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Jüdische Rundschau · 1933-07-07 · Heft 54 (7.7.1933) · p. Seite 318

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 54 (7.7.1933)
Date
1933-07-07
Page
Seite 318 (sequence 10)
Language
German
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Seite 316 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 54, 7. VII. 1933 macht blieb, während eine stetig wachsende Zahl von Juden sie kaum mehr kannten, geschweige denn betätigten. Sie hatten mit ihrer Vergangenheit auch die letzte Fühlung verloren. Durch diesen Bruch mit der Vergangenheit erlebten wir Geschichte auf eine sehr sonderbare Weise. Wir lebten in der Fiktion, die Geschichte unserer Umwelt, die Ge• schichte der׳ Staatsvölker, in deren Mitte wir wohnten, ebenso zu leben und zu erleben, wie diese selbst, und lernten mit ihrer Sprache, mit ihrem Geschichtsbewußtsein auch uns sehen: mit Augen, von denen wir annahmen, sie seien mit unseren identisch. Wir werteten — denn jede Geschichtsbetrachtung schließt Wertung in sich — uns und unsere Geschichte mit den Wertungen unserer Umwelt und schätzten uns selbst so niedrig ein, wie wir auf der Wertskala unserer Umwelt rangierten. Voller Minderwertigkeitsgefühl oder aus Ueberkompensation entstandenem Hochmut, wurden undwaren wir unserer eigenen Vergangenheit fremder als der unserer Umwelt. Ohne wirkliche Tradition, ohne wirkliche Geschichte, fühlten wir uns zur Kritik an allem berufen, an Rechtem und Unrechtem und am schärfsten gegen uns. Diese Epoche ist in Deutschland vorbei. Die Aufhebung der Emanzipation z.wingt auch die von der (durch den Zionismus «ingeleiteten und geführten) nationalen Renaissancebewegung nicht Erfaßten in unsere Schicksalsgemeinschaft zurück. Der jüdischen Schule aber, die von einer Forderung einer Minderheit zur Notwendigkeit für die Gesamtheit wurde, erwachsen aus der Erkenntnis des oben geschilderten Sachverhalts neue, gewaltige Aufgaben. Sic muß versuchen, die Lücke zu schließen, die das 19. Jahrhundert gerissen hat, muß unsere Jugend wieder heranführen an ihre, an unsere Vergangenheit, sie ihr wirklich nahebringen, muß erreichen, daß unsere Kinder sich wieder als selbstverständliche Fortsetzer des Lebens, der Geschichte der vorangegungenen Generationen empfinden. Der Geschichtsunterricht wird also in der neuen jüdischen Schule eine ganz besondere Bedeutung erhalten. Welche praktischen Konsequenzen ergeben sich daraus, welche Forderungen sind für die neue jüdische Schule zu stellen? 1. Der Geschichtsunterricht wie der hebräische Sprachunterricht ist vom ״Religionsunterricht“ zu trennen. Das wird auch für den Religionsunterricht ein Fortschritt sein, der bis jetzt in karg bemessener /,eit drei Fächer zu lehren hatte. Er wird in Zukunft auf sprachliche und geschichtliche Kenntnisse aulbauen können und dadurch die Möglichkeit hallen, sich eingehender als es bisher möglich war, mit dem Wesen und den Dokumenten unserer Religion zu befassen, mehr Wissen, aber auch mehr Begreifen und Wollen zu vermitteln, 2. Der Unterricht in jüdischer Geschichte ist mit dem in allgemeiner Geschichte zu vereinigen. Die Aufgabe dieses für uns neuen Geschichtsunterrichts muß sein, die allgemeine Geschichte zu zeigen auch in ihrer Auswirkung auf uns, und unsere Verflechtung mit der allgemeinen. Wie wir in der Welt standen und lebten, und wie die Welt auf uns wirkte, in uns Lebte. In einer Schule deutscher Juden wird natürlich die Geschichte Deutschlands eine besondere Rolle spielen, die in hohem Maße auch die unsere ist. Alter eben hier wird cs eine großen Takt und tiefes Verstehen erfordernde, eine schwere, doch reizvolle Aufgabe für den Lehrer sein, diese Geschichte so darzustellen, wie es sich für uns geziemt: mit Distanz, soweit sie uns nicht direkt betrifft; mit klarer Stellungnahme, soweit sie in unsere eigene Geschichte eingreift, Mur so wird es möglich sein, wieder ein neues Geschiehtshewußtsein, ein ״Wir“-Gefühl zu schaffen, das zugleich Weltbewußtsein ist, ein Bewußtsein von der Eigenartigkeit und dem Sinn unseres Seins und Werdens. Daß bei der Betrachtung der neuesten Geschichte und Gegenwart Palästina den ihm zukommenden Platz einnehmen muß, ist selbstverständlich. 3. Für die Schüler, die noch die allgemeinen Schulen besuchen, sind, wie bereits in einer der letzten Nummern dieser Zeitung gefordert wurde, Kurse zu veranstalten, die, den Geschichtsstoff der allgemeinen Schule begleitend, ihn in dem Sinn in Verbindung mit der jüdischen Geschichte bringen und ergänzen h/.w. umwerten, wie es oben für den Unterricht in der jüdischen Schule angedeutet wurde. 4. Als Konsequenz ergibt sich aus den vorstehenden Punkten die Notwendigkeit einer Umbildung der vorhandenen Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe Die ״Informationen“ der ״Zentralstelle“ teilen mit: Die Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe ist nach Berlin-Charlottcnhiirg 2, Kantstr. 158, verlegt worden. Sie umfaßt folgende Abteilungen: Abteilung 1: Organisations- und Informationsabteilung, Finanzieriingsfragen, Gencralia. Abteilung 2: Wirtschaftsberatung und Wirtschaftsplanung (Vertrittlungsdienst), Kreditfragen. Abteilung 3: Berufsumschichiung außerhalb Berlins. Abteilung*!: Dozenten. Abtei lung 5: Aerzte Abteilung 6: Rechtsanwälte Abteilung": Künstler Abteilung 8: Interterritoriale Arbeitsbeschaffung und Berufselnordnung. Mit der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe stehen in engstem Arbeitszusammenhang: Die Zentralstelle fiir jüdische Darlennskassen (Kreditvermittlung an Darlehnskassen), die Vereinigte Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise (Arbeitsvermittlung und Berufsberatung), die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge (DurchWanderung und Rückwanderung). De Wirtschaftsstelle der Jüdischen Gemeinde Berlin befindet sich nach wie vor in N 24, Oranienburger Str. 31. In den letzten Wochen sind die Vorarbeiten für die Tätigkeit der Abteilung für Hochschulprofessoren und Dozenten in der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe abgeschlossen. Alle in Frage kommenden Persönlichkeiten und jüdischen Organisatienen werden gebeten, sich in dieser Spezialfrage unmittelbar mit der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe, Abteilung Hochschulprofessoren und Dozenten, Berlin-Charlotfenburg 2, Kantstr. 158, in Verbindung zu setzen. Das von den beiden jüdischen Gemeindeverbänden ir Holland eingesetzte Komitee für jüdische Interessen beabsichtigt, gemeinsam mit dem jüdischen Frauenbund während der Sommermonate 400 Kinder deutsch-jüdischer Familien bei jüdischen Familien in Holland unterzubrinfen. In Betracht kommen Knaben und Mädchen im Alter von —15 Jahren. Als Nachfolger des verstorbenen Rabbi Hochstein wurde Rabbi Jakob Meer Sagalowitsch aus Danzig zum orthodoxen Oberrabbiner von Brüssel gewählt Lehrkräfte: Religlonslelurer, die dafür geeignet sind, müssen allgemeine Geschichte, Geschichtslehrer jüdische Geschichte lernen. Es wird nur wenige geben, die, ohne solche ergänzende Studien, die Aufgabe wirklich so werden erfüllen können, wie es gefordert werden muß. Solche Ergänzungsseminare sind möglichst potort einzurichten. — Nötig ist ferner die Ueberprüfung der vorhandenen Lehrmittel, Lehrbücher und Quellenbände, und soweit sich die Notwendigkeit ergehen wird, die Schaffung neuer, geeigneter. — Nötig ist vor allem, daß man die Angelegenheit sofort ernstlich in Angriff nimmt. Offene Anfrage an die Jüdische Gemeinde Wir fragen: Warum werden Studienräte und -referenclare in acht bis neun Monaten zur Erteilung des jüdischen R e i i g i o n s - Unterrichts ausgcbildct, wenn mehr als genug junge begeisterte Kräfte zur Verfügung stehen, die als Rabbiner oder akademisch gebildete Religionslehrer in einem Studium von mindestens sechs Jahren die nötige wissenschaftliche gründliche Ausbildung erhalten, und die Qualitäten mitbringen, unsere Kinder zu guten, aufrechten Juden zu erziehen? Wir fragen: Warum will man diesen Nachwuchs, der schon jetzt beruflich beinahe vor einem Nichts steht, ausschalten und ihm die letzten Möglichkeiten zu einem Existenzminimum nehmen? Wir fragen: Warum will man den Religionsunterricht unserer Kinder in die Hand von Personen legen, die zum großen Teil sich bis jetzt um jüdische Dinge nicht bekümmert haben? Sind nicht heute nur die besten Erzieher zum Judentum gerade gut genug für diese Aufgabe, oder glaubt man, man könne jüdisches Denken und Wissen in Neunmonatskursen lernen, wie etwa Stenographie und Schreibmaschine? Jüdische Eltern aus Berlin N. I. A.: Dr. Flatow. Vereinsmitteilungen Nach einem Bericht der ״Vereinigung Israelitisch er Lehrer und Lehrerinnen“ in Frankfurt a. M. beschäftigte sich die genannte Vereinigung in ihrer letzten Monatsversammlung mit der Frage der Zusainmenarbeit der gesamten jüdischen Lehrerschaft Frankfurts. In den Referaten und Diskussionsreden wurde eine Reihe wichtiger Forderungen erhoben: Zusammenschluß aller jüdischen Pädagogen; Schaffung einer pädagogischen Arbei'fsgemeinschaft für deutsch-jüdische Bildung; Gründung jüdischer Landcrzichungsheime; Umwandlung der Religionsschulen in hebräische Lehranstalten; Fortbildungsunterricht für die schulentlassene Jugend. Bemerkenswert in dem Berieht ist besonders noch das Zustandekommen einer Vereinbarung zwischen dem Lchrerverein und dem Bund gesetzestreuer Lehrer, laut der standesrechtliche und wirtschaftliche Fragen gemeinsam behandelt werden sollen. ״Ahnenkästleln“. Wie aus Frankfurt a. M. mitgeteilt wird, hat der vor einiger Zeit geschaffene Ausschuß für Rassenfragen unter dem Vorsitz des Stadtmedizinalrat Dr. Fischer-Defoy seine Vorarbeiten aufgenommen. Als eine der Aufgaben dieses Ausschusses wird erklärt, daß jedes Kind in den Schulen möglichst ein ״A h 11 e n k ä s 11 ei n“ erhalten soll, das eine Art Stammbaum in Karthotekform enthält. Weiter wird in Frankfurt für den Winter eine Rasseaus- Stellung vorbereitet. Wie erklärt wird, werden zunächst mehr erbhygienische als Tein rassische Aufgaben gestellt sein, weil die Wissenschaft hier noch in den Anfängen stecke. Fürs erste werde man sich darauf beschränken müssen, festzustellen, ob die Kinder arischer oder nichtarischer Herkunft sind. Anschlag aal die Hindenburger Synagoge Aut die Synagoge in Hindenburg (O.-Schl.) und die gegenüberliegende jüdische Schule ist in der Nacht vom 25. zum 26. Juni ein Anschlag verübt worden, durch den auch einige Privatwohnungen, in denen nichtjüdische Leute wohnen, betroffen worden sind. Die Täter rissen den die Synagoge umgebenden Holzzaun nieder und zertrümmerten durch Steinwürfe eine große Anzahl von Fensterscheib e n. Die Schuldigen, die inzwischen festgestellt werden konnten, sind junge, un vorbestrafte Burschen; sie haben allem Anschein nach in angetrunkenem und völlig unüberfegtem Zustande gehandelt. Die Kreisleitung der NSDAP., der die Täter angeboren, hat sich nach Kenntnisnahme des Vorfalles sofort mit dem Gemeindevorsitzenden, Herrn R.-A. Dr. Guthaner, in Verbindung gesetzt und ihr lebhaftes Bedauern zum Ausdruck gebracht; sie erklärte hierbei, daß sie derartige Exzesse weder'billige noch unter irgendwelchen Umständen dulden werde. Schadenersatz wurde in vollem Umfange angeboten. Gegen die Beschäftigung ausländischer Angestellter. Wie amtlich mitgcteilt wird, finden vom 1. Juli ab die Be• Stimmungen, die zum Schutze des deutschen Arbeitsmarktes für die Beschäftigung ausländischer Arbeiter erlassen wurden, auch aut die ausländischen Angestellten Anwendüng. Arbeitgeber dürfen ausländische Arbeiter und Angestellte (mit Ausnahme der Lehrlinge, der Arbeitnehmer in der See- und Binnenschiffahrt und der Angestellten mit mehr als 8100 RM. Jahresarbeitsverdienst) nur noch beschattigen, wenn der ausländische Arbeitnehmer entweder einen Befreiungsschein besitzt oder der Arbeitgebereine Beschäftigungsgenehmigung und der Arbeitnehmer eine Arbeitserlaubnis erhalten. — Von diesen Bestimmungen werden zahlreiche ausländische Juden, die zum Teil schon lange Zeit in Deutschland leben, betroffen. Palästina-Wirtschaftskomitee in Ungarn. Die Zionistische Landesorganisation in Ungarn hat eine offizielle Stelle errichtet, die besondere wirtschaftliche Aufgaben zu lösen hat. Zu diesen Aufgaben gehören die Belebung des ungarischpalästinensischen Warenverkehrs, die Organisierung der einheitlichen Teilnahme an Warenmessen in Tel-Awiw und Budapest, und die Sammlung von verläßlichem Zahlenmaterial, aut Grund dessen die wirtschaftlichen Beziehungen mit Paiästina vertieft werden können. Möglichkeiten für Auswanderer Der ״Hilfsverein der deutschen Juden״ (Zenfralbüro für jüdische Ausw'anderungsangelegenheiten, Berlin W 30, Martin-Luther-Str. 91) sendet uns eine längere Zusammen- Stellung der ihm aus den einzelnen Ländern zugekonuneneai Informationen über Möglichkeiten der Aus- Wanderung für deutsche Juden. Schon die Erfahrung der letzten Monate beweist, daß zahlreiche Juden aus Deutschland ohne Ueberiegung und ohne Kenntnis der Verhältnisse sich in andere Länder begeben haben und dort bald in eine schwierige Lage gerieten, da es ihnen unmöglich war, eine Arbeit und einen Lebensunterhalt zu finden. Daher ist es unbedingt anzuraten, daß jeder Auswanderungsbedürftige sich zunächst so viel an Informationen verschafft, wie ihm hier geboten werden kann. Er wird dabei häufig erfahren, in welchem Lande sein Beruf oder seine Fähigkeiten am besten verwertbar sind oder auf welche Tätigkeit er sich umstellen muß, wenn er hofft, im Auslande Arbeit zu finden. Aus den uns übersandten Informationen des Hilfsvereins über offene Stellen im Ausland bringen wir hier eine Anzahl zum Abdruck. Spanien: Der ordentliche Professor für Chemie an der Madrider Universität sucht zwei Chemiker, die besonders gut empfohlen sein müssen, und von denen der eine Spezialist für Insulinherstellung, der andere für Herstellung von Salvarsan sein muß. Wenn wir die geeigneten Herren empfehlen können, scheint ihre sofortige Unterbringung möglich. — In Barcelona wird ein erstklassiger Filmoperateur gesucht. England: In England besteht evtl, die Möglichkeit, Arbeitserlaubnis zu erhalten für: a) optischen Konstrukteur (Entwurf von Linsen, optischen Systemen und Apparaten). Derselbe soll für den Ausbau von Apparaten, die auf neuartigen optischen Grundlagen basieren, verantwortlich sein, und deshalb wird nur ein erstklassiger Fachmann mit ganz hervorragenden allseiligen theoretischen und praktischen Kenntnissen in Betracht kommen, b) Fachleute für den Cyanidprozeß zur Goldgewinnung aus zerkleinertem Kies, c) Fachleute für den Oelahflußprozeß zur Gewinnung anderer Metalle aus zerkleinertem Kies, d) Fachleute für Milchprodukte (Casein). — In England besteht ferner Nachfrage nach einfachem Dienstpersonal, das am meisten verlangt und verhältnismäßig am besten bezahlt wird. Allerdings muß bei einem derartigen Posten damit gerechnet werden, daß die Arbeit im Erdgeschoß zu verrichten ist, Uniform getragen wird und freundschaftliche Beziehungen zu englischem Dienstpersonal vorausgesetzt werden. Holland: In Holland würde ein Arzt, der als Optiker und Bandagist tätig sein kann und will, Arbeit finden. Gehalt 30 fl. per Woche. Zeugnisabschriften sofort erbeten. — In Amsterdam werden gesucht: Ein Edelsteinschleifer, ferner ein Schneider für Lederkleidung. — Im Haag wird ein junges Mädchen gesucht, das deutsch, französisch und englisch stenographieren kann. Belgien: In Brüssel sind vakant an der Fakultät des Sciences Appliquees: a) Lehrstuhl der Technologie des produits vcgcHaux, b) Lehrstuhl der Electricite Generale et de Transmission d’Electricitö comportant la direetion du Laboratoire de mesures ölectriques. Die Petenten sollen keinen direkten Schritt unternehmen, sondern sich an den HUfsverein wenden. Frankreich: Einer Mitteilung des Pariser Comitfes ist zu entnehmen, daß es möglich ist, tüchtige Maß schneider unterzubringen, wobei Voraussetzung ist, daß sic dem elw ns anspruchsvollen französischen Geschmack Rechnung zu tragen imstande sind. — In Paris wird ferner ein Konslrukteur für technische Reinigungsanlagen, besonders er״ Jahren im Behälter- und Rohrleitungsbau, gesucht. Es kommt nur ein Spezialist in Frage. Geliait 1500 Frcs. pro Monat. Spanisch-Marokko: Für Aerzte sind gewisse Aussichten. Spanisch erwünscht, zur Not genügt aber auch Französisch. — Ferner könnten 1 oder 2 Pharmazeuten untergebracht werden. Ein tüchtiger Ingenieur, wenn auch nur mit kleinem Kapital, könnte in Tetuan eine Reihe notwendiger kleiner industrieller Dinge fabrizieren. — 1—2 tüchtige Automobilschlosser oder Monteure würden auch ihr Brot verdienen. — Ein akademisch gebildeter Lehrer für Hebrä* isch, der hebräisch mit sephardischer Aussprache spricht, wäre für Jugenderziehung willkommen. Weitere Mitteilungen werden folgen. Alle Interessenten mögen sich mit dein Büro des II ilfs Vereins (s. oben) in Verbindung setzen. Jüdische Aerzte nach China? Die Leitung■ der vereinigten jüdischen Organisationen ‘für Auswanderungsnilfe Hicem hat sich mit jüdischen Gemeinden in Verbindung gesetzt, um Möglichkeiten für die Nieder• lassung deutscher Juden ausfindig zu machen. Es wurde festgestellt, daß in Peking drei bis vier jüdischen Aerzten Niederlassungserlaubnis gegeben werden kann, in Tie ntsien fünf bis sechs Aerzten, in Shanghai können 15 bis 20 Aerzte aufgenommen werden, eine Anzahl weiterer jüdischer Aerzte könnte in anderen Städten Unterkommen. Europäische Aerzte werden nicht nur von den in China lebenden Europäern, sondern auch von Chinesen der wohlhabenden Klassen und des Mittelstandes bevorzugt. Es ist mit der Möglichkeit zu rechnen, daß derzeit etwa 50 jüdische Aerzte unter der chinesischen Bevölkerung eine Praxis sich schaffen könnten. Für Organisierung der Auswanderung Ueber die Stimmung in weiten Kreisen der deutschen Judenschaft kann man Schlüsse ziehen, wenn man beobachtet, wie 1. B. die ״C. - V. - Z e i t u n g“ immer wieder redaktionelle Artikel veröffentlicht, in denen sie sich ihren Lesern gegenüber (offenbar auf Grund von erhaltenen Zuschriften) wegen ihrer Haltung rechtfertigt. Manchmal wird auch den Stimmen der Unzufriedenen Raum gegeben. So finden wir in der letzten Nummer einen offenen Brief an den C.-V. von Dr. Kurt S c h e y e r, der zwar lobende Worte für die Haltung des C.-V. findet, aber davor warnt, sich weiter Illusionen hinzugeben. Die Führung müsse von entschlossenen und vorurteilslosen Männern übernommen werden. Die Hauptaufgabe, auf die alles zu konzentrieren wäre, sei die Aus wänder u n g aus Deutschland. Die Auswanderung nach Palästina sei in dieses Programm einzuschließen. Dagegen erhofft der Verfasser nicht viel von einer ״landschaftlichen“ Eingruppierung in Deutschland und auch nicht von einer Minontäts- Autonomie. Er fordert Umwandlung der Reichsvertretung der deutschen Juden in ein Aktionskomitee, dem der Apparat des C.-V. zu unterstellen sei und das vor allem eine Zentralstelle für Auswanderung zu bilden hat. — In einer Nachschrift von Dr. Alfred Wiener werden die in dem ausführlichen Schreiben gegen die C.-V.-P01itik erhobenen Ein- Wendungen abgewekrk üiümüinii........ 1111111m111111111111111i1111111111t111111m111111Hi1n11M11111u111111111un1u1111t1111i111111111i11u111111111111H1111n11111i11n11111iH11111111111111111n11

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