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Jüdische Rundschau · 1933-08-08 · Heft 63 (8.8.1933) · p. Seite 406

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 63 (8.8.1933)
Date
1933-08-08
Page
Seite 406 (sequence 2)
Language
German
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Seite 404 jüdische Rundschau Nr. 63, 8. VIR 1933 Nr. 63, 8 Volkes nach Regeneration und innerer Ernetierung herabzusetzen und sogar zu verunglimpfen. Wir hatten auch in Deutschland früher häufig genug einen schweren Kampf gegen die jüdischen Kommunisten zu führen; jetzt haben unsere Gesinnungsgenossen in anderen Ländern das zweifelhafte Vergnügen, diese jiidisch-kommunistische-antizionistische Publizistik, die Im Ausland eine ״antifaschistische“ und daher kommunistisch inklinierte Konjunkturstimmung wittert, bei sich zu beherbergen. Wir sind aber überzeugt, daß das ausländische Judentum nicht denen folgen wird, die die Judenfrage als Mittel in ihrem politischen Spiel miß brauchen. Selbstverständlich ist es peinlich, in Verallgemeinerungen zu sprechen. Wir wollen niemanden verletzen. Es bestellt immer die Gefahr, daß Personen, die nicht gemeint sind, Bemerkungen auf sich beziehen. Wir wissen genau, daß es Emigranten gibt, und wahrscheinlich sind sie in der Mehrzahl, die in keine der angeführten Kategorien gehören. Ihnen wollen wir nur sagen, daß wir uns mit ihnen verbunden fühlen und daß wir wissen, daß auch sie weiter an unserem Schicksal Anteil nehmen. * Das tschechisch-zionistische ״Zidovske Zprävy“ in Prag verwahrt sich dagegen daß zwei unlegitimierte Persönlichkeiten ein gewisser Dr. Bill und ein gewisser Katz, sich an einer jüdisch«! Konferenz in Amsterdam im Narnen des tschechoslowakischen Judentums beteiligt haben. Die betreffenden Herren sind die Führer einer ״Liga f ü r Mens c h c!1 r e c h te“ in Prag, über die die ״Zidrzvske Zprävy“ schreiben: ״Die jüdische Oeffentlichkeit will mit dieser Liga für Menschenrechte, deren Auftreten den hiesigen Juden mir die Situation erschwert, nichts zu tun haben. Wir können cs nicht verhindern, daß gute israelitische Bürger in dieser Vereinigung ihre halbkommunistischen Neigungen ausleben. Es ist uns gleichgültig, ob einige^ Israeliten herausgestoßen aus der bankerotten libralen Assimilation, eine neue geistige Heimat in dieser Verein!- gung finden, die es ihnen ermöglicht, ihr Judentum mit einem Feigenblatt zu verdecken.“ Aus diesem Artikel der tschechisch-zionistischen Zeitung erfahren wir auch, daß ein ״aus Deutschland entlaufener“ gewisser Pohl in einer kommunistischen Zeitschrift ״Aufruf“ in Prag die ״Jüdische Rundschau“ angegriffen hat. wir haben in letzter Zeit öfter Angriffe auf die ״Jüdische Rundschau“ lesen müssen. So z. B. hat der linksstehende christliche Journalist van Paassen sich erlaubt, der ״Jüdischen Rundschau“ in amerikanischen Blättern Belehrungen über die von ihr einzunehmende Haltung zu erteilen. Wir können, wie ״Zidovskd Zprävy“ richtig schreiben, über diese besserwisserische Kritik nur lächeln. Juden ausgeschlossen Als erste größere Stadt hat — wie das VdZ.-Büro tneldet — Nürnoerg angeordnet, daß Juden der Zutritt zu den Schwimmbädern der sämtlichen städtischen Badeanstalten verboten ist. Auf die Wannen- und Brausebäder erstreckt sich das Verbot nicht. Auch das Betreten des Nürnberger Stadion ist Juden verboten worden. Wie die vom Reichstagsabgeordneten Julius Streicher herausgegebene ״Fränkische Tageszeitung“ meldet, hat der Gemeinderat von Oberroßbach, Bez.-A. Neu- Stadt a. d. Aisch, folgende vom Bürgermeister Löw gez.eichnete Bekanntmachung veröffentlicht: ״Es wird hiermit zur Kenntnis gebracht, daß Fremdrassige die Ortschaften Oberroßbach, Unterroß hach und Rimbach nicht mehr zu betreten haben, es sei denn,, sie haben die Genehmigung des Unterzeichneten. Die Gemeinde wird sich bei Uebcrtretung dieses Beschlusses zu schützen wissen.“ Die ״Fränkische Tageszeitung“ berichtet aus D eherndorf, daß der dortige Gemeinderat einstimmig beschlossen habe, der gesamten Gemeinde öffentlich bekanntzugeben, daß der Handel mit Juden untersagt ist. Der Bürgermeister von Erlangen, A. Grpss, hat folgende Kundmachung erlassen: ״Das städtische Röt’helheimbad ist bisher im wesentlichen von dem Besuch von Juden verschont geblieben, so daß sich ein Verbot des Betretens des ßadegeländcs durch Juden erübrigte. Da aber nunmehr in Nürnberg und anderwärts den Juden der Zutritt zu Bädern verboten wurde, ist zu befürchten, daß aus der Umgebung in das Röthelheimbad Juden kommen. Ich ordne deshalb an: Zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Oidnung ist Juden der Zutritt zum Röthelhcimbad mit sofortiger Wirkung verböte n.“ * Die Zeitung ״Hakenkreuzbanner“ in Mannheim veröffentlicht unter der Ueberschrift ״Aufs Haupt“ folgende zwei Notizen: Warnung den Judenliebchen! Entartete und blutsverräterische weibliche Personen deutschen Blutes gibt es immer noch, die es nicht als Schande empfinden, mit Juden und Judensprößlingen öf f entlieh herumzuziehen, in einer Zeit, in der das ganze deutsche Volk von dem Willen durchdrungen ist, das Erbgut der arischen Rasse zu erhalten und zu vermehren, kann nicht nachdrücklich genug darauf hingewiesen werden, daß es ein Verbrechen an der Nation ist, wenn sich deutsche Mädchen mit Juden abgeben. Die Empörung darüber ist allgemein. Die Judenlicbchen mögen diese Zetlen als bedeutsames Vorzeichen hinnehmen und sich bewußt sein, daß ihr Treiben nicht mehr lange hingenommen werden kann. Ist das Herweck-Bad ein Judenbad? Es mehren sich die Stimmen, die sich mit Empörung über das Breitmachen d-e s Judentums Im Rheinbad Herweck äußern. Auf Schritt und Tritt soll man dort den plattfüßigen und kraushaarigen Libanonern begegnen. Man' nennt in Mannheim ein solches Bad ״Judenaquarium״. Vielleicht wird es noch in dieser Badezeit notwendig, wie in dem badischen Städtchen Emmendingen, eine besondere Badezeit für Beschnittene «inzuführen, damit dal deutsche Badepublikum von dem Anblick der Jünger Mosis verschont bleibt. Wenn man die Gesellschaft von Juden nicht wünscht, so müssen u. E, Juden die Konsequenzen daraus ziehen. Warum aber dabei die Juden in dieser weise beleidigt werden müssen, ist nicht dn zusebea. Kein Arierparagraph für die Leipziger Hesse Dai Leipziger Messeamt gibt für die Besucher der bevorstehenden Leipziger Herbstmesse folgendes bekannt: ״Die Leipziger Messe ist seit Jahrhunderten sowohl im Hinblick auf die Einkäufer als auch auf die Aussteller eine int ernationale Veranstaltung. Es ist selbstverständlich, daß diese Intemationalität der Leipziger Messe auch in Zukunft keine StSrung erfährt. Die Leipziger Messe ist und bleibt ein Instrument des Warenverkehrs, dessen Bedeutung nicht auf den deutschen Binnenmarkt beschränkt bleibt, sondem international ist. Alle' Gerüchte, daß bestimmte Staaten und Vßlkergruppen, zum Beispiel nichtarische Kauf- I e u te, von der Beschickung und dem Besuch der Leipziger Messe ausgeschlossen werden sollten, entbehren jeder Grundlage. Auch den ln Deutschland ansässigen jüdischen Kaufleuten wird bei der Ausübung ihrer Geschäftstätigkeit auf der Leipziger Messe kein Hindernis in den Weg gelegt. Die Gerüchte, die von einem Teil der ausländischen Presse unter der Ueberschrift ״Juden von der Leipziger Messe ausgeschaltet“, böswillig verbreitet werden, sollen sich auf die Tatsache stützen, daß für eine Sonderveranstaltung im Rahmen d«r diesjährigen Herbstmesse die erste ״braune“ große Messe durchgeführt wird. Hier handelt es sich um eine Schau rein deutscher Waren, die von deutschen Fabrikanten des gewerblichen Mittelstandes hcrgestellt werden. Schon seit vielen Jahren zeigen andere Länder in geschlossenen Sammelausstellungen die Erzeugnisse ihrer nationalen Produktion auf der Leipziger Messe. Die Tatsache, daß jetzt auch die deutschen Fabrikanten eine Sonderschau rein acutscher Waren aut der Leipziger Messe zeigen, gibt keinerlei Anlaß zu der Vermutung, daß Angehörige irgendwelcher Völker und Rassen von der Leipziger Messe ausgeschlossen werden sollen.“ Zur Frage der ZollbevoUmaditigten Zu der in Nr. 61 der ״J. R.“ veröffentlichten Mitteilung ״Nur arische ZollbevoIImächtigte“ erhalten wir eine Zuschrift aus Leserkreisen, der wir nachstehendes entnehmen: In dem betreffenden Gesetz heißt es: S t e u e r b e r a t e r usw. nkhtarischer Abstammung sind Finaiizbehörden gegenüber nicht mehr zuzulassen. Die Zoilbevollmächtigten sind jedoch häufig auch Hausdiener oder Lehrlinge, bei deren Arbeit auf dem Zollamt von einer ״Steuer- oder Zollberatung“ gar keine Rede sein kann. Die Arbeit besteht lediglich darin, daß die an- und abgehenden Sendungen dem Zollamt vorgelegt werden und daß dann die evtl, zu zahlenden Zölle an Hand eines gedruckten Zolltarifes von den Zollbeamten selbst festgelegt werden. Bisher stand es dem Chef frei, wen er zum Beispiel zu seinem eigenen abgemieteten Transitteiiungslager auf dem Packhof zuläßt und wer von dort dann die Verzollung vornimmt. Auch das Wort ״Vollmacht“ wird hier wohl unrichtig ausgelegt. Der Chef gibt dem Zollamt ein Schreiben, in dem er den betr. Angestellten ״bevollmächtigt“, die Abfertigungen vorzunehmen. Es gibt jüdische Zolldeklaranten (Kriegsteilnehmer), die über 30 Jahre auf. dem Zollamt erscheinen und für diese wäre die angekündigte Maßnahme ein furchtbarer Schlag. Vielleicht könnte man die zuständigen Stellen bewegen, die Angelegenheit nochmals zu prüfen und einer Klärung im milderen Sinn zuführen. Es geschähe für viele junge und alte Angestellte, gieren Chefs andernfalls nicht in der Lage sind ocier leider auch manchmal nicht sein wollen, diese Angestellten weiter zu beschäftigen. Hamburger Heine-Denkmal entfernt. ״Vossische Zeitung“ meldet: Das im Hamburger Stadtpark stehende Denkmal Heinrich Heines wird nach einem Beschluß des Senats von seinem bisherigen Platz entfernt und in einem Schuppen eingelagert werden. Das Hamburger Heine-Denkmal war die Stiftung ,eines Privatmannes und hatte bereits lange Jahre in einem privaten Garten gestanden, ehe es nach dem Kriege in den öffentlichen Park versetzt wurde. Zeitungsverbot. Durch Verfügung des Regierungspräsideuten vom 28. Juli ist die Monatszeitung ״Breslauer jüdisches G e 111 e in d e b la 11“ gemäß §1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 28. Februar 1933 bis auf weiteres im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung verboten worden. Ueberführung Ins Konzentrationslager. Wie die Staatspolizeistelle Gießen mitteilt, sind neun Personen aus der Stadt und dem Kreise Gießen in das Konzentrationslager Osthofen verbracht worden. Unter den eingelieferten Personen befindet sich, so heißt es in der WSN.-Meldung, ein Jude, der sich hinsichtlich der Beziehungen zu christlichen Mädchen abfällig geäußert haben soll. Konsequentes Renegatentum und verdiente Strafe. Das Frankfurter Sondergericht verurteilte einen Journalisten, der angab, 1922 aus dem Judentum ausgetreten zu sein, wegen unberechtigten Tragens des Abzeichens der NS BO. zu zwei Monaten Gefängnis. Der Angeklagte verantwortete sich damit, daß er, obwohl Nichtarier, doch ein unentwegter Vorkämpfer der nationalen Bewegung sei. Er hatte sich zur NSBO. angemeldet und in der Aufnahmeerklärung versichert, rein arischer Herkauft zu sein. Obwohl er später mit 13 anderen Leuten ausgeschlossen wurde, wobei ihm gesagt wurde, daß er als Jude nie Mitglied sein könne, meldete er sich später an anderer Stelle wieder an lind trug Abzeichen, ohne daß seine Aufnahme genehmigt war. Aus der Putwnacher-lnnung. In Nr. 18 des ״Damen, putz“, Reichsverbandsorgans der Putzmacher-Zwangsinnung (Berlin) wird vom Reichsverband mitgeteilt, daß von der Organisation auch alle jüdischen Firmen im Reichsgebiet erfaßt und eingegliedert werden sollen. Indessen können Vorstandsämter usw. nur Mitgliedern der NSDAP, oder ihrer Nebenorganisationen übertragen werden. In einer weiteren Ankündigung wird mitgctcilt, daß der ״Arische Ausschuß“ gemeinsam mit der Damenschneider-Innung am 31. August auf der Rennbahn in Karlshorst eine Modenschau veranstaltet. An der Vorführung, so heißt es, können sieb alle arischen Mitglieder der Innung beteiligen. Erschwindelter Attentatsplan. Zu der in Nr. 61 der ״Jüdischen Rundschau“ wiedergegebenen Nachricht der ״vossischen Zeitung“ über ein angeblich geplantes Attentat auf Göm bös wird uns nunmehr aus Budapest berichtet, daß es sich bei dem angeblichen Komplott um eine Mystifikation gehandelt hat, bei der Samuel Löwinger, ein übel beleumundetes Individuum, der wiederholt Spitzeldienste geleistet haben soll, eine betrügerische Rolle gespielt hat. Löwinger habe sich durch seine Denunziation eine Geldbelohnung der Polizei verschaffen wolle«. Nach Aufklärung des Tatbestandes wurde er jedoch wegen falscher Anschuldigung verhaftet. Der Arloioroff-Mord Untersuchung gegen Stavsky, Rosenblatt und Minil Jaffa, 3. August. (J. T. A.) Anläßlich der Wiederaj nähme der Vernehmungen im Untersuchungsverfahren geg Abraham Stavsky kündigte der Staatsanwalt an, daß er <׳ Verfahren auch auf Rosenblatt und Minz ausdehne, er ebenso wie Stavsky und andere noch Unbekannte der V ej schwörung zur Ermordung Arlosoroffs schuldigte. Stavsky, Rosenblatt und Minz wurden gemeinsam vor rieht gebracht. Es wurden bloß zwei Zeugen, nämlich Leiter des Ermittlungsamtes der Kriminalpolizei,^ Hauptmal Rice, und der Kassierer der Einwanderungsabteilung einvj riommen. Hierauf wurden die Verhandlungen auf de| 9. August vertagt. Hauptmann Rice legte in einer dreistündige Aussage die Einzelheiten des Falles auf Grund der von Witwe des Ermordeten und anderen Personen gemachten gaben dar. Am Sonntag nach dem Mord, erklärte er, wurd| der Witwe 10 Photographien vorgelegt. Sie bezeichnete Photographie Stavskys als diejenige des Mannes, der dej größeren der beiden Attentäter gleiche. Auf Grund dies) Aussage, aber auch auf Grund anderer Indizien wurde Stavs am Montag verhaftet. Anläßlich einer am Montagabend vcj genommenen Identifizierungsvorführung wurde Stavsky vj Frau Arlosoroff unter 16 anderen Personen erkannt. Als näher an ihn herantrat, fiel sie in Ohnmacht. Einige Minu später schritt sie wieder die Reihe entlang und bezeichnt) abermals Stavsky. Hierauf verlangte sie, daß die Leute vd beigehen, was geschah. Nunmehr bezeichnete sie vier v! ihnen als dem größeren der beiden Attentäter ähnlich, dann verlangte Frau Arlosoroff, daß jeder der von ihr bezeid neten Männer die Worte ״Kama ha-Schaah“ (wie spät ist es! spreche, die von den Mördern gebraucht worden waren, sie sich an Dr. Arlosoroff wandten. Nachdem Stavsky Worte gesprochen hatte, erklärte Frau Arlosoroff, er versuch mit verstellter Stimme, aus der Kehle, zu sprechen. Hauptmann Rice erklärte weiter, er habe am Sonnabenl abend mit zwei Polizeibeamten an der Mordstclle eitid Lokalaugenschein vorgenommen, Experimente angl stellt und die Ueberzeugung gewonnen, daß Frau Arlosonf die Täter im Widerschein der Lichter von Jaffa und Sternenlicht erkennen und somit eine Beschreibung vfl ihnen geben konnte. Bezüglich Rosenblatts erklärte er, er habe seine V<| haftung auf Grund einer geheimen Information a geordnet. In diesem Beschuldigten habe Frau Arlosoroff der am 29. Juli vorgenommenen Identifizicriingsvorführuil den zweiten Komplizen erkannt. Am folgend!] Tage wünschte sie, Rosenblatt unrasiert zu sehen. Hierauf klärte sie Hauptmann Rice, sie sei überzeugt, Rosenblatt 1 Strande gesehen zu haben, als Dr. Arlosoroff ermord! wurde. Auf Fragen, die an ihn gestellt worden waren, erklär? Hauptmann Rice, er habe Erkundigungen über Stavsky s! Sonnabendabend eingezogen. Er habe nicht gehört, was Fn Arlosoroff gesagt habe, als sie bei der Identifizierungsva führung Stavsky als einen der Täter bezeichnete. Der andere Zeuge, Beamter der Einwanderungsbchördl erklärte, er habe mit Stavsky, der bei ihm erschienen vaf um die Rückerstattung eingezahlter Gebühren zu fordern, er kein Rückreisevisum erhalten hatte, am Freitagnachmitta gesprochen. Er habe ihn auch um 2 Uhr nachmittags im kd perativen Arbeiterspeisehaus gesehen. Auf Grund der von dl Regierung veröffentlichten Beschreibung habe er sofof Verdacht geschöpft, daß Stavsky der größere dl beiden als Täter beschriebenen Personen sei, sowohl al Grund seines Aeußeren im allgemeinen, als auch wegen sein! besonderen Art zu gehen. Auch sein Kollege, der Paßbeanif Tabori, habe denselben Verdacht gehabt, daraufhin habe Zeuge seine Vermutung sofort Hauptmann Rice mitgeteilt. Nach einer Mitteilung des Warschauer ״Haint“ soll Varschau eine Nachricht angekommen sein, die besagt, da in Mitglied des Brith Trumpeid or der Polizj usführliche Angaben über das angeblich bestandene reij ionlstische Komplott zur Ermordung Arlosoroffs gemaci 1abe. Dieses Mitglied des Brith Trumpeldor habe auch li {osenblatt aus Kfar Saba als den Mörder bezeichn( :'s machte besonderen Eindruck, daß die Witwe Arlosorof en verhafteten Rosenblatt dann sofort identifiziert hat, 01 vohi es ihr nicht bekannt war, daß Roscriblatt auf rwähnte Anzeige eines Bethar-Mannes verhaftet worden w Alle diese aus privater Quelle stammenden Nachrichten si cdoch mit Vorsicht aufzunehmen. — Die Red.) Welikonfercnz jüdischer Studenten Unter Teilnahme zahlreicher Delegierter aus Europa w Amerika wurde im Boborn House in London eine Wel konferenz jüdischer Studenten eröffnet. Im M telpunkt der Beratungen steht das Problem der aus Detitsq land verdrängten jüdischen Akademiker. Die Eröffn!!™ ansprache hielt der Philosoph der Victoria-Universität Manchester, Prof. Samuel Alexander, der u. a. sagt] er sei Zionist geworden. Es sprachen dann Sir Phi Hartog, der den Wunsch ausdrückte, der Hebräische Universität in Jerusalem Gelder zur Verfügung zu ste um es ihr zu ermöglichen, jüdischen Qelehrten aus Deutscj land neue Stellungen zu bieten. Prof. L. B. N a m i e r den jüdischen Studenten aus Deutschland, den Volkskörf Israels in Palästina aufzubauen. Prof. B r o d e ts k y sagte, Judenheit müsse klargemacht werden, d{1ß der Grundfcni des jüdischen Lebens in seinem Mangel an wirtschaftlich! Gleichgewicht besteht. In Palästina habe mau eine Um1'״ tung der Werte erlebt, eine höhere Einschätzung der ArW des Pioniers. Rev. Pcrlzweig führte aus, daß ein geistit Wandel im Leben des jüdischen Volkes zu schaffen sei, eine neue Basis für das Judentum zu finden. In der z w ten S’itzung der Konferenz wünschte Prof. L. B. N: mier eine enge Zusammenarbeit zwischen dein Weltv<9 band jüdischer Studenten und dem Internatic nalen Studentenwerk, Der Sekretär des Reich! Verbandes der englischen Studenten, R. Nu May, erklärte, die englischen Studenten würden dem W4 verband jüdischer Studenten in seiner Arbeit nach Kräft« behilflich sein. Rev. P e r 1 z w e i g beschäftigte sich mit weiteren Arbeit der Hebräischen Universität in Jerusal und verlangte, daß die Juden Anspruch auf freien Zutr zu den Universitäten haben. neu] Heiratsordnung der Reichswehr. Der Reichswehrminis hat eine Ergänzung der Verordnung über das Heirat der Angehörigen der Wehrmacht verfügt. Nach dieser Verordnung mul! u. a. der Nachweis erbracht werden, die Braut der Wehrmachtsangehörigen arischer A stammung ist. Die Ergänzung der Heiratsordnung keine rückwirkende Kraft. Zu dem ns eine Rt erschiedene ,ssc für da!er Belroffe leügion geh leiten nachs >twas ander Die Stat |er jüdische *tzte Volks? «inaus die ji [ut andere [Nichtarier“ Hierzu £ . e 1 i g i o n! ,ustrittswell׳ (eil 1810 bis 11cm“ von t laufen. Die JO. Jahrhunc |)ie Zahl de hnittlich ja 1er Jahre 19 Berlin »reuBen nicl vahnt, in I isiissigeil J on rund L lort. In den >is 1891 auf |,;.:enden Ja laim im 1״! Sie Zain dei len auf 15 2 |engruppen, ymptom ■n Berechn icn ausrcich;ommt, daß lie Zeit von 1 660 festg lahlen über!ach eigene! Ichen Geistl ludenschaft licht weiter, pissidenten ici Juden er Beruhen lern Judent M i 5 c h e h! |901 statlstis 1is 1924 au 16!־'» Wo (in I 1926 auf 2׳ »0 ein S; den Grc München 36, 1900 8100 JV!estanden. I für die and( Mischehen 1 ,8 stieg, st׳ r0!1 0,27 auf Nun kö ׳heti zu den ludentum ve Kinder der der Jah [heoretiker Ichlechterunj chologisc 'reude an Sicherlich d iiese Misch md in Sozi lourgeoisie, lesvußt ode folgen. Wie östlichen ׳etrug, betr ׳enn es mä heil mit ci liesem Vers 'er Zahl dt!Iso nur g< nan das W: ״gleicht. Icr Ges am' Die Bei :m Jahre lie der Jud ■f, in welcl :!!einander Nach < luden“ wai schuh der :erung. 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