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Jüdische Rundschau · 1933-08-01 · Heft 61 (1.8.1933) · p. Seite 388

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 61 (1.8.1933)
Date
1933-08-01
Page
Seite 388 (sequence 4)
Language
German
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Seite 386 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 61, 1. Vffl. 1933 Nr. 61, 1 Die künftige Organisation der deutschen Juden Von Nathan Moses, Karlsruhe Der nachfolgende Artikel ist als persönliche NetnungSäuberung zu dem wichtigen Thema der Organisierung der deutschen Juden zu werten■ Die Frage, ob ein Reich sr erb and oder aber Landesverbände, zu schaffen sind, ist unseres Erachtens nach Zwcckmäßigkcitsgründen zu entscheiden. Wir glauben aber nicht fehlzugehen, wenn wir annehmen, daß im Gegensatz zu der hier geäußerten Meinung die Mehrheit der deutschen Juden für eine einheitliche 'Rcichsorganisation eiutritt. Red, Die Erörterungen von Hugo Rosenthal in Nr. 53 der ״Jüdischen Rundschau“ verdienen die Aufmerksamkeit aller deutschen Juden, die willens sind, am Wiederaufbau der deutschen Judenschaft mitzuwirken und die diesen Wiederaufbau vorbereiten wollen, weil das Heranbringen der Bausteine nicht weniger wichtig ist als das Behauen, Die Ausführungen von Rosenthai müssen wegen ihrer großzügigen Konzeption, ihrer schöpferischen Gedanken und ihrer vom Ernst getragenen Schlichtheit im Grunde vollste Anerkennung finden. Hier soll nur zu einem Abschnitt der Darlegung, zu der Frage der künftigen Organisation der deutschen Juden, mehr ergänzend ais kritisch Stellung genommen werden. Der Gegensatz von Zentralisation und Dezentralisation wird notwendigerweise auch hier auffauchen, wo cs sich darum handelt, völlig Neues zu schaffen, ohne daß theoretische Vorarbeiten zur Verfügung stehen, die der heutigen Lage Rechnung tragen. Bisher war eine Zusammenfassung der Juden in den einzelnen Bundesstaaten oder Ländern nur insoweit erforderlich und — nach der Ueber/eugintg der Mehrheit -- auch nur insoweit •zweckmäßig, als die Tatsache der KiiHusgerndnschaff dies erlorderlieh machte, weil die Aufbringung der Mittel für die Kuhusbcamten und die ferneren damit itn Zusammenhang erwachsenden Aufgaben und Ausgaben die Errkhtung einer Körperschaft des öffentlichen Rechts geboten sein ließ. Außerhalb der religiösen Betätigung blieb es jedem Einzelnen frei überlassen, oh und in welcher Richtung er zu dem um ihn herum flutenden Kraftströmeri und Ideen des kuiturellen, politischen und sozialen Lebens Stellung nehmen wolle. Heute ist die Lage von Grund auf verändert. In fast allen Schichten der deutschen Juden ist die Ueberzettgung wach geworden, daß von außen her eine S e h i c k s a i s g e m e i!1 s c It;1 ft der deutschen Juden errichtet worden ist, daß der Einzelne Halt nur bei seinen Glaubens- und Schicksalsgefährten suchen kann und daß der Niederbruch des Einen alle angeht. Wenn daher — im Rahmen der von der Regierung zu schaffenden Gesetze — eine organisatorische Zusammenfassung der deutschen Juden möglich werden kann, wird sie unbedingt vorgenomrnen werden müssen. Wenn nun (von Hugo Rosenthal) ausgeführt wird, die deutsche Judenschaft sei eine ״Landschaft“, sie könne sieh den Luxus mehrerer Landesorganisationen nicht leisten, sie ei auch nicht landschaftlich gegliedert, so ist dies nur in *•wisse!:! Sinne richtig. A Ein einheitliches Zusammen wirken! der deutschen Juden kt bisher nicht — auch nicht ideell — stattgefunden und die 1׳u geschaffene Reichsvcrtrctung hat noch wenig iri der lichtung eines Zusammcnschmiedcns der deutschen Juden ,«zeigt. Tatsache ist ferner, daß beispielsweise zwischen einem bayerischen und einem Berliner Juden Unterschiede hinsichtlieh Temperament, Lebenshaltung und überhaupt in der seelischen und geistigen Haltung bestehen. Lebensweise, Klima und auch wirtschaftliche Faktoren haben doch den Juden der einzelnen ״Landschaft“ tiefgehend angeglichen. Es haben ja auch in den einzelnen Kontinenten und Ländern in einer prozcntual meßbaren Zahl Angleichung von Juden a!1 den einzelnen rassemäßig bestimmten Typus des Landes stattgefunden und diese Assimiüerung hat sich sogar auch in den Provinzen weiter differenziert. So würde sich der organisatorische Zusammenschluß der Juden des Deutschen Reichs zu einem Reichsverband wohl äußerlich durchführen lassen, würde aber kaum in alischbarer Zeit so bewußt empfunden werden, daß auf diesem juristischen Gebilde sich eine positive Arbeit aufbauen ließe. Es ist vielmehr höchst wahrscheinlich, daß die Zusammenfassung der Juden nach einzelnen Landesverbänden viel williger und reibungsloser wirksam gemacht werden könnte, als ein großer Reichsverband. Der Zweck der zu errichtenden Rechtsform gebietet, daß ein nicht zu großer Arbeitsbereich vorhanden ist, damit jede Gefahr einer bürokratisehen Zentralisierung ausgeschaltet wird. Die Schaffung eines Landesverbandes der Juden scheint die größtmögliche Gewähr für die Erreichung der Ziele zu bieten, die — im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen heute verbandsmäßig erreicht werden sollen. Ais die wesentlichen Ziele wird man anzusehen haben: 1. Jüdische Schulung und körperliche Ausbildung der Jugend. 2. Berufliche Ausbildung und Unterbringung der schtikntlassenen Jugendlichen. 3. Wirtschaftshilfe für die selbständigen Existenzen. Dementsprechend würde der Landesverband Ae!וו der bzw. Zentralstellen zu schaffen haben für: Jüdischen Unterricht und Unterricht in Leibesübungen; Arbeitsvermittlung, Stellenvermittlung und Auswanderung; endlich für wirtschaftliche Beratung und Wirtschaftshilfe. Diese drei Aemter bzw. Stellen entsprechen den drei Altersgruppen der jüdischen Bevölkerung: Kinder, Jugendliehe und Erwachsene (soweit sie im Erwerbsleben stehen). Zur Rechtfertigung dieser drei Stellen ist wohl wenig zu sagen, da die Notwendigkeit für eine zentrale Bearbeitung dieser Teilgebiete des jüdischen Seins sich schon Jetzt gezeigt hat. Insbesondere muß der — vielleicht aus Bequemlichkeit, vielleicht auch aus Mangel an Erkenntnis der Materie — etwa erhobene Einwand zurifckgewiesen werden, daß diese Fürsorgen! aßnahmen den Gemeinden überlassen bleiben können. Bei den jüdischen Interessen und bei der Lage der jüdischen Gemeinden, mit ihren außerordentlich großen Unterschieden im Aufbau der Mitglieder wie auch in Größe, ist eine ein heitliche Direktive notwendig. Zur Durchführung der Aufgaben dieser drei Aemter ist die Einziehung eines Beitrags von den einzelnen Mitgliedern des Landesverbandes erforderlich, der in gestaffelter Höhe erhoben werden muß. Obwohl die Höhe des Beitrags in einzelne Staffeln nicht unerheblich sein dürfte, wird eine erhebliehe Mehrbelastung der jüdischen Bürger gegenüber dem jetzigen Stande kaum eintreten, da die verschiedenen Beiträge für Vereine, wie auch die Erhebung von Spenden für wohltätige Zwecke in Wegfall kommen werden. Wenn aber einerseits der Einzelne Anwartschaft auf Hilfe zu erwarten hat, so muß andererseits auch die Gemeinschaft einen Einfluß aut die Berufswahl ausüben und _ in die Lage versetzt werden, rechtzeitig entscheidend eingreifen zu können, wenn eine Gefährdung der Existenz und damit die Anrufung der wirtschaftlichen Hilfe zu erfolgen droht. Die individuelle Freiheit der Wahl einer Existenz und der Führung eines Betriebes bleibt trotz alledem aufrecht erhalten; es tritt lediglich der Landesverband an die Stelle der Familie, die früher bei Hilfeleistung ebenfalls maßgeblich bei der Umschichtung des wirtschaftlich Gescheiterten hervortrat. Weil heute die Familienverbände nicht mehr in der Lage sind, diese Hilfsfunktion zu übernehmen, muß der Landesverband an seine Stelle treten. Innerhalb der einzelnen Landesverbände wird ein Zusammenarbeiten enger Art sich ergeben, das insbesondere in der Frage der Berufswahl und der Stellenvermitt- 1 u n g wichtig werden dürfte. Gerade für die kleinen Dorfgemeinden ist eine besondere Fürsorge innerhalb dieses Amtes von unbedingter Wichtigkeit, weil bei der heutigen Lage die Erlangung einer Hand wer kslehrstelie oder eines sonstigen Arbeitsplatzes, der Aussicht auf Existenz bietet, im Dorfe besonders schwierig zu ermitteln sein wird. Soviel sich bisher gezeigt hat, erscheint es unmöglich, bei der Schaffung einer neuen Organisation und neuer Aemter die bisher!- gen Organe als Rahmenorganisatio'l zu verwenden. Die bisherigen Vertretungen sind zu einer Zeit gewählt worden, als die heutigen Aufgaben den Meisten auch nicht ahnungsweise ins Bewußtsein gekommen sind. Ein erheblicher Teil dieser Vertreter und Leiter hat, wie die Erfahrung teilweise auch schon gezeigt hat, nicht die praktische Erfahrung und auch nicht die Initiative, um an die Bewältigung neuer Aufgaben herantreten zu können. Es ist Unrecht, diesen Stellen die Entfaltung von Initiative zumuten zt! wollen, weil die Auswahl in der Mehrzahl der FäHe nicht unter dem Aspekt der Entfaltung von schöpferischer Tatkraft vorgenommen worden ist Infolgedessen hat sich in vielen Kreisen das Gefühl der F ii h r u n gs 1 o s i g k e it, besonders bei der Jugend, erhoben und ist noch nicht beschwichtigt worden. Es gilt hier das, was die ״Frankfurter Zeitung“ in ihrem Leitartikel vom 13. Juli d. J., ״Der Untergang des Zentrums als Lehrbeispiel“, am Schlüsse sagt: ״Die Entschuldigung, daß man nicht verantwortlich gemacht werden könne für das, was einem nicht gefällt, diese Entschuldigung gilt nicht. Staatsmännern, Parteiführern, die in geschichtlicher Stande an entscheidender Stelle stehen, muß etwas einfallen, Sonst sind sie fehl am Orte und das rächt sich.“ Ein beliebter Einwand gegen den Vorschlag, neue Gedanken in die Tat umzusetzen, ist immer die Kostenfrage. Es sind dies dieselben Leute, die jahrzehntelang erhebliehe Mittel zu völlig nutzlosen Zwecken erhoben haben oder wenigstens zu erheben geduldet haben und die eine Prüfung der Produktivität ihrer eigenen Stellen noch nie vorgenomrnen haben. Die oben umrissenen drei Aemter könnten teilweise im Nebenamt oder ehrenamtlich verwaltet werden; auf alle Fälle aber ist ein Vergleich nicht möglich, weil der materielle und ideelle Nutzen eines solchen richtig geführten Amtes mit heutigen Stellen nicht verglichen werden kann. Vieles an konstruktivem Aufbau und nützliebem Planen ist bisher unterlassen worden, weil überall die Kräfte die Hand an derSteuerung haben, die seit jeher jede Kritik des Systems und jeden Fingerzeig zu einer grün dlegenden Aenderung mit Hohr! und Spott übergossen haben; di« auch in den letzten Jahren von sicherer Stelle aus ihren unruhigen und verängstigten Zuhörern erklärt haben, es sei nicht so schlimm und es werde auch nicht so schlimm werden und die innerlich den An- Schluß an die Träger neuer Gedanken und neuer Initiative nie finden werden. Die Jugend, unser einziges Aktivum, hat kein Vertrauen zu ihnen und wird sie hinwegfegen, sobald sie die Kraft hierzu gesammelt hat. Kleinkunstabend der ״Jüdischen Künstlerhille“ (Leitung: Herbert Fischer). Die Jüdische Künstlerhilfe hat ihre Tätigkeit zur Tat werden lassen. Ihre erste Veranstaltung, die ein Auftakt zu anderen sein soll, war ein Versuch, mit Musik, Tanz, Rezitation zu einem n «u-konstituierten Publikum zu finden. Wenn wir nun diesem Versuch Wohlwollen entgegenbringen, so erkennen wir damit eine Forderung an, die Rabbiner Dr. Prinz in einem Vorwort im Hinblick auf den zu begrüßenden Willen zur Ueberwindung von ״Depressionszuständen“ und zu trotziger Lebensbejahung aufstellte. Wir glauben aber, daß eine sachliche Kritik nicht nur erlaubt, sondern geboten ist am Beginn des neuen, zentralisierten deutsch-jüdischen Kulturlebens; ein joviales Zustimmen von vorneherein würde vereinsmeierlicher Selbstgenügsamkeit gleichkormmen. Dieser erste Abend hatte nichts Programmatisches an sich; bekannte Dinge folgten aufeinander in bunter Reihenfolge, deren gerneinsamer Nenner allein der hohe Grad ihres künstlerischen Wertes war. Einzelne der Künstler bemühten sich um eine eigene Sinndeutung. — Salvador Ley ist ein gewandter Pianist mit einem Gefühl für Klang. Er hatte es schwer, sich gegen die Tücken des (aus Raumgründen aufgestellten) Pianinos durchzusetzen, gegen den dünnen Diskant (As-Dur- Prölude von Chopin), den holzigen Baß, die geringe Tragfähigkeit,des Tones. Die As-Dur-Polonaise hatte Elan; es ist ungewiß, ob der Spieler oder das Instrument die mangelhafte Phrasierung lind den zu gesunden, kämpferischen Geist verschuldeten. Man versteht: Chopin muß bei allem Aufschwung mit ״Herzweh“ gespielt werden. Walter Fried- )ander hat wohl Stimmittel, aber er weiß sie noch nicht zu benutzen. Er wird es lernen, über eine sichere Intonation hinaus den geistigen Hintergründen von Liedern nachzuspüren. Ellen L i war sichtlich durch den engen Raum gehemmt; ihre Tänze waren blaß und ohne innere Ordnung. Ein Willen zur Gestaltung und zur Intensität — bei einer noch kleinen Skala von Tonfärbungen — war dagegen in der Sprache Dina Germans (Beer-Hofmann, Stet. Zweig); es gelang ihr, ein wenig an die Koboldhaftigkeit und tiefsinnige Verschrobenheit Morgensternscher Gedichte zu rühren. Ueber das von begabten Anfängern gehaltene Oesamtniveau ragte die sichere Vortragskunst Annemarie Hases. Hans Nathan. Ein Flug-Pionier, Das ״Hakenkreuzbanner“ in Mannheim veröffentlicht anläßlich der Deutschen Luftfahrtausstellung 1n Mannheim einen Artikel zum Segelflugproblem. In diesem Artikel heißt es: ״Aus dieser Forschungs- Quelle, aus dem Born der herrlichen Natur wurden die Arbeiten des Schöpfers der Gleit-, Segel- und Motorfhegerd auf der ganzen Welt, des Deutschen Otto Lilient h a 1, des Vaters des Flugwesens, gespeist.“ — Das Wort ״Deutschen“ ist im Original gesperrt gedruckt. Der Hinweis, daß Otto Lilienfhal Nichtarier war, fehlt jedoch. Die Kongrefcwahlea In Polen Nach den in der polnisch-jüdischer! Presse weiter v öffentlichten Nachrichten ist jetzt bereits das Ergebnis 290 Distrikten (149 892 Stimmen) bekannt. Davon erhielt« Liste 1 (Allgemeine Zionisten) 17 368 Stimmen, Liste 2 (1 Liwnoth) 1960, Liste 3 (Misrachi) 23 890, Liste _4 (Groflma Revisionisten) 3457, Liste 5 (Arbeitendes Palästina) 66' Liste 6 (Jabotinsky-Revisionisten) 32411, Liste 7 (Hitachdu׳ 3896 Stimmen. Alan rechnet, daß die 87 Mandate folgend maßen verteilt werden: Arbeitendes Palästina 37, Jabotin 19, Misrachi 15, Allgemeine Zionisten 11, Graßmanti-Reyis! nisten 2, Hitachduth 2, Eth Liwnoth 1. — In mehreren Städte mußten die Wahlen wegen Unregelmäßigkeiten wiederhOj werden. Die Zeitung ״Unser Land" irt Riga, das Organ d Zionistischen Organisation Lettlands, weist in ihrem l.eitartikj darauf hin, daß das Ergebnis der Kongreßwahlen in Le( land, wo die Revisionisten eine Niederlage e: litten haben, von besonderer Bedeutung ist, weil in Lettlan zehn Jahre lang die Revisionisten die ganze Organisatioi beherrscht hatten. Die Zeitung erklärt, daß die Icttländischej Allgemeinen Zionisten sich der Führung Dr. Weizmanns unte stellen. Das Resultat der lettländischen Wahlen ist folgende Arbeitergrunpe 3 Mandate, Allgemeine Zionisten 2, Rcvisi« nisten 2, Misrachi 1._ Wir gcl tsern eint jeien unsc fsher mit j \'ird das W ein. Um >11 Einfühl Ind die fein Produkten eine W< Ichen Lesei iotfei T )er Kan Zeitsdiriitenschaa Legern In der katholischen sozialen Zeitschrift ״Volkswohl“ (M; 1933), wird im Gegensatz zu den bisherigen Deutungen ve! sucht, den Antisemitismus als Folge der starken ethische: und Gemeinschaftskraft im jüdischen Volk aufzuzeigen um diese gemeinsehaftsbiidende V0Ikskraf4 als den einzigen Heil weg auch für die Völker des Abendlandes zu weisen. ״Der Semitismus ist eine semitische Kultur, die den leben digen Ausdruck für das Dasein einer Gemeinschaft in Sprache Sitte, Brauch, Recht, Kunst und Gewerbe, also der gesamte! Lebendigkeit einer Gemeinschaft bildet. Der Begriff des ״Jii dischen Volkes“ wird bejaht trotz des mangelnden zusamm l hängenden Siedlungsraumes, da es eine von allen beherrsch( ten ihn; und — - V- .J ,.״II m*,,>^aUiL1 £י♦ loko I! Zi I (TO L!4 ' 1. 1. W /... Sprache und eine voll ausgebildete und höchst lebendige Kul tur besitzt. Dadurch ist der Jude zwar an dem Auflösung prozesse der immer individualistischer werdenden abendländ sehen Kultur mit beteiligt und von den Verfallserscheinung( mitberührt, aber er hat jederzeit die Möglichkeit, sich auf sic selber zurikkziiziehen und eben das zu sein, was er wirklic und eigentlich ist. Dadurch entsteht ein Gegensatz, zu de Umwelt, der in der höchst lebendigen Lebensgemeinschaft de Judaismus gegenüber der toten Vielheit der gegenwärtig« abendländischen atomistischen und individualistischen Kult! zu finden ist. Die jüdische Gemcinschaftskultur reicht durc ihr Gemeinschaitswesen über das individuelle Dasein hinau und hat so ihre Zukunft bloß in sich selber, während i! Abendlande alles stirbt und vergeht, sobald der einzeln Mensch seinen Atem verhaucht. Ruhe und Rast sind de Menschen nur vergönnt, wenn er in die Hut der Gemeinscha zurückkehrt, und nur aut diesem Wege können die Mensch des Abendlandes sich ihr Reich wieder erobern, wenn sie ihr Gemeinschaft wiederfinden und zu ihr heimkehren.“ Diese Auffassung ist eigenartig in ihrer Abweichung vo den üblichen Auslegungen des Antisemitismus. Sie würde abe zu Trugschlüssen führen, wenn nicht dabei auf die zionistisch Bewegung hfngewiesen würde, die dem Judentum im Galul erst seine Eigenkräfte erweckt hätte. In der S im zerstör« eile, könne reffen; ich aß ich micl önnen die Heilige, geh sie zurück; >,cr wandte Jetzt dr; Die Zeitschrift ״Ostland“ veröffentlicht einen Artil- ״Roman Dmowsky über die Judenfrage“, worin ein Werl dieses Führers der polnischen Nationaldemokratie über di judenfrage zitiert wird. Dmowsky ist bekanntlich ein radi kaler Antisemit und nach Mitteilung der Zeitschrift ״Ost land“ spricht er sich bewundernd über die nationalsozij listische Behandlung der Judenfrage aus. Die Anschauunga Dmowskys, die in der Zeitschrift ausführlich wiedergegebei werden, bieten dem Kenner der polnischen Nationalaemo kratie nichts Neues. Bemerkenswert ist aber, daß in eine deutschen Zeitschrift ein polnischer Schriftsteller, der eine radikal deutschfeindlichen Gruppe angehört, ais Kronzeug zitiert wird, wo es sich um die Gemeinsamkeit des Juden hasses handelt. Es scheint in gewissen Kreisen die Vorstellun! zu bestehen, daß auf Grund des gemeinsamen Anti seraitismus man sich mit den Polen einige könnte, ungeachtet der Streitfragen, die nach allgemeine Meinung sonst noch zwischen Deutschland und Polen vor handen sind. Palästina, vom Autobus gesehen Die letzte Nummer der ״Palestine Gazette“ gibt eine! interessanten Ueberblick über die jetzt im Lande bestehen׳ den Omnibuslinien. Im ganzen werden 150 derartig! Linien aufgezählt, und es zeigt sich, daß der Omnibus■ verkehr in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen hat. Für alle, die vor etwa fünf Jahren P* lästina besucht haben, ist es eine groBe Ueberrascliun; zu sehen, daß man Jetzt für ganz billigen Preis di wichtigsten Strecken im Lande befahren kann. 28 Linie! verkehren zwischen den einzelnen Teilen Jerusalems und da nahegelegenen Orten. Die Reise von Jerusalem nach Nabht sowie von Jerusalem nach Tel-Awiw kann für den Pret! von 10 Piastern (1,40 M.) zurückgelegt werden. Die Zeit• schrift verweist darauf, daß es jetzt bereits sehr gut möglid sei, das Land vom Autobus aus kennenzulerneo Kurze Nadirichten aus Palästina di Der Bürgermeister von Tel-Awiw, Dizengoff, hat -י Chikagoer Weltausstellung begrüßt und bei dieser öelegenh« eine Einladung an Amerika nach Tel-Awiw z» Ausstellung und Orientmesse im Jahr« 1934 übermittelt. Eine Amerikanisch-Palästinensische Filmgesellschaft den erste«1 hebräischen Tonfilm hergestellt unte dem Titel: ״Erez Israel im Lied“, Wie rasch sich Tel-Awiw entwickelt, kann man daran■ ve*״ ersehen, daß 1m letzten Jahr der Magistrat sich veranlag h ™""י sah, für 700 Schüler neue Schu 1 utensilien anzuschafW Ein interessantes Experiment der Modernisierun eines arabischen Dorfes wird jetzt in Südpalästin in Angriff genommen. Das Dorf Beth Chanun ״ Distrikt von Gaza ist von einer Reihe von reichen Ar» b e r n erwerben worden, die bereits in der Nähe des Orte große Orangenplantagen angelegt haben, und das Dorf jetz von Grund auf umbauen. Mit der Errichtung einer Schule un einer Moschee Ist bereits begonnen worden. Es wurde unt« den Arabern eine Subskription für dieses Unternehmen au gelegt. Von dem neuen Gesetz der USSR., Verwandten aus Ru land gegen Entrichtung eines bestimmten Betrages die Ad Wanderung , zu ermöglichen, machen die Palästinenser irnnu häufiger Cjebrauch. Der ־Dampfer ״Tschitscherin“ bringt je! zweite ,Woche mehrere Emigranten aus Rußland nach Haif ich kein We von ihr auf ists was ges zurückkehrer und mein l Heilige, gelt ich hatte m raels willen, rückgekehrt worden den Da kam vor ihm: H weinen. Spr; so gehe ich Erlaubnis 1!£ ״und wenn meine Seele Nun sp des Dienst ihr, wir wo mit ihm ge und Jeremia den Ort des Meine Kind« können? Icl fertig zuriicl ich bin heu er richtete i zeit. Hast d der? Geh 1 ihrem Grab; Sagte J ist. Da er.vi« ans Ufer d< Amrams, $< Feinde habe So ging die Väter d« vor den He sic: warum? sich, sie wü unseren Kin Jetzt lif Jordans uik die Zeit ist was ist dies befohlen w« nicht. Da ließ die er von Bnd er spr! nicht, wann Sohn Amra! stört ist ur er auf um Welt kam. Nun zei auf ihr Hai Tore des F Rab Sa das Heiligt Heiligen, gi Maare sich Kleider, stri Trümmern vor dem E so gezeich! solche Scha Als ihn feihenweis gekündet h rufen (Jesa *lerer zieht (d. h. den ״ Was b Engel des Straßen, di nie leer s« was bedeu sagten die er: wie sin pilgerte ur hat man d *lem Heilig der Bund völkert wc erkannt ha Erde gescl Städter Es %en, gek

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