Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 40 (19.5.1933)
- Date
- 1933-05-19
- Page
- Seite 207 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 40. 19. V. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 205 Aber selbst dann, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind — ich habe sie nicht verschmäht und nicht verworfen, sie zu vernichten und meinen Bund mit ihnen zu zerstören/ denn ich bin der Herr, ihr Gott. Ich gedenke ihnen des Bundes mit den Vorfahren, die ich vor den Augen der Völker aus dem Lande Ägypten herausgefuhrt habe, um ihnen Gott sein. Ich bin der Herr. <111• Buch Moses 26, 44 — 45). Aas dem Wochenabschnitt für Sabbat, 20. Mai Die Judennot darf niemand gleichgültig lassen, die christlichen Völker ebensowenig wie uns Juden. Es ist eine große Sünde, einen Stamm in geistiger und leiblicher Not verkommen zu lassen, dem selbst seine schlimmsten Feinde Begabung nicht abgesprochen haben/ es ist eine Sünde an ihm und es ist eine Sünde an dem Werke der Gesittung, an dem der jüdische Stamm ein nicht gleichgültiger Mitarbeiter sein möchte und sein könnte.!*fax Nordatl, Rede auf dem l. Zionisten- Kongreß 1897 Judenfrage in christlicher Sicht Die ״Rhein-Mainische V o 1 k s z e i t u n g“ (Frankfnrt a. M.), das bedeutendste siidwestdeutsche Zentrumsorgan, hat eine Reihe von Aufsätzen Ober die Judenfrage veröffentlicht, die sich von dem, was auf diesem Gebiet in den letzten Wochen in der deutschen Presse gesagt wurde, wohltuend durch ihren Ernst unterscheidet. Ist doch seit Monaten — im Gegensatz zu früher — die Judenfragc eine der zentralen Materien der Tagespublizistik geworden. Leider ist die Behandlung der Judenfrage in der Presse• vollständig unzulänglich. Auf der einen Seite wird aus rein agitatorischen Motiven und ohne das leiseste Vcrständnis für das wirkliche Wesen des Problems der Leser aufgereizt, alles in Verzerrungen zu sehen, auf der anderen Seite bemüht sich der noch vorhandene geringe Rest liberaler Blätter, die Judenfrage zu cachieren und in ganz un/ulänglicher Weise hier und da einige ,,Entschuldigungsgründe“ für die Juden vorzubringen. Es ist eine wirkliche Tat der ״Rhein-Mainischen Volkszeitung“, daß sie demgegenüber und in_ einer jedem klaren Denken recht ungünstigen Volks- Stimmung einen Vorstoß zu sachlicher Betrachtung des Problems getan hat. Die Serie der Artikel der ,,R. M. V.“ (die übrigens schon früher verschiedene bemerkenswerte Aeußerungen gebracht hat) beginnt mit einem Aufsatz von Ernst Michel ״Die Judenfragc in christlicher Sich t“ in der Ausgabe vom 5. Mai. Der Verfasser, der das Problem von der religiösen Seite betrachtet, wendet sich zunächst gegen den Liberalismus, der eine schablonenhafte Assimilation der Juden gefordert hat und weist darauf hin, daß die hieraus entstandenen Auflösungserscheinungen, nicht aber das Judentum selbst, den Anstoß zur antisemitischen Bewegung gaben. Daher sei auch die Abwehrbewegung gegen das Judentum innerjüdisch gesehen ein ״sehr ernstes Gericht für das Judentum“. Dies gehe aber auch den Christen an. ״Denn es ist — so fährt Michel fort — für das religiöspolitische Ethos der Christen heute mehr denn je von zenraler Bedeutung, daß Israel als einzigartiges Beispiel eines Volkes, das seine Volkheit einzig dem Bund mit. Gott verdankt und nur in diesem Bund seine leibhafte Volkheit — auch in der räumlichen Zerstreuung — hat, gegenwärtig und wirklich ist. Geht es doch entscheidend darum, daß die europäische Völkerwelt, im Aufbruch aus dem Zustand der Erkrankung ihrer Volkskräfte und aus dem Zustand der Künstlichkeit der modernen gesellschaftlichen Lebensformen, den Ruf zur Umkehr nicht überhöre und der nationalen Vertrotzung und staatlichen Selbstherrlichkeit entgehe. An diesem geschichtlichen Entschcidungspunkt, an dem es darauf ankommt, daß die Völker in ihrem nationalen Aufbruch Cierieht und Umkehr als religiös-politischen Anspruch erfahren — au diesem Entscheidungspunkt ist gläubiges jüdisches Volk der unentbehrliche Zuchtmeister christlich-propheti«chen Wirkens in die politische Weh hinein. Denn die Christen, besonders auch die deutschen Christen, unterliegen leicht der Gefahr, einem Dualismus von schlechthin profaner Welt mit ihren eigenen Gesetzen und schlechthin jenseitiger Erlösungswolke zu verfallen. Nur ein Judentum, dessen Politik unter dem Anspruch der Herrschaft Gottes geschieht, nur ein im biblischen Glauben verwurzeltes und seine Geschichte gegenwartskräftig lebendes Judentum also, wird eine echte Mission im öffentlichen Leben unserer Geschichtsstunde haben. Das soll praktisch keinesfalls eine Rückkehr ins Ghetto bedeuten, sondern läßt eine gerechte Einordnung in das Volksleben der Wirtsnation zu, jedoch unter dem überragenden An- Spruch, darin gläubig-gehorsames Volkstum zu leben und so als Sauerteig zu wirken. Wenn wir sagten, daß die heutigen Völker gerade auf dem Weg zu ihrer Nationalbildung die beispielhafte Gegenwärtigkeit jüdischen Volkstums als Segen erfahren können, so meinen wir die Juden nicht als eine religiöse Gruppe im engeren Sinne, nicht als eine Konfession, sondern die Juden gerade in ihrer wesentlich politischen Daseinsform. Es ist wohl mit Recht gesagt worden, daß unter dem echten Einfluß Israels die Völker ihr Eigenes nie verloren, sondern geradezu erst gewonnen haben. Aber dieser Auftrag und Anspruch ergeht an den Juden im strengen Sinne des Wortes und nur um ihn kann es für den Christen gegen den Antisemitismus einen auch politisch vollgültigen Einsatz gehen — unbeschadet der Pflicht zur Gerechtigkeit auch gegen das andere, das verweltlichte Judentum, dem vielleicht mir die Assimilation einen Lösungsweg bietet. Gilt es doch, im echten Judentum durch eine vollgültige Lösung des Itulenproblems uns eines Volkselementes zu versichern, das in Abfall, Leid und Umkehr seit Jahrtausenden in der umfassenden religiösen Verantwortung seines politischen Volkslebens steht und mit dem Königtum Gottes politisch Ernst gemacht hat. Darum aber geht im Abendland für die Völker und Nationen in jeweils besonderer Weise die Entscheidung.“ Im Anschluß an diesen Artikel von Ernst Michel veröffentlicht die ״R. M. V.“ dann in der Ausgabe vom 11. Mai und vom 16. Mai zwei wichtige Aufsätze von W. D. (W alter Dirks). Der Verfasser beabsichtigt, den Gedankengang Michels nach der weltlichen Seite hin zu ergänzen. Er stellt fest, daß es ״eine Juden frage gibt“ und daß ein großer Teil des Uebels daher stammt, daß man diese Frage bisher geleugnet hat. Drei Ur- Sachen ihrer Leugnung siebt er: Erstens die Grundsätze des liberalen Staates, die einer Sonderstellung der Juden atjfrold waren, weil diese nur in der Form eines negativen Ausnahmereehtes vorgestellt werden konnte. Der zweite Grund war die Erkenntnis, daß durch den Antisemitismus eine Frage zweiten Ranges zu einer Frage ersten Ranges gestempelt wurde, da man den Juden für alle Uebel verantwortlich machte, Infolge dieser Uebertreibungen, dk man ablehnea müßte, konnte man leicht zu der Meinung kommen, es gäbe gar keine Judenfrage, sondern nur eine Antisemitismus-Frage. Den dritten Grund schließlich sieht Dirks darin, daß bisher ein rein negativer Antisemitismus die Richtung und das Niveau der Judenfrage bestimmte, so daß sich diesem ein ebenso starrer ״Anti-Antisemitismus“ entgegenstellen mußte. Heute zwingen — so fährt Dirks fort — die politischen Tat- Sachen selbst zu einer besonnenen Erörterung dieser Frage, und es wird notwendig, das profan gesellschaftliche Problem des Judentums überhaupt zu sehen. Das jüdischeuropäische Zusammenleben sei eine Wirklichkeit der Geschichte, und ein gläubiger Christ müsse diese Art der Existenz des Judentums als Willen Gottes bejahen. Es bestehe tatsächlich nicht nur eine Schicksalsgemeinschaft, sondern auch eine ״wechselseitige Schuidgemeinschaft“ zwischen Christen und Juden. Die Juden werden auch künftig in Europa leben müssen. Den Zionismus hält der Verfasser als ״T o t a 11 ö s u n g“ für unmöglich und glaubt, daß er einen ״radikalen Eingriff in die von der europäischen Geschichte bestimmte jüdische Existenz“ darstellt und nur einer ״heroischen jüdischen Minderheit zngemtitet werden“ könne. Diese Bcurteihing des Zionismus beruht zweifellos auf einer ungenügenden Kennnis der zionistischen Gesamtanschauung. Der Zionismus betrachtet Palästina keineswegs als ״Totallösung“ und die von Dirks in anderen Teilen seines Artikels dargelegten Anschauungen über jüdisches Sonderlebcn stimmen weitgehend mit zionistischen Anschauungen überein, ja sind teilweise fast genau so von Zionisten formuliert warden. Der Zionismus war es, der das Judenproblem als solches für die Juden gestellt hat und gegen die Ignorierung dieses Problems, die hei den Juden beliebt war, aufgetreten ist. Wenn es wahr wäre, was Dirks schreibt, nämlich, daß ״jeder ernste, nachdenkliche und gescheite lüde das Judenproblem kennt" und ״besser als wir weiß, daß die liberale Leugnung der Judenfrage oberflächlich ist“ dann wäre dies vor allem ein Ergebnis zionistischer Haltung. F)er Verfasser wünscht eine allmähliche Lösung der Judenfrage durch Mit- Wirkung weiter Gruppen. Er schließt: ״Freilich muß die falsche Frontzichung die Verkrampfung eines grundsätzlichen Antisemitismus’ und eines starren Anti- Antisemitismus überwunden sein, wenn es zu gemeinsanier Erörterung konstruktiver Lösungen kommen soll. Dabei wäre immer noch zweifelhaft, ob die bei einer solchen Erörterung beteiligten Juden und Nichtjuden im einzelnen zu einer gemeinsamen Lösung kommen wurden, ob nicht vielmehr in der vielfältigen Dynamik aller Kräfte der Gesellschaft vieles sich nach dem Gesetze von Druck und Gegendruck regelt, was eigentlich der verantwortlichen gemeinsamen Gestaltung zufallen müßte. ...Ansätze dieser gemeinsamen Besinnung und Erörterung der Judenfrage zu schaffen, wird das erste sein, was wir auf beiden Seiten in dieser Sache tun können. Das ist nicht viel, aber in einer Stunde, die nicht ohne unsere eigene Schuld, nämlich unser früheres Uebersehen der Judenfragc, von einem gefühlsstarken Antisemitismus beherrscht wird, kann zunächst wohl nicht mehr geschehen. Die Kräfte, die jetzt diesen Antisemitismus tragen, werden \ielleicht in der Praxis selbst allmählich erfahren, daß vieles von dem, was als jüdische Schuld gilt, in Wirklichkeit aus dem geschichtlichen Schicksal und aus der sozialen Struktur unserer Wirtschaftsgeselischaft stammt; wenn sie diese Erfahrung gemacht haben werden, wird eine bessere Stunde für verantwortbare positive Lösungen der Judenfrage gekommen sein. Man wird dann über den mechanischen numerus clausus hinaus pädagogisch-po'itische Methoden der Lösung finden müssen, Methoden der Mensehenleitung. Man wird durch differenzierte Erziehung und durch überlegte Regelung der Berufsströme des Nachwuchses ohne unnötige Härten, ohne zerstörende Eingriffe dem Ziel eines angcmesscneu Ausgleichs zustriben müssen, fn einem solchen "pädagogisch-politischen Ganzen, das dem ernsten und aufbauwilligcn Judentum zugemutet werden kann, ja von ihm selbst mitgetragen werden sollte, könnte die Sonderstellung des Judentums, könnte selbst ein differenzierter numerus clausus den demütigenden Charakter verlieren, der solchen Maßnahmen solange anhaftet, als sie nichts weiter als Kampfmittel sind.“ Appell belgischer Professoren Brüssel, 16. Mai. (J. T. A.) Die belgische Presse veröffentlicht einen von 18 berühmten Professoren belgischer Universitäten Unterzeichneten offenen Brief, in dem diese ar die Mitglieder der Preußischen Akademie der Wissenschatten den Appell richten, kollektiv zur Beseitigung jiidischer Gelehrter von den deutschen Hochschulen Stellung zu nehmen. In dem Brief der belgischen Professoren — durchwegs Nichtjuden — heißt es u. a.: ״Gewiß ist es unzulässig, sich in die Angelegenheiten eines fremden Landes einzumengen. Aber Fragen der Geistigkeit interessieren ebenso wie solche des Friedens alle Völker ohne Ausnahme. Die ganze Kulturwclt ist darüber erstaunt, daß die geistigen Führer Deutschlands bis heute noch nicht gegen die Zurücksetzung jüdischer Gelehrter Einspruch erhoben haben. Wir fordern euch Akademiker auf, alle Geistigen in Deutschland ohne Unterschied von Rasse und Glauben in euren hohen Schutz zu nehmen.“ Unter den Unterzeichnern des offenen Briefes befinden sich der ehemalige Präsident des belgischen Senats und Inhaber des Nobelpreises für Frieden, Lafontaine, der Rektor der Universität Brüssel, Professor Bonnard, der Rektor der flämischen Universität in Gent, Vermeiden, der Präsident der Königlich-Belgischen Akademie der Wissenschaften und ehemalige Unterrichtsminister, Prof. d’Estre und andere belgische Gelehrte von Weltruf. Zur Frage der Anwälte Reichskomniissar Minister Dr. Frank IF hat in seiner Ansprache an Vertreter der Presse in Wien, gemäß dem Bericht von W. T. B., u. a. folgendes gesagt; ״Das, woraus man uns den meisten Vorwurf macht, ist der Antisemitismus. Männer, die ein neues Deutschland aufbauen wollen, mußten die Repräsentanten der Dekadenz zuriiekdrängen. Wir haben jedoch alle Juden in Deutschland behalten, die erbeingesessen sind. Ein Beispiel dafür ist, daß in Berlin von 3800 zugelassenen Anwälten über 1400 auch heute noch Juden sind. Da kann man nicht sagen, daß eine brutale Vcrgcwaltigung vorliegt“ Wenige Tage vor der Abreise nach Wien fand — wie in voriger Nummer berichtet — in Berlin eine Juristentagung statt, an der auch mehrere Minister teilnahmen. Bei dieser Tagung wurde von Minister Frank 11 unter stürmischem Beifall (laut ״DAZ“) gesagt; ״Niemals aber wird der Bund nationalsozialistischer Juristen von der Forderung *blassen, daß alle Juden restlos aus jeder Form des Rechtslebens heraus müssen.“ Aus der Wiener Aeußerung des Ministers wird man also schließen dürfen, daß nunmehr eine gemäßigtere Auffassung sich durchgesetzt hat« Zw Stallsök der deutschen Juden Mit Rücksicht auf das akute Stadium, In das heute die deutsche Judenfrage getreten ist und die vielen falschen Angaben, die man ln Sitzungen und auch in der Ocffentlichkeit über die Zahl der deutschen Juden hört, wird es vielen unserer Leser willkommen sein, wenn wir eine s t a - tistische Tabelle über die Zahl der deutschen Juden abdrucken. Das Material ist freilich etwas veraltet, da es sich auf die Volkszählung des Jahres 1 9 25 stützt und sich seitdem einige Veränderungen vollzogen haben dürften. Dennoch glauben wir, daß auch heute dieses Material wichtige Anhaltspunkte bietet. Die Tabelle über die jüdische Bevölkerung in den einzelnen deutschen Großstädten beleuchtet auch praktische Fragen der Gegenwart. So z. B. bekommt die Anzahl der Juden an den höheren Schulen, die jetzt häufig übertrieben dargestellt wird, ein ganz anderes Gesicht, wenn man sie im Lichte der Prozentzahl der einzelnen Städte betrachtet. Es ist ja selbstverständlich, daß in Orten, wo mehr Juden wohnen, auch die Zahl der jüdischen Schüler höher ist, als an Orten, wo keine Juden w׳ohnen. Es wäre also eine objektive Ungerechtigkeit, auch an Orten mit stärkerer jüdischer Bevölkerung die Prozentznhl der an den Schulen zugelassenen Juden nach dem Durchschnitt des ganzen Landes zu berechnen. Nach unserer Meinung wäre der der Regierung vorschwcbende Zweck, die Vermeidung der ״Veriudung“ der deutschen Schulen, am besten dadurch zu erreichen, daß an Orten mit starker jüdischer Bevölkerungszahl der den Juden auch nach den jetzigen Be- Stimmungen zustchende Anteil an höherer Schulbildung durch die Errichtung jüdischer Schulen verringert wird. Abgesehen von der Schuifrage, die freilich das wichtigste derartige Problem danfcllt. ist es aber auch für andere Zwecke wichtig, über die wirklichen Ziffern des Anteils der Juden an der Bevölkerung orientiert zu sein. Jüdische Bevölkerung in Deutschland (Mitte 1925) Lander mnnnl. Jii d absolut wrihl. sehe B insr.es. e v ä 1 k e r u n k pro/enujfi roännl. wejbl. iiisf.e*. 1 2 3 4 5 6 7 Preußen. ci.ivon Provinzen 196 44* 207 821 403 969 1,06 1.06 1.06 Osiprrußen . . , S 404 5933 11 337 0,50 o.st 0,50 Brandenburg 4 181 4 261 8 442 0,33 0.32 0,33 Pommern. V 642 4 119 7 761 0,40 0,43 0,41 Grenzmark .... 1 618 1 819 3 437 1,00 1,07 1,0 3 Nictit rschlesie» . ף20 14 15 748 29 955 0,96 0,95 0.Q6 Oberscldesien . . 8י8 4 5 231 10 069 0.74 0.72 0,73 Sachsen . 4 299 4 04 2 8 \41 0.27 0,24 0.25 Schlesw-Hol«! ein 2 062 2 090 4 152 0,28 0.27 0,27 Hannover .... 7 288 7 607 14 895 0,46 0.47 0,47 Westfalen. JO 491 1L 104 21 595 0,43 0,46 0,45 Hessen-Nassau . 25 314 27 443 52 757 2,19 2,21 2,20 Rheinprovinz . . 28 738 29 485 58 223 0,81 0,80 0,80 Hohenzollern . . 152 183 335 0,44 0,49 0.47 Payern’) . . ... 23 826 (21 817) 25 319 (25 3 46) 49 145 0,67 0,66 0,66 Sachsen . 11919 11333 23 252 0,5 0,41 0,46 Württemberg. . . . 5 146 8 681 10 827 0.41 0,42 0.41 Baden ........ 11398 12 666 24 064 1,02 1.06 1,04 Thüringen. 1830 1773 3 603 0,23 0,21 0222 Hessen . .. 9 748 10 65) 20 401 L49 1,54 1.51 Hamburg ...... 9 679 IO 225 19 904 1,75 1.7 1.73 Mcckl -Schwerin . 584 641 1225 0,18 0,19 0.18 Oldenburg. 723 790 1513 0,27 0,29 0,28 Braunschweig . . . 939 814 1753 0,39 0.31 035 Anhalf.. 554 586 I 140 0,32 0,32 0,32 -- Bremen. 720 788 1508 0,43 0,45 0,44 Lippe. 258 349 607 0,33 0,41 037 Lübeck. 303 326 629 0,49 0,49 0,49 Meckl.-Strelitz . . . 83 99 182 0,15 048 0,16 Waldeck. 216 261 477 0,8 0,91 0,85 Schaum hu!־!!-Lippe 76 104 180 0.33 0.42 0.37 Dc״-!״-hos Rck-h') 274 450 (274 441) 289■ 02 q (289 956) 564 379 | 0,9 0,9 0,9 *) In Klammern Zahlen des Urmaterials. Juden in deutschen Großstädten (Mitte 1925) Stadt Zahl der Jut münnl. uWul, en insßcs. Von 106 Einwohnern wa.־f׳n Juden männl. ueibl. insr.es. I -> 3 4 5 6 7 Berlin ........ 84 216 88 456 172 672 4,56 4,02 4,29 Königsberg ..... 1938 2 111 4 049 1,51 L39 1.45 Stettin. 1 243 I 372 2 615 1,03 1,02 1.03 Breslau ... .... 11 008!2 232 23 240 4,41 3.98 4,17 Magdeburg 1 218 1 L38 2 356 0,87 0,74 0,8 Halle. 630 606 1 236 0,68 0,59 0,6» Erfurt.. . 433 386 819 0.68 0,53 0,6 305 300 605 0,29 0,27 0,2S Altona ....... 1 194 I 215 2 409 1.34 1,26 13 Hannover. ..... 2 636 2M5 5521 1.3 1.31 131 Münster. 296 284 580 0,58 0,51 0,55 Dortmund. 1 038 1 68: 3 820 1,2 1,17 1.19 Bochum.. , 563 559 1 122 0,52 0,54 0,53 Gelsenkirchen . . . 710 731 1 441 0,67 0,71 0,69 Kassel .. 1 319 I 431 2 750 1,64 1,57 1,61 Frankfurt a. M. . . 14 235!5 150 29 385 6,47 6,12 6,28 Wiesbaden. 1434 I 654 3 088 3,21 2,65 3,01 Essen ........ 2 111 2 098 4 209 0,9 0,89 OM Düsseldorf. 2 692 2 4.38 5 130 1,29 1,09 149 Duisburg. 1096 984 2 080 0,79 0,74 0,76 Bannen . 348 373 721 039 0,38 039 hlberielrf. 1 159 f 176 2 335 1.48 131 139 Krefeld ....... 753 873 1 626 1,23 1,25 L24 Mühlheim ..... 305 321 626 0.48 0,5 0.49 Hamborn. 430 388 «18 0,64 0,65 0.65 M -Gl.dbach.... 478 473 951 0,87 0,78 0,82 Oberhausen .... 261 252 513 0,49 0,49 0,49 Köln.. . 8 117 7 976 16093 2,43 2,18 23 Aachen ....... 691 729 1 420 0,95 0,68 0.91 München ...... 5 007 5 061 10 068 157 1,40 1,48 Nürnberg...... 4 304 4 299 8 603 2,31 2,09 249 Augsburg. 595 608 1 203 0,76 0,7 0.73 Ludwigshafen . . . 611 600 1 211 1.21 1,17 149 Dresden. 2 564 2 556 5 120 0.9 0,77 0,83 Leipzig. 6 439 6155 12 594 2,01 1,72 185 Chemnitz. l 459 l 337 2 796 0,93 0,77 0*84 Plauen.. 316 307 623 0,62 0,5 0-56 Stuttgart. Karlsruhe. 2 228 2 320 4 548 1.37 1,29 1-33 1 650 1736 3 386 2 42 2,24 232 Mannheim ..... 3 459 3 513 6 972 2,91 2,73 2,82 Mainz ........ I 320 1 418 2 738 2,62 2,44 1,8 2,52 Hamburg.. 9 612 IO 182 19 794 1,87 1.87 Braunschweig . . . 488 451 989 0,71 0,58 0.64 Bremen.״ . 639 689 1 328 0,45 0,45 0.45 Lübeck. 303 326 629 0.52 0 52 0,52 Großstädte ן insgesamt . . . 164 751 192031 1 376 732 2,33 2,18 2,25 Keine Schuigeldermäßigung für jüdische Schüler. Der Berliner Magistrat hat beschlossen, daß Schulgeldermißigung vom 1. Oktober 1933 ab für Schüler und Schülerinnen, die von jüdischen Eltern oder Großeltern abstammen, nicht gewährt wird, solange ihre Anzahl über den Beteiligung»- satz der Juden an der Gesamtbevölkerung des Deutschen Reiches hinausgeht. Der 1 '11 '־,r wnr.cistcr wird den Zeitpunkt bestimmen, von dem ab die Gewährung von Ermäßigungen nach der Schulgeldstaffelung bei Schülern und Schülerinnen Jüdische( Abstammung .wkdet zulässig ist,