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Jüdische Rundschau · 1933-07-25 · Heft 59 (25.7.1933) · p. Seite 367

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 59 (25.7.1933)
Date
1933-07-25
Page
Seite 367 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 59. 25. VTI. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 365 Warum ״Nathan der Weise“? Der ״Kulturbund" und der Wormser Judenfriedhof Wir haben bereits über die mit Zustimmung der Regierungsbehörden erfolgte Gründung eines ״Kulturbundes deutscher Juden“ berichtet. Da ein solches Unternehmen nur gelingen kann, wenn es sämtliche Juden zusammenschließt, haben die Veranstalter sich um die Teilnahme aller jüdischer Gruppen und Richtungen bemüht. Dies halten wir auch für durchaus richtig. Aber es hat den Anschein, daß sich hierbei schon in den ersten Anfängen eine gewisse Verlegenheit ergeben hat. Die Leiter des Kulturbundes wollen heschwichtigend nach allen Seiten Versicherungen abgeben, aber dabei zeigt sich, wie sehr die Diskussion über die Judenfrage in manchen jüdischen Kreisen noch in den Kinderschuhen c'.eckt. Man leidet an der Frage, was an den Veranstaltungen dieses Kulturbundes nun eigentlich ״jüdisch“ sein soll. Auf der einen Seite möchte man zeigen, dal! man jüdische Gesichtspunkt: bejaht, auf der anderen Seite scheut man sich, allzu ״jüdisch“ zu erscheinen. Manche Leute wollten bisher \ . jüdischen Dingen überhaupt nichts wissen und denen sucht man jetzt begreiflich zu machen, daß doch in dieser Zeit, auch innerhalb eines jüdischen Bundes, von jüdischen Themen gesprochen werden soll. Die Nationaljuden aber stellt man sich offenbar als .'lensclicn vor. die sämtliche kulturelle Bedürfnisse nur durch ״jüdische“ Produkte befriedigt haben wollen, so daß man sich, zu ihnen gewendet, entschuldigen zu müssen glaubt, daß in der Musik und im Theater auch Werke niclitjüdischer Autoren aufgeführt werden sollen. Diese Einstellung geht aber von ganz falschen Voraussetzungen aus. Es ist selbst verständ lieh für uns Nationaljuden, daß wir die Werke großer Dichter und großer Musiker als solche genießen wollen und daß sie uns viel lieber sind als minderwertige Produkte jüdischer Provenienz. Es würde lächerlich wirken, wenn etwa nur Opern jüdischer Komponisten gespielt werden sollten. Das ״Jüdische“ eines solchen Kulturbundes darf unseres Erachtens nicht darin bestehen, daß er nun engherzig in der Abstammung dieses oder jenen Künstlers, dessen Werk auigeführt werden soll, hcrumstochert, sondern darin, daß er sich bewußt ist und in seinen Mitgliedern das Bewußtsein stärkt, daß sie als Juden zusammengcschlossen sind und als Juden diese Kunst oder Kulturgüter empfangen. Die Aufzählung, was jüdische Komponisten oder jüdische Virtuosen geleistet haben, entspricht durchaus nicht dem nationaljüdischen Empfinden, sondern ist ein Ueberbleibsel der apologetischen Assimi- 1 a t ion s - Di a 1 c k t i k, die meinte, die Juden könnten sich in ihrer nichtjüdischen Umgebung am besten dadurch ihren Platz sichern, daß sie sich damit rühmen, auf allen Gebieten des Lebens ״auch“ Hervorragendes geleistet zu haben. Für die Welt offen sein, aber als Juden: das ist es, was das neue Judentum von dem alten Assimilatioiisjudcntum unterscheidet. Wenn z. B. Herr Julius B a b, einer der Leiter des neuen Kulturbundes, in seiner Rede bei der letzten Propagandaveranstaltung des Kulturbundes in einer für viele Hörer peinlichen Weise sich darauf berief, daß Juden schon frühcrals dieGermanen in Deutschland saßen, wenn er dabei auf den Judenfricdhof in Worms hinwies, so muß doch erwidert werden, daß jene Juden in Deutschland sich nicht einfallen ließen, sich als Germanen anfzuspielen oder gar die Germanen und ihre Kunst nach außen hin zu repräsentieren. Wenn Herr Bab auf dem Judenfriedhof in Worms stand, so kann er wohl in den hebräischen Inschriften der Steine gelesen haben, vor wieviel Jahrhunderten hier jüdische Menschen begraben wurden; aber cs gibt wenig Plätze in Deutschland, wo man angesichts der Stadtmauer und des die Stadt überragen:':ה gewaltigen Wormser Doms ein so starkes Gefühl bekommt, wie hier (auch architektonisch und soziologisch) zwei Welten nebeneinander liegen. Gewiß kann es — und soll es nach unserem Willen — ein friedlieh es Nebeneinander geben, aber das, worauf Herr Bab sich beruft, sind vor tausend Jahren fremde Welten gewesen. Daher ist diese Argumentation, die man ja schon tausendmal hörte, unrichtig und dürfte aus Gefühl für die Würde des Judentums nicht mehr verwendet werden. Denn was Herr Bab rechtfertigen will, ist ja nun einmal n i c ht dasselbe, was Raschi in Worms wollte. Dies muß gesagt werden, weil man bei der Rede des Herrn Bab den Eindruck nicht los werden konnte, daß hier Tendenzen in den Kulturbund hineingetragen werden, die wir um der jüdischen Sache willen, aber auch um der Klarheit unseres jüdischen Tuns im neuen Deutschland willen ablehncn müssen. Denn wenn Herr Bab ankündigte, daß Lessin gs ״Nathan der Weise“ als Eröffnung der jüdischen Bühne gespielt werden soll, so ist dagegen nichts einztiwendcn, sofern man nicht diese Aufführung aus einem künstlerischen Akt zu einem halb oder ganz ״politischen“ gestalten will- Wir Juden sehen im ״Nathan“ ein großes Kunstwerk und einen Ausdruck hoher Mensclilichkeitsidcale. Aber wir sehen dieses Werk auch in seiner Zeitbedingtheit, und wir wollen nicht den Anschein erwecken, als ob wir etwa im ״Kulturbund deutscher Juden“ uns zu Präzeptoren des deutschen Volkes aufwerfen wollten, die gewissermaßen sagen: Seht, hier ist der ״echte“ deutsche Geist gegenüber irgendeinem anderen, den wir als Die Untersuchung gegen Stawsky Wie aus Jerusalem gemeldet wird, fand am 20. Juli in Jaffa vor dem U n < e r s u ch u n g s ri ch t e r Ba d i 1 ey die Vernehmung in der Strafsache gegen Stawsky statt, der unter dem Verdacht, an dem Mord Arlosoroffs beteiligt zu sein, in Untersuchungshaft ist. Es wurden eine Anzahl von Zeugen verhört. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft, Schitrit, ein sephardischer Jude, legte dar, wie der Verdacht gegen Stawsky entstanden ist. Er erklärte, daß sofort eine Untersuchung der Fußspuren vorgenommen wurde und die Experten hätten festgestellt, daß der Fußabdruck genau mit den Fußspuren Stawskys übereinstimmt. Ferner wies der Staatsanwalt darauf hin, daß der Mörder Arlosoroffs auf seiner Flucht vom Tatort einen Zaun aus Stacheldraht überklettern mußte, wobei man sich unvermeidlich die Hosen zerreißen muß. Die Risse in Stawskys Hosen stimmen genau mit den Rissen überein, die bei einem solchen Unternehmen entstehen müßten. Als geographischer Expert wurde ein Offizier der englischen Fliegertruppe, Herbert, vernommen, der genaue Angaben über den Ort der Tat und über das Hotel Turgemann in Jerusalem, in welchem Stawsky in der Nacht gewesen sein will machte. Nach dec Veraeh* ״unecht“ bezeichnen; denn wir sind zu einer solchen Belehrung der Deutschen nicht legitimiert. Und weil wir nach der Rede von Herrn Bab fürchten müssen, daß der Kulturbund sich auf solche Irrwege begeben könnte, darum halten wir es für wichtig, gleich zu Beginn darauf hinzuweisen, daß wir auch als Juden nicht in die Vergangenheit, sondern in die Zukunft zu schauen haben; wir wollen uns nicht damit trösten, daß vor 150 Jahren Lessing den ״Nathan“ schrieb, sondern wir wollen sehen, wie wir mit der heutigen Not der Juden fertig werden. Sollte die Aufführung des ״Nathan“, die wir als künstlerisches Ereignis begrüßen würden, dieseri klar und unklar angedeuteten Nebensinn haben, die deutscheu Juden nach alter Methode in eine Welt der Illusionen einzuspinnen, dann müßten wir uns gegen dieses Beginnen allssprechen. Wir sagen das mit aller Offenheit, weil wir der Meinung sind, daß viele der leitenden Personen dieses Kulturbundes, die aus einer ganz anderen Welt und Denkweise plötzlich in jüdische Kulturarbeit hinübergleiten mußten, ihre eigenen Gedankengänge nicht immer zu kontrollieren in der Lage sind. Daher muß klargestcllt werden, daß bewußtes Judentum der Ausgangspunkt aller Tätigkeit sein muß, wobei natürlich nicht die Rede davon sein kann, daß man bcwußtes Judentum mit engherziger Beschränkung auf ״jüdische“ Kunst verwechselt. Es geht um die Haltung, nicht um den Inhalt. Lieber die Absichten des Kulturbundes auf musikalischem Gebiet erhielten wir die nachstehend abgedruckten Mitteilungen. Musikpflege im ״Kulturbund" Von Dr. Anneliese Landau. Eine Organisation, die Menschen verschiedener Weltan- Schätzungen zu einem künstlerischen ücmeinschaftserlebnis führen will, wird ihr wesentliches Vcrständigungsmittel in jener Kunst finden, die losgelöst von Wort und Bild nicht an bestimmte Vorstellungswerte gebunden ist: in der Musik. Denn eine Sinfonie, ein Violinkonzert, ein Streichquartett kann jedem Menschen, aus welchem geistigen Lager und von welcher Tagesarbeit er auch kommt, positive Werte vermitteln. Eirrtauchen-dürfen in eine Welt der Schönheit, der Reinheit, der absoluten Güte, und das Gefühl mit nach Hause nehmen können: inmitten aller Bitterkeit gibt es eine unantastbare, unzerstörbare Insel, ein Heiligtum, das der Flüchtige jederzeit betreten darf, wo er ausruhen und im Ausruhen neue Kraft zum Weitergehen finden kann. Darum wird die Konzertpflege eine der wichtigstm Aufgaben des Kulturbundes sein. (Jedes Mitglied hat das Recht, für seinen monatlichen Mitgliedsbeitrag von 2,50 M. ein Konzert, eine Theateraufführung und einen Vortrag im Monat zu besuchen.) Dr. Kurt Singer — dessen Initiative der Kulturbund seine Entstehung verdankt, und dessen Namen die einett von seiner Intendantentätigkeit in der Städtischen Oper (Berlin), die andern von seinen Konzerten mit dem Berliner Aerzte-Chor kennen werden, Professor l.conid Kreutzer, bis jetzt Professor an der Staatlichen Hochschule für Musik, und Michael Taube, dessen Kammerkonzerte immer zu den besten der Berliner Konzertwinter gerechnet worden sind, denken zunächst an Oratorien, Sinfonien, Solistenkonzerte von Händel, Mozart, Beethoven, Brahms,■ Mahler. Denn: Ein Programmpunkt des Kulturbundes heißt: Wir wollen nicht nur jüdische Kunst treiben, wir wollen auch jüdische Kunst treiben. Wir wollen die Kultur weiter pflegen, die der in Deutschland lebende Jude gewohnt ist und gleichzeitig zu bedenken geben, was der Jude als schöpferischer und als nachschaffender Künstler zu geben vermag. Darum nicht etwa mm nur: Mahler, Meyerbeer, Mendelssohn, sondern auch Händel, Mozart, Beethoven. Wir wollen keine einseitige Kunstpflege, sondsrn die Kunst in ihrer Totalität. Und deshalb wird die Oper (und jedes Mitglied hat das Recht, für seinen monatlichen Beitrag von 2,50 M. einmal im Monat in die Oper zu gehen) neben ״Josef in Aegypten“ von Mehul auch ״Figaro“, auch ״Cosi fan tutte“, Fidclio“, ״Rigaletto“ spielen. Dr. Singer und Generalmusikdirektor Rosenstock — bis jetzt in Mannheim — werden die Oper leiten. Damit aber vom Zuhörer auch wirklich beurteilt werden kann, welche Stellung der Jude als Komponist und als Virtuosc innerhalb der Kunst einnimmt, und damit es eben nicht bei dem einzigen positiven Wert des Vergessen-könnens für den Hörer bleibt, hat der Kulturbund sich neben der Konzert- und Opernpflege die Aufgabe gestellt, die Mitglieder durch Vorträge über Musik zum Musikverständnis hinzuführen. Musik will nicht nur eine angenehme Begleitung für Wachträume sein. Musik will verstanden und beurteilt werden, so wie eben ein Schauspiel verstanden und beurteilt wird. Man wird aber im Konzert die Größe eines flandrischen Oratoriums dann erst ganz begreifen, wenn man vorher in die Arbeitsweise dieses Oratoriums eingeführt worden ist, und man wird dieses Kunstwerk erst dann ganz beurteilen können, wenn man die Zeit, aus der dieses Kunstwerk einmal erwachsen ist, kennen gelernt hat. So sollen Vorträge aus allen Gebieten der Musik und der musikalischen Stilgeschichte das Verstandnis für Konzert und Oper bereiten helfen. Hier wird zu allererst die Frage aufzuwerfen sein: Was haben jüdische Komnonisten, was haben jüdische Virtuosen geleistet? Aber dieses Urteil kann sich erst endgültig bilden, wenn neben die jüdisehen Leistungen auch die ihrer nichtjüdischen Zeitgenossen gestellt werden. So wird Musikpflege und Musikerziehung■ in gegenseitiger Wechselwirkung versuchen, den Mitgliedern des Kulturbundes künstlerische und geistige Werte zu vermitteln. mutig des Gerichtsarztes wurde dann der Experte für Fußabdrücke verhört, der angab, er habe die Fußspur Stawskys bereits am 19. Juni identifiziert, also einen Tag bevor Frau Arlosoroff die Person Stawskys als einen der Täter bezcichnete. Der Zeuge Aba Kolm, der in der Nähe des Tatorts ein kleines Häuschen bewohnt, sagte aus, er habe die Sch. .:c gehört und kurz darauf sei von der Chaussee ein Auto in der Richtung zur Stadt davongefahren. Etwa fünf Minuten später sei ein Motorradfahrer erschienen und habe den Ort des Verbrechens mehrmals umkreist und sei d.-.an in die Stadt zurückgefahren. Die Fortsetzung des Verhörs wurde auf den 3. August vertagt. An diesem Tage soll Stawsky der Witwe Arlosoroffs gegenübergestellt werden. Der zweite Verhaftete, Juda M i n z, wurde gleichfalls vor dem Untersuchungsrichter verhört, wobei festgestellt wurde, daß die Verdachtsgründe gegen ihn ziemlich schwache sind. Ein Zeuge hat ausgesagt, daß Minz sich weigerte, bei der Wegjschaffung des verwundeten Arlosoroff zu helfen, sondern sich aus dem Staube machte. Der Richter hat die Untersuchungshaft über Minz auf sieben Tage verlängert. Der neue Jude im neuen Palästina Urteil eines englischen Christen Die altarigesehene englische Monatsschrift ״The )9. Century and a f t e r“ bringt im Juli einen Aufsatz von U- ,M. Mackinlay über das neue Palästina, iti dem das jüdische Aufbauwerk mit der wärmsten Anerkennung geschildert wird. Von den 125 000 Juden, die nach dem Kriege bis Ende 1932 einwanderten, seien 75 Prozent im Lande geblieben. Während dieser Zeit stieg der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung von 9,5 auf 17,5 Prozent, und übertraf damit schon den jüdischer! Bevölkerungsanteil in allen anderen Ländern! — Im ganzen entspringe die Wanderung*- bewegung nach Palästina einer echten nationalen Bewegung unter einem zerstreuten und verfolgten Volk, die von Idealisten von großer Tüchtigkeit geführt werde. Das Resultat sei dementsprechend: wenn man das Land zehn Jahre nicht gesellen haoe, erkenne man es nicht wieder! ״M a n ha t die Wüsten zum Aufblühen gebracht wie eine Rose.“ Mackinlav beschreibt dann diesen Aufschwung des Landes im einzelnen, schildert die Ent- Wicklung Haifas aus einem Fischerdorf zu einem großen Seehafcn, i'a:. Wachstum des Außenhandels von ganz unbedeutenden Anfängen bis zu dem heutigen Wert von S Millionen Pfund, die Abzahlung der gesamten auswärtigen Staatsschuld einschließlich der Ablösung der im Kriege von den Engländern gebauten Eisenbahnen, und den jetzigen großen Uebcrschuß des Staatshaushaltes. All das hätten die Juden geschaffen, unterstützt von der politischen Stabilität, die den Engländern zu verdanken sei. Die Araber hätten weder wirtschaftlich noch politisch Wesentliches geleistet. Macl.f.-.lay beschreibt dann mit gleicher Ho!1 G ••!׳״ cjje große innere W a ml 1 u n g 11 e r J u den selbst: jetzt, wo das jüdische National heim zur Tatsache geworden sei, könne man zum ersten Male seit zweitausend Jahren die Juden in ihrem eigenen Land studieren; wahrend sie bisher, zum mindesten geistig, in allen I.ändern Fremdlinge gewesen seien, — was freilich nicht ausschloß, daß sie dort überall Wirtschaft. Kultur und Staatspolitik weitgehend befruchteten — könnten sie jetzt endlich den Genius ihrer Rasse auf ein Land konzentrieren. Die psvchoiogische Wirkung sei denn auch urige- 'neuer, sowohl in Palästina selbst, wie in den anderen Ländern. Die ganze Haltung der Juden habe d, h geändert, man merke ihnen in Palästina auf Schrift und Tritt ihre Freiheit und Unabhängigkeit an: der O h e j i o a u s d r u e k sei v c r sc luv u nd c n. Diese Wandlung drücke sich wirtschaftlich in der großen Berti [־;Umschichtung aus, die aus Geldv crleihern und• Pfnndhausbesitzern hartarbeitende Handwerker, Bauern. Arbeiter mache, jeder Stein in Tcl-Awiw sei von jüdischen Handen gelegt worden! Der Verfasser schildert dann, ohne viel Neues zu bringen, die Problematik des Verhältnisses zu den Arabern. — Während die Mandatsverwaitung sich die größte •Mühe um die wirD.haftlidu Förderung des Landes gebe, habe offenbar der britische Exporteur noch keine Ahnung von den Möglichkeiten des palästinensischen Marktes, der noch zu 80 ״'n von nicbfbritischen Ländern beliefert werde. Hoffentlich werde sich, dies infolge der Londoner Palästina-Ausstellung — die freilich ziemlich unzulänglich gewesen sei! — bald ändern. Die wirtschaftliche Blüte des Landes sei auf zwei Faktoren aufgebaut, nämlich dem Orangenpreis und dem Zustrom von frischem Kapital. Später würdeii freilich wohl noch andere Quellen des Wohlstandes zu fließen heginnen, wie z. B. der Handel nach Persien, wenn die Bahn Bagdad—Haifa fertiggestellt sei. Zur Zeit aber würde noch der ganze kühne Wirtschaftsbau des Landes ins Wanken geraten, wenn eine der genannten beiden Grundlagen erschüttert werden würde. Nun sei heute das niedrige Preisniveau der Welt einem jungen Lande, das seinen’ Aufbau mit cinströmrndem Kapital finanziere, besonders günstig. Wenn aber die Preise stiegen — was im Interesse der übrigen Welt mir zu wünschen sei —, so würde Palästina erstens nicht mehr so billig ein kaufen können, und zweitens würde vermutlich —׳ da dann auch in der übrigen Welt Kapitalien wieder rentabel angelegt werden könnten — weniger Kapital nach Palästina einströmen. Aber wenn dann auch vielleicht eine Krise entstehen könnte, so habe man doch Heute das Gefühl, daß die jüdische nationale Bewegung stark genug sei, auch Krisen zu überstellen. Zuguterletzt deutet der' Vcrf. an, daß Palästina, wenn cs weiter so {ortschreite, vielleicht ein Glied des Commonwealth of British Nation«, d. 11. vollberechtigtes Dominion werden könne. A. P. Rudolf Tipke und das Alte Testament Die Zeitung ״Der Heidelberger Student“, herausgegeheti von der Deutschen Studentenschaft Heidelberg, die an alle Studierenden und Dozenten der Heidelberger Uiiiversifät unentgeltlich verteilt wird, widmet ihre Nummer vom 13. Juli dem Thema ״Rasse und Volk“. Mehrere Aufsätze beschäftigten sich auch mit der Judenfrage. So z. B. finden wir einen Aufsatz ״Die Juden und die Wissenschaft1׳, worin die übliche ablehnende Darstellung von dem Wirken der Juden in der Wissenschaft gegeben wird. Der Verfasser meint, die Juden hätten die beherrschenden Stellungen in der Wissenschaft besetzt, ״weil keiner da war, der sie hinausjagte“. Es wird dann von dem ,,zersetzenden Einfluß“ der Juden gesprochen, der darin bestellt, daß ״die Juden alles herunterzureißen streben, was höher geartet ist und gleichzeitig Vorschub leisten den niedersten Bastardinstinkten selbstentwerteter Weltstädte“. Der Jude sei niemals Schöpfer irgendeines großen umwälzenden Werkes gewesen, er sei höchstens Vermittler, für den auch die Wissenschaft nur eine Ware ist. Interessant ist ein Artikel ״Der Charakter der Juden“ von Rudolf Tipke. ln diesem Aufsatz finde« wir zunächst die Feststellung: ,,Es fällt niemals einem Juden ein, irgend jemanden zu unterstützen, wenn er keinen vorteil davon hat.“ Es wäre interessant, fcstzustellen, ob der Neubau der Universität Heidelberg z. B, auch mit jüdischer Unterstützung zustande gekommen ist. Herr Tipke fährt dann fort: ״Das zweite Merkmal des jüdischen Volkscliarakters ist eine geringe Entwicklung der geistigen Fähigkeiten. Der Jude hat ein mittelmäSiges Denkver* mögen und eine schwach ausgebildete Phantasie. Den besten Beweis dafür liefert das Alte 1 estament der Bibel als Ausdruck jüdischer Philosophie und Poesie mit ihrer Einförmigkeit und Enge des Gesichtskreiscs.“ Wir kennen Herrn Tipke nicht, wissen also nicht, auf welche wissenschaftlichen Leistungen dieser Herr sich berufen kann. Es wäre aber zu empfehlen, diesen klassischen Absatz den großen christlich-deutschen Vertretern der alttestamentarischen Wissenschaft vorzulcgen, oder aber Henri Tipke cm Exemplar der Werke von Goethe, Herder und anderen deutsehen Meistern zu schenken, damit er wenigstens sicht, daß sein Urteil über das Alte Testament nicht vo« allen Deutschen geteilt wird. Beachten Sie den Bestellschein auf Seite 369, Bestellen Sie das Buch ״ Ja-Sagen zum Judentum!“ .......

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