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Jüdische Rundschau · 1933-08-18 · Heft 66 (18.8.1933) · p. Seite 438

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 66 (18.8.1933)
Date
1933-08-18
Page
Seite 438 (sequence 2)
Language
German
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Seite 436 JÜDISCHE RUNDSCHAU ,,nicht logisch-psychologiscli oder pädagogbch ablellen und beweisen, überhaupt nicht von der Schule aus löien lasten, sondern nur aus dem jeweiligen Jet/t und Hier des volkhaften Lebens» auf dessen Boden diese ganz bestimmte Schule erwächst" — zu diesen Fragen zitiert Hördt aus dem Buche ״Nationalsozialistische Erziehung“ von Ernst Kriech: ,,!)er Inbegriff unserer Lebrn'gamzheit, der alle Glieder und Funkti?!icn zu dienen haben, cbziiso wie »ie aus ihr entspringen und erwachsen, ist Volle, dem vom Schicksal die Gesamtaufgabe verteilt ist, sich selbst zu vollenden, seinen Charakter ah gesdilo-sme Gestalt hcraustumcißrln, seine Kräfte zur einheitlichen, geachicli»duldenden Macht zusammentufauen und dafür die notwendigen Formen und Weisen zu schaffen. Das ist die Aulgabe ... und das Ziel, zu dem hin Bildung und Schule mit ihren Mitteln und nach ihren Weisen in ■wirken haben.“ läge .., der ■.. echten und wahren ,,, Bildung de» Kinde* und des Menschen oder ... der Menschenerricliung überhaupt“ (Frö bei, zitiert von Hördt, a. a. O. S. 14.) Das jüdische Kind In der nicht jüdischen Schule kann sich nicht als ״Gliedganzes“ fühlen, weil die objektiven Voraus• Setzungen dazu teilten. Es sei endlich noch auf eine Deutung des Begriffes Volksschule verwiesen, wie sie der nationale Pädagog« Hördt gib(» um damit die Situation des jüdischen Kindes endgültig zu klären. ״Nur im Volkstum kann ein allgemeines, alle Glieder und nach allen Seiten ergreifende* Schulwesen begründet werden. Et gibt dafür keinen besseren und schlagenderen Ausdruck als den Namen: Volksschule. Dk«e Ansicht wird bestätigt durch Kersch «ustclners unvollendetes Naclilaßwcrk ״Theorie der Bildungs- Organisation“, aus dessen Abschnitt ״der nationale Charakter jedes Bildungssystems“ Hördt zitiert: ״Ls gibt kein internationales Bildungssvstem- So wenig cs eine wirkliche Bildung gib*, welche das Individualitätsprinzip ignoriert, so wenig gibt cs individualitutjlot« Bildungssysteme der Völker. Sprache, Literatur, Recht -Systeme, Wirtschaftsordnungen, soziale Gliederung der Gesellschaft, der angeborene Volkschsrakter, die histnriscli bestimmte geistige Struktur und manches andere für den Büdurjgsprozcß Bedeutsame sind national bestimmt.“ ln dieser Aeußerung Kerschenste inerß erblickt Hördt den ״Durchbruch. ., zur Erkenntnis der vollen volleh*ft bestimmten Wirklichkeitsgrundlage jedes Schulwesens". (S. 123, 222.) Die Kontinuität in der Entwicklungder Bildungsanschauungen zeigt sich nach Hördt auch in den vor einigen Jahren vom Reichsinnenminister herausgegebenen ״Richtlinien für den Lehrplan der Grundschulen“, ln der An- Weisung: ״Ihr (der Grundschule) einheitliches Arbeitsgebiet ist die aufnehmende und gestaltende Erfassung der räumliehen und geistigen Kinderheimat“, sieht Hördt eine der ״bezeichnendsten pädagogischen Wandlungen, die sich hier seit Pestalozzi vollzogen hat: vom Anschauungsunterricht, der einlach Sachen als solche herbeiholte... zum Heimatunterricht, der das Zusitnmenwachsen und die geistige Auseinandersetzung dieses Menschen mit seinem Raum (örtlieh, menschlich und zeitlich verstanden) meint“ (a.a.O. S. 168). Hier wird in der Tat die innere Entwicklung, die zu der heute zur Geltung gelangten Pädagogik geführt hat, deutlich, und wir sollen uns sehr hüten vor der Ansicht, als gäbe es in dieser Entwicklung je ein Zurück. Die aus dieser Einsicht gewonnene Klarheit ist nach zwei Richtungen bedeutsam. 1. Sie ermöglicht eine objektive Untersuchung der Situation, in der das die deutschen Schulen besuchende Kind sich befindet. 2. Sie nötigt zu einer objektiven Erfassung der Situation, ln der das vorhanden« jüdische Schulwesen sich befindet, und fördert die Um- und Neugestaltung. II. ״Auch die Schule ist Immer ein Gebilde ihrer Zeit und Ist abhängig von der jeweiligen Gesamtstruktur der Generation, die sie geschaffen hat.“ (U. Peters Die soziologische Bedingtheit der Schule.) Bis zu welchen Grenzen eine solche Ansicht für eine ״wesensjüdische“ Schule Gültigkeit hat, soll später einmal erörtert werden. Für die deutsche Schule von heute trifft sie in vollem Urfifange zu. Was diese Abhängigkeit praktisch für das jüdische Kind bedeutet, ־wurde oft betont. Sie ist ja für die der dritten Gruppe angehörenden Juden der Anlaß, sich mit der Schaffung jüdischer Schulen einverstanden zu erklären, trotz grundsätzlicher Gegnerschaft. Wenn hier aber von der Situation die Rede ist, in der das jüdisch« Kind sich befindet, so ist dabei nur im geringsten 3n die (vielfach nicht einmal gewollten) Zurücksetzungen gedacht, denen jüdische Kinder ausgesetzt sind. Nicht alle Kinder reagieren gleichmäßig auf derartige Erlebnisse und, was noch wichtiger ist: der ״Mechanismus'‘ der Seele findet leicht eine Möglichkeit, unliebsame Eindrücke nach außen hin unwirksam zu machen, so daß ihre Bedeutung den Eltern entgeh( (wofür allerdings ihre Aktivität im Bereiche des Unbewußten um so größer und verheerender wird), Mit der Situation, von der hier die Rede ist, ist nicht der enge Umkreis der jeweiligen Bildungsinstitution gemeint, sondern der weite Raum des geistigen Organismus, i n w_e l c I1 e m Schule eine Funktion unter andcren ist Dieser geistige Organismus ist die Volkheit, in der sich Gemeinschaft ln ihrer weitesten Form ausdrückt. Der Mensch --־ nur Mensch als Glied einer Gemeinschaft, die Schule als Funktion des ״objektiven Geistes“ der Gemeinschaft: diese Gedanken beherrschen die neue Erzlehungs- Wissenschaft. Volk das heißt: Der Umkreis ihrer Schülerschaft umfaßt den Nachwuchs des Gesamtvolkes. Ihr gei«tij>er Gehalt ist Geist und Scclcnium der Volkheit. Ihr Ziel: Reife der Gliedschaft in diesem Volke.“ (Hördt, a. a. O. S. 143.) 1. ״Der Umkreis ihrer Schülerschaft umfaßt den Nach• wuchs des Gesamtvolkes.“ Zu diesem Nachwuchs wird das jüdische Kind nicht gezählt. 2. ״Ihr geistiger Gehalt ist Geist und Seelentum der Volk• heit.“ Geist und Seelentum der deutschen Volkheit sind nicht nur der Geist und das Seelentum einer deutschen Vergangenheit, die den Versuch unternahm, die Juden dem deutschen Volkskörper einzugliedern, sondern auch der Geist und das Seelentum der deutschen Oegenwart, die den ״Fremdkör• per“ ausscheidet. Kann, darf von diesem Inhalt her das jüdische Kind geformt und gebildet -werden? 3. ״Ihr Ziel: Reife der Gliedschaft in diesem Volke.“ Wohin zielt die Bildung des jüdischen Kindes in der dcutsehen Schule? Vom geistigen Gehalt her gesehen: ln geistig-seelische Verwirrung. Vom Volk und •einer Gliedschaft her gesehen: ln• Nichts. Zum Problem der Angestellten 'Verbinde Schon mehrfach wurde darauf hingewiesen, daß jüdische Angestellte, die bisher Mitglieder von Berufsverbänden waren, in eine schwierige Situation dadurch geraten sind, daß durch die Umgestaltung dieser Verbände und ihre Zusammenfassung in der ״Deutschen Arbeitsfront“, die den Arierparagraphen eingeführt hat, die jüdischen Angestellten der Rechte, die sie als Mitglieder Ihrer ehemaligen (jetzt aufgelösten) Verbände gehabt haben, verlustig gehen. Wir lauben, daß die hierdurch aufgeworfenen Probleme noch eineswegs vollständig geklärt sind. In früheren offiziösen Mitteilungen war davon die Rede, daß eine Form gefunden werden soll, um auch für die jüdischen An g es teilten eigene Verbände zu schaffen, die freilich nicht denselben offiziellen Charakter haben würden wie die Deutsche Arbeitsfront, aber immerhin den beteiligten jüdischen Angestellten gewisse Vorteile bieten könnten, die sie bisher von ihren Verbänden gehabt haben. Sollte es zu einer derartigen Organisierung kommen, dann würde sich vielleicht auch ein Weg finden lassen, um den jüdischen Angestellten den Genuß der durch ihre Beitrags leistung in den Verbänden entstandenen Rücklagen zu sichern. Gegenwärtig steht freilich die Liquidationsverwaltung des Zcntralverbandes der Angestellten auf einem anderen Standpunkt. Wie aus einem Briet hervorgeht, teilt sie den früheren Mitgliedern des Zentralverbandes der Angestellten mit, ״daß die Angehörigen des jüdischen Volkes bisher unvernältnismäßig große Y'orteile als Gäste des deutschen Volkes genossen haben, daß damit alle Ansprüche, die sie aus ihrer früheren Zugehörigkeit zu einem Berufsverbazid herzuleiten versuchen, als befriedigt angesehen werden.“ Wir können nicht annehmen, daß dies die endgültige Rechtsaulfassung ist, die von der Deutschen Arbeitsfront den ehemaligen jüdischen Mitgliedern der Berufsverbände gegenüber vertreten wird. Es kann nicht in den Intentionen der Regierung und der Arbeitsfront liegen» daß gerade die iirrneren Schichten, aus denen sich die jüdischen Angestellten rekrutieren, über die sonstigen Nachteile, die sich für sie zwangsläufig aus der neuen Organisationsform ergeben, auch noch diesen materiellen Nachteil zu tragen haben, indem sie der Ansprüche aus ihren jahrelangen Beitragsleistungen einfach verlustig gehen. Wir nehmen an, daß im Zuge der weiteren Entwicklung noch eine endgültige Regelung dieser Frage erfolgen wird. ״Ci c m e i n s 0 h a f t j e <1 c r Art u 11 d Stufe (Familie, S t :1 ui m, Volk) s i n 11 ii I! e r i n d 1 v i <1 u c 1 I e und u ז - s p t II!1 ״ ו i r h e geistige 0 r g a n i s in e n, nicht a b c r Z w e c k v e r b ä n d e aus 1 t c i r r W;1 hl und Summierung Ein seiner. Ohne (leiiu-in-.-haft ist der Mensch nichts, kann er nicht werden und tuHu wachsen. Das Weser! und Werden der Gmifinichait bilde[ dar uolwendige Fundament und Klemcnt für das Bein und Werden der Glieder.-‘ (Krieck, Pliilflsophie der Erzielmirg: zitiert von Ilordt.) ״Pas. was die Kehlige Form <1י־׳ Menschen cnUcVidentl beeinflriiil, der Wurzellxxlcn, in dun allein geistiges Leben überhaupt *ich entfaltet, ist die Gemeinschaft, das jedem Menschen durch das unentrinnbare Jetzt und Hier seiner Geburt schicksalhaft gegebene Volkstum ... In ihm leben, weben und sind wir, weil die Volkheit , .. der geistige Ra tun unseres Schicksals ist und tilg lc ich die Fülle aller existenziellen Wirklichkeiten bestimmt,“ (Hördt, Theorie der Schule.) Man könnte in ununterbrochener Folge solche Aus« Sprüche bedeutender Pädagogen anführen. Das Wenige genügt schon zur Erhellung der Situation des jüdischen Kindes. Durch das ״unentrinnbare Jetzt und Hier seiner Geburt“ bleibt z. B. das Kind eines deutschen Kommunisten Deutscher. Die deutsche Volkheit ist der geistige Raum seines Schicksals (und seiner Kinder) und sje ״bestimmt die Fülle seiner existenziellen Wirklichkeiten“. Das hingegen, was das jüdische Kind heute erlebt, ist das Schicksal seiner Ahnen. Denn ״Volk ist nicht nur die Gemeinschaft der Im Raum miteinander lebenden Zeitgenossen, sondern es ist vor allem die geistige Gemeinschaft von den Ahnen zu den Urenkeln‘1, du ז c h das Schicksal seiner Geburt ist das jüdische Kind aus der deutschen Volk• heit ausgeschlossen. Sein Judesein ist der geistige Raum fmag der Einzelne Ihn auch noch so eng erleben), ln dem sein Schicksal sich vollendet. Sein Judesein bestimmt die Wirklichkeit seiner Existenz. Wenn schon so oft gesagt wurde, daß das jüdische Kind in der nlehtjüdlschen Schule seelisch verkümmern müsse, so erkennen wir hier den tiefen Grund! ״Ohne Gemeinschaft ist d«r_Mensch nichts, kann er nicht werden und nicht wach sen 0 PV61 4 Das Kind, das sich gedeihlich entwickeln 1, muß sich als »,0 Iiedga n ze8“ fühlen, wie e I es ausgedrückt hat, ״Die Beachtung, Anerkenntnis Bes Kindes ,,, als ein Gliedganzes und I’ilegc dieses Sicldtthlcns •I, erkenne ich ab die Grund-H Mllwlrkang von Nlehtarlern vor Gericht In der letzten Zeit sind zwei gerichtliche Entscheidunsen ergangen, die die Mitwirkung von Nichtariern Im Gerichtswesen betreffen. Es handelt sich hier um die Vertretungsbcf u gnisvordc in Arbeitsgericht, bzw. um die Zulassung als Testamentsvollstrecker. Die Entscheidungen laufen darauf hinaus, daß auch für diese beiden Funktionen im wesentlichen die gleichen Voraus- Setzungen gelten die für das Beamtengesetz und die Rechtsanwaltschalt bestehen. Nach der ״Vossischen Zeitung“ vom 15. August trat vor dem Berliner Arbeitsgericht ein nichtarischer Verbandssekretär als Firmenvertreter auf. Dies wurde im Hinblick auf das Beamtengesetz, die Gesetze über Zulassung zur Patentanwaltschaft, zur Rechtsanwalt• schaft und zur Steuerberatung beanstandet. Das Arbeitsgericht in Berlin hielt diese Beanstandungen für gerechtfertigt und erklärte den Verbandsvertreter von der Vertretung vor dem Arbeitsgericht für ausgeschlossen. Zwar läge keine im■ mittelbar anwendbare Gesetzesbestimmung vor, es könne aber nicht der Wille des Gesetzgebers sein, daß ein nichtariseher Rechtsanwalt in der Beurteilung seiner Rassenzugehörigkeit weniger Rechte genieße, als ein nichtarischer Verbandsvertreter. Vordem Kölner Amtsgericht ging es um die Ablehnung eines nicMarischen Testamentsvollstreckers. Das Gericht entschied, daß der nichtarische Testamentsvollstrecker auf Antrag eines Beteiligten entlassen werden könne. Zur Zeit der Testamentserrichtung im Jahre 1929 seien die Verhältnisse in Deutschland im Hinblick auf die Lage der Nicht*rier ganz andere als heute, auch am 12. Februar, dem Todestage der Erblasserin, seien sie noch nicht vorauszusehen gewestn. Wäre der Erblasserin diese Entwicklung bekannt gewesen, so hätte sie von der Ernennung des nichtarischen Testamentsvollstreckers Abstand genommen. Seine Entlassung wegen eines wichtigen Grundes könne auch ohne sein eigenes Verschulden erfolgen. <U die Erblasserin, wenn sie noch lebte, die Ernennung widerrufen würde. Di« ft&cbst• Aaigabe der Palästina-Bild•*• Mag« der ״Jüdischen Rundschau'* wird dar ״Jftdlsclian Rundschau" vom 22. ds. Monats hoigclagt «•in. Nr. 66, 18. m 1933 Nr. Die Wizo *Tagung in Prag Beschlüsse der zionistischen FrauenorganisaHon Die Konterem der Wizo ln Prag nahm einen äußerst glanzvollen Verlauf. Die Oeffcntlichkei't nahm von ihr m stärkstem Umfange Kenntnis und bereitete den Delegierten der zionistischen Frauenorganisationen einen herzlichen Empfang. Dies kam ganz besonders bei der festlichen Veranstaltung zum Ausdruck, die seitens des Bürgermeisters der Stadt Prag, Dr. Baxa, für die Delegierten veranstaltet wurde. Wir erhalten über den Verlauf der Tagung folgenden Bericht: Nach Beendigung der Generaldebatte wurden die Kornmissionen und Subkommissionen gewählt, die sofort zur Arbeit zusammentraten. Der arbeitsfreie Samstag wurde in gastlichster Weise von der Stadt Prag und von der tschechoslowakischen Wizo- Föderation für zwei überaus eindrucksvolle Empfänge zu Ehren der Delegierten ausgenützt. Samstag vormittags empfing der Bürgermeister der Stadt Prag, Dr. Baxa, die Exekutive und die Delegierten im Altstädter Rathaus und hielt, nachdem die Damen der Exekutive ihm von der tschechoslowakischen Delegation vorgestellt worden waren, eine überaus herzliche Ansprache, worin er den zionistischen Frauen aus aller Welt den Willkomm- Gruß der Stadt Prag entbot. Ihm antwortete namens der Londoner Exekutive Frau Dr. Vera Weizmann. Frau Hadassah Samuel dankte namens der Palästina-Exekutive in hebräischer Sprache. Am Abend desselben Tages fand in den Räumen des Spo leöensky Klub im Palais Sylva Taroucca ein von dem tschechoslowakischen Landesverband der Wizo veranstalteter Gesellschattsabend zu Ehren der Wizo-Konferenz statt. Am 14. August wurde die Konferenz beendet. Die Konferenz hat in mehrtägiger Arbeit eine Reihe von Resolutionen gefaßt. Sie begrüßt die Intensivierung der Zusammenarbeit von Keren Kajemeth tind der Wizo auf das wärmste und beschließt prinzipiell ein festes Kontingent lür den KKL. zu übernehmen. Weiter wurde beschlossen, die übernommene Quote von 7000 Pfund pro der hebräischen Sprache unter ihren Mitgliedern zu sorgen. Die Resolution spricht auch von der Pflicht der Föderationen und Gruppen, an der allgemeinen zionistischen Arbeit in den einzelnen Ländern aktiven Anteil zu nehmen. Für eine entsprechende Vertretung der Mitglieder der Wizo in den zionistischen Körperschaften und auf dem Zionistenkongreß soll gesorgt werden. Es wird den Mitgliedern empfohlen, ihr besonderes Augenmerk auf die P r o d 11 kt! v i e r u n g der deutschen Emigranten im Rahmen sozialer Frauenarbeit in der Gahith zu richten. Ein engerer Kontakt mit den internationalen Frauenorganisationen wird den Födcrationen nahegelegt. Die T o u r i s t i k nach Palästina soll in jeder Weise gefördert werden. Die Einnahmenseite des angenommenen Budgets beträgt 38 916.00 Pfund. Dem gegenüber stehet Ausgaben von 47 715.796 Pfund. Hierbei soll die Erhaltung der bereits bestehenden Institutionen in erster Reihe gesichert werden, während die neuen Projekte aus weiteren noch einfließenden Mitteln zu finanzieren sind. Besonderen Nachdruck legen die Resolutionen aut die Vorbereitung zur Auswanderung nach Palästina für jüdische Mädchen und Frauen aus Deutschland, die in die Land- und Hauswirtschaft Palästinas eingeglicdert werden sollen. Die Notwendigkeit der Hachscharah für verheiratete Frauen wird unterstrichen. In Anbetracht der außerordentlich schweren Lage, die eine große Einwanderung ans Deutschland nach Palästina zur Folge hat, fordert die Konferenz ihre Mitglieder auf, dieser Lage Rechnung zu tragen und ihre Quoten zu erfüllen und weitere Mittel zu schaffen. Es wird vorgcschlagen, eine Summe von '2000 Pfund in das Budget für die neue Einwanderung (berufliche Ausbildung) aufzunehmen. Beson• dere Begeisterung rief die Erklärung der Ehrenvorsitzenden der englischen Föderation, Frau Solo man, hervor, die der Konferenz unter stürmischem Beifall mitteilte, daß die englische Föderation 500 Pfund für neue Alijahzvvecke zur Verfügung stellen wird. In der Debatte nahm das Problem der organisatorischen Erfassung der Jugend (Jung-Wizo) einen großen Raum ein. Oie Konferenz beschloß, zwischen den jting-Wizogruppen einen engen organisatorischen Kontakt zu schaffen, indem sie der Jung-Wiz.o in den lokalen Wizogruppen Sitz und Stimme zusichert. Es wurde beschlossen, einen Versuch zu machen, im Einvernehmen mit den Chaluzorganisationen Vorbereitungsstellen zu schaffen, in denen die Mädchen ihre Ausbildung für Palästina erhalten sollen. Die K011ferenz macht es der Exekutive zur Pflicht, eine Bcriicksichtigung bei der Verteilung von Zertifikaten auch für jene Mädchen zu erwirken, die im Rahmen der Wizo-Hachscharah gearbeitet haben. Ehe Konferenz protestiert gegen die Be- Schränkung der Zahl der .Mädchenzertifikate und fordert, um eine Einwanderung der Mädchen nach Palästina 7,11 ermögliehen, von der Jewisli Agency eine Erhöhung der Zahl der Mädchenzertifikate. Für die Galuth-Exekutive in London wurden vorgeschlagen die Frauen: G. Olga Alman, Edith Eder, Epstein, Feldmann, Feiwel, Goodman, Irwell, Stein, Sieff, Sacher, Sokolow, Dr. Weizmann. Für die kontinentale O a 1111 h - Exekutive die Frauen: Apte (Krakau), Freeman (Kanada), Heymaii (London), Löwenherz (Oesterreich), Margulies (Rumänien), Dr. Pollak van Cleef (Holland), Ilonka Roth (Transsylvanien), Dr. Mirjam Scheuer-Goldes (Teplitz), Steindkr (jugoslavien) und Hanna Steiner (Prag). Für die Palästina-Exekutive die Frauen: Arshavskv, Ginsberg, Jaffe, Kagan, Kisch, Dr. Klompus, Hanna Maisel-Schochat, Hadassah Samuel, Esther Smoira. Außerdem wurden statutenmäßig zwei Plätze für die Vertreterinnen der Arbeiterorganisationen in Palästina freigehalten, wobei dem Wunsche Ausdruck gegeben wurde, da!) eine dieser Delegierten, deren Wahl von der Moazath Hapoaloth erfolgt, Ada F i s h tn a n sein möge. Diese Liste« wurden en bloc angenommen. Die Weltorganisation zionistischer Frauen wählte zu ihrer Ehren- . . In der Prager ״Deutschen Zeitung“ (Bohemla) wird in einem Bericht, der die Uefeerschrift trägt ״Die neuen Frauen von Palästina“, über die Konferenz u. a. folgendes gesagt: ״Ehedem war alles theoretischer Optimismus, heute spricht auch schon die nüchterne Praxis, und diese Sprache ist interessant: es ist nicht das pathetische Kanzel-Hebräisch, sondern eine harte, energische, lebendige Bauernsprache, was an die Ohren klingt: ״das Leben ist schwer auch da unten, aber es geht uns nicht schlecht,“ Am farbigsten waren die Schilderungen aus dem Farm erlebe 11, die der Liebling der Konferenz, die junge Mrs. Samuel (die Schwiegertochter des englischen Exministers) lieferte, Sie ist in Pa• lästina geboren und aufgewachsen, und repräsentiert schon de» neuen Menschen von Palästina.“ D den M scher bis vc Korrid Verha; komm׳ lischer lassen engen den P nistisc dakteu die au jetzt ii Ai S t a w beiden dort ft Anklaj iungen viel Z׳ zuerst dann auf dr kein des E Oeffcn Witwe terer 2 Immig Stawsl Di breit 1 Eindrn Minz, ׳ iiberha ebenso geklag ganz; er wie dem f!notier: sehen . tiberfä! sein k! 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