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Jüdische Rundschau · 1933-04-21 · Heft 32 (21.4.1933) · p. Seite 158

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 32 (21.4.1933)
Date
1933-04-21
Page
Seite 158 (sequence 6)
Language
German
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Seite 158 Nr. 32, 21. IV. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU .... nur Produkte für den eigenen Bedarf int Werte von £ 10—20 jährlich haben. Soweit sie gezwungen sind, sofort an den Ort ilirer Siedlung zu gehen, müssen sie deshalb außer der zur Einrichtung ilirer Wirtschaft nötigen Summe noch mindestens £ 500 besitzen, um davon ihren Lebensunterhalt in den ersten 7—8 Jahren zu bestreiten. Besser ist es, wenn sie noch 1—8 Jahre von ihrem bisherigen Berufe leben und an den Ort der Ansiedlung nur einen unverheirateten und für landwirtschaftliche Arbeit geeigneten Sohn schicken. Dieser wird für seinen Unterhalt in den ersten 7—S Jahren mit einem Zuschuß von etwa £ 250 auskommen. In diesem Falle würden für die Ansicdlung (auf eigenem Roden) £ 050 oder (auf JNF.-Boden) £ 725 genügen. Dasselbe Resultat wird erreicht, wenn die Pflanzung durch eine Pflanzungsgesellschaft angelegt wird. Ir! diesem Falle würden Anlage und Pflege der 10 Dunam Orangen (ohne Boden) £ 500 bis £ 550 kosten. Die Differenz gegen die Kosten der Pflanzung durch ein Familienmitglied (£ 280) beträgt also etwa ebensoviel, wie der Unterhalt des Familienmitgliedes kostet. 3. Arbeitersicdler. Arbeiter, die mehrere Jahre hindurch in Palästina in der Landwirtschaft gearbeitet haben und bereit und imstande sind, den Standard of life eines landwirtschaftlichen Arbeiters für weitere 10 Jahre beizubehalten, in ihrer Wirtschaft alle Arbeit selbst 711 verrichten und außerdem in ihrer freien Zeit als Lohnarbeiter zu arbeiten, sollen auf einer Fläche von 15 Dunam im Anfang 5 Dunam für Orangen und 10 Dunam für Gemüse- und Futterbau verwenden. Die Einrichtung einer solchen Wirt- Schaft kostet: 15 Dunam Boden ä ,£ 15 £ 225 Bepflanzung von 5 Dunam mit Orangen (ohne Bc- Zahlung für menschliche Arbeit) £ 140 Bewässerungsanlage für weitere 10 Dunam £ 75 Haus und Stall £ 115 Umzäunung und Inventar (Kuh, Geflügel, Geräte) £ 45 £ 600. Dieser Betrag verringert sich uni £ 225 auf £ 375, wenn der Siedler den Boden vom J\F. in Erbpacht bekommt. Der Arbeitersicdler braucht, wenn wir den sehr besehe!- denen Standard of life eines jungen palästinensischen Arbeiter* Ehepaares zugrunde legen, außer mietfreier Wohnung mindcstcns £ 60 jährlich für seinen Unterhalt. Seine Orangenpflan/nn!r bringt ihm in den ersten 5 Jahren irients ein. Wolh aber kann er von den 10 Dunam bewässerten Bodens und von seiner Kuh und seinen Hühnern nach einer detaillierten fiereelinnng der landwirtschaftlichen Versuchsstar tion Weizen, Yiehfoher, Gemüse. Milch, Eier im Werte von 25 £־ jür den eigenen Bedarf mul ebensoviel für eien Verkauf erzeugen. Es bleiben ihm dann im Jahre noch mindestens 50 freie Arbeitstage übrig, während deren er durch Lohnarboit hei anderen £ 10 verdienen kann. Damit sind seine Ausgaben gedeckt. Falls der Markt für Gemüse, Milch, Eier beschränkt ist, kann der Siedler deren Erzeugung für den Verkant bis zum Werte von £ 15 jährlich verringern und dafür statt 50 Tage 100 Tage Lohnarbeit leisten. ln den Fallen einer besonders günstigen Lage zum Markte und eines für Gemüsekultur geeigneten^ Bodens ist eine Wirtschaftsform denkbar, bei welcher der Siedler ohne Anpflanzung von Orangen von Anfangan seinen Unterhalt ganz aus den Erträgen von einjährigen Kulturen bestreitet. Nach den Mitteilungen des Herrn J. Wilkanski, Leiters der landwirtschaftlichen Versuchsstation, dem ich ebenso wie seinen Mitarbeitern M. Wilkansky und Kliwaner für viele Informationen verbunden hin, kann ein sclbstarbeitender tüchtiger Siedler auf 15 Dunam bewässerten Bodens in der KüstcncDenc in der Nähe einer Stadt oder Pflanzungskolonie vom ersten lahrc ab aus den Erträgnissen seiner Milchwirtschaff, Geflügelhaltung, Getreide-, Futter- und Gemüseanbau leben. Er würde einen Teil seiner Produkte selbst verzehren und den lleberschuß auf dem nahen Markt verkaufen. Diese Ueberschüsse wurden ihm nach Abzug der baren Ausgaben der Wirtr.chaft eine Barcinnnnme von £ 40 geben, die zusamreen mit den für den Figcngcbrauch dienenden Produkten der Wirtschaft zur Deckung seines lebensunterhaltsausreichen würden, Die Ausgaben zur Errichtung einer solchen Wirt- Schaft würden — ohne den Boden — nur £ 275 betragen. Es bedarf nicht vieler Worte, um zu zeigen, daß dieser W i rt 5 c h a f t s t v ק u s. der den Siedler in seinem Lebensunterhalt von dem Risiko der Orangenkultur und von der Erlangung von l.nlm.irbeit bei anderen befreit, von großt e r Wichtigkeit i s t. Der Siedler würde hier eine Ornngf'npMun/ung von 2 Dunam mir dazu nötig haben, um nr,:h II) Jahren das Darlehen von £ 200 225, das er für die Erd.!’.!•mg seiner Wirtschaft braucht, zu verzinsen und in 25 Jahresraten zurück/u/ahlen. Aber er würde vom ersten lahrc ab alle seine Ausgaben völlig aus den Erträgen seiner Wirtschaft hc'-treifcn. Die zwei Dunam Orangen würde er im laufe der ersten Jahre aus eigener Kraft und fast ohne Barauslagen auf seinem Boden anlegen. Obwohl die Sachverständigen der Versuchsstation überzeugt sind, daß dieser Wirtschaftstypus mit Erfolg verwirklicht werden kann, möchten sie ihn doch erst praktisch erproben, bevor sie ihn allgemein empfehlen. Die Versuchs- Station ist jetzt im Begriffe, einige Wirtschaften dieses Typus anzulcijcn. Dadurch werden nach 2 -3 Jahren genaue Daten über Ausgaben und Einnahmen dieser Wirtschaft verfügbar sein. Weil sie heute noch nicht aus dem Versuchsstadium heraus ist, haben wir sie in unseren Plan vorläufig nicht aufgenommen. IV. Ansiedlungskredite. Fiir die Großkapitalfsten, die einen Großbetrieb anlegen, und für die klcinkapitalis tischen Siedler ist die Bereitstellung von Krediten nicht erforderlich. Wohl aber sollte ihnen der Erwerb von Boden dadurch erleichtert werden, daß eine unter öffentlicher Kontrolle stehende Gesellschaff wie die P. L. D. C. in den Stand gesetzt wird, größere Bodenflächen zu kaufen und sie gegen eine bestimmte Komrnission den Siedlern parzellenweise zu verkaufen. Auf diese Weise wird verhütet, daß die neuen Siedler selbst als Bodenreflcktanten auftreten und dadurch die an sich schon sehr hohen Bodenpreise noch weiter hinauftreiben. Daß diese kapitalistischen Siedler sich auf Nationalfondsboden ansiedein, ist sehr unwahrscheinlich, da der Wert des Bodens nur einen unbedeutenden Teil des von ihnen in ihre Wirtschuft zu investierenden Kapitals ausmacht. Für die mittelständischen Siedler ist außer der Erleichterung des Bodenerwerbs oder der Pacht von Nationalfondsboden auch die Bereitstellung eines Darlehens von £ 260—300 von Wichtigkeit, weil dadurch auch solche Leute, die nicht das gesamte erforderliche Kapital, sondern nur (3 davon besitzen, zur Ansiedlung gelangen können. Für die Arbeitersicdler ist infolge ihrer geringer! eigenen Mittel die Ansicdlung überhaupt nur dann möglich, weil« ihnen sowohl JNF.-Boden als auch ein Darlehen zur Verfügung stehen. Sie können aus eigenen Mitteln höchstens 25 0/0 der zur Ansiedlung benötigten Barauslagen aufbringen. Von den Einrichtungskosten von £ 375 müßte ihnen außer dein 'ö:>dcn also ein Darlehen von £ 280 gesichert sein. 500 Arbeitersicdler haben mit eigenen Mitteln oder mit Krediten der Arbeiterbank und des Nir bereits mit der Vorbereltung der Ansiedlung auf Boden des JNF. begonnen. Außer diesen 500 Arbeiterslcdlcn» gibt es noch etwa 90Q Arbeiter in der Küstcnzone, die durch den JNF. Boden rugesichert bekommen haben, die aber mit der Vorbereitung der Ansicdlung noch nicht so weit vorgeschritten sind wie die übrigen 500. Lage der Siedler nach votier Fruchttragung der Pflanzung. Bei voller Fruchttragung der Orangcnpflanzung, d. h. vom 10. Jahre ab, betragen die Einnahmen aus der Orangen- Pflanzung nach Abzug der Bearbeitungskosten bei einem Preise von 3(4 Schilling־ pro Kiste Einnahmen Brutto Bearbeitung*״ kosten Einnahmen Netto Dunam ah «f Dunam £ £ £ für den kleinkapital. Siedler 2S X120K״t«״X.W525 ,׳ IS x io 250=־ 275 w m Mittelttsndtusiedler 10 X IM - 210 10 x « 150 « m Arbeitersiedler S XI» ״ X 31/, 105 30 ־=6 5 X 75 1. Der kleinkapitalistische Siedler mrt einem Netto״ Einkommen von £ 275 (außer mietfreier Wohnung) kann hiervon auf bürgerlichem Standard leheru 2. Der Mittclstandssiedler hat außer einer Netto-Ein* nähme aus der Pflanzung von £ 150 eine mietfreie Wohnung imd Produkte aus der Wirtschaft für eigenen Gebrauch im Werfe von £ 10—20. Fr hat davon dem JNF. für Rodenp.aeht etwa £ 5 und für Verzinsung (mit 5 4״) und Amortisnfion eines Darlehens von £ 250 ,£ 32 jährlich zu zahlen. Die ihm verbleibenden £ 113 R.areinnahmen ermöglichen ihm ein einfaches Lehen in dörflicher Umgebung. 3. Der Arbeitersiedler hat außer der Einnahme von ,£ 75 aus der Pflanzung noch Einnahmen von £ 25 aus den Nebenzweigen der Wirtschaft. Er hat davon etwa £ 5 dem JNF. für Bodenpacht, ferner fiir Verzinsung (mit 5־d und Amortisiertmg eines Darlehens von £ 2S0 etwa £ 35 jährlich zu zahlen. Die ihm verbleibenden .£ 60 geben ihm zusammen mit den Produkten aus der Wirtschaft fiir Eigenverbrauch im Werte von £ 25 und mit einer mietfreien Wohnung sein Fvistenzminimum. Fr kann es dadurch verbessern, daß er im Laufe der Zeit mit eigenen Mitteln noch einige Dunam seines Bodens mit Orangen bepflanzt. Zusammenfassend läßt sich sagen: t. Der Orangenbau — als Teine Kapitalsanlnge ohne tätige Mitarbeit des Eigentümers — ist infolge der Unsicherheil des zukünftigen Absatzes und der Preisentwicklung für Orangen mit einem gewissen Risiko verbunden. Sollte der Preis unter 3 Schilling pro Kiste ab Baum sinken, so erbringt das angelegte Kapital nicht mehr die heute in Palästina für langfristige Kapitalsanlage üblichen Zinsen von 7-9 0/0. 2. Für selbstarbeiiende Siedler aus dein Mittelstände oder aus dem Arbeiterstamm ist der Orangenhau zusammen mit der Erzeugung von Milch, Eiern, Gemüse für eigenen Bedarf (und bei günstiger Lage zum Markte auch für Verkauf) eine geeignete Grundlage für die Ansiedlung. Der Arbeiter- Siedler ist allerdings bis zur Frucbttragung der Pflanzung auf Nebenverdienst durch Lohnarbeit angewiesen. 3. Die Mindcstkosfer! der Ansicdlung (auf JNF.-Boden) befragen für den Mittelständler etwa £ 1000 oder, wenn er zunächst nur ein arbeitendes unverheiratetes Familienmitglied an den Platz der Ansicdlung schielet und selbst noch 7—8 fahre in seiner bisherigen Beschäftigung verbleibt, £ 725. Die Kosten der Ansiedlung des Arbeitersicdlers (auf JNF.-Boden), der bis zur Fruchttragung seiner Orangenpffanzung. auf Nebenverdienst aus Lohnarbeit angewiesen ist, belaufen sich auf £ 375. 4. Vom 10. Jahre ab beträgt die jährliche Reineinnahme (außer mietfreier Wohnung und Produkten aus der Wirtschaft) beim Mittelständler £ 150, beim Arbeitersicdler £ 100. Diese Einnahme erlaubt beiden Siccilerkategorien einen angemessenen Lebensunterhalt und die 2״oige Amorfisierung und 5°-״ige Verzinsung eines Ansiedlungsdarlehens von £250 beim Mittelständler und £ 280 beim Arbeitersiedler. Textilaussichten in Palästina Einer Artikelserie über industrielle Möglichkeiten in Palästina, die in der ״Palcstine Post“, der englisch-jüdischen Tageszeitung in Jerusalem, erscheint, entnehmen wir folgende Bemerkungen; Die Erfahrung der letzten zehn oder zwölf Jahre speziell in Tel-Awiw hat gezeigt, daß es, bei riehtiger Verbindung von Fachkenntnis, Geld und Untemehmungsgeist möglich ist, an Ort und Stelle eine erstaunlich vielfältige Menge von Artikeln herzustellen, nicht allein fiir den Inlandsverbrauch, sondern auch für den Export. Eine Prüfung der Einfuhrziffem gibt weiter Grund zu der Annahme, daß noch viele Artikel, die bisher importiert werden, hier erzeugt werden können. Freilich wird eine Reihe dieser Güter nur In Verhältnismäßig kleinen Mengen eingefülirt, so daß eventuelle Produktionszweige bloß auf einen Umsatz von ein paar Tausend oder einigen Zehntausend Pfund rechnen und daß daher nur kleine Betriebe mit geringer Investitifion in Betracht kommen können. Aber für die ״M i 11 e I s t a n d s * E i nwa n d c r un g“ mit £ 1000 ist das ia die gegebene Situation. Wahrscheinlich könnte sogar diese Kapitalsumme auf £ 500 gesenkt werden, da es sich in vielen Fällen gezeigt hat, daß solche Ein- Wanderer ganz ansehnliche Werkstätten zu errichten und jeweils ein paar Menschen zu beschäftigen imstande sind. Das ist freilich keine zureichende Antwort für Unternehmer mit größeren Mitteln, fiir die ein so kleiner Umsatz keinen genügenden Anreiz bietet. Eine Ueberpriifung der Imporfziffern zeigt aber auch solchen Einwanderern verschiedene Möglich- Reiten. Wir weisen heute auf einige Ziffern aus der Textil- Branche hin. Das letzte Jahr, über das vollständiges Ziffernmaterial vorliegt, ist 1931. Textilimport nach Palästiria 1931 Baumwollgarne und *fahrikate. £ Baumwollgarn 36 700 Baumwollzvvirn 10 700 Batimwoll-Siückware, grau 64 400 Baumwoll-Stiickwarc, gebleicht 57 600 Batimwoll-SHickware, gefärbt 216 600 Baumwoll-Stückware, bedruckt 10800 Baumwoll-Damast und Gebiki 2 100 Moskitonetze 1800 Andere Baumwollfabrikate 26 700 415 400 Wollgarne und Wollfabrikate. £ Wollgarn 8 700 Wollzwirn 1200 Gewebe, Ganzwolle 66 900 Gewebe, gemischt 39 800 Gewebe, andere Fabrikate _700 Seidengarne and Seidenfabrikate. £ Seidengara 3100 Seidenzwim 1400 Garn, Kunstseide 3 300 Pongee und Sakarota 6700 Seidengewebe, Ganzseide 40600 Seidengewebe, gemischt u. Kunstseide 130100 Andere Seidenfabrikate 13 800 199000 Andere T extilf abrikate. £ Flachs*, Hanf-, Jute- und Leinengarn 1300 Flachs-, Hanf-, Jute- und Leinenzvvim 700 Leinengewebe 7 900 Andere Lcinenfabrikate 3000 Samte und Plüsche 12 300 Andere Gewebe 6900 Decken 5 300 Säcke und Beutel, leer 30 100 67500 Der Gesamtimport in diesen Artikeln war also im Jahre 1031 £ 828800. Mit dem Bevölkerungszuwachs durch die dauernde Einwanderung und dem Steigen des Lebensstandards ist ein weiteres Anwachsen des Verbrauchs zu erwarten. Wir fügen einige Artikel, die in den Importlisten separat anfgeftihrt sind, hinzu: Mäntel € 13 600, Hatta (Kopftücher fiir Beduinen) und Schals £ 30 400, Kleider £ 51400, Unter* klcider £ 18 000. Die Errichtung einer Textilindustrie große* ren Umfangs dürfte in Palästina nicht aut unüberwindbare Schwierigkeiten stoßen. In diesem Industriezweig haben Juden große Erfahrungen und Erfolge. Die ausgedehnte polnische Textilindustrie rings um Lodz ist größtenteils von Juden geschaffen, und es spricht nichts dagegen, daß eine ähnliche Industrie auch hier geschaffen werden kann. Die zitierten Ziffern beziehen sich auf Palästina allein; man muß berück* sichtigen, daß der ganze Mittlere. Osten potentiell als Markt anzuschen ist. Palästina - Orangen nach Kanada Ottawa, 6. April. (J.T. A.) Das kanadische Parlament hat das Budget für das laufende Jahr angenommen. In dem Budget ist die freie Einfuhr von Citrusfrüchten aus Palästina nach Kanada in den ersten vier Mo-, na teil jedes Jahres, also während der Hauptsaison fiir den palästinensischen Citrus-Export, vorgesehen. Die Einführung dieser Bestimmung ist hauptsächlich auf die Unterstützung׳ der bezüglichen Forderung durch den kanadischen Minister*, Präsidenten R. B. B e 11 n et t. der seit jeher warme Sympathie, fiir den Zionismus und das jüdische Aufbauwerk in Palästina bekundete, zurückzuführen. Die Einführung der Vorzugsbcstimmung für den Import palästinensischer Citrus-Früchte ist um so bemerkenswerter, als sic die Ucbcrwindung gewisser durch Verfassung und internationales Recht bedingter Sclnvierigkeiten erforderte. Die Beschränkung der freien Einfuhr aut vier Monate im Jahre mußte mit Rücksicht auf die be* stehenden Mcistbegünstigtmgsverträge erfolgen. Seit 1. Januar 1933 wurden bereits 45 000 Kister! mit palästinensischen Citrus-Früchten nach Kanada eingeführt, achtmal soviel als die Gesamteinfuhr im Jahre 1932 betrug. Man erwartet, daß die Beseitigung des Zolls auf Palästina-Orangen zu einer starken Belebung der Handelsbeziehungen zwischen Kanada und Palästina führen wird. Der Palästina-Export der Tschechoslowakei. Die Wochenschritt ״Der Neue Weg‘• (Brünn) hat eine dem Palästina* Export der CSR gewidmete Sondernummer herausgegeben, in der der tschechoslowakische Konsul in Jerusalem, Dr. Kadlec, die Frage der Handelsbeziehungen zwischen der Tschechosloxvakei und Palästina untersucht. In dem Artikel wird festgestellt, daß Palästina 21,4 0׳״ seiner gesamten Einfuhr aus der Tschechosloxvakei bezieht. Von 23 Millionen Kc. i. J. 1929 ist der tschechoslowakische Palästina-Export i. J. 1930 aut etwa 29 Millionen gestiegen. Dr. Kadlec fordert die tschechoslowakische Exportindustrie auf, sich für den Absatz in Palästina stärker zu interessieren, da die jüdische Siedlungsarhcit eine Knnsmndiclite geschaffen hat, die in keinem Verhältnis zur ziffernmäßigen Bedeutung der jüdi» sehen Bewohnerschaft steht. — In einem redaktionellen Artikcl derselben Nummer wird die Schaffung einer tschechoslowakisch-palästinensischen Handelskammer vorgeschlagen. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Bukarcster Handelskammer, Orghidan, fand am 3. April im Sitzungssaal des Verbandes der rumänischen Handelskammer die Gründtmgsversammlung der rumänisch* pal ästinensisehen Handelskammer statt. Es wurde ein Direktionskomitee gewählt, dem Theodor Orghidan als Präsident, Adolf Bernhardt und Prof. Brancovici als Vizepräsidenten, Dr. A. Mibashan als ehrenamtlicher Generalsekretär und der Großindustrielle Sevcr Herdan als Kassierer angehören. Ein umfassendes Palästina-Handbuch. Als Resultat fast zweijähriger Arbeit im Aufträge der Regierung erschien soeben ״(Zensus of Palestine 1931“, Vol. I. Report, pn. VIII 4- 345, with 44 Diagrams. Vol. II. Tables, pp. VI 4- 595. By Eric Mills, B. A., O. B. E. Das Werk bietet eine ungeheure Summe von bisher schwer oder gar nicht z.ugiingliebem Informationsmaterial. Es wirkt erfrischend, sagt ״Pa* Iestine Post“, in einer ausführlichen, überaus anerkennenden Rezension, nach den Berichten diverser Kommissionen, die viel Phantasieproduktc enthielten, autoritative Zusammenstcllungen kcnncnzulemen. Die Palestine fndustry Bank, die dieser Tage gegründet wurde, steht unter der Leitung folgender Direktoren: Arje Schenkar, B. Goralsky, L. Bloom, L. Glickmann und Emantiel Tovim. Dem Council gehören an: Dizengöff, Suprasky, Berligne, Echtmann, J. Rokach, J. Fagin und M. Tischby. Der Citrus Growers Club in Tel-Awiw hielt seine erste Jahresversammlung ab. Der Hauptzweck dieser Vereinigung ist, die Verbindung der Citruspflanzer, resp. ihrer SpiEzenverbände mit der! Vertretern aller in Frage kommenden Fach- Wissenschaften aufrechtzuerhalten. Auch gesellschaftlich hat der Klub, der unter Vorsitz von J. Gesundheit steht, eine gewisse Bedeutung. Eine Orangen-Sorticrmaschine, von dem bekannten Großpfianzer Paskal (Petarh Tikwa) erfunden, wurde dieser Tage den jüdischen und arabischen Mitgliedern der Citrus Exchange, des Spitzenverbandes der Orangcnpflanzcr, vorgeführt. Die Maschine die einen weiteren Schritt zur Herabsetzung der Produktionskosten und Erhaltung der Konkurrenzfähigkeit der Palästina-Orange bedeutet, fand lebhaften Beifall. Eine neue Fortbildungsschule wurde in Haifa eröffnet. Das Gebäude, das nach dem verstorbenen Gründer von Hadar Hakarme!, Pewsner, benannt wird und Räumlichkeiten für 250 Schüler und eine Bibliothek von bereits 9000 Bänden umfaßt, ist ganz aus eigenen Kräften der Haifaer Juden errichtet worden״ Die Baukosten betrugen 1300 Pfund. 116 900

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