Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 71 (5.9.1933)
- Date
- 1933-09-05
- Page
- Seite 490 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 488 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 71, 5. IX. 1933 Kongreß •Referate Die Arbeit des Keren Kajemeih Usshchkins Referat im Laufe der letzten 20 Monate wurden durch das gesamte Judentum, durch unsere Landinstitution, den Keren Kajemdli, und durch verschiedene Gesellschaften und Verbande, durch EinzelJeiitc der Privatinitiative, aus nichtjüdischen ׳ Händen insgesamt 44 000 Dunarn erlöst. Es gibt noch eine Ansicht, daß es nicht möglich sei, een Boden durch Spenden zu erlösen. Das System des Keren Hajcssod in allen Ehren, aber bezüglich des Keren Kajemeth muß ich denen sagen, die sich als Erben Herzls fühlen, sie sollen nicht vergessen, daß H e r z I den Keren K a j e m e t 11 gegründet hat, der doch gewußt hat, was Spendcnsainmehi heißt. . Ueber die Einnahmen im letzten Jahre kann man sich nicht beklagen. Sie sind nicht nur nicht kleiner, sondern sogar in gewissem Grade größer geworden, wenn wir den bisherigen Status zur_ Basis nehmen. Aber diese Einnahmen sind, wenn sie auch in der gleichen Höhe bleiben, in diesem Jahre um 50 p/0 kleiner gegenüber dem Vorjahre, weil jeder Dunam Boden jetzt doppelt so teuer ist, wie vor einem Jahre. Und wenn die Einnahmen im nächsten Jahre nicht steigen, dann werden sie um 60 bis 70 0/0 geringer sein, weil die Bodenpreise von Jahr zu Jahr steigen. l'ssisclikin schlagt am Schluß seines Referates eine Reihe von R e s o 1 u t i o n c n vor: Der XVIII. XkmKtcnkongreß verlangt von allen zionistischen Parteien und Organisationen und von allen ihren Mitgliedern, die Arbeit für den Keren Kajemeih an die Spitze ihrer zionistischen Arbeit zu stellen. Der Kongreß erklärt, daß die Arbeit für den Keren Kajemeih l.cjhrael, einen der beiden zentralen Fonds der Zionistischen Organisation, jedweder (jeklsammlung für irgendwelchen zionistischen Zweck voran״eilt, und verlangt von allen Fraktionen und Organisationen, in keiner Weise die dem ICKL zustehenden Gcldsaniniel-Mittel zu berühren. Der Kongreß fordert alle Zionisten auf, mit allem Nachdruck auf der Forderung zu beharren, daß von den Geldern, die von der Aktion für die deutschen J u d e n für Palästina-Arbeit bestimmt sind, ein gewisser Feil, auf jeden Fall aber nicht weniger als ein Drittel, dem Bodenerwerb zugeführi werde. Mit demselben Nachdruck ist zu verlangen, daß diese Böden vom KKL als sein Eigentum erworben werden. Um dem obersten Boden-Institut der Zionistischen Organisation bei der Beschleunigung der Erlösung des Bodens zu hellen, wendet sich der Kongreß an die jiidisehen Gemeinden und sonstigen Institutionen mit dem Vorschlag, in dem Maße, als es ihre Laudesgesetze erlauben, die in ihren Fländen befindlichen Qelddepots dem KKL zu übergeben, der Geld und Zinsen garantiert. _ Der Kongreß׳ gemahnt jeden Juden an die heilige Pflicht, des KKL in seinem Testament oder einer Stiftung .zu gedenken, Ebenso bittet der Kongreß alle Rabbiner unu Advokaten, ihren Einfluß bei der Abfassung von Testamenten und Stiftungen zugunsten des KKL geltend zu machen. 111 Erkenntnis, daß das Versicherungswerk des KKL dem Palästina-Aufbau schon bisher ziemlich bedeutende Mittel gebracht hat, verlangt der Kongreß von allen Zionisten, dieses Werk weitgehend zu fördern, zu vervollkommnen und seine Einheitlichkeit zu wahren. Der Kongreß erkennt als notwendig an, eine große jüdische Volkslotterie zu schaffen, deren Eingänge allen Zweigen des Palästina-Aufbaues zugeführt werden sollen, davon ein Drittel dem Bodenerwerb durch den KKL. Der Kongreß reklamiert ein großes Siedlungswerk aut den Namen Chaim A r los o r o f f s und bestimmt, daß die Mittel dieser Aktion, die für Bodenkauf nötig sind, dem KKL zur Verfügung gestellt werden. Der Weg des Keren Hajessod Referat Leib Jaffes Unsere Arbeit mußte in einer geschwächten, zersplitterten Zionistischen Organisation getan werden. Wir sehen in unserer Arbeit, daß dort, wo die zionistische Bewegung richtig organisiert ist, wo eine lebendige Verbindung mit Palästina besteht, der Keren Hajessod Erfolg hat. Noch andere Störungen hat es gegeben. Man fragt: Wozu die Sammlungen für Palästina, wenn es dort so gut geht, wenn cs dort keine Arbeitslosigkeit gibt, wenn die Regierung . 1.:nahmen einen Ueberschuß aufweisen usw.? Manche sagen auch, das Land werde durch private Initiatlve gebaut werden, Jeder würde etwas für sich schaffen und so werde das Land als Ganzes entwickelt. Auch die Devisensperre und die Abschaffung des Goldstandards in Südafrika una Amerika haben ungünstig gewirkt. Trotzdem wird der Keren Hajessod, abgesehen von Amerika, annähernd die Quote der geschätzten Einnahmen erreichen. Ohne das nationale Kapital hätten wir den Etnek Jesrcel, den größten Teil des Sharon, Emek Akko und Waadi Chawarith nicht. Ohne das jüdische Dorf hätte die jüdische Stadt nicht ihre heutige Entwicklung erreicht. Ohne die Hilfe des Keren Hajessod hätten wir die Massen der Immigranten nicht nach Palästina bringen, nicht in langen Jahren bei der Arbeitsbeschaffung helfen, für diese die Bedingungen nicht bereiten können. Ohne den Keren Hajessod hätte sich das Bildungswesen nicht entwickelt, das die jüdische nationale Schule geschaffen hat, das die hebräische Sprache wieder zur Sprache des Lebens gemacht hat. Wenn auch jetzt die Haupt Verantwortung für aas hebräische Schulwesen vom Jischuw selbst getragen wird, so ist doch auch jetzt noch der Keren Hajessod mit einem beträchtlichen Beitrag an der Finanzierung des Schulwerkes beteiligt und betrachtet dies auch als eine wichtige und ehrenvolle Aufgabe. Ohne die erste Hilfe des Keren Hajessod wäre das große elektrische Werk, das das Land mit Licht und elektrischer Kraft überflutet, nicht geschaffen worden. Nicht nur in Palästina, erklärte Jaffe, in der ganzen Welt wirkte der Keren Hajessod befruchtend und vordringend. Wir haben eine Volksbesteuerung geschaffen. Der Keren Hajessod wirkte einigend auf das ganze Judentum. Wir sind zuversichtlich, daß in Zukunft die Arbeit für unsere Fonds leichter werden w ird. Eine durchgreifende innere Umwälzung geht durch das Judentum. In weiten Kreisen des jüdischen Volkes bricht mit furchtbarer Gewalt die Erkenntnis durch, daß unsere Auffassung der jüdischen Wirklichkeit, unsere Prognose der jüdischen Zukunft richtig waren. In grellem Licht sieht ietzt das jüdische Volk, wie recht wir hatten. Palästina ist jetzt dem jüdischen Blick auch räumlich nähergerückt. Die vielen Gäste und Pilger, die nach Pa- Sästina kommen, sehen das Wunder, das wir mit den armen Pfennigen geschaffen haben, die wir mit solcher Mühe irn jüdischen Volk sammeln. Und jeder, der nach Palästina kommt und das Land richtig sieht, wird zum Boten unseres Werkes. Unsere Arbeit wäre sehr erleichtert, w׳enn die Last der Schulden, die in früheren Jahren für Aufbauzwecke gemacht wurden und die auf uns drücken, vermindert würde. Der Gedanke einer langfristigen Anleihe mit niedrigerem Zinsfuß muß wieder aufgenommen und durchgeführt werden, damit ein größerer Teil dieser Sammlungen für die neue Aulbauarbeit verwendet werden kann. In entscheidender Weise hängt die Zukunft des Keren Hajessod vom Kongreß ab. Der Kongreß muß in den zionistisehen Kreisen das Bewußtsein der zentralen Bedeutung des Keren Hajessod verwurzeln. Angefangen von dem bescheidenen Ehrenamt in einem zionistischen Verein und von den Vertretungen der Zionistiselten Organisation in Regierung und Stadtverwaltung, in jüdischen öffentlichen Institutionen und endend mit den höchsten Instanzen der Zionistischen Organisation bis zu dem Wahlrecht rum Kongreß muß die Uebertragung jedes Amtes abhängig sein von der Erfüllung der Pflichten ihm gegenüber. Andererseits soll der Keren Hajessod-Zahler neben seiner Pflicht auch ein Recht haben: Das der Mitbestimmung bei der Leitung des Aufbaus in Palästina, entsprechend den Grundsätzen, die bei der Gründung des Keren Hajessod festgelegt wurden. Wir haben diese Forderung und andere in konkreten Vorschlägen dem Kongreß zu unterbreiten und werden sie den zuständigen Kommissionen übergeben. Lockers Organisation» <׳ Referat Der Leiter der Organisationsabteilung der Londoner Exekutive, Berl Locker, forderte in seinem Referat über ״Zionismus und seine Probleme“ weitgehende Vollmachten für die Exekutive zur Verhütung von Disziplinbruch seitens der Mitglieder und Gruppen der Organisation. Er erklärte u. a,, es sei ein unmöglicher Zustand, gleichzeitig der Organisation anzugehören und draußen gegen die Exekutive zu arbeiten. Es sei unzulässig, daß jemand im Aktions-Comitd oder in der Exekutive sitze, Einblick in die einzelnen Vorgänge habe und sie nachher zu einer selbständigen, gegen die Bemühungen der Organisation gerichteten Politik benutze. Locker legte dem Kongreß die Notwendigkeit strengster AufrechterSaltung der Prärogativen der Zionistischen Orgauisation und des Grundsatzes der Disziplin dar. Die Exekutive müsse das Recht haben, schärfste Maßnahmen gegen jene Teile der Bewegung zu ergreifen, die die Einheitlichkeit der Aktion zu stören und die zionistische Disziplin zu brechen suchen. Auch auf die Arbeit der Fonds wirke sich diese Disziplinlosigkeit aus. Gewisse zionistische Gruppen legten wohl ein Lippenbekenntnis für Keren Kajemeth und Keren Hajessod ab, aber häufig versuchen sie, auf derselben Seile derselben Zeitung oder Broschüre die Fonds, ihre Führer, ihre Beamten, die Art ihrer Verwaltung zu diskreditieren, Erst wenn man die innere Atmosphäre reinigen werde, werde man die große Menjsje derjenigen, die heute zum Zionismus streben, organisatonsch erfassen und sie in die zionistische Arbeit eingliedern Können. Der Palästina- Gedanke habe ungeheure Verbreitung unter den jüdischen Massen gefunden. Eine 350000 Pfand-Anleihe für Tel-Awiw? Tel-Awiw. 1. September. (J.T. A.) Wie die Jüdische Telegraphen-Agentur erfährt, ist die Gemeindeverwaltung von Tel-Aw'iw Im Begriff, mit Unterstützung der Palästina-Regierunp eine Anleihe von 350 000 Pfund zum Ausbau der Stadt und zur Verbesserung der öffentlichen Einrichtungen aufzunehmen. London, 1. September. (J. T. A.) Aus zuverlässiger Quelle verlautet, daß die Verhandlungen betreffend die Aufnähme einer Anleihe für Tei-Awhv mit positivem Erfolg abgeschlossen wurden. Die offizielle Ankündigung der Anleihe durch die Palästina-Regierung, deren Genehmigung bei jeder städtischen Anleihe eingeholt werden muß, auch wenn die Regierung keine Verantwortung für die Anleihe übernimmt, wird im Verlauf der kommenden Woche erwartet. Voraussichtlich wird die Anleihe nicht öffentlich aufgelegt, sondern durch einige Banken und Versicherungsanstalten, gezeichnet w׳erden. Die Verzinsung soll 4 °/0 betragen. Die Stadtverwaltung von Tel-Awiw hat sich zur Aufnähme der Anleihe entschlossen, nachdem die Verhandhingen um Zuteilung eines entsprechenden Betrages aus der Z w ei - M i 1 li 0 n e n-Pf u n d - An ־ leihe der Palästina-Regierung endgültig gescheitert waren. Das Ansuchen von Tel-Awiw wurde ungeachtet der Tatsache, daß andere Städte, wie Jerusalem und Jaffa, Mittel aus der Anleihe zur Anlage von Wasserleitungen und zur Durchführung anderer öffentlicher Arbeiten erhalten, abgewiesen. Die Stadt Tel-Awiw hatte vergeblich geltend gemacht, daß eine besondere Anleihe höher verzinst werden müsse und daß die jüdischen Bürger die doppelte Last des Zinsendienstes für die allgemeine und für die städtK Sehe Anleihe würden tragen müssen. Andererseits wird Tel- Awiw mit Hilfe des hohen Betrages seiner selbständigen Anleihe ein umfangreiches Ausbauprogramm durchführen können. Damit wird gleichzeitig Beschäftigung für eine große Zahl von Arbeitern gesichert. Es sollen neue Straßen angelegt und neue Gebäude errichtet werden. Vor allem soll an der Peripherie der Stadt ein neues Industrieviertel, in das alle noch im Zentrum von Tel-Awiw befindlichen Fabriken verlegt w׳erden sollen, gebaut werden. Diese Verlegung wird cs ermöglichen, eine großzügige Stadtreguliemng im Zentrum von Tef-Awiw durchzuführen. Aendernngen lm palästinensischen Bankgesetz Wie wir erfahren, sind kürzlich einige Aenderun gen im palästinensischen Bankfesetz vorgenotnmen worden, die sich vor allem gegen eine mißbräuchliche An- Wendung der Bezeichnung ״Bank“ wenden. Die bereits unter diesem Namen bestehenden Firmen werden von dem neuen Gesetz nicht betroffen dagegen ist die Gründung neuer Firmen, die sich die Bezeichnung ״Bank״ beilegen wollen, an schärfere Voraussetzungen als bisher geknüpft. Praktisch richtet sieh aber die Novelle vor allem auch gegen die öffentliehen Finanzinstitutionen bestimmter Cooperativen. Volle Klarheit über die praktischen Auswirkungen der neuen Be- Stimmungen liegt noch nicht vor. Man wird also noch näheres abzuwarten haben, ehe man sich ein Bild über die Wirtschaft*• politische Bedeutung der betreffenden Maßnahmen machen kann. Vermischtes Persönliches. Herr Eduard Wischnitz, Berlin, der Ehrenvorsitzende der ChewTa Kadiseha, Berlin, begeht ani 7. September seinen 85. Geburtstag. jüdische Schule Klopstockstraße. Um den Bedarf an neuen Parallelklassen für das laufende Schuljahr rechtzeitig zu übersehen, kann die Schule Knaben und Mädchen auf allen Stufen nur noch bis zum 20. September aufnehmen. Sprechstunden der Leiterin, Frau Nathan, täglich, außer Schabbath und Sonntag, von 11 bis 13 Uhr, Klopstockstr. 58 (Tel. Tiergarten 2084). Gottesdienste anläßlich der hohen Feiertage. Die Berliner Zionistische Vereinigung veranstaltet auch in diesem Jahre gemeinsam mit der Berliner Gruppe des Misrachi einen Gottesdienst in den Räumen der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, Mcinekestr. 10. Karten sind im Büro der B. Z. V. zu haben. Die Bezirksgruppe Jannowitzbrücke der B. Z. V. veranstaltet ebenfalls einen Gottesdienst in den Räumen des Instituts Connard, Briickenstr, 6. Karten zum Preise von 0,50—3 RM. bei Herrn Alfred Ordo, Wallnertheaterstraße 40. Synagoge Passauer Straße E. V. Der Kartenverkauf der Synagogenplätze für das Jahr 5694 findet jeden Sonntag vormittag, von 11—1 Uhr, im Vorraum der Synagoge Passauer Straße 2 statt. An den hohen Feiertagen haben nur Karteninhaber Zutritt. (Näheres s. Inserat.) — Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß Herr Rabbiner Dr. Altmann einen Kurs in die Ideenwelt und Gebräuche der Feiertage eingerichtet hat. Interessenten für die Teilnahme können sich telephonisch oder schriftlich mit ihm in Verbindung setzen (Regensburger Straße 32, Barbarossa 5740). Das Beth-Hacnid rasch ״Moria“, begründet vom Misrachi, Berlin N 54, Rosenilialer Str. 55, veranstaltet auch in diesem Jahre an den Flohen Feiertagen einen Gottesdienst in seinen Räumen. — Kartenbestellung im Misrachi-Zentralbiiro, N 54, Rosenthaler Str. 55, Tel.: Norden 1159. Die Rosch Haschanah-Sammlung. Die Leitung des Jüdisehen Nationalfonds bringt allen Verbänden und Institutionen den Beschluß in Erinnerung, daß für die Neujahrs-Kampagne ein Zeitabschnitt von vier Wochen ausschließlich für den KKL Vorbehalten ist und daß während dieser Zeit keinerlei andere Sammlungen vorgenommen werden dürfen. Rosch Haschanah ist am 21. September, als Sammelmonat des KKL gilt die Zeit vom 15. September bis 15. Oktober. Freie jüdische Volkshochschule e. V. Eröffnungsabend am Dienstag, 12. September, 8 Uhr im Logenhaus, Kleiststr. 10. Mitwirkende: Charlotte Rosen (Violine), Edith Herrnstadt-Oettingen (Rezitationen), Dr. Kurt Zielenziger (Anspräche), Rabbiner Dr. Warschauer, Dr. V. Ernst Wolff (Klavier), Ewel Stcgman (Cello). Unkostenbeitrag 0,30 RM, Eintritt nur gegen Karten. Erhältlich im Büro der Freien jüdischen Volkshochschule, Berlin N 24, Oranienburger Str. 31, Zimmer 35, Buchhandlung am Zoo, Joachimsthaler Str. 43, Buchhandlung Schildberger, Flensburger Straße, Stadtbahnbogen 415, Buchhandlung Bayerischer Platz (Lachmann), Bayerischer Platz 13. (Siehe Inserat.) Zweiter ״Bunter Abend“ der ״Künstlerliilfe der Jüd. Gemelnde“. Dienstag, den 5., und Sonnabend, den 9. September, veranstaltet die ״Kiinstlerhilfe der Jüdischen Gemeinde“ (Abt, Schauspieler und Artisten, Leitung Herbert Fischer) im Logenhaus, Einser Str. 12, einen ״Bunten Abend", der einigen der besten Kabarettlind Varieteekräfte wieder Gelegenheit geben soll, vor das Publikum zu treten. Es treten u. a. auf: Eva Böhm (Chansons), lila Felicia (Tänze), Alfons Fink (Humorist), Guido Gialdini (Der Kunstpfeifer), Annemarie Hase (Parodien), Erwin jospe (Flügel). Diese Aufführungen sind die Fortsetzung des im Juli begonnenen Zyklus. Der Ertrag des Abends fließt Testlos erwerbslosen jüdischen Künstlern zu. Ein öffentlicher Kartenverkauf findet nicht statt, da es sich um geschlossene Vorstellungen handelt, Keine Abendkasse. Nähere Auskunft im Westen: Fasanenstr. 79/80; im Norden: Oranienburger Str. 31, beim Pförtner. Telephonische Anfragen unter I>2, Weidendamm 5131, ״Künstlerhilfe“. Preise der Plätze 1,-, 1,50, 2,50 RM. Kammermusik-Abend. Unter dem Protektorat von Herrn Dr. Kurt Singer veranstaltet die Pianistin Maria Zweig vor ihrer Abreise ins Ausland unter Mitwirkung von Willy Frey (Violine) und Hermann Weil (Cello) einen Kammermusik-Abend am Donnerstag, dem 7. September, abends 8.30 Uhr, im Hause Levin, Freisinger Str. 2. Es gelangen Trios und Solowerke von Händel, Mozart, Beethoven, Brahms und Terestschenko zur Aufführung. Karten zu 2 RM. und 1 RM. an der Abendkasse. Auskunft: Zweig, Westend 8207, Grunewald, Zikadenweg 59, Weil, Fasanenstr. 5, Stpl. 9439. Das Konzert findet zu wohltätigen Zwecken statt. Mitteilungen des K-J. V. Zertifikatsanträge. Wir machen auf unsere letzte Notiz aufmerksam, in der wir baten, uns die Nummern der Anträge mitzuteilen, unter denen dieselben registriert sind. Auch für diejenigen Anträge, die durch uns eingercicht worden sind, müssen wir die Nummemaufgabe haben, da diese uns nicht aufgegeben, sondern nur direkt den jeweiligen Bundesbrüdern gemeldet w׳erden. — Ein Gärungstechniker zur Herstellung von Zitronensäure aus Zucker gesucht. Bewerbungen an das K.J.V. — Betr. *Palästina-Reise. Die Buchungsliste ist abgeschlossen. Es beteiligen sich an der gemeinsamen Schiffsreise 50 Personen. Die Abfahrtsdaten für die jeweiligen Abreisen sind folgende: Direktfahrt nach Genua am 8. Sept. ab Anhalter Bahnhof 7,45 Uhr, Ankunft Genua morgens 9,47 Uhr. Direktfahrt nach Neapel am 9. Sept. ab Anhalter Bahnhof 20,56 Uhr, Ankunft Neapel am 11. Sept. 15,40 Uhr, Gesellschaftsreise nach Italien am 6. Sept., 22,10 Uhr, ab Anhalter Bahnhof. Bahnfahrkarten für die Züge sind einen Tag vorher, und zwar nur die bestellten, im Büro des K. J. V., Bleibtreustr. 50, abzuholen. Zwecks Vermeidung von Komplikationen bitten wir unbedingt die Abholung im Büro vorzunehmen. Nur in dringenden Fällen werden die bestellten Fahrkarten an der Sperre eine halbe Stunde vor jeweiligem Abgang des Zuges ausgegeben, Weitere Einzelneiten im letzten Rundschreiben. — Wir erinnern an die Altherren-Veranstaltung des Bezirksverbatides Berlin, Donnerstag, den 7. September, 20,30 Uhr, in den Räumen des K.J.V. Bbr. Fritz Simon, Jerusalem, spricht über ״Probleme der Einordnung“. Wir erwarten, daß alle in Berlin befindlichen AH. zu dieser Veranstaltung erscheinen. ■— Das Präsidium des K. j. V. Nächste Abfahrten nach Palästina! Der Palestine & Orient Lloyd gibt die Termine der nächsten Abfahrten bekannt. Dampfer Roma: 9. 9. ab Genua, 11. 9. ab Neapel; Leconie des Lisle: 13. 9. ab Marseille; Martha Washington: 13. 9. ab Triest: Mariette Pacha: 14. 9. ab Marseille; Italia: 20. 9. ab Triest; Esperia: 23. 9. ab Genua, 24. 9. ab Neapel; Martha Washington: 27, 9■ ab Triest; Patria: 28. 9. ab Marseiile; Champoilion: 29. 9. ab Marseille; Italia: 4. 10. ab Triest: Sephee: 6. 10. ab Marseille; Martha Washington: 11. 10. ab Tnest: Providence; 13. 10. ab Marseille. — Um dem gesteigerten Verkehr nach Palästina Rechnung zu tragen, hat sich die Cosulich Line entschlossen, das jetzt auch im Palästina-Verkehr beliebt gewordene Motorschiff ״V u l c a n i a“ (24 000 t) wieder nach Palästina zu entsenden. Die Abfahrt findet am 3. November ab Neapel statt. Auskünfte durch Palestine & Orient Lloyd, Berlin N 24. Friedrichstr. 121, TdL Nord» (ß 1) 2455/561,