Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 38 (12.5.1933)
- Date
- 1933-05-12
- Page
- Seite 195 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 38, 12. V. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 193 Palästina ־Wirtschaftsblatt Der Arbeitsmarkt in Palästina Ein Brief an die Redaktion Tel-Awiw, 4. Mai. An die Redaktion der ״Jüdischen Rundschau“ Berlin Im Zusammenhang mit den zahlreichen Anfragen, die an uns gelangen, bitten wir Sie um Abdruck folgender Informationen: 1. Der Arbeitsmarkt in Palästina bietet zurzeit Aufnahmemöglichkeiten für Handwerker der verschiedens־ten Art, die ihr Fach gut verstellen. Es werden vor allem Bau- Handwerker der verschiedensten Art gesucht, wie Maurer, Stukkateure, Fliesenleger, Betonarbeiter, Maler, Steinhauer, Polierer usw. Auch für andere Handwerker wie Schuster, Schneider, Klempner, Schlosser, Dreher, elektrische Installateure, Polsterer, Drechsler, Weber, Stricker, Druckereiarbeiter, Mechaniker, Tischler bestehen Aussichten. 2. Es besteht weiterhin die Möglichkeit, Arbeiter in der Landwirtschaft in größerem Umfang unterzubringen, wenn es sich um junge kräftige Menschen handelt, die zu jeder Arbeit bereit sind. Die Verdienstmöglichkeiten dabei sind 20 Pt. (3 Mark) täglich. Auch in der Stadt bietet sich heute für ungelernte Arbeiter Beschäftigung. Auch Handwerker müssen damit rechnen, daß eventuell eine gewisse Zeit verstreicht, che sie in ihr Fach hineinkommen und sich darauf vorberciten, wenigstens gleich nach der Ankunft jede Arbeit zu tun, die sich ihnen bietet. 3. Die Beschäftigungsmöglichkeiten für Mädchen, sowohl auf dem Lande wie in der Stadt, sind geringer als für Männer. Mädchen, die in praktischen Berufen, wie zum Beispiel Haushalt oder Kinderpflege, eine gute Fachausbildung haben, können Beschäftigung finden. Es bestehen Möglichkeiten für gutes Hotelpersonal wie Köche und Kellner. 4. In den akademischen Berufen herrscht bereits heute eine starke U eb e r f i'111 u n g. Für Aerzte und Anwalte bestehen so gut wie gar keine Nieder- 1 a s s u n g s m ö gl i ch k eit e n, wenn nicht eine bedrohliche Senkung des ohnehin nicht sehr hohen Lebensstandards dieser Kreise hervorgerufen werden soll. Anwälte müssen eine Priifung über ihre Kenntnis der Landesgesetze in einer der Landessprachen ablegen, von Aerzten wird zur Erlangung einer Lizenz der Nachweis von £ 1000 Vermögen gefordert. 5. Die Unterbringung von Büropersonal und kaufmännischen Angestellten trifft auf erhebliche Schwierigkeiten. Diese Berufe sind ausreichend im Lande vertreten. Für Einwanderer, die hebräisch beherrsehen, sind die Aussichten sehr viel besser. Freilich ist auch in diesem Falle die Kenntnis einer zweiten Landessprache wie englisch oder arabisch sehr erwünscht. Bei kaufmännischen Angestellten ist selbstverständlich die Kenntnis der Landes- Verhältnisse von Wichtigkeit. Diese Angaben sind selbstverständlich ohne rechtliche Oewähr gemacht. Hochachtungsvoll Hitachduth Oie Germania (Vereinigung der Einwanderer aus Deutschland.) Informationen für Aerzte Von Dr. Felix Dan zig er, Tel-Awiw. In dieser Zeit der jüdischen Bedrängnis ist es kein Wunder, daß ein unter Juden so verbreiteter Beruf wie der eines Arztes vor den größten Schwierigkeiten steht. Aerzte, die sich heute in Palästina niederlassen wollen und als alte Zionisten mit den Verhältnissen Palästinas vertraut sind, erinnern sich wahrscheinlich, seit Jahren gehört zu haben, daß Palästina das a r z t d i c h t es t e Land der Welt ist; daßesaufdne Bevölkerung von 200 000 Juden heute etwa 500 jüdische Aerzte gibt, wird selbst diese zionistischen Aerzte erneut aufhorchen lassen, wo sie selbst daran denken, nach Palästina überzusiedeln. Aerzten, die mit dem Zionismus nie etwas zu tun gehabt haben und die heute daran denken, hierher zu kommen, muß man von vornherein klarmachen, daß sie wenig Aussicht auf gewinnbringende Praxis haben. Denn dafür bringen sie nichts mit, was für einen palästinensischen Arzt Voraussetzung ist: die Verbundenheit mit Land und Menschen und die Bereitschaff zur Herabsetzung des Lebensstandards. Oeffentliche Stelhingen an Krankenhäusern oder jüdischen Institutionen gibt es sehr wenig, und auf diese Steilen gibt es begründete An- Sprüche. Aber auch für unsere zionistischen Freunde liegt die Situation außerordentlich ernst. Daß die Chancen auf Grund der Tatsache der 200 000 Juden gering bleiben müssen, das muß immer wieder betont werden, damit diejenigen, die den Schritt dennoch wagen, nachher nicht andere anklagen, sie hätten sie nicht informiert. Wenn wir heute mit einer größeren Einwanderung rechnen könnten, die auch mir das heute bestehende Verhältnis zwischen Publikum und Aerzten gewährleistete, dann dürfte man ruhig Zusehen; wenn z. B. bei 10 000 Einwanderern 30 neue Aerzte mitkämen, so wäre das noch erträglich. Aber wenn 50 statt 30 kommen, muß Elend herrschen. Die medizinische Fachgruppe der Olej Germania wird in kürzester Zeit ein Verzeichnis sämtlicher jüdischen Punkte mit Angabe der Einwohnerzahl und Zahl der Aerzte herausbringen und jedem anfragenden Kollegen zur Verfügung stellen, damit jeder sich an der Hand der beigefügten Karte und der amtlichen Zahlen selbst ein Urteil über die Möglichkeiten einer Niederlassung bilden kann. Nun wird mancher fragen, ob die Majorität der Einwohner, die arabische Bevölkerung, denn nicht für die ärztliche Betätigung in Frage kommt. Diese Frage kann nur zu einem ganz kleinen Teile bejaht werden. Nur ist es klar, daß es nicht die neu ein wandernden Aerzte sein können, die diese Praxis haben werden, sondern die landeserfahrenen und arabisch sprechenden Aerzte. Die Regierung hat für sanitäre Versorgung des Landes ein Gesamtbudget. das dem allgemeinen Niveau des Landes angepaßt ist, und es ist sehr zu bezweifeln, ob sie geneigt sein wird, statt der vorhandenen sechs oder sieben Regierungsstellen für Aerzte acht oder neun in den künftigen Etat einzustellen. Dagegen ist es wahrscheinlich, daß die hebräische Universit ä t die Möglichkeiten finden wird, einer kleinen Zahl theoretischer Mediziner ein Arbeitsfeld für beschränkte Zeit zu schaffen, nämlich dann, wenn die Hilfsaktion der jüdischen Welt sic dazu in den Stand setzen wird. Besteht nun die Möglichkeit, etwa durch Ncugrünchuig von Kfiaikcn, Sanatori«* Steigerung des medizinischen Komforts eine stärkere An- I Ziehungskraft auf Patienten, Juden und Nichtjuden, auszuüben? I Diese Frage ist zu einem ganz kleinen Teil zu bejahen. Es I ist richtig, daß ein gewisser Teil des ärztlich so verzo- I genen jüdischen Publikums heute immer noch außer Landes geht, um Erholung in Badeorten, um Operationen bei berühmten Spezialisten u. dgl. im Ausland zu suchen. Es besteht also die Möglichkeit, einen Teil dieser Patienten durch großen Komfort oder durch Titel tragende Aerzte von solchen Reisen abzuhalten. Aber wer mit den Dingen vertraut ist, der weiß auch, wie wenig gewinnbringend solche Patienten für den Arzt sind. Hinzu kommt, daß sich jeder übertriebene Komfort hier keinesfalls rentiert. Das wissen diejenigen, die über die moderne Apparatur verfügen. Es gibt auch sehr wenig medizinische Einrichtungen, die in Palästina nicht zu finden wären. Die Einrichtung von neuen Kliniken, Sanatorien u. dgl. ist außerordentlich kostspielig, weil von der Regierung an solche Institutionen gewisse Bedingungen gestellt werden: vor allen Dingen das Vorhandensein eines Bodenareals von 5—6 Dunam. Solch ein Grundstück in den Städten Jerusalem, Tel-Awiw oder Haifa kostet ein Vermögen, so daß ein kleines Krankenhaus von 30 oder 40 Betten in einer dieser Städte nicht unter 6000—8000 Pfund kosten würde. Hingegen harrt die von Dr. Zlocisti seit vielen Jahren propagierte Idee eines großen Sanatoriums auf dem Karmel immer noch ihrer Erfiillung. Unternehmungslustige Aerzte sollen außerdem darüber informiert werden, daß die Errichtung eines großen zentralen Krankenhauses in Jerusalem, von der amerikanischen Aerzteschaft seit vielen Jahren betrieben, in der nächsten Zukunft durchgeführt werden wird, und daß schon aus diesem Grunde neue Gründungen wenig Aussichten haben. Denn dieses Krankenhaus wird für die jüdische Bevölkerung Palästinas alle Anziehungskraft besitzen, die notwendig ist. Jeder ruhige Beurteiler hier und drüben wird der ärztliehen Einwanderung nach Palästina kein anderes Horoskop steilen können, so traurig es auch ist. Ueber die Chancen, die jüdische Aerzte als Ansiedler haben, soll hier nicht gesprochen werden. Aber es ist für den Autor eine beruhigende Feststellung, daß von einem größeren Kreis zionistischer Akademiker, insbesondere von Aerzten, geplant wird, sich landwirtschaftlich anzusiedeln. In solchen entschlössenen Versuchen zu einer Umstellung, die beizeiten eintritt, und nicht erst nach dem Fehlschlagen an sich kleiner Hoffnungen, ist die Erkenntnis zu begrüßen, die mit den kleinen Möglichkeiten Palästinas rechnet. Zum Schluß bemerke ich, daß die Fachgruppe der ״Olej Germania“ gern bereit ist, jedem Kollegen individuelle Auskunft über seine besonderen Wünsche zu geben, nur bitten wir, um Doppelanfragen und Verzögerungen zu vermeiden, sich direkt mit Anfragen an den Schriftführer Dr. Schleuderer, Tel-Awiw, Rechov Harakeweth 8 zu wenden. Zahnärzte können helfen Wir erhalten aus Tel-Awiw folgende Zuschrift: Der Fabrikanten-Verband von Palästina gibt bekannt, daß im Rahmen der praktischen Hilfsmaßnahmen für deutsche Juden die Amerikanische Porzellanzähne-Fabrik in Tel-Awiw eine erhebliche Ausgestajtung ihres Betriebes beschlossen hat. Damit will diese Fabrik, die vor sieben Jahren nach 40jährigem Bestand in Philadelphia nach Palästina verlegt wurde, in erster Linie Arbeitsplätze für deutsche Einwanderer schaffen. Während ihres Bestandes hat die Fabrik nach amerikanischen Patenten Porzellanzähne in so schöner und widerstandsfähiger Ausführung geliefert, daß sie bisher 40 L ä n - der zu ständigen Abnehmern gewonnen hat. Dieser Umstand ermöglicht es ihr, die oben erwähnte Betriebserweiterung durchzuführen, wobei sie sich aber in erster Linie von der gebieterischen Notwendigkeit leiten läßt, Arbeitsgelegenheit für deutsche Juden in Palästina zu schaffen. Wenn, so teilt der Industriellen-Verband mit, auch nur ein großer Teil der jüdischen Zahnärzte und Zahntechniker in allen Ländern mit den Porzcllanzähnen aus Palästina einen einzigen Versuch machen würde, so könnte die Fabrik in Tel-Awiw einige hundert Leute einstcllen, womit die Ein- Wanderung von etwa 1000 deutschen Juden in Palästina ermöglicht wäre. Der Zahnersatz ist eine konservative Praxis, da der ausführende Techniker oder Arzt eine schwere Verantwortung übernimmt. Nur das beste und einwandfrei erprobte Material kann verwendet werden. Wo immer aber diese amerikanischen Zähne aus Palästina versucht worden sind, haben sie sich einführen können. Der größte Export geht nach England, wo bekanntlich die dentistischen Ansprüche sehr hoch sind. Jeder sollte seinen Zahnarzt oder Dentisten auf diese Gelegenheit hin weisen, ganz erstklassiges Zahnersatzmaterial wohlfeil und gut assortiert eiiizukaufen und gleichzeitig dcutsehen Juden dringend benötigte Arbeitsgelegenheit in Palästina zu beschaffen. (Adresse des Industricllen-Verbandes: Tel-Awiw, P.O. B. 297.) Zeitschrift Palästina, Redaktion (i. E.): Adolf Böhm, Wien. In Nr. 3/4 schreibt Dr. Walter Preuß, Tel-Awiw, über ״Die Lehren der Einwanderung des Jahres 1932“. Er zeigt, wie sich der starke Zustrom auf die einzelnen Zweige verteilte, wie die Konjunkturaussichten sind und welche Maßnahmen von der Jewish Agency zu treffen wären. — M. Nemirovski, Tel-Awiw, schreibt über ״Streiks und Aus- Sperrungen in Palästina im Jahre 1931 '32“. Er weist nach, daß entgegen den Uebertreibungen mancher Parteiblätter Palästina im Vergleich mit anderen Ländern sehr wenig Arbeitskonflikte aufweist. — Agr. Josef Weitz, Jerusalem, schreibt über ״Die neuen Formen der Arbeite ran Siedlung auf KKL-Boden“. Er zeigt, daß es in letzter Zeit gelungen ist, Siedler, die nur über Verhältnismäßig wenig Mittel verfügen (bis herab zu 125 Pfd.), auf KKL-Boden anzusiedeln. — Von Regierungsingenieur J. Dawson, Shepherd, werden Ausführungen über ״Bcwässerungsfrage n“ abgedruckt. — Dr. Siegfried Hirsch, R.echowoth, schreibt über ״K 1 e i n t i e r z u c h t“ und deren Bedeutung für die palästinensische Wirtschaft. — Chefgeologe G. S. Blake schreibt über ״Die Mineralindustrie von Palästina und Transjordanien“. Ein Artikel über ״Transjordanien“ orientiert über dieses heute im Vordergrund des Interesses stehende Land. — Nach einem Gedenkblatt. für ״Aaron Aaronsohn“ bringt die ״Rundschau“ eine Uebersicht über die Wirtschaftsläge von Spectatfer, Jerusalem. — ״Nachrichten und Daten“, im Umfang von 30 Seiten, schließen das Heft. Verwaltung: Rudolf Langer Wien XIX., Weimarer Str. 90. Bezugspreis: Oesterreich 14 Schilling; Uebersee 3 Dollar. Honigprodukiion in Palästina Von Robert Blum, Chedera (Palästina). Da es dem Schreiber aus technischen Gründen nicht möglieh ist, all die zahlreichen Anfragen, die jetzt, teilweise unter Bezug auf seinen Artikel ״Honigproduktion“ in der ״J. R.“ Nr. 85 (1932) an ihn gelangen, im einzelnen zu beantworten und da vielfach dieselben Fragen gestellt wurden, soll nachfolgend eine generelle Antwort erteilt werden. Es ist wohl ein Vorteil, wenn man sich zuvor in Europa mit der Bienenzucht vertraut machte. Eine lange Lehrzeit ist auf alle Fälle zu vermeiden. Trotzdem die biologische Eigenart der deutschen Biene der hiesigen beinahe vollkommen gleich ist, muß man sich in der Betriebsart infolge ganz anderer klimatischer Bedingungen allzusehr umstellen, was dem Anfänger gewisse Schwierigkeiten bereitet. Aus diesem Grunde wäre anzuraien und gerade in einem solchen Falle, wo die Auswanderung eine Fest beschlossene Tatsache ist, ohne vorherige Ausbildung liier mit eigenem Betriebe unter verläßlicher Anleitung, für welche gesorgt sein wird, zu beginnen. Dadurch wäre auch eine etwaige Lehrzeit praktisch ausgenützt. Arbcits- resp. Verdienstrnöglichkeit an fremden Bienenstäncien ist im allgemeinen nicht gegeben und dies auch nicht für diejenigen, die bereits über ein Fachwissen verfügen und dies auch für den f all, daß man sich mit Wobnung und Verpflegung als Lohn begnügen wollte. Dies kommt daher, daß alle Produzenten allein arbeiten und nur für die Erntearbeit, die nur einige Tage im Laufe des Jahres in Anspruch nimmt, Hilfsarbeiter beschäftigen. Wie bereits jm früheren Artikel dargelegt wurde, kann man im Laufe des Jahres mit den Bienen verschiedene Blütenregionen ausnützen, da die Bienenstöcke mittels Lastautos oder Eisenbahn leicht transportabel sind. Doch als fester Standort ist die Gegend von Orangenpflanzungen, die die erste Blüte geben, zu wählen, die hauptsächlich in der Umgebung■ von Tel Awiw und in der Kü'tenchenc nordwärts gelegen sind. Eigener Bodenbesitz zum Auf steilen von Bienenstocken ist keine Notwendigkeit, da dieser zu einem mäßigen Preise gemietet werden kann. Es ist ebenfalls nicht nolwendig, in der Nähe des Bienenstandes zu wohnen. Die endgültige Entscheidung über den Niederlassungsort kann wohl erst hier getroffen werden. Die Arbeit an den Bienen gehört wohl zu den physisch leichter! Arbeiten, doch macht sich die Hitze in den Sommermonaten ziemlich unangenehm bemerkbar, da man fm Freien arbeitet. Es ist allerdings möglich, sich dagegen durch Anlage einer absolut nicht kostspieligen Beschattungsvorriehtiiilg zu schützen, wie es vielfach in Südkalifornien geschieht. Es gibt im Lande ungefähr 120 Produzenten, darunter auch einige Frauen, doch wurde von niemandem eine derartige Beschattungsvorrichtung bis beute angefertigt. Unter allen Umständen ist zu vermeiden, Bienen, Bienenstocke, als auch anderes Arbcitsmatcrial mitzubringen, da insbesondere letztere beinahe alle im Lande erzeugt werden und außerdem die in Europa verfertigten für hiesige Verhältnisse zum großen Teile ungeeignet sind. Außerdem sind die hier erzeugten Gegenstände billiger. Die Einfuhr von Bienen ist durch eine Regierungsverordnung ziemlich erschwert und soll auf keinen Fall vorgenommen werden. Auf die Frage, wie viele Bienenstöcke ein Mensch oder eine Familie zwecks genügendem Auskommen anzulegen hat• ten, sei auf die frühere Gewinnberechnung verwiesen, wonach ein Bienenstock 1 engl. Pfund jährlich Reinertrag gibt. Somit wäre aus der Größe des Lehensbedarfes des Betreffenden die Zahl der anzulegenden Bienenstöcke zu errechnen. Die Anlagekosten eines Bienenstockes sind ungefähr 2 Pfund, und somit ist entsprechend der Zahl der einzurichtenden Bienenstocke das notwendige Kapital berechenbar. Bei den jähr* liehen Betriebsspesen von 1,3 Pfund per Bienenstock ist die Eigenarbeit nicht berechnet worden. In! allgemeinen ist im ersten Jahr mit einem vollen Ernteertrag noch nicht zu rechnen. Es sei nochmals darauf verwiesen, daß Eigenarbeit bet der Bienenzucht eine äußerst wichtige Forderung ist und daher nur Arbeitsfähige und Arbeitswillige sich diesem Berufe widmen sollten. Daraus folgert von selbst die Tatsache, daß trotz der hohen Rentabilität nicht an eine bloße Kapitalirivestition ohne persönliche Mitarbeit gedacht sein darf. Zur Frage des Absatzes sei nochmals gesagt, daß hier unter keinen Umständen Schwierigkeiten zu befurchten sind, wenn auch allerdings das Produkt nicht sofort nach der Ernte auf einmal verkauft werden kann, sondern mit einigen Verkaufsmonaten zu rechnen ist. Auf alle Fälle, wird jeweils bis zur neuen Ernte die letzte Ernte verkauf‘. Anlagen in Häusern und Hypotheken Von unserem palästinensischen Korrespondenten Eine Berechnung der aus Mietshäusern fließenden Rente ergibt im Durchschnitt einen Reingewinn von 10 bis 12 0״ des investierten Kapitals. Die Besteuerung städtischer Immobilien (Urban Property Tax) beträgt 15 des Wertes nach Abzug von 20—25 °ö für Ausgaben, so. daß praktisch diese Steuer sich auf 12 °ö beläuft. Neue Häuser sind für drei Jahre von der Urbar! Property Tax־ befreit. Munizipalsteuern betragen in Tel-Awiw 5 °״׳, in Jerusalem 8 0'״. Das Nettoeinkommen aus hinein Wohnhause wird heute für Wohnbauten auf 71/2—11 % kalkuliert. Bei Geschäfts- und Bürohäusern sind die Renten noch höher. Es muß noch bemerkt werden, daß die Enquete, auf der diese Zahlen beruhen, vor zwei Monaten durchgeführt wurde lind daß die Bodenpreise inzwischen eine Aufwärtsbewegung• gezeigt haben. Dagegen ist nach letzten Verlautbarungen die Urban Property Tax jetzt weiter herabgesetzt worden. Die Hypothekenbank in Tel-Awiw hat neue Obligationen herausgegeben, die nicht wie ihre früheren irn Laufe von zwanzig Jahren abgclöst werden, sondern fünf Jahre laufen. Die Obligationen werden mit 6 0',״ jährlich verzinst. Sie sind gedeckt durch erste Hypotheken auf städfisehe Wohnhäuser. Die Häuser können bis zu 60 <>0 ihres Wertes belieben werden, wobei der Kodenwert, obwohl er ebenfalls einen Teil der Sicherheit darstellt, nicht eingerechnet Wird. Die Hypotheken, die als Deckung der Obligationen dienen, werden ebenfalls im Laufe von fünf Jahren abgezahlt. Die Anglo-Palestine Company erklärt ihre Bereitschaft, die Obligationen jederzeit bis zu 90!סי ihres Nominalwertes zu beleihen. Im Zusammenhang mit der Ucberfüllung der Hote 1 s sind eine Reihe von neuen Pensionen in Vorbereitung. Mehrere Gebäude, die speziell für den Zweck erbaut sind, stehen vor der Vollendung. Die meisten sind in Tel- Awiw stationiert.