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Jüdische Rundschau · 1933-03-24 · Heft 24 (24.3.1933) · p. Seite 118

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Journal
Jüdische Rundschau
Volume
XXXVIII (1933)
Issue
Heft 24 (24.3.1933)
Date
1933-03-24
Page
Seite 118 (sequence 4)
Language
German
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Seite 118 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 24, 24. III. 1933 Der deutsch - palästinensische Außenhandel Von Dr. Wilhelm Lecker, Berlin. Der Außenhandel Palästinas mit Deutschland spielt eine nicht unbedeutende Rolle in den Gesamthandelsbeziehungen beider Länder. Es dürfte von Interesse sein, die Entwichlung der Handelsbeziehungen während der Wirtschaftskrise zu betrachten. Daraus dürften sich für beide Länder gewisse Schlüsse ziehen lassen, die eine Grundlage für eine Verbesserung und Erweiterung der Handelsbe- Ziehungen bilden dürften. Wir geben nachstehend eine Tabelle wieder, die den Import palästinensischer Produkte nach Deutschland enthält: Einfuhr nach Deutschland Produkte 19» 1931 1932 Zu- bzw. Abnähme 1932:1931 Zubtw, Abnehme d. deut« *eben Gesamth. 1932:1931 in 1000 RM in % in % Orangen 4 337 5 128 5 OSO — 1,3 -13,0 Zedratfrüchte, \ Mandeln ( 65 110 135 + 22,7 -39,7 Wein 98 8t 21 — 64,1 — 45,6 Zitronen — — 15 _ — 7,6 Mais 2 676 702 27 — 96,2 + 12,9 Baumwolle — 32 _ + 12,9 Sesain — 10 — ... Därme R7 — 14 — 25,2 Manganerze 130 ־־־ — — — Produkte 1930 j 1931 | 1932 in der Gesamt-Einfuhr Deutschlands Orangen 4,2 6,0 8,6 Zedratfrüchte, ( Mandeln f 10,7 15,5 31,5 Wein 0,3 0,4 0,1 Zitronen — _ 0,1 Mais 2,9 1,4 0,04 Baumwolle 0,01 — Sesam — 0,5 — Därme 0,1 — 0,04 Manganerze 0,7 — — Der Grau g eniraport nach!Deutschland konnte sich trotz leichten, unbedeutenden Rückganges im abgelaufenen Jahr während der Krise zusehends befestigen. Obwohl die deutsche Gesamteinfuhr von Orangen und Mandarinen in den Krisenjahren erheblich zurückgegangen ist, konnte der Anteil des Imports von palästinensischen Früchten, an der Gesamteinfuhr gemessen, mehr als verdoppelt werden. Ob sich dieses Ergebnis bei anhaltender Krise befestigen wird, mag bezweifelt werden, zumal die jetzt herrschenden Tendenzen in der deutschen Wirtschaftspolitik darauf hinzielen, die Einfuhr von nicht lebensnotwendigen Produkten abzudrossein. Die wachsende Beliebtheit der palästinensischen Orangen in Deutschland ist nicht zum mindesten der geschickt, aufgezogenen Kleinpnopaganda zu verdanken. In-jedem •kleinen, Koionialwareniaden findet man jetzt Plakate, die die Jaffa- Orangen anpreisen. Das Wort Jaffa-Orange ist jetzt eine Marke geworden, die sich durchgesetzt hat. Es wäre wünsehenswert, wenn eine derartig intensive Reklame auch für die anderen importierten Produkte, wie Wein, Mandeln und Zedratfrüchte, ausgearbeitet und lanciert v/ürde. Sehr entwicklungsfähig scheint der Import von Mandein und Zedratfrüchten zu sein. Der Export nach Deutschland konnte von Jahr zu Jahr gesteigert werden. Im Jahre 1932 wurde nicht weniger als knapp ein Drittel der Gesamtcinfuhr von Palästina gedeckt. Der Weinimport ließ außerordentlich zu wünschen übrig. Der katastrophale Rückgang ist im wesentlichen auf die Not- Jage der deutschen Winzer selbst und alsdann natürlich auf den sinkenden Lebensstandard zurückzuführen. Bemerkenswert ist der erstmalige größere Import von Zitronen im Jahre 1932. Die Maiseinfuhr hat im Verlauf der Krise an Bedeutung verloren. Es werden jetzt nur minimale Mengen, aus Palästina eingeführt. Die in der Tabelle erscheinenden Posten Baumwolle und Sesam dürften nur als Transitposten gewertet werden. Der deutsche Export nach Palästina bietet folgendes Bild: ln nebenstehender Tabelle sind nur diejenigen Güter zusammengestellt, die von besonderer Bedeutung sind. Der Export deutscher Produkte nach Palästina ist im Verlauf der Krise fast ausnahmslos zurückgegangen. Der Tiefpunkt liegt jedoch, wie die Statistik zeigt, im .Jahre 1931. Für das folgende Jahr sind für mehrere Warengruppen bereits wieder Exportsteigerungen zu verzeichnen. Von der Gruppe der Lebensmittel und Getränke interesslert die Tatsache, daß der Bierexport sich um rund 20 Prozent abschwächte gegenüber einem 40 prozentigen Rückgang der deutschen Gesamtausfuhr. In der Gruppe der Rohstoffe und halbfertigen Waren ist bemerkenswert, daß der Export der chemischen Grund- Stoffe (Kaliumsulfat, Kalksalpeter) sowie Arzneiwaren und sonstigen chemischen und pharmazeutischen Produkte erheblieh zurückgegangen ist. Dagegen konnten deutsche Farben und F a r b w a r e n in verstärktem Maße abgesetzf werden, ohne daß allerdings die Absatzziffcrn von 1930 erreicht werden konnten. Den Hauptanteil des deutschen Exports nach Palästina nehmen natürlich die Fertig waten ein. Was bei Durchsicht der Statistik besonders auf fällt, ist der beträchtliche Rückgang der deutschen Schuheinfuhr. Die scharfe Senkung des Schuhexports mach Palästina scheint aber nicht die Folge bestimmter örtlicher Verhältnisse zu sein. Der deutsche Gesamtschuhexport büßte fast um */< der Vorjahrsausfuhr ein. Inwieweit auch die Niederlassung von Bata den palästinensischen Schuhmarkt beeinflußt hat, läßt sich schwer sagen. Gleichfalls scharf rückgängig ist der Export von groben Holzwaren, Packpapier, Glas- und Olaswaren, Einzelteilen für Maschinen (Hähne, Ventile), Kochgeschirren und Lampen. Der Markt für Schreibmaschinen, Spreclimaschinen, Nähmaschinen und Last- und Liefermotorwagen scheint nach Steigerung des Exports im Jahre .1931 zunächst ausreichend versorgt zu sein. Ausfuhr Aus Deutschland 1930 1931 1931 Zub*w. Zu. bxw. Produkte in 1000 Rm. Abnahm« 1932! 1931 t» % d. deutschen Gesamt״ Handels in °/0 I. Lebensmittel und Getränke: Erzeugnisse landw. Nebengewerbe (Roggenmehl, Oraupen, Grieß usw.) 183 69 82 + 18,8 Bier 215 194 149 -23,2 -45,9 11. Rohstoffe und halbfertige Waren: Seifen, Schmiermittel, Fette Chem. Grundstoffe (Ka- 96 88 84 - 4,5 Iiumsulfat, Kalksatpeter, Harnstoff) 99 69 22 -89,1 Farben und Farbwaren 156 113 135 + 19,5 Riechu. Schönheitsmittel Arzneiwaren u. sonst, chem. 62 67 59 + 8,5 und pharm. Erzeugnisse 345 342 278 —18,7 III. Fertige Waren : Strümpfe, Socken, ganz od. teilweise aus Kunstseide Sonstige Waren aus Seide 111 103 91 -11,7 -61,1 und Kunstseide 227 271 232 -15,0 Wollgewebe (Kleiderstoff) 190 149 135 - 9,4 -55,5 Sonstige Waren aus Wolle Gewebe aus Baumwolle, 169 82 84 + 2,4 bunt gewirkt 70 35 61 + 74,3 -48,1 Strümpfe aus Baumwolle 71 39 44 + 12,8 -62,1 Sonst. Waren a.Baumwolle 341 139 205 + 47,5 Kleider, Putzwaren 215 73 167 +128,8 Schuhe 409 161 60 — 62,7 Sonstige Lederwaren 69 34 47 + 38,2 Waren a. weich. Kautschuk 161 117 114 — 2,6 Grobe Holzwaren 153 109 74 — 32,1 Feine Holzwaren 72 48 28 -41,7 Kinofilme 87 58 49 —15,5 — 10,2 Sonstige Filme Kämme, Knöpfe und ahn- 85 19 15 — 20,1 -18,5 liehe Waren 72 41 46 + 12,2 -33,8 Packpapier 102 87 60 -31,0 -51,4 Sonstige Papierwaren 297 60 48 — 20,0 Bücher 60 61 48 — 21,3 — 24,0 Porzellan Wandbekleidungsplatten 77 70 71 + 1,4 — 34,8 aus Ton oder Steingut Waren aus Steingut (Ap- 57 49 88 + 79,5 -48,1 parate und Instrumente zu chemischen Zwecken) 48 62 90 + 73,1 -27,2 Sonstige Tonwaren 29 27 23 -14,8 Glas und Glaswaren Träger und Stabeisen aus 287 234 157 -32,9 schmiedbarem Eisen Röhren, roh u. bearbeitet, 284 155 18 aus schmiedbarem Eisen Milchkannen, Laternen, 442 336 263 — 21,7 Lampen, Oefen Röhrenverbindungsstücke, 207 253 227 -10,3 -45,0 Hähne, Ventile u. ähnl. aus schmiedbarem Eisen Baü: ufld Mpbelbeschläge, 132 112 61 — 45,5 48,9 ־ Scharniere, Türfedern u. ähnliche Gegenstände 103 106 121 + 14,2 -35,4 Schlösser, Schlüssel Oeschliffene Blattklingen 99 70 78 + 11,4 -28,8 für Rasierapparate, feine Messer und Scheren 165 148 132 — 9,6 -35,8 Sonstige Eisenwaren 547 559 501 — 10,4 Badewannen Kochgeschirre, Lampen u. and. Eisenwaren, bearb. 61 63 116 +101,9 — 36,5 104 147 94 -36,1 — 38,8 Waren aus Aluminium Sonst. Waren aus Alumi- 101 103 82 -20,4 -32,6 nium, Blei, Zink und derartigen Legierungen Waren aus gegossenem 64 25 32 + 24,0 Messing, lackiert od. pol. Kupfer-,Tombak-,Messingwaren, verniert, gefärbt, mit Aluminium uberzo- 232 149 128 -14,1 -35,7 gen oder vernickelt Sonstige Kupferwaren und 83 06 102 + 82,1 -26,0 derartige Legierungen Draht aus unedl. Metallen, 116 109 85 -22,0 überzogen, umwickelt, für die Elektrotechnik 58 70 65 — 9,7 — 26,0 Schreibmaschinen 94 29 13 — 55*0 -37,8 Sprechmaschinen Sonstige Waren aus un- 34 62 31 -50,0 -75,6 edlen Metallen 123 111 107 — 3,6 Dieselmotoren Nähmaschinen m.Gestellen 170 171 139 — 18,7 -28,9 oder für motor. Betrieb 157 127 81 — 36,2 - 32,7 Metallbearbeitungsmasch. 88 99 81 —17,2 -17,8 Holzbearbeiiungsmasehin. Maschinen zum Polieren v. 44 72 74 + 2,8 -53,7 Spiegelglas, Teigwaren und Materialprüfungsmaschinen 85 131 64 -51,1 -33,0 Sonstige Maschinen und Einzelteile Elektr. Vorrichtung, f. Be- 394 267 286 + 11,3 leuchtung, Kraftübertrag. 166 139 139 — -28,3 Sonst, elektr. Erzeugnisse Lastu. Liefermotorwagen 288 222 201 — 9,5 mit einer Tragfähigkeit von 2 bis einschl. 5 t _ 113 40 — 64,6 -59,2 Sonstige Fahrzeuge und Bestandteile 47 35 59 + 68,6 Musikinstrumente 84 53 56 + 5,7 Gewebe und Strümpfe aus Baumwolle konnten im Vorgängeneu Jahr in größeren Mengen exportiert werden. Aber auch hier bleiben die Ausfuhrwerte hinter den Zahlen des Jahres 1930 zurück. Dasselbe gilt für Kleider und Putzwaren, Schlösser, Schlüssel, Ware« aus Aluminium, Blei, Zink und sonstige Maschinen und Einzelteile. Obwohl sich die Krise im abgelaufenen Jahr scharf auswirkte und Deutschland unter der wirtschaftlichen Depression besonders schwer litt, ist die stetige Ausfuhrsteigerung für bestimmte nachstehende □fiter besonders auffallend. Es sind zu nennen: Wandbekleidungsplatten aus Ton oder Steingut, Apparate und Instrumente aus Steingut für chemische Zwecke, Bau- und Möbclbcschläge, Scharniere und ähnliche Gegenstände, Badewannen, .Waren aus Kupfer, Tombak und Messing, Holzbearbeitungsmaschinen und sonstige Fahrzeuge und Be. standteile. Es handelt sich hier im wesentlichen um solche Waren, die für das Baugewerbe in Frage kommen und als Hausgegenstände Verwendung finden. Der Außenhandel eines Landes spiegelt in gewisser Weise die wirtschaftliche Lage wider. Auch Palästina ist von der Weltwirtschaftskrise betroffen worden. Gegenwirkungen konn. ten jedoch die schwerwiegenden Folgen in bestimmtem Maße abschwächen. Zeitschriften - Schau Zur politischen Ideologie Im Februarheft der ״Europäischen Revue“ ver. öffentlicht Karl Schmitt, der bekannte Staatsrechtslehre^ einen für das Verständnis der neuen politischen Strömungen wichtigen Aufsatz ״Weiterentwicklung des totalen Staates in Deutschland“. Der Aufsatz enthält eine scharfe Kritik der bisherigen politischen Einrichtungen, die durch das System der Parteien völlig verzerrt worden sind. Sowohl die Wahlen, als auch das Parlament und der einzelne Abgeordnete sind längst nicht mehr das, was die Verfassung damit be■ zweckte, sondern alle diese Einrichtungen sind gänzlich de• naturiert und nur taktische Mittel im Kampfe jeder Partei gegen jede andere und aller Parteien gegen Staat und Regie, rung. Demgegenüber fordert Schmitt einen ״totalen Staat im Sinne der Qualität und der Energie“. Man könne diese Not■ Wendigkeit nicht mit Entrüstungsschreien als barbarisch, sklavisch, undeutscli oder unchristlich von sich weisen. Infolge der technischen Entwicklung hat der Staat heute so ungeheure Einwirkungsmöglichkeiten, daß alle bisherigen Vorstellungen von staatlicher Macht dagegen erblassen. Auch eine Revo• lution ist darum fast unmöglich geworden, da auch sie ein« ״totale“ sein müßte, d. h. gleichfalls alte die technischen Machtmittel beherrschen müßte, die heute in der Hand des Staates vereinigt sind. Sofern Schmitt auf die Verhältnisse is! Deutschland anspielt und gegen die hier herrschende weite Pressefreiheit Stellung nimmt, ist der Artikel veraltet. Die Tragweite und Wirkung der ungeheuren M'achterweiterung des modernen totalen Staates können wir, so sagt Schmitt, noch kaum ahnen, weil unser Wortschatz und unsere Phantasie nod! tiet im 19. Jahrhundert stecken. Zu diesen Ausführungen Schmitts nimmt im Märzheft der katholischen Zeitschrift ״Hochland“ (Köselsche Verlagsbuchhandlung, München) Dr. Friedrich Fuchs Stellung. Der Verfasser erklärt, die Kirche müsse sich dem Totalitätsanspruch des Staates entgegensetzen. Schmitts ״totaler Staat“ bedeute in der Praxis der historischen Wirklichkeit Christen. Verfolgung, spanische Inquisition, Bartholomäusnacht nsw. Der Einzelmensch sei im Religiösen verwurzelt, daher müsse der totale Staat entweder versuchen, das Religiöse zu zer. stören oder es in seine Interessen-Sphäre einzubeziehen. Der Verfasser kommt schließlich zu der Feststellung, daß die katholische Kirche in Deutschland das ״Gewissen Deutsch, lands“ bleiben müsse. — ln dem Leitaufsatz des Heftes ״Das Reich als Idee und Wirklichkeit“ wird die Idee des ״Reiches*■ als eine katholische Idee in Anspruch genommen. Es sei die Aufgabe der Deutschen, nurt ein neues Reich aufzubaucn, das größer und umfassender sei als das Bismarcksche Reich. In einem anderen Aufsatz ״Der Nationalsozialismus am Scheidewege“ bespricht Ferdinand Muralt die Einstellung der Nationalsozialisten zur Frage des Sozialismus und der Wirtschaftspoiitik. Auch dieser Aufsatz ist, kurz nach seinem Erscheinen, in grollen Teilen bereits als veraltet zu bezeichpen, da die politischen Voraussetzungen, von denen er ausgeht, sich geändert haben. Die Tagung der Revisionisten Kattowitz, 22. März. (J. T. A.) Am 20. März begann in Kattowitz die Tagung des Parteirates der Union der Zionisten- Revisionisten bei Anwesenheit von über 40 Delegierten aus den europäischen Ländern, aus Palästina und aus Kanada. Jabotinsky hielt ein einleitendes Referat. Er charakterisierte beide Strömungen, die im Revisionismtis nebeneinander einherlaufen. Die eine Strömung führt in die Richtung einer selbständigen revisionistischen Politik mit dem Ziele der Wiederaufrichtung des Juden- Staates und der Beeinflussung des Zionistischen Kongresses in diesem Sinne. Die zweite Strömung sieht ihre Hauptaufgäbe in der Eroberung des Zionistenkongresses und damit der Führung in der Zionistischen Organisatiotj. Die in Calais und in Wien angenommenen Beschlüsse stellen Versuche dar, diese beiden Strömungen zu einem Hauptstrom zu vereinigen. Es hat sich aber gezeigt, daß diese Beschlösse die Meinungsverschiedenheiten nicht ganz überbrücke n. Führende revisionistische Kreise vertreten die Meinung, daß die revisionistische Organisation keine sollvereine Körperschaft ist und daß ein Primat der Disziplin, der revisionistischen Union nicht besteht. Es sei darum notwendig, ein für allemal eine bindende Entschließung über die Frage des Primats zu fassen. Zum Schluß beantragte Jabotinsky die Vermehrung der Zahl der Mitglieder der Exekutive der Union um drei Personen, die seiner, Jabotinskys, Richtung angehören. Mit einem Korreferat trat der Führer der gemäßigten (schekdz.ahlendcn) Richtung, Meer Groß man, hervor. Er erklärte, heute müsse die praktische Arbeit in den Vordergri״•:׳! treten. Faktisch haben die Revisionisten noch nicht einen Augenblick lang die politische Arbeit deswegen aufgeben müssen, weil sie sich der Disziplin der Zionistischen Organisation unterwerfen. Es sei durchaus möglich, daß die Revisionisten durch planmäßigen Kampf den Zionistenkongreö und damit die Führung im Zionismus erobern. Es sei darum nicht notwendig, zu den in Calais und in Wien angenommenen Beschlüssen noch ergänzende Beschlüsse zu fassen, auch sei es nicht möglich, den Vorschlag auf Erhöhung der Zahl der Mitglieder der revisionistischen Exckutive um drei Personen anzunehmen. Nach Großmans Rede trat eine längere Pause ein. Um 4 Uhr nachmittags begann die allgemeine Aussprache über die Referate. Elch an an Lewin (Warschau), Dr. Hoffmanra (Riga) und Dr. Weinschal (Palästina) unterstützten die Tese Jabotinskjs, während Ing. Scheskin und Dr. Marcus (Warschau) Großmans Standpunkt guthießen. In der Abend- Sitzung hielt Richard Lichtheim (Berlin) ein Referat. Innerhalb des Parteirates bildete sich eine Zentrumsgruppe, die ihre Aufgabe darin sieht, jede Tendenz für Spaltung zu bekämpfen. An der Spitze dieser Gruppe stehen Schwarzmann (London) und Scheehtmann (Paris-Warschau). Stricker hielt eine Rede, in der er sich für das Verbleiben in der Zionistischen Organisation aussprach. Jabot i n s k y hielt dann eine dreistündige Rede, in der er den Parteirat aufforderte, über die Frage des Primats der Disziplin endlich Klarheit zu schaffen. Nach der Rede Jabotinskys wurde eine Kommission zur Ausarbeitung einer gemeinsamen Plattform für beide Richtungen im Revisionismus eingesetzt. Dieser Kommission gehören an: Dr. Weinschal (Tel-Awiw), Dr. Sclivarzmann (London), Bukspan (Wien), Dr. Wdowinsky (Bielsko), Dr. Scheehtmann (Paris) und Dr. Mar• cus (,Warschau)»

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