Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 18 (3.3.1933)
- Date
- 1933-03-03
- Page
- Seite 88 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 88 JÜDISCHE RUNDSCHAU Nr. 18, 3. m. 1933 Jüdische Konzerte Es ist in den letzten Tagen viel darüber gesprochen und geschrieben worden, daß die negative politische Entwicklung ein Gutes haben wird: der Jude wird sich aut sich selbst, aut seine eigene Kultur besinnen. Tatsache ist auch, daß sich gerade in diesen Wochen die jüdisch-kulturellen Veranstaltun- §en häufen. Wenn man aber in die mangelhaft gefüllten Säle lickt, so wird man doch etwas skeptisch... Gerade Chemia Winawcrs Konzert ״Traditionelle jüdische Musik‘‘ konnte einen Einblick geben in Werke, die man hier sonst nie zu hören bekommt, die — bis auf eine Ausnahme — Uraufführungen waren und die einen charakteristischen Ausschnitt aus der östlichen Synagogenmusik des 10. Jahrhunderts gaben. Wer kennt hier schon die Namen Nowakowsky, Boruch Schorr, Dunajewsky und Alman? Nur wenige ״Kenner“ wissen, daß diese Komponisten für den Osten beinahe dasselbe bedeuten, wie für den Westen Sulzer, Levandowsky usw. Sicherlich sind die synagogalcn Produktionen des 19. Jahrhunderts für das Totum der jüdischen Musik nicht besonders typisch. Und wenn Joachim Prinz in seiner formal ausgezeichneten Vorrede betonte, daß wir keine Leistungen hätten, die man den Schöpfungen Bachs, Beethovens und Mozarts gegenüberstellen könnte, so wird man das für die letzte Epoche unserer Musik — die allein ja bekannt geworden ist — ohne weiteres zugeben müssen. Man greife aber nur ein paar Jahrhunderte zurück — und man wird über den Melodien-, Formen- und Rhythmenreichtum überrascht sein, der uns da entgegensprudelt. — Aber auch unter den Werken, die Winawer zum Vorschein brachte und mit seinem vorzüglich feleiteten Chor aufführte, war genug des Hörenswerten, edentalis hätte man ihm einen größeren Hörerkreis gewünscht. (Daß das jüdische Publikum seine Uninteressiertheit bei einer mit so viel Talent und Mühe vorbereiteten Veranstaltung durch Nichterscheinen dokumentiert, ist ein Kapitel für sich.) Intercss,int war eigentlich fast alles an diesem Konzert, von Arno Nadels Orgelexperiment an bis zur ״Mawdolc“ von Zavel Zilberfs. Besonders eindrucksvoll war das ״W’schoniru“ von Nowakowsky, das ״Sefirath Omer“ von Alman und die beiden Volkslicdbearbeitungen von Gladstein mul Winawer (von denen Winawers Werk den Vorzug verdient). Vieles Thematische in der jüngeren ostjüdischen liturgischen Musik hat ja stark unter den Einflüssen I.cwandowskys und Silbers gelitten. Die Schwächen des untypischen Chorsatzes der westlichen Komponisten sind vielfach übernommen worden; sie haben oft den traditionellen Kern verdeckt. Immerhin war das Kennenlernen wertvoll und die Entdeckung und Darstellung der Werke verdienstlich. Von den Solisten verdient Margot Ruth G 1 a n t, eine ausgezeichnete Altistin, besonders erwähnt zu werden. * Das Konzert ״Geistliche Musik — 300 Jahre Synagogen- Gesang“ war von sehr hohem Niveau und von sehr im jüdischem Charakter; es hätte, mit Ausnahme weniger Momente, auch in einer Kirche stattfinden können. Die Werke wa-en in einen so neutralen Chor- und ürgcls.itz eingehüllt (die es nicht ursprünglich waren, wurden es durch die Bearbeitung des Dirigenten Leo Kopf), daß die jüdischen Motive der Melodik darin untergingen. Aber das war ja auch die 7entrale Tendenz der Veranstaltung: gerade die Entwicklung der liberalen, immer stärker reformierten Kifiialmusik zu zeigen. Eigentlich ״jüdisch“ .wirkte nur das ״Wehakohanim“, ein sehr interessantes Rezitativ aus einer Epoche, in das sich deutsche und polnische Traditionen mischten, das ״Ki k’phiphcho“ von Lewandowsky und Partien aus dem ״Uwchen jiskadasch schimcho“ von Schestopol. Interessant war natürlich noch vieles andere, z. B. das Lied für den Neunten Ab von Oskar Guttmann, der 51. Psalm von Leo Kopf (beide mit deutschem Text) und. besonders wertvoll das Orgelprähuiium von Hugo I.eichfentritf. die Chaconne von Vitali, die Sinfonie von Salomone de Rossi. Was dem Konzert aber seinen überragenden Charakter gab, waren die hervorragenden Solisten Alexander Kipnis, die Oberkantoren John und Friedmann, der Geiger Tossy Spiwakowsky, der Organist Erwin |ospc. Auch der Chor unter Leitung von Leo Kopf klang so gut wie noch nie. Dagegen war der Vortrag Ehrenrciehs zu Beginn von einer alles abtötenden!.finge, so daß die Wirkung des Konzertteils dadurch stark beeinträchtigt wurde. (Das Konzert fand in der Synagoge Prinzregentenstraße statt zugunsten der Wohlfahrtspflege.) * Zum Besten der Jüdischen Jugendhilfe (Produktivierung jüdischer Jugendlicher aus Deutschland in Palästina) hielt Herr Ministerialrat a. D. Professor Leo Ke stenberg im Atelier des Maiers Joseph Oppenheimer einen Vortrag über die Bedeutung Franz. Lis/ts für unsere Zeit mit pianistiseher Darstellung der Variationen über ein Motiv von Bach ״Weinen, Klagen, Sorgen, Zagen“, der H-.Moll-Sonato• und der beiden Franziskus-Legenden, l.is/t. der bekanntlich ein großer Antisemit war. hatte seltsamerweise eine starke Verehrung für die jüdische Synagogenmusik, die er durch Salon!on Sulzer kennenlernte. Kestenberg gab — in Worten und Tönen •— eine Interpretation der Lis/tsrhen Werlte, wie man sie nie zu hören bekommt: er betont das Menschliche, den geistigen Aristokratismus, das Expressive, das Religiöse und Kontemplative. Die Rezitative erhalten eine ganz neue Beleuchtung, einen verinnerlichten Sinn; das virtuosische Eiement verliert in Kestenbergs hervorragender Interpretation seinen ״penetranten“ Charakter. — Man kann es nur aufs lebhafteste begrüßen, daß Professor Kestenberg sich wieder dem Klavierspiel zugewandt hat. Alice J a co b - L 0 e w e n s o n. Kleine Nachrichten In New York starb Frau Therese Schiff, geb. Locb, Witwe nach dem 1920 verstorbenen berühmten amerikani- Sehen Finanzmann und jüdischen Philanthropen Jacob H. Schiff und Schwiegermutter von Felix M. Warburg. Die württembergische israelitische Landesversammlung hielt in Stuttgart unter dem Vorsitz ihres Präsidenten Dr. Hajum, Tübingen, ihre Jahreskonferenz ab, bei der der Präsident des Oberrates, Dr. Hirsch, eine längere Ansprache hielt, in der er auch zur gegenwärtigen politischen Lage in Deutschland Stellung nahm. Der Haushaltsplan für das Rechnungsjahr 1932/33 und 1933/34 wurde einstimmig angenommen. Die Ausgaben betragen etwas über M. 400000,—, die Einnahmen über M. 210 000,—, das Defizit wird durch Umlagen gedeckt. Dem internationalen Wach-Korps in Shanghai ist eine besondere jüdische Abteilung angegliedert, die zunächst aus 60 Mitgliedern des Brith Trumpeldor besteht, sich aber taglieh vergrößert. Bei der letzten Parade des Korps trug die jüdische Abteilung die weiß-blaue Fahne. Laut soeben veröffentlichten statistischen Daten zählte man im Jahre 1931 an den polnischen Hochschulen mehr als 48000 Studenten, davon waren 34 303 römischkatholisch, 8923 jüdisch. Anläßlich der Anwesenheit von Dr. Werner Senator in Bukarest fand im Hause des Großindustriellen Lazar Margulies ein Empfang statt. Abdullah will ein ״zweiter Ballour“ sein 1'־V *7t 1 *־׳ mtäat*... «, ,•> . , ־v - , W4 יי ז j. 4 Hauptstraße von Amman, der Hauptstadt Transjordaniers Emir Abdullah Jerusalem, 26. Februar. (J. T. A.) In einem Gespräch mit palästinensischen Persönlichkeiten, die ihn vor kurzem in Amman besuchten, soll Emir Abdullah von Transjordanien folgendes geäußert haben: ״Die Juden dürfen in mir einen zweiten Bai füu r sehen. Noch mehr: Balfour hat den Juden ein Land versprochen, das er nicht besaß, während ich. den Juden ein Land öffne, das ganz mir gehört.“ Diese Aeußcrung des Emirs wird als Symptom dafür angesehen, daß er immer noch an seinem Plane festhält, einen Teil Transjordaniens durch jüdische Siedlung und jüdische Arbeit entwickeln zu lassen. Die erwähntet! aus Amman nach Jerusalem zurückgekehrten Persönlichkeiten berichten weiter, daß der Plan jüdischer Siedlung noch immer das TagesgesprächinT ransjordanien bildet. Der Emir ist: einem ständigen Druck seitens seiner Anhänger ausgesetzt, die Verhandlungen mit den Juden wegen Bodenkaufs und jüdischer Siedlung zu einem positiven Abschluß zu bringen. (Mar! wird dieser Meldung mit einige Zurück-, haltung begegnen müssen, besonders solange die J.T. A. verschweigt, wer die ״Persönlichkeiten“ sind, die solches berichteten. — A. d. R.) 111n111in18n11u11111111111i1n11111111111111i11n1n1111)111111n11n1111!181nnn111111111nu1111111n1n111)111in11n11111111111111iun11111111111111n1111111111111n1i111111un111;111111n111i11n111111n11111ni1111111n1i1n11111111111111[n1n1uu11111111111111111n111n1)11u11111111tj11111111n1[11nun1111 Diplomatie Von Dr. med. et phil. W. Eli asb erg (München), Zu Anfang einer Besinnung darüber, wie die Beziehungen zwischen England und dem palästinensischen Aufbau beeinflußt werden können, begegnet man häufig einer nicht immer bewußten, grundsätzlichen Alternative. Man kann sic so bezeichnen: entweder Geschichte und Geschehen erfolgen zwangläufig aus den letzten Endes wirtschaftlich gegebenen Notwendigkeiten heraus; die Menschen vollstrecken vielleicht mit Schnörkeln zuletzt doch nur, was eben geschehen m u ß. In konsequenter Durchbildung ist dieser Fatalismus zwar heute nicht mehr modern; aber gerade unter der jüdischen Masse erfreut er sich noch einer nicht geringen Anhänger- Schaft. Die Konsequenz dieses Standpunktes ist es, daß aut Personenfragen, auf Fragen der Ausbildung, der Weltanschauung, der Diplomatie, wenig Rücksicht genommen wird, weil das alles ja nur den ideologischen Ueberbau, ein Kräuseln der Wellen an der Oberfläche darstellt. Nicht wenige Fehler der jüdischen Diplomatie beruhen auf dieser Grundüberzeugung. Wir kennen den englischen Beamten zu wenig und sind daher zu wenig in der Lage, ihn diplomatisch zu behandeln. Es wäre eine der brennendsten Aufgaben, dafür zu sorgen, daß die Kenntnis der Herkunft der Weltanschauung, der Vorbildung, der Einstellung des englischen Beamten verbreitet wird. Der Zweck dieses Aufsatzes ist es, aut die einschlägige deutsche und englische Literatur hinzuweisen. Ich nenne hierzu eine schon 192s erschienene Schrift von Bruck: Das Ausbiklungsproblcm des britischen Beamten in Verwaltung und Wirtschaft, Jena 1928; ferner in erster Linie Wilhelm Dibelius: England, 2. Bd., Lpz.-Bln. 1925. Von englischen Schritteil möchte ich aufmerksam machen auf die Berichte der Royal Commissions, insbesondere der von Sir William Beverid ge, Graham W a 11 a s, L a s k i. Ferner auf die Schriften von Hermann Einer. Die ältere Literatur ist in vorbildlicher Weise zusammengefaßt von Rudolf von Gneist ״Englische Verfassungsgcschichte“ 1882. Seit etwa der Mitte des vorigen Jahrhunderts, vorbereitet durch das Wirken Jeremy Benthams, vollzieht sich in der englischen Verwaltung allmählich ein langsamer Modernisierungsprozeß. Der aristokratische Gentleman, aufgezogen im Geiste klassischer Literatur, an den alten Universitäten Oxford und Cambridge, der Pass-Man und Poll-Man, verschwinden allmählich. Sehr allmählich setzen sich auch in England Kon• kurrenzprüfungen — Open Competitions — durch. Indes ha• ben die Civil Service-Commissioners auch heute noch infolge der sehr hohen Punktbewertung des Interviews die Möglichkeit, auf Grund persönlichen Eindruckes die first dass nach ihrem persönlichen Einfluß auszuwählen. Aul diese Weise bleibt das aristokratische Prinzip durchaus gewahrt. Es ist zwar eine englische Aristokratie, wobei eben das Wesentliche ist, daß der higher dass angehört, wessen Vater eine gehobene Lebensführung hatte. Die Aristokratie der Wappen und Ahnen gibt es ir. England tatsächlich nicht. Immerhin ist es auch heute noch so, daß eine moderne sozialwissenschaftliche Ausbildung den Studenten an der London School of Economics in weit höherem Maße vermittelt wird, als in Oxford und Cambridge. Wenn es in England eine geschlossene Aristokratie nicht gibt, so darf man andererseits nicht vergessen, daß der Englunder auch für den kontinentalen Sozialismus nicht viel Verständnis hat. Den sozialistischen Ueberzeugungen in England fehlt es am Klassenbewußtsein. Immer wieder wird das Bewußtsein der Klassenzugehörigkeit durchbrochen dadurch, daß Aufstiegsmöglichkeiten vorhanden sind, und daß der Einzelne mit gutem Gewissen aufsteigt, während der kontinentale Sozialist als Ueberläufer gilt, wenn er aufsteigt und demgemäß Gewissensbedenken hat, seine Klasse zu verlassen. Der englische Sozialist kann jederzeit in die Leben shaltung eines Gentleman aufsteigen und wird die dazu gebotene Chance gerne benutzen. Der höhere englische Beamte wird denjenigen, der bei seiner Klasse bleiben will, niemals verstehen. Der englische Gentleman wünscht behaglich, breit, bequem, hygienisch, insbesondere sauber, zu leben. Keineswegs erstrebt er Luxus, Sinnenkitzel, sensitive Genüsse, wie sie etwa den Franzosen gehobener Lebenshaltung umgeben. Einen hemmenden Einfluß übt die Religiosität und zwar insbesondere die Bibel aus. Der Text der Bibel ist, wie wir wissen, heute noch in England eine Macht, auch in politischem Sinne. Es gehört zu den Verdiensten Weizmanns, dies erkannt zu haben, Der Erfolg war die Balfour-Iieclaratioa. Worin liegt es, daß der englische Beamte in Palästina vielfach gegen jüdisch eingestellt ist? Durch die mohammedanische Indienpolitik wird das nur zu einem Teil erklärt. Hier spielen zweifellos Imponderabilien mit. Dem englischen Beamten ist offenbar der kontinentale Sozialismus der jüdischen Arbeitennasse unsympathisch. Menschen, die nie ,,Genttemen“ werden wollen, stehen ihm viel ferner als die coloured gentlernen, nämlich die arabischen Großgrundbesitzer — die arabische Masse zählt ja überhaupt noch nicht mit. Aufgabe der jüdischen Diplomatie wäre es, aut die Auswähl, die Vorbildung und die Fachbildung der englischen Beamten, die nach Palästina gehen sollen, einzuwirken. Es wäre schon etwas gewonnen, wenn vorwiegend Absolventen der London School in die Palästinaregierung cinträten. Jene Denkungsweise, die sich an den Idealen antiker Aristokratie gebildet hat, können wir sicherlich in Palästina am allerwenigsten gebrauchen. Das Ergebnis einer solchen Einflußnahme aut Personalfragen wird sicherlich den Aufwand an Mühe vielfach lohnen. Denn es sind eben doch Menschen, die regieren und die tnin* destens die Härte der Mächte zu mildern vermögen. ״Glückliches Palästina" ״The F i n a n ci a I News“ (London) hat soeben eine Palästina-Sondernummer der Oeffentlichkeit übergeben. In der vom High Coinmissioner für Palästina, Sir Arthur Wauchope, geschriebenen Einleitung heißt es: Daß ״Financial News“ Palästina eine Sondernummer widmet, ist als ein Tribut für die wachsende wirtschaftliche Bedeutung des Landes zu begrüßen. Erst allmählich wird man sich über die kommerziellen Möglichkeiten Palästinas klar. Di-e Citrus- Produktion nimmt von Jahr zu Jahr an Ausdehnung zu; die Kali-Gewinnung aus dem Toten Meer ist kommerziell bereits gewinnbringend; aus den Wassern des Jordan wird elektrische Kraft erzeugt; der neue Hafen von Haifa ist einer der schönsten im östlichen Mittelmeer und zur Aufnähme größter Schiffe bei jedem Wetter geeignet; Haifa wird bald der Endpunkt der Oelröhrenlinie vom Irak, so daß man diese Stadt als ein neues Tor zum Orient bezeichnen kann. Alle diese angedeuteten und noch andere Entwicklungen bieten englischem Kapital und englischer Industrie große Möglichkeiten in einem Lande, in dem immer wieder neue Fabriken errichtet werden, in dem die öffentlichen Einkünfte' im Steigen sind und das Vertrauen zur. weiteren Entwicklung groß ist. In der Hoffnung, daß die Bande Palästinas zu Großbritannien und dem British Empire enger geknüpft werden, empfehle ich diese Nummer der ״Financial News“ allen Lesern. In dem ״Glückliches Palästina“ überseliriebenen Leitartikel der Nummer wird ausgeführt: In einer Welt, der Depression, Arbeitslosigkeit, nicht ausbalanderte Budgets, verelendete Landwirtschaft und ertraglose Industrien den Stempel aufdrücken, bildet Palästina eine rühmliche Ausnähme. Es ist ein kleines Land, etwa vom Umfang von!Wales, aber es gedeiht und bietet Gelegenheit für gesicherte Investierungen. Heimat und Geburtsstätte dreier großer Religionen, ist Palästina Millionen Menschen ein heiliges Land. Die Nachkriegsentwicklung hat es nun auch zu einer wirtschaftlichen Bedeutung erhoben, die erst langsam erkannt wird. Palästina stellt heute einen beachtenswerten Markt dar. Er ist nicht leicht zu erobern, das Land hat drei offizielle Sprachen und in seiner Hauptstadt Jerusalem werden sogar 24 Sprachen gesprochen. Aber es gibt im Lande eine große europäische Gemeinde. Das Land bietet reichlich Gelegenheit für Investierungen in Landwirt- Schaft, im Baugewerbe, in der Erschließung natürlicher Hilfsqueircn und im Handel, dies alles bei einem reichlichen Maß von Sicherheit. Glücklicherweise hat die wirtschaftliche Prosperität Palästinas die politischen 'Differenzen unter seinen Einwohnern gemildert, in der Frage der Schaffung eines Legislative Council wird keine unangebrachte Hast an den Tag gelegt. Der Lage der arabischen Fellachen wird größere Sorge zugewendet. Wohl bestehen wirtschaftliche Differenzen, wie anderswo auch, aber solange sie eine Rückwirkung wirtschaftlichen Fortschritts sind, besteht Hoffnung, daß die Befürchtungen des nationalistischen Teils der Araber besänftigt und das Feuer des ungeduldigeren Teils der Juden gedämpft werden und daß eine Arbeit zu aller Nutzen getan wird. Die Palästina-Nummer der ״Financial News“ enthält auch Beiträge von Sir Robert Waley-Cohen, S. Hoofien, S. Toikowsky und Pinclias Rutenberg.