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Jüdische Rundschau · 1933-07-21 · Heft 58 (21.7.1933) · p. Seite 356

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 58 (21.7.1933)
Date
1933-07-21
Page
Seite 356 (sequence 4)
Language
German
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Seite 354 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 58, 21.VH1933 Das Bodenproblem Palästinas French-Bericht and Wadi Chawarith Die unerwartet erfolgte plötzliche Veröffentlichung des ..FrenC h - Berichtes“ lenkt die Aufmerksamkeit der jüdischen und besonders der zionistischen Welt, die in den letzten Monaten mehr mit der krisenhaften Zuspitzung der Lage der Juden verschiedener Länder beschäftigt war, auf eine Angelegenheit, die jahrelang alle an Palästina interessierten Faktoren in größter Spannung gehalten hat und die für die alten Leser der ״Jüd. Rundschau“ nicht neu ist. Palästina ist heute, ganz abgesehen von seiner ideellen Bedeutung, das wichtigste E i n w a nd e r u n g s 1 a n d für Juden. Das Land befindet sich in einem Zustand wirtschaftlichen Aufschwungs, der durch die jüdische Arbeit und Kapitalzufuhr bewirkt wurde, ln Landwirt- Schaft und Industrie sind eine große Zahl neuer Unternehmun״ gen entstanden, die vielen Menschen Arbeit und Nahrung geben. Durch diese Intensivierung der Wirtschaft ilt die Aufnahmef.ihigkcit Palästinas, das noch vor fünfzehn Jahren v>!1 ־-tändij rückständig war, in ungeahntem Maße vergrö- Bert worden. Aber bei aller Würdigung dieser Tatsache darf man doch nicht übersehen, daß Palästina ein kleines Land ist. Beine Boden fläche ist begrenzt, und bei zunehmend<r Besiedlung durch Einwanderer mußte allmählich das Bocl cnp rob 1 e m in den Vordergrund treten. Man begann von Moclcnknappheit zu sprechen. Nach den Unruhen vom August! '!2') haben eine Reihe von englischen Unters uchungs- Kommissionen und Sachverständige Palästina besucht. Erst die Kommission unter Sir Walter Shaw, dann Sir John Hope-Simpson und schließlich der im Sommer 1931 ernannte 1 andentvvIcklungs-Direktor Lewis French. Diese Kommissionen haben u, a. die Frage geprüft, ob durch die jüdische Siediung Arjber von ihrem Boden vertrieben wurden und dadurch ״landlos“ gemacht worden sind, ohne daß sie eine andere Erwerbsquelle hätten finden können. Die komplizierten Boden rechts Verhältnisse Palästinas brachten cs mit sich, daß häufig an dem Boden, den der Eigentümer verkaufte, allerlei Rechte hafteten, 7. B. Paehtreclite, Weiderechte u. 8. Die jüdisehen Bodenerwerber haben, obwohl sie gesetzlich dazu nicht verpflichtet waren, diese Rechte durch (leid abgelöst. Die engtischen Kommissionen stellten sich aber auf den Standpunkt, daß eine GeJdcntschädigung in diesen speziellen Fallen nicht ausreicht, da die arabischen Bauern auf Boden angewiesen sind. Im Verlaufe der Untersuchungen hat sich nunmehr herausgestellt, daß die Zahl der durch jüdische Bodenkäufe landlos gewordenen Araber, die in agitatorischen Berichten zuerst in die zehnt» usendc angegeben worden waren, sehr gering ist und nur etwa 800 beträgt. Im Oktober 1930 hatte der damalige Kolonienminister Lord Passfield (Sidney Webb) dem englischen Parlament ein Weißbuch vorgelegt, worin das Problem des ,,landlosen“ Arabers übertrieben und mit Rücksicht auf die Bödenknappheit eine starke Einschränkung der jüdischen Einwanderung in Aussicht genommen wurde. Diese Politik wurde nach eingehenden Verhandlungen durch einen Brief des Ministerpräsidenten M acDonald vom Februar 1031 abgeändert. Es wurde eine englische Kronanlcihefür Palästina in Aussicht gestellt, um das Land so zu entwickeln, daß sowohl die Wiederaiisiedlurig verdrängter Araber als auch eine weitere große Einwanderung möglich wird. Zur Aufstellung; eines Planes wurde damals Lewis F rench, ein hoher Rrjinter des indischen Ziviklienstes, nach Palästina entsandt. Die kurz darauf eingetretene schwere englische Finanzkri sc hat jedoch den Plan der englischen Anleihe illuroristh gemacht, so daß die Mission des Herrn French von Anfang an unter dem Widerspruch litt, daß er einen Plan ausarbeit!־n Sollte, ohne daß die Mittel für dessen Ausführung zur Verfugung stand. French, durch diese Sachlage verstimmt, hat die Lage monatelang untersucht und im März 1932 seinen Bericht erstattet. Infolge des Widerspruchs d e S High Com-!11 i s s i 11 ס c r und der Gegnerschaft sowohl der Araber als auch der Juden wurde der French-Bericht damals niedergeschlagen. Man nahm an, daß die englische Regierung ent- :׳thloMcn ist, die Empfehlungen von French unbeachtet zu j.1s<o:n; dementsprechend ist auch French von seinem Amt zur u c k g *ct r e t c n. Später hieß cs, der Bericht soll als Matcri.1l meleirh mit den Bemerkungen des High Commissiom'r uufj ü;it 11׳t Entgegnung der Jkwislt Agency veröffentlicht werden. 31 ,fiter hat man von der Angelegenheit in der Oeffent- Ikbknt wieiic gehört; um so überraschender kommt jetzt, nach drei lenilnncr Besuch des High Commissioner, die Nachricht von der Trröffentlichung des Berichtes. Wie aus der nachstehenden kurzen Inhaltsangabe zu entnehmen ist, spricht French sich über die Möglichkeiten der Be- Siedlung des Landes in vieler Beziehung skeptisch aus. Er schätzt die Aussichten der palästinensischen Landwirtschaft (Orangen) und der Industrie sehr vorsichtig ein. Er will ferner durch eine starke K o n t r o 11 e aller B o d e n t r a n s a k t i onen einer etwaigen Verdrängung des arabischen Bauern entgegenarbriten. Von einsichtiger jüdischer Seite wurde die Notwendi gkeit einesSchufzesdes arabischen Fe!» lachen tum s, das ohnedies sehr verelendet ist, stets an er- Wannt. Aber es wurde bestritten, daß die vorgeschlagenen Mittel zu einem Ziel führen können. Wie sich ln den Nachbar« ländern, Transjordanien, Irak usv. zeigt, ist nicht der jüdischc frodrnkauf in Palästina die Ursache des Fellachenelends, denn in diesen Ländern, wo cs keine jüdischen Bodenkäufe gibt, sind die Fellachen genau so arm, und in Transjordanien fordern sie sogar die Heranziehung jüdischer Boden kauf er, um auf diese Weise ihre Lage zu verbessern Demgemäß erklären auch die judistlifח Sachverständigen, dafl ln Palästina den Fellachen am besten dadurch geholfen werden kann, daß sie in den Prozc ll der Intensivierun g der Wirtschaft einbezog 11 ז werden. Dies könne dadurch geschehen, daß sie Teile ihres Bodens an Juden verkaufen und so die Mittel zur Verbesserung ihrer Wirtschaft erhalten. Die Maßnahmen, die im Frendi-Berlcht vorgeiehlagen werden, würden den Wirt* sehaftlielten Aufstieg Palästinas hinlanhsHert und vor allem den anerkannten Zweck des Palästina-Mandats, nämlich die Errkhhing der Jüdischen Heimstätte, beeinträchtigen. Es bleibt jetzt abzuwarten, welche Politik die Regie* r u n g einleiten wird. Der French-Bericht wird als Gutachten eines Sachverständigen zugrunde gelegt werden. Aber es ist nicht wahrscheinlich, daß die Regierung alle seine Empfehlungen übernimmt. Zunächst soll, wie es scheint, nur ein Teil des French-Berichtea durchgeführt werden, nämlich der auf die Ansiedlung der dislozierten Araber betreffende. Hierfür wird ein Teil der in Aussicht genommenen Palästina-Anleihe zur Verfügung gestellt. Eine eingehende Stellungnahme zu dem im French-Bericht aufgeworfenen Fellachenproblem Palästinas veröffentlichte die ״Jüdische Rundschau“ am 10. Mai 1932. Unser Mitarbeiter Adolf Böhm (Wien) hat dort dargelegt, welche Versäumnisse sich die Palästina-Regierung den Fellachen gegenüber zu sch ulden kommen Heß und welche Vorteile die Fellachen von der jüdischen Kolonisation hatten. Mit der Veröffentlichung des French-Berichtes fällt das neue Aufflackern eines Konfliktes in Palästina zusammeii, der schon seit einigen Jahren beunruhigend wirkt. Das große Gebiet von Wadi Chawarith, das vom Jüdischen Nationalfonds vor etwa fünf Jahren in öffentlicher Auktion erworben wurde, wird von einer Reihe von Beduinenstämmen als ihr ererbtes Weideland in Anspruch genommen. Nun handelt es sich hier um erstklassigen Pffanzungsboden, der bei entsprechender Investition von Kapital hohe Erträge abwerfen kann; die Benützung für die extensive Wirtschaft von Bcduinenstämmen wäre ein großer volkswirtschaftlicher Verlust. Aber Bodenfragen dieser Art sind nicht nur eine wirtschaftliche, sondern auch eine psychologische Angelegenheit. Schon während der Tagung der Shaw-Kommission 1930 hat die Unmöglich!:':t, die Araber von Wadi Chawarith zu entfernen, weil sie nicht wußten, wohin sie gehen sollten, Aufsehen erregt. Es kam zu wiederholten polizeilichen Aktionen und schließlich zu einem Abkommen, wonach der Jüdische Nationalfonds auf Veranlassung der Regierung einen kleinen Teil des Bodens auf zwei Jahre an die Beduinen verpachtete. Nach Ablauf dieses Vertrags hat jetzt die Regierung den Beduinen Boden im Jordantal (Tel Scliok) angeboten. Aber die Araber weigern sich noch immer, das Gebiet von Wadi Chawarith zu verlassen- Die Polizei mußte sich bereits der Oewalt bedienen. Diese Angelegenheit, deren sich auch die politische Propaganda des arabischen Nationalismus be-!nächtigte, wird jetzt zu großen Aktionen ausgenütrt. Nicht nur in Palästina, sondern auch in anderen Ländern kam es zu arabischen Demonstrationen wegen Wadi Chawarith• Solche Proteste werden z. B. aus Bagdad gemeldet. Die Beduinen haben an der Grenze von Wadi Chawarith ein Lager auf geschlagen. Eine Delegation arabischer Frauen unter der Führung der Mutter von Musa El Alami, eines der beiden arabischen Beirate des High Commissioner, tiberbrachte den Beduinen von Wadi Chawarith ein großes Paket mit Kleidungsstücken, die auf der arabischen Ausstellung in Jerusalem für sie gekauft worden waren. Lehrer und Schüler der Regierungsschule in Tulkarem haben eine Sammlung für die Beduinen eingeleitet, deren Ergebnis ihnen von einem der Schüler (Iberbracht wurde. Sieben Scheiks der aus Wadi Chawarith entfernten Beduinen haben an den Vorsitzenden des Gerichts von Nablus in seiner Eigenschaft als oberster E.xekiifionsheamter ein Gesuch gerichtet, in dem er gebeten wird, das Verweisungsurteil des Gerichts zu suspendieren. Der Ernst dieses Konfliktes sollte nicht unterschätzt werden. Kürzlich ist einer der ältesten jüdischen Kolonisten Palästinas, Mosche S m 11 a n s k y (Rechoboth) in der Zeitschrift des Kolonistenverbandes ״Boustenai“ mit einer sehr bemerkenswerten Aeußcrung zu dieser Angelegenheit hervorgetreten. Smilansky, der parteimäßig auf dem rechten Flügel steht, kritisiert scharf das Verhalten der jüdischen Kolonisations-Instanzen und spricht die Meinung aus, die Aussiedlung der Araber von Wadi Chawarith sei ein großer Fehler. Smilansky fürchtet, daß diese Angelegenheit ,.berechtigten״ (wie er sagt) Unwillen im arabischen Lager hervorrufen wird. Zwar ■sei es richtig, daß man den Arabern Entschädigungen gegeben hat und daß der Jüdische Nationalfonds juristisch vollkommen im Recht ist. Trotzdem wäre cs viel richtiger gewesen, diejenigen Araber, die wirklich jahrelang in Wadi Chawarith gelebt haben, i n di e neue Siedlung aufzunehtnen. Auf diese Weise hätte man auch fälschlich eingeschlichene angebliche Pächter aus׳■ schalten können, und man hätte das Muster einer men schlieh einwandfreien, dem Geist des Judentums entsprechenden Lösung geben können, die gewiß auf die ganze Welt ihren Eindruck nicht Verfehlt hätte. Ein solches Verfall» ren wäre auch im Einklang gewesen mit den Proklamationen der Zionistenkongresse, die besagen, daß die Juden den Wunsch haben, mit den Arabern in Frieden und Freundschaft zusammenzuleben, Proklamationen, die sicherlich ganz ehrlich gemeint sind, aber angesichts solcher Ungeschicklichkeiten, wie sie in Wadi Chawarith geschehen sind, mißverstanden werden müssen. Es mul) betont werden, daß Smilansky mit dieser Anschau-; ting in der palästinensischen Öffentlichkeit allein steht; aber wir halten es gerade angesichts des bevorstehenden Zionistenkongresses für notwendig, auch die Zionisten außerhalb Palästinas mit diesem Problem vertraut zu machen. Die ״Jüdisehe Rundschau“ hat sich seit Jahren dafür eingesetzt, daß die Politik eines friedlichen Zusammenlebens mit den Arabern in Palästina auch praktisch durch geführt wird, und unter diesem Gesichtspunkt ist es gewiß sehr zu bedauern, dafl eine neue Verschärfung der Beziehungen eingetreten ist. Wenn ein Fachmann ersten Ranges wie Smilansky der Meinung ist, daß auch ein anderes Vorgehen möglich gewesen wäre, #0 ist diese Meinung gewiß beachtenswert. Durch die starre Politik, die von den jüdischen Kolonisations-Instanzen in solchen Fällen gemacht wird, wird gewiß die Stimmung, aus der heraus auch der French-Bericht mit seinen Vorschlägen für gesetzliche Restriktions-Maßnahmen entstanden ist, nicht beseltigt. Bloße Proteste nützen da nichts. Auch darf man nie vergessen, daß jüdische Siedlungspolitik nicht nur ein Ökono• mischet, sondern auch da moralisches Problem ist. Nachstehend geben wir einen kurzen Ueberbliek über den Inhalt des French-Berichtes״ Der French-Bericht Einleitend bemerkt French, seine Vorschläge seien auf die Voraussetzung ,begründet, daß die Mittel zu ihrer Durcbführung im Wege einer Anleihe beschafft werden sollten; ferner, dao jeder vorgeschlagene Plan die spätere Produktivität der in ihm vorgesehenen Anlage gewährleiste. Alle Auslagen müßten von den Siedlern in angemessenen Ratenzahlungen rückerstattet werden. Eie derartiger Plan verfolge nicht nur ein politisches, sondern auch ein psychologisches Ziel; sowohl dem landlosen Araber, als auch dem jüdischen Kolonisten soll ein Irischer Ansporn gegeben werden. Die Politik der Regierung, heißt es im French-Bericht, zielt aut eine dichter« Siedlung der gegen wirtlgen und künftigen Bevölkerung Palästinas ab. Dichtere Siedlung bedeutet höher entwickelte Landwirtschaff, d. h. Uebergang von der Kultur im Preise tiefstehender Produkte zu rentablerem Obstbau, wie Citrus- und Bananenkultur; Milchwirtschaft; Viehzucht, Geflügel- und Eier- Produktion. Von vornherein erscheinen diese Ziele bewundcrungswtirdrj; doch darf Idealismus nicht blind sein für das schwere Risiko, das mit solcher Politik verbunden ist. Theoretisch soll bei Zuteilung von kleinen Parzellen zu 71/2 Acres (30 Dunarn) jeder Landwirt die Möglichkeit haben, ein Drittel dieses Areals oder etw׳as weniger für Citrus-, Bananen- und Gemüsebau zu verwenden, der übrige Teil des Grundstücks soll mit Getreide- und Futterpflanzen bestellt werden. Indessen müßte nachgewiesen werden, daß Citrus- Früchte in Gebieten wie Bcisan und dem Huleh-Gebiet mit demselben Erfolg gezogen werden können, wie in den Küstenebenen; und so rasch sich anscheinend der Bananen- Verbrauch im Lande selbst verbreitet und so hoch der Gewinn aus dem Bananenbau gegenwärtig ist, so muß doch die große Ausdehnung der Orangenpflanzungcn in den Küstenebenen und das eifrige Bestreben, wo nur irgend möglich Bananen zu züchten in denkenden Köpfen Befürchtungen für die Zukunft erregen. Die Ansiedlung landloser Araber, heißt es im Berieht weiter, deren Ansprüche anerkannt wurden, ist keine einfache Sache. Man kann einen Beduinenstamm nicht unter Fellachen ansiedein. Der Staat, der die Zuteilung des Landes, auf dem der Kolonist, Araber oder Jude, angesiedclt werden soll, vornimmt, müsse die Kontrolle über diese Ländereien behalten und dürfe nicht zulassen, daß eine dritte Partei sich zwischen ihn und den Nutznießer einschalte. Jeder Siedler auf Regicrungsboden solle ״Regierungs- Pächter“ bleiben, d. h. nur im Falle bestimmter Verfehlungen gegenüber dem Bodeneigentümer aus seinem Besitz entfernt werden können, und nicht berechtigt sein, seinen Boden zu verkaufen oder dauernd zu übertragen. Die Befolgung des vom Jüdischen Nationalfonds auf seinen Ländereien befolgten Prinzips werde es verhindern, daß jemals ein unter den Auspizien der Rcgierung angesiedelter Araber oder Jude ״landlos“ werde. In den für dichte Siedlung geeigneten Gebieten Hui eh- Becken, Beisan-D 1■ trוkt, Jordantal, Beerscheba-Gebiet — müsse sich die Regierung, eventuell durch Enteignung, die Kontrolle über Boden und Wasser sichern und diese zum bestmöglichen Vorteil aller und unter möglichst geringer Beeinträchtigung der gegenwärtigen Bodenbesitzer neu aufteilen. Die einzig mögliche Alternative gegenüber diesem System, nämlich freier Boaenkauf und -verkauf, würde das Problem des ״landlosen Arabers“ abermals — und dann zu spät — erstehen lassen. Für die Ansiedlung von ״Staatspächtem“ schlägt French zweierlei Methoden, je nachdem cs sich um ״dislozierte“ Araber oder um Juden bandle, vor. Jene müßten als ״Söhne des Bodens“ auf dem Lande ״ihrer Heimat“ angesiedelt werden (Government will replace him, as a son of the soll, on the land of his country) und Haus, Wirtschaft und Inventar erhalten, während es bei jüdischen Einwanderern enüge, ihnen zu angemessenen Bedingungen das Niederassungsrecht zu verkaufen. Die Siedler mit Wohnelegenhelten und Wirtschaftsmitteln zu versorgen, solle wie isher den jüdischen Organisationen überlassen bleiben. Der einzige Unterschied, meint French, sei der, daß die Regierung vom Araber nach entsprechender Zeit sicherlich alle ihre Auslagen rückerstattet bekommen wird, während sie vom jüdischen Siedler nur den Preis des entwickelten Bodens erhalten wird; den von Ihnen vorgestreckten Teil der Ansiedlungskosten müßten die jüdischen Körperschaften eintreiben. Gegen Verkäufe überschüssigen Bodens arabischer Großgrundbesitzer an Juden, Verkäufe, die, wie er zugibt, in manchen arabischen Kreisen nicht ungern gesehen werden, wendet sich French mit der Begründung, daß solche mit der Gefahr der Erstarkung der Großbetriebe auf Kosten der kleinen Besitzer, die vollständig und dauernd von ihrem Boden verdrängt werden würden, verbunden seien. Dieser Gefahr müsse durch ein Grundstilcksübertragungsgesetz vorgebeugt werden. Ein solches Gesetz bedeute keines- Wegs ״Unterbindung weiterer Bodenkäufe durch Juden״, sondern nur Kontrolle von Bodenverteilung und -übertragung während der auf mehrere Jahre sich erstreckenden Durchführung eines Siedlungsplans. Zur Frage, wie geschlossene Siedlung von Juden entsprechend der Politik der englischen Regierung erleichtert werden könnte, führt French aus: Die einzigen für dichtere Siedlung möglicherweise geeigneten Gebiete, d. h. solche, von denen man weiß, daß sie bewässerbar sind, sind a) Teile der Küstenebene, b) Beisan, c) Huleh und d) ein Teil des Jordantilft. Ein weiteres derartiges Gebiet könnte der Beerscheba-Dlstrikt werden, wenn die jetzt vorgenommenen Probebohrungen das Vorhandensein von Grundwasser in genügender Menge zur Anlage artesischer Brunnen ergeben sollten. Die Küttenebene wird gegenwärtig für Citrus-Kultur entwickelt; mein« Meinung nach ist das Tempo des Wer von Ihren Freunden und Bekannten liest noch nicht die 99Ju<lidClfte Band9cha1li(? 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