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Jüdische Rundschau · 1933-08-29 · Heft 68 (29.8.1933) · p. Seite 466

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 68 (29.8.1933)
Date
1933-08-29
Page
Seite 466 (sequence 6)
Language
German
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Seite 468 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 68, 29. Vffl. 1933 Die vorhereitung des oriosoron-mordes Fortgang der Untersuchung . Jaffa, 23. August. (J.T.A.) Am 22. August wurden die 14 palästinensischen Revisionisten, die anläßlich einer Razzia vor einiger Zeit verhaftet wurden, dem Richter in Jaffa unter der Anklage vorgeführt, in den Jahren 1931, 1932 una 1933 mit dem Ziele konspiriert zu haben, aufrührerische Handlungen unter Anwendung von Gewalt und Terror zu begehen, gegen Verwaltungsbehörden deT Palästina-Regierung Widerstand zu leisten, Unzufriedenheit una Unruhe unter der Bevölkerung hervorzurufen. Den Tatbestand der Verschwörung zum Aufruhr erblickt die Anklage ferner in der Veröffentlichung von Artikeln in einer illegalen Publikation ״Habirjonim“ und in der mündlichen und schriftliehen Aufreizung zu Ungesetzlichkeiten. Gegen einen der ursprünglich Beschuldigten, Baruch Milavsky, wurde die Anklage zurückgezogen, dagegen unmittelbar vor der Verhandlung ein gewisser Josef Katzenelson aus Jerusalem neu verhaftet und vor Gericht gestellt. Inspektor Tenenbaurn von der Kriminalpolizei erklärte, er habe bei der Haussuchung in der Wohnung Achi Meirs auf dessen Schreibtisch 1(> Briefe und Aufru f e.gefunden, aus denen das Bestellen eines Geheimhundes, ״Zionim Mchapchanim“ oder ,,Brith Birjonim“, irervorgehe. In den Aufrufen werde .gegen den French-Boricht und gegen die Beschränkung der jüdischen Finwatulerung mich Palästina rotestiert und die jüdische jugcrul aufgefordert, für die reiheit Zions zu kämpfen. Kerner seien die Aufruf!־ gegen die Vorschläge betreffend eine jüdisch-arabische Round Table- Konferenz, mul gegen die Uinsei/ung eines Parlaments mit ״Arabern, jüdischen Vet r.i.mi mul der Palastina-Rcgicrung•' gerichtet. Die Polizei, erklärte Inspektor Tenenhaimi Winter, habe ferner einen I )eebiffrierscbhissd und einige in cliiffrierter Schrift geschriebene Briefe gefunden, in denen betont wird, daß der Brith Birjonim eine (ie hcimnrganisation bleibe und Mitglieder nur;nitnehmen dutfe, wenn es sich um v e r I ä iS I i c 11 0 I. e u t e v o n fest e in Charakter handelt. Ans ein ein von den Beschuldigten Jewin gesellricbenen Brief sei zu ersehen, daß der Revisionistenfuhrer Jabot inskv den Aussißluß der palaMinensisehen Extrctnisfen ans der revisionistischen Partei verlangt habe, falls sie nicht ihre Taktik ändern sollten. Polizeiinspektor Goffer sagte ans, er habe iri Acht Meirs Zimmer dessen Tagebuch und andere Dokumente gefunden, aus denen hcrvorgelu־, daß der ״Brith Birjonim" im Oktober 1931 die Aktion gegen die palästinensische Volks- Zählung, sowie die Obstruktion der Antrittsvorlesung Norman Bentwichs an der Hebräischen Universität organisiert hat. (Im Oktober 1931 waren Acht Meir und einige seiner Anhänger verhaftet worden, weil sie amtliche Aufzeichnungen betreffend die Volkszählung ausradiert hatten. Eine unter seiner Führung befindliche Anti-Volkszählungs-Organisation hat die Aufrufe verbreitet, in denen die Juden aufgefordert wurden, die Volkszählung zu boykottieren, weil sie eine Vorstufe für die Einsetzung eines Legislative Council in Palästina darstellt. Er war auch einer der Rädelsführer bei der Störung der Antrittsvorlesung Norman Bentwichs im Februar 1932.) Der Verteidiger der angeklagten Revisionisten, Dr. C o h e n, erklärte, er beabsichtige, den Revisionistenführer Jabotinsky — dem die Behörden bekanntlich die Einreise nach Palästina verweigern — als Zeugen vorladen zu lassen. Ferner verlangte Dr. Cohen die Freilassung gegen Kaution derjenigen fünf Beschuldigten, die bisher noch nicht auf freien Fuß gesetzt wurden. Staatsanwalt Shitrit erhob gegen den Antrag des Verteidigers in bezug auf vier der Angeklagten keinen Einspruch, dagegen verweigerte er die Zustimmung zur Freilassung von Ach! Meir, da er beabsichtigt, gegen diesen die Anklage wegen Mitschuld an der Ermordüng Arlosoroffs zu erheben. Die Verhandlung wurde sodann auf den 1. September vertagt. Jaffa, 26. August. (J. T. A.) Am 24. August wurden die Vernehmungen in der Strafuntersuchung gegen Stavsky und Rosenblatt fortgesetzt. Zu Beginn der Verhandlung verkündete der Staatsanwalt, daß er auf Grund der jüngsten Erhebungen die Anklage gegen J ehuda Minz zurückziehe. Der Staatsanwalt verlas sodann die Anklage gegen Achi Meir, der beschuldigt wird, mit Stavsky und Rosenblatt den Mord vorbereifet und diese zur Tat angestiftet zu haben. Hierauf wurden dem neuen Angeklagten Achi Meir die von den früher einvernommenen Zeugen gemachten Aussagen, nämlieh die Aussagen Dr. Alotins vom Hadassah-Spital, der Dr. Arlosoroff vor seinem Tode behandelt hatte, Frau Arlosoroffs und des Leiters der Kriminalpolizei Hauptmann Rice vorgelesen. Nachdem Hauptmann Rice noch einige Angaben über die Befragung Dr. Arlosoroffs vor seinem Tode durch einen Polizisten gemacht hatte, wurde die Verhandlung vertagt. ׳Jaffa, 27. August. (J.T.A.) Die Fortsetzung der Vernchmungen im Vorverfahren gegen Rosenblntt, Stavsky und den jüngst 1->>en falls unter Anklage gestellten Achi Meir führte am 25. August zu sensationellen F, nthüllungen 0 b e r die Vorgeschichte des Mordes an D r. A r 1 o s o roff. Der Arbeiter Moses € 011 e n, der. des Diebstahls beschuldigt, gleichzeitig mit Iloscnblatt im Jerusalemer Untersuchungsgefängnis war und dessen Zelle teilte, erklärte vor dem Jaller Gericht, Rosenblatt habe ihm gegenüber ein Geständnis des Mordes abgelegt. Cohen erklärte, er habe Rosenblatts Vertrauen gewonnen, indem er sielt als Revisionist ausgab. Iloscnblatt habe zu ihm gesagt: leb habe Arlos o r n f I aus politischen Gründen erschossen. Stavsky war an dem Mord beteiligt, jedoch nicht Miliz,. Hätte Frau Arlosoroff gewußt, daß ich der Mörder ihres Gatten bin. s!» hätte sie mir nicht in die Augen geschaut. In größter Erregung und mit erhobener Stimme erklärten Rosenblntt und Stavsky hei dieser Aussage, der Zeuge liige. Außerordentliches Aufseiten erregte die Verlesung von Auszügen aus Briefen und Anmerkungen Abba Achi Meirs und von Teilen seines Tagebuches durch den Dolmetsch für llehriiiüch der Kriminalpolizei Zwi Rosen. Aus einer der Aufzeichnungen ging hervor, daß an einem Sonnabend in Petacli Tikvvah eine Sitzung des revisionistischen Rates stattfand. Ein Teil der Teilnehmer war für die Ermordung Dr. Arlosoroffs. Der Tel- AwBvcr Revisionistenführer Dr. Wcinschall beantragte, daß man mit der Ausführung des Mordes bis nach dem Kongreß warten solle, und verließ, als sein Antrag nicht angenommen wurde, die Versammlung. In einer zweiten Auf- Zeichnung heißt cs, am Sonnabend abend sei eine Gesellschalt im Hause Achi Meirs zusammengekommen, und bei dieser Gelegenheit habe es einen ,,großen Sieg“ gegeben. Die Worte ״großer Sieg“ sind auch im Text unter Anführungszeichen gesetzt. Eine andere Bemerkung besagt, ״der Freund Englands, der das Brot des Machthabers esse“, sei von der Hand eines Unbekannten gefallen. In einem Abschnitt wird von Achi Meir der Unterschied zwischen einem politischen und einem nichtpolitischen Verbrechen eingehend erörtert, wobei Achi Meir erklärt, der politische Mord stelle sowohl für den Töter wie für andere einen positiven Akt dar. Beim Kreuzverhör mit diesem Zeugen ■wies Achi Meir eine! nach dem Mord herausgegebene Nummer des Organs der palästinensischen Revisionisten ״Chasith Haam“ vor, in der die tiefste Trauer anläßlich des Todes Arlosoroffs zum Ausdruck gebracht wird. Daraufhin legte der Staatsanwalt die Nummcades ״Chasith Haam" vom 16. Juni, dem Tage, an dem Arlosoroff ermordet wurde, vor. Diese Nummer ist erfüllt von heftigsten Angriffen gegen Ben Gurion und Arlosoroff. iiiwiiiiiiiiiiiHiiniiiiiititiiitiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiitniiliiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHitiitiiitiiiitiiiiiiitiiiiii'iiiiiiiiiiiimiiiiiitiiiiiiiiniiiHiiiiiiiiiiiiiiininiiiiiiitiiiiiiitimitffliiiitimiiiiwtiiiiiiiniiiiniiniiniiiitimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiitmin Eine Transfer-Genehmigung für jüdische Auswanderer nach Palästina Eine von verschiedenen Zeitungen gebrachte Meldung über ein Abkommen zwischen der Reichst•egienmg und einer Treuhandgesellschaft über die Durchführung des Transfers von Geldern reichsangeliörigcr Juden nach Palästina, unu zwar in Verbindung mit zusätzlichen Exporten, wird von zuständiger Stelle als in dieser Form nicht zutreffend bezeichnet. Die Verhandlungen seien noch nicht ganz abgeschlossen. Eine Mitteilung über ihr Ergebnis werde zu gegebener Zeit erfoigen. * Wie wir erfahren, handelt es sich bei der vorstehenden Meldung um eine Genehmigung in einer Gesamthöhe von 3 Millionen Mark, die es den jüdischen Auswanderern nach Palästina ermöglichen soll, die ihnen für die Errichtung einer Existenz in Palästina freigegebenen Mittel in Form eines organisierten, bei einer unter Führung der Anglo Palestine Bank in Gründung begriffenen Treuhandgesellschalt zentralisierten Exports deutscher Waren nach Palästina zu transferieren. Nähere Einzelheiten über die Ausführung dieser für die Förderung der Auswanderer nach Palästina wichtigen Genehmigung werden demnächst veröffentlicht werden. KompensatloDsgescbätt Deutschland - Palästina Der Deutsche Landbande1s־Bund e. V. teilt, wie di® ״Voss. Zeitung“ von 27. August meldet, folgendes mit: Die Frag® der Förderung des Exportmarktes ist auch für den nationalsozialistischen Staat eine Selbstverständlichkeit. Da aber die fast von allen Staaten aufgerichteten Zollmauern einen regulären Warenverkehr nicht mehr zulassen, müssen neae Wege des internationalen Warenaustausches beschriften werden. Vor allem unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsbeschaffung hat der DER. jetzt ein für Deutschland günstiges Austauschgeschäft in die Wege geleitet.. Es handelt sich dabei um ein Kompensationsgoschüft mit den Ländern Palästina und Syrien, das die Hereinnahme von Jaffa-Apfelsinen im Werte von 8 bis 10 Mill. RM. vorsieht. Dafür wird Palästina deutsche Industrieerzeugnisse in doppcltem Werte, also für rd. 20 Milk RM., einführen. Für die Ausfuhr nach Palästina sind hauptsächlich folgende Erzeugnisse der deutschen Industrie vorgesehen: Röhren, Rundeisen, landwirtschaftliche Maschinen, Motoren, Kühlschränke, Düngemittel, Sämereien, Textilien, Haushaltung«- artikel sowie Maschinen itlr dort zu errichtende Hausindustrien, wie Knöpfe, Feinlederwaren, Korbmöbel usw. Bei diesem Austausch ist noch hervorzuhelven, daß sowohl die Hinals auch die Rückfracht durch deutsche Schilfe aasgelührt wird. Man hat ferner berechnet, daß durah dieses Geschäft die Xoileinnahmen um rd. 1 Mill- RM. erhöht werden. Zur Festlegung der notwendigen Einzelheiten ist eine deutsche Kommission mit Zustimmung des Reichsernährungsministeriums gebildet worden. Aus der palästinensischen Industrie Wie die ״Frankfurter Zeitung“ vom 28. August meldet, will die Palest ine Potash L t., die ant Toten Meer Kaliherstellung betreibt, eine Kapitulerhöhung um Lst. 147 000 vornehmen, nachdem erst i. V. Lst. 40000 beschafft worden waren. Das bei der Gründung 192!) geplante Kapital von I st. 400000 ist nunmehr voll gezahlt. Die Gesellschaft hat 1932 auch auf dem amerikanischen Markt Fuß gefaßt. An Rohsalzen wurden mehr als 100 000 (13 000) t gewonnen, was nur unter Vergrößerung der Verdunstungsflächen auf 700 (500) acres erreicht werden konnte. Die Bromfabrik besitzt z. Z,. nach Errichtung einer zweiten Anlage mit doppelter Kapazität jetzt eine Tagesleistung von 3 t raffiniertem Brom. Die neuen Mittel werden zur Erweiterung der Kalilabrik verwandt, da seit Beginn 1932 ununterbrochen in drei Schichten gearbeitet werden mußte. Weiter soll nach französischen Nachrichten eine Gruppe französischer Kapitalisten unter Führung der Firma R. Gaston - Dreyfus & Co., die bereits erhebliche Interessen in verschiedenen Brauereien Asiens und Afrikas besitzt, die Gründung einer Brauerei in Palästina vorbereiten. Die Gruppe stehe in Verbindung mit der Soc. Technique de Brasserie in Paris, deren Gründung kürzlich gemeldet wurde. Sie verhandelt mit der Sociötö Cooperative Vigneronne in Rischon ie Zion wegen Pachtung eines Teiles der Keller von Rischon le Zion, wo die neue Brauerei eingerichtet werden soll. Die Verhandlungen sollen nahezu abgeschlossen sein. Dr. Simon Rawidowicz, Berlin, ist als Dozent für Philosophie an das Jews’ College in London berufen worden. Dr. Rawidowicz ist der wissenschaftlichen Welt insbesondere durch zwei große Arbeiten bekannt geworden, durch eine umfassende Monographie über Nachman Krochraal in hebräischer Sprache und durch das vor kurzem erschienene Werk über Ludwig Feuerbach. Der jüdische Scluihwarenhändier Siegbert Mann aus Lorsch bei Bensheim a. d. Bergstraße wurde in Worms von einem SA.-Mann festgenommen, weil er sich als N a t i o - na!Sozialist ausgab und einem Geschäftsmann das unter seinem Rockkragen befestigte Abzeichen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zeigte. Dem falschen Nationalsozialisten wurde das Parteiabzeichen abgenommen, er selbst wurde einige Zeit nach Osthofen gebracht. Nun hatte er sieh wegen unberechtigten Tragens des Ab- Zeichens vor der Ferienstrafkammer Mainz zu verantworten. Das Gericht erkannte auf einen Monat Gef ä n g n i s, Aus dem Naumann-Lager Das Augustheft der Zeitschrift des Verbandes nationaldeutscher Juden veröffentlicht mehrere Artikel, die es verständlich erscheinen lassen, daß der ״Völkische Beobachter“ in seinem von uns in Nr. 67 der ״Jüdischen Rundschau“ zitierten Artikel von diesem Verband feststellt, daß ״dessen plumpe und verächtliche Anbiederungsversuche manchmal pathologisch anmuten“. Uns überrascht nicht, daß sich diese Herren dabei der üblichen denunziatorischen Methode bedienen und Schmutz über Schmutz auf das Haupt ihrer eigenen Gemein- Schaft häufen. Diese Würdelosigkeit kann unseres Erachtens bei jedem aufrechten Deutschen nur tiefste Verachtung Hervorrufen. So wird z. B. in einem Artikel erklärt, daß es in Italien keinen Antisemitismus gäbe, weil dort die Voraus- Setzungen fehlen und es ״in diesem innerlich beruhigten Lande diese Selbstwehr des Volkes gegen Schmarotzer nicht giht“ An einer anderen Stelle_ desselben Artikels heißt es, daß es vor allem in Italien keinen Zio* n i s m u s gäbe, ein« Behauptung, die mit den Tatsachen in scharfem Widerspruch steht. Bekanntlich hat auch_ Mussolini sich wiederholt bewundernd über den Zionismus geäußert und auch jüdischen Studenten aus Palästina und anderen Ländern die italienischen Universitäten weit geöffnet, nicht nur aus Humanität, sondern aus klar verstandener italienischer Kultur- Propaganda. Aber darüber haben wir mit den Herren von der Naumann-Gruppe kaum zu polemisieren. Erwähnt werden muß nur der Artikel eines Herrn Erich Qriinau, dessen Schlußabsätze folgendermaßen lauten: ״Das Gefährlichste am heutigen Zionismus ist seine enge Verbindung mit dem Kommunismus, Diese Verbindung konnte nur liergestellt werden, weil es ein jüdisches Nationalgefühl nicht gibt, und weil der Zionist in Europa, Amerika oder sonstwo außerhalb Palästinas keine Nahrung und Anregung unmittelbar vom Boden Zions empfangen hat. Und dieser einmal aufgenommene Kommunismus ist unausrottbar auch bei den Zionisten, die schließlich in Palästina selbst landen. Christliche Theologen, die längere Zeit in Palästina weilten, waren entsetzt über das kommunistische Gebaren der meisten dort eingewanderten Juden. Und deutsche Juden, die, ohne eigentlich Zionisten zu sein, nach Palästina gezogen waren, nur weil sie die wirklichen Ursachen des Antisemitismus nicht er• kannten, schrieben an ihre Freunde nach Deutschland, daß sie mit den Familien schwäbischer Kolonisten und fast gar nicht mit zionistischen Juden verkehren. Die Regierung der nationalsozialistisehen Revolution sollte den Zionismus verbieten. Die Judenfrage wird verewigt, wenn die Agitation der Zionisten weiter gestattet wird. Palästina ist schon heute übervölkert und kann niemals mehr das Land einer jüdisehen Nation werden. Wer im deutschen Nationalstaat Ghettogefühle hat, soll unter Fremdenrecht gestellt werden. Den Versuch der Erziehung dieser Fremden zu Deutschen überlasse man den Juden, die im Deutschtum aufgegangen sind. Mir scheint, daß heute die Zeit für das wahrhaft gedcihliche Wirken eines jüdischen Judenkommissars gekommen ist. Und dieser Judenkommissar wird heute kein neuer Pfefferkorn sein.“ (Sperrungen von uns — Red. ״J. R,“.) Wer hat im deutschen Nationalstaat ״Ghettogefühle“? Der Artikel von Grünau ist ein einziges Ghettoprodukt. Jedenfalls ist es nett von Herrn Grünau, der deutschen Regierung Ratschläge zu geben, wen sie unter Fremdenrecht stellen soll. Aber was Pfefferkorn betrifft, so sind die Herren vom Verband nationaldeutscher Juden freilich sachverständig. Arierparagraph für Kirchenbeamfe Die Brandenburgische Provinzial-Syno&e hat den Be־ Schluß gefaßt, eine« Antrag an die Generalsynode zu stellen, durch aen der Arier-Paragraph entsprechend dem Berofsbeamfcen-Gesetz in der Kirche eingeführt wird. Nach dem Bericht der ״Voss. Zeitung“ vom 25. Ang. wird die Generalsynode in diesem Antrag gebeten, ״durch Kirchengesetz zu bestimmen, daß für Pfarrer, Kirchenbeamte, Kirchengemeindebeamte und für sämtliche christlichen Angestellten hinsichtlich der Weilerbeschäftigung und Neu- Einstellung die gleichen Grundsätze geltem, die für die Reichs-, Staats- und Komraunalbeamten gelten, entsprechend dem Gesetz zum Schutz, des Berufsbeamtentums“. Zu diesem Antrag gab Pfarrer Jacob! im Namen der Gruppe ״Evangelium und Kirche“ folgende Erklärung ab: ״Eine Uebertragung der Grundsätze der staatlichen Gesetze über das Bernfsbeamtentum auf Träger kirchlicher Aemler widerspreche dem Wesen der Kirche. Wir lehnen daher den Antrag ab.“ In namentlicher Abstimmung wurde der Antrag mit 132 Stimmen dafür und 48 Stimmen dagegen angenommen. Bade verbot in Wannsee aufgehoben Das vor einigen Tagen veröffentlichte Verbot des Besuches des Freibads Wannsee durch Nichtarier ist aufgehoben worden. Das vor dem Freibad aufgestellte Verbotsschild ist entfernt worden. Sicherheitsdienst aut der Leipziger Hesse De« sächsische Ministerpräsident von Killinger äußerte sich einem Pressevertreter gegenüber zu der Frage, ob während der Leipziger Messe irgendwelche Un- Sicherheit für Ausländer oder Andersrassige bestehe. Er erklärte kategorisch, daß jeder Ausländer, gleich weleher Rasse, ruhig zur Leipziger Messe kommen und sicher sein könne, stets als geachteter Gast behandelt zu werden. Das Ausland müsse sehr wohl wissen, daß in Deutschland Ordnung und Sicherheit herrsche. Trotzdem habe er aber noch besondere Anweisung an die Polizei erteilt, während der Messetage den Sicherheitsdienst zu verstärken. Wenn Leute wegblieben, so geschehe dies nur aus völlig unbegründeier Furcht oder aus Unkenntnis der in Deutschland herrschenden Verhältnisse. ״Ja-Sagen zum Judentum." Die Sammlung von Leitaufsätzen der ״Jüdischen Rundschau“ aus der Zeit vom März- Juli 1933 ist unter dem Titel ״Ja-Sagen zum Judentum!“ soeben erschienen. Diese Buchausgabe ist auf zahlreiche Anregungen aus Leserkreisen zuriiekzuführen; viele unserer Freunde haben den Wunsch geäußert, die wichtigsten Aufsätze dieser Zeit in handlicherer Form zusammengefaßt zu besitzen. Es ist anztinchmcn, daß sich diesem Buche ein starkes Interesse zuwenden wird. Das Buch ist auch äußerlich geschmackvoll ausgestattet und für den Preis von 2,85 M. durch 'jede Buchhandlung oder direkt vom Verlag der ״Jüdi• sehen Rundschau“, Berlin ■W. 15, Meinekestr, 10, zu beziehen. Nr. Je stehen( Ben Z p o 11, Aaroi missioi vorord] Verord Tel-Av!1 ntersE Svmpn Hi teilt, is schule, entspri Schüler entspre Schüler bereitu Nach { Schluß? bis 70 i Adress! Ne J ahres unparti streng prinzipi eine re provisc Benno sehe! men. ( Avviw, Gc liner \ Jahre j Gottes! für Di B. Z. V wi! :bri dienst Karten Wallne Es Besitz sind. 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