Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 24 (24.3.1933)
- Date
- 1933-03-24
- Page
- Seite 119 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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I Nr. 24, 24. Hl. 1933 JÜDISCHE RUNDSCHÄÜ Seite 119 Im biblischen Simsonlande Von Simon Menczcr, Tel-Aviw Anderthalb Stunden Bahnfahrt von Tel-Asviw entfernt, auf dem ansteigenden Wege nach Jerusalem, liegt die bulgarischjüdische Kolonie Har-T uw, der Mittelpunkt des Simson- und Delilaländchens. Altäre, Gräber, Höhlen und Trümmer erzählen von dem Leben, das einst hier herrschte, und zwischen den Häusern der Siedlung kann man noch jetzt Reste von Wein- und Oelpressen erkennen. Westlich von Har-Tuw, mitten in einem steinigen Felde, steht einer der interessantesten Altäre des Landes, der Manoach-Altar. Wie ein riesiger Stumpf eines Urwaldbaumes scheint er untrennbar fast mit dem Erdreich verwachsen, allen Ungewittern der Jahrtausende Trotz bietend. Zu dem über zwei Meter langen und anderthalb Meter hohen Altar führen von der Südseite drei Stufen hinauf und oben am geglätteten Gestein sind zwölf Vertiefungen zu sehen, die zur Aufnahme des Opferblutes und der Oe- und Wcin.׳-res:henke dienten. Auf diesem Felsaltar soll Manoach sein Dankopfer dargebracht haben, als ihm ein Engel die Geburt seines einzigen Sohnes Simson verkündete. Von diesem Altar führt ein sehr steiler schmaler Steg nach der Geburtsstätte Simsons, dem hochgelegenen biblischen Zorah, das auch heute noch seinen Namen beibehält. Auf dem Gipfel deckt ein kuppelartiges Gewölbe das Grab des heiligen Nebi Zameth, den eine arabische Legende als einen Bruder Simsons bezeichnet. Vielleicht ist dies das Grab, von dem der jüdische Reisende R. lizehak Chilo, als er im Jahre 1331 Palästina besuchte, erzählt, daß man in Zorah Simsons Grab zeige. Dem Orabe benachbart ist die ״El-Bad“ genannte Höhle, in der noch gut erhaltene Oel- und Weinpressen vergeblich aut geschäftige Hände warten. Oestlich von Har-Tuw gegen Jerusalem zu ist zwischen aufrechten nackten Felsen die ״Simson-Höhle“ versteckt. Viele Forscher wollen in ihr und in dem sie umgebenden Fels die im Richterbuche erwähnte ״Etam-Felsspalte“ gefunden haben. Schwarz ist das Innere von den vielen Feuern, die die wandernden Hirten im Winter hier legen und vor Zeiten diente sie auch einsiedlerischen Mönchen als Kloster. Reste einer kleinen Festung, Wasserbassins und felsgehauene Stufen erinnern an die einsamen Menschen, die hier lebten. —• Verläßt man das zentrale Har-Tuw in der Richtung nach dem Dorfe Der-Aban und überquert das Geleise an der Stelle, wo das seiner Edelreben wegen berühmte ״Kafar Soreck“ lag — der Bischof Eusebius erwähnt es noch im 4. Jahrhundert —, so nähert man sich der Anhöhe, die ein Schlachtfeld Simsons gegen die Philister bildete und wo er nach der biblischen Erzählung mit dem Kinnbacken eines Esels 1000 Philister erschlug. Diesem Kinnbacken (hebräisch Lech!) verdankt die Anhöhe ihren Namen. Zwei Stunden eines wildromantischen schwierigen Weges von ״Rarnath-Lechi“, durch kleine Wasserspalten, Schluchten, Gestrüpp und Waldreste, erreicht man eine der schönsten Naturböhlen des Landes, die 68 Meter lange und 42 Meter breite ״Höhle der Zwillingc“. In den Spalten nisten Tauben und von der Decke im Inneren hängen Fledermäuse herab. Nicht allzu groß ist der rundliche Eingang und was dem Auge zuerst auffällt, sind die Stalaktiten und Stalagmiten in ihren verschiedensten Formen. In der linken Höhlenecke droht ein 18 Meter tiefer Schlund die Neugier und den Wissensdurst des Menschen zu bestrafen, und flüsternd erzählen sich die Fellachen, daß in diese Tiefe, wo Menschenknochen gefunden wurden, die Körper der ״treubrüchigen und der einen unlauteren Lebenswandel führenden Frauen/immer“ geschleudert werden. An der rechten Ecke aber erquickt das kalte Regenwasser, das hier, tropfenweise höhlend, sich ein natürliches Bassin bildete, die auf Händen und Füßen am schlüpfrigen Gestein emporkricclienden Dürstenden und der stete Aufschlag der fallenden Tröpfchen raunt Gehciinnisse der Urzeit zu und verkündet bescheiden das gelöste Problem des perpetuum mobile. Auch heilwirkende Kraft wohnt dem Höhlenwasser inne und nach den Erzählungen der umwohnenden Fellachen genesen an ihm nicht nur Hautkranke, sondern auch unfruchtbare Frauen. So weiß eine arabische Sage zu berichten, daß in einem nahen Dorfe zwei Frauen eines Mannes lebten, von denen eine durch ihre Unfruchtbarkeit ein verbittertes Leben führte, bis sich Allah ihrer erbarmte und sie nach einem Bade im Höhlenwasser ein Zwillingspaar gebar, dem nun die Höhle ihren Namen verdankt. Das Nachts aber traut sich kein Fellache die Höhle zu betreten, denn dort sammeln sich alle bösen Geister, und Lilitli mit ihrem Gefolge führen ihren nächtlichen Reigen auf. Einst erbot sich im nahen Der-Aban, wie die Dorfleute erzählen, der junge heldenhafte Chamdan, die Höhle bei Nacht aufzusuchen, um sich als Lohn nicht nur den Titel ״Held der Gegend“, sondern auch die schöne Scheichstochter Zarifah, die er schon lange im stillen liebte, zu erwerben. Mit einem mit Kupternägein beschlagenen Zeltpfeiler stieg er im Nachtdunkel in die Höhle hinab, um ihn in eine Felswand zu schlagen, wo ihn am kommenden Morgen die Dorfsleute finden sollten, als beredten Zeugen seines wahren Unternehmens. Das Schlagen der fallenden Wassertröpfchen, das Lispeln der nächtlichen Winde und das Geräusch dieser fliehenden Fiedermäusc — all die bösen Geister und Teufei — ließen Chamdan beim Betreten der Höhle sein Herz im Busen erzittern, doch verlor er den Mut nicht, denn vor seinen Augen erstrahlte die Gestalt der schönen Zarifah. Tiefer drang er in die Höhle ein und mit voller Kraft schlug er den Pfeiler in die Wand. Mit dem Pfeiler aber schlug er auch unvorsichtigerweise einen Teil seines breiten Gewandes in den Fels und so verblieb Chamdan ein Gefangener der bösen Geister. Das Tageslicht sah er nicht mehr und noch heute zeigen die Fellachen aut die menschenähnliche Steinsäule in der Holde als auf den versteinerten Chamdan, denn nicht ungestraft soll ein Erdensohn die Nacht der bösen Geister stören. — Wandert man südwärts von Har-Tuw eine Stunde die Straße, so gelangt man zu den Ruinen von Beth-Schemesch, einer in alten Zeiten strategisch sehr wichtigen Stadt. Hier kreuzen sich die Wege Nord-Süd und Ost-West und dieser Stadt fiel die wichtige Aufgabe zu, den jeweils nach Jerusalem anstürmenden Feind aufzuhalten. Unweit Beth- Sehemesch, auf der Straße, die von Aschkalon und Aschdod nach Jerusalem führte, befindet sich ein Meilenstein mit einer römischen Inschrift aus dem Jahre 162 n, Ch., der Zeit des Kaisers Marcus Aureiius. Auf dem Kahlen Hügel, der in seinem Inneren vielleicht fünf Jahrtausende alte Städteschichten birgt, ist ein Heiligengrab, das die Fellachen als das Grab Simsons bezeichnen und es auch ״Schamschon Agbar“ nennen. Schon im April 1911 begann die ״Palestine Exploration Fund“ unter Leitung von Dr. Mackenisie wissenschaftliche Ausgrabungen auf diesem Hügel, wo man nicht nur das biblische Bet-Schemeseh, sondern auch noch Städte viel früherer Epochen zu entdecken hoffte. Damals wurden auch die Fundamente einer zweieinhalb Meter dicken Stadtmauer und viele Tongerate aus der Zeit der Philister gefunden, deren Verzierungen die Annahme, daß das Ursprungsland der Philister die egäisehen Inseln seien, noch verstärkte. Aus der israelitischen Zeit wurden ebenfalls Tongeräte gefunden und unter ihnen eine Tonschüssel aus dem 5. Jahrhundert v. Ch. mit der althebräischen Wortautschrift ״Acha“ und auch ein bereits abgeriebenes Siegel aus der Zeit des Königs Hiskia. An einer anderen Stelle des Hügels wurden die Hofmauem eines Klosters aus der Byzantinerzeit bloßgelcgt. Vor anderthalb Jahren grub hier die amerikanische Universität Heverford, und außer Zisternen aus der israelitischen Zeit wurde unter den Scherben ein Henkel eines Tonkruges entdeckt, ..u! dem das Wort ,,Lamelech“ —- dem König — geschrieben ist. In solchen Krügen pflegte man dem König die Naturalleistungen in Oel oder wein zu entrichten. — Von Beth-Schcmesch steigt südlich eine Straße nach dem unweit gelegenen Beth-Gamal, dem Sitz eines italienisehen Klosters und einer Landwirtschaftsschule, an. Der große Bau überragt mit seinen Spitzen die gesamte Gebirgsgegend und die mit Frucht- und Waldbäumen dichtbepflanzten Abhänge sowie die tiefer gelegenen Getreidefelder bilden einen erfreulichen Gegensatz zum grauen, meist pflanzenlosen Kolorit dieses Ländchens. An die fünfzig Zöglinge, zum großen Teile armenische Waisenkinder, genießen da ihre Ausbildung und Erziehung. Dieser Ort spielt auch in der christlichen Legende eine Rolle, und nicht ohne Stolz bemerkte der Vorstehcr und Leiter, daß diese Besitzung einst dem jüdischen Fürsten R. Gamaliel II. gehörte, von dem auch der Name herrühre. Aut einer Höhle, in der die Gebeine der heiligen Stetanus und Nikodemus gefunden worden sein sollen, wurde in der byzantinischen Zeit ein Kloster errichtet, dessen Fundamente man bei Grabungen im Schulhofe im Jahre 1916 entdeckte. Auf Teilen des auch freigelegten Mosaikbodens sieht man den Kopf eines schönen Landeshirschen, ein in einem Rahmen geschlossenes Kreuz und den Rest einer griechischen Inschrift zu Ehren des heiligen Stefanus. Vom Bachen Dach des Hauses überblickten wir noch das prächtige Panorama des Simsonlandes und mit neigender Sonne traten wir den Rückweg nach Har-Tuw an. — Noch aus dem Anfang der israelitischen Eroberungszeit ist Har-Tuw bekannt. Hier verlief eine Grenze zwischen den Stämmen Juda und Dan einerseits und den Philistern, die südlich des Dan-Landes die Schefelah-Ebene bewohnten und stets in das Innere Judäas einzudringen suchten, andererseits. In der Umgebung Fiar-Tuws schlängelt sieh auch der ״Nachal-Soreck“, den die Philister bei ihrem Vordringen überschreiten wollten und so litten die Dan-Leute unter ihren Ueberfällen. In diesem Gebiete focht nun Simson seine Kämpfe mit den Philistern aus und erschlug ihrer 1000 mit dem Kinnbacken eines Esels. In den Weinbergen Timnahs zerriß er den Leu, der sieh ihm in den Weg stellte, und gab dann den Philistern seine Rätsel auf. In den einst bewaldeten Abhängen fing er 300 Füchse und ließ sie mit brennenden Fackeln in den verschlungenen Schweifenden gegen die Getreidefeld«4 und Weinberge der Philister laufen. fm ״Nach a I-Soreck“ verliebte sich Simson in die verführerische D e 1 i 1 a h, die ihn den Philistern verriet, und noch heutzutage nennen die Araber dieser Orte eine kokette Frau Dalalah. Seiner Kraftlocken durch Delilah beraubt und von den Philistern geblendet, mußte er vor ihren Fürsten spielen, bis sein Haar naehwuchs und der ״Richter und Narr“ wiederum die Kraft besaß, mit seinen Armen die Säulen des Festhauses der Philister zu stürzen und ״ihrer im Tode mehr zu erschlagen, als er es bei Lebzeiten tun konnte“. — Jahrtausende sind verstrichen und der Name des biblischen Helden lebt im Simsonlande fort. Jedes Dorf, jeder Hügel, jeder Bach und Fels, jede Höhle und jedes Grab, wetteifern in diesem kleinen Ländchen mit dem großen Heldennamen und geben Kunde vom Heroenzeitalter eines Volkes! Die amerikanische Palästina-Kampagne wird am 29. März mit einer Veranstaltung eröffnet, deren Ehrengast Nathan Straus jr., der Sohn des verstorbenen großen Philanthropen, sein wird. Dem Komitee, das die Einladungen zu der Veranstaltung unterschrieben hat, gehört auch der Gouverneur von New York und Freund des Präsidenten Roosevelt, Herbert Lehmann, an, außerdem Dr. Cyrus Adler, Felix Warburg usw. Präsident des Organisafionskomitees ist Louis Lipsky. Nathan Straus jr. ist ein Vetter des zum Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris ernannten Jessey Straus. Keren HaJessOd-Aktkm In England. Wir erhalten einen ausführlichen Bericht über die Aktion, die Herr Leib 1 a f f e während der letzten vier Monate zugunsten des Keren Hajessod *n England durchgeführt hat und dem wir folgendes entnehmen: jaffe hat in London und in vielen größeren Städten in zionistischen Gruppen, in Frauen- und Jugendorganisationen, Bne ßrith-Logen, Synagogen und Vereinen eine große Zahl von Reden gehalten und an verschiedenen Veranstaltungen teilgenommen. Es ist festziistellen. daß die jüdische und englische Oeffentlichkeit dieser Tätigkeit überall starkes Interesse und Sympathien entgegenbrachte. Die Arbeit von Jaffe war nicht nur eine propagandistische und nicht nur auf Geldsammlung gerichtet, sondern im besten Sinne eine erzieherische. Durch seine Vorträge und Reden wurde in die entlegensten Winkel des englischen Judentums die Kunde von dem Aufblühen Palästinas gebracht. Die Ergebnisse für den Keren Hajessod sind sehr befriedigend. Nach der Abreise von Leib Jaffe, der sich demnächst nach Kanada begibt, wird die Keren Hajessod-Arbeit in England fortgesetzt. Zum Hochschulantisemitismus. Vom 3!. März bis 7um 2. April 1933 findet in Genf eine Konferenz von Akademikern zum Studium der Frage der geistigen Abrüstung־ (Conference Universitaire potir l’Etnde du Desarmement moral) statt. Die Manifestation wird von sieben großen internationalen Stu denfenorganisationen einberufen, unter den Initiatoren befindet sich auch der Weltverband der Jüdischen Studenten. Es ist anzunehrnen, daß die Delegierten des Welfverbandes der Jüdischen Studenten die Gelegenheit benutzen werden, um die Frage des Universitätsantisemitismus aufzurollen. — Auf der Tagesordnung der diesjährigen Session des beim ״Institut International de Cooperation Intellectuelle“ existierenden ״Komitees der Internationalen Studentenorganisationen“ (Comite des Organisafions Internationales d’Etudiants) figuriert u. a. das ״Rassenproblem an d 8 n Universitäte n“. Die Sitzungen finden am 4. und 5. April 1933 in Paris statt, als Referenten über die Frage sind je ein Vertreter des ״Weltverbandes der Jüdischen Studenten“ und des International Student Servke (Wcltstudentenwerk) vorgesehen. Der Einzelhandelsverband Gera nahnf gegen eine Stimme einen Antrag an, wonach sämtliche jüdischen Mitgliedsfirmen aus dem Gtraer Emzelhändelsverband ausgeschlossen werden. In der Begründung des Anträges heißt es, daß es sich nicht um ein* kleinliche Konkurrenzausschließung handle; picht den Menschen wolle m«1T1 treffen, sondern das System. Der deutsche Mittelstand wehre sich gegen das, was ihm wesensfremd sei. Er müsse den Beweis erbringen, diß man sich darüber klar geworden sei, wohin er politisch gehöre und was er wirtschaftlich notwendig habe. K.J.V,-Reise. Wir erinnern nochmals an die am Montag, dem 27. März, abends 9.30 Uhr, im K. J.V., Bleibtret»- Straße 59, stattfindende Zusammenkunft aller Teilnehmer der K. J. V.-Reise. Wir bitten auch diejenigen, die mit der ״Ausonia“ fahren, zu der Besprechung zu erscheinen. Das Präsidium de* Vermischtes Hebräische Lehranstalt der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. Beginn des Sommersemesters am Mittwoch, dem 19. April. Neuanmeldungen für die neuen Anfängerklassem sowie für die Kurse für Mittlere und Fortgeschrittene! werden entgegengenom men. Ausstellung von SchQlerarbeiten. Die Jüdische Schule Klopstockstr. 58 (1 Min. vom Bahnh. Tiergarten) veranstaltet dieses Jahr wieder in ihren Räumen am 1., 2. und 3. April von 10—18 Uhr eine Ausstellung von Arbeiten, welche die Schüler und Schülerinnen im Laufe des vergangenen Jahres angefertigt haben: Zeichnungen, Werk- und Nadelaroeiten, freie Niederschriften, Statistiken, Unterrichtsprotokolle usw. Alle Angehörigen und Freunde der Schule sind herzliclist eingeladen, die Ausstellung zu besichtigen. Eintritt frei. Helft bei der Unterbringung jüdischer junger Mädchen aus dem Freiwilligen Arbeitsdienst Fangschleuse bei Erkner, WerlSeestraße 8, des Verbandes Berlin des Jüdischen Frauenbundes E. V. Nach 20wöchiger Dauer schließt der F. A. D. Fangschleuse. Es stehen zur Verfügung: Kontoristinnen, Stenotypistinnen, Schneiderinnen, Näherinnen, Verkäuferinnen und Hausangestellte. Zur Auskunft bereit sind: Frau Fanny ElKan, Berlin-Wilmersdorf, Sächsische Str. 2, Tel. Oliva 1861, Frau Berta Seligsohn, Berlin-Grunewald, Douglasstr. 31, Tel. Uhland 4193. An der Talmud Thora-Schule (Oberrealschuie) in Hambürg, die vor einem Jahre die Berechtigung als Vollanstalt erhielt, fand am 7. März d. J. zum zweitenmal das Abiturientenexamen statt. Sämtliche acht Oberprimaner bestanden die Prüfung mit gutem Erfolge. Sieben Prüflinge konnten vom mündlichen Examen befreit werden. Die Talmud Thora- Schule ist die einzige jüd. Oberrealschule in Deutschland. Anfragen und Anmeldungen an die Schulleitung, Grindelhof30. Jugend-Dezernat der Wizo. Vom 2. bis 5. Februar fand die erste Tagung der polnischen Jung-Wizo-Gruppen in Zakopane statt. An die Tagung schloß sich eine Sitzung der erweiterten Bundesleitung des Kontinentalbundcs zionistischcr Mädchenvereinigungen — Jugenddezernat der Wizo — an. Die Jung-Wizo-Gruppen Polens waren durch 96 Delegierte vertreten. Im Vordergrund der Verhandlungen standen die sehr aktuellen Fragen der Hachscharah und Alijah und die organisatorischen Beziehungen der vier Zentralen der polnischen Jung-Wiz» (Krakau, Lemberg, Lodz, Warschau) zueinander und zur Wiener Zentrale. Die Tagung beschloß die Schaffung einer Haushaltungsschule und die Organisierung städtischer Plugoth für gewerbliche Ausbildung. Die Tagung forderte auch eine vollberechtigte Vertretung der Wizo in den Palästina-Aemtern und die Erteilung von Mittel- Standszertifikaten an Frauen. Auf organisatorischem Gebiet wurde durch die Schaffung eines Oberrates eine straffere Zentralisierung der polnischen Jung-Wizo angebahnt. Ueberdies wurde die Herausgabe eines Mitteilungsblattes in polnischer Sprache beschlossen, das einen innigeren Kontakt der Gruppen ermöglichen soll. Ideologisch bestätigte die Tagung die bisherige .Stellung des K. B.-Jung-Wizo als einer Organisation, die den gleichen Wert auf die unmittelbare Arbeit für Palästina wie für die Erziehungsarbeit in der Gaiuth legt, und somit eine Vereinigung von chaluziseher und Gahrth-Organisation darstellt. In zionistisch-partcipolitischer Beziehung wahrt unsere Organisation auch weiterhin ihren politisch neuträlen Charakter. Dr. Henriette Lichtenstein. G*tte*dien4te- Frei lag, den 24. März, abends: In allen Synagogen (außer Syn. Liitzowstraße, Prinzregentenstr»ße und Sehmargendorf) und Alterversorgungsanstaiten: 6.30 Uhr; Syn. Lützow. slraßc: 6 Uhr; Syn. Prinzregentenstraße: 7.15 Uhr; Syn. Schnurgendorf (Altersheim): 7 Uhr. Predigten: Syn. Levetzowstraße: Dr. Lewlowiti; Syn. Fasanenstraße: l)r. Bergmann; Syn. Prinzregenten- Straße: Dr. Wiener. — Sonnabend, den 25. März, morgens (Neumondweihe); Synagogen mit altem Ritus und Alterversorgungsanslalten: 9 Uhr; Friihgottesdien.st: Svn. Rykestraße und Kottbusser Ufer — Aha was Reim: 6.45 Uhr; Synagogen mit neuem Ritus: Hauptgottosdiensl: 10 Uhr; Syn. Köpenick: 9.45 Uhr; Syn. Sclunargendorf (Altersheim): 10 Vhr; Früligottesdienst: Synagogen Linden- Straße, Levetzowstraßc und Prinzregenterc-traßc: 7.30 Uhr. Predig* ten: Alte Synagoge: Dr. Freier; Syn. Kaisorstraße: F)r. Freitnann; Syn. Rykestraße: Dr. Weyl; Syn. Pe :a.••;,׳. ••:.! : Dr. E. I.ew; Syn. Kottbusser Ufer — Ahawas Reim: Dr. W. I.ewy; Syn. Münebener Straße: Dr. A. I-evy; Svn. OruncwaM: Dr. Cohn: Neue Synagoge: Dr. Rlumemhal; Syn. Lindenstraße: Dr. Warschauer; Syn. Liitzowstraße: Dr. Saloinonski; Sin. Fa ■anen.-traße: Dr. Galliner. Jugendgotlesdienst: 12—1 F'hr: Gemeindesrhule, Boclimner Straße 8c; Leiter: Lehrer J. Waehsmnnn. 3.30 Uhr: .Syn. Pestalorristraße: Dr. E. Levy; 4 Uhr: Syn. Münchener Straße: Br. A. Levy. Sabbat-Ausgang: 7.07 L’hr. Gottesdienst an den Wochentagen; abends in allen Synagogen: 6.30 Uhr; morgens Synagogen mit altem Ritus (außer Syn. Münchener Straße): 7 Uhr; Syn. Mimchener Straße: 7.15 Uhr; Synagogen mit. neuem Ritus: 7.30 Uhr. Gottesdicnat des Belh Hamidrasch, Rosenthaler Str. 55, begründet vom Misraehi, Freitagabend und Sonnabend. Zeiten wie in dea Gemeindesynagogen mit altem Ritus. Berliner Kalender Berliner Zionistische Vereinigung. Steglitz, 27. März, 20.30 Uhr, Besprechung bei Walter liberg, Steglitz, Albrechtstr. 145. ־— S a v i g n y p 1 a t z, 28. März, 20.30 Uhr, Meinckcstr. 10, ״Palästina- Fragekasten“. — T 0 m p e 1 h o f, 28. März, 20.30 Uhr, bei Finn, Berliner Sir. 28a. Dr. Fritz R. Ascher, ״Palästina, ein Einwanderung»- land für deutsche Juden“. — Grüne wild, 30. März, 20.30 Uhr, Ort wird noch bekannt gegeben. Dr. Elias Auerbach. ״Bewölkerungsdiehtc im alten Palästina“. — Neukölln, 30. März, 20.30 Uhr, Brüdergemeinde, Isarstr. 8. Dr. Fritz Löwenstein, ״Jüdi'che Kullurfragcn“. Zu allen Veranstaltungen haben nur Mitglieder der B. Z. V. und cingciiihrte Gäste Zutritt. Fraucnarbeitsgemcintchaft für Palästina. Gruppe GrunewaH, am 28. März, nachm. 4.30 Uhr, Zusammenkunft bei Frau Friedrnana, Ilohcnzoßorndamm 52, Eingang Charlottcnbrurmer Straße. Klub Junger Zion Ilten. 28. März, 20.45 Uhr, Meinekestr. 10. Boris Eisen stadt, ״Die Lage der jüdischen Jugend“. — Ab- KhUllikf fflr Nichum Levin, veranstaltet vom zentralen Rat für hebräische Arbeit unter der Jugend, Sonnabend, den 25. März, abend* 8.30 Uhr, im B«!h Am, Kurfürstendamm 61. — Vereinigung lilr d!« Interetsen dir Alten Synagoge, letzte Veranstaltung ifn Wintersemester 1932/33, 25. Mäfz, afiends 8 Uhr, Rosensfr. 2—4. Vortrag von Rabbiner Dr. Heinrich Gescheit: ״Der antike Seder“. Fortsetzung des Zyklus: ״Gesänge, die wir in der Synagoge nicht hören“. Vorträgen• dft־t Kantor Samuel Aharoni. Gäste willkommen. המועצה המרכזית לפעולה עברית בין הנער עורכת נשף פרידה לנחום לוין׳ שיתקינו במוצאי שבת 25 במרץ בממונה והצי בערב _באולם בית העם העברי• Frankf;;.־'.;r Kalender. Zionistische Jugend- Gruppe, F.srhershcimcr Landslr. 85, II. Stock. Sonnabend, den 26. März, Lichtbildervortrag: Dr. Hermann Gundersheimer über: ״Gibt ea hm i1iöi*cbe EmAH' t