Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1933)
- Date
- 1933-09-05
- Page
- Seite 489 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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1933 Nr. 71, 5. IX. 1933 JÜDISCHE RDND&CHAO Seite 437 , welche tigen zu ו Dienst t Hand- 1ns nun,!rperlich,;hr oder größte ift; denn istungen Arbeit«־ zahl von Fern und ehr nun h in der nde Marllcn über iefehlen“ nen ganz :hiedener irch den fen wird, isfähigen ■11t damit issen um-!zahl von eitet eins, in der g, gelten dem sehr 5 bildeten eden verründeten. ler Tätigner eines, sehen die ing ihrer nicht nur eit eines t eine eutung i e ß li c h wo sie endige I iner blut- I Zweck- I sicherlich 1 dem auch I!errenvolk 1 daß sein I unft. 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Wir wissen aber auch, daß die letztgenannten Gegebenheiten nicht die endgültigen sind, sondern daß das Blut, die Rassen dominante innerhalb einer Nation, das entscheidende Element darstellt... Wenn deshalb für das neue Deutschland das germanische Wesen als. das Entscheidende in den Vordergrund gerückt wird, so ist das die Wiederherstellung aller jener Voraus- Setzungen, aus denen einst die großen deutschen Städte, das ganze alte ehrbedingte deutsche Rechtsleben, die heroische deutsche *Musik und die große Dramatik vom Hildebrandslied bis zum Faust entstanden sind. Dies bedeutet aber, und das Ist das Entscheidende, nicht die Predigt eines Rassenhasses, somdern, ganz im Gegenteil, die Voraussetzung für eine echte Rassenachtung und innere Anerkennung der Werte und der Kulturleistungen auch anderer Nationen, damit die Stär* tung aller Rassen gegen das Chaos und die Abfälle der Weltstädte.... Deutschland hat derartige strenge Einwanderungsgesetze zu seinem Schaden niemals gehabt, und als es 1918 zusammenbrach, da strömten Abenteurer aus aller Welt in die deutschen Großstädte und jene bisher mehr unterirdisch wirkende Rasse aus dem Osten Euro* pas erhielt für ihre Instinkte doppelten Auf* trieb durch die Masseneinwanderung aus Ga* liz i e n. Wenn man heute diesen schon geschichtlich gewordenen Rassenausgleich zwischen Deutschen und Ju* den zu einer konzentrischen Bekämpfung des jungen Deutschlands auszunützen bemüht Ist, so glaube ich, daß aus dem vorher über Blut und Charakter Gesagten sich die eine Tatsache ergibt, daß die Regelung, die jetzt getroffen worden ist, nicht einer persönlichen Böswilligkeit, nicht einmal einem uns angedichteten Haß entsprungen ist, sondern aus einer schicksalhaften Notwendigkeit. Wir glauben, wenn eine andere Nation den Ausbruch judjscher Rassen-Instinkte in einem ähnlichen Maße erlebt hätte, wie Deutschland, sie die Judenfrage nicht mit so großer Zurückhaltung behandeln würde, wie es das Deutschland Adolf Hitlers getan hat. Wir erlebten 1918, also in dem Augenblick, als die letzten seelischen Reserven zur Wiedererstehung Deutschlands gesammelt werden mußten, daß sich nahezu die gesamte Herrschaft des Staates, der Gesellschaft, der Kultur in Händen dieser fremden Rasse befand, welche mit den alten Parteien (der Sozialdemokratie, der Demokratie tind dem Zentrum) gemeinsam die Unterdrückung der deutschen Nation durchführte. Es war möglich, daß ein jüdischer Außenminister, Rathenau, öffentlich niederschreiben konnte, wenn der deutsche Kaiser gesiegt hätte, dann hätte die Weitgeschichte ihren Sinn verloren. Es war möglich, daß eine jüdische Zeitschrift unbeanstandet den Soldaten, den Verteidiger des deutschen Vaterlandes als einen ״professionellen Mörder“ hinstellte, daß eine früher in der ganzen Welt besonders viel gelesene deutsch geschriebene Zeitung das Heldenideal als ״dümmstes aller Ideale“ bezeichnete, es war möglich, daß Stücke in Berlin aufgeführt wurden, bei denen ein deutscher Frontsoldat von Straßenkehrern mit Füßen getreten wurde unter dem Refrain: ״Dreck, weg damit“. Es war möglich, daß Eisenbahnmörder von der Todesstrafe befreit wurden, weil sich die ganze jüdische Presse für diese Attentäter einsetzte: es war möglich, daß elfmal vorbestrafte jüdische Zuchthäusler auf Intervention hoher jüdischer Politiker freigelassen und an die Behörden als geistig wertvolle! Menschen empfohlen wurden. Die ganze Rechtsauffassung des Deutschen, wie sie in den vertuschten Skandalprozessen mit Füßen getreten wurde, drohte zu verfallen und aus der deutschen Nation war nahezu schon eine gesinnungslose Masse geworden, reif für eine rote Diktatur, als die nationalsozialistische Bewegung mit ihrem Appell an die deutsche Charakterwerte Rettung in letzter Stunde brachte. Wirstellen fest, daß, während die Juden in Deutschland 1 ס/י der Einwohnerschaft ausmachten, der Anteil z. B. der jüdischen Rechtsanwälte in Berlin 70 0/0 betrug, daß in den meisten Krankenanstalten Berlins der Prozentsatz der jüdischen Aerzte zwischen 60 und 90 0/0 schwankte, daß die Großbanken sich nahezu alle in jüdischen Händen befanden, die Presse Groß-Berlins und Frankfurts fast ausschließlich jüdisch geleitet war, daß somit das ganze Leben der Nation innen- und außenpolitisch von einer fremden Rasse beherrscht wurde, die dem Deutschtum in fast allen Punkten widersprach und seine Nöte gar nicht verstehen konnte. Wenn in diesen Tagen der Weltkongreß der Zionisten in Prag in seiner Entschließung Deutschland vorwirft, daß wir eine Religionsverfolgung durchführten, so müssen wir diese bewußte Unwahrheit zurückweisen, die in die Welt gesetzt wurde zum Zweck, die anderen Nationen gegen das junge Deutschland aufzupeitschen. In Deutschland ist noch kein Mensch wegen seiner religiösen Ueberzeugung von Nationalsozialisten verfolgt worden, wohl aber wird das Gesetz gegen die Tierquälerei hier von Juden als Religions- Verfolgung verfälscht. Wir wollen die in der Zionisten- Bewegung organisierten Herren auf den Triumph ihres Zentralorgans in Deutschland aufmerksam machen, als der Sieg errungen schien. Die ״Jüdische Rundschau“ in Berlin schrieb 1919 in Nr. 72: ״Die Fragen, die die jüdische Auswanderung betreffen, sollen ausschließlich nach den Interessen des iüdisehen Volkes gelöst werden... Steht das Volk hinter der Lösung, so haben die Juden auch die Macht und den Einfluß, die geforderte Lös ung d u rch z us et z en.“ Dieser eine Anspruch mag für Tausende stehen. Er besagt, daß man sich im jüdischen Lager bewußt gewesen ist, über Deutschlands nationale Interessen nahezu absolut zu herrschen, daß man in seiner Ueberheblichkeit soweit ging, öffentlich in einem amtlichen Zentralorgan des Welt- Judentums mitten in Deutschland, deutsche Nationalinteressen als nicht mehr bestehend hinzustellen. Was in Deutsch, land sich heute vollzieht, Ist also nicht eine Judenverfolgung, sondern die Wiedcrherstellung der elementarsten Gerechtigkeit dem deutschen Volk gegenüber, einer Parität, die sogar weit darüber hinausgeht, was das Judentum zahlenmäßig zu beanspruchen hätte. ln ritterlichster Weise hat die deutsche Regierung jene Juden aus der prozentualen Regelung ausgenommen, die für Deutschland an der Front gekämpft oder einen Sohn oder Vater im Kriege verloren haben. Mehr kann man von einem gepeinigten und unter schwerem außenpolitischen Druck stehenden Volk nicht verlangen, wenn man nicht von ihm die Selbstaufgabe für immer wünscht. Man kann die Wiederherstellung des alten Zustandes nur erstreben, wenn man nicht von ihm selbst die Selbstaufgabe, für immer wünscht. Man kann die Wiederherstellung des alten Zustandes nur erstreben, wenn man fordert, daß das deutsche Volk nicht nach seinem Charakter und nicht nach seinen Lebensnot- Wendigkeiten geführt und regiert werden soll. Wir haben manchem Vertreter des Auslandes, der ־uns bei Ablehnung dieses Selbstmordes Diskriminierung der ganzen jüdischen Nation vorwerfen wollte, zu erklären, daß jene, welche die Diskriminierung der deutschen Nation durch das Versailler Diktat 14 Jahre geduldet oder gefördert haben, kein Recht besitzen, über die angebliche Diskriminierung des Judentums zu klagen, welches sich öffentlich rühmte, keine deutschen Interessen mehr anzuerkennen. Nun ergibt sich auch für alle anderen Nationen die ernste Frage, ob tatsächlich ein wichtiges Lebensinteresse bei ihnen vorliegt, mit dem neuen Deutschland in schwere Konflikte zu geraten, bloß, weil eine jüdische Minderheit es so wünscht, die ohne weiteres die Souveränität aller Staaten für sich in Aktion setzen will. Wir fragen die Vertreter der verschiedenen Völker, ob es in ihrem Lebensinteresse liegt, durch Weltboykott, durch eine politische Isolierung der deutsehen Nation an einem Chaos in Europa mitzuwirken....“ * Wir wollen zu diesen prinzipiellen Ausführungen des Leiters des Außenpolitischen Amtes der NSDAP, im einzelnen nicht Stellung nehmen. Nur zu einem Punkte sei uns eine Bemerkung gestattet. Alfred Rosenberg zitiert einen Artikel der ״Jüdischen Rundschau“ vom Jahre 1919, ,in welchem zur Frage der jüdischen Auswanderung gesagt wird, daß diese ausschließlich nach den Interessen des jüdischen Volkes gelöst werden solle, und daß die luden, falls das Volk hinter der Lösung stehe, die Macht hätten, diese durchzusetzen. Dieses Zitat entstammt einem am 14. Oktober 1919 erschienenen Aufsatz: ״Das nationale Problem der Wanderung“, in welchem sich der Verfasser mit der damals erschienenen Broschüre Nathan Birnbaums: ״Vor dem Wandersturm“ auscinanderscfzt. Birnbaum hatte darin eine Emigrationskonferenz der an der jüdischen Auswanderungsfrage interessierten Organisat i o n e n vorgeschfagen, um die nach Kriegsende akut werdenden Wanaerungsprobleme zu lösen. Demgegenüber wird in dem Artikel in der ״Jüdischen Rundschau“ verlangt, daß ein jüdischer We Itkongreß sich mit der Emigrationsfrage beschäftige, da nur dieser das Vertrauen des Volkes besitze. In diesem Zusammenhang wird dann darauf hingewiesen, daß die jüdische Auswanderung ausschließlich nach den Interessen des jüdischen Volkes gelöst werden solle. Es wird damit gegenüber den Vorschlägen Birnbaums das Interesse der breiten jüdischen Massen in den Vordergrund erückt. Eine aggressive Tendenz anderen Völern gegenüber ist in dem zitierten Satz nicht enthalten, insbesondere nicht gegen das deutsche Volk, zumal die Wanderungsfrage im Jahre 1919 das deutsche Judentum noch kaum betraf. Die von Alfred Rosenberg zitierten Sätze sind daher nur aus der damaligen inuerjüdischen Polemik zu verstehen, für die sie geschrieben waren. Politik und Rosse Auf dem Nürnberger Parteikongreß der NSDAP, hielt nach der Proklamation des Kanzlers Dr. Walter Groß (Berlin), Leiter des Aufklärungsamtes für Bevölkerungspolitik und Rassenfragen, eine Referat über ״Politik und Rasse“. Darin entwickelte er u. a. laut Bericht des ״Ber- Iiner Tageblattes“ vom 2. September, folgende Gedanken: ״Mit dem Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses hat der nationalsozialistische Staat als erster bewußt die Folgerungen aus den Erkenntnissen moderner Wissenschaft gezogen. Die Zustimmung, die diese Tat im Auslande gefunden hat, beweist noch einmal ihre Richtigkeit. Auch die Mischung mit fremdem Blut und damit das Einsickern f r em d r as s i g er Einflüsse ist unserem Volke nicht erspart geblieben; hafte doch eine falsche geistige Haltung mit ihrer Lehre von Menschlichkeit und allgemeiner Gleichheit längst alles Rassegefühl zerstört. Die Folgen solcher Mischung mit fremdem Blute sind ewig die gewesen, daß ein Volk mit sich selbst, mit seiner Vergangenheit und allen Werten seiner Geschichte uneins wurde und damit die Wurzeln seiner Kraft verlor. Die Nation, in der die Menschen zwei widerstrebende Seelen in der Brust tragen, kann niemals inneren Flieden und damit äußere Kraft gewinnen, die zur Durchsetzung im großen Völker* leben erforderlich sind. Aut diesem Gebiete hat unser neues Deutschland mit seinen Gesetzen zur Wiederherstellung des B e r u f s b e a m t en t u ms und der Ausschaltung Fremdrassiger aus einzelnen Berufen einen Schritt getan, der in der umgebenden Welt lebhafte Dis* kussion hervorrief und dort nicht selten befremdete, währena er uns aus der rassischen Einsicht heraus selbstvertändlieh scheint, denn auf diesem Gebiet der Zerstörung völbischer Werte durch rassefremde Träger eines anderen Geistes muß man zwei Etappen unterscheiden, die zur endgültigen Vernichtung des Charakters und damit aber auch der Lebensfähigkeit eines Volkes führen. Solange der Fremdrassige im Lande lebt, wirkt, lehrt und aus dem Rhythmus seines Blutes heraus handelt, ohne sich dabei auch körperlich mit den Menschen dieses Volkes zu mischen, bleibt immer noch die Möglichkeit der schnellen Befreiung vom Fremdgeist übrig. Behält ein solches Volk das Gefühl für den Wert seiner Eigenart, sieht es die unter ihm lebenden Fremdstärmnigen wirklich als fremd an und erkennt es in ihren Werken den fremden Geist, der aus anderem Blute kommt, dann kann solch ein Nebeneinander zur Not ohne Schaden noch hingehen. Eine Gefahr aber bleibt es stets, weil nur allzu oft und leicht die Schranken zwischen den Rassen durch* brochen und aus dem Einsickern des geduldeten fremden Geistes das Einströmen fremden Blutes wird. Ist das Blut der fremden Rasse in den Körper des Volkes und in den Schoß der Familie cingedrungen, dann kreist es darin ewig fort, ge* biert immer neue Geschlechter zerrissener und zwiespältiger Menschen, die mit scliwankendem Charakter zwischen den Völkern und ihren Welten stehen und deshalb in der Stunde versagen, da Staat und Volk auf der Waage der Geschichte gewogen werden. Deshalb hat der Staatsmann die Pflicht, sein Volk vor dem Einsickern fremden Blutes und der Zerstörung seiner tragenden Rasse, zu bewahren, und er erfüllt, wenn er das tut, nicht nur eine Pflicht gegen sein Volk und die Zukunft seiner Kinder, sondern handelt zugleich sittlich richtig. Denn es ist nicht wahr, daß Ueberheblichkeit oder Rassenhochmut zu solcher Einsicht führten. Wenn heute ein Gesetz in Deutschland sich dagegen wehrt, daß hemmungslos fremdes Blut mit dem unseres Volkes gemischt wird, dann tritt daraus im Gegenteil deutlich die Ehrfurcht vor den Gesetzen der Natur zutage. In unendlich vielfältigen Arten ist ringsum das Leben ausgebreitet. Sie alle sind untereinander veischieden, sie alle haben ihr eigenes Gesetz und einen besonderen Sinn ihres Daseins, Ebenso ist es mit den Arten und Rassen des Menschen. Auch sie haben ihre bestimmte Form des Leibes und der Seele, haben ihre besondere Art des Denkens und Fühlens, des Wollens und Erlebens. Wir wissen; nicht, wozu ihre Vielheit dienen soll. Aber das eine begreifen wir wohl: auch sie haben nur Wert und werden nur bestehen, solange sie jede für sich ihre Art und das be* sondere Gesetz ihres Lebens heilig lind rein erhalten. Man hat gesagt — und man glaubte, damit den Rassen- Standpunkt des Nationalsozialismus zu treifen —, daß jede Rasse aus dieser Welt ein Gedanke Gottes sei. Ger ade das glauben wir auch und deshalb fordern wir reinliche Scheidung zwischen Blut und Blut, damit die Gedankpn Gottes nicht verwirrt werden. So bricht jeder Einwand gegen die Grundsätze des neuen Deutschland in sich selber zusammen, weil diese Grundsätze nicht aus Meiischenhirncn konstruiert sind. Daß wir unser deutsches Volk von der Zerstörung oder dem Einströmen fremden Blutes befreien, ist nicht nur eine politische Notwendigkeit, sondern zugleich Recht und Pflicht nach dem überzeitlichen Gesetz natürlicher Sitte und Moral. Und wir sind zudem überzeugt, daß der große Gedanke der Selbstbesinnung auf die Rasse am Beispiel Deutschlands auch in anderen Ländern erwachen wird. Gibt es auf dieser Erde überhaupt einen dauernden Frieden zwischen den Völkern, so führt kein anderer Weg zu ihm als der, daß jedes Volk ganz nach den Gesetzen seines Blutes und seiner Art lebt und das den anderen auch ein räumt Der Nationalsozialismus und sein neuer Staat ist iin Grunde nichts weiter als der in letzter Stunde unternommene Versuch Denken und Handeln unseres Volkes wieder mit diesen Gesetzen in Einklang zu bringen und unter den Willen des Schöpfers zu beugen und in stolzer Demut das zu erfüllen, was uns als Aufgabe zufiel. Gelingt uns das, so gewinnen wir unserem Volke nach Jahren der Schmach und des drohenden Zerfalls eine neue leuchtende Zukunft, und zugleich befreien wir die Menschheit von falschen Gcdanken, die aut die Dauer den Untergang aller Völker bedeutet hätten!“ * Diese Ausführungen von Dr. Groß sind vom jüdischer! Standpunkt aus bemerkenswert. Es liegt uns fern, in eine Polemik über die rassischen Grundlagen der deutsehen Politik, die ja uns Juden besonders nahe berühren, einzutreten. Wir müssen den Entschluß des deutsehen Volkes hinnehmen, der dahin geht, eine rassische Vermischurig abzulehnen. Wesentlich für uns ist in diesen Ausführungen jedoch besonders der Gedanke, daß ,,jede Rasse ein Gedanke Gottes sei“. Damit entfällt die Möglichkeit, eine Minderwertigkeit einzelner Rassen zu behauptcn. Das eigentliche Problem des Verhältnisses zwischen den Rassen ist vielmehr, ihr Nebeneinanderlcben statt konfliktsträchtig produktiv zu gestalten. Dr. Groß formulierte dies mit den Worten, daß im Interesse des Friedens jedes Volk ganz nach den Gesetzen seines Blutes und seiner Art leben und das den anderen auch ein räumen müsse. Wir können dieser. Auffassung nur zustimmen und glauben, daß das Verhältnis des jüdischen Volkes zu den Völkern, in deren Mitte es lebt, nach diesem Grundsatz so gestaltet werden könnte, daß die bestehenden Spannungen erheblich verringert würden. Gegen jüdische Geschäfte Die NS.-HAGO.-Führung veröffentlicht in der ״Hessisehen Landeszeitung“ folgenden Aufruf: ״Noch immer müssen wir die Feststellung machen, daß Parteimitglieder in den hiesigen jüdischen Geschäften . ihre Einkäufe machen. Wir weisen nochmals auf die parteiamtliehen Verordnungen hin, die ausdrücklich besagen, daß kein Parteimitglied in einem jüdischer! Geschäft kaufen darf. Wer trotzdem dabei betroffen wird, oder wer auch nur versucht, auf Umwegen Waren aus diesen Geschäften in seinen Besitz, zu bringen, wird rücksichtslos ohne Ansehen auf Person und Stand zum Ausschluß aus der Partei gcmeldet. Es ist nationale Pflicht eines jeden Deutschen, auch w״nn er kein Parteimitglied ist, diese Geschäfte zu meiden. Von Parteimitgliedern betrachten wir dies als Sabotage und werden in irgendwelchen festgestellten Fällen den Namen des Betreffenden in der Oeffentlichkeit bekanntgeben. Die NS.- HAOO. wird eine Kontrolle der Parteimitglieder durchführen, die den Versuch machen, in jüdischen Geschäften ihre Waren zu erstehen. Wegen disziplinwidrigen Verhaltens wird der Friseurmeister Karl Zimmer, Darmstadt, aus der NS.-HAGO. ausgeschlossen.“ _ Um die Niederlassung deutscher Emigranten In Metz fand It. ״Voss. Ztg.“ v. 1. 9. unter dem Vorsitz des Bürgermeisters V a u t r i 11 eine Protcstversammlung gegen die Niederlassung deutscher Emigranten in Elsaß-Lothringen statt. 111 einer Entschließung wurde die französische Regierung aufgefordert, ״die französische Konvention über das Niederlassungsreclit vom 17. August 1927 zu kündigen und sofort alle wirksamen Maßnahmen zu treffen, damit kein deutscher Emigrant sich in Elsaß-Lothringen niederlasseit kann.“ Bei einer Kundgebung des Gaues Groß-Berlin derNSBO. erklärte Staatskominissar Engel laut Conti-Dienst, auf dem letzten Parteitag 1929 habe der Führer zum ersten Maie die NSBO. erwähnt und hervorgehoben, daß in Zukunft sich die Kämpfe in den Zellen der Betriebe und Hochschulen abspielen würden. Tatsache sei ja auch, daß die arbeitenden Massen die nationalsozialistische Revolution möglich gemacht und durchgeführt hätten. Jetzt gelte es zu säubern und aufzubauen, in Berlin sei das zum Teil schon geschehen. Die Schlußbilanz werde aber erst noch gezogen. Es gelte, alle Fremdstämmigen unschädlich zu machen. Auch die anderen Völker wären heute nicht mehr so aufnah mebereit den Juden gegenüber. Unter den Novembersozialisten sei das Kapital erst groß geworden. Heute aber im nationalsozialistischen Staat regiere nicht mehr das Geld, sondern allein die schaffenden Deutschen. Der Nationalsozialismus schreite von Tag zu Tag fort. In Lumens teig fand der zweite Teil der Sommertagung des Internationalen Studentenwerks, deren erster Teil in Deutschland abgehalten wurde, statt. Es wurde beschlossen, eine umfangreiche Hilfsaktion zugunsten der aus Deutschland ausgewandert en jüdischen Studenten einzuleiten, die sich insbesondere auf die Unterbringung jüdischer Studeuten aus Deutschland an ausländischen Hochschulen und Gewährung von Stipendien in einzelnen Fällen erstrecken soll. Der ordentliche Honorarprofessor für indische und iranisclie Philologie und Religionsgescliichte an der Universität Köln, Dr. J. Sc h e f t c 1 o w i t z, erhielt einen Ruf an die Universität Oxford.