Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 51 (27.6.1933)
- Date
- 1933-06-27
- Page
- Seite 287 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 51,27. VI. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 285 ״Information" gesucht Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Tei-Awiw, 15. Juni 1933. Neue Häuser, neue Läden, neue Geschäfte, neue Pflanzungen, neue Werkstätten, neue Fabriken, neue Einwanderer, neue Investitionsiustige. Das war das Charakteristikum der Lage vor einigen Monaten, das ist es heute mehr als je. Jeder Rekord von gestern verblaßt vor dem heutigen. Die Statistiker haben gute Zeiten. Alle Ihre Tabellen zeigen die aufsteigende Kurve, ob es sich nun um Investitionen, oder importiertes Kapital oder Ein- Wanderer handelt. Auch der Einheimische kennt sich in den neueren Vierteln von Tel-Awiw oft nicht aus, wenn er längere Zeit nicht in ihre Gegenden kam. Das Baufieber verwandelt sie im Laufe von Wochen, die alten Häuser selbst wandeln sich, sie werden vergrößert, modernisiert, ihre Fassaden rasiert, sie bekommen neue Flügel und neue Stockwerke. Die Strandgegend in Tel- Awiw wird zu einem Hotel- und Pensionsviertel und das mit atemberaubender Schnelligkeit. Gestern wird ein neuer Plan gefaßt, ehe man es sichs versieht, steht die neue Pension fertig da und während noch Erde für den Garten herangeschafft und da noch gestrichen und hier installiert wird, sind schon die ersten Gäste da. Neben vielen kleinen neuen Geschäften entstehen große, die modern aussehen. Die Schaufenster beginnen sich zu wandeln; hier und da spürt man schon den Geschmack und die Farben eines deutschen Dekorateurs. Daß das Bodengeschäft in Stadt und Land und damit auch die Spekulation blüht, ist selbstverständlich. Palästina schwimmt wie noch niemals auf der Konjunkturwelle, die es reißend mit sich fortträgt * Eines der Schlagworte des Tages heißt ״Inform a t i o n“. Der neue Einwanderer — von den Chaluzim abgesehen, die einfach von den Einwanderungslagern in die Arbeitsplätze wandern — will zuerst einmal über tausenderlei Bescheid haben. Er beginnt einen Dauerlauf an alle Orte, wo er Auskunft, Vorschläge, Projekte, Tips zu erlangen hofft. Und dieser Orte gibt es sehr viele, so daß der Dauerlauf häufig Wochen, manchmal Monate an hält. Man beobachtet immer wieder, daß die meisten sich nicht mit einer Auskunft zufrieden geben, sondern an so vielen Stellen wie möglich nachfragen. Das ist ganz natürlich, bringt aber häufig genug Verwirrung hervor und außerdem eine Parallelarbeit der verschiedenen Institutionen, von denen mehrere denselben Fall bearbeiten, ohne voneinander zu wissen. Der neue Mann geht erst einmal zur Hitachduth Oie Germania, der deutschen Einwandererstelle, dann zum amcrikanischen Informationsbüro, dann zur Jewish Agency, dann zur Industricllenvereinigung, eventuell noch zum Kolonistenverband, zur Arbeiterorganisation, zu Pflan- Zungsgesellschaften — Privatleute, die alle überlaufen sind, nicht zu vergessen. Es wird daher eine Zentralisierung der verschiedenen Auskunftsstellen vorbereitet, die sowohl die Institutionen entlasten, als auch dem Einwanderer Verwirrung und unnötige Laufereien ersparen soll. Für alle landwirtschaftlichen Fragen und Bodenkaufe ist bereits eine solche Informationszentralisierung angebahnt worden, jetzt soll eine derartige Sache für Industriefragen gemacht werden. Vielleicht läßt sich dadurch der Dauerlauf etwas verkürzen. * Einen hohen Prozentsatz unter den Fragestellern bilden die Deutschen. Sie sind in allen den Stellen zu finden, von denen wir oben gesprochen haben. Im American Economic Committee, das seinerzeit hauptsächlich für die Wirtschaftsberatung von Amerikanern errichtet wurde und das in erster Reihe Auskunft über Industriefragen gibt, ist eine deutliche ״Germanisierung“ zu spüren. Wer nicht einfach Arbeit sucht oder in die Landwirtschaft will, sondern ein Projekt hat oder eines sucht, der kommt hierher. Ein Teil der Fragesteller kommt mit bestimmten Ideen und verlangt Material; der denkt an eine bestimmte Werkstatt, der an eine Fabrik, der sucht einen Kapitalisten für Beteiligung, der einen Fachmann. Mit diesem Typus ist einfach fertig zu werden. Man gibt ihm die Unterlage in die Hand — und es ist im letzten Jahre eine Fülle guten, fundierten und wertvollen Materials angehäuft worden —, bringt ihn mit den geeigneten Stellen in Verbindung, macht die eventuell noch nötigen Speziairecherchen und damit gut Schwieriger wird es, wenn man es mit dem anderen Teil zu tun bekommt, der entweder wenig Kapital hat oder überhaupt nicht weiß, was er eigentlich anfangen soll und nicht Unterlagen für Projekte, sondern Projekte selbst verlangt. Oft genug kommt es vor, daß jemand hineinkommt — alle Informationsstellen im Lande erleben den Fall täglich — und sagt, er möchte gern im Lande etwas anfangen, ob man ihm nicht sagen könnte, was. Noch vor einem Jahre war auch in diesem Falle, vorausgesetzt, daß genügend Geld zur Verfügung stand, leicht etwas zu beginnen. Es gab noch eine ganze Reihe kleiner und größerer Pläne, die klar und eindeutig waren und gewissermaßen nur auf die Ausführung warteten. Jetzt haben sieh viele dieser Lücken aufgefüllt und die Neulinge sind meist darauf angewiesen, selbst noch eine Ritze aufzuspüren, in die sie hineinschlüpfen können. Es ist jedoch erstaunlich, wie sich bei genauer Untersuchung der Verhältnisse immer neue Möglichkeiten eröffnen und wie die Entwicklung von sich aus neue Perspektiven öffnet Was gestern noch utopisch war, kann morgen real sein. Da sich die Leute mehren, die In Palästina ״etwas“ anfangen wollen, ohne daß sie genau wissen was, und da auch häufig mit geringeren Kapitalien gerechnet werden muß, will man jetzt daran gehen, eine systematische Uebersicht auch kleinerer Projekte herzustellen, die Möglichkeiten für kooperative Arbeit näher zu untersuchen und eine gewisse Regelung in diese Art der Einwanderung hineinzubringen. Freilich geht die Entwicklung oft so schnell, daß man ihr eher nachhinkt, anstatt sie zu lenken. Es bleibt nichts übrig, als so gut wie möglich mit den ungeheuren Anforderungen dieser Zeit fertig zu werden. « Von speziellem Interesse sind die Vorbereitungen für landwirtschaftliche Ansiedlung. Die Kolonisation wird anders aussehen als wir es bisher im Lande kannten, wie überhaupt diese ganze Immigration ein für Palästina neues Gesicht trägt. Früher kamen Menschen zur An- Siedlung, die lange Jahre hindurch in der Landwirtschaft tätig waren, zuerst im Auslande, dann in den Kolonien und die in jeder Beziehung, klimatisch, fachlich und sozial den palästinensischen Bedingungen sich angepaßt hatten. Später, als die Privatinitiative sich in stärkerem Maße der Landwirtschaft zuwendete, entstanden private größere und kleinere Betriebe, die sich die Menschen und Erfahrungen der früheren Kolonisation zunutze machten und zu einem großen Teil auf Lohnarbeit beruhten. Jetzt hat man Menschen in die Landwirtschaft hineinzubringen, die vielfach noch nie körperlich gearbeitet haben und von den Dingen nichts verstehen. Wenn es sich dabei um Menschen mit größeren Mitteln handelt, so können sie ihren Betrieb auf Lohnarbeit aufbauen und langsam in die Arbeit sich hineinleben. Es ist das eigentlieh mehr eine ״Investierung“ als eine wirkliche Siedlung. Wo diese großen Mittel jedoch nicht vorhanden sind, müssen ganz neue Wege gegangen werden. Im Rahmen der Aktion für die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina wird jetzt eine Uebersicht über die bestehenden Siedlungsmöglichkeiten geschaffen. Es wird festgestellt, welche Böden zur Verfügung stehen, für welche Kulturen sie sich eignen, welche Erschließungsarbeiten sie brauchen, in welcher Form sie zu besetzen sind. Es sind auch die ersten Projekte bis in die Details in Bearbeitung und während Gruppen von jungen Deutschen erst einmal als Arbeiter in die Kolonien gehen, um etwas zu lernen, organisieren sich die An Siedlungskandidaten. Vielfach begegnet man unter den neuen Menschen einer gewissen Ungeduld; es geht ihnen alles zu langsam. Sie haben etwas naive Vorstellungen über Kolonisation. Es wird nicht verstanden, daß Bodenkäufe in Palästina eine bestimmte, oft lange Zeit erfordern, daß zur Organisierung von Siedlungsgruppen sehr viel Arbeit und daher auch Zeit und Geld gehört und auch der beste Wille nicht im Handumdrehen fertiges Siedlungsland und vollständige Siedlungspläne aus dem Boden stampfen kann. Gerade An- Siedlungsprojekte müssen besonders gründlich geprüft und mit Vorsicht durchgeführt werden. Und Palästina stellt den neuen Menschen nicht nur seine Erfahrungen zur Verfügung, sondern auch die Kenntnisse und Arbeitskraft seiner besten Menschen. Zu einem Liederbuch Wir haben schon vor einiger Zeit darüber Beschwerde geführt, daß in den nationalsozialistischen Liederbüchern, die m Berlin öffentlich in den Straßen verkauft werden, jndenfeindliche Wendungen enthalten sind, die nach unserer Meinung Anlaß geben sollten, die Texte einiger Lieder zu revidieren. Nun erschien Nationalsozialistischer Liederschätz, Band 4 ״Sturm- und K a m p f 1 i e d er b u c h“, das leider wieder derartige kränkende Zeilen enthält. Das Lied ״Volk ans Gewehr“, das sogar einen besonders offiziellen Anstrich hat, enthält auch in diesem Liederbuch die Stellen, die wir bereits in der ״Jüdischen Rundschau“ vom 16. Mai d. J. wiedergegeben haben, einschließlich der Schlußzeile ״Deutschland erwache! und Juda — den To d“. In einem anderen Lied heißt es: ״Wer ist Eure Hoffnung bei Tag und bei Nacht, Wer schützt Euch vor Judas Scharen?“ Oder in dem Lied ״Drauf und Dran“ finden wir eine Strophe: ״Das deutsche Land dem deutschen Mann, dem Arbeitsmann, Der Jude lauf nach Kanaan, wenn er noch laufen kann.“ Man stelle sich vor, ln welche Situation z. B. jüdische Kinder geraten, wenn sie in einer Gemeinschaft leben, die sich dieser Liedertexte bedient Daß es auch anders geht, wird gerade durch dasselbe Liederbuch bewiesen. Denn außer aktuellen Texten sind hier eine Reihe der schönsten alten deutschen Lieder beigegeben. Bei diesen Liedern, die von bedeutenden Dichtern stammen, sind auch die Verfasser angeführt. Wir finden hier Namen wie E. M. Arndt, Hoffmann von Fallersleben, Adalbert von Chamisso, Ludwig Uhland und andere. Hinter dem Lied Nr. 24 ״Der gute Kamerad“ von Ludwig Uhland finden wir als Nr. 25 ein Lied, das mit folgenden Zeilen beginnt: ״Ich weiß nicht, was soll es bedeuten, Daß ich so traurig bin.“ Das Lied heißt ״Die Loreley“; der Verfasser ist nicht angegeben. Professor A. Z. Idelsohn, dem bekannten Forscher jüdischer Musik, Dozent an dem Hebrew Union College, Cindnnati, ist, in Anbetracht seiner abgeschlossenen Arbeit des Melodienschatzes von seiten dieses Institutes der Ehrentitel Docfor ot Hebrew Law verliehen worden. Aussprache mit einem ״Deutschen Christen" Guben, 16. Juni 1933. Ein Artikel der ״Gubener Zeitung“, betitelt ,,Volk, Nation und Christentum“, veranlaßte Herrn Fritz Cohn, Guben, als bewußten Juden, zu einigen das Judentum betreffenden Ausführungen des Herrn Pfarrer Krupka, Guben, von der ״Glaubensbewegung Deutsche Christen“ in einem Brief an den Redakteur der ״Gubener Zeitung“ Einsprach zu erheben. Herr Fritz Colin erhielt darauf die Aufforderung, in einem öffentlichen Diskussionsabend der Quäker, in der Herr Pfarrer Krupka die Wege der Glaubensbewegung darlegen wollte, zur Judenfrage Stellung zu nehmen, auf die der Redner des Abends ganz besonders eingehen wolle. In der von Herrn Dr. Ockef geleiteten Versammlung, am Mittwoch, dem 14. Juni 1933, sprach sodann Herr Pfarrer Krupka. In seiner Rede hob er ganz besonders zwei Punkte hervor: das Erlebnis der deutschen Volksgemeinschaft, (las zur Glaubensbcwcgung der ״Deutschen Christen“ führte, und die Zusammengehörigkeit des Deutschen Staates und der Deutschen Kirche. Sie wollten, so erklärte Herr Pfarrer Krupka, keine Ablehnung des Alfen Testamentes, wie es der ״Bund für die Deutsche Kirche“ tue. Ihr Bekenntnis sei zum Alten und Neuen Testament. Herr Krupka bejaht die Innere sowie Acußere Mission. Die Judenmission aber, die man in Deutschland getrieben hat, sei grundfalsch, denn wenn ein Jude getauft werde, so sei er noch lange kein Deutscher. Judenpastoren gehörten aber auf keine deutsche Kanzel, sie sollten vor Juden-Christen predigen. Der Redner erging sich mit großer Heftigkeit gegen die Juden. Der Juden-Christ sei es, der die deutsche Rasse verseuche. Eine Eheschließung zwischen Deutschen und Juden sei gcsetzlich zu verbieten. Das internationale Judentum stecke hinter •dem Bolschewismus und alle seine blutigen Folgen, Kirchcnzerslörungcn und Christeiiverfoigung fielen auf sein Konto. Alles, was man in den letzten Jahren auf den Bühnen, im Kino und täglichen Leben als zersetzend gesehen habe, zeuge von dem Ungeist des Judentums. Der Redner bat dann den jüdischen Vertreter, ihm persönlich nicht böse zu sein; sein Kampf richte sich nicht gegen die F.inzelpcrsöniichkcil, sondern eben gegen den Ungeist des Judentums. In der sich anschließenden Aussprache äußerte Herr Dr. Ockel die Ansicht, die Vermischung mit der jüdischen Rasse sei keine Rasseverschlcchteruiig. Der Redner wandte pich u. a. auch gegen die im Aerziebiatt veröffentlichte Charakteristik der Juden als ״Inkarnation der Lüge und des Betruges“. Darauf nahm als einziger jüdischer Redner Herr Fritz Cohn, Guben, das Wort zu seinen dreiviertelstündigcn Entgegnungen auf die Angriffe gegen das Judentum. Vor allen Dingen, so erklärte Herr Cohn mit Nachdruck, denken wir nicht daran, uns als ״minderwertig“ zu betrachten. Wir wollen uns nicht ״verteidigen“. Es gäbe keine jüdische Oeheiinliteratur, sondern ein Jeder, der der hebräischen Sprache mächtig ist, könne diese Bücher lesen. Wenn mau uns Leute wie Bann nt und Kutiskcr vorwirft, so sagen wir, daß wir das Recht besitzen, auch solche Leute zu haben. Keiner wird jemals daran denken, das deutsche Volk wegen eines Kürten zu verurteilen. Die nationale Revolution hat auch bei uns eine Revolution ausgelöst. Wir sehen mit Genugtuung, daß man manchen Juden, der sich noch schnell nach dem 30. Januar 1933 taufen ließ, zurückstößt. Viele werden sich heute ihres Blutes und ihrer Stammeszugehörigkeit bewußt, die sie gar nicht beachteten. Falsch ist es, wenn man sagt, daß der Jude hinter der bolschewistischen Revolution stehe. Man braucht keine Beweise dafür, daß die deutsche kaiserliche Regierung Lenin im Luxuszuge von der Schweiz durch Deutschland nach Rußland fahren ließ, damit er dort die Revolution mache. Auch Synagogen hat man zum Lenin-Klub gemacht. Auch Rabbiner, die vor mehr als 10 Leuten die Lehre auslegten, hat man zur Zwangsarbeit verurteilt. Die Menschewiken, zu denen viele jüdische Arbeiterorganisationen gehörten, hat inan blutig ausgerottet. Herr Cohn wandte sich dann gegen die Identifizierung von Rasse und Volkstum, Rassemischung sei ungewollt. Wir Juden sind Gegner der Mischehe, nicht etwa weil sie zur ״Rassenvcrsclilechtening״ führt, sondern aus psychologischen Gründen. Der Redner ging dann auf eine Reihe religiöser Fragen ein und zeigte, daß die Thora der Boden ist, auf dem Propheten-Psalmisten aufbauen. Das Publikum ging mit den Ausführungen des jüdischen Vortragenden mit und gab seine Sympathien für ihn offen zu erkennen. PfnrrerKrupk a erklärte zum Schluß: Die These der tnoraltsehen Minderwertigkeit der Juden habe die Glaubcnsbcwsgung von Anfang an abgelehnt. Alle, die sich offen zum Judentum bekenne n, seien ihm e be n s o lieb, wie der Deutsche, der sich zur Nation b e - kennt. Als er den Ausspruch vom ״weißen Juden“ macht, erhebt Dr. Ockel Einspruch, weil man hier wieder Juden mit Gesindel identifiziert. Pfarrer Krupka erklärt, daß ihm dieser Ausspruch wider Willen entfahren sei und geht mit dem Einspruch des Herrn Dr. Ockel konform. Er sagt weiter, Rasscntum sei Scelentum und, solange die Juden eine Nation gebildet hätten, sei cs ein wundervolles Volk gewesen. Mit Bewunderung muß man den Makkabäerkampf befrachten. Erst das internationale Gcldjudcntum habe die jüdische Seele und danach die deutsche Seele verpestet. Erwähnt sei noch, daß der Vorsitzende Dr. Ockel (natürlich cin Nichtjude) bei Eröffnung der Versammlung darauf hinwies, daß er in letzter Zeit Gelegenheit hatte, die ״Jüdische Rundschau“ zu lesen und sie jedem empfehlen könne, der ein selbstbewußtes und stolzes Judentum kennenlernen will, K. E. G. Geplanter Ueberfall auf das Londoner Agency'Büro London, den 26. Juni. (J.T.A.) Mitglieder der außerhalb der von Sir Oswald Moslcy geführten Faschisten- Liga stehenden radikalen und antisemitischen Faschistengrupne, unter die sich, wie Moslcy vor kurzem mittcilte, zahlreiche zweifelhafte Elemente eingeschlichen haben, versuchten, einen nächtlichen Ueberfall auf das Londoner Hauptbüro der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation durchzuführen. Die Polizei, welche rechtzeitig von den Absichten Kenntnis erhalten hatte, konnte entsprechende Maßnahmen treffen, so daß der Ueberfall vereitelt wurde. Die Zionistische Exekutive wurde von der Polizei telephonisch von den durch Geheimpolizisten festgestellten Ueberfall-Plänen in Kenntnis gesetzt und dem Haus- Verwalter wurden Instruktionen darüber erteilt, was er bei nahender Gefahr zu veranlassen habe. Tatsächlich fuhren am folgenden Morgen um 3 Uhr zwei von Faschisten besetzten Lastkraftwagen vor dem Büro der Exekutive vor. Als die Täter bemerkten, daß das Gebäude polizeilich bewacht war, fuhren die Autos in sehr schnellem Tempo, von der Polizei verfolgt, davon.