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Jüdische Rundschau · 1933-08-25 · Heft 67 (25.8.1933) · p. Seite 450

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 67 (25.8.1933)
Date
1933-08-25
Page
Seite 450 (sequence 2)
Language
German
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Seite 448 Nr. 67, 25. VHT. 1933 ל4ו! ־ f .•'I tr' ״14 ־1 l ־1 r |; «I •, JÜDISCHE RUNDSCHAU N> Alle Maßnahmen, die auf die Auswanderung van Juden aus Deutschland abzielen, müßten doch die Billigung der nationalsozialistischen Bewegung finden, deren Wortführer immer ,wieder erklären, daß ein Verbleiben der Juden in Deutschland unerwünscht sei. Es ist also unbegreiflich, wieso gerade der ״Völkische Beobachter“ meint, noch andere Motive suchen 211 müssen als die drängende Not. Der Schlußabsatz des Artikels von A, R. beginnt mit den Worten: ״Welche Haltung Deutschland in Zukunft zum gesamten Problem einnehmen wird, wird ganz von den Ergebnissen des Kongresses und von den Taten der Führer der Judenschabt in aller Weit abhängen.“ und faßt schließlich seinen Standpunkt in folgender Weise zusammen: ״Der Nationalsozialismus hat dieses Thema nicht vom! Zaun gebrochen, sondern es ist ihm als eine Schicksalsauf- I gäbe übertragen worden und trotz allem, was in | Die Eröffnung$~Siiz1mg Dem ITA-Bericht aus Prag entnehmen wir: Die feierliche Eröffnung des XVIFI. Zionistenkongresses am Abend des 21. August im Theater Lucerna in Prag gestaltete sich zu einer machtvollen Kund* gebuttg jüdischen Erneuerungswillens und war von dem tiefen Ernst vollen Vcrantwortungsbewufitseins an* gesiclits einer besonders kritischen Lage der Judenheit in den Ländern der Zerstreuung getragen. Das Interesse, das die breite Oeffentlichkeit diesmal der Tagung der obersten Instanz der zionistischen Bowegung entgegenbringt, übertrifft womöglich noch die gespannte Aufmerksamkeit, mit der sonst die öffentliche Meinung den Verhandlungen des Kongresses folgt. Der Andrang zur Eröffnungssitzung war außerordentlich. 5(X)0 Menschen füllten den festlich geschmückten Saal, während weitere 2000 vor dem Kongreßgebäude vergehlieh Einlaß suchten, hin Aufgebot von über 200 Schutzleuterr und eine große Zahl von Geheimagenten waren bereitgestellt, hatten jedoch keinerlei Gelegenheit, einzugreiten. Die Versammlung im Saale bot ein eindrucksvolles Bild. Auf der Kongreßtribüne hatten neben den führenden Persönlichkeiten der Bewegung, der Exekutive und den Mitgliedern des Aktions-Comites Vertreter der tschechoslowakischen Regierung und der Stadt Prag, sowie eine große Zahl ausländischer Diplomaten und Repräsentanten jüdischer und nichtjüdischer Körperschaften in einer besonderen Reihe Platz genommen. Die Eröffnungsrede des Präsidenten der Zionistischen Organisation, Nahum Sokolow, der in hebräischer Sprache begann und jene Stellen seiner Ausführungen, die Begrüßungen für Vertreter anderer Länder enthielten oder sich an die Umwelt wandten, selbst ins Französische bzw. Englische übersetzte, wurde mit atemloser Spannung angehört Namens der englischen Regierung begrüßte Gesandter Gurney den Kongreß und gab die Versieherung ab, daß England jederzeit bereit sei, die ihm durch das Palästina-Mandat übertragene Aufgabe zu erfüllen. Der Vertreter der tschechoslowakischen Regierung, Pavln, hielt eine französische Bcgrüßungsansprjehe, in der er die Bedeutung der zionistischen Bewegung als der Trägerin des jüdischen Frciheitswillens würdigte und die Sympathie seiner Regierung zum Ausdruck brachte. Warme Begrüßungsworte für den Kongreß fanden auch der Repräsentant der Stadt Prag und die Vertreter der verschiedenen Organisationen. Besonderen Eindruck machte eine vom Präsidenten des Jcwish Board of Deputies, Neville Laski, namens des Board abgegebene Erklärung, die ein Bekenntnis dieser repräsentativen englisch-jüdischen Körperschaft zu den Zielen und Aufgaben des Zionismus enthielt. Eine tief empfundene Gedenkrede auf das in so tragischer Weise ums Leben gekommene Mitglied der Zionistischen Exekutive, Dr. Chain! Ariosoroff, hielt der palästinensische Arbeiterführer ßerl Katznelson, der erklärte, Arlosoroffs Geist wirke unsterblich in der Bewegung fort und sei auch in dieser Versammlung־ zugegen. Diese Gedanken Katznelsons kamen auch symbolhaft in einer Anordnung der Kongreßleitung zum Ausdruck, die einen Stuhl am Präsidiumstisch zur Rechten des Präsidenten Sokolow für den toten Zionistenführ er freigelassen hatte. Die Versammlung ehrte das Andenken Arlosoroffs durch Erheben von den Sitzen und minutenlanges tiefes Schweigen. Sokolows Eröffnungsrede Einleitend entbot Nahum Sokolow seine Grüße der Tschechoslowakei als Gastgeberin des Kongresses. Fr richtete hierauf herzliche BegrüfSungswortc a!1 die erschienenen Botschafter und Gesandten und wies darauf hin, daß die Fundamente der Emanzipation wie von einem Erdbeben erschüttert sind. Ein Gebilde, an dem Generationen gebaut haben, ist plötzlich von einem Sturm hinweggefegt worden. Schon vor 36 Jahren sah Theodor Herzl in höchster Sorg* diese Lawine herannahen. Die Assimilation bemühte sich, unser Volk glauben zu machen, der Antisemitismus sei eine vorübergehende, rasch überwundene Episode. Die assimif itorisch und antizionistisch orientierte Jud e nheit verengte das Problem fundamental und absichtlich, indem sie es nur von Fall zu Fall, iokalund momentan, durch Beschönigung und Bemäntelung apologetisch behandeln wollte. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat es Philanthropie allein vermocht, ein um seine Existenz bedrohtes Volk durch Barmherzigkeit zu retten. Sie kann innerhalb eines normalen Volkes helfen, aber sie kann nicht dort Wunder schaffen, wo die Existenzgrundlage zerstört ist. Der tiefe Unterdiesen 14 Jahren dem deutschen Volk seitens derjuden schaftangetan worden ist, hat sich die große Bewegung einer Volksrache enthalten und in gesetzlicher Weise unter Berücksichtigung der Teilnahme der Juden am Kriege und ihrer Verluste nach Möglichkeit die Schärfe vermieden. Wir erblicken deshalb in der Lösung der Judenfrage nicht einen Akt persön- Iicher Gehässigkeit, auch nicht ein Hervortreten eines sogcnannten Chauvinismus, sondern einfach eine natürliche Selbstbesinnung der deutschen Nation auf jene Grundlagen, aus denen einst die deutschen Städte, das deutsche Rechtsleben, die deutsche Kunst und Wissenschaft erwachsen sind. Wenn die Juden an einem anderen Ort der Welt sich ein Eigenheim bauen wollen, so ist dies ihre Angelegenheit. Es bliebe dann nur Sache der Völkerpsychologie, zu erforsehen, ob nicht dieser Versuch der Nachahmung der europäischen Staatengebilde an der inneres! Struktur der jüdisehen Gemeinschaft Schiffbruch erleiden muß.“ (Sperrungen wie im Original.) schied der Weltanschauung zwischen uns und unseren Gegnern ist der: hier eine kollektive historische Kontinuität, die auf ein starkes Gedächtnis angewiesen ist, dort eine fragmentarische Reproduktion, die sich im Augenblick auslebt und auf Gedacht״ nisiosigkeit eingestellt ist. Die Versäumnisse der Vergangenheit miissen jetzt nachgehoit werden. Der Sinn des Zionistenkongresses besteht eben darin, daß wir öffentlich vor der Welt mit unseren Gedanken und Forderungen, Stärken und Schwächen auftreten. Nach dem Worte Herzls soll man überall erfahren, was der Zionismus in Wirklichkeit ist: eine gesittete, gesetzliche, menschenfreundliche Bewegung nach dem alten Ziel der Sehnsucht unseres Volkes. Der Zionismus muß heute im Lichte der neuen Situation eine Angelegenheit des ganzen jüdischen Volkes und der ganzen ziviiisierten Menschheit werden. Wir richten folgende Frage an die zivilisierte Welt: Wie denkt Ihr Euch die Sicherung der weiteren Existenz des jüdischen Volkes, da man die Axt an die Wurzel seines Daseins gelegt hat? Soll dieses Volk immer und ewig von Land zu Land, seines historischen Landes beraubt, uirrlicrirren? Die Tragik unserer Lage können wir weder durch Entmutigung noch durch Aufregungen und leidensdiaftliche Reden überwinden. Unser Programm ist in wenigen Worten gegeben: Wir erstreben eine lebendige Einheit unseres Volkes in Erez Israel, das Beharren auf dem Wege der Autoemanzipation, insbesondere mit Hilfe nationaler Mittel. Bei aller Gegensätzlichkeit und bei der nachdrücklichsten Betonung unserer eigenen Grundprinzipien dürfen wir auch nicht vergessen, daß jüdische Organisationen unter allen Umständen einen gemeinsamen Boden für die Lebensrettung des Volkes behalten müssen. Noch nie stand das jüdische Volk wie jetzt unter dem Eindruck des Leidens in großen Teilen der Diaspora und des Glanzes nur in Erez Israel. Das Land der Verheißung hat begonnen, das Land der Erfüllung zu werden. Sollten auch nach den Erfolgen manche Rückschläge kommen, so ist doch im großen ganzen der Fortschritt des Werkes gesichert. Es stehen vor uns zw ei Wege: der leichtere ist der, das Opium des inneren Streites anzuwenden, das ewige Protestieren, das Wecken übertriebener Hoffnungen auf dieses oder jenes vorgeschlagene Mittel. Der schwere Weg hingegen ist die Verzehnfachung der Arbeit unserer Organisation und ihrer Fonds, die unaufhörliche Aufkiärungsarbeit, die schwere Arbeit der Erziehung, die Aufrechterhaltung unserer guten Beziehungen zur Außenwelt. Wir haben den schweren Weg gewählt, weil er der einzige ist, der zum Ziele führt. Ich hoffe, daß der XVIII. Zionistenkongreß der Rettung unseres Volkes dienen und Erez Israel einen großen Schritt weiterbringen wird, ein ruhiges, sicheres, glückliches Heim für unser Volk zu werden. Politisches Referat Professor Brodeiskys Am Dienstag, dem 22. August, Vormittag, begannen die Arbeilssitzungen des Zionistenkongresses 1m großen Saale des Repräsentationshauses der Stadt Prag. Die Dienstag-Vormittagssitnmg war kurz und im wesentlichen auf die Erstattung des politischen Referats durch Professor Brodetsky beschränkt. Brodetskv gab in seinem Referat einen Ueberblick über die Entwicklung der englischen Palästinapoiitik seit dem letzten Kongreß, stellte fest, daß in der Haltung der Mandatarmaclit zum jüdischen Palästina-Aufbau seither eine eiltscheidende Wendung zum Besseren «ingetreten sei, gab aber gleichzeitig seiner tiefen Besorgnis im Hinblick auf gewisse teils bereits eingetroffene, teils geplante Maßnahmen, durch die Bodenkauf und Einwanderung erschwert werden, Ausdruck. Er besprach die verfrühte Veröffentlichung des F r cn c h - B e r i c h t s, die in ihm enthaltenen Vorschläge betreffend die Wiederansiedlung dislozierter Araber und einen erweiterten Pächterschutz und unterzog die Behauptung, daß die jüdische Kolonisation eine Verdrängung von Arabern mit sich bring«, eingehender Kritik. Er erhob ferner Einspruch gegen die stiefmütterliche Behandlung der jüdischen kulturcllen Institutionen durch die Palästina-Regierung-, wenn auch festzustellen sei, daß die Regierung ihre Beiträge für jüdisches Erriebungs- und Gesundheitswesen erhöht hat. Mit allem Nachdruck betonte Brodetsky, daß der Palästina-Aufbau nur sinnvoll sein könne als Versuch zur Lösung der Judenfrage durch Massenkolonisation. Professor Brodetsky streifte sodann die Frage des Legislative Council 11 na des Status der Juden in Palästina, sowie das Verhältnis zu den Arabern. Zum Schluß betonte er die Wichtigkeit einer Aktion zur Aufklärung der Weltöffentlichkeit über die Lage des jüdischen Volkes und die Bedeutung Palästinas für seine Erlösung. Soeben erschienen! Schriftenreihe der Jüdischen Rundschau - Neue Folge — l. Zionismus und Zionistische Organisation Der Zionismus und sein Werk Von Dr. Georg Herlitz Eine kurze Einführung In die Geschichte der Zlonietiechen Organisation, ihren Aufbau und ihre Leitungen, und in die Tätigkeit der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Pr«l■ 30 Pfmnlg. B»l PotthMtellung SS Pfennig In Briefmarken •ineenden Unentbehrlich für unsere neuen Leser und für die Informierung Jüdischer und nlchtjüdlscher Interessenten. 316 Delegierte In der Naclimiftagssitzung vom 22. August erstattete Senator Dr. Ringel den Bericht des K o!1 g r c ß ge r i c h t es über die Verteilung der Mandate, aus dem hervorgeht, daß in der ganzen Welt 828 <182 Schekalim verkauft wurden, eine Zahl, die seit dem ietzten Kongreß bedeutend gestiegen sei. Beim Prager Kongreß haben sich, berichtete Dr• Ringel weiter, 316 Delegierte eingefunden. Es sind alle Länder der Welt bis auf Sowjetrußiand, Deutschland und Persien, vertreten. Städtische Kolonisation Sodann referierte das Mitglied der Exekutive, H. Färbstein, über Probleme der städtischen Kolonisation in Palästina mit besonderer Berücksichtigung des jüdischen Mittel- Standes. Die Exekutive der Agency hat in einem Memorandum betont, daß die Entwicklung der Industrie in Palästina einzig und allein davon abhänge, wie groß die Zahl der Juden ist, die bereit sind, mit ihrem Vermögen und ihren Erfahrungen nach Palästina zu kommen. Die neue Industrie hatte keine Tradition. Unter solchen Bedingungen muß mail sich wundern, daß sich trotzdem eine jüdische Industrie entwickelt habe. Fabriken wurden errichtet, Industrien geschaffen. Die Juden mußten auf eigene Faust mit Experimenten beginnen. Die Industrie wurde bei ihrem Aufbau durch die Schaffung elektrischer Kraft unterstützt. Der natürliche Markt für die jüdische Industrie ist Palästina mit seinen Nachbarländern. Unsere Landwirtschaft basiert auf einer einzigen Gattung von Produktion, während die Industrie zahlreiche Waren produziert. I>ie Großindustrie ist nicht quantitativ, sondern qualitativ bedeutend. Die Klein- und Mittelin dustric wurde nicht hoch genug von der Diaspora eingeschätzt. Es ist interessant festzustcllcn, daß die allgemeine Meinung innerhalb des Jischuw dahin geht, daß die Absorbierungsmöglichkeit der Klcinindustrie gering einzuschätzen sei. Man muß bemüht sein, die Anzahl der Unternehmungen in besonders begrenzten Zweigen nicht über ein allzu hohes Maß hinauswachsen zu lassen. Leider hat man bei der Verteilung der Zertifikate die Forderung der Industrie außer Acht gelassen. Die jetzige Organisation der Immigrationsangekgenheiten fordert gründliche Aenderung. Noch ein Faktor hindert die Entwicklung der Industrie und des Handels. Die Mandatsregierung hat das Prinzip festgelegt, daß nur Leute bis zu ihrem 35. Lebensjahr für die Immigration geeignet sind. Dieser unrichtige Standpunkt macht unsere Arbeiten schwerer.־ Man kann die Regierung־ nicht beschuldigen, daß sie im Prinzip der Industrie gegenüber negativ eingestellt ist. Es sind Jahre vcirgangen, bis man di« Regierung überzeugen konnte, ein Gesetz für Rückerstattung von Zöllen für veredelte Ware zu erlassen. Eine Entwicklung der Industrie ohne einen Zollschutz ist unmöglich. Trotzdem muß hervorgelioben werden, daß die Bedingungeii für die Industrie viel günstiger sind. Allen Hindernissen zum Trotz entwickelt sich die Kleinindustrie im raschen Tempo. 70 0/0 der Erzeugnisse finden ein günstiges Absatzgebiet. Durch Schaffung von Handelsagenturen soll der Absatz noch vergrößert werden und es ist sicher, daB hier die erforderlichen Resultate nicht ausbleiben werden. Präsidialsekretär Dr. Gelber verliest einen Beschluß des Aktions-Comites, w onach in dem Raum der Delegierten keine Uniformen getragen werden dürfen. Der Kongreß nimmt diese Mitteilung mit lebhaftem Beifall zur Kenntnis. Hierauf hält der Leiter der landwirtschaftlichen Versuchs- Station der Jewish Agency, J. Wilkansky, ein Referat über die Probleme der landwirtschaftlichen Kolonisation Palästinas. Referat Wilkansky Es gibt wenige Länder, in denen der Unterschied zwischen der potentiellen und tatsächlichen Möglichkeit so groß ist wie in Palästina. Die Optimisten sehen in den verborgenen Aussichten gewaltige Möglichkeiten, die Pessimisten blicken auf die Zukunft vom Standpunkt der beschränkten Gegenwart. Im Laufe der letzten zehn Jahre hat Palästina die größten Errutigcnschaften in seiner Volkswirtschaft erlangt. Es wurde die gemischte Wirtschaft in ihrem gegenwärtigen Aufbau errichtet. Der Einek versorgt mit Milch, Eiern, Gemüse und verschiedenen Flüchten den jüdischen Jischuw. Eine moderne Wirtschaft von 100 Dunam ist imstande, 20 Familien mit Milch zu versorgen, 6 Familien mit Eiern, 3 mit Geflügelfleisch, 2 mit Gemüse und 4 mit verschiedenen Früchten. Die bestehenden Wirtschaften sind imstande, ohne große Investitionsausgaben 20 Millionen Liter Milch zum Verkauf zu produzieren. Die Produktionskraft in allen Zonen des Landes ist um ein vielfaches größer als die Aufnahmefähigkeit des inneren Marktes. Wir dürfen für die nächste Zukunft nicht auf den einfachsten Boden und die schwerste klimatische Zone im Lande verzichten. In bezug auf die Auswahl der Ansiediung?- zonen und der Wirtschaftstypen muß festgesetzt werden, was früher kommt und was später folgt. Bei der Auswahl der Zone kommt die Küstenzone als erste in Betracht, als zweite die Täler über dein Wasserspiegel, als dritte die Täler unter dem Wasserspiegel und als letzte die Gebirgskette. Die Produktionsfaktoren, die die Konkurrenzfähigkeit der Feldgetreidc bestimmen, sind: mildes Klima, günstiger Boden, Wasser und Monopolfrüchte. Bei der Wahl der Wirtschaftstypen: die Citri: fruchte, die intensiven Mosaikwirtschaften, die extensiven Arneliorationswirtschaften und jeder Wirtschaftstypns in seiner natiirlichen Zone. Die Fläche der Citruspflanzungen nimmt van Jahr zu Jahr zu und ihre Bedeutung in unserem wirtschaftlichen Bewußtsein nimmt ab. Die Citrusproduktion ist nicht nur ans der Weltkrise unverletzt hervorgegangen, sondern sie hat noch an Kraft gewonnen. Eine moderne Organisation dieses Zweiges mit allen Eroberungen der Wissenschaft und der Technik ist das Gebot der Stunde. Die Verbesserung der Früchte, sowohl ihrer Qualität und der Schönheit der Form, müsse gemacht werden, damit die Citrusfrüchte Palästinas nicht von ihrer Ehrenstetlung entfernt werden. Der Volkswirtschaft in Palästina fehlen noch einige wichtige Grundlagen für ihren Ausbau. Durch intensive Aufbauarbeit wird aber auch diesem Mangel abgeholfen werden. Die Wirtschaften des Keren Hajessod, die etwa WO Einheiten zählen, befinden sich auf der Scheidegrenze zwischen Aufstieg und Stillstand. Ihre völlige Gesundung Hegt in der Produktion von Fleisch, Milch und Eiern. Alles was im Lande lebt, blüht und gedeiht, unterliegt jahrelanger Forschung. Und der Unterricht ist nicht möglich auf Grund von Lehrbüchern, die unter einem anderen Himmel, in einem anderen Lande geschaffen wurden Unsere Forschung, die wir peinlich pflegen, wird uns den Weg, den wir zu einer erfolgreichen Landwirtschaft zu beschreiten haben, weisen. Adolf Böhm über nationale Kolonisation ln der Vormittagssitzung vom 23. d. M. hielt Adolf Böhm (Wien) sein Referat über die Notwendigkeit der nationalen Kolonisation in Palästina. Böhm gab in seinem Referat eine Analyse des Wesens der nationalen und der privaten Kolonisation und führte den Nachweis, daß ei« Gegensatz zwischen beiden nicht bestehe, vielmehr beide aufeinander angewiesen sind. Das Referat gipfelte in der Forderung nach Schaffung einer zentralen jüdischen Boden• kaufsgesellschaft, die alle bestehenden Bodenkaufs• gesellschaften umfassen soll, um dadurch den Bodenerwerb zu organisieren und der Spekulation beim Bodenkauf wirk• sam entgegenzutreten. Verhandlungsberichi Inz erwiese nicht 1 über E durch De Präsidi fraktio! ordm nament nomme Da Erklär! P r ä s i beteilig meinen die Stil P r ä s i vertreti und G1 Da tete üb stina. I es sei i notwen darauf Palästi! gliederi sfinas Landwi wachse Schicht, die Te es vor, den lei Mensel 7 Miili geführt großen Aufme! Trust, ins Le! von gr Pflicht nehme, an den schließ In rate v Lock Keren I burt! Abschi fort. Dr der Jui Lands scher Ausfer v e r t zeitunj diese I Ersehe den si: nächst scharf det. Sc der J1 siroph: geht < Situatii aller E keit de sten d reden, doch r gen. 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