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Jüdische Rundschau · 1933-07-11 · Heft 55 (11.7.1933) · p. Seite 326

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 55 (11.7.1933)
Date
1933-07-11
Page
Seite 326 (sequence 2)
Language
German
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r Seite 324 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 55, 11. VE 1933 keit, die wir sehen, liegt aber darin, daß auch eine solche Auseinandersetzung nur in einer Atmosphäre des Wohl* wo Ile ns möglich ist. Dieses Wohlwollen, diese Ermutigung, vermissen wir leider auch bei Krieck. Er verwirft nicht nur die Assimilation, sondern das Judentum schlechthin erscheint ihm ablehnenswert. Er begnügt sich nicht mit der Feststellung des Anders-Seins des Juden. Jüdisches Wesen ist mit deutschem nicht identisch und es war verfehlt, wenn Juden sich als reprasentative Deutsche aufsptelen wollten. Out; aber was, wenn Juden als Juden genommen sein wollen? Kann man nicht dann mit derselben Objektivität wie anderen Menschengruppen auch Ihnen begegnen? Um zu verdeutlichen, was nach unserer Meinung nicht geschehen dürfte, halten wir uns an einen im ersten Heft vom ״Volk im Werden“ erschienenen Beitrag, der den Titel trägt ״Eine Maske ist gefallen“ und zum Verfasser einen Herrn F. E. Qruber-Bukarest hat. In diesem Beitrag wird die Haltung des Ostjudentums zu Deutschland besprochen. Es heißt darin: ״Wir haben das Ostjudentum mehr als billig verhätscheft, weil wir dachten, es sei deutscher Kulturträger und Pionier des deutschen Handels nach dem Osten hin. Das Ostjudentum ist nicht grundsätzlich deutschfreundlich, die eistigen und wirtschaftlichen Bindungen zum Deutschen '01k entspringen einer klar erkannten Zweckmäßigkeit... Der Ostjude verkauft gern deutsche Waren. Warum? Weil er sich als der gottgewollte Pionier der deutschen Wirtschaft im Osten fühlt? Nein. Weil er mit der deutschen Ware die besten Geschäfte macht.. Wir wollen dahingestellt sein lassen, ob man wirklich behaupten kann, die Deutschen hätten das Ostjudentum ״verhätschelt“ oder sie hätten sich, wie der Verfasser weiter sagt, über sein ״Bekenntnis zum deutschen Kulturkreis gefreut“. Wenn aber behauptet wird, das Ostjudentum habe sich jetzt ״die Maske der Deutschfreundlichkeit vom Gesicht gerissen und eine Hetze gegen das national erwachte Deutschland entfacht“, so muß man an der Beweisführung irre werden. Was hätte man gesagt, wenn der Ostjude auf Herabsetzungen des Judenfums nicht gefühlsmäßig spontan reagiert hätte, sondern um des guten Geschäftes willen, von dem Herr Grub er spricht, geschwiegen hätte? Hätte man nicht darüber gespottet, daß diesem Juden das Geschäft höher steht als seine Ehre? Gerade wenn der Handel mit deutschen Waren — was wir nicht bezweifeln — ein so gutes Geschäft ist, sollte man meinen, daß der Jude, der alles nur um des Geschäfts willen tut, darauf nicht verzichtet. Dieses Geschäft aber ist es ja, was Herrn Gruber zu seinen Ausführungen veranlaßt; denn im Grunde ist sein Aufsatz ein Appell an die deutschen Unternehmungen, an Stelle jüdischer Auslandsvertreter den deutschen Minderhciten-Kaufmann in Rumänien zu bevorzugen; die geschäftliche Tüchtigkeit dieses deutsehen Kaufmanns sei nicht geringer als die des jüdischen. Es besteht kein Grund, an dieser Angabe zu zweifeln, und es wäre überhaupt kein Anlaß, sich mit diesem Beitrag zu befassen, wenn man nicht der Verwunderung Ausdruck geben müßte, daß ein derartiger Aufsatz in der Zeitschrift Prof. Kriecks Aufnahme findet. Denn in einer geistigen Zeitschrift darf doch nicht zweierlei Maß angelegt werden: Wenn der deutsche Kaufmann für sich Propaganda!nacht, so ist dies kein ״Geschäftsgeist“; dem Juden aber wird ״Geschäftsgeist“ sogar vorgeworfen, wenn er aus Gründen der Ehre das Geschäft hintanstellt. Aber noch mehr: So einfach wie man es hier schildert, steht es mit der Deutschfreundlichkeit oder Deutsch- Feindlichkeit der Juden nicht. Die Juden haben eine tiefe Liebe zu Deutschland, zum Deutschtum, zum deutsehen Geist, eine Liebe, die sie häufig die Distanz verletzen ließ. Auch für die jüdischen Gegner der Anschauungen Hermann Cohens - zu denen wir gehören — ist es schmerzlich, wenn von seinem Versuch ״Deutschlarid und Judentum einander als im Kern daseinsglcich zu יי«»"" —' — — — — Jlin.1!" ..'■■I •■■■■ '■ Erkrankung und Genesung Sein Stolz und der seiner Angehörigen war, daß die Leute von ihm sagten, er sähe aus ״wie der Kronprinz“. Ohne Zweifei: er sah gut aus, groß, blond und rassig, in dem Sinne, wie das Wort von edlen Pferden gebraucht wird. In der jüdischen schlagenden Studentenverbindung holte er sich die Schmisse, die zum Stil gehörten. Er heiratete seine Jugendliebe, ein vielumworbenes Mädchen aus wohlhabendem, höchst angesehenem jüdischem Hause, und ließ sich in der Provinz nieder. Fleiß und und Tüchtigkeit brachten ihn vorwärts. Nach Jahr und Tag saß er, von blühenden Kindern umgeben, im eigenen Hause und steuerte Sonntags seine Familie im eigenen Wagen durch die Landschaft. Weder den Eltern noch den Kindern sah das unbefangene Auge die jüdische Abstammung an. Die Eltern hörten es von ihren Freunden, die Kinder von ihren Mitschülern. Hörten es und weideten sich an der süßen Kunde. Kreise, die anderen Juden der Stadt verschlossen blieben, öffneten sich ihnen. Wer sie einlud, den mußten sie wieder einladen. Den wählerischen Gästen durfte das Zusammentreffen mit Juden nicht zugemutet werden. Das wohlbestellte Haus pflegte einen ״rein Christlieben Verkehr". Nicht daß sie ihr Judentum verkugneten. öho! Das hätte sich der Hausherr von niemandem vorwerfen lassen. Die Intimen wußten Bescheid. Grade sollten sie Bescheid ■wissen. Wenn die Rede darauf kam: ״Juden? Bitte, nein. Aber solche Juden wie ihr? Herzlich gern.“ Das galt für die nächsten Freunde und die besten Klienten. Femerstehenden, die nicht fragten, brauchte man die Wahrheit ja nicht auf die Nase zu binden- ״Warum bleibt ihr im Judentum?" mahnten die Freunde. ״Ihr seid doch gar keine Juden. Ihr solltet euch taufen lassen." Mitten die Freunde nicht Recht? Freilich, da waren die Ge- •chwister, die Onkel und die Tantra, die verstorbenen Eltern. demonstrieren“, so wegwerfend gesprochen wird wie es in ״Volk im Werden“ geschieht. Hermann Cohens hier gemeinte Schrift war von erstaunlicher Kurzsichtigkeit, aber auf deutscher Seite sollte man nicht verkennen, daß eine tiefe rührende Liebe zum Deutschtum ihn zu dieser Schrift bewog. Liebe, obwohl nach Krieck die Deutschen den Juden ״im Haß nicht gleichkommen“ (8. o.). Und die Anhänglichkeit des Ost- Judentums an das Deutschtum war eine echte; wenn sich in den letzten Wochen hier ein Umschwung vollzogen hat, so ist dies sicher nicht ohne schwere seelische Krise, ohne die leidvollen Erschütterungen des Enttäuschten abgegangen. Man braucht da gewiß nicht an einzelnen Zeitungsartikeln zu haften, In denen auch Entgleisungen vorgekommen sein mögen. Das Problem liegt wesentlich tiefer, und es ist sicherlich kein Zufall, daß Millionen Juden in ganz fremder Umgebung einen deutschen mittelalterlichen Dialekt als ihre Sprache bewahrt haben, ״Deutscher Geist“ war für Millionen Juden keineswegs, wie Gruber meint, durch Tucholsky repräsentiert. Es widerspricht doch den Begriffen, die von dem neuen Deutschland sonst angewandt werden, wenn man gerade im Falle des Ostjudentums eine einseitige Zuneigung erwartet, während gleichzeitig deutlich gemacht wird, daß man auf solche Freundschaft nicht den geringsten Wert legt. Wenn es gelänge, die tatsächliche Situation zu klären, dann würde es sicherlich leichter sein, die Atmosphäre zu schaffen, die für eine Verständigung nötig ist, von der Prof. Krieck spricht. Auf j ü d i - scher Seite bemühen wir uns, die Voraussetzung dafür zu schaffen, indem wir alte Vorurteile wegräumen helfen und die Realität sehen wie sie ist. Auf deutscher Seite müßte man soweit kommen, auch die jüdisehe Erneuerungsbewegung richtig zu werten; man darf sie nicht lediglich unter dem Gesichtspunkt betrachten, daß sie dazu dienen soll, den Deutschen die Juden vom Halse zu schaffen. Das zionistische Judentum ist gewillt, in dem Gestrüpp, das um die Judenfrage entstanden ist, einen Weg zu bahnen. Aus moralischen und aus realpolitischen Erwägungen ist eine Regelung dieser Sache für Juden und Nichtjuden von größter und dringendster Bedeutung. Die nichtjüdische Welt wird den richtigen Aspekt dafür nicht finden, wenn sie nicht bereit ist, bei aller Abneigung auch den Juden ihre Ehre und ihr Lebensrecht zuzugestehen. Gegen leere Demonstrationen Unerlaubter Größenwahn Wir erhalten eine Zeitung ״Jewish Economic Forum“ aus London zugeschickt, die u. a. offenbar dazu bestimmt sein soll, die Sache der deutschen Juden zu vertreten. Es ist ein typisches Beispiel für die Oberflächlichkeit, mit der von mancher unverständiger Seite im Ausland die jüdische Frage behandelt wird• Die Erregung, die durch die neuartige Behandlung der Judenfrage in den jüdischen Massen im Ausland entstanden ist, wird von manchen Leuten dazu ausgenützt, sich selbst in׳ den Vordergrund zu schieben, ohne Selbstkritik und ohne Prüfung der Frage, ob ihre Aktionen schaden oder nützen. Das ist bei jeder Umwälzung dieser Art wohl unvermeidlich; man kann die Beobachtung machen, daß es vielen Leuten weniger auf die Sache ankommt als auf die Gelegenheit, durch Demonstrationen aller Art populär zu werden. Mit Recht haben kürzlich die Führer des englischen Judentums in einer an den ״Manchester Guardian“ gerichteten Zuschrift (vgl. ״Jüdische Rundschau“ Nr. 54) gegen diese leere Demonstrationspolitik Stellung genommen, und der bekannte Zionist Leonard Stein hat in der letzten Sitzung der Anglo Jesvish Association mit einer deutlichen Spitze gegen gewisse Lärmrnacher in England betont, daß die jüdische Sache nur mit Würde und Zurückhaltung vertreten werden dürfe. Stein warnte vor der antideutschen Boykotthetze und einem von unautorisierter Seite in London geplanten Umzug. Für uns deutsche Juden, die wir auf Aktionen im Ausland keinen Einfluß haben, Man hing mit Fäden, Stricken und Tauen an der jüdischen Abstammung. Aber mußte man denn unabänderlich so hängen? War man denn gefangen? Hier hieß es, männliche Entschlüsse fassen. Keinen Uebertritt zum Christentum, das wäre vielleicht nicht ehrlich gewesen; aber Austritt aus dem Judentum, das war ehrlich. Genügte ja auch. Und gerade wie der Austritt vollzogen ist, kommt der Um- Schwung. Austritt, Eintritt — aber die Abstammung entscheidet. Das Unglück, das über die deutschen Juden hereinbricht, Bedrohung der staatsbürgerlichen Rechte, Bedrohung der Wirtschaftlichen Existenz, macht vor diesem Hause nicht Halt. Es nutzt nichts, daß der Vater einmal wie der Kronprinz ausgesehen hat, daß keiner in der Familie jüdisch aussieht, daß sie einen rein christlichen Verkehr pflegen. Auch das nicht? Die Freunde und Klienten versichern bestürzt, es bleibe ״selbstverständlich“ alles beim Alten, Aber dann schreibt einer, es tue ihm unendlich leid, und an seiner Gesinnung habe sich nichts geändert; indessen die Zeit zwinge nun einmal zu besonderen Rücksichten. Noch einer schreibt. Einer wählt den Weg der mündlichen Aussprache. Die meisten bleiben stillschweigend weg. Not schreitet auf das Haus zu; schlimmer: Vereinsamung umschleicht die Insassen• Zyrück zum Judentum? Der Mann hält die Fahne hoch, er will nicht wahr haben, was um ihn her geschieht, und erquickt sich an windigen Hoffnungen, die ihm zugeweht werden. Die Kinder, aus dem Paradies der Ahnungslosigkeit aufgeschreckt, nicht geschaffen, um zu bekennen und zu kämpfen, versuchen, ihre kindlichen Spiele fortzusetzen. Die Frau, gewohnt, ihrem vielköpfigen Haushalt rüstig vorzustehen, wirft sich in ein hitziges Debattieren mit aller Welt. Sie weicht den Debatten nicht aus; sie sucht Debatten und führt sie herbei. Die Schwäche ihrer Gründe und ihrer Kenntnisse ersetzt sic durch die Heftigkeit ihrer Parteinahme. Sie stellt sich unbelehrbar. Aber wer sie kennt und beobachtet, merkt: sie ist aus dem Gleichgewicht. Es gärt in ihr. Der ist es eine etwas heikle Sache,, za diesen Vorgängen Stellung zu nehmen. Wir mußten schon erleben, daß uns von Seiten ausländischer Juden allerlei unangenehme Komplimente an den Kopf geflogen sind und man uns zn verstehen gab, daß wir uns tn die ״internen Angelegenheiten“ der ausländischen Juden irgend eines Landes nicht einzumiscfoen haben, auch wenn es dabei um die deutschen Juden geht Sogar der gewiß nicht ״deutschfreundliche“ ״Manehester Guardian“ mahnt, wie die ״Frankfurter Ztg.“ aus London meldet, am 8. d. M. in einem Leitartikel das Judentum, von der Verkündung eines Boykotts gegen Deutschland abzusehen. Wenn die englischen Juden für die deutschen Juden etwas tun wollen, dann sollen sie sich an der produktiven Hilfe, der Förderung von Berufsumschichtung, der Schaffung neuer Existenzen, dem Aufbau eines aufnahmefähigen Palästina beteiligen. Sie sollen ihren offiziellen Führem, die von den geplanten Aktionen ab raten, folgen. Aber leider ist Demonstrieren und theatralisches Gebaren oft leichter als wirkliche Arbeit, und häufig findet man bei solchen Kundgebungen Massen von Menschen, die zur positiven Erleichterung des jüdischen Loses wenig beitragen. Bei den Aeußerungtn mancher Juden, die der jüdischen Sache zu dienen meinen, finden wir häufig eine Ruhmredigkeit, die nicht nur der Sachlage nicht entspricht, sondern geradezu geeignet ist, das Judentum lächerlich zu machen. So z. B. schreibt in der oben genannten Zeitung ein engüsch-jüdischer Schriftsteller, Louis G01 ding, der schon früher durch unreife und literatenhafte Aufsätze über die deutsche Judenfrage hervorgetreten ist, unter der Ueberschift ״Unser Kampf für das deutsche Prestige“. Darin wird darauf hingewiesen, daß das neue Deutschland die jüdischen Schriftsteller auszuschalten sucht, und dazu bemerkt Golding: ״Ohne Feuchtwanger, die Zweigs, Wassermann, Georg Kaiser (der gar kein Jude ist—. ״J.R.“) und andere deutschjüdische Schriftsteller von internationalem Ruf würde Deutschland im literarischen Sinne zu einem d r i 11 kl as sig e n Land herabsinken. Ir.- dem wir also für die Wiederherstellung der vollen Rechte der deutschen Juden uns einsetzen, kämpfen wir dafür, Deutschland in seiner hervorragenden Position in der modernen Weltliteratur zu erhalten.“ Es ist gewiß keine Geringschätzung der hier genannten deutsehen Schriftsteller jüdischer Abkunft, wenn wir gegendiese Bemerkung den schärfsten Widerspruch erheben. Der deutsche Geist wird nicht repräsentiert durch diese jüdischen Schriftsteller, und trotzdem ist der deutsche Geist nicht ״drittklassig“. Oe Juden haben stets geistige Leistungen bei jeder Nation anerkannt und bewundert, und nicht nur die deutschen Juden, sondern man kann wohl sagen das Weltjudentum, waren Bewunderer des deutschen Geistes nicht wegen Wassermann oder Zweig, sondern wegen der gro ßen Leistungen jener unvergänglichen Genies, die aus deutschem Blut hervorgegangen sind. Auch das heutige Deutschland hat in Literatur und Kunst prominente Persönlichkeiten rein deutschen Stammes, und nur wenn wir für diese seine Kunst und Literatur das Ohr öffnen, vermögen wir deutsches Wesen einzuschätzen. Wer als Jude Literatur und Kunst mit jüdischer Voreingenommenheit zugunsten jüdischer Autoren be- (rächtet; verliert das Recht, über Literatur und Kunst tnitzureden. Der Fall, von dem wir sprechen, ist ziemlich belanglos. Aber er ist ein willkommener Anlaß, einmal von jüdischer volksbewußter S eit e gegen diese unangebrachte jüdische Ueberhebliehlceit und gegen eine Bagatellisierung des volksbewußten Deutschtums zu protestieren. Diese Respekt- und Distanzlosigkeit gehört zur Erbschaft der Assimilation, die sich im Leben der nichtjiidischen Umgebung besonders hervortat, bis sie schließlich selbst meinte, daß die jüdisehen Menschen den Geist eines anderen Volkes besser repräsentieren als diese selbst. Selbstverständlich können Juden deutsche Schriftsteller sein und manche sind als solche hohen Ranges; aber man erweist ihnen keinen Dienst, wenn man sie auf einen Platz schieben will, auf den sie nicht gehören, und wenn man ihre Leistungen zur Befriedigung eines Größenwahns mißbraucht. Durch ein Urteil des Haifaer Richters Harkabi ist ein seit dem Jahre 1927 geführter Rechtsstreit um das von der Meschek Company in Kuskus-Taboun erworbene Land zugunsten der Gesellschaft endgültig entschieden worden. Die in mehreren Prozessen behandelten angeblichen arabischen Ansprüche auf einen 10 000 Dunam umfassenden Teil dieses Gebietes wurden als unberechtigt abgewiesen. Riß, bisher geschickt bis zur Unsichtbarkeit übertüncht, klafft. Sie weiß noch nicht, aber sie fühlt schon: so geht es, nicht weiter. Wie kann es weiter gehn? Der Arzt erkennt: Das ist die Inkubationszeit. Ke Krankheit wird ausbrechen, schwer und lebensgefährlich. Ke Pa1tientin kann dabei draufgehen. Aber wenn ihre Konstitution stark genug ist, wird sie genesen. Und die Genesung wird sich so äußern, daß sie eines Tages vor dem Spiegel steht und mit freudiger Erschütterung entdeckt: ״Ich sehe ja jüdisch aus! Ich gehöre ja zu den Juden! Nirgends sonst hin als zu dem jüdischen Volke meiner Eltern, Großeltern, Ahnen und Urahnen! Rückwärts reicht das Band bis zu den Propheten und Psalmisten. Und keine Macht der Erde ist stark genug, es zu zerreißen.“ Moritz Goldstein. Palästinensische Monatsschauen werden seit einiger Zeit in den palästinensischen Kinos gezeigt, ein Produkt des Agafilms. Hinter dieser Firma steht der seinerzeit als palästinensischer Tänzer berühmte Agadathi, der sich nun der Filmkunst zugewendet hat und mit künstlerischem Geschick und beachtenswertem Können Aktualitäten des palästinensisehen Lebens verfilmt. Diese werden nun wohl auch bald in das Programm zionistischer Veranstaltungen als eine sehr willkommene und interessante Neuerung Eingang finden. Ke unter Leitung vom Graf Doumesnll und Mr. Hopkins arbeitende franko-amerikanische archäologische Expedition hat in dem Dorfe Salhich bei Damaskus, wo sie seit vielen Jahren Ausgrabungen vornimmt, Reste einer aus dem 1. Jahrhundert n, Chr. stammenden Synagoge aufgefunden. Diese Entdeckung betrifft das älteste während der ganzen Ausgrabungsaktion Vorgefundene Baudenkmal. Aut den Mauerresten der Synagoge ist der Auszug der Juden aus Aegypten und die Wüstenwanderung unter der Führung Moses׳ bis zum Eintreffen im Lande der Verheißung in Mosaikbildern dargestellt.

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