Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 26 (31.3.1933)
- Date
- 1933-03-31
- Page
- Seite 127 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 128 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 26, 31. in. 1933 Palästina ־Wirtschaftsblatt Möglichkeiten einer palästinensischen Stahlindustrie Von Dr. AI i r e d M a r c u s, Berlin Um von vornherein keine Verwechslung aufkommen zu lassen: wenn in den nachstehenden Ausführungen von ״Stahl- Industrie" gesprochen wird, so nicht von stahlverarbeitender, sondern von stahl schaffender Industrie. Der Gedanke, in Palästina Stahl produzieren zu wollen, mag dem Laien zunächst als völlig absurd erscheinen. Palästina hat weder Eisenerze noch Kohle. Roheisen kann es nicht hersteilen, also — wird der Laie folgern — auch keine stahlschaffende Industrie entwickeln. Der Gedankengang ist aber falsch. Sehr -wichtige Teile der internationalen Stahl- Industrie verwenden nämlich nicht das Roheisen als Einsatz für ihre Stahlöfen, sondern das Alteisen und die Eisenabfälle r— den Schrott. Hierfür einige Beispiele: Die deutsche Eisenindustrie (die ja übrigens auch den größten Teil ihrer für die Roheisengewinnung notwendigen Erze aus dem Auslande bezieht, die aber natürlich ausreichend« Kohlenmengen für die Erzverhüttung besitzt), hat im Jahre 1930 für ihre Stahlgewinnung־ 7,6 Millionen Tonnen Roheisen und 4,8 Millionen Tonnen Schrott verbraucht. Man sieht also, welche gewaltige Rolle der Schrott sogar in der frachtlich zum schwedischen Erz günstig liegenden und mit Kohle im Ueberfluü ausgestatteten deutschen btahlindustrie spielt, ln anderen Ländern liegen die Verhältnisse noch viel günstiger für den Schrottverbrauch. Die italienische Stahlindustrie verwendet als Ausgangsmaterial fast ausschließlich Schrott, und zwar solchen, den sie importieren muß, wobei sie vor allem aus Frankreich und Deutschland Schrott bezieht, aber auch von weither aus Argentinien und Indien. Auch die tschechoslowakische Stahlindustrie verwendet Schrott in einem sehr hoheit Prozentsatz. Die Beispiele ließen sich häufen. Der Schrott hat für die Stahlgewinnung als Ausgangsmaterial den großen Vorzug, daß er sozusagen ein zu 100 ״/o reines Vorprodukt darstellt. Er bedarf, um in den Stahlofen zu kommen, nicht des ziemlich langwierigen und kostspieligen Aufbereitungs- und Schmelzprozesses wie das Eisenerz, das erst zum Roheisen geschmolzen werden muß, um aut Stahl verarbeitet werden zu können. Der Schrott hat den weiteren Vorteil, daß er in jedem Lande vorhanden ist — auch in Palästina. Zum Verständnis meines Gedankenganges sei folgendes kurz angedeutet: Das zu irgendeinem Zweck, sei es in der Bauwirtschaft, sei es in der Maschinenindustrie, im Haushalt, im Transportwesen oder sonst irgendwo verwendete Eisen oder Stahl hat eine begrenzte Lebensdauer. Es muß sogar an• genommen werden, dali diese Lebensdauer in Palästina kürzer ist als in den Ländern Mitteleuropas oder Nordamerikas, und zwar aus klimatischen Gründen. Diejenigen Eisenmengen, die in einem Lande, sei es durch Eigenerzeugung, sei es durch Einfuhr zur Verwendung kommen, nennt man die Eiseninvestition. Zur Schätzung des Altschrott-Entfalls benötigt man: 1. die Größe der Eiseninvestition in der zurückliegenden Investitionsperiode; 2. das Abhängigkeitsverhältnis von Eiseninvestition und Altschrott-Entfall, das heißt die Angabe, welcher Prozentsatz von investiertem Eisen durch Rosten u. a. vernichtet wird und nicht mehr als Schrott wiederkehrt; 3. die Lebensdauer des jetzt entfallenden Eisens. Da Palästina eine eigene Eigenproduktion nicht hat und seine Einfuhrziffern bekannt sind, ist die Eiseninvestition ve rhältnismäßig leicht zu errechnen. Sie deckt sich im großen und ganzen mit dem Import. Da fernerhin die eisenverarbeitende Industrie in Palästina minimal ist, Eisen- und Stahlabfälle — sogenannter Neuschrott im Gegensatz zum Altschrott — also kaum in Frage kommen, kann bei den nachstehenden Bereclinungen lediglich vom investierten Eisen ausgegangen werden, nicht von den Abfällen des im Verarbeitungsprozeß befindlichen Eisens oder Stahls. Die Eiseninvestition Palästinas aus dem Import kann natürlich nicht auf die letzten zwei bis drei Jahre berechnet werden, denn die etwa seit 1929 eingeführten Materialien kommen als Schrott noch nicht in Frage. In den Jahren 1926 —1928 hat die Eiseninvestition des Landes, berechnet nach den Importziffern, durchschnittlich etwa 20 000 Tonnen im Jahre betragen. Das ist eine Investition von rund 25 Kilogramm je Kopf der Bevölkerungsziffer, also ein sehr niedriger Satz gewesen, wenn man mit europäischen Ländern vergleicht. Immerhin: diese Mengen sind seinerzeit investiert worden, inzwischen hat sich die lnvestition vergrößert, und man kann infolgedessen auch für spätere Jahre mit einem steigenden Schrottentfall Palästinas rechtien. Die Frage ist nun, wie hoch die Lebensdauer der palästiliensischen Eiseninvestition im Durchschnitt sein wird, und diese Frage ist natürlich noch ziemlich offen. Es mangelt noch an Erfahrung hierüber, •die speziell für Palästina Geltung hätte. Stützen wir uns aut die Erfahrungen anderer Länder und ziehen wir den oben bereits erwähnten Gesichtspunkt in Betracht, daß das palästinensische Klima die Lebensdauer des investierten Eisens wahrscheinlich verkürzt, so müssen wir uns sagen, daß die Eisenmengen, die um die Mitte des vergangenen Jahrzehnts in Palästina investiert worden sind, wahrscheinlich sehr bald zu erheblichen Teilen als Schrott an «len Markt kommen werden. Denn beispielsweise rechnet inan in Frankreich für landwirtschaftliche Maschinen mit folgenden Abnutzungszeiten: Pflüge . ■*!•** 7 Jahre Eggen 8—10 ״ Düngerstreuer 10 ״ Sämaschinen 15 ,, Erntemaschinen •״ 10—5 •י Dreschmaschinen * T •״ 20 *•יי••«*»״ Wenn diese Ziffern für Frankreich gelten, so dürfte man In Palästina zum mindesten nicht mit längeren Verwendungs* Zeiten rechnen können. Für Automobile, die ja auch im Lande in immer größerer Zahl verwendet werden, rechnet das Finanzamt Berlin mit einer Lebensdauer von durchschnittlich 5--10 Jahren. Der Verein deutscher Maschinenbauanstalten hat als untere Grenze für die Lebensdauer der Anlagen in Maschinenfabriken die folgenden Zahlen ermittelt: Dampfkessel mit Rohrleitungen, Ueberhitzer, Vorwärmer, Wasserreinigung usw, 10 Jalire Dampfmaschinen ....... ..... 10 ״ Gasmaschinen, Dieselmotoren, sonstige Verbrennungsmotoren .... ..... 10 ״ Wasserkraftmotoren (Turbinen und Wasserräder) ... 12 ״ Vorgelege ........י......״ 10 Gas- und Wasserleitungen (sofern keine häufigen Aenderungen Vorkommen) ... 10 ״ Heizanlagen ... ... 10 ״, Elektrische Maschinen ..... 8 ״ Feldbahnen einschließlich Lokomotiven —- 5 , Gleise, Weichen, Drehscheiben . lOja^re Eisenbahnen im Privatbetriebe , . . 10 ״ Krane, Hebezeuge, Aufzüge, Seilbahnen, Bekohlungsanlagen , .... .^»•>»»).■1■■■ •*«*,. ,•**״ 10 *»״ Pumpen, Ventilatoren 10 ״ Werkzeugmaschinen: a) Automaten und Präzisionsmaschinen ..״ 6 .....*.;ן b) gewöhnliche Werkzeugmaschinen , 10 ״ Geräte und Handwerkszeug.,...,.,.״..״ 2 Wohl gemerkt: das sind untere Grenzen, die sich natürlieh auch (je nach der Wirtschaftslage) stark nach oben verschieben können. Aber auch wenn man dies in Rechnung stellt, kommt man nicht um die Erkenntnis herum, daß Palästina in verhältnismäßig kurzer Zeit einen Schrottentfall haben wird, dessen Wiederverarbeitung lohnen dürfte. Selbstverständlich kann es sich hierbei nur um ein Werk kleinsten Ausmaßes handeln, etwa auf Basis eines Siemens Martin-Ofens mit einem Fassungsraum von 5—10 Tonnen. Eine solche winzige Anjage würde sich aber zweifellos rentier e n, wenn sie in Verbindung mit dem Ruten berg-Werk errichtet und von vornherein als Abnehmer des Spitzenstromes dieses Werkes aufgebaut würde. Große Kosten brauchen hierdurch nicht zu entstehen, jedenfalls nicht so große, daß sie nicht durch die private Initiative eines einzelnen Unternehmens aufgebracht werden könnten. Wichtig für die gesamte palästinensische Wirtschaft wäre aber nicht nur eine solche Anlage selbst, sondern auch ihre Nebenbetriebe könnten bcdcutungsvoll werden, fernerhin das Sammeln des Schrotts usw. Kurze Wirtschaftsnachrichten Sprunghaftes Anschwellen der Regierungsetnnahmcn. Mit dem 31, März schließt das Finanzjahr 1932 33 der Palästina-Regierung ab. Offizielle Veröffentlichungen über die Budgetbilanz werden vermutlich erst einige Monate nach Beginn des neuen Finanzjahres vorliegen. Es läßt sich jedoch bereits jetzt übersehen, daß wir eine E i n 11 ahme von!111■ g e f ä h r 3 Millionen P f u n d zu verzeichnen haben, wobei mit einem Ueberschuli von zirka 400 000 Pfund zu rechnen ist. Das bedeutet einen Rekord der Regierungseinnahmen seit der Uebernahme der Administration durch dfe Engländer. Im Jalire 1921/25, dem bisher besten Einkommensjahre der Regierung, stiegen die Einnahmen bis zu 2 800 000 Kfund. Vorgesehen war für dieses Jahr ein Ueherschuß von 40 090 Pfund, der also vermutlich um das Zehnfache überschritten wertRen wird. Der wichtigste Einliahmeposten wird wieder durch efiee Zölle gebildet, dagegen haben die direkten Steuern weniger ergehen, als veranschlagt, was vermutlich auf die geringen Erträge des'-Q^cher zurückzuführen ist. '''־\ Die gesteigerte Nachfrage nach Pflanzungsböden. Unter den einwandernden Kapitalisten und Touristen bcsteht eine lebhafte Nachfrage nach Pflanzimgsböden, die nur zum Teil befriedigt werden kann. Die Käufe nehmen im Lande längere Zeit in Anspruch, besonders an Stellen, wo eine Aufteilung der Gelände erfolgen muß. Um die riesigen Strecken für den Verkauf an auswärtige Interessenten reif zu machen, hätte man noch in Zeiten mit Käufen beginnen müssen, wo die Nachfrage sehr gering war. Es kommt dazu, daß gerade für dieses Jahr große Flächen für Neupflan- Zungen verlangt werden und daß außerdem die Preise so stark angezogen haben, daß in vielen Fällen der Erwerb nicht lohnt, weil die Rentabilität der Pflanzungen in Frage gestellt wird. Die Bereitstellung größerer Bodenflächcn zu entsprechenden Preisen wird in den interessierten Kreisen eifrig erwogen. Ansteigen der Wohnungsmlcten in Tel-Awiw. Im Zusammenhang mit dem Umzugstermin in Palästina (Muharem, der Beginn des moslemischen Jahres) ist das Problem der Wohnungsmieten akut geworden. Trotz der umfassenden Baubewegung macht sich unter den Hausbesitzern die Tendenz geltend, die Mieten in die Höhe zu treiben. Eine Organisation der Mieter bemüht sich, dieser Tendenz entgegenzutreten und verlangt von der Stadtverwaltung entsprechende Maßnahmen, eventuell ein Mieterschutzge setz. Durch die Einwanderung und die Hebung des Lebensstandards (Nachfrage nach größeren und modern eingerichteten Wohnungen) werden gerade die neuen Bauten sehr bald und zu hohen Preisen vermietet. Es wird darüber Klage geführt, daß gerade von Neueinwanderern hohe Preise verlangt werden. Neue Werkstätten und Fabriken. Nach neuen Berechnungen sind in Tel-Awiw — das heute die meisten Unternehmungen konzentrier( — gegen 1050 Werkstätten stationiert, die gegen 5000 Arbeiter beschäftigen. Diese Zahl ist im Steigen, da nicht mir neue Unternehmungen dazu kommen, sondern auch alte durch größere Produktion, Aufnahme von neuen Teilhabern und Kapital ausgeweitet werden. Im Jahre 1932 sind in Tel-Awiw 23 neue Werkstätten und Fabriken entstanden. InRamatOan, einem Vorort der Stadt, beginnen sich verschiedene Fabriken zu konzentrieren, so daß die Leitung des Ortes sich entschlossen hat, ein besonderes Gelände als Fabrikzone abziigrenzen. (Es arbeiten hier von größeren Betrieben: die Fruchtverwertungsgcsellschaft Assis, eine neue Seidenfabrik, mehrere Unternehmungen für Zementröhren und -Platten). Geplant bzw. im Aufbau begriffen sind folgende Unternehmungen: eine Fabrik für Silberbestecke und Edelmetallwaren, die mit 50—70 Mann Belegschaft arbeiten wird. Eine Glasfabrik, die den Sand entweder aus der Umgebung von Haifa-Akko oder Gaza benutzen wird, der nach letzten Analysen sich für Glasbereitung eignet. Eine Fabrik für eiserne Fensterrahmen, Stahlmöbcl und Falirräder. Die Seidenfabrik von D e 1 p h i n e r, die vor mehreren Jahren sfillgelegt wurde, hat wieder zu arbeiten begonnen und beliefert bereits den palästinensischen Markt. Eine ganze Reihe weiterer industnellcr Projekte sind in Bearbeitung. Einwanderung. Im Jahre 1932 betrug die Einwanderung von Juden nach Palästina ungefähr doppelt soviel wie in Jahre 1931. Die Rückwanderung über die für die letzten Monate keine offiziellen Zahlen vorliegen, ist sehr gering. Rund gerechnet sind im letzten Jahre gegen 10 000 Juden nach Palästina eingewandert. Die Einwanderung von Kapitalisten ist im Laufe des Jahres ständig gestiegen und umfaßt gegen 725 Menschen. Das von der Jewish Agency vorgelegte Einwanderungsschema für Zertifikatsinhaber wird zurzeit von der Regierung bearbeitet. Gazah wieder Fluglandungsplatz. Nachdem die imperiale Fluglinie zwischen England und Indien als Landungsstelle in Palästina eine Zeitlang den Tiberiassee benutzt hatte, ist jetzt als Flughafen wieder Gazah in Betrieb genommen worden. Der Grund für die Aenderung sollen die plötzlichen Stürme sein, die auf dem See häufig sind und eine Landung nicht sicher genug erscheinen lassen. Gazah ist bereits bei Beginn des Flugverkehrs über Palästina als Flughafen benutzt worden. Zitrusexport. Gegen Mitte April wird die diesjährige Exportsaison für Zitrusfrüchte abschließen:. Da im nächsten Jahre mit ungefähr 35 000 Dunam Neu Pflanzungen gerechnet wird, die Zitruspflanzungen also noch immer mehr sich ausbreiten, gehührt der diesjährigen Exportsaison besondere Aufmerksamkeit. Es wurden in diesem W'inter 4>/, Millionen Kisten ausgeführt, im vorigen Jahr« 3 665 000 Kisten. Im nächsten Winter ist mit 5 Millionen Kisten, wahrscheinlich aber mit mehr, zu rechnen. Grapefruit umfaßte einen Export von 22 000 Kisten; die Einnahmen waren geringer durch den englischen^ Zoll von 3L't Shilling pro Kiste. Auch wirkt sich bei der Grapefruit, die mehr als Liuusfrucht allgesprochen wird, stärker die wirtschaftliche Depression aus, während die Orange in weiten Kreisen heute als Voiksnahrungsmittei gilt. Ein schwieriges Problem, das in diesem Jahre bereits scharf in die Erscheinung tritt, ist die Verwendung der ersten Frucht a!1 s <t c 11 n cucn Pflanzungen, die größer und min cl c rwerii g er ist. Ihr Export bedroht die Marke der palästinensischen Orange und eine strenge Kontrolle der Verschiffungen, eventuell ihre Verwendung in Verwertungs industriell, ist geboten. England steht als Markt nach wie vor an erster Stelle; es wurde dieses Jahr nicht nur nach Liverpool, sondem auch direkt nach London und Irland verkauft. Deutschland nimmt in diesem Jahre mehr auf als im Vorjahre; überhanpt entwickelt sich der kontinentale Markt gut, trotz der in diesem jalire stark spürbaren Konkurrenz der spanischen Ware. C a ת a d a, ein für Palästina ganz neuer Markt, hat dieses Jahr 30 000 Kisten aufgenommen und trotz der hohen Transportkosten hohe Preise ergeben. Der Export einer einzigen Spezialmnrke und verschärfte Kontrolle der zum Verkant kommenden Frucht haben sieh hier als günstig erwiesen. Von der ägvptisclien und Jvprischen Produktion ist bisher noch keine Konkurrenz zu spüren. Aegypten wird vermutlich keine so hohe (gualitat produzieren, daß es als ernsthafter Konkurrent mit Palästina in Betracht kommt. Zypern jedoch hat die Vorteile des Klimas, der billigen Arbeit und des Einschlusses in den imperialen Zollverband. Methoden der Bebauung und Verpackung werden von zyprisehen Pflanzern jetzt in Palästina gelernt. Die Qualität der Frucht ist unter diesen Umstän* der! von entscheidender Bedeutung. Eine bessere Behandlung und Verpackung ist dieses Jahr festzustetlen. Auch die Araber packen besser als früher. Die Frage der Verbilligung der Lieferungen ist bei den neuen Zollabgaben und der vergrößerten Menge der exportierten Ware und der scharfen Konkurrenz von einschneidender Bedeutung. Sie kann -s— nach Ansicht der führenden Pflanzerkreise — nur gesclhrtien durch Verbesserung des Arbeitssystems, keinesfalls durciiBqicken der Löhne und Senkung der Qualität, ln diesem Jahre simNtjrsparnisse beim Verkauf erzielt worden, ebenso beim TranspoHgim Lande (Lastautos statt Kamele). Da die Ernte dieses Jalirhwmiger Abfall hatte, war auch das Racken billiger. Eine Spezialfrage slestrlcmigenbaus stellt die Beschaffung des organischen 13 ii ת g e r s zky. Bisher konnte man von den arabischen Dörfern, die ihreri''Diinger seit Generationen aufspeicherten, den Bedarf decken. Tli-cse^ Vorräte werden schließlich aufgebraucht, ln Pflan/erkrei$en''־W€11det man sich daher der Frage einer erweiterten Viehhaltung ntt-JLandc zu, um dem Düngermangd abzuhelfen. - Pro Haifa-Komitee Wir erhalten aus Haifa folgende Mitteilung: Im Laufe der letzten Jahre hat sich Haifa stark entwickelt; seine Einwohnerzahl betragt zurzeit etwa 50000 Seelen. Wichtige Un ternehmungen wurden gegründet, der Bau des Hafens nahort sich seiner Vollendung; große internationale Unternehmen wie die Imperial Chemical Industries und die Iraq Petroleum Co. errichteten iiire Zentrale für den Nahen Osten in Haifa. Hie Eröffnung des Hafens, die Legung der ״Petrol «un Pipe Fine“ Mossul—Haifa, das Projekt der Bahnlinie Haifa —Bagdad veranlaßte eine Reihe von Unternehmungen der Schwerindustrie zur Niederlassung in Haifa. Diese Erscheinungen sind das natürliche Ergebnis einer Entwicklung, welche die Stadt in naher Zukunft zu einem wichtigen Zentrum iin Vorderen Orient machen wird. Die Roile Haifas als Schlüsselposition Palästinas und seiner Nachbarländer verpflichtet uns zur Wahrung der jüdischen Interessen durch Heranziehung jüdischen Kapitals zu Investitionen in Unternehmungen von Handel und industrie sowie im Hausbau, welche ihren Besitzern einen guten Nutzen versprechen. Zur Erreichung dieses Ziels haben sich die offiziell interessierten und in der Beurteilung der wirtschaftlichen Möglichkeiten erfahrenen Kreise im Rahmen der ״Jüdischen Handelskammer für Haifa und den Distrikt Haifa“ zusammengeschlossen und ein ״Pro Haifa Komitee“ gegründet. Das Komitee hat folgende ständige Kommissionen gebildet: l.ZurFörderting von Handel, Industrie und Bauwesen. 2. Zur Förderung der Intensiv-landwirtschaftlichen Siedlung in der Umgebung Haifas und im Norddistrikt. 3. Zur Förderung des Karmels und des Mecresstrandes als Erholungs- und Kurort. Das Hauptziel des Komitees bildet die Vergrößerung der jüdischen Einwohnerschaft Haifas, die momentan erst etwa 30 0/0 der Bevölkerung der Stadt ausmacht. Das Biiro des Komitees steht dem Publikum zur Erteilung von Auskünften aller Art sowie zur Klärung wirtschaftlicher Fragen in bezug auf Ansiedlung, Bauwesen una Industrie in Haifa, im Norddistrikt wie im Schomron bereitwilligst zur Verfügung und bietet seine Hilfe allen Berufsständen sowie■ Kapitalisten, welche an Investitionen in Haifa und im Norddistrikt interessiert sind. Es wird Interessenten bei der Ausarbeitung von Plänen zur Errichtung von Unternehmungen unterstützen sowie alles Material über die wirtschaftlichen Möglichkeiten in Haifa in seinen Kommissionen, untersuchen, an denen sich Fachleute aus allen Gebieten, wie Ingenieure, Agronome, Bankdirektoren, Kaufleutc und Industrielle mit langjährigen Berufs- und Landeserfahrungen beteiligen. Pro Haifa - Komitee der Jüdischen Handelskammer für Haifa und den Distrikt Haifa. Commercial Centre (Merkas Mis’hari) Rchov Hadekal int. P, Q. B. .176־ Tel. 471,