Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 49 (20.6.1933)
- Date
- 1933-06-20
- Page
- Seite 270 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 268 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 49, 20. Vt .1933 hervorgerufen hat. Hunderttausende Menschen kennen Arlosoroff aus eigener Anschauung, wurden von ihm hingerissen und bezaubert. Nicht nur die Liebe seiner engeren Parteigenossen, die Liebe der Volksmassen hing an diesem jugendlichen Führer. In Deutschland, wo er seine entscheidenden Entwicklungsjahre erlebte, hat er einen intimen persönlichen Freundeskreis, aber darüber hinaus empfanden die deutschen Zionisten, die ln ihrer großen Mehrheit auch die überzeugten Bundesgenossen seiner politischen Linie waren und in der Gefolgschaft Dr. Weizmanns sich mit ihm begegneten, Chajim Arlosoroff als einen ihnen besonders nahestehenden Mitkämpfer und Freund. Wir stehen mit tiefem Schmerz an einem Grabe. Aber die Arbeit geht weiter. Chajim Arlosoroff hätte es nie geduldet, daß man um seinetwillen auch nur einen Spatenstich, einen Baustein versäumt. Wenn die Mörder beabsichtigt haben sollten, Verwirrung in die Reihen der Freunde Arlosoroffs zu tragen, so haben sie sieb geirrt. Mord ist kein politisches Argument, und die Ueberzeugungen, für die Arlosoroff eingctreten ist, werden mit aller Konsequenz weiter vertreten werden. Diese Tat wird nur neue Freunde und Mitkämpfer in sein Lager treiben. Es werden neue Führer entstehen, die das Werk fortsetzen. Das neue Palästina wird ihm ein Denkmal setzen. Wir sind es seinem Andenken schuldig, unbeirrt weiteruiarbeiten. Wie die Tat geschah Die Einzelheiten, die Ober den Mord an Arlosoroff bisner vorliegen, sind überaus spärlich. Die Redaktion der ״JOdischen Rundschau“ hat sich mit allen in Betracht kommenden Steilen in Verbindung gesetzt und vor allem einen engen Kontakt mit London und Jerusalem aufgenommen. Die eingetroffenen Nachrichten und die telephonischen Gespräche die wir mehrmals mit London, und Sonntagabend auch mit der Tageszeitung ״Davar‘‘ in Tel-Awiw führten, ergeben folgendes Bild: Am Freitag, dem 16. Juni, abends, ging Arlosoroff, der erst am Mittwoch von seiner Europareise nach Palästina zurückgekehrt war, mit seiner Frau am Strande von Tel- Awiw spazieren. Während sie durch die Yarkonstraße gingen, machte Frau Arlosoroff ihren Mann darauf aufmerksam, daß zwei verdächtig aussehende junge Leute Ihnen die ganze Zeit nachgehen. Chajim Arlosoroff lachte Uber ihre Aengstlichkeit und die beiden gingen weiter. Als sie sich jenseits der Im Norden der Stadt liegenden Arbeitersiedlung befanden, gingen die beiden jungen Leute auf sie zu und der eine von Ihnen fragte in gutem Hebräisch, wie spät cs sei. Während Arlosoroff antwortete, es sei 11 Uhr, zog der andere Mann eine Taschenlampe aus der Tasche und leuchtete Arlosoroff ins Gesicht. Dabei fragte er: ״Attah Arlosoroff?“ (Bist du Arlosoroff?) Ohne die Antwort abzuwarten, gab er dann aus nächster Nähe zwei Schüsse auf sein Opfer ab. Schwer verletzt sank Arlosoroff zu Boden, während die Attentäter die Flucht ergriffen. Auf die Detonation hin eilten zwei jüdische junge Leute, die sich in der Nähe befanden, herbei und brachten den Verwundeten ln das Hospital der Hadassah. Gegen Mitternacht erlag Arlosoroff, während die Aerzte Vorbereitungen zu einer Operation trafen, seinen Verletzungen. Einer der Schüsse hatte das Herz verletzt. Die Nachricht von dem Attentat hat in Tel-Awiw natürlieh sofort die größte Aufregung hervorgerufen. Die Jewish Agency hat eine Prämie von 1000 Pfund für die Ergreifung der Täter ausgesetzt, auch die Regierung hat?00 Pfund Belohnung ausgeschrieben. Beratungen der Exekutive Die Exekutive der Jewish Agency in London Ist sofort nach Eintreffen der Unglücks-Nachricht zu einer Sitzung zusammengetreten, wo auch die Frage der Nachfolge Arlosoroffs in der Leitung des Politischen Departments besprechen wurde. Auch in Palästina wurde diese Frage bereits erörtert. Die Palästina-Exekutive besteht jetzt, nach dem Ableben von Arlosoroff und angesichts der Europareise von Dr. Senator und der Amerikareise von Mr. Neutnann nur aus Dr. Hexter und Farbstein. Endgültige Beschlüsse über die Besetzung des Departments scheinen noch nicht gefaßt zu sein. Das Begräbnis Das Begräbnis am Sonntag, 18. Juni, 12 Uhr, gestaltete sich zu einer überaus imposanten Kundgebung. Die Straßen, durch die sich der Leichenzug vom Hause der Arbeiterpartei, wo die Leiche Arlosoroffs aufgebahrt worden war, zum Friedhof bewegte, waren von dichten Menschenmassen eingesäumt. 30000 Menschen, unter ihnen hohe Reglcrungsbeamte und das gesamte Konsularkorps von Tel- Awiw, folgten dem Sarge. Zum Zeichen der Trauer war eine eintägige Arbeitsruhe angeordnet worden, auch sämtliche Schulen blieben geschlossen. Am Grabe hielten der Arbeiterführer Berl Ka tzenelgon, der Bürgermeister von Tel-Awiw Meir Dizengoff und der Direktor des Jüdischen Nationalfonds M. M. Ussischkin Ansprachen. Im ganzen Lande herrscht vollständige Ruhe. Die Büros der Zionistischen Vereinigung für Deutschland und der ״Jüdischen Rundschau“ in Berlin wurden in den letzten Tagen mit Anfragen und telephonischen Anrufen bestürmt, aus denen hervorgeht, welchen lebhaften Anteil die deutschen Zionisten an dem tragischen Ende Arlosoroffs nehmen. Es sind auch, wie wir diesen Gesprächen entnehmen, bereits verschiedene Gerüchte über die Motive des Mordes und die Zugehörigkeit der Täter im Umlauf. Wir bitten unsere Leser dringend, von der Verbreitung solcher Gerüchte, dh nur auf Ver* mutungen beruhen können, abzusehen. Noch keine Spar der Titer Jerusalem, 18. Juni. (J.T.A.) Der stellvertretende Chefsekretär der Palästina-Regierung empfing die Vertreter der Jerusalemer und auswärtigen Presse und teilte Ihnen mit, daß von den Behörden alle Anstrengungen gemacht werden, um den Mord an Dr. Arlosoroff aufzuklären. Bisher hat man allerdings noch keinerlei Anhaltspunkte dafür, in welchen Kreisen die Mörder zu suchen seien. Die Meldung, daß bereits einige Verhaftungen Im Zusammenhang mit dem Verbrechen vorgenommeit wurden, entspricht nicht den Tatsachen. Den einzigen Hinweis auf die mutmaßlichen Täter bildet die Aussage der Gattin Dr. Arlosoroffs, daß die beiden Männer Ihre Fragen in hebräischer Sprache gestellt haben. Wie der Jüdischen Telegraphen-Agentur mitgeteilt wird, wird es in der Montagssitzung des englischen Unterbaus e s zu einer Erörterung der Umstände des Mordes kommen. Eine Reihe von Abgeordneten haben bereits Anfragen zu diesem Gegenstand angekündigt. Der Minister für die Kolonien, Sir Philip Cunliffe L1 st er, hat anläßlich des Todes Dr. Arlosoroffs an den Präsidenten der Jewish Agency und der Zionistischen Organisation, Nahum S 0 k 0 1 o w, ein Beileidsschreiben gerichtet, in dem es u. a. heißt: ״Die Nachricht von der Ermordung Dr. Arlosoroffs hat mich tief erschüttert. Anläßlich meines letzten Besuches in Palästina hatte ich Gelegenheit, meine Bekanntschaft mit Dr. Arlosoroff zu vertiefen. Diese Bekanntschaff nötigte mir außer der Achtung angesichts seiner großen Erfolge auch eine besondere Wertschätzung seiner persönlichen Eigenschaften ab. Ich weiß es zu würdigen, wie schwer dieser Verlust für die zionistische Bewegung wiegt. Die Palästina-Regierung wird seine Mitwirkung in den Beziehungen zwischen Regierung und Jewish Agency außerordentlich vermissen.“ An den High Commissioner von Palästina, Sir Arthur Wauchope, hat der Minister für die Kolonien ein Telegramm gerichtet, in dem er den High Commissioner bittet, der Witwe Dr. Arlosoroffs sein Beileid zum Ausdruck zu bringen. Die Zionistische Vereinigung für Deutsch■ 1 a n d hat an die Exekutive der Jewish Agency in Jerusalem und in London nachstehendes Telegramm gerichtet: ״Tiet erschüttert beklagen wir mit Ihnen den tragischen Tod unseres lieben Freundes Chajim Arlosoroff. Grausames Schicksal raubte uns in enscheidcnder Zeit einen unersetzliehen Mitkämpfer. Zionistische Vereinigung: Blumenfeld, Landauer.“ Auch an Frau Sima Arlosoroff, Tel-Awiw, ging ein Beileidstelegramm der ZVfD. ab. Beslflrzoog In Prag und Warsclian (Von unseren Korrespondenten.) h. 1. Prag, 18. Juni 1933. Die Nachricht von der Ermordung Dr. Arlosoroffs hat in Prag tiefste Bestürzung ausgelöst. Sind es doch kaum drei Wochen her, daß Dr. Arlosoroff hier weilte und in einer Reihe von zionistischen Veranstaltungen einen innigen Kontakt mit der zionistischen Oeffentlicnkeit hergestellt hat. Der große öffentliche Vortrag, bei dem Dr. Arlosoroff seinen auch in der ״J, R.“ veröffentlichten Plan der Ueberleitung deutscher Juden nach Palästina entwickelte, hatte weit über die zionistischen Kreise hinaus einen tiefen Eindruck ob seiner Ehrlichkeit und Sachlichkeit erweckt. I>r. Arlosoroff sprach noch in Brünn und Bratislava, brach aber seine weitere geplante Tourne in der Tschechoslowakei ab, um sobald wie möglich nach Palästina zurückzukehren. In einem Gespräch mit unserem Korrespondenten erklärte Dr. Arlosoroff, daß eine ständige Fühlungnahme mit den Arabern heute dringend erforderlich, sei, um so mehr, als die intransigenten arabischen Führer in letzter Zeit wieder ihre Heizarbeit verstärkt haben. Er wollte auch aus diesem Grunde nicht mehr zum kommenden Zionistenkongreß nach Europa zurückkehren, um in dieser Zeit, in der Palästina gewöhnlieh von fast allen führenden Zionisten verlassen wird, aut seinem Posten zu bleiben, Elias Straus | -g. Warschau, 17. Juni 1933. Die Nachricht von dem Revolverattentat aut Dr. Arioso roff, die heute mittag hier eintraf, verbreitete sich blitzschnell durch die Stadt und wirkte niederschmetternd. Arlosoroff weilte erst vor zehn Tagen in Polen, wo er in Warschau, Krakau und Lemberg sich an öffentlichen Ver- Sammlungen und unzähligen Beratungen sämtlicher zionistischer Parteien beteiligte. Trotz großer Ueberanstrengung absolvierte Arlosoroff pflichtgemäß sein Arbeitsprogramm in Polen und gab den zionistischen Führern und der großen Masse wertvolle neue Informationen und Einblicke in die prinzipiellen und aktuellen Probleme Palästinas. Man bewunderte hier die erstaunlichen Fähigkeiten und den politischen Weitblick des jungen Führers. Und da kommt plötzlich, wie ein Schlag, diese erschütternde Nachricht. Wir können uns hier kaum fassen. Freunde und Genossen die Arlosoroff seit Jahren kannten, ihn und seine Stellung im Zionismus zu schätzen verstanden, wissen, wie groß und unersetzlich der Verlust dieser einzigen Persönlichkeit für das jüdische Volk, für das arbeitende Erez Israel ist. Tiefe Trauer umhüllt das polnische Judentum, insbesondere die chaluzische Jugend, die hiesigen Freunde des arbeitenden Palästina, die Hitachduth, die ihren Mitbegründer und treuesten Vorkämpfer verlor. Sämtliche Veranstaltungen der zionistischen Arbeitsparteien wurden zum Zeichen der Trauer abgesagt und für die nachsten Tage sind Trauerkundgebungen in allen Städten angekündigt. Am Sonntag fand in Warschau eine Trauerkundgebung statt, bei der u. a. Berl Locker und Ben Gurion sprachen. In München starb am 16. d. M. Justizrat י•׳״■1 ** יי׳ Dr. EUu Straua nach schwerer Krankheit. Zu den besten Zionisten gehörte unser lieber, tinvergeßilcher Freund Eli Straus, dessen Tod wir heute beklagen. Als Sproß eines alten Rabhinergesehlechtes, — Raschi gehörte zu seinen Vorfahren, — wurde er zu einem ganzen Juden erzogen, und wurde ein Mensch, dem Judentum den eigentlichen Inhalt des Lebens bedeutete. Er kannte Bibel und Talmud, beherrschte und liebte die hebräische Sprache, und die Kenntnis der Vergangenheit wurde für ihn zur Grundlage für eine klare zionistische Entscheidung. Er durchschaute die Zusammenhänge des jüdischen Lebens und ging den zionistisehen Weg mit der schönen, ruhigen Kraft, in der unübertriebenen Art, die seinem großherzigen und gütigen Wesen entsprach. Er wurde niemals irre an seiner inneren Haltung; der Kenner der langen Geschichte seines Volkes wußte zwlsehen Unbedeutendem und Wesentlichem zu unterscheiden und sah wie ein staatsmännischer Politiker das Kleine klein und das Große groß, was ihm nicht immer den Beifall der Freunde einfrug, die den Bedürfnissen des Augenblicks eine größere Bedeutung zuschrieben. Er glaubte nicht an plötzliche revoiutionäre Veränderungen im jüdischen Leben, sondern er dachte sich, daß alles Neue, auch das gewaltige neue Leben in Erez Israel, ganz allmählich durch die unermüdliche, pflichttreue Arbeit der treuen Diener der Idee hervorgebracht werde. Es war bei Ihm kein wortloses Tun; er verstand es durchaus in bescheidener, aber eindringlicher und überzeugender Form das wirksam zu sagen, was getan werden sollte. Aber den Schwerpunkt legte er immer auf die Arbeit, die er selbst leistete, und bei der cs ihm am liebsten war, wenn er mit seiner Person im Hintergrund bleiben konnte. Der Zusammenhang mit dem vergangenen und dem gegenwärtigen Leben unseres Volkes gaben ihm echte Stärke und wahre Unüberwindlichkeit, die Stärke der Menschen, die auch imstande sind, eine wohltuende, unpersönliche, große Güte jedem zu zeigen, der in ihre Nähe kommt. Das stille Leuchten seiner reinen und edlen Persönlichkeit wurde weithin wahrgenommen. Er war lange Zeit der Vorsitzende unserer Münchener Ortsgruppe, er hat noch manche anderen Aemter bekleidet, und man hätte ihm freudig jede führende Stellung anvertraut, die er erstrebt hätte. Was er für die Münchener Jüdische Gemeinde geleistet hat, für den bayerischen Landesverband, für kulturelle und soziale jüdische Arbeit, wird von allen Körperschaften, denen er angehört hat, sicherlich mit tiefem Dank empfunden werden. Für ihn war die Arbeit in der jüdischen Oetneinde eine wichtige Aufgabe. Seine organisatorischen und verwaltenden Fähigkeiten kamen in erster Linie in der Gemeindearbeit zur Entfaltung. Seine Sehnsucht war aber Zeit seines Lebens, in Erez Israel zu leben, um dort seine Kräfte für den Aufbau der neuen jüdischen Gemeinschaft einzusetzen. Gerade in den letzten Monaten verdichteten sich seine Palästinapläne. Er kannte das Land, ihn beglückte die Entwicklung, die Palästina in den letzten Jahren genommen hatte, und die Vorstellung von einer glücklichen jüdischen Zukunft konnte ihm Trost sein, wenn er fühlte, daß er das Land nicht mehr betreten würde. Die herzlichste Teilnahme wendet sich seiner, von der ganzen zionistischen Welt verehrten Frau und seinen Kindern zu, die alle unserer Bewegung angehören. Rahel Straus und ihre Kinder vermögen das Erbe von Elias Straus anzutreten und seinen Namen fortzusetzen. Wir nehmen von ganzem Herzen an ihrem schweren Geschick Anteil. Die innige Verbundenheit des deutschen Zionismus mit EU Straus lind seiner ganzen Familie wird ihnen ein Trost sein in ihrem weiteren Leben. Das Andenken an Eli Straus wird fortleben. Wir denken heute auch an seine Brüder, Gabor, Albert und Isaac Straus, die ihm im Tode vorangegangen sind. Kurt Blumenfeld. TRAUERFEIER für DR. CHAJIM ARLOSOROFF Mitgll.d d«r Ex.lcnli»• d.r Ag.iey Ansprachen: Kurt Blumenfeld, Dr. Georg Landauer Orchester der Gemeinschaft Jüdischer Musiker unter Leitung von Michael Taube Großer Saal der Philharmonie Montag, den 26. Juni 1933 um 830 Uhr Kurten ro RM 0,50, t,— a. 2,—. Mr Mitglieder xioailUlcher Jnjendhflade RM 0.Z0 in Büro der B. Z, V. Berliner Zionistische Vereiaigtmg Kleine Nachrichten Der jugoslawische Außenminister hat den Rcpräsentanten des Verbandes der jüdischen Gemeinden namens der Regierung mitgeteilt, diese stehe der Frage einer eventuellen Niederlassung von deutschen Juden m Jugoslawien in größerer Anzahl wohlwollend gegenüber, behalte sich jedoch die Entscheidung über diese Frage noch vor. Bisher ist diese Entscheidung noch nicht getroffen worden. Der Verband der jüdischen Gemeinden Jugoslawiens, Beograd, Kralja Petra 71, ersucht, alle diesbezüglichen Anfragen ausschließlich an ihn zu richten. Die ״Frankfurter Zeitung“ veröffentlicht einen offenen Brief des Malers Oskar Kokoschka, der sich für den aus der Akademie ausgeschiedenen Max Liebermann einsetzt. Dazu bemerkt das Blatt in einer Vorbemerkung: ,,Wir geben dem offenen Briefe des Malers Kokoschka gerne Raum. Wu tun es um so lieber, als es heute selten geworden ist, da« ein ״Deutschstämmiger“ für den ״Fremdstämmigen“ mit 50 warmen Worten eintritt.“ Die Zentrale des Misrachi-Weltverbandes hat beschlossen, die nächste Misrachi-Weltkonferenz für den 8. Aug. nach Krakau einzuberufen. Die Frage der Promotionen. Unter Bezugnahme auf dk Berichtigung in der vorigen Nummer der ״Jüdischen Rurulschau“, worin wir auf Grund der uns aus Kreisen der Berliner Universität zugegangenen Information mitteilten, daß ledmlieh in Breslau und Frankfurt die Promotion von Nichtariern ausgesetzt sei, wird uns aus Frankfurt jetzt geschneben, daß der dortige Rektor, Prof. Krieck. erklärt habe daß die Nachricht auch für Frankfurt tn keiner Welse zutreffe. Indem wir die Mitteilung in diesem Sinne berichtigen, bedauern wir, daß durch Gerüchtemacherei falsche Nachrichten dieser Art in Presse-Agenturen u״d Zeitungen eindringen, wodurch in den beteiligten Kreisen der jüdischen Bevölkerung unnötige Besorgnisse entstehen. Berichtigung. In Nr. 45/46 der ״Jüdischen Rundschau“ haben sich auf Seite 239 in der Rubrik ״In aller Kürze‘ leider zwei Fehler eingeschlichen. Der neue Chefsekret ar der Palästina-Regierung heißt nicht, wie dort angegeben Jolm Hathorn, sondern John Harthorn Hall. — Der dem palästinensischen Arbeiterführer Ben Zwi anläßlich des Königsgeburtstages verliehene Titel eines M. B. E. bedeut« nicht, wie die J.T. A irrtümlich angab, Bachelor of Me<«־ eine, sondern ״Metabet of British Empire“.