Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 66 (18.8.1933)
- Date
- 1933-08-18
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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933 Nr. €5. 18 Vin. 1933 JODrSCHE RUNDSCHAU Seite 437 Ion iußerst I ihr in gierten ׳zlichen n Vcr- »rs der | wurde, iericht: Kom• Arbeit I ise von I Wizoige zu | r Stadt I ten im [ r Exe• vorge• , worin |!komm• ns der | au Hative in I les Spo 1 tsche- :r Oe-! statt, t. Die I e von 1g der oder 1 festes wurde ו d pro rhöhen, lernung gliedern cht der |!tischen ichmen. r Wizo | onisten- :mpfoh-1 :rung sozialer Kontakt 1 Födc-1 na soll ite des i. Dem I Hierbei men in j Projekte •n sind, ie Vorjüdische rd- und!n. Die;n wird :hweren | d riacl׳ tgüedcr aten zu :hlageri, ie neue | Bes 011• tzenden die der ie engur Ver- 'sato- ) einen I en den itakt zu gruppen , einen zorganiie Mädie Koncksichtiie Mädischarah | die Beert, um I ermög-!ahl der len vor- Epstein, her, Soj I u t h ■ (anada), I es (Ru-1 (Transitcindler I tn: Ar- Hanna ißerdem terinnen 1 a frei- •de, da» Hapoa- :n. Die ׳ Ehrennen die emia) t ״Die »nferenz e spricht iche ist!bräisch, he, wa« 1 unten, iren die die de! liwiegerin Pa• hon de» Im Gerichissaal Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Tel-Awiw, 7. August 1933. Das Gerichtsgebäude in Jaffa, wo der Untersuchungsrichter den Mordfall Arlosoroff untersucht, ist ein simpler alter arabischer Bau an einem der schmalen Plätze der Altstadt und war bis vor kurzem als ,Postgebäude in Betrieb. In dem großen Korridor drängt sich eine Menge von Neugierigen, die der Verhandlung beiwohnen wollen. Es ist nicht leicht, hincinzukommen; der Gerichtsdiener hält zusammen mit einem englisehen Polizisten strenge Wache. Nur die Presse ist zu gelassen und von der Masse nur ein Teil, soweit er auf den engen Bänken Platz hat. Der Saal ist dürftig und klein. Auf den Presschänken drängt man sieh zusammen. Die revisionistische und bürgerliche Presse ist stark vertreten. Zwei Redaktcurc des ״Chasitli Haarn“, des revisionistischen Blättchens, die auch unter den Verhafteten der letzten Wochen waren und jetzt in Freiheit sind, zeigen eine besondere Aktivität. Auf der Anklagebank sitzen bereits statt einem drei. Außer Stawskv, der zuerst verhaftet wurde und als der eine der beiden direkt an dem Attentat Beteiligten bezeichnet wird, sitzen dort M inz und Rosen bl alt. Es werden diesen beiden die Anklage lind dann die Zeugenaussagen der letzten Verbandhingen vorgelegt, die sie noch nicht kennen. Alles nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, die Ucbersetzungen nehmen kein Ende, zuerst arbeitet der Dolmetsch aus dem Englischen ins Hebräische, dann ins Jiddische. Demi die Verteidigung, die unterdessen auf drei Anwälte angewachscn ist, erklärt, daß ihre Klienten kein Hebräisch verstehen. Es folgen die Aussagen des Direktors der Geheimpolizei, der zum ersten Male der Oeffcutlichkeit die Tatsache in aller Form übergibt, daß die Witwe Arlosoroffs die Mörder erkannt habe. Ein weiterer Zeuge erscheint, der in seiner Eigenschaft als Beamter des Immigrationsdepartements am Vorabend des Mordes mit Stawsky verhandelt hat. Die Angeklagten sind sehr verschiedene Typen. Stawsky, breit mit einem dicken Kopf und kleinen Augen, macht den Eindruck eines brutalen und uneingeschiichterten Menschen. Minz, ein Trainer für Schwergewichtler, ein Riese an Bau, nimmt überhaupt kaum Anteil an den Verhandlungen, erscheint geistig ebenso hilflos wie körperlich durchtrainiert. Rosenblatt, der angeklagt wird, den Schuß abgegeben zu haben, macht einen ganz anderen Eindruck. Klein, schmal und dunkel, erscheint er wie ein halbes Kind mit einem naiven Gesicht, dem Anzug, dem Benehmen, der Haltung nach wie ein Angehöriger der modernen Jugendbewegungen. Mitten in den Scharmützeln zv isehen Anklage tfnd Verteidigung, über die Zeugenaussagen weg, überfällt den Zuhörer immer wieder das Grausen, daß es wahr sein könnte: daß hier wirklich die Menschen sitzen, die diese Tat vollbracht haben, daß eine ganze Partei mit aller Macht daran arbeitet, diese Täter zu decken, daß vielleicht so manche glauben, daß dieser kleine Junge, der dort vor dem Richler sitzt, gut getan habe, und daß er selbst sich in seiner Vcrblendung vielleicht als einen wahren Pionier der Bewegung ansieht. . . . Wir sind erst in den ersten Stadien der Voruntersuchung. Der Prozeß hat noch nicht richtig begonnen. Die Recherchen haben bisher alle eindeutig in eine Richtung, die der Revisionisten, geführt. Es gibt keine anderen Spuren. Und wenn auch das Material noch zum Teil geheim gehalten wird und die Polizei sich auch vor dem Gerichtshof durchaus nicht beeilt, ihre Karten aufzudecken, so ist schon heute ganz klar, daß man nach Ansicht der Polizei es hier mit einem organisierten Mord zu tun hat, daß hinter den Ausführenden eine größere Gruppe von Menschen stand, daß eine illegale Vereinigung bestand, die terroristische Ziele hatte, und daß die Pläne dieser völlig verblendeten Fanatiker nicht mit diesem einen Schuß in Tel-Awiw erschöpft wurden. . . . Die Revisionisten leugn en nach wie vor in Bausch und Bogen. Sie arbeiten ohne jede Skrupel mit allen Mitteln, mit Mitteln, die man für absolut unwahrscheinlich halten würde, wenn man sich nicht durch den Augenschein immer wieder selbst überzeugte. Wie ihre Presse heute aussieht, davon einen Begriff zu geben, ist ausgeschlossen. Der gesamte Prozeß wird als eine ,.Provokation“ hingestellt, für die Arbeiter und ihre Führer sind die schlimmsten Beschimpfungen gerade ausreichend, die Gerüchte, die mit nie versagender Erfindungsgabe täglich neu in Umlauf gesetzt werden, spotten jeder Beschreibung. Es wird geleugnet; es werden andere beschuldigt; und für den Fall, daß der Gerichtshof doch sein ״Schuldig“ sprechen sollte, wird schon jetzt die Theorie vorbereitet, die alles als Angeberei, politische Manöver, Beeinflussung des Gerichts, Justizirrtum erledigen soll. . . . Trotz dieser zügellosen Kampagne, trotz der äußersten Skrupellosigkeit, bleiben die gereizten Arbeiter weiter still, I>ie Führer halten die Parole der ״Ordnung um jeden Preis“ nach wie vor aufrecht. Sie dringen damit durch, ln Tel-Awiw gellen Abend für Abend Hunderte an dem geöffneten Klub der Revisionisten vorbei, der an. einem der Verkehrszentren der Stadt liegt und — schweigen. Keilte Fensterscheibe wird eingeschlagen, niemand verprügelt, kaum jemals einer beschimpft. Es liegt in dieser Haltung fraglos eine ungewöhnliche Disziplin, ein bewußtes Uebersehen aller Herausforderungen. Aber es fragt sich, ob diese Ruhe um jeden Preis nicht auch große Gefahren in sich hat. Wenn die Dinge Monate hindurch so weiterlaufen, gewöhnt man sich. Man hat sich schon heute begönnen, zu gewöhnen. Das Leben drängt weiter, Palästina ist heute sehr beschäftigt; es liegt unter einer Einwanderungswelle, die sehr leicht alles andere überdeckt — und die Massen, die zu Beginn gegen ihren Willen ״Ordnung“ gehalten haben, überwinden die Aufregung. Viele, sehr viele, weigern sich heute noch — und wie verständlich ist das! — an die Schuld der Revisionisten zu glauben. Vielleicht wird der Prozeß so manchem die Augen öffnen, wenn er erst wirklich beginnt, wenn die Gedankenwelt aufgedeckt wird, aus der diese Pläne und diese Tat erwachsen sein können, sofern sich die Vermutungen der Poiizei als richtig erweisen. Aber bis dahin bleibt noch lange Zeit. Der hatb unterirdisch geführte Kampf vergiftet unterdes die Geister in einem Maße, wie wir es nie für möglich gehalten hätten. Es kommt nicht zu einer tiefen und ins Weite wirkenden Aufklärung, es kommt nicht zu einer Reinigung der Luft, die kaum mehr zum Atmen ist, nicht zu einer absoluten Scheidung der Lager. Diese Trennung, die unter Umständen teuer erkauft werden muß, ist jedoch umimgänglich, wenn wir nicht den schlimmsten Entwicklungen freien Lauf lassen wollen. AktionsComitee-Tagang In Prag Prag, 15. August. (J.T.A.) Die Mitglieder der Exekutive der Zionistischen Weltorganisation sind bereits vollzählig in Prag eingetroffen. Das Präsidium des Zionistischen Aktions-Comitecs berät gegenwärtig über die Festsetzung der Tagesordnung für die Sitzung des Aktions-Comitees. Die Verhandlungen gestalten sich im Hinblick darauf schwierig, daß die Linke eine Anpassung des Aklions-Comitees und seiner Beschlüsse an die durch das Ergebnis der Kongreß wählen geschaffene Lage fordert. Technisch soll dies dadurch geschehen, daß das Aktions-Comitce entweder durch Neuaufnahme von Vertretern der Linken erweitert wird oder daß überzählige A.-C.-Mitglieder, die der Großmann- Richtung im Revisionismus angehören, aus dem A.-C. ausscheiden. Die Vertreter der Linken stehen auf dem Standpunkt, daß das Aktions-Comitee in seiner jetzigen Zusammen- Setzung nicht das Recht, habe, den Kongreß betreffende Beschlüsse zu fassen, die über rein formelle organisatorische Angelegenheiten hinausgehen. Nach dem derzeitigen Stand der Verhandlungen ist anzunehmen, daß an der Sitzung des Aktions-Comitees bloß zwei Vertreter der Großmann- Richtung teilnchinen und daß möglicherweise auch einige Vertreter der Allgemeinen Zionisten den Beratungen fernbleiben werden. Die Londoner Exekutive hat hierzu eine Erkläriing veröffentlicht, in der es heißt: ,,Es kann in der Tat angenommen werden, daß die bevorstehende Aktions-Coniite- Tagung den Kongreß durch ihre Beschlüsse formell binden könnte. Es ist beabsichtigt, daß die Aktions-Comite-Tagung jede mögliche Vorbereitung für den Kongreß treffe, der unter schwierigen und ungewöhnlichen inneren und äußeren Verhältnissen Zusammentritt, und daß sie durch einen allparteiliehen Meinungsausdruck den Weg zu Verhandlungen, die bis zur Kongreßeröffrmng fortgesetzt werden sollen, ebene; soweit als möglich soll sie eine Einigung• in heiklen Fragen herbeiführen. Ueberflüssig zu sagen, dal! keineswegs beabsichtigt ist, die neuen Kräfteverhältnisse, wie sie durch die letzten Kongrcßwahlen geschaffen wurden, unberücksichtigt zu lassen. Diesbezüglich wird der Vorschlag gemacht werden, entweder eine Aenderimg der Zusammensetzung des Aktions- Comites entsprechend dem neuen Stand der Parteien durchzuführen oder die wesentliche Arbeit nach einer allgemeinen Debatte Kommissionen zu übertragen, die entsprechend dem Kräfteverhältnis der Parteien auf dem Kongreß zusammengesetzt sein sollen. * Wie vom Büro des 18. Ziouistenkongresses mitgefcilt wird, sind sämtliche G astkarten sowohl für die Eröffnungssitzung wie für die folgenden Sitzungen des Kongresses bereits uisverkauft. Die Misrachi-Konferenz beendet Krakau, 13. August. (J.T.A.) In den am 10. und 11. August abgehaltenen Sitzungen der Misrachi-Wcltkonferenz wurden die Fragen der Einberufung eines alt gemeinen Kongresses der religiösen Juden heit für den Aufbau Palästinas aut traditioneller Grundlage und einer etwaigen Erweiterung der organisatorischen Basis des Misrachi über den Rahmen der Zionistischen Organisation hinaus erörtert. Rabbi Fish man machte den Vorschlag, einen religiösen Weitkongreß nach Jerusalem einzuberufen, während Rabbi Amirl und andere Redner dafür eintraten, in den Misrachi auch außerhalb der Zionistischen Organisation stehende Gruppen aufzunehmen. Die von einigen Rednern angedeutete Möglichkeit, daß der Misrachi in eine von der Zionistischen Organisation unabhängige Partei umgewandelt werden könnte, lehnte der Führe[ der Misrachi-ßewegung, Rabbi Meir Berlin, entschieden ab. Krakau, 13. August. (J.T.A.) Die Beratungen der Misrachi-Weltkonferenz wurden in der Nacht vom Sonntag, dem 13. August, zu Montag, dem 14. August, zu Ende geführt. Aus den Beschlüssen ist hervorzuheben: Der Misrachi tritt für die Bildung einer zionistischen K 0 a 1 i t i o n s 1 e i t ti 11 g am breiter Basis unter Einschluß aller Gruppen, die den Primat der Zionistischen Organisation bejahen, und für eine Umbildung der Jevvish Agency ein. Die zum Schluß vorgenommene Wahl der neuen Leitung des Misrachi ergab folgendes Resultat: Rabbi Meir Berlin, Rabbi Fislirnan, Rabbi Gold, H. Farbstein, Sirkes, Schechtcrmann, üenachowski (Palästina). In den Waad Haroschi wurden 71 Personen, und zwar 26 Vertreter des Misrachi und 25 Repräsentanten der Thora we’Awodah-Bewegung gewählt. Es wurde eine Erklärurig verlesen, in der Herr Sciiapiro es entschieden ablehnt, in den Welt-Merkas des Misrachi einzutreten. Anläßlich der misracliistischen Weltkonferenz wurde in Krakau eine Versammlung der Lehrer des Misrachi-Sdiul- Verbandes Jabneli in Polen abgehalten. Es wurde beschlossen, das rnisrachistische Schulwesen in Polen zu erweitern und zu vereinheitlichen. Kurze Nachrichten Das Department für öffentliche Arbeiten bei der Palästinaregierung hat seine Unterabteilungen bei den einzelnen Distrikten angewiesen, von nun an bei allen durch Regierungsstellen zu vergebenden öffentlichen Arbeiten jüdi'sche Arbeiter in einem Ausmaß zu beschädigen, daß ein Drittel der für Löhne bestimmten Gelder a n jüdische Arbeiter zur Auszahlung gelangt. Kurt B 1 u in e 11 f e 1 d, Vorsitzender der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, ist in Palästina eingetroffen. Blumenfeld hatte bereits Gelegenheit, in zahlreichen Verbandhingen mit den in Betracht kommenden Instanzen die Frage der Einwanderungsmöglichkeiten für deutsche Juden zu erörtern. Am 15. August wurden jn Palästina neuerlich vier von den wegen Geheimbündelei verhafteten Revisionisten, nämlich Hafson, Neumann, Kipnis und Halpern, auf freien Fuß gesetzt. Die Frage der Freilassung der übrigen Haftlinge gegen Kaution wird von der Polizei geprüft. Strandbad Wannsee. Auf einen uns zugegangenen Bericht, wonach im Strandbad Wannsee Juden belästigt worden sind, haben wir uns mit der Bitte um Aufklärung an die Verwaltungsdirektion des Strandbads Wannsee gewandt. Wir erhielten dazu folgende Mitteilung des Strandbades Wannsee: ״Bei dem jungen Herrn, der auf die fünf jüdischen jungen Leute zugekommen sei und ihnen erklärt habe, daß sie das Strandbad schleunigst verlassen müßten, wenn sic Juden seien, kann es sich nur um einen Badegast gebandelt haben. Der Besuch des Bades ist auch Nichtariern nach wie vor gestattet. Wir haben unserem Personal niemals An- Weisung gegeben, nichtarische Gäste, sofern sic sich anständig im Bad betragen, zu belästigen. Dies geht auch aus der Antwort eines unserer Bademeister hervor.“ Siehe, ich lege heute vor Euch hin Segen und Fluch: den Segen/ so Ihr hören werdet auf die Gebote des Herrn, Eures Gottes, die ich Euch heute gebiete; den Fluch aber, so Ihr nicht höret auf die Gebote des Herrn, Eures Gottes, und Euch entfernet von dem Wege, den ich Euch heute ge־ biete, daß Ihr anderen Göttern nadigehet, die Ihr nicht kennt . . . Kinder seid Ihr dem Herrn, Eurem Gotte . . , Walirlidi, ein heiliges Volk sollst Du dem Herrn, Deinem Gotte, sein; Dich hat der Herr auserwählt, daß Du ihm Volk und Eigentum seiest unter allen Völkern, die die Erde trägt . . . Wahrlich, es soll unter Dir keinen Arme» f' ‘ ,יי ' zum Besitz. Nur mußt Du hören auf die ,Stimme des Herrn, Deines Gottes, daß Du beobachtest und tust all die Gebote, die ich Dir heute gebiete. Dann wird der Herr, Dein Gott, Dich segnen, wie er zu Dir gesprochen. <5. Buch Moses, 11, 26 — 28,. 14, 1 —2,■ 15, 4—5.) Worhcnabschnitt für Sabbat, 19. August Die Aussichten der Obsternte M Haifa, Ende Juli 1933. Die heißen Ostwinde, die am 9. um! 13. Juli geweht haben, haben nicht unerhebliche Schäden angerichtet. Im Jordantal sind junge Obstbaumpflanzungen erheblich verbrannt worden und Bananen, Orangen und andere Früchte wurden versengt. In den Bergen iimt in den Ebenen fielen Oliven, Orangen und sonstige Fruchte in allen Gebieten von den Bäumen, in denen der Fruchtansatz infolge linge-!lügender Düngung zu schwach war. Weintrauben wurden ebenfalls von der Sonne verbran 11t, von den Feigenbäumen fielen die Blätter. Abgesehen von diesen Schäden sind die Emtcanssichten für Okst nic'it ungünstig. Versuche, ciie Weinstöcke im Etnek zu ringeln, haben den Erfolg gehabt, dal! Muskatt rauben zwei Wochen eher reiften als solche an ungeringelten Stöcken. Für die einzelnen Fruchtarteu stellen die Frnteaussichten folgendermaßen: Bei den Orangen rechnet man damit, daß der Diirchsduiittsertrag je Dunain nm!efähr ebensogroß sein wird wie im vorigen Jahr. Der Durchschnittsertrag für Grapefruit wird aber wahrscheinlich niedriger liegen als im vergangenen Jahr. Itn Küstengebiet stehen Bananen ziemlich ungünstig, im Gebiet von Tiberias und Bethschan sind die Aussichten der Bananenernte besser. Im Gebiet von Jericho hat die Bananenernte sehr stark unter den eingangs erwähnten Heißlufteinbrüchen gelitten. Die Tra üben ernte auf den unbewässerten Gebieten ist nicht gut. Dagegen ist sie in den bewässerten Gebieten des Emek durchaus zufriedenstellend. Die frühen Trauben- Sorten, die bereits seit Wochen auf dem Markt sind, erzielen gute Preise. Späte Aprikosen Sorten sind noch im Markt. Die Aprikosen sind dies Jahr etwas zu schnell ge- •reift, jedenfalls ■ schneilep, als-die Bäume, ihre volle Frucht austragen, konnten. A c p f e 1, Birnen und Pflaumen stehen nicht besonders. Die Früchte sind klein, trocken und dickschalig. Bäume auf besserem Boden tragen allerdings zufriedenstellend. Die Ernte ist bereits zum großen Teil im Markt und erzielt ebenfalls gute Preise. Die Feigenernte verspricht nicht besonders günstig zu werden, die Aussichten sind aber im allgemeinen noch ziemlich unklar. Von den Olivenpflanzungen tragen nur diejenigen zufriedenstellend, die entweder in regenreicheren Gebieten oder auf gutein Boden stellen. Im allgetiH'inen kann man sagen, daß die Aussichten der Olivenenite im Gebiet von Akko- Sa’fed gut sind, die im Gebiet von Dschenin-Nablus sind ungünstig, die im Gebiet von Jaffa-Ramleh-Gaza sind ebenfalls ungünstig und die im Gebiet von Jerusalem sind bcfriedigend bis gut, je nach dem Stand der Pflanzungen. Der Begriff des Frontkämpfers In der ״Deut s c h e 11 Juristcn-Z eitun g“ veröffentlicht Ministerialrat Seel, der Referent für die Frage des Berufsbcamtenrechts im Reichsniiiiisferium des Innern, einen Aufsatz, über den Begriff des Frontkämpfers. Auch in dem von ihm herausgcgcbeneii Kommentar zum Berufsbeamtengesetz äußert sich Ministerialrat Seel zu dieser Frage. Da der Begriff des Frontkänipfertinns auf Grund der Gesetzgebung in erster Linie für Jude 11 wichtig ist, geben wir hier die Grundgedanken dieses Kommentars wieder. Die Auslegung des Frontkämpferhegriffs hat danach in der Praxis mehrfach zu verschiedenen Ergebnissen geführt, obwohl er nach dem Willen des Gesetzgebers überall der gleich« sein sollte. Während man bei der Auslegung des Frontkämpfer-Begriffs bei den Beamten als Frontkämpfer alle Angehörigen militärischer Formationen betrachtete, die an einer Schlacht, einem Gefecht usw. teilgcnommen hatten, und den Nachweis der Frontkämpfereigenschaft dann als erbracht ansah, wenn die Eintragung in der Kriegsrangliste oder in der Kriegsstammrolle mindestens die Teilnahme an einem Gelocht auswies, wurde hei Rechtsanwälten und Aerzt c 11 vielfach eine s t r e 11 g e r e A ti f f a s s u 11 g vcrtreten. Aus den Worten ״fechtende Truppe“ ist zu *schließen, daß als Frontkämpfer nur Angehörige der Wehrmacht in Betracht kommen, die an Kampfhandlungen teilgenommen haben. Darum zählen zum Beispiel Krankcnschwesteril und anderes Krankenpflegepersonal des Roten Kreuzes nicht zu den Frontkämpfern. Es genügt nicht, daß jemand während des Krieges einer besonderen Gefahr, selbst Lebensgefahr, ausgesetz.t war, sondern es muß dies im Kampf bei der Truppe gewesen sein. Für die Zulassung der Aerzte zu den Krankenkassen gilt nach wie vor die Bestimmung über den Nachweis der Kampftätigkeit oder ärztlicher Tätigkeit an der Front oder in einem Seuchenlazaretf. Zu den fechtenden Truppen gehören auch die militärischen Formationen, die an den Kämpfe« im Baltikum, gegen die Spartakisten in Berlin, bei der Befreiung Münchens von der Räteregierung, bei den Kämpfen gegen die Rote Armee Mitteldeutschlands teilgenommen haben. Arierparagraph im Werbefach. Die nationalsozialistische Reichsfach schaff deutscher Werbefachleute teilt mit, daß sich alle deutschen Werbefachleute bei ihr zu melden haben. Es werden Mitglieder der NSDAP, und Parteifreunde deutschen Bluts aufgenommen, soweit sie den beruflichen Anforderungen genügen, die in Zukunft an den deutschen NKcibefachmanii gestellt werden müssen.