Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 62 (4.8.1933)
- Date
- 1933-08-04
- Page
- Seite 394 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 392 jüdische Rundschau Nr. 62. 4. VIII. 1933 9 Nr. 62. 4 \ nicht zum wenigsten die hochentwickelte nordische (indogermanische) Grundsprache, die die Sprachen der übrigen Kassen Europas bis auf die Reste verdrängt hat... Eine entscheidende Beeinflussung der Geschichte Vorderasiens ist erst das Werk der ursprünglich nordrassischen Inder, Meder, Perser sowie der Hettiter. Der Schüler muß die Schicksale dieser Völker als die seiner eigenen Blutsverwandten erleben, die schließlich unter der Uebcrmacht fremdrassigen Blutes zugrunde gehen, nachdem sic in Indien und Persien Hochkulturell geschaffen haben. Die Geschichte der G riechen hat abermals vom mitteleuropäischen Raume auszugehen. Erneut ist zu betonen, daß es sich um unsere nächsten rassischen Brüder handelt. Daher auch unser inniges Verhältnis zur griechischen Kunst, ganz anders als etwa zur chinesischen, japanischen oder altmexikonischen.. Die nordischen Griechen bildeten als Eroberer die Herrenschicht des Landes. Der Kampf der Stände beruhte auf einem Gegensatz der Rassen. Die Geschichte der nordisehen Völker Italiens* hat ebenfalls in Mitteleuropa zu beginnen, damit auch hier die rassische Verwandtschaft gefühlt wird. Der Kampf der Patrizier und Plebejer ist vorwiegend als Rassenkampf zu verstehen; daher auch der besonders heftige Widerstand gegen die Gewährung der Ehegemeinsehaft an die Plebejer. De Bedeutung der germanischen Völkerwanderung liegt zutiefst darin, daß sie dem in seinem Rassenmischmasch entarteten römischen Weltreich frisches nordisches Blut zuführte. Daher entfaltete sich auch die neue Kulturblüte des Mittelalters nur in den Ländern, wo sich germanische Völker dauernd niederließen.“ Obwohl in diesen Richtlinien der Gedanke der Ueberlegenheit der nordischen Rasse klar zum Ausdruck kommt, wird in den Mitteilungen, die die Zeitungen veröffentlichen, über das Verhältnis zu anderen Rassen nichts gesagt. Dieser Punkt ist für uns Juden aber von sehr großer Bedeutung. Denn bei der Abfassung der neuen deutschen Geschichtslehrbiicher, die ja auch die Geschichte anderer Erdteile und anderer Völker umfassen muß, kann die Bewertung anderer Rassen und Völker eine durchaus objektive sein, ohne daß das Rassenbewußtsein der Schüler, das durch־ den Oeschichtsuntcrricht gefördert werden soll, darunter leiden müßte. Insbesondere wird man es verstehen, wenn wir Besorgnisse äußern, daß im Unterricht den kulturellen Leistungen auch der jüdischen Rasse Gerechtigkeit widerfahre und daß eine Herabsetzung der Juden vermieden wird. Des ist um so wichtiger, als in vielen deutschen Schulen jüdische Kinder sitzen; durch eine Disqualifizierung der jüdischen Rasse im Unterricht würde eine besonders peinliche Situation für diejenigen Schüler geschaffen, die dieser jüdischen Rasse angehören und sich dann in einer für ein Kind seelisdi gar nicht tragbaren Weise vor ihren Mitschülern und Lehrern bloßgestellt fühlen müßten. Die überragende Steilung der Rassentheorie im heutigen deutschen Leben zwingt auch uns Juden, den Gedanken der Rasse neu zu prüfen. Wir, die wir als ״Fremdrassige“ liier feben, haben das Rassenbewußtsein und die Rassenpflegc des deutschen Volkes unbedingt zu respektieren. Das verhindert aber 11. E. nicht ein friedliches Nebeneinander von Mensehen verschiedener rassischer Zugehörigkeit. Je geringer die Möglichkeit einer unerwünschten Vermischung, um so weniger bedarf es des Rassen-״Schutzes“. Wo — wie im heutigen Staate — eine Scheidung unter dem Rassengesichtspunkt erfolgt, da ist eine Vermischung von Juden und Nichtjuden gar nicht möglich. Während des Zeitalters des Liberalismus, wo dem freien Bekenntnis des Menschen zu einer Gemeinschrdt ein großer Spielraum eiiigeräumt wurde, konnte die Vor- Stellung einer restlosen Assimilation viele jüdische Köpfe ergreifen und zur bestimmenden Richtlinie des jüdischen Verhaltens werden. Heute stehen wir vor einer völlig veräneierten Situation, die erfreulicherweise auch von einem Teil derjenigen Juden, die früher die Bedeutung der naturgegebenen Unterschiede zwischen Juden und Nichtjuden bagatellisicrten, anerkannt wird. So schreibt in der ״C. - V. - Z e i - tung“ Dr. Alfred Hirschberg, der Begriff der Emanzipation habe eine Wandlung durchgemacht, denn man könne ״nicht vom Semiten zum Arier emanzipiert werden“. Durch die im neuen Deutschland üblich gewordene Terminologie hat sich die Bezeichnung ״Rasse“ für den Unterschied zwischen Juden und Nichtjuden durchgesetzt. Ohne in bedeutungslose Wort- Streitigkeiten eintreten zu wollen, könnte man darauf hin weisen, daß auch andere Bezeichnungen für diesen Unterschied möglieh sind. Das Wesentliche dabei ist, sich darauf zu besinnen, daß es solche Unterschiede gibt und daß sie letzten Endes in der A bstammung ihre Wurzel haben. Nur ganz ratiolialistischc Zeiten, denen das Gefühl für die tieferen Gründe und Abgründe der Seele und für die Ursprünge des Gemeinschaftsbewnßtscins abhanden gekommen war, konnten Abstammmg als eine bloß ,,naturgeschichtlichc“, im übrigen belanglose Sache antun. Die Anschauung־, daß solche auf Abstamrnung beruhenden Gemeinschaftsunterschiede keine Bedeutung haben, war und ist keineswegs auf Juden beschränkt; aber bei Juden hat sie aus der ganzen Situation der Juden heraus eine besondere Betonung erhalten, weil die Juden hier gewissermaßen als ״Interessenten“ aufzutreten schienen. Dieser Umstand hat eine leidenschaftslose Betrachtung der Frage sehr erschwert. Heute, wo man das Rassenmoment stark unterstreicht, ist aber nichts notwendiger als ruhige Abwägung. Rassentum ist zweifellos ein geschichtlich und kulturgeschichtlich überaus wichtiges, ja entscheidendes Moment. Aus ״Blut und Boden“ ist tatsächlich das Wesen der Völker und ihrer Leistungen bestimmt. Die Schwierigkeit besteht unseres Erachtens jedoch darin, daß die rassischen Verhältnisse im Verlaufe der Geschichte sich sehr kompliziert haben; es ist daher zwar die große Bedeutung des Rassentums anzuerkennen, viel schwieriger aber ist die Feststellung der tatsächlichen rassischen Gegebenheiten in jeder menschlichen Gruppe und in jedem Zeitabschnitt. Die Geschichte der Staaten und Völker auf einer höheren kulturellen Ebene ist oft so verlaufen, daß eine klare Scheidung nach rassischen Gesichtspunkten dem Forscher große Schwierigkeiten machen dürfte. Für uns Juden ist die Notwendigkeit einer geistigen Neu- Orientierung gegeben. Da die deutsche Kulturbetrachtung vom Begriff der Rasse ausgeht und wir, obwohl zur deutschen Kul- (Urgemeinschaft gehörig, dabei ausgeschlossen werden, haben wir uns Rechenschaft abzulegen, welchen Raum wirdem Rassenbewußtsein bei 11ns ein räumen müssen. Wir haben insofern vieles gutzumachen, als in den letzten Generationen das jüdische Rassenbewußtsein vielfach vernachlässigt wurde und sogar die geringschätzige Bewertung der jüdischen Rasse, die in unserer Umgebung üblich war, von vielen Juden übernommen wurde. Unser Platz in der menschlichen Gesellschalt wird im neuen Deutschland nach dem Begriff der Rasse geregelt. Was dabei bei den Juden vor sich geht, darf nicht als ein bloßes zwangsweises Sich-Abfinden mit der Einreihung in das jüdische Rassentum gewertet werden, sondern es geht tiefer. Die Bedeutung des Vorgangs wird verwischt, wenn manche jüdischen Gruppen, die noch gestern vor nichts so zurückscheuten wie vor dem Rassenbegriff, heute das Wort Rasse um- und umwenden, als ob es zu ihrem täglichen Rüstzeug gehörte. Man will den Rassenbegriff, den Deutschland geschaffen hat, übernehmen und in die eigene Ideologie einbauen, ohne im Grunde viel zu ändern. Sogar der oben zitierte einleuchtende Satz der ״C.-V.-Zeitung־“, daB man nicht vom Semiten zum Arier emanzipiert werden könne, wird in manchen jüdisch-assimilatorischen Kreisen angefochten. Schon wieder werden Worte mißbraucht, ihres Inhalts entkleidet; manche führen eine scheinbar positiv-jüdische Sprache, ohne in Wahrheit eine innerliche Wendung vollzogen zu haben. Demgegenüber müssen wir verlangen, daß die Neu-Ordnung im Judentum unter dem Gesichtspunkt der Bejahung des Judent 11 m s und des bewußten Wiederaufbaus jüdischen Seins er- ( folgt. Ein stolzes Bekenntnis zur eigenen Art und eigenen Rasse umschließt den Wißen, diese Art und Rasse fortzusetzen. Das kann aber nur dann geschehen, wenn der Inhalt des jüdischen Lebens nicht verdünnt wird, so daß wir zwar gezwungenermaßen uns als Juden bekennen müssen, aber mit diesem Judentum nichtdas geringsteinnerlich und geistig anzufangen vermöchten. Das Bekenntnis 7.11m Judesein ist nur der erste Schritt. Es muß der Aufbau eines positiven jüdischen Lebens folgen, ein neuer aktiver Gemeinschaftsgeist und eine jüdische Verantwortungsfreudigkeit. Wenn wir Juden unser Rassentum bejahen, so wollen wir uns doch vor einem übermäßigen Rassen 11 och raut bewahren. Wir Juden können als Juden unser Größtes und Echfestes hergeben, aber ebenso erkennen wir das Große und Echte, das andere Rassen aus ihren natürlichen Vorbedingungen heraus schaffen. Auf einer höheren Ebene des Geistes begegnen wir einander Menschen und Gruppen, ungeachtet ihrer rassischen Herkunft. Rasse und Rassenscheidung ist nur ein Anfang. Die Rassenzugehörigkeit soll nicht bagatellisiert werden, weil sonst innere Falschheit und Unordnung entsteht; aber nur Rassenzugehörigkeit an sich ist noch kein Verdienst. Ueber den Rassen, so glauben wir, steht die Einheit des Menschengeistes. Von der Besonderheit des Volkes zur Universalität des Geistes zu streben, in der Besonderheit das allgemein Gültige zu verwirklichen, ist nach unserer Auffassung die Aufgabe der Völker. De Rassenscheidung der deutschen Staatslehre stellt uns Juden vor die Notwendigkeit, diese Zusammenhänge neu durclizudenken, um innerhalb der entstehenden Neuordnung auch geistig unseren Platz zu finden. Zusammenarbeit mit jüdischen Aerzten verboten Das ״Deutsche Aerzteblatt!“ vom 29. Juli veröffentlicht nachstehende Anordnungen des Kommissars Dr. Wagner; ״Die kassenärztliche Vereinigung Chemnitz plant folgende Regelung der Zusammenarbeit von Aerzten bei der Vertretung, bei Ucberweisungen und bei Konsilien: Es ist verboten: 1. daß deutschstämrnige und fremdrassige Aerzte einander vertreten, 2. daß deutschstämmige Aerzte Ucberweisungen an fremdrassige Aerzte vornehmen oder Ucberweisungen von ihnen annehmen, 3. daß deutschstämmige Aerzte fremdrassige zu Konsilien zuziehen oder sich von ihnen zuziehen lassen. Bei Verstoß gegen dieses Verbot wird eine Konventionalstrafc in eineinhalbfaelier Höhe des durch den Verstoß erworbenen Honorars erhoben und an die Spende für die Opfer der Arbeit oder eine entsprechende Einrichturig abgeführt. Die Höhe des Honorars kann gegebenenfalls durch den Vorstand geschätzt werden. Einspruch hiergegen ist ausgeschlossen. Sollten besondere örtliche Verhältnisse im Interesse des Kranken Ausnahmen nötig machen, 80 ist ein begründeter Antrag an den Vorstand zu stellen. In Dringlichkeitsfiillen kann dieser Antrag nachgeholt werden. Der betreffende Arzt übernimmt für sein Handeln die volle Verantwortung. Ich ordne an, daß alle Gliederungen der ärztlichen Spitzenverbflnde in der gleichen Weise verfahren, soweit nicht die durch die Reichsversicherungsordnung vorgeschrie• bene ordnungsmäßige ärztliche Versorgung der Versicherten und ihrer Angehörigen durch diese Maßnahmen gestört wird. Ich mache ferner auf folgendes aufmerksam: Kassenärzte dürfen nur in Ausnahmefällen und nur mit Zustimmung der Parteien des Gesamtvertrages einen ständigen Assistenten beschäftigen. Die Zustimmung der hassenärztlichen Vereinigung ist also in jedem Falle erforderlich. Ich erwarte von den kassenärztlichen Vereinigungen, daß sie ihre Zustimmung, sofern sie überhaupt gerechtfertigt ist, nur dann erteilen, wenn der Assistent bezll glich seiner Abstammung die Voraussetzungen der Zulassungsfähigkeit erfüllt.“ Die Führung der Gemeinden Die ״Gemeinde 7: eitung für die israelitisehen Gemeinden Württembergs“ (Schriftleitung Stadtrabbiner Dr. Rieder) Stuttgart, druckt in Ihrer Ausgabe vom 1. August den Artikel ״Die Aufgaben der Gemeinde — Zum Führerproblem des deutschen Judentums“ aus der ״Jüdisehen Rundschau“ vom 21. Juli ab. Wie unseren Lesern noch erinnerlich sein dürfte, haben wir in diesem Artikel anläßlich des Communiques, das über die Tagung der ״Konferenzgemeinschaft“ in Frankfurt ausgegeben wurde, kritisch zu der heutigen Leitung der jüdischen Gemeinden und Gemeindeverbände in Deutschland Stellung genommen. Wir haben betont, daß die aus einem früheren Zeitabschnitt stammende Führung der Gemeinden für die jetzigen Aufgaben durchaus unzulänglich ist und auf Vertrauen nicht ohne weiteres Anspruch hat. Ke genannte Zeitung . erklärt,. daß dieser Artikel der ״Jüdischen Rundschau“ ״in weiten Kreisen Zustimmung finden wir d“. Wir betrachten es als ein erfreuliches Symptom der gesunden Gärung im deutschen Judentum, wenn ein Organ, das unter jüdischliberaler Leitung steht, in einer so wichtigen Frage mit uns übereinstinunt. Tröstet, tröstet mein Volt, spricht Euer Gott] Redet Jerusalem ru Herzen und rufet ihr 2a, da| erfüllt ist ihre Dienstpflicht, gesöhnt ihre Schuld; denn doppelt empfing sie aus der Hand des Her für all ihre Sünde. Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnet de! Weg des Herrn, ebnet einen Pfad unserem Gott! in der Steppe! jedes Tai werde hoch, jeder Bcr und Hügel niedrig, das Krumme werde gerac! jede Höhe zur Tiefe, daß offenbar werde di! Herrlichkeit des Herrn, und alles Fleisch verei! es sehe/ denn der Mund des Herrn hat geredei ־)arch die \ber nicht t )ichtungen jemeinscha Ieugung, dt 1 nderen Bl Auf einen hohen Berg steige hinauf, Freuden botin Zions, erhebe mit Macht Deine Stimme Freudenbotin Jerusalems, erhebe sie furchtlos sprich zu den Städten Judas: Euer Gott ist da Gott, der Herr, kommt mit Macht, sein Arm ver. schafft ihm die Herrschaft, sein Lohn ist bei ihn und sein Werk zieht vor ihm her. (Jesaja 40, 1—5/ 9— JOj Haft am für Sabbath Nadiarnu (S. Augusj Welikonferenz des liberalen Judentums & Aus London wird uns berichtet: Am 30. Juli wurde in London eine Weitkonferenz für das liberale Judenftnn er öffnet. Den Vorsitz führt Rabbi Dr. M a 11 u c k. Es sind Dcltierte aus folgenden Ländern anwesend: Deutschland, England, esterreich, Frankreich, Schweden, Vereinigte Staaten voa Amerika. In der Eröffnungssitzung hielt Prof. Ismar El bogen (Berlin) einen Vortrag über jüdischen Gottes dienst. Er führte aus, daß sowohl religiöse Erziehung als auch das Gebet wichtige Teile des jüdischen. Gottesdienstes seien. Der religiöse Jude fühle sich abhängig. von Gottes Macht und Gnade. Daher habe das Gebet oft die Form per• sönlicher Bitten. Dabei seien sogar materielle Gegenstände nicht ausgeschlossen, wie die übliche Bitte um ״das tägliche Brot“ beweise. Im allgemeinen aber sollte die Bitte des Gebetes einen geistigen Charakter haben, etwa Bitte um Kraft, um Wiederaufbau des Heimes in Zion, um Vergebung der Sünden. Der jüdische Gottesdienst hängt ab von der Ge• meinde, und diese fehle heute vielfach. Man müsse die Kluft zwischen öffentlichem Gottesdienst und Gemeinde wieder schließen, Das zweite Referat hielt Rabbiner Julius Marc aus Nashviile (Amerika). Wir liberalen Juden, so sagte er, haben viel dazu beigetragen, das Judentum zu einem lebendigen Faktor im jüdischen Leben zu machen, aber wir haben auf dem Gebiete des Gebets versagt. In Amerika gehen die liberalen Juden in die Synagoge nicht, um zu beten, sondern um Ansprachen zu hören. Die liberalen jüdischen Habbiner Amerikas sind gute Redner und haben daher große Hörerschaft. Aber das ist nur ״Publikum“, nicht ״Ge• meinde“. Der Redner übt eine scharfe Selbstkriti an der bisherigen Praxis des liberalen Judentums. Wir müssen, so schloß der Redner, dem Volk den Trost der Religion wiederbringen. Im Laufe der Debatte wies ein deutscher Dele giert er darauf hin, daß unter dem Druck des Anfisemili? mus in Deutschland viele Juden wieder das Bedürfnis nach religiöser Erbauung gezeigt haben. Aus diesem Grunde habe man damit begonnen, Gottesdienste in deutscher Sprach! nach den traditionellen Richtlinien abzuhaiten. Judenfreier Markt in Beerfelde In der ״Starkenburger Presse“ finden wir unter der Uebersclirift ״Der erste Beerfelder Pferde-, Fohlen-, Zucht■ vieh-, Ziegen- und Schweinemarkt im dritten Reiche“ einen Bericht über den Hauptmarkt in B e e r f e 1 d e, bei dem der hessische Ministerpräsident Prof. Dr. Werner eine An■ spräche hielt, in deren Verlauf er nach dem Bericht des ge׳ nanntd% Blattes sagte: ״Angesichts des heutigen judenfreien Markte ist die Tatsache hervorzuheben, daß, wenn jeder im Deut• sehen Reiche so gehandelt hätte, bzw. den Juden in ge• schäftliclier Hinsicht gemieden hätte, dann könnten wir sicher sein, daß dieselben schon vor Jahrzehnten den lästi gen Staub des Odenwaldes von ihren Füßen geschüttet haben würden und auch jetzt kein Jude mehr in Beerfeide wäre. ... Es kommt nicht zu sehr darauf an, den Juden zu beschimpfen, Zettel diesbezüglichen Inhalts an das Haus zu kleben, sondern man muß ihn wirtschaftlich treffen, alsdann wird er sich schon von selbst bei seinen Vätern ver׳ sammeln. Die besten Wünsche begleiten das Judentum u seine neue Heimat.“ Hierzu schreibt uns ein Leser aus Beerfeide, daß dort seit uralten Zeiten Juden wohnen. Der aus Beerfeide gebar׳ tige Deutsch-Amerikaner A. S. R o s e n 111 a i habe, so wird 1111s weiter berichtet, vor etwa vier Jahren der Gemeinde eine Stiftung von etwa 190 000 RM. überantwortet, deren Zinsen an Ortsarme ohne Unterschied der Konfession verteilt werden, Rosenthal hat ferner einen Beitrag für die Erbauung ein» katholischen Kirche und 5000 RM. zur Renovierung der pro• testantischen Schule gestiftet. Die Bewohner von Beerfctdt werden daraus zumindest schließen können, daß Juden, auch wenn sie den Heimatsort verlassen haben, ein Gefühl dß Zusammenhangs und der Dankbarkeit behalten und auch betätigen. Jenen Juden aber, die auf solche Stiftungen pociiea ist zu sagen, daß es eine Illusion wäre, zu meinen, da• derartige jüdische Zuwendungen auch zur Lösung der Juden frage beitragen. Umbenennung einer Straße. Im ״Börsenblatt für den deut ׳hen Biftbhandel“ veröffentlicht der Hammerverlag (Theodo .. t . < 1 . . . .. . _.j _ j•- ז.ו. __t-״ HW ritsch) in Leipzig ein Inserat über die Neuausgabe de Handbuches der Judenfrage“ das jetzt im 105.—124. Tausen! ir 4,50 M. erscheint. Diese Annonce enthält die faksimiliert! Wiedergabe einer Urkunde des Bürgermeisteramtes Ludwig ifen, die folgenden Wortlaut hat: ״Die Vertreter de ־eisunmittelbaren Stadt Ludwigshafen a. Rh. änderten an l. Juni 1933, dem gleichen Tage, an dem vor elf Jahr» er Jude und Freimaurer Walter Rathenau der Volksjusi: 1m Opfer fiel, die gleichgerichtet zur Adolf-Hitlcr-Straß :Häufende Rathenau-Straße in Theodor Fritsch-Straße j>l usdruck der Verehrung für Herrn Theodor Fritsch, da!erschrockenen selbstlosen Altmeister der völkischen Fr׳ sitsbewegung. Ludwigshafea a. Rhein, 12. Juli 1933.*' (Unter nderen Me )elbstsicheri tua drei J and, in di inseres Jüd Besinn V! Wir bn manns ״D und seinem wächst zum Gemeinschaft der Dichter fügting stellt erschienen ( Berlin). Aber so s rliöht, wie Mu! las seiner Ahn n׳nd, und doe chlichtes Gesl genug aus AI u.'ßcn an ihn Blut. Und dies amer Ton, in in großes, voi ein Leben, n Mies klangen, varen kein Vc Allem. Denn, Allem unentbe' iclleicht Würc Und der .eben zu sch Weite gerichte vie ein Kind )chütet; seine Schmutz; wem 11 seiner Reel voran er schii )rach für ihn Gerechtigkeit ׳ Langsam s den Weg zuriii eine Kehle wr her ausgeruht ider, über die Wind abgefall die Sockel der [eschichtet lag ״eil eines geo Paul sah 1 oichen Laube wahrte noch! nichts mehr d deutet, Etwas, Achtlos konnte aus irgendein auf ihn gesehc and, jubelnd gestiegen — i! apd. Was dai viederbringlicii ,inem Innern üe Erde hinar Etwas, wa: (önnen, daß < Fas ihn einm! ramer unverlie var noch sid 0 verraten h, r jetzt — in hen inneren In־ es wertlos '0(1 ihm, daß! Oder hatte 'eit gar nicht hn fremd um 1ur, weil er le ich entfalten Aber wora tunden nicht »kennen, das Fnannt und einem Leben ies aus Viele h!1 war? Aus < remder Fraue ״olken und c '׳ar ihm derir 'זני, daß es i (eher fühlen d Wmer ihm, ui Manches ־ r>ge seines f ',rfülit verwarl 11}porheben, 1 eihend — g< Aber, was n ihm und nu crglcichbar - >nd darauf zu , Denn über ,״rcchtigkeit j'cht wärmter »ren blenden! hrfürchtig ihr Vorfahren, »aar und Bart