen Richtlinien für die zionistische Wirtschaftspolitik gegeben, an die Regierung Forderungen betreffend die Erleichterung des Ausbaus von Industrie und Handel gestellt, Maßnahmen zur Förderung städtischer Arbeitersiedlungen, der Heim- und Kleinindustrie, der Einkaufs- und Produktionskooperativen und der Mittelstandssiedlung vorgeschlagen werden und den Versuchen einer Bodenspekulation in Palästina schärfster Kampf angesagt wird. Im Bericht der Kommission wird mit Genugtuung die günstige wirtschaftliche Entwicklung Palästinasin den letzten zwei Jahren festgestellt. Zahlreiche neue industrielle Unternehmungen sind hier erstanden, während die bestehenden sich ständig ausgebaut haben. Es wurde nicht nur die Arbeitslosigkeit vollständig liquidiert und allen neuen Einwanderern Arbeit und Existenz verschafft, sondem auch darüber hinaus besteht eine ständig wachsende Nachfrage nach neuen Arbeitskräften. Das Wachstum und die Konsolidierung der jüdischen Positionen in Palästina sowie die Verbesserung der objektiven wirtschaftlichen Bedingungen — Haifacr Hafen, Jordan-Elektrizitätswerk, Pipe-Line usw. — eröffnen neue Perspektiven für den weiteren wirtschaftlichen Aufstieg Palästinas. Als störend in diesem gesunden Aufbaurozesse wird die Drosselung der jüdischen Einwanderung, die oll- und Handelspolitik der Regierung, sowie eine gewissenlose Bodenspekulation, welche in kürzester Zeit die Bodenpreisc stark in die Höhe getrieben hat, empfunden. Der Kongreß beschließt, daß bei der Exekutive ein Wirtschaftsrat geschaffen werden soll, der aus geeigneten Persönlichkeiten des Wirtschaftslebens und Vertretern der Siedlungsorganisationen zusammengesetzt sein wird. Dieser Wirtschaftsrat soll einen Arbeitsplan für die kommenden 5 Jahre ausarbeiten, die Organisation des Absatzes von palästinensisehen Produkten und Fabrikaten in der jüdischen Welt fördern, palästinensische Handelskammern in den verschiedenen Ländern gründen und eine zentrale Treuhandstelle für Bodenkauf | schaffen. Der Kongreß erwartet von der Regierung, daß sie die aufblühende Industrie palästinas in stärkerem Maße als bisher fördert. Dazu hält er folgende Schritte für erforderlich: a) Aenderung des Zollsystems und Verfahrens zugunsten der einheimischen Industrie“, Einführung von ״Erziehungs“- Schutzzöllen, Schutz der einheimischen Industrie gegen Dumping in jeder Form; b) Förderung des Exportes zum Ausgleich der passiven Handelsbilanz Palästinas; c) Deckung des Bedarfs der Regierung vorwiegend durch einheimische Produkte; d) Ab- Schluß, Verlängerung und Erweiterung der Handelsverträge mit den Nachbarländern; e) Schaffung und Ausbau der Wirtschaftliehen Beziehungen Palästinas zu anderen Ländern; f) Intensivierung des Verkehrs mit den Ländern des mittleren Ostens, Fierabsetzung der Gebühren für Post und Transport durch entsprechende Abkommen; g) Beseitigung der Benachteiligung Palästinas als ״open door“ gegenüber der Politik der Einfuhr- Beschränkungen und Kompensationen in den anderem Ländern; h) Völlige Zollbefreiung aller Maschinen und Maschinenteile für Landwirtschaft und Industrie; ä) Rückerstattung der Zollgcbühren für exportierte Waren, die aus zollpflichtigen Rohstoffen hergestellt wurden; j) Errichtung einer besonderen Abteilung für Mandel und Industrie; k) Erleichterung der Einwanderung von Industriellen und Facharbeitern durch: 1. Abschaffen des Flöchstaiiers für Facharbeiter, 2. direkte Erteilung der Einreise- Visa durch die britischen Konsuln an Industrielle, die mindestens 500 Pfund in bar, Maschinen oder Waren besitzen; 3. sofortige Erteilung der ständigen Aufenthaltserlaubnis an Personen, die als Touristen ins Land gekommen waren und dort industrielle Unternehmungen begründet oder sich an solchen beteiligt oder In ihnen ständige Arbeit als Facharbeiter getunden haben; 4. Reduzierung des Minimalkapitales für Handvverker von 250 auf 15t) Pfund. Der Kongreß stellt mit Genugtuung fest, daß in den letzten zwei Jahren imier Leitung des Zentralamtes für städtische Arbeitersiedlungen der jüdisehen Arbeiterorganisation über 2000 Siedlungsplätze erworben und über 1000 Häuser in großen geschlossenen Siedlungen erbaut wurden. Er hofft־, daß der Nationalfonds demnächst Boden zur Errichtung einer Großsiedlung für die Arbeiter- Schaft von Tel-Awiw erwerben wird, und erwartet, daß die Regierung geeignete Bodenflächen bei den Städten zur Errichtung städtischer Arbeitersiedlungen zur Verfügung stellen wird. Zwecks Bekämpfung schädlicher Bodenspek u 1 a t i 0 n empfiehlt der Kongreß dem A.-C., die Stadt- Verwaltung von Tel-Awiw zum Erlaß einer Bauordnung zu bewegen, welche die Möglichkeit einer spekulativen Ausnüfzung des Badens beschränkt, alle Bank- und Kreditinstitute Palästinas aufzufordern, Bodenkäufe nur dann zu finanzieren, wenn sie nicht spekulativen Zwecken dienen, und endlich die Namen von besonders schädlichen und berufsmäßigen Spekulanten zu veröffentlichen und sie der allgemeinen Verachtung preiszugeben. Nationalfonds - Siedlung auf den Namen Arlosoroffs In Ergänzung zu den den Keren Kajemeth Lejisrael betreffenden Beschlüssen wurde vom Kongreß noch folgende Resolution einstimmig angenommen: Der Kongreß proklamiert eine größere Aktion zwecks Errichtung einer Siedlung auf den Namen Chajim Arlosoroff. Von den durch diese Aktion aufzubringenden Geldern soll ein Drittel für den Bodenerwerb durch den KKL bestimmt sein. Die Arbeitiverhilinliie in Palästina Der Kongreß nahm eine Resolution betreffend die Regelung des Arbeitsverhältnisses in Palästina am In der Resolulion heißt es u. a.: Der Kongreß anerkennt, daß die Basis für die Fest- Setzung geregelter Arbeitsbedingungen zwecks Hintanhaliung eines ungeregelten Zustandes in den Arbeits- Verhältnissen die Existenz einer einheitlichen Organisation der Arbeitnehmer ist. Er sieht in der allgemeiner! Arbeiterorganisation in Erez Israel ein wertvolles Instrument für den Jischuw und den Zionismus, eine Organisation, die sich auf die Gleichberechtigung aller ihrer Genossen ohne Unterschied religiöser und politischer Anschauungen gründet und in der es Gedanken- und Meinungsfreiheit für jede religiöse und politische Strömung gibt. Die Voraussetzungen für den Bestand der jüdischen Arbeit und der jüdischen Wirtschaft im Lande sind: Eroberuug der Arbeit, Ueberführung der Jugend zu einem Leben der Arbeit in Palästina und Venvurzelang in ihr, Sicherstellung des entsprechenden Teiles jüdischer Arbeiter bei den Arbeiten der Regierung, der Stadtgemeinden una der Unternehmungen des internationalen Kapitals, Sicherstellung angemessener Existenzbedingungen für den Arbeiter und seine Familie, Verteidigung der Menschenrechte, der bürgerlichen und nationalen Rechte im Lande, Aneignung der hebräischen Sprache durch den Arbeiter una den Einwanderer, Heilung der Galuthschädcn und Um- Wandlung der aus der Galuth gekommenen Einwanderergruppen zu einer nationalen, arbeitenden Einheit. Der XVIII. Zionistenkongreß tadelt entschieden alle Aktionen von btreikb ruch unter den Arbeitern und proklamiert, daß die Organisationen, die derartige Aktionen als Ziel an sich festsetzen, das zionistische Werk gefährden und zu Fall bringen und daß ihre Tätigkeit mit den moralisehen Forderungen und der nationalen Disziplin der zionistisehen Bewegung nicht im Einklang steht. Der Kongreß spricht seine volle Anerkennung für die Bemühungen aus, die in Verlaufe einer langen Kolonisationsperiode durch die Arbeitsämter der Arbeiter für Ver״ wurzel ung einer arbeitenden Alijah, für die immer weitere Durchdringung des Prinzips der jüdischen Arbeit und die Arbeitsbeschaffung an alle Arbeitsuchenden gemacht wurden, ebenso für die Bemühungen auf Errichtung ״Jedem hat so viel Himmel ilitrr seinem Haupte, als er Boden unter seinen Füfien hat." Kundgebung zum neuen Arbelisjahre, Groß. Saal Kliem, Hasenheide 13*15, iOl/2 Uhr Mittwoch, 13. September Boden in Palästina tur jüdische Jugend I Redner: Rabbiner Dr. Joachim Prinz BERLINER ZiO NISTISCHE VEREI NIQUNQ B 07 t ri< s g r u p p 0 n Neukölln und Süd gc:. .:.. einer Arbeitsämter, die in der letzten Periode gemacht wurden. ln der (Errichtung gemeinsamer und einvernehmlicher Arbeitsämter durch die Arbeitnehmer und die Arbeitgebe!■ auf Grund von Arbeitsverträgen• sieht der Kongreß einen erwünschten Weg für die Lösung der Frage der Beschaffung und gerechten Verteilung der Arbeit unter alle Arbeitsuchende und überträgt es der Exekutive, zusammen mit beiden Teilen die Möglichkeit der Errichtung einer gemeinsamen obersten Arbeitsinstanz zu prüfen. Keren Hafesscd - Resolution In der Resolution betreffend den Keren Hajessod fordert der Kongreß in der Erkenntnis, daß die Entwicklung Palästinas und die Lage des jüdischen Volkes im allgemeinen eine außerordentliche Verstärkung der Arbeits- und Leistungsmöglichkeiten des Keren Hajessod verlangen, und in der Erkenntnis der Notwendigkeit, einem möglichst großen Teil des deutschen J 11 d e n tums in Palästina zu einem neuen produktiven Leben in Freiheit und Ehre zu verhelfen, die Zionistische Organisation und die gesamte jüdische Welt auf, alle Anstrengungen in der Arbeit für die nationalen Fonds zu vereinigen. Der Beschluß, daß jeder Zionist zur Keren Hajessod- Zahlung verpflichtet ist, wird erneuert und bekräftigt. Die Verfassung der Jewish Agency In dem Kongreß-Beschluß betreffend die künftige Zusammensef/ung der Jewish Agency wird verlangt, daß die nichtzionistischen Partner offiziell davon in Kenntnis gesetzt werden, daß die Zionistische Organisation das Fi f t v - F i ft y- A b - kommen beim nächsten Termin nicht erneuern wir d, wenn die N’icht/ionistcn sich nicht 711 einer freiwilligen Verminderutig ihrer Vertretung in der Agcncv bereit erklären sollten. Die Resolution ermächtigt die neue Exekutive, Verhandlungen mit den Nichtzionisten auf Grund dieser Richtlinien anf/unchmen. ln den von der Organisations-Kommission zu dieser Frage gestellten und vom Kongreß angenommenen Anträgen heißt es: Der Kongreß nimmt zur Kenntnis, daß der nichtzionistische Teil der Jewish Agcncv unter Vorbehalt seines Rechtes auf gleiche Vertretung in der Exekutive sic!» damit einve rstanden erklärt, für die nächste Verwaitungsperiode drei nichtzionistische Mitglieder in die Exekutive zu entsenden. Dadurch wira die Verfassung der Jewish Agency nicht berührt. Der Kongreß erklärt sich damit einverstanden, daß der Council die Vollmacht für die nächste Verwaltungsperiode zur Wahl der Exekutive der Jewish Agcncv auf das Administrative Committee ülerträgt. Der Bericht der ständigen Kommission für Organisation und Propaganda über die bisherigen Vorschläge zum Umbau der Jewish Agcncv wird zur Kenntnis genommen und die Exekutive wird beauftragt, ein Proiekt einer Reorganisierung der Agcncv der nächsten Sitzung des Aktions-Conutes vorzulegen. Das Aktions-Comite wird ermächtigt, alle Schritte zu einer Revision der Verfassung der Jewish Agency zu unternehmen, und es wird ihm die Vollmacht erteilt, nötigenfalls im Namen der Zionistischen Organisation alle Rechte aus dem Artikel 12 und 13 der Verfassung auszuüben. Hierzu wurde ein Minoritätsantrag angenommen, demzufolge die Verhandlungen mit den Nichtzionisten binnen eines Jahres abgeschlossen sein müssen- Profesf gegen ZionUtenverfolgung fn Sowjet •Rußland Angesichts der ununterbrochenen und wachsenden Verfolgungen gegen die Träger des Zionismus in Sowjet-Rußland wiederholt der 18. Zionistenkongreß seinen energischen Prote st gegen diese, unter unwahren Vorwänden veranstalteten Verfolgungen seitens der S o w j e t - R e g i e ru n g. Der Kongreß stellt mit Erbitterung fest, daß in letzter Zeit auch die Verfolgungen zionistischer Verbannter, deren Verbannungs- und Flaftzeit bereits beendet ist, erheblich zugenommeu haben. Der Kongreß beauftragt die Exekutive, alle möglichen Schritte zu unternehmen, um die Auswanderung aller wegen ihrer zionistischen Gesinnung Verfolgten aus Sowjet-Rußland zu ermöglichen. Der Kongreß sendet der» schwer für das zionistische Ideal kämpfenden und leidenden Zionisten in der Sowjet-Union seine brüderlichen Grüße der Ermutigung. Uelierführunj* der Gebeine Theodor Herzis Der Kongreß stellt fest, daß Theodor Herzis letzter Wille, seine Gebeine nacii Palästina zu überführen, noch immer unausgeführt ist. Die Exekutive wird beauftragt, unverzüglich Schritte zu unternehmen, damit die Ueberführung im Frühjahr 1034, jedenfalls aber vor dem 30. Jahrzeitstag (20, Tammus 5694), erfolgt. Der Kongreß wählt eine besondere Kommission, die bei der Durchführung dieser Aufgabe rnit/uvvirken hat, bestehend aus den Herren Adolf Böhm, J. de Haas, Johann Kremenezky, Leo Motzkin, Michael Ringel und M. M. Ussischkin. UmVersitäts- und Nafionalbibliothek Jerusalem. Die Universitäts- und Nationalbibliothek Jerusalem beabsichtigt, in regelmäßigen Abständen an dieser Stelle Wunschlisten zu veröffentlichen, in der Hoffnung•, daß die Freunde der Universitätsbibliothek sich auch weiterhin bemühen werden, die gewünschten Bücher zu beschaffen oder durch eine Spende deren Anschaffung zu ermöglichen. Direkte Mitteilungen erbeten an Dr. Walter Fi sc hei, Hebrew University, Jerusalem, 1. Zt. Frankfurt a. ,VL. Jahnstr. 17. 1. Liste: Handbuch der Philosophie, hrsg. von A. Baeumler und M. Schröter, München 1926; Handbuch der Erziehungswissenschaft, hrsg. von Eggersdorfer; Hasebroek: Staat und Handel im alten Griechenland, 1928; Sol rosen: Antiphonstudien; Bretholz, Berthold: Lateinische Paläographie, Teubner, Leipzig 1926; Eduard Meyer: Reich und Kultur der Chetiter, 1914; Ludwig Klages: Handschrift und Charakter, Barth, Leipzig 1929; Tomotlieus: Die Perser, cd. Wilamowitz, Hinrichs, Leipzig 1903; Gothcin, E.: Ignatius Loyola u. d. Gegenreformation, Halle 1895; R. Paref: Die legendäre Maghari-Literatur, Mohr, Tübingen 1930; Weißbach, F. H.: Beiträge zur Kunde des Iran-Arabischen I—II, Leipzig 1908—28; Beiträge zur historischen Geographie, vornehmlich des Orients, hrsg. von H. Mzik, Leipzig 1929; Festschrift Georg Jacob zum 70. Geburtstag, rlarrassowitz, Leipzig 1932; Ledere: Flistoire de la meetidne arabe, 2 Bde., Paris 1876; Becker, C. H.: Islamstudier!, 2 Bde., Leipzig 1921—1932; Lclcwel: Geographie du moyen-äge, 4 Bde., Breslau 1851—52; Steinschneider, M.: Die arabischen Uebersetzuugen aus dem Griechischen, Leipzig 1889—96; Grohmann, A. und Arnold, Th. W.: Denkmäler islamisclier Buchkunst, Firenze und München 1929: Fritsch, E.: Islam tmd Christentum im Mittelalter, Breslau 1931; Noeldcke, Th.: Geschichte der Perser und Araber zur Zeit der Sassaniden, Leyden 1879; Koppen, W.: Klimate der Erde, W. d. Gruyter, Berlin 1923?; L ':!!:• r, F. M.: Thermodynamik der Atmosphäre, 1925; Koppen, W.: Handbuch der Klimatologie, 1928—29; Hussen: Essais de Synonymie botaniqiie arabe; Paläontologische Zeitschrift; Seidiitz, W. V.: Diskordanz und Orogenese der Gebirge am Mittelmeer, Bornträger, Berlin; Werth, E.: Der fossile Mensch, Bornträger, Berlin; Zeitschrift für Geomorphologie, Berlin; Minerva: Jahrbuch der gelehrten Welt. Neueste Auflage!; Kürschner: Gelehrtc-nkalemler. Letzte Auflage!; Kürschner: Literaturkaleuder. Letzte Auflage!

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