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Jüdische Rundschau · 1933-04-04 · Heft 27 (4.4.1933) · p. Seite 136

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 27 (4.4.1933)
Date
1933-04-04
Page
Seite 136 (sequence 6)
Language
German
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Iß imH *fl! S;i Itifl I? *c;te 3וG JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 27, 4. IV. 1933 licbtr zwei Millionen Jaden in New York New York, 22. Mürz. (J. T. A.) Dr. Julius Mahler von der Columbia University hat festgestcllt, daß im Jahre 1932 2001 104 jüdische Seelen in Qroß-Ncw York lebten; sie machten 27,7 0׳,״ der gesamten Bevölkerung New י orks aus. Während unter der allgemeinen Bevölkerung das \ erb ’־ ׳ ׳ der im Auslände Geborenen 33 0/0 betrug, zählte man unter den Juden 46 im Ausland Geborene. Unter der allger..einen Bevölkerung betrag die Geburtenzahl 16,5 pro tausend^ >n der jüdischen Bevölkerung betrug die Getuntenzahl l/,5 pro tausend. Die Kindersterblichkeit betrug bei Juden 42 pro tausend gegen 57 pro tausend bei Niclitjuden. Auch die allgemeine Sterblichkeit war bei Juden niedriger als bei Nichtjuden (8,5 gegen 10,4). Während die Sicrbefaile infolge Zuckerkrankheit bei den Juden höher sind als bei den Nichtjuden, ist die Sterblichkeit infolge Syphilis bei Juden uni 50 0/0 geringer als bei Niclitjuden. Auch die Altersgiieder5?n? .!5*.bei der jüdischen Bevölkerung günstiger als bei der nichtjüdischen. 40,1 0/0 der jüdischen Bevölkerung stehen im Alter ^von unter 21 Jahren, während unter der nichtjüdischen Bevölkerung nur 34,9 ®/o in dieser Altersstufe stehen. Kleine Nachrichten Im Hinblick aut das bevorstehende Nebi-Musa-Fest hat die Leitung der palästinensischen Polizei alle Urlaube eing::;e'.lt und die gesamte Polizeimacht mobilisiert. In der Zeit vom 3. bis zum 23. April bleiben die Polizeileute in. ständiger Dienstbereitschaft. Wie den griechischen Zeitungen aus Washington berichtet wird, beabsichtigt Präsident Rooscvclt, den bekannten amerikanisch-jüdischen Staatsmann Henry Morgenthau zum Gesandten in Athen zu ernennen. Wie verlautet, wird der gesetzgebenden Versammlung Trausjordaniens ein < ii'set/esantrag unterbreitet werden, der das Tragen von W affen in ganz T rans Jordanien verbietet. Der Volksbildung minist er Lettlands, Keninscb, hat ein Gesetzesprojekt ausge,arbeitet, das, falls es durch den Sejm zum Beschluß erhoben werden sollte, die Wirkung haben mußte, daß) sämtliche Mittelschulen der nationalcn Minderheiten, die 71!m Tei! von Zuschüssen des Staates und der Stadtverwaltungen, zum anderen Teil von Beiträgen der Litern der Schiller erhalten werden, aufgelost werden müßten. Minister Keninseh beabsichtigt die Streichung aller Zuschüsse für die privaten jüdischen und russischen Mittelschulen. V, ie aus den Ziffern der letzten Volkszählung hervorgeht, leben gegenwärtig in Kanada 156 726 Juden, davon allein 120 572 in den Städten Montreal, Toronto und Winnipcg. Als Angehörige des jüdischen Volkes erklärten sich bei der Volkszählung 15(1726, als Angehörige der jüdischen Religion 155 614 Personen. Laut der neuesten Mitteilung des staatlichen statistischen Amtes der Türkei wohnen in der heutigen Türkei 81872 Juden. Die größte jüdische Gemeinde, Konstantinopel, zählt 46 69S Seelen, die zweitgrößte, in Smyrna, 16 501. die drittgrößte, die in Adrianopel, 6098 Seelen, ln Konstanfinopel machen die Juden 6,76 0'״, in Smyrna 10,53 °/0 der Gesamteinwohnerschaft aus. ln der Türkei gibt es 22 jüdische Schulen mit insgesamt 5746 Schülern. Die jüdischen Deputierten Salonikis, Daniel Allalouf und lsaac Molho, unterbreiteten der neugcwähltengriechischen Kammer ein Gesetzprojekt, das die Auflösung des jüdischen M׳r נ h I k a t a s t e r s in Saloniki vorsieht. Im Alter von 50 Jahren verstarb in istambul der berühmte jüdische Rechtsgeichrte lsaac F c r r e r a, einst oberster Staatsanwalt Konstantinopels und späterer Rechtsanwalt Er verteidigte wiederholt grundlos verdächtigte Juden in politischen Prozessen. Er war einer der gcachtetstcn Lyriker der Türkei. Die Budapester Professoren Dr. Karl Goldzieher und Dr. Jose! Patai erhielten durch der, Kanzler der Jerusalemer Universität eine Einladung des dortigen Universitätssenats zur Abhaltung von G a s t v o r t r a g e u, Prof. Goldzieher wird am hinstein-lnsfitut über Mathematik und Dr. Josef Patai -Erfahrungen, sei es in Kriegs- oder Handelsmarine, die Aufforderung gerichtet, sich bei Captain W. Frankfurter, 3, Herz!- Street, Tcl-Awiw, zu melden. Diese Aufforderung steht offenbar in Zusammenhang mit den Bemühungen um Schaffung einer jüdischen Schiffahrt In London starb der englische Ingenieur Miller, auf den in Jerusalem vor einiger Zeit ein Uebcrfall erfolgt ist, wobei seine Frau getötet und er verletzt wurde. Der Mörder der Frau wurde inzwischen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Die von der Histadruth begründete Gesellschaft ״Nir“ hat einen Plan ausgearbeitet, nach dem es jüdischen Ar beifern und Angestellten Palästinas ermöglicht werden soll, S i e d I u ת gs I a n d zu erwerben. Jeder siedlungswillige Arbeiter wird monatlich eine kleine Sparsummc in die Arbeiterbauk eiuzahlen; erreicht die Sparsumme die Höhe von 60 Pfund, so übergibt ihm ״N'ir-‘ eine Bodenparzelle und gewährt ihm andere Erleichterungen zur Ansiedlung. Der Jadische Nationalfonds unterstützt diesen Plan- Bücherschau Josef Prys, Die Familie von Hirsch auf Gereuth. Erste quellenmäßige Darstellung ihrer Geschichte. München 1932, Selbstverlag des Verfassers. In diesem beachtlichen Beitrag zur Geschichte der bayerisehen Judenemanzipation wird zum ersten Male auf streng wissenschaftlicher _ Basis eine Geschichtsschreibung der iüdisehen Adclsfamilie Hirsch auf Gereuth unternommen. In 15 Kapiteln und einem Anhang gibt Prys einen genauen Ueberblick über Taten und Verhältnisse der Familie von Hirsch seit dem Tage ihrer Nobilitierung, dem 13. August 1818, bis in die jüngste Vergangenheit. Mit einer kurzen Würdigung des großen Philanthropen und Gründers der Ica, Baron Moritz von Hirsch, der uns Zionisten besonders aus dem berühmten Gespräch mit Herzl vom Pfingstsonntag 1895 bekannt ist, und seiner Gattin Clara, nach welcher in München, der Stadt ihres Wirkens im Dienste der Menschenliebe, eine Straße benannt ward, schließt dieses interessante an Material für den Historiker reiche Buch. Zum Schlüsse sei noch auf die saubere stilistische Durchführung und das gut gewählte Abbildungsmaterial hingewiesen. Fritz Rosenthal. M. Zulay: Zur Liturgie der babylonischen Juden. Stuttgart, W. Kohlhammer 1933. X, 90 S. — Trotz der Forschungsarbeiten von Zunz und Rappaport blieb die alte hebräische Liturgie im Dunkeln. Zumeist nur in Hand- Schriften blieb sie ziemlich unbekannt. Erst seit kurzer Zeit wird diese Literatur wissenschaftlich erforscht bzw. herausgegeben. Dr. Zulay beschreibt in dieser Arbeit Ursprang, Form und Aufbau der Kerobas (Liturgie zum Achtzehngebet von Schacharit) und bringt einige Originale mit Uebersetzungen. Dieses Buch ist ein wichtiger Beitrag zur Geschichte der althebräischen Liturgie. R. M. Chasan. Nach einer kurzen Pause beginnt die Monatsschrift ״Hatewa wc-Haaretz“ (Natur und Land) wieder zu erscheineu. Die Zeitschrift bringt Aufsätze aus dem Gebiete der Geographie, Naturkunde, Physik usw., es ist die ׳ izige hebräische Zeitschrift ihrer Art. Die Adresse lautet: Tel-Awhv, Mendelcstr. 4. J. L. G o I d b e r g, der bekannte Führer der russischen Zionisten in Palästina, hat zum Andenken an seinen Sohn Benjamin Goldberg, der bei den August-Unruhen 1929 den Tod gefunden hat, ein illustriertes Ocdcnkbuch (hebräisch) herausgegeben, das Leben und Werdegang seines Sohnes schildert und die an die Familie nach dem IJnglücksiall eingciangten Kondolenzen wiedergibt. ״Neue Hauswlrtichalt", herausgegeben von Frau Pr. Erna Meyer, München. Das Februar-IIeft enthält u. a.: ״Das Bauprogramm und die Frau als Bauherrin“, von Stadtbaurat Max Schneider, ״Hauswirtschaft als Bildtftigselement des reifenden Menschen“, von Lina Srhumach,er, ״Technischer Unterricht für Frauen und Mädchen im In- und Ausland“, von 61. Klüger, ,,Kopfs׳'hmerzcn“, von Dr. Toni Haber. Intercssante Photos verv!!!ständigen den Inhalt der empfehlenswerten Zeitschrift. Auf Wunsch versendet K. Thienemanns Verlag, Stuttgart-S, kostenlos Probehefte. Bezugspreis vierteljährlich 2 RM. über die Geschichte Mittel;iltcr an der sprechen. in der palösfim J t! n der F e n Leute liebräisi ־)•sophiec e Iren Presse S e e tu a n n! I >1 ■htung atitat ungarischen Universität rd an alle A 11 s h 11 d u n jüdischen oder Frankfurt a. M. D3s Sekretariat der F. Z. V. ist für Auski'mfte für Palästinareisende Montag und Donnerstag von 6,/s—לV* Uhr geöffnet. Brüh Chaluzim Dathiim Die Brith Chaluzim Dathiim ist die Organisation der religiösen Hachscharah-Bewcgung in Deutschland. Ihre Aufgäbe sieht sie in der Vorbereitung der religiösen Jugend zur Teilnahme am jüdischen Aufbauwerk in Ercz Israel innerhalb der Zionistischen Organisation. Ihr Platz i!n Lande ist die im Hapoel Hamisrachi organisierte religiöse Arbeiterschaft. Die Brith Chaluzim Dathiim entstand aus einer Gruppe misrachistischer Chawerim, die auf dem jüdischen Lehrgüt Rodges (heute Gcringshof-Hatienhof) ihre Ausbildung genossen, und war ursprünglich als eine neutrale, unpolitische Zusammenfassung religiöser Chaluzim gedacht. Im Laufe der Zeit sah sie ein, daß ihre Wege vorgeschricben sind iri der Golah und in Erez Israel. So entstand der Gedanke der Schaffung eines Kibbuz aus ihrer Mitte, der auch im Kibbuz Rodges verwirklicht wurde. Die Durchführung unserer Hachscharah ist bedeutend schwieriger als in der Schwesterorganisation ״Hechaluz“. Bei der großen Arbeitslosigkeit ist es nicht leicht, Stellen zu beschaffen. Für religiöse Menschen, die auf Sclimirath- Schabbath und Kaschrut Wert legen, ist dies besonders schwer. Auf Gütern können die Chawerim nicht am Tische des Besitzers mitessen. Es entstehen im Ausbau der Hachscharall größere Unkosten und die Differenz zwischen der 2ahl der Bewerber und den uns zur Verfügung stehenden Untcrbringungs- und Arbeitsmöglichkeiten ist augenblicklich leider recht groß. Gleich unserer Schwester-Organisation, dem Flecbaluz, möchten auch w׳ir in Zukunft der Oeffentliclikeit in regelmäßigen Zeitabständen über unsere Arbeit Rechenschaft geben. Zu Beginn des Frühjahrs werden auf unserem Lehrgute Geringshof 13 Mädchen und 13 Jungens beschäftigt sein. — In Frankfurt a. M. und Hamburg haben wir gemeinsam mit dem Hechaluz Bathai-Chaluz eingerichtet. In beiden Orten arbeiten je 6 unserer Chawerim. In Frankfurt a. M. sind außerdem noch 8 Chawerim konzentriert, die als Vorfaereitung ihrer Hachscharah Gufanith zunächst ein Jahr auf der Hoffmannschen Jeschiwa lernen. Es sei in diesem Zusammenhang kurz darauf hingewiesen, daß unsere Hachscharah ebenso notwendig sich auf geistiges, wie auf rein praktisch berufliches Gebiet erstrecken muß. Wer sich über unsere Arbeit gründlicher orientieren will, dem werden wir gern unsere Rundschreiben regelmäßig zustellen. Die Anschrift für den Waad des Brith Chaluzim Dathiim sowie des Vereins der Freunde von Rodges lautet: Jüd. Lcbrgut Hattenhof, Fulda-Ld. Postscheckkonto des Vereins der Freunde von Rodges 27 222 Jizchak Kaufmann, Frankfurt a. M. Vermischtes Jüdische Schule Klopstockstraßc 58 (eine Minute von? Bahnhof Tiergarten). Oster.Anmeldungen von Schülern und Schülerinnen für sämtliche Klassen und für den hebräischen Kindergarten an allen Wochentagen van 12 bis 13 Uhr bei der Schulleitcrin Frau Nathan. Kinder, die einen weiten Schulweg haben, können von den verschiedenen Sammelstellen aus regelmäßig in Begleitung von Lehrerinnen hin- und zurückfahren. — Die Leiterin der Jüdischen Schule Klopstockstrafie, Frau Nalhan, ist während der Osterferien täglich — außer Schabbath und Sonntag und außer den vier Pessachtagen — von 9 bis 10 Uhr in ihrer Wohnung, ürunewald, Salzbrunner Str. 24 I, r., persönlich oder telephonisch (Uhland 1955) zu erreichen. Persönliches. Am 1. April beging Herr Iiruno II och he im er in Frankfurt am Main seinen 60. Geburtstag. Von der JrBßten internalionalen Schule der Schwei:. Wie wir dem Jahresbericht entnehmen, konnte da, bekannte voralpine Kna. bcn-Institut Dr. S cli in i d t, auf dem Rosenb. rg bei S t. Gallen (Schwei/), letztes Jahr da, 40j'ihrigc GriindungsjubiisUim feiern. — Wenn man diese klimatif'h und landschaftlich beneidenswert gelegene, weltberühmte Sch.de besucht, so fällt als charakteristiselic; Merkmal vor allem e.nes auf: Die systematische, harmonisrhe Ausbildung des Geistes und des Körpers, aut ein Ziel gerieUtct: Prägung au■ geglichener Pere/mU;hkeiten, lebenstüchtiger Charaktere, die mit einer Lebensreserve an Aib'its'ust, Freude und Kraft in die spätere Laufbahn übertreten. Kameradschaftlich und wohlwollend leben die jungen Leute aus dei Schweiz, Frankreich, Deutschland, Tsrhcrhodovakci, Oesterreich, Italien, England miteinander. Wir können diese seit Jahrzehnten erprobte und in jeder Hinsicht tolerante Schule bestens empfehlen. r ץי Referendar Alexander Frankel «tud.med. Lenke Frankel Do״hDitz V erreih'lt* Frankfurt a, M. Berlin - Charlottenburg ־ ־־ HstraBe 18 J V^Hlohovne / C- S. R W; r D!'e glücJtiitJie Geburt dankbarer 1־ reud!nes Sohne* zetg-eo i® aamtosin 1 reuurt an Dr.med.D.Enod: a. Frau Hanna g״b. 7,was Bad Naahcini, 20. Min 1933 ץ־ J Palästina - Kunstgeiuarne Sedar-Schüsseln, Mazxe-Körbe Mazze - Taschen fin den Sie in geschmackvoller Ausführung in der Kunsigewe rbestube Lotte Engel - Hecker, Berlin NW 87, Levetzowstr. 12■ / Tel.: C 9 Tiergarten 2390 UND BLUMENSPENDEN löst imh ab durch אatümalfcrndi -TtUgramm* und Baum■ spenden füt Palästina! Tiliimmm« aa 50 Pfg bei allen Vertrauensleuten. Ein Baum 6 Mark. u8.t senden aut Wtnwh eine Btnetchrichtipung an die aufgegtbene Adrtsse. KEREN XAJEMETH LEJISRAEL BERLIN W 15. Main*kw«Äa 10. 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