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Jüdische Rundschau · 1933-06-13 · Heft 47 (13.6.1933) · p. Seite 252

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 47 (13.6.1933)
Date
1933-06-13
Page
Seite 252 (sequence 2)
Language
German
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Seite 250 JÜED1SCHE RUNDSCHAU Nr. 47, 13. VI. 1933 im Anschluß an die Pflingsttagung des ״Vereins für das Deutschtum im Ausland״ ist sie von der Presse ausführlich beleuchtet worden. Es handelt sich um die Beziehung von Volkstum und Staat, um die Grenzen des Nationalstaates. Eine so elementare Bewegung wie der Nationalsozialismus, die zudem auf völkischen Anschauungen beruht, stellt auch den Volkstumsg e d a n k e n an die oberste Stelle. Hierbei wird aber sofort bewußt, daß Volkszusammenhang nicht immer gleichzeitig auch politischer Zusammenhang sein kann; dagegen gilt umgekehrt, daß infolge territorialer und politischer Zusammengehörigkeit auch verschieden-völirische Gruppen zu einer politischen Einheit werden. Wir leben z. B. heute in einer aktuellen Zuspitzung eines Konfliktes zwischen zwei Teilen des deutschen Volkes; noch deutlicher wird die politische Trennung im Falle geographisch entfernterer Minderheiten, also etwa der Deutschen in Ungarn oder Rumänien. Diese deutschen Gruppen müssen selbstverständlich ihrem Staate (!Iso z. B. Ungarn oder Rumänien) die Treue halten und fordem mit Recht volle Gleichberechtigung als Bürger; zugleich aber halten sie fest an ihrem deutschen Kulturgut, nehmen ehrenvollen Anteil an Tagungen, die das ganze deutsche Volkstum repräsentieren, und erheben Anspruch auf freie deutsche Betätigung. Wenn das Deutschtum in irgendeinem Lande beschimpft würde, würden alle Deutschen überall spontan dagegen reagieren. Die Lage der Juden kann mit der der deutschen Minderheit nicht restlos verglichen werden. Es gibt hier sehr wesentliche Unterschiede; aber gemeinsam ist das allgemein Grundsätzliche, das in jedem speziellen Fall, je nach den speziellen Bedingungen, einer besonderen An- Wendung bedarf. Aber auch für die Juden gilt ebenso wie für die Deutschen eine entsprechende Gliederung ihrer Gruppenzugehörigkeit und ihres Pflkhtenkreises. Die Juden sind mit dem Staat, in dem sie leben, politisch unlösbar verbunden, und teilen sein Schicksal, ungeachtet ihrer Zugehörigkeit zu dem jüdischen Lebenskreis, der ihr Gruppenwesen auch innerhalb des Staates bestimmt. Daraus ergibt sich aber noch ein anderer sehr wichtiger Gesichtspunkt. Man hat in der letzten Zeit häufig in der deutschen Presse den Juden ihre all weitliehe Verbundenheit zutn Vorwurf gemacht. Auch in dem erwähnten Artikel des ״Völkischen Beobachters“ vom 10. Juni heißt es, nachdem vorher von der Mäßigung der SA. und SS. gegenüber dem Judentum die Rede war: ״Nichtsdestoweniger erhalten wir täglich Nachrichten von offenen Boykotterklärungen, geheimen Boykottorganisationen, Verrat deutscher Firmen durch ihre jüdischen Verfreier an die ausländische Konkurrenz, so daß die antijüdische Gesinnung in stärkstem Maße heute fast das ganze deutsche Volk erfaßt hat. Denn durch diese Arbeit gegen Deutschland liefern die Juden in New York, London, Amsterdam, Paris, Prag usw. ja selbst den Beweis für ihre internationale politische Geschlossenheit.“ Die antijüdische Haltung des Nationalsozialismus ist nicht durch antideutsche Arbeit der Auslandsjuden verursacht worden, sondern umgekehrt. Wenn ausländische Juden auf die aus Deutschland kommenden Nachrichten reagieren, so handelt es sich in den meisten Fällen um Aufwallungen des Gefühl s, die jedem Deutsehen verständlich sein müssen, der an dem Wohlergehen der Deutscher! in Siebenbürgen und Lettland gefühlsmäßigen Anteil nimmt. Dazu bedarf es keiner politischen Organisation, die nicht existiert. Wo sich offizielle jüdisehe Instanzen im Ausland mit der antideutschen Boykott-Aktion befaßt haben, haben sie in den meisten Fällen (es gibt natürlich auch Gegenbeispiele) mäßigend eingewirkt. Im übrigen ist eine Beeinflussung solcher Aktionen schon darum unmöglich, weil es eben keine zentrale Stelle gibt. Wenn aber in dem Artikel des ״Völkischen Beobachters“ auch vom Zionismus, von der ״Internationale Zion“ und von den Zionistenkongressen die Rede ist, so ist hier ein offenes Wort der Aufklärung unbedingt erforderlich. Der Sinn des Zionismus ist genau der gegenteili ge als der ״Völkische Beobachter“ vermutet. Der Zionismus anerkennt die Existenz der Judenfrage und will sie in einer großzügigen, konstruktiven Weise lösen. Er will hierfür die Mithilfe aller Völker gewinnen, der judenfreundlichen ebenso wie der judenfeindlichen, weil es sich nach seiner Auffassung hier nicht um Sentimentalitäten, sondern um ein reales Problem handelt, an dessen Lösung alle Vöiker interessiert sind. Wenn daher einzelne Juden ,in den verschiedensten Ländern auf eine Manifestation der Judenfrage durch kleinliche Racheakte oder Boykott-Propaganda reagieren, so ist dies durchaus ״unzionistisch“ gedacht. Der Zionismus als Weitbewegung sucht keine Kämpfe solcher Art, er will überhaupt nicht bekämpfen, sondern überzeugen und a u f b a u e n. Und gerade der deutsche Nationalsozialismus braucht wohl nicht erst lange überzeugt zu werden, daß es eine Judenfrage gibt und daß sie der Lösung bedarf. Der Zionismus weist auch den einzigen Weg aus der heutigen Sackgasse; nicht nur in dem Sinne, wie es soeben erst ein objektiver Außenstehender, der Schwede Prof. Book, dargelegt hat, sondern auch in praktischen Fragen. So ist 2. B. von zionistischer Seite vorgeschlagen worden, daß bei der Auswanderung deutscher Juden nach Palästina die Ueberführung von Vermögenswerten ohne Gefährdung der deutsehen Devisenlage durch Lieferung von Maschinen, Waren usw, erfolgt. Das Zustandekommen einer solchen Vereinbarung wäre von weit größer» Tragweite als es zunächst scheint; denn nicht nur würde der deutschen Industrie eine nicht zu verachtende Beschäftigung gegeben, sondern die Tatsache eines solchen Abkonimens würde zweifellos auf die gesamte Judenheit nachhaltig wirken. Angesichts der gegen deutsche Waren getriebenen Boykott-Agitation wäre die Maßregel, daß im gegenseitigen Einvernehmen ein Export deutscher Waren durch eine autoritative jüdisehe Stelle organisiert wird, ein Ereignis, das den Ausgangspunkt einer Neuorientierung in den Wirtschaftsbeziehungen bilden könnte. Auch In dieser Beziehung bietet also der Zionismus eine posit i v e Lösung dar, die sicherlich dem deutschen Interesse entspricht Durch den Abschluß des Viererpaktes wurde eine Beruhigung der internationalen Atme- Sphäre herbeigeführt. Die deutsche Regierung ist so stark, daß sie in weit höherem Maße als jede frühere deutsche Regierung internationale Abmachungen treffen kann. Sie hat bereits gezeigt, daß sie dies in einem Geist der Versöhnlichkeit zu tun wünscht, in der gleichen Weise müßte nun das Judenproblem in Deutschland in Angriff genommen werden. Die Völker stehen heute — im Zeichen der Weltwirtschaftskonferenz — vor gewaltigen Aufgaben eines Neuaufbaus. Anläßlich der Rede Dr. Schachts vor den Auslandsgläubigern schrieb die Londoner ״Times“ in ihrem Handelsblatt, die au|ländischen Gläubiger hätten für Deutschlands Notläge volles Verständnis; man erwarte jedoch, daß die deutschen Behörden ihre Aktion (Transfer-Moratorium) auf das unbedingt Notwendige beschränken und daß sie zweitens alle Schritte unterlassen, die den deutsehen Export beeinträchtigen, z. B. die antisemitische Agitation. Wir glauben, daß die deutsche Regierung die Möglichkeit hat, darüber hinaus durch eine konstruktive Regelung der Judenfrage trotz all der angesammelten Affekte eine von Grund auf neue Situation zu schaffen. Es handelt sich nach unserer Meinung dabei nicht um einen Rücklall in Anschauungen, die durch die nationale Revolution überwunden wurden, sondern um ein Vorwärts gehen zu neuen Zielen. H i erbe i zu helfen, ist der größte Dienst, den die Juden dem neuen Deutschland leisten können. Von der Woche Auf Anordnung des preußischen Ministers für Volksbildung, Unterricht und Wissenschaft sollen Nichtarier vorläufig zur Doktorpromofion nicht mehr zugelassen werden. Diese Verfügung wurde durch den Rektor der Breslauer Universität, Geheimrat Professor Helfritz bekanntgemacht. Professor Helfritz erklärte bei dieser Gelegenheit, es habe keinen Zweck, in dieser Sache Gesuche an das Ministerium zu richten, da dieses keinerlei Ausnahmen machen wolle. Einer Meldung des ״Angriff“ zufolge wurden alle nichtarischen Mitglieder des Deutschen Anw altsverein s, der vor kurzem seine Eingliederung in den Bund nationalsozialistischer Juristen beschlossen hat, aufgefordert, ihren Austritt aus dem Verein zu erklären. Die Hamburgische Landesjustizverwaltung hat (gemäß ״Frankf. Ztg.“) die Zulassung von weiteren 25 Rechtsanwälten nichtarischer Abstammung zurückgenommen, nachdem schon früher 44 jüdische Anwälte ausgeschlossen worden waren. Es gab in Hamburg etwa 150 bis 200 nichtarische Anwälte von insgesamt 600. Nach einer Bekanntmachung des hessischen Gauleiiers der NSDAP, in Darmstadt werden alle Neuaufnahmen in die Partei nach dem 30. Januar 1033 von einem Ausschuß nachgeprüft. Als nicht aufnahmefähig gilt jeder, der nichtarischer Rasse ist. Auf Grund der jetzt neu erlassenen Richtlinien werden auch Personen, die mit Nichtariern verheiratet sind oder engere gesellschaftliche Beziehungen zu solchen unterhalten, ferner Personen, die an einem nichtarischen Geschäft lateressiert sind oder den Boykott gegen das Judentum gebrochen haben, als ״N ich t arier“ betrachtet werden. Wieso ״Weiser von Zion״ -? Unter dem Titel ״Ein Weiser von Zion im Tageslicht“ bringt der ״Völkische Beobachter“' vom 6. Juni einen Bericht aus Washington über die Sitzung des Morgan-Untersuchungsausschusses. In den Bericht werden die Zeugenaussagen über einige der bekannten Transaktionen Morgans wiedergegeben. Kein einziger Jude wird in dem Artikel genannt. Der Leser fragt sich vergeblich: Wo ist der ״Weise von Zion“? Denn bisher hat man mit diesem Namen nur Juden belegt. Umsonst, die Frage wird nie beantwortet. Es ist ja auch überflüssig, denn der Durchschnittsleser, dessen Psychologie dem Verfasser der Ueber- Schrift vertraut ist, liest entweder hur die Ueberschrift, oder aber er nimmt als selbstverständlich an, Morgan sei Jude. In Wahrheit ist der Fall Morgan ein geeignetes Gegenbeispicl ebenso wie vor einigen Jahren der Fall Ivar Krcugcr. Wir haben bisher zu dieser Sache geschwiegen, weil wir es für u n f a i r halten, bei Korruptionsskandalen und ähnliehen Sumpfblüten der modernen kapitalistischen Welt die Volks- und Rassenzugehörigkeit der Beteiligten zu untersuchen und das betreffende Volk oder die Rasse gar für die Verbrechen oder Inkorrektheiten ihrer Angehörigen verantwörtlich zu machen. Der Fall Morgan zeigt einen Finanzskanda! größten Ausmaßes, bei dem nur reine Arier beteiligt sind. Aber wenn man nun kommt und von ״Weisen von Zion“ spricht, dann müssen wir Einspruch erheben. Denn es entsteht dann der Anschein, als ob es gar nicht auf die wirklichen Tatsachen ankäme, sondern daß Diffamierung des Judentums um jeden Preis erstrebt wird, auch dort, wo gar kein realer Anhaltspunkt vorhanden ist. Die für den ״V. B.“ verantwortlichen Stellen werden gewiß einsehen, daß mit dieser Methode zwar Leidenschäften erregt, aber niemals eine Klärung erzielt werden kann. Der Briefwechsel Lord Cedi — Dr. Schnee Wir haben in der vorigen Nummer bereits berichtet, daß der Präsident des Kongresses der Völkerbundligen in Montreux, Lord Robert C e c i 1, an den Führer der deutschen Delegation, Gouverneur Dr. Schnee, einen Brief betreffend die deutsche Judenfrage richtete, auf den Dr. Schnee erwiderte. Verschiedene deutsche Zeitungen gaben diese beiden Briefe ausführlicher wieder als es in unserer Veröffentlichung geschehen ist. Wir entnehmen dem Berliner ״Reichsboten“ noch nachstehende Stellen. Lord Cecil, so heißt es dort, führte in seinem Schreiben u. a. aus: ״Der Wcltverband erkenne an, daß er kein Recht habe, sich in die inneren Angelegenheiten eines Landes einzumischen, noch habe er Irgendwie die Absicht, es zu tun. Die fraglichen Ereignisse Hätten aber tatsächlich in vielen Tellen der Erde schwere Besorgnis hervorgerufen, besonders in Europa und in den Vereinigten Staaten. Es sei nicht übertrieben — mit den Worten des Völkerbundpaktes zu sagen — daß dadurch das gute Einvernehmen zwischen den Nationen beeinträchtigt würde. Es sei nicht seine Aufgabe, irgendwelche Einzclvorkommnisse zu erörtern. Er sei durchaus bereit, zu glauben, daß übertriebene Gerüchte von dem, was geschehen sei, ihren Weg in die Presse gefunden hätten. Aber auch wenn man solche Uebertreibungen in Betracht zöge, bleibe die Tatsache bestehen, daß die deutsche Regierung gesetzgeberische und administrative Maßnahmen gegenüber einer Gruppe ihrer Bürger getroffen habe, lediglich weil diese fassen• mäßig dein jüdischen Volke angehörten. Es erscheine dem Weltverband unmöglich, diese Diskriminie• rung, die unvereinbar, nicht nur mit dem Geist der Völkerbundssatzung, sondern auch mit dem Fortschritt der westliehen Zivilisation während der letzten 2 oder 3 Jahrhunderte sei, anzunehmen. Der Weltverband sehe darin ein Wiedererwachen eines Glaubens an die bloße Gewalt, unabhängig von der Gerechtigkeit. Die Versicherungen des deutschen Vertreters, daß die deutsche Regierung eine Politik des Fricdens und der Versöhnung zu verfolgen wünsche, seien erfreulich. Die Rede des Reichskanzlers am 17. Mai wirke in derselben Richtung und diese Versicherungen hatten viel dazu beigetragen, den unglücklichen Eindrücken Einhalt zu tun. Der Weltverband hoffe und glaube deshalb, daß künftige Ereignisse das Wiedererstarken des Vertrauens zwischen Deutschland und anderen Ländern ermutigen werden. Lord Cecil versichert in seinem Schreiben, daß nichts in wirksamerer Weise das von allen gewünschte Einvernehmen mehr fördern könne als entscheidende Beweise, daß für die Zukunft alle Bürger des Reiches auf gleiche Behandlung vor dem Gesetz unabhängig von ihrer Sprache oder Meinung vertrauen könnten.“ Aus dem Antwortschreiben Dr. Schnees, das die Vorwürfe Lord Cecils zurückweist, haben wir in der vorigen Nummer die wesentlichen Stellen bereits wiedergegeben. Von Interesse ist noch der folgende, im ersten Bericht weggebliebene Absatz: ״Im übrigen werde ich meiner Regierung über die Stellungnahme des Weltverbandes Bericht erstatten und zweifle nicht daran, daß sie bei ihrer Entscheidüng sowohl den Lebensnotwendigkeiten des deutschen Volkes als auch den vom Weltverband vertretenen erhabenen Grundsätzen Rechnung tragen wird.“ ______ Von der internationalen Arbeitskonferenz. Die Vertreter der Arbeitnehmer Frankreichs, Belgiens und der Schweiz haben der in Genf tagenden Internationalen Arbeits konferenz einen Antrag vorgelegt, in dem unter Hinweis auf die seinerzeitigen Aktionen des Internationalen Arbeitsamts zugunsten der russischen und armenischen Flüchflinge Maßnahmen zur wirtschaftlichen Eingliederung der aus Deutschland ausgewandert en jüdischen ArbeitskTäfte in ihren jetzigen Aufentnaltsländern gefordert werden. In dem Antrag wird u. a. ausgeführt: ״Die politischen Veränderungen, die sich in der letzten Zeit in Deutschland zugetrageit haben, haben Tausende ezwungen, das Land zu verlassen. Unter dem neuen ystem wurden deutsche Bürger aus Rassegrtinden an der Ausübung ihrer Arbeit verhindert oder ihrer Stellung berauht. Unter diesen Umständen sind für die Nachbarlinder, nach denen sich diese Flüchtlinge gewendet haben, schwere Rückwirkungen zu befürchten. Die ohnehin schon allenthalben erschütterte Lage des Arbeitsmarktes wird dadurch noch weiter erschwert werden! hieraus wird sich für diese Länder eine Vermehrung der Arbeitslosigkeit ergeben, welche die internationale Arbeitsorganlsation gerade zu bekämpfen trachtet. Da nun das internationale Arbeitsamt sich bereits unter ähnlichen Umständen mit der Unterbringung der russischen und armen!- sehen Flüchtlinge zu befassen hatte, ersucht die Konferenz den Verwaltungsrat, das Internationale Arbeitsamt zu beauftragen, ohne Einmischung in die innerstaatlichen Angeiegenheiten Deutschlands die notwendigen Untersuchungen vorzunehmen, um die erwähnten deutschen Flüchtlinge in den Ländern, in denen sie beschäftigt werden können, angemessen unterzu brin gen, ohne dadurch die Volkswirtschaft der betreffenden Länder zu schädigen.“ Das Arbeitsproblem der aus ihren Stellungen in Deutschland ausscheidenden Juden, die sich zur Auswanderung gczwangen sehen, ist nur durch Berufsumschichtung großen Stils zu lösen. Wenn sich das Internationale Arbeitsamt dieser Aufgabe annimmt, so wird es sich ein historisches Verdienst erwerben. In aller Kürze ln Palästina wurde soeben von dem Amtsblatt (״Off!־ dal Gazette") das neue palästinensische Strafgesetzbuch publiziert, das an Stelle des Code Ottomane tritt, pas Gesetzbuch basiert auf dem englischen Strafrecht. Die Londoner ״Times“ nennt die Publikation des neuen Gesetzes den ״bedeutungsvollsten Schritt, der bisher unter britischem Mandat gemacht wurde“. An der für den 4. Juli nach Chicago einberufenen 36. Jahreskonferenz der Zionistischen Organisation Amerikas wird Dr. Chaim Weizmann, der anläßlich des am 3. Juli stattfindenden ״Jüdischen Tages“ auf der Chicagoer Weltausstellung nach Amerika reist, als Ehrengast teilnehmen. König Feisal vom Irak flog am Pfingstmontag vom Bagdader Flugplatz zu einem offiziellen Staatsbesuch nach London ab. In seiner Begleitung befinden sich der Finanz- und Wjrtschaftsminister vom Irak. Zum Rapporteur der zur Weltwirtschaftskonferenz entsandten französischen Delegation wurde der Professor an der Pariser juridischen Fakultät William Oualid bestimmt. Professor Oualid ist Mitglied des Israelitischen KonsistoTiums Frankreichs und Präsident des Hilfskomitees für die jüdisch«! Emigranten aus Deutschland,

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