Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 57 (18.7.1933)
- Date
- 1933-07-18
- Page
- Seite 346 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 348 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 57, 18. VII. 1933 Briefe an die Redaktion Nochmal* 1 Aerxit nadi China Dzt. Karlsbad, 15. Juli 1933. An die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“ Berlin. Da es mir fast unmöglich ist, auf die große Anzahl der Briefe von Kollegen und anderen Personen, die die Absicht haben, nach China zu wandern, individuell zu antworten, 80 bitte ich Sie, mir zu gestatten, noch einiges durch Ihr Blatt mitzuteilen. Betreffs Möglichkeiten der ärztlichen Praxis kann ich nur das wiederholen, was ich bereits am 11. v. M. geschrieben habe. Ich möchte jedoch hervorheben, daß unter den Spezialitäten die folgenden in Shanghai noch am wenigsten vertreten sind und verhältnismäßig bessere Aussichten haben: Magen-, Darmkrankheiten und Stoff wechselcrkrankungen, Kinderheilkunde, NcuroiogieundPsychiatrie. Ich möchte aber nochmals auf das Risiko aufmerksam machen, besonders nachdem ich aus den an mich gerichteten Briefen ersehe, daß es sich sozusagen um einen Massenandrang, besonders Aich Shanghai, handelt. Es wären außer den übrigen Küstenstädten noch gewisse Möglichkeiten im Inneren Chinas für chirurgisch gut ausgebildete Allgemeinpraktiker, aber hierüber möchte ich mich mit großer Vorsicht aussprechen._ Für Studierende der Medizin ist cs ausgeschlossen, irgendwelche bezahlte Anstellung zu bekommen, aber ich dürfte annehmen, daß die Möglichkeit zum Fortsetzen der medizinischen Studien besteht. — Für technische Assistenten sind auch keine besonders gute Aussichten. Die Anzahl der Anfragen zeigt, daß sich ein überaus großer Andrang nach China bemerkbar macht, verbunden mit einem etwas unreellen Optimismus. Um vor Illusionen zu warneu, möchte ich noch besonders betonen, daß es gänzlich u n * möglich ist, Privat- oder Staatsstellung zu erlangen, terner daß die Aussichten der privater! Erwerbsmöglichkeitcn sehr bescheiden eingesclüitzt werden müssen, ferner daß eine An- Siedlung in t.liina nicht so leicht rückgängig gemacht werden kann. Als besonders erwägenswertes subjektives Moment kommt noch die Eigentümlichkeit der hygienisch-klimatischen Verhältnis.se. Im allgemeinen winde ich den Versuch nur für einzelsteh e 11 d e P e r s o n e!1 empfehlen. Ich möchte noch auf diesem Wege all denjenigen versichern, di־- sich an mich gewendet haben, daß ich ihr Schicksai mit tiefer Sympathie teile und auch weiter verfolge. Es tut nur unendlich leid, daß ich in dieser schicksalsschweren Stunde nicht mehr für die Einzelnen leisten kann, aber all denjenigen, die nach dem I. Oktober 1Q33 nach Shanghai kommen, stehe ich herzensgerne mit Rat zur Seite. Mit Zionsgruß! f)r. Friedrich R e i s s, 21. Museum Road, Shanghai. * Vom italienischen Hilfskomitee Milano, 7. Luglio 1933. Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin W 15. Mit Bezug auf dfe in Ihrem werfen Blatt erschienene Mitteiiung eines Ihrer Leser über die Tätigkeit unseres Hilfskomitees halten wir es für angebracht, Ihnen nahezulegen, bei Ihren Lesern nicht zu große Hoffnungen auf Unterkommen deutscher Flüchtlinge in Italien zu erwecken. Wenn es uns auch bis jetzt gelungen ist, 22 Emigranten Stellungen zu verschaffen, so ist dieses Ergebnis im Verhältnis zu der Zahl der Zugevvanderten nicht besonders günstig. Besonders warnen wir, große Hoffnungen auf das Unterkommen von Kaufleuten aller Art, insbesondere Angestellten, zu knüpfen, da gerade in dieser Bemfsklasse eine große Anzahl einheimischer Arbeitsloser vorhanden ist; für Techniker und spezialisierte Handwerker mit Referenzen und guten Zeugnissen dürffen die Aussichten etwas günstiger liegen, wogegen sie für Akademiker und Künstler sehr gering sind. Zur Ausübung aller Berufe bedarf es einer besonderen Arbeitsbewilligung der italienischen Regierung, welche vorläufig, solange die Arbeitslosigkcit auch hier unvermindert besteht, grundsätzlich versagt wird. Das hiesige Hilfskomitee mußte sich daher hauptsächlich auf Erteilung von Ratschlägen beschränken. Auch können geldliche Unterstützungen nur in bescheidenem Maße gewährt werden. Aus vorgenannten Gründen kann man nur dann zu der immerhin kostspieligen Reise nach Italien raten, wenn man über jeden einzelnen Fall bei uns Auskunft eingeholt hat, wozu wir zu Ihrer Verfügung stehen. Wirklich Bedürftige werden von uns, soweit dies möglich ist, bestens unterstützt, ln erster Linie durch unentgeltlichen Unterricht in der italienischen sowie hebräischen Sprache. Die individuelle Hilfsbereit- Schaft unserer hiesigen Glaubensgenossen ist sicherlich nicht geringer als diejenige in allen anderen Ländern. Mit brüderlichem Gruß: Communitä Israelitica di Milano Comitato di Soccorso per profughi tedeschi Dott. Alice Adler. * Schüler •Briefwechsel mli PalltUn• Beckum (Westf.), 9. Juli 1933. Sehr geehrte Redaktion! In einem Artikel Ihrer wiederum sehr interessanten Schul- Beilage wird darauf hingewiesen, daß die Briefe der nach Palästina gegangenen Schüler und Schülerinnen gegenwärtig einen besonders wertvollen und aktuellen Stoff für gewisse Teile des jüdischen Unterrichts darstellen. Es •wird empfohlen, diese jungen jüdischen Auswanderer zu veranlassen, ihre Eindrücke zeichnerisch wiederzugeben und ihre Briefe zu ״lllu- *frieren“. Vielleicht wäre darüber hinaus zunächst einmal die Anregung aufzugreifen, zwischen den jüdischen Schulen Deutschiands oder zwischen einigen Schülergruppen und den indessen nach Palästina gegangenen jüdischen Schülern überhaupt einen Briefwechsel zu schaffen. Es wäre gewiß Interessant und wichtig, wenn in jeder jüdischen Schule eine derartige Verbindung mit jüdischen Schülerkreisen oder Schulen Palästinas entstehen könnte. Lehrer J, Raphael. * Zum Problem der Zwangsjudea Heidelberg, 11. Juli. An die Redaktion der ״Jüd. Rundschau“! Ein großer Teil Ihrer Leser wird den Gedankengängen des Herrn Hugo Rosenthai (Nr. 53 der ״Jüd. Rundschau“) nicht in allem folgen wollen. Wir wünschen keine Z w a ת g s i n n u n g für die deutsche Judenschaft. Wer nicht jüdisch empfindet, wer sich nicht ganz zum Judentum bekennen will, mit Opfermut und öpferwulen, den können wir in unserem schweren Kampf nicht brauchen. Für den guten Juden war ..Judesein״ immer eine tiefempfundene En re und eine heuige Verpflichtung. Das muß Unsere Geschäftsstelle ist für die fMMttSnltelie Aufgabe ran Anzeigen, Abholung von Offartea ww. nur von 9 4a* V ffn. (au&er Sonnabend Vm• u. Sonntag) geöffnet. Anzeigenschluß für die Dienstagnummer: Freitag Anzeigenschluß für die Freitagnummer: Di*f»*tag JÜDISCHE RUNDSCHAU Inserate!!-Abteilung / Berlin W15, Meinekestraße 10 so bleiben. Zwangsjuden können wir nicht in unsere Gemeinschaff wünschen, wenn die Regierung wirklich solche Maßrege! beabsichtigen sollte — eine zwangsweise Einordnung aller Judenstämmlinge in unsere Gemeinschaft —, so müßten wir hierzu Stellung nehmen, ablehnend oder einschränkend; aber das kann man heute schon sagen, die zwangsweise Ein- Ordnung widerstrebender Elemente würde unserer Oemeinschaff nickt zum Segen werden. Die Frage der Beiträge und Steuern darf keineswegs einen Anreiz bieten zur Ausdehnung unserer Gemeinschaft auf Widerwillige. Lieber wollen wir arme Gemeinden sein als daß wir in unseren Reihen Zwangs- Juden sähen. Die Taufe wird auch weiterhin dem Juden ermöglicht werden. Deserteure und einige wirklich Ueberzeugte werden — wie zu allen Zeiten — den weg zur christlichen Gemeinschaft suchen. Wir aber, die wir den Weg Judas durch die Jahrtausende kennen, wir wissen, daß unser Volk auf die wenigen, die sich von uns wenden, immer verzichten konnte, und auch in Zukunft verzichten kann, im Bewußtsein der Mission und der Kraft, die uns zugeteilt wurde. Hochachtungsvoll Isabella Witkowskj-Dukas. * Polizeihunde für Palästina (Uebersetzung aus dem Hebräischen.) Knesscth Israel Waad Leumi Jerusalem, 12. Tammns (6. Juli). Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin. In Nr. 48 Ihrer Zeitung wurde ein Brief von Herrn Louis Wall a c 11 bezüglich der Ausbildung von Polizeihunden in Palästina veröffentlicht. Daraufhin erhielten wir eine Menge von Zuschriften aus allen Teilen Deutschlands, worin sich uns entsprechende Fachleute empfehlen. Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß wir niemanden ermächtigt haben, wegen dieser Sache Schritte zu unternehmen. Wir bitten Sie daher in Ihrer Zeitung mitzuteilen, daß weder uns noch dem Irgun Haschomrim die Unterlagen dieses Briefes bekannt sind und wir daher bitten, sich nicht mehr in dieser Sache an uns zu wenden. Zur Sache selbst müssen wir bemerken, daß in Palästina und in den Nachbarländern keine offiziellen Institutionen, die sich mit der Ausbildung von Polizeihunden beschäftigen, existieren. Wenn es also Privatleute gibt, die sich dafür interessieren, ist die Sache der Privatinitiative überlassen, und sie werden sicher seitens des Jischuw mit seinen Erfahrungen unterstützt werden. Wir bitten, diese Mitteilung zugleich als Antwort auf die vielen an uns gelangten Privatbriefe, mit Ausnahme der von uns direkt beantworteten, zu betrachten. Hochachtungsvoll Waad Leumi J. B e n - Z w f. V Die von Herrn Wallach übermittelte Information beruhte offenbar auf einer Unterredung, die er als Tourist mit einer niehilegitimierten Person hatte. Es wäre zu raten, in solchen Fällen stets die Legitimation derartiger Auftraggeber zu prüfen, bevor man weitere Schritt» unternimmt. Red. Frau Wronsky Fünfzigerin Frau Siddy Wronsky, die am 20. d. M. ihren 50. Geburtstag feiert, ist eine der wenigen Persönlichkeiten des jüdischen Lebens, deren Wesen und Wirken von allen Riehtungen und von allen, die mit ihr zu tun hatten, in gleicher Weise gewürdigt wird. Der Wirkungskreis von Frau Wronsky reicht weit über den jüdischen Bezirk hinaus; ist sie doch als Dozentin an der Wohlfahrtsschule und an der Akademie für soziale und pädagogische Frauenarbeit, sowie durch ihr Wirken am sozialen Forschungsinstitut und in zahlreichen anderen sozialen Kreisen und Einrichtungen die Lehrerin und Führerin eines großen Kreises von Menschen geworden, die in verständnisvollem sozialen Wirken eine Hauptaufgabe der Menschlichkeit sehen. Ihre große sachliche Bildung auf dem Gebiete der sozialen Wohlfahrt und ihr echt weibliches Wesen haben sie zu dieser Arbeit besonders befähigt, wobei ihr stets nur die Sache etwas galt und sie mit ihrer Person bescheiden im Hintergrund zu bleiben liebte. Unsere Sache ist es, ihres Wirkens in j ü dis che n Kreisen zu gedenken und ihr an diesem Tage dafür zu danken, daß sie ihre Kraft, ohne ihren sonstigen Pflichtenkreis zu beinträchtigen, auch der sozialen Arbeit am jüdischen Volkskörper gewidmet hat. Zahlreiche Anregungen sind ihr zu danken, ln der praktischen Arbeit verschiedener Wohlfahrtsinstitutionen war und ist sie richtunggebend. Frau Wronsky genießt persönliehe Wertschätzung in allen Kreisen, die mit ihr zu arbeiten hatten. Menschen zu helfen, hat sie als ihre Lebensaufgabe erkannt. Wir wünschen der Jubilarin noch viele Jahre fruchtbarer Tätigkeit und hoffen, daß die jüdische Gemeinschaft noch viel menschlichen Gewinn aus ihrem Wirken haben wird. Tagung der (xrofigemeinden Unmittelbar vor Schluß des Blattes erreicht uns ein Communiquü der Jüdischen Gemeinde, dem wir entnehmen daß am 10. Juli eine Beratung der zur Konferenzgerne! nschaft zusammcngeschlossenen Vertreter der größeren jüdischen Gemeinden und Landesverbände in Frankfurt a.M. stattfand. An der Beratung nahmen auch Mitglieder der Reichsvertretung, die am gleichen Tag in Frankfurt eine Präsidialsitzung abhielt, teil. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Berlin, Direktor Heinrich Stahl, eröffnete die Tagung, worauf Kammergerichtsrat Wolf f und Landgerichtsrat Dr. Li 1 ie n t h a 1 über die Tätigkeit der Reicnsvertretung, sowie Dr. Ludwig Tietz über die Arbeiten des Zentralausschusses für Hilfe und Aufbau eingehende Berichte erstatteten. Die nur durch eine kurze Mittagspause unterbrochene Aussprache, die sich bis zum Abend hinzog, führte in allen wesentlichen Fragen zu vollkommener Ucbereinstimmung. In den! Coramunlqul werden sodann die Aufgaben der Gemeinden *18 Volksgemeinden (ohne dies wort natürlieh) aufgezählt und versichert, daß ״alles, was geschehen kann, planmäßig geschieht“. Ueber den Verlauf der Tagung selbst wird nichts mitgeteilt. Wir werden auf die Kunogebung noch zurückkommen. Ortsgruppen Bremen. Die Ortsgruppe veranstaltet einen neuhebrf* ischen Sprachkursus, der einen dauernden Besuch von etwa 30 Menschen aufzuweisen hat. Der Unterricht wird an zwei Abenden der Woche von Gemeinderabbiner Dr. Aber gegeben, welcher sich hierfür ln uneigennütziger Weise zur Verfügung gestellt hat. In den Veranstaltungen der letzten Zeit versuchten wir, zu den Problemen des Tages Stellung zu nehmen und unsere Freunde und Mitglieder über Palästina zu unterrichten. Besonders erwähnt sei der Vortragsabend von Dr. Martin Auerbach, Hamburg, über ״Was kann uns Palästina heute sein?“ In der nächsten Zusammenkunft wurde die Persönlichkeit Arlosoroffs in einer Gedenkstunde ausführlich gewürdigt. Frau Osiro sprach über iandwirtschaftliche Siedlung und Handwerker-Alijah. Am 16. Juli fand eine Herzl-Feier statt, bei der Herr Ur. Edgar Marx, Hamburg, den Festvortrag hielt. — Auskünfte für Palästina- Wanderer bei Dr. Zacharias, Am Wall 161, nur nach vorheriger telephonischer Anmeldung, möglichst Sonntag vormittag. Wer zu Veranstaltungen eingeladen werden will, gebe seine Adresse bei unserer Schriftführerin, Frl. Irma Landesdorf, Nordstr. 132, an. Karlsruhe. Vor einer großen Anzahl von Mitgliedern und geladenen Gästen berichtete am 24. Juni d. J. unser Vorsitzender, Herr Hermann Ellern, über eine zehntägige Reise nach Palästina unter dem Titel ״was kann Palästina den aus Deutschland ausvvandernden luden bieten“. Die Versammlung, die gleichzeitig als Gedenkfeier für den ermordeten Führer Arlosoroft gestaltet wurde, war eingeleitet mit einem warm empfundenen Nachruf des Vorsitzenden auf Ariosoraff und von Liedern der Jugend umrahmt. Die Zuhörer folgten gespannt den Ausführungen und zeigten durch reichen Beifall und viele Fragen das Interesse für das Thema. Mehrere Meldüngen neuer Mitglieder konnten verzeichnet werden. Krojanke. Die Zionistische Arbeitsgemeinschaft Krojanke (Grenzm.) hielt am 9. Juli eine Generalversammlung ab. Durch Fortztig unseres Vorsitzenden und Gründers Ferdinand Finder war eine Neuwahl notwendig. Es ist an seiner Stelle Sattlermeister Artur Strien! gewählt worden, der gleichzeitig die Verantwortung für die KKL-Arbeit übernommen hat. Neusalz (Oder). Am 29. Juni sprach in einer Versammlang der hiesigen Gemeinde Dr. Cohn, Glogau, über ״Der Scliicksalsweg der deutschen Juden“. Es wurde eine Zionistische Ortsgruppe gegründet, deren Leitung Herr Dr. Bremer übernommen hat. Ein hebräischer Sprachkursus unter Leitung von Herrn Kantor Badler, Fraustadt, ist eingerichtet. Gr. Strehiltz. Am 28. Juni sprach in der hiesigen Ortsgruppe 1m überfüllten Saale der Synagoge Herr K.-A. Dr. Deutschmann, Oppeln, über ״Gegenwart als jüdisches Erlebnis“. Der Referent verstand es, die Zuhörer durch seine ausgezeichneten Darlegungen bis zum Schluß zu fesseln. Die anschließend durchgeführte Sammlung für den KKL brachte, auch dank der vorhergegangenen Propagandaarbeit durch Dr. Alexander, 75 M. Berliner Kniender Eintritt o! allen Veranstaltungen nur für Mitglieder und geladene Gäste. Berliner Zionistische Vereinigung. Dienstag, deri 18. Juli, 20.30 Uhr, Hcrsl-Gcdenkfeier im Bachsaal. — Mittwoch, den 19. Juli, 20,30 Uhr, Herzl-Gedenkfeier im Lehrervereinshaus. Vermischtes Mitteilung des Palästina-Amtes. Es wird darauf hingewiesen, daß das kosmetische Gewerbe in Palästina stark besetzt ist. Es kann daher nicht angeraten ■werden, daß Personen, die sieb beruflich auf Palästina vorbereiten wollen, sich noch in größerer Anzahl diesem Gewerbe zuwenden. Das Sekretariat der Jewish Agency aus Jerusalem schreibt uns, daß sich unter den Papieren Dr. Arlosoroffs ein Artikel ״Altes Europa — Neues Palästina“ befindet, dessen Verfasser nicht angegeben ist. Der Verfasser wird gebeten, falls er das Manuskript braucht, sich mit der Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ in Verbindung zu setzen. Ein Legat für den Keren Kajemeth. Aus dem Nachlaß von Dr. Elias Strauß, München, s. A. ist dem Jüdischen National-Fonds durch die Versicherungsgesellschaft Phönix ein Betrag von 1000 M. aus der Legatsversicherung des Verblichenen überwiesen worden. Die Summe wird bestimmungsgemäß zum Ankauf von Boden verwendet und der Name des Dahingeschiedenen in das Goldene Buch des Keren Kajemeth eingetragen. Die Künstler-Hilfe der Jüdischen Gemeinde Berlin veranstaltet am 27. Juli 1933 in Gemeinschaft mit der Jüdisehen Altershilfe Groß-Berlin E. V., Logenhaus, Kleislstr, 10 (nahe Nollendorf-Platz), ihren ersten künstlerischen Vortragsabetid. an dem neben einigen bekannten Namen (u. a. Annemarie Hase) auch mehrere junge Talente auftreten sollen. Die Veranstaltung soll unter dem Motto ״Kleinkunst“ ein buntes Programm (Rezitation, musikalische _ Darbietungen und Solotanz) bringen. Rabb. Dr. Joachim Prinz spricht einführende Worte. Der Ertrag des Abends fließt restlos den Unterstützungsfonds der beiden veranstaltenden Stellen zu. Nähere Auskunft und Karten bei der Künstler-Hilfe. Oranienburger Str. 31, Tel.: D2 Weidendamm 5131, und bei der Jüd. Altershilfe, Augsburger Str. 39, Tel.: J1 Bismarck 1221. Jüdische Frontkämpfer. Zu dem von uns kürzlich mitgeteilten Artikel von Dr. Deutschmann, der die Aufrichtigkeit und die Leistungen der jüdischen Frontkämpfer in Zweifel zieht, sind uns eine große Reihe von Zuschriften zugegangen, in denen Leser unseres Blattes uns Dokumente aus dem Krieg, insbesondere eingehende Belobigungsschreiben militärischer Vorgesetzter, einsenden. Wir danken allen diesen Einsendern, sind jedoch nicht in der Lage, dieses Material abzudrucken. Wir hoffen, daß unsere Leser auch ohne derartige Belege glauben, daß die gegen die jüdischen Frontkämpfer vorgebrachten Anschuldigungen unberechtigt sind. Es gibt so viele derartiger Bestätigungen, daß ein ganzes Buch nicht ausreichen würde, die Dokumente aufzunehmen. Leider haben aber auch solche Veröffeutlichungen in den Augen derer, die es nicht wahrhaben wollen, wenig Beweiskraft,