Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 28-29 (7.4.1933)
- Date
- 1933-04-07
- Page
- Seite 141 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 142 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr 28/29, 7. IV. 1933 Palästina ־Wirtschaftsblatt Neue Wege der jüdischen Wirtschaft Von unserem palästinensischen Korrespondenten. gl. Tel-Awiw, 27. März 1933. Die unverändert anhaltende Hochkonjunktur pumpt die ins Land strömenden und hier angehäiiften Kapitalien weiter jn die beiden Hauptkanäle der Investitionen, den Häuserbau und die Zitruspflanzungen. Es scheint, daß auch im Sommer die Baubewegung anhalten wird, da man mit einer nicht unbeträchtlichen Einwanderung rechnet, und die Pfanzungsbewe- 1 gung, von der viele angenommen haben, daß sie ihren Höhepunkt überschritten habe, steigt weiter an. Während im vorigen Jahre 24 500 Dunam neu gepflanzt wurden, wird die Zahl der neu angelegten Dunam in diesem Jahre auf gegen 35 000 geschätzt. Das ist das größte Areal, das je in einem Jahre von Juden unter Plantagen gelegt wurde. Gerade in dieser Hochflut der Orangen- und Häuserinvestitionen mehren sich jedoch die Stimmen, die für die Einrichtung gemischfer Wirtschaften eintreten und die Projekte und Versuche industrieller Betätigung. In der Arbeitersiedlung in der Orangenzone in Judäa und auch bei der Kolonisierung der Ebene von Wadi Chavarith, die zu einem beträchtlichen Teile auf Orangen eingestellt ist, ist man nie so weit gegangen, das ganze zur Verfügung stehende Areal mit Zitrusfrüchten zu besetzen. Es wurde in jedem Falle eine Hofwirtschaft eingerichtet, die Gemüse, Eier, Milch liefern soll, entweder für den Hausbedarf oder auch darüber hinaus zum Verkauf. In diesen Anlagen ist also schon eine gewisse Tendenz zur gemischten Wirtschaft deutlich und an vielen Stellen, wo nicht das ganze Gelände für Zitrusfcmi geeignet ist, werden die anderen Zweige stärker betont und damit der Wirtschaft eine mannigfaltigere Note gegeben. ln letzter Zeit ist das Interesse an der gemischten Wirtschaff, an Betrieben, die nicht wie die Orangenplantagen nur auf eine Kultur aufgebaut sind, sondern sowohl Getreidebau wie auch Gemüse, Eier, Milchproduktion und Fruchthau umfassen, in weiten Kreisen gewachsen. Smilansky, einer der führenden Köpfe unter den Orangenbauern, hat erst kürzlich die Frage nach der gemischten Wirtschaft in vollem Umfang aufgerollt und mit Nachdruck bejaht. Er ist der Meimmg, daß auch de! Mittelstand, der bis jetzt sich auf die Zifruskuituren beschränkt hat, den Weg in die gemischte Wirtschaft wird finden müssen, da er gar keine andere Möglichkeit vor sich sehen wird. Daß die Frage dieser gemischten Wirtschaft heute unter Pflanzern vielfach mit solchem Interesse verfolgt wird, liegt zu einem Teil daran, daß die Frage des organischen Düngers, die für die Plantagen eine wichtige Rolle spielt, in letzter Zeit akut zu werden droht. Bisher war es möglich, organischen Dünger in gewaltigen Mengen von de« arabischen Dörfern zu erhalten, die ihn seit Generationen neben der! Wohnorten aufstapelten und ihn jetzt gut verkauften. Bei dem großen Verbrauch müssen sich diese Vorräte jedoch erschöpfen und es ist schon jetzt häufig nötig, sie über weite Entfernungen heranzuschaffen. Die Produktion organische« Düngers wird also für den Orangenbau eine Notwendigkeit, und daher wendet man sich mit Interesse den Möglichkeiten einer Ausweitung der Viehhaltung zu. Dann werden mit den steigenden Erträgen der Plantagen und der damit sich komplizierenden A bsatzfrage die Gefahren einer Wirtschaft, die sich z!t einem überwiegenden Teile auf eine einzige Kultur aufbaut, deutlicher und es entsteht bei vielen der Wunsch, nicht alles auf eine Karte za setzen und eine Wirtschaft einzurichten, die sich auf mehrere Kulturen ausdehnt, daher elastischer ist und im Notfälle eine gewisse Umstellung erlaubt. Und scldießlich hat man in den letzten zehn Jahren im Lande, vor allem in den vom Keren Hajessod errichteten Siedlungen, eine Fülle von Erfahrungen gesammelt, aus denen man lernen kann. Wer heute eine gcmischte Wirtschaft einrichten will, begibt sich nicht so auf unbekannten Boden, wie es noch vor einem Jahrzehnt unverniedlich war. Man hat in dieser Zeit bestimmte Methoden herausgearheitet, eine Reihe wichtiger Experimente gemacht, man ist zu einer umfassenden Intensivierung der Wirtschaften übergegangen und hat damit für neue Betriebe den Weg sehr viel leichter gemacht. Wenn dennoch der Uebergang von reiner Orangenwirt- Schaft zu gemischten Betrieben heute noch einen recht theoretisehen Charakter hat, so sind die Gründe nicht weit zu suchen. Einmal lockt die heute hohe Rente der Plantage und bestimmt immer neue Kapitalisten zu Investitionen auf diesem Feld. Dann aber ist es sehr viel schwieriger, sich eine gemischte Wirtschaft, also einen Gutsbetrieb, einrichten zu lassen als eine Plantage. Für diese gibt es heute bestimmte Normen, bestimmte Kalkulationen, einen Absalzapparat, es handelt sich eigentlich mehr um eine Industrie und die Unterschiede in Bearbeitung sind nicht so gewaltig, daß sie die Dinge merklieh erschweren. Um aber einen Gutsbetrieb mit Eiern, Milch, Gemüse usw. cinzurichten, dazu fehlt sowohl das fertig ausgearbeitete Schema wie auch die vorgeschriebene Arbeitsmethode. Wenn es sich um die Ansiedlung junger Menschen handelt, die etwas in der Landwirtschaft gelernt haben und die Arbeit selber machen, so läßt sich noch ein Weg finden. Und dieser Weg wird heute nach zehn Jahren Versuchen im Emek und in der Jordansenk« sehr viel einfacher sein als vcZ.c'r. Aber von einer normalen Investition, wo man letzten Endes nicht für seine Arbeit, sondern für sein Geld die Entschädigung bekommt, kann unter diesen Umständen nicht die Rede sein. Vielleicht wird es dazu kommen, daß Einwanderer, die genügend bemittelt sind, ihre Söhne in einer gemischten Wirtschaft ansiedeln, anstatt einen Pardess für sie zu; Lanzen. Das wäre eine Möglichkeit. Vielleicht findet auch hier und da einer einen Gutsleiter, der für ihn einen Betrieb einrichtet. Eine umfassende Siedlung auf gemischt-wirtschaftlieber Grundlage scheint aber heute nur auf zwei Arien möglieh: daß wir genügend nationales Kapital haben (und das erscheint ja heute nichts weniger als wahrscheinlich) oder daß wir bemittelte landwirtschaftlich vielseitig ausgehikiete Siedler bekommen, die diesen Versuch machen. Diese Siedler hätten heute freilich einen ganz gewaltigen Vorteil: sie finden einen aufnahmefähigen inneren Markt für landwirtschaftliche Produkte vor. Der Konsum der Judenheit in Palästina steigt, sowohl durch die Einwanderung wie auch durch die Hebung des Standards. Wir sehen diese Erscheinung unter anderem an der Entwicklung der ״Tnuvah“, jener Kooperative, die die landwirtschaftlichen Produkte aus den Arbeiter- Siedlungen vertreibt. Sie gelangte im letzten Jahre bereits zu einem Verkauf von £ 175 000 und man darf Voraussagen, daß die Aufnahmefähigkeit des Jischuw sich noch steigern wird — wenn nicht ein plötzlicher Rückschlag eintritt. Diese Absatzmöglichkeit ist für den Landwirt natürlich von entscheidender Wichtigkeit und könnte die Perspektiven sehr verbessern. Freilich wäre vermutlich eine solche Ansiedlungsform nicht mit einem so hohen Standard verbunden, wie ihn heute sehr viele der Plantagcnbesitzer fordern. Wo es sich um Großgrundbesitz und billige Arbeit handelt, können die Profite freilich auch auf diesem Gebiete gewaltig steigen. Bei gut bezahlter Arbeit und beschränkten Bodenflächen wird jedoch kaum von einem übermäßig hohen Standard die Rede sein können. Es wird sich zeigen, ob der Mittelstand — mit dem die Kolonisation zu rechnen hat, sobald nationale Kapitalien nicht mehr zur Verfügung stehen ־— gewillt ist, diesen neuen Weg zu gehen, ein neues Arbeitsfeld zu suchen und auf übermäßig hohe Renten zu verzichten. Daß er sich umstellen kann, zeigt das Ansteigen der Orangenkultur. Aber liier gab es eben eine hohe Rente und außerdem eine bestimmte normierte und feststehende Arbeitsform. Ob eine größere Anzahl der neuen Einwanderer auch ihre Lebensform zu ändern willens sind (ihre eigene oder die ihrer Kinder), das bleibt abzuwarten. Palästina - Regierung fördert Genossenschaftswesen C. F. Strick! and, früher Beamter des indischen Zivildienstes, der 1930 im Aufträge der Palästina-Regierung einen Bericht über landwirtschaftliches Genossenschaftswesen erstattet hat (und im Zusammenhang damit auch Vorschläge für die Förderung der jüdischen Kolonisation machte), war jetzt in Palästina, um entsprechende Maßnahmen im Sinne seines Berichtes einzuleiten. Vor einigen Tagen hat er eine Press ekonferenz in Jerusalem nhgehalten, wobei er den Zweck seiner Mission darlegte. Die Regierung, so sagte er, wünscht, eine Genossenschaftsbewegung unter de« Arabern zu fördern, um die ökonomische Lage der Fellachen zu verbessern. Eine solche Entwicklung kann nur langsam vor sich gehen, und es war meine Aufgabe, sagte Sfricxland, den Leiter des Genossenschaftsregisters, Mr. Lowick, in seine Arbeit einzuführen. Strickland äußerte sich überaus lobend über die bereits bestehenden jüdischen Genossenschaften, die der Hilfe der Regierung nur in geriugen! Maße bedürfen. Dagegen brauchen die Araber noch sehr viel Anleitung und Erziehung. Der Hauptteil meines Aufenthaltes, so sagte Strickland, war der Ausarbeitung einer entsprechenden Gesetzgebung für Genossenschaftswesen gewidmet. Auf die Frage, warum er, wie aus seinem Bericht ersichtlich, ein Gegner von Agrarbanken sei, erklärte Strickland, nach seiner Erfahrung sei eine Agrarbank sehr häufig gerade tür den kleinen und weniger gebildeten Bauer nur schädlich. Fiir langfristige Anleihen müsse Vorsorge getroffen werden, ohne eine große und kostspielige Institution zu schaffen. Auch hierüber habe er Vorschläge erstattet. In einer Veranstaltung des Rotary-Clubs befürwortete Strickland die Errichtung■ eines R 11 n d f u n k s c n d e r s in. Palästina, der dazu verwendet werden soll, den analphabctischen Fellachen Belehrung für die Verbesserung ihrer!andwirtschaftlichen Arbeiten zu geben. Da die Leute nicht lesen können, sei dies der einzige Weg, an die Menschen heran/«- kommen, und die Regierung könne auf diese Weise auch politische Informationen dem Volke und sogar den Beduinen übermitteln und verhüten, daß falsche Gerüchte חוס sieh greifen. Palästina -Wirischafisnachrichien I!1 Jaffa baut zurzeit eine Jerusalemer Gesellschaft auf einem 13 000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der deutschen Kolonie, der Mustakim-Strnßc und der King George Avenue ein neues G e s c h ä f t s v i c r t c 1, das insgesamt 400 Läden und Lagerräume umfassen wird. Etwa die Hälfte davon soll, der Zeitschrift ״Palestine and Midie fräst" zufolge, in 2—3 Monaten fertiggestellt sein. Inzwischen ist diesen Bauarbeiten der letzte Rest des Gürtels von Orangengärten, der früher die deutsche Kolonie umschloß, zum Opfer gefallen. Nach Nazareth und Akko hat nunmehr auch die arabische Stadt Ramie mit dem Rutenberg-Konzcrn einen Vertrag über Stromlieferung abgeschlossen. Der Bau der Petroieumleitung der Irak Petroleum Co. ist auf der Teilstrecke Mefrak—•Jordan (200 km) beendet. Mit dem Bau der Strecke Jordan-Haifa soll im Mai begonnen werden. Für die Endstation in Haifa hat die Gesellschaft in England 14 Speichertanks von je 4200 Tonnen Fassungskraft bestellt, die auf dem ihr von der pnlästitienmsehen Regierung überlassenen Grundstück von 5 km Länge an der Akkobucht aufgestellt werden sollen. Die Kosten dieser Tanks allein belaufen sich auf 160 000 Pfund. Nach einer am 9. März 1933 in der ״Paiestine Gazette“ veröffentlichten Verordnung soll künftig in jedem Vierteljahr durch den Ständigen Ausschuß für Handel und Industrie bestimmt werden, welche Mengen von gewissen Importart 1kein im kommenden Vierteljahr nach Palästina cingefiihrt werden dürfen. Es handelt sich dabei zunächst tun alle Arten von Mehl, sowie tim Grieß, Roggen und Weizen, sodann um iinraffiniertcs Olivenöl, Oclsätire und Abfallöle. — Die Einfuhrbeschränkungen, die durch den Ständigen Ausschuß fiir Handel und Industrie vorgenommen werden können, gelten nicht, falls die vorgenannten Produkte in Syrien, I.ihanon oder Transjordanien hergestellt, bxw. verarbeitet worden sind und von dort cingefiihrt werden. Für den deutschen Import ist die neue Regelung von Wichtigkeit, insoweit Roggen und Oelsäurc in Betracht kommen. Bekannte Führer des Jischuw aus Jerusalem und Tel- Awiw haben ein Komitee gebildet, das sich die Aufgabe gestellt hat, den Ausbau der heute vernachlässigten und rerfallcncn Stadt Safed, die in früheren Zeiten im jüdischen Leben eine große Rolle gespielt hat, zu einer modernen Stadt in die Wege zu leiten. Direkte Telefonverbindong Palästina-Deutschland Das erste Probegespräch. Zwischen Palästina und Deutschland wurde eine direkte Tclcplionvcrbindung geschaffen. Das erste Probe* g-espräch auf der neuen Linie erfolgte am Dienstag, dem 4. April, 10 Uhr vormittags, zwischen dem Hauptbüro der Palestine Telegraphie Agency (Palästina-Abteilung der Jüdischen Telegraphen-Agentur) in Jerusalem und dem Büro der Jüdischen Telegraplicn-Agcntur in Berlin. Die Palästimensische Telegraphen-Agentur übermittelte einen Gruß an die europäische Presse im allgemeinen und die europäischen Büros der JTA. im besonderen, sowie den aufrichtigen Wunsch nach friedlicher Entwicklung Deutsch* lands und harmonischer Einfügung der jüdischen Bevölkerung Deutschlands i!1 das Staatsganze. Die Verständigung bei dem zwischen dem Jerusalemer Chefredakteur Gerson Agronskv und dem Leiter des Berliner JTA.-Büros geführten Probegespräch war ausgezeichnet. Die Freigabe der neuen Linie sowie der gleichzeitig geschaffenen direkten Tclcphonvcrbindungen mit London, Paris und Rom für den allgemeinen Verkehr erfolgt am 7-. April. _ Die Belieferung mit elektrischem Strom in Palästina 1. Jerusalem und der Jerusalemer Distrikt. (Jerusalem Electric & Public Service Corporation Limited.) Wechselstrom: Lieferung: 380 Volt, 3 Phasen, 50 Perioden, 220 Volt, 1 Phase, 50 Perioden. Maximaibelastung bei einem Phasenstrom 2M KW. Motoren: 1(1 .ir/sehlullinotoren, zulässig bis 10 PS. Einphasige Motoren, zulässig bis 2'/״ KW. Alle Motoren über IM PS. müssen einen Stcrn-Dreicck-Schalter oder einen Widerstandsanlasser haben. Der Anlaßstrom von Motoren über 1 (4 PS. soll nicht den doppelten Vollast- Strom überschreiten. 2. I n d e 50C Perioden! ' Nennleistung 1 KW. Moto lässig mit e h r 1 g e n Lande Ltd.) Stromliefer ) Volt Finphasen-V besondere Fliehkraft-Riemenscheibe hat, welche das Anlaufen unter Last verhindert. In Landwirtschaftlichen Gegenden sind Kur/schlußmotoren bis 15 KW. zulässig. Kurzschlußmotoren in Städten größer als 7,5 KW. und in Landwirtschaftlichen Gegenden größer als 15 KW. sind zulässig mit einer Anlaß- Vorrichtung, welche den Anlaßstrom in den Grenzen des 1,6 fachen Nennstromes halten wird. Die Elektrifizierung Jerusalems. Vor einiger Zeit hat in Jerusalem die dritte ordentliche Generalversammlung der ,,Jerusalem Electric and Public Service Corporation" stnttgefunden, die Jerusalem und einen gewissen Umkreis der Stadt mit Eiektri/ität versorgt. Der Jerusalemer Direktor des Unternehmens, Mr. L. le Bouvier, wies in seinem Bericht darauf hin, daß das abgelaufene Geschäftsjahr das erste gewesen ist, in welchem die Anlagen der Gesellschaft in eigener Regie betrieben worden sind, da während eines Teiles des Vorjahres die Elektro- Station noch durch einen Pächter betrieben wurde. Der Refereut erklärte ״.■icrtlrücklich. daß Palästina von der schweren W e 11 w i r s c h a f t s k r i s e bisher nicht betroffen worden sei, und daß unter diesen Umständen auch die Gesellschaft stetige Fortschritte in ihrer Entwicklung habe machen können. Wahrend des BerichPjahres ist dement- Meilen Luftleitung- und 23 englische Meilen Erdkabel erweitert worden. Die Anzahl der angchlossenen Elektrizitiitsverhraueher geht jetzt über 4300 hinaus, cs gehen aber dauernd neue Anträge auf Lieferung von Licht mul Kraft bei der Genoch we״en der’Gewährung''von Sondert,irifen verhandelt. Im Berichtsjahre wurden die Ortsteile Betli Jnlah, Beth Hakerem, Abu Tor, Bajith we-Oan und Giwath Schani an das Lichtnetz der Gesellschaft angeschlossen. Die Ausdehnung des Anschlußnetzes auf Kerem Abraham, Martine I(■11110,1 und Römern:! befindet sich i!1 Arbeit. Die Straßenbeleuchtung in Jerusalem ist Die neue Krabnu'age, die im laufe des Berichtsjahres in Betrieb genommen worden ist, arbeitet zufriedenstellend. Ls Shilling ei״״ weiteren' AnlVue verhandelt.*1' Ini laufenden Sommer lag die Spit/enbelashmg'um lß '■'» I,,d1 er als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die voraussichtliche Steigerung wird es aber notwendig machen, schon für den Winter 1933/34 eine weitere Kraftanlage in Reserve zu haben. Was die geschäftlichen Aussichten aniangt, so besagt der Bericht, daß in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres der Umsatz wesentlich größer gewesen sei, als in der gleichen Zeit des Vorjahres, und daß das Gesamtergebnis, wenn nicht ganz besonders ungünstige Verhältnisse eintreten würden, mindestens so gut sein werde, als im vergangenen fahr. Die Gesellschaft hat im Berichts- ן ah r eine Zwischen-Dividcndc von 7 "'0 auf die Vorzugsaktien am 1. Oktober 1931 ausgezahlt und eine Schlußdividente in gleicher Höhe am 31. März. Das ausgegebene Kapital umfaßt zur Zeit 192 000 Vorzugsaktien und 128 000 Stammaktien. Mangel an Hotels Jerusalem, 2. April. (J. T.A.) Infolge des außerordent* lieh gesteigerten Touristenverkehrs und der großen Anzahl in Palästina eintreffender Immigranten hat sich ein empfind• lieber Mangel an UnterkunHsrriöglichkeiten fühlbar gemacht. I~)ie jüdischen Hotels in Jerusalem, Tel- Awiw und Haifa sind hei weitem nicht in der Lage, den erhöhten Verkehr zu bewältigen. Die Zimmerpreise sind aut mehr׳ ais das!doppelte gestiegen. Wie die J. T. A.■ erfährt, werden gegenwärtig vom Stadtrat von Tel-Awiw Verhandlungen mit einem amerikanisch-jüdischen Finanzier zwecks Errichtung eines großen Hotels am Strande von Tel-Awiw, wo die Stadtgemeinde ausgedehnte Grundstücke besitzt, geführt. Die Stadtgemeindc ist bereit, jedermann Grundstücke zu besonders günstigen B e d i n - gungen zwecks Errichtung eines Hotels zur Verfügung zu stellen unter der Bedingung, daß die Zimmerpreise der städtischen Kontrolle unterliegen.