Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 27 (4.4.1933)
- Date
- 1933-04-04
- Page
- Seite 135 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 27, 4. IV. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHAU Seite 135 Der Antisemitismus und die Lösung der Judenfrage Von Ernst Hoffmann. Zu Herzls Zeiten wie heute werfen ihre jüdischen Gegner den Zionisten immer wieder vor, daß sie im Grunde genommen nicht anders handeln als die Antisemiten: sie geben das Bestehen einer Judenfrage zu und wollen diese in einem eigenen, außerhalb des Wirtsvolkes liegenden Bereich lösen. Zionisten hinwiederum werden durch die Erkenntnis, daß sich der moderne Antisemitismus in mancherlei Hinsicht als eine Folgeerscheinung der jüdischen Assimilation entpuppt, des öfteren zu der Annahme verleitet, die Abkehr von der Assimilation, die Bemühungen um eine zionistische Endlösung und die innere Rückkehr zum Judentum als nationale Zwischenlösung könnten den geschichtlichen Vorgang einfach umkehren, den Antisemitismus eindämmen und innerhalb gewisser Grenzen einen allmählichen Ausgleich herbeiführen. In der Tat vernimmt man hier und da auch nichtjüdische Stfmmen, die eine solche Auffassung zu bestätigen scheinen, liebereinstimmend wird also, in mittelbarer oder unmittelbarer Form, die Vermutung geäußert, daß in antisemitischen Kreisen eine gewisse Geneigtheit vorhanden sein dürfte, einer Neuregelung der Beziehungen der Juden zu ihrer Umwelt in zionistischem Sinne entgegenzukommen. Es ist ein Gebot des Augenblickes, nach einem! Wege Ausschau zu halten, der aus der Sackgasse der Vereinzelung und des Angefeindetseins herausführt, in die sich eine ihre naturgegebenen Grenzen verkennende Sehnsucht nach Gemein- Schaft und Brüderlichkeit so unheilvoll verrannt hat. Es darf daher eine Ueberprüfung der hier ausgesprochenen Vermutung, die vielleicht eine freie Sicht erschließt, auch nicht unterlassen werden. Zu diesem Behüte erscheint es zunächst notwendig, den hinter der ausgedehnten Fassade seiner Aeußerungen in Wort und Schrift verborgenen Willen des Antisemitismus zu erkünden. Man wird finden, daß dieses Wort zur Bezeichnung von zwei Haltungen angewandt zu werden pflegt, die in bezug auf die hier gestellte Frage ganz und gar wesensverschieden sind. In der einen Gruppe scheinen Gcfühfsmomcnte nur eine sekundäre, manchmal sogar überhaupt keine Rolle zu spielen. In ihren vorliegenden Zeugnissen, denen die ״Jüdische Rundschau“ seit jeher eine verdiente Beachtung geschenkt hat, gelangt als primärer Beweggrund zur judenfeindlichen Haltung die Sorge uni das eigene Volk zum Ausdruck, dessen wirkliche oder vermeintliche Interessen durch die geschichtlich gegebene Symbiose mit einem Teil des jüdischen Volkes für bceinträchtigt erachtet werden. Die Verfechter dieses Antisemitismus legen oft Wert darauf, zu betonen, daß ihre Feindschaft nicht über den Raum hinausreicht, in dem der Kreis des jüdischen Volkes den seines Wirtsvolkes überschneidet. Zu erkennen ist an einem Querschnitt durch diese Richtung ein Suchen nach Verständnis des jüdischen Wesens und der jüdischen Lage; fallweise die Einsicht, daß den aus einer bestimmten Stellung verdrängten Juden eine andere als Ersatz cingeräumt werden muß, und mitunter auch Klarheit darüber, daß die Judenfrage nur in zweiter Linie eine Frage der nicht jüdischen Weit, Sn erster Jedoch eine jüdische Frage und daher nur von den Juden selber, niemals aber gegen ihren Willen zu lösen ist. — Eine mehr oder minder gerechte Würdigung des Zionismus, seiner nationalen und geistigen Bestrebungen, und des religiösen Judentums bilden hier durchaus nicht die Ausnahme, Dieser ״rationale“ Antisemitismus unterscheidet sich nicht wesentlich von den Feindschaften anderer Völker mit gegensätzlichen Interessen; der Versuch, zwischen diesem und den Juden einen friedlichen Ausgleich zu schaffen, darf trotz den durch die Einzigartigkeit des Sonderfalles bedingten Schwierigkeiten nicht von vornherein als aussichtslos abgetan werden. Eine Lösung, die nicht beide Teile unbefriedigt läßt, wäre zwar in der Diaspora niemals zu gewärtigen, wohl aber ein bestmöglicher Zwischenzustand. Der hier angedeutete Weg wird gangbar, insofern die rationale, vom nationalen Egoismus bestimmte Haltung innerhalb des Antisemitismus sich äurchzusetzen vermag. Das innerantiseroitische Kräfteverhältnis kann nicht genau abgcschätzt, seine Wandlungen können nicht vorausgesagt werden. Vor einer Ueberschätzung der rationalen Haltung muß jedoch nachdrücklich gewarnt werden, zumal sich mehrere Einflüsse geltend machen, die Fehlschlüsse dieser Art begünstigen: der Optimismus der Juden, die Uebernahme der rational-antisemitisehen Beweisführung seitens der nichtrationalen Richtung, schließlich die jüdische Neigung, alles Irrationale auf rationale Formeln zu bringen. Im Irrationalen wurzelt aber zweifelsohne die andere antisemitische Haltung, in der als das Primäre ein seelischen Urtiefen entquellender metaphysischer Haß erscheint, der sich wohl — mit Hilfe der erwähnten geistigen Anleihen — ins Rationale zu übersetzen, in logischen Formen auszudrücken sucht, doch ohne seine Herkunft jemals zu verleugnen. Von irgendeinem Interessenausgleich zwischen Juden und Juden haß kann nicht die Rede sein, ist doch der irrationale Antisemitismus jederzeit bereit, die schwersten Opfer sich selber darzubringen und die vernunftgemäßen Interessen des eigenen Volkes wissentlich und willentlich außer acht zu lassen. Man könnte über die Schäden, die sich die Völker durch antisemitische Maßnahmen zugefügt haben, Bände schreiben, ohne auch nur im geringsten vorbeugend oder abwehrend zu wirken. Im Irrationalen herrscht eine eigengesetzliche Logik, die im vorliegenden Falle wahrlich nicht der Verständigung dient. Es bleibt noch die Aufgabe übrig, die mittelbaren Verständigungsmöglichkeiten im Bereiche der Tatsachen zu überprüfen; zumal da eine aus dem Religiösen ins Weltliche verpflanzte Meinung, ein unter den Juden sehr verbreitetes nationales Gegenstück zur sozialistischen ״Verelendungstheorie“, dahingeht, daß sich aller Antisemitismus — wider Absicht — zur Stärkung und Erhaltung des Judentums auswirke. Es ist also zu erwägen, ob nicht ein ungewollter Gleichlauf jüdische und feindliche Kräfte denselben Zielen zuzustreben zwingt. Als wesentliches Moment ergibt sich, daß der irrationale Antisemitismus niemals aus seinen Lehnargumenten, sondern nur aus dem Mythos seiner Rassentheorie, aus dem Ahriman-Mythos des Judentums, zu verstehen ist, von welchem aus er selber das Phänomen des Judentums erfassen zu können meint. Während der rationale Antisemit den Juden aus der Gemarkung des eigenen Volkstums zu verdrängen sucht, die jüdischc Eigensphäre hingegen zu achten bereit ist, erscheint dem Irrationalen von seinem mythischen Standpunkte aus ein Angriff auf diese Eigensphäre als das Dringlichste. Wohl wird auch er von dem ״zersetzenden kulturellen Einfluß“ des Juden, von dessen ״Wurzellosigkeit“ oder von dessen ״politischem Radikalismus“ reden; in seinen Handlungen wendet er sich aber vor allem gegen den politisch loyalsten, in seinem Eigenwesen wurzelnden, sich von den Tummelplätzen fremdvölkischen Kunst- und Literaturschaffens fernhaltenden religiösen Juden und auch gegen die Erscheinungsformen des modernen jüdischen Nationalismus. Wann und wo immer sich der Haß freie Bahn zu schaffen vermag, richtet er sich vorerst gegen die Synagoge, gegen das Schächten, gegen die jüdische Gasse, gegen die in ihrer äußeren Erscheinung und ihrer Sprache volkstreuen Juden: er zerstreut diese in nichtjüdische Wohnviertel, zwingt sie zur äußeren und inneren Assimilation; entwurzelt sie, indem er das Festhalten am Althergebrachten mit stets schwerer und untragbarer werdenden Opfern verbindet. Auch in wirtschaftlicher Hinsicht wird der Jude immer wieder entwurzelt: der Haß der Umwelt gegen die ״jüdischen“ Berufe läßt die Juden, da fast jede Generation aus dem väterlichen Beruf gejagt wird, zu ״Nomaden der Wirtschaft“ werden, ohne Standesbewußtsein, ohne Wurzeln. Das jüdische Kapital wird zur Anonymität, zum Aufsuchen von immer abstrakteren Betätigungsfeldern gezwungen. Auf die Frage, ob der irrationale Antisemitismtis fähig und willens ist, die Judenlrage zu lösen, gibt die hundertjährige geschichtliche Erfahrung eine ganz eindeutige Antwort, ln dieser Zeitspanne hat der irrationale Antiscmitismus seinen Namen und seine Beweisführung öfters gcwechselt; an seinen Grundtendenzen hat sich nichts geändert. Vor etwa einem Jahrhundert wollte diese Haltung die in der Form der Gleichberechtigung gedachte Lösung der Judenfrage jener Zeit verhindern und warf damals den Juden vor, sie seien zu ungebildet, zu kulturlos, zu sprach- und volksfremd, wirtschaftlich zu unbedeutend und unfähig, um der Gleich- Berechtigung teilhaftig zu werden. Dank diesen Anwürfen und einem allzu willfährigen Assimilantentum setzt anstatt einer natürlichen, allmählichen, eine forcierte Assimilation ein: die Juden machen nach allen geforderten Richtungen hin ungeheure Anstrengungen, um sich gemäß den Ratschlägen ihrer Feinde zu ״bessern“, um die Gleichberechtigung zu ״verdienen“. Die Söhne und Enkel der Hausierer und Handwerker erobern sich Stellungen in den ersten Reihen des Großbürgertums; sie werden Schriftsteller und Künstler, Sprachgelehrte und Literaturforscher der von den Großeltern kaum geradebrechten Sprachen; sie überfluten die Gymnasien und Universitäten, die akademischen Berufe mit dem Erfolge, daß der irrationale Antisemitismus aus der durch die Erfül- Iung seiner eigenen Forderungen herbeigeführten, in einer ungemeinen Verschärfung der Judenfrage gipfelnden Sachlage einen weiteren Rechtstitel zum Fortschreiten auf dem einmal eingeschlagenen Wege schöpft. Der irrationale Antisemitismus assimiliert und entwurzelt die Juden, hält Ihnen dann ihre Assimilation und Wurzellosigkeit vor, und rechtfertigt aus diesen Erscheinungen sein eigenes Vorgehen; er steigert die Assimilation und steigert sich an der Assimilation. In der Bahn dieser endlosen Schraube bewegt sich auch die neueste, durch die scheinwissenschaftliche Gestaltung des uralten Judenmythos gekennzeichnete Abart des irrationalen Antisemitismus. Dieser wird wohl niemals anerkennen, daß der Jude Sprache und Kultur seines Wirtsvolkes beherrscht, wird aber dies von ihm, wie es zahlreiche osteuropäische Beispiele• aus der Nachkriegszeit beweisen, nichtsdestoweniger ford e r n; seine Handlungen richten sich nicht in erster Linie gegen die ״Polen und Rumänen mosaischen Glaubens“, nicht gegen die fremdvölkischen ״Vortrupps“ von einem Assimilationsmasochismus verfallenen Juden, sondern gegen das echtjüdische Leben. Auch das Rassenprinzip gebietet der Assimilation keinen Einhalt: es fördert letzten Endes den Hang der Assimilation zur Mischehe und iäßt diese Richtung in eine Mimikry ausarten, die auch kosmetische Operationen nicht verschmäht. — In der Wirtschaft werden die Juden durch Sondermaßnahmen von einer abnormen Lage in eine andere, womöglich noch abnormere gedrängt; die Assimilation wird hier zur Flucht vor dem Hungertode. Nichts liegt aber dem irrationalen Antisemitismus ferner, als etwa unter Ablehnung aller Zwischenlösungen die zionistische Endlösung zu fördern. Als vor einigen Jahren schwere Unruhen das jüdische Aufbauwerk in Erez Israel gefährdeten, da ging ein einziges Frohlocken durch die Presse dieser Riehtung; man kann nicht behaupten, daß ihr gehässiger Ton sich seither auch nur im mindesten geändert hätte. Auf diese Weise behauptet zwar der irrationale Antisemitismus, die Juden verdrängen zu wollen, in Wirklichkeit versperrt er aber ihre einzige Rückzugsiinie und treibt die Judenfrage, deren Lösung er anzustreben vorgibt, immer mehr auf die Spitze. Im irrationalen Antisemitismus scheint eine Tendenz zur Dauer, zur Selbstverewigung vorzuwalten, die jegliches Bemühen um die Lösung der Judenfrage ausschtießt; der. Judenhaß findet immer frische Nahrung in der Assimilation, die er erzeugt, bis schließlich eine Assimilationsform ohne Ecken und Kanten zustande kommt, an der er abgleiten, in Verachtung hinübergleiten muß. Diese Form sichert den irrationalen Kräften ein unterirdisches Flußbett, aus dem sie jederzeit zutage treten können. Zur Lösung der Judenfrage wird nur der ״rationale“ Antisemitismus beitragen. Die Lösung selber ist Aufgabe des Zionismus; sein Werk darf auf die Unter- Stützung aller Völker und Staaten rechnen. Das jüdische Volk bietet für diese Hilfe seinen Freunden Treue und Dank an; allen anderen Mächten eine billige Gegenleistung: die Lösung ihrer Judenfragen. Offene Tflr fn Transfordanfen Amman, 2. April. (J. T. A) Das trans jordanische Parlament hat in seiner am 31. März abgehaltenen Sitzung mit 13 gegen 3 Stimmen ein von der Opposition eingetrachtes Gesetz, durch das der Verkauf oder die sonstige Ueberlassung von Grund und Boden an Ausländer verboten werden sollte, abgc leb nt. Der Vertreter der Regierung hatte beantragt, die Beratung des Gesetzentwurfs auf die nächste Session zu vertagen und so das Problem offen zu lassen. Die Mehrheit bestand jedoch auf sofortiger Abstimmung und gab damit zu erkennen, daß sie eine Politik der offenen Tür gegenüber den Juden wünsche. Die Politik Emir Abdullahs hat durch diese Abstimmung einer! entscheidenden Sieg errungen. Flüdiilinge fn Holland und der Schweiz Das eidgenössische Justiz- und Polizeifremdenamt hat den Kantonen über die fremdenpolizeiliche Behandlung der aus Deutschland in die Schweiz einreisenden Juden An• Weisungen erteilt, in denen betont wird, daß Ausländern in der gegenwärtigen Zeit ein vorübergehender Aufenthalt in der Schweiz nicht verwehrt werden solle. Es könne sich aber im Hinblick aut die Lage des schweizer!־ sehen Arbeitsmarktes und die bereits bestehende Ueberfremdimg des Landes nur um eine vorübergehende Zuflucht ohne Ausübung einer Erwerbstätigkeit handeln. Die ״Frankf. Zig.“ meldet aus Amsterdam vorn 1. April: Gestern ist eine große Anzahl jüdischer Re i - sender aus Deutschland hier eingetroffen. Am Zentralbahnhof war ein jüdischer Hilfsdienst eingerichtet Während die überwiegende Mehrzahl der Ankömmlinge in Hotels Unterkunft fand, war für einige Dutzend unentgeltlieh Privatquartier zu haben. Einige hundert Personen h3ben sich mit der Bitte um Hilfe an den Ausschuß gewandt. ♦ Belgrad, 29. März. fJ.T. A.) Der jugoslawische Außenminister Jeftic erklärte einer aus Vertretern der sephardischen und aschkenasischen Judenhcit zusammengesetzten Delegation, die ihn bat, jüdischen Flüchtlingen aus Deutschland in Jugoslawien das Asylrecht zu gewähren, Jugoslawien werde die Einreise deutscher Juden nicht verhindern. Tcl-Awiw, 20. März. (J. T. A.) In einer Vcrsammlung erklärten der Bürgermeister von Tei-Awiw, Mayer Di/engoff, und der Obcrrabb. der Stadt, UzicI, das jüdische Palästina sei bereit, jüdische Flüchtlinge aus _ Deutschland aufzunehmen. Eine in diesem Sinne gehaltene Entschließung wurde der Palästina-Regierung überreicht. Boykott -׳ Aktionen in Oesterreich Wien, 31. März. (J. T. A.) Die österreichischer. Nationalsozialisten haben einen Aufruf zum Boykott der jüdischen Geschäfte erlassen. Der Aufruf enthalt eine detaillierte Anleitung zur Durchführung dieses Boykotts. Zur Organisierung des 'Boykotts wurde ein spezieller Apparat unter Leitung des nationalsozialistischen Handels- und Oewerberinges für Oesterreich geschaffen. Das Publikum, wird aufgefordert, sich in Fällen, in denen die. Zugehörigkeit eines Geschäftsinhabers zum Judentum zweifelhaft ist, an die in den Braunen Häusern eingerichteten Boykott-Büros um Aufklärung und Weisung zu wenden. Jedem nationalen Deutsch-Oesterreicher wird auf Grund des dort vorhandenen Berufskatasters für die gesamte jüdische Bevölkerung Auskunft erteilt werden. Die nationalsozialistischen Blätter, welche als erste diesen Aufruf zum Boykott der Juden veröffentlicht haben, wurden von der Wiener Staatsanwaltschaft und Polizei konfisziert. Die Spaltung der Revisionisten Der Landesvorstand der Zionisten - Revisionisten in Deutschland teilt mit: ״Der Landesverband der Zionisten-Revisionisten in Deutschland stellt sich eindeutig hinter die Führung Jabotinskys und hat in seiner Sitzung vom 27. März 1933 mit überwiegender Mehrheit beschossen, entsprechend dem Aufruf jabotinskys vom 23. März 1933 die politische Arbeit aufzunehmen.“ Das die Mehrheit der p a lä $ t i n e n s i s c h e ti Revisionisten repräsentierende Zentralkomitee der Revisionist!- sehen Organisation Palästinas hat an Jabotinsky ein Telegramm gerichtet, in dem es seine gegen die bisherigen Mitglieder der revisionistischen Exekutive gerichteten Maßnahmen billigt. in einer' Sitzung des Parteirats der österreichisehen Revisionisten wurde eine gegen das Vorgehen Jabotinskvs gerichtete Resolution, die von Stricker vorgelegt worden war, in namentlicher Abstimmung mit überwäjtigender Mehrheit angenommen. Die hinter Jabotinsky stellende Minderheit gab daraufhin die Erklärung ab, daß sie die gegenwärtigen Instanzen und Behörden des österreicliischen Revisionismus nicht mehr anerkenne und Jabotinsky Gehorsam leisten werde. Der Brith Trumpeidor in Oesterreich steht geschlossen hinter Jabotinskv. Die amerikanische Palästina-Kampagne Jerusalem, 29. März. (J. T. A.) ln den Kreisen der Exekutive der Jewish Agency, herrscht infolge . des unbefriedigenden Ergebnisses der in diesem Jahre in Amerika durcligeführten Sammlungen für den Palästina-Aufbau leb״ hafte'Unzufriedenheit. Während früher Amerika stets an der Spitz.e der Länder stand, die Ckldsammlungen für den Palästina-Aufbau durchführen, ist es in diesem Jahre auf den fünften Platz der Liste zuriickgcfalien und rangiert erst nach der Tschechoslowakei. Die Zionistische Organisation in den. Vereinigten Staaten hat bisher dem Keren Hnjessod für einen Zeitraum von fünf Monaten bloß 3800 Pfund überwiesen. Die Exekutive hat an die zionistischen Führer , in New York telegraphisch die dringende Aufforderung, eine lebhafte Tätigkeit zu entfalten, gerichtet. Der Wahlkampf zam 18. ZionisfenkoagreB Krakau, 29. März. (J. T.A.) Am 25. März hielt die Leitung des Weltverbandes der Allgemeinen Zionisten in Krakau eine Beratung ab, in der die Frage der Teilnahme der Allgemeinem Zionisten an den Wahlen zum 18. Zionistenkongreß besprochen wurde. Nach Anhörung des von Dr, Schwarzbart erstatteten Tätigkeitsberichts wurde beschlossen, daß die Allgemeinen Zionisten selbständig in den Wahl* kämpf zum 18. Zionistenkongreß eintreten sollen mit dem Ziele, sich eine dominierende Stellung auf dem Kongreß zu sichern. Weitere Beschlüsse der Verbandsleitung betreffen die Unterstützung des allgemeinen Hechaluz-Verbandes und eine Aktion zwecks Beeinflussung der zionistischen!חstanzen im Sinne stärkerer Förderung der Mittelstands-Alijah. Der Wiener Kultusvorstand befaßte sich in sei־ nen letzten Plenarversammlungen mit dem Voranschlag für das ahr 1933. Der Voranschlag für das laufende Jahr sieht 6 134 975 chilling an Ausgaben gegen 5 725 015 Schi.fing an Einnahmen vor. Zum erstenmal erscheint in dem neuen ordentlichen Badetvoranschlag Palästina mit dem Betrage von 15 000 chilling. Für Unterstützung von Palästina-Emigranten sind 8000, als Subvention für den Hcchaluz 6000 Schilling vorgescheu.