Jüdische Rundschau
- Journal
- Jüdische Rundschau
- Volume
- XXXVIII (1933)
- Issue
- Heft 16 (24.2.1933)
- Date
- 1933-02-24
- Page
- Seite 77 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 16,24.111933 Tradition und Moderne im heutigen Erez Israel Von Benno Otfenburg, Hamburg (Zeire Misrachi). Der Artikel von Rabbiner Dr. Isak Unna, betitelt ״Der Kampt um den Sabbat“ in Nr. 11 der ״Jüdischen Rundschau“ behandelte erfreulicherweise ein Problem, mit dem sich die zionistische Öffentlichkeit mehr als bisher beschäftigen sollte. Besonders hervorzuheben ist, dali wir in dem Verfasser wohl den einzigen nichtzionistischen Führer der deutschen Orthodoxic vor uns haben, der mit dem zionistischen Aufbau unseres Landes sich tief verbunden fühlt und der selbst an das palästinensisehe Kultur problem viel toleranter und weitherziger herantritt, als wir es bei diesem Teil der Judenheit gewohnt sind. In vielen Gedankengängen trifft sich Rabbiner Dr. Unna mit Auffassungen, die schon seit jeher innerhalb der Zionistisehen Organisation vom ״Misrachi“ vertreten werden. So z. B,, wenn der Verfasser sagt: ״In der Tat, alles hängt davon ab, daß eine neue geistige Grundlage gefunden wird, die das Alte, das Historische in sich aufnimmt. Denn cs war ja die Aufgabe der führenden Geister im Judentum zu allen Zeiten, die Ideen der Jeweiligen Periode dem Judentum und der Thora anzupassen, ohne Preisgabe des Erbguts der Väter eine Harmonie herzustellen zwischen der Thora und den Ideen der Zeit.“ Noch an manch anderer Stelle dieses Artikels finden wir Sätze, die zum rnisrachistischen Gedankengut gehören. Gerade aber wegen dieser weitgehenden Uebereinstimmung, in der wir organisierten Misrachisten uns mit Rabb. Dr. Unna befinden, scheint es notwendig, die Punkte autzuweisen, in denen wir in der Beurteilung palästinensischer Lebenserscheinungen von ihm abweichen. Es stimmt, daß für religiöses Judentum im Sinne der jüdischen Tradition wenig Verständnis aut seiten des neuen Jischuw vorhanden ist. Trotzdem ist das Problem nicht tief genug erfaßt, wenn man die palästinensische Oeffentlichkeit und insbesondere die Arbeiterschaft als Träger eines ״atheistisch-materiaiistischen Geistes“ hinstellt. Das Schlagwort vom ״atheistisch-materialistischen Geist“ wird der heutigen gristigen Situation in Erez-Israel nicht gerecht und sollte lieber aus der Diskussion verschwinden. Hat doch die jüdische Arbeiterschaft Palästinas bewundernswerte Beispiele ihres heroischen Idealismus geliefert, der nicht zuletzt von einer ״religiösen“ Begeisterung gespeist wird. Diese Arbeiterschaft ist tatsächlich in ihrem täglichen Handeln idealistischer als große Teile des jüdischen Bürgertums, das trotz seiner ״idealistisehen Weltanschauung“ in praxi dem gröbsten Materialismus huldigt. Die eingehende Kenntnis des palästinensischen Lebens wird auch nicht den Klassen kampt des palästinensischen Arbeiters schlechtweg als ״unjüdisch“ im religiösen Sinne abstempeln. Es handelt sich doch hier nicht etwa um einen Klassenkampf nach sowjetrussischcm oder sonst orthodox marxistischem Muster. Kaum eine Arbeiterschaft in der Welt besitzt wohl ein solches Verantwortungsgefühl für die Gesamt heit, der Nation wie die jüdische jn Erez-lsrael; eine Tatsache, die ihr bei den nichtzionistischen und bei vielen nichtjüdischen Sozialisten sehr verübelt wird. Heute kann man sogar ohne Uebertreibung sagen, daß sich in den meisten Fällen ihre Belange mit denen der jüdischen Gesamtheit decken, .während große Teile des palästinensischen Bürgertums mit einem gewissen Anarcho-individualismus sich dem Gesamtwohl entgegenstemmen. Man brauclrt kein Sozialist zu sein, um diese Tatsache anzuerkennen. In der religiösen Bewertung fallen gerade, was den Wirtschaftskampf anbetrifft, die Würfel zugunsten deT Arbeiter. Auch der palästinensische Klassenkampt findet seinen Nährboden in der ״urjüdischen Idee der sozialen Gerechtigkeit“. Wer die letzten Streiks in Erez-fsrael verfolgt hat, weiß, daß diese scharfen Kämpfe meistens von Gruppen heraufbeschworen wurden, die die soziale Entrechtung des Arbeiters betreiben. Unter diesen finden sich leider nicht selten sogenannte ״religiöse“ Juden, die, im engen Verein mit ihren nichtreligiösen Bundesgenossen, die wahren Urheber des proletarischen Klassenkampfes in Palästina sind. Wenn es sich hier um einen unvermeidlichen Kampf zwischen Unterdrücker und Unterdrückten handelt, sollte gerade vom Standpunkt des religiösen Judentums kein Zweifel darüber bestehen, auf wessen Seite man zu stehen hat. Das Zitat, welches Rabbiner Dr. Unna von Professor Hempel anführt, ist nicht sehr glücklich gewählt. Wenn mit Bezugnahme auf die Erziehung in den Kwuzoth gesagt wird, daß es wohl kaum so etwas Unjüdisclies wie ״diese Auflockerung, ja sogar Zerreißung des Familiengefüges“ gäbe, so zeugt diese Stellungnahme wahrlich nicht von einem tiefergehenden Verständnis für die tatsächlichen Zustände. Keineswegs soll hier der Vorsuch gemacht werden, der Er- Ziehung in den Kwuzoth eine jüdisch-religiöse Seite abzugewinnen. Wenn tatsächlich das Gegenteil der Fall ist, so aber niemals aus den Gründen, die in dem Zitat von Prof. Hempel zum Ausdruck kommen. Muß denn unbedingt, wie es hier in der stillschweigenden Voraussetzung geschieht, wirtschaftlicher [ndividualisrnus mit religiösem Judentum so- Zusagen identifiziert werden und jeder Kollektivismus im Sinne der Kwuzah als unvereinbar mit der jüdischen Tradition gelten? Erst wenn man von der Erkenntnis ausgeht, daß Sozialismus und Areligiosität der jüdischen Arbeiterschaft wohl historisch aber nicht s a c h I i ch Zusammenhängen, wird man einer Klärung: der Frage, die sich aus der antithetischen Gegenüberstellungwon Tradition und Moderne ergibt, näher* Kommen. Die spezielle Frage des Schabbath spielt bei dieser Auseinandersetzung nur eine untergeordnete Holle, weil sie nur eine Teilerscheinung in dieser Problematik darstellt. Selbst wenn, was sehr zu begrüßen wäre, die Schaffung eines arbeitsfreien Nachmittags in Form eines Weekend, wie etwa in England, Tatsache werden sollte, und somit die ,,ominösen“ Fußballspiele am Schabbath aufhören werden, bleibt die prinzipiclle Frage in ihrer vollen Schärfe bestehen und wird bei anderen Gelegenheiten nicht minder deutlich zum Ausdruck kommen. Die Geisteshaltung des neuen Jischuw wird nicht so sehr durch einen ״atheistischen Materialismus“ wie durch einen radikalen aufklärerischen Rationalismus charakterisiert. Es ist der Geist einer oberflächlichen Aufklärung, dem heute fast allgemein im neuen Jischuw gehuldigt wird. Diese Erscheinung erstreckt sich nicht nur auf die Arbeiter- Schaft, sondern hat weit über ihren Rahmen hinaus den größten Teil des palästinensischen Bürgertums ergriffen. Ist doch soziologisch gesehen, die osteuropäische Haskalah, deren Erbe das junge Palästina angetreten hat, ursprünglich ein Kind des Bürgertums. Wir, die in Mittel- und Westeuropa die Epoche der Aufklärung schon lange überwunden haben, können wohl ihre historische Bedeutung für das Judentum anerkennen. Wir wissen aber auch, daß ihr Grenzen gesetzt sind, und daß sie nur einen Bruchteil unserer Wirklichkeit zu erfassen vermag. Die irrationale Seite unseres Daseins läßt sie vollkommen unbefriedigt. Zu dieser Erkenntnis konnten wir aber erst kommen, nachdem wir den Geist der Aufklärung zur Genüge ausgekostet hatten. Ifi Erez-Israel sind wir aber heute noch nicht so weit. Das hängt damit zusammen, daß die Aufklärung bei der osteuropäischen Judenheit, die ja dem neuen Jischuw ihren Stempel aufdrückt, verhältnismäßig spät einsetzte. Die Auseinandersetzung zwischen Tradition und Moderne befindet sich in Erez-Israel noch im Anfangsstadium, so daß es bis jetzt noch nicht zu einer synthetischen Erfassung JÜOTSGHl RUNDSCHAU Seite 77 —. etwa analog der Frankfurter Neo-Orthodoxie — selbst bei weiten Teilen des palästinensischen Misrachi gekommen ist. Auch sind von ihm außer bei einem Teil seines Schul- Werkes keine ernsthaften Versuche in dieser Richtung unternommen worden. Er zeigt noch eine sehr deutliche Aehnlichkeit mit der Orthodoxie, die noch nicht ihr inneres Verhältnis zur Umweltkultur gefunden hat. Dagegen sind im Hapoel Hamisrachi fruchtbare Ansätze zur Schaffung einer Synthese zwischen Alt und Neu vorhanden. Der jüdisch-religiöse Sozialismus, wie er von dieser jetzt noch sehr kleinen Gruppe unter dem Schlagwort ״Thora wa’avvoda“ vertreten wird, ist wirklich geeignet, die Brücke von Tradition zur Moderne und auch umgekehrt zu schlagen. Der Rationalismus ist in der Form wie er heute in Erez- Israel auftritt, vollkommen areügiös im traditionell-jüdischen Sinne eingestellt. Dieser Rationalismus, der keine traditionelten Bindungen anerkennt, stellt in Wirklichkeit die große Gefahr für die jüdische Tradition dar mehr als die Säkularisierung des Lebens. Den Rationalismus dieser Prägung zu bekämpfen ist Aufgab^d e r Zionisten, die religiöse Tradition zur Lebensform des neuen Erez-Israels machen wollen. Dieser BIALIK - FEIER Zum 00. Geburtstag des Dichters Montag, den 27. Februar 1933, 20>/2 Uhr BrOdervereln, KurfQrstenstr. 118-116 ANSPRACHEN: Dr. S. Rawldowltsch, Dr. O. Woltsberg PROGRAMM; Ctior de« Brlth Hanoar Meinhart Maur rezitiert 8. Babltz, Violine Werke von Achron u. E. Bloch Gertrud Bamborger, Klavier Hede Türk singt Lieder von Ch. N. Blallk Am FlUgel: Mathilde Torczyner Karten zu 3.—, 3.-, 1.— Mark. 30 Pfennig fOr Jugendliche Im BOro der Berliner Zlonitt. Vereinigung, Melnekeetr. 10 Karten vom 30. Januar haben Gültigkeit Brlth Ivrlt damit BERLINER ZIONISTISCHE VEREINIGUNG Kampf darf aber nicht mittels parlamentarischen Kuhhandels und nicht, wie es auf der letzten Schabbath-Konferenz in Jertischalajim geschehen ist, durch ultimative Boykottandroh 11 ng, gerichtet an die nationalen Fonds, geführt werden. Mit solchen Mitteln, die wirklich nicht die ansprechendsten für eine religiöse Idee sind, schadet man der eigenen Sache mehr, als daß man ihr nützt. Diese Selbstkritik im religiösen Lager soll keineswegs die Forderungen abschwächen, die an den nichtreligiösen Teil der jüdischen Bevölkerung Palästinas gerichtet werden. Dieser muß sein Verhalten zur Tradition grundlegend ändern. In seinem übertriebenen Rationalismus ist er genau so dogmatisch befangen und intolerant wie die von ihm so heftig bekämpfte extreme Orthodoxie. Es geht nicht an, bei allen Bestrebungen religiöser Art soziale und politische Reaktion zil wittern. Eine traditionslose Renaissance ist auch für viele Zionisten eine Unmöglichkeit, die man nicht einer reaktionären Gesinnung bezichtigen kann. Der Hinweis auf den ״Zeire Misrachi“ und ״Misrachi“ deutscher Prägung sollte genügen. Von dieser Seife wird sicherlich nicht daran gedacht, in das Privatleben einzelner einzugreifen oder etwa die Religion als Deckmantel für wirtschaftliche Aspirationen zu benutzen. Aber genau so wie von der Arbeiterschaft im Wirtschaftsleben der Anarcho״ Individualismus des Privatkapitals im Interesse der Gesamtheit bekämpft wird, muß auch gerade vom jüdisch-nationalen Standpunkt der heute oft schrankenlosen Traditionsfeindlichkrit in der palästinensischen Oeffentlichkeit entgegengetrefen werden. Auch auf dem kulturellen Gebiet gibt es eine nationale FHsziplin des Individuums, die sich darin zeigt, daß der Einzelne eine jüdische Lebensform akzeptiert, auch wenn religiöse Voraussetzungen dafür für ihn nicht gegeben scheinen. Diese Grundhaltung im ■neuen Jischuw zu erreichen, wäre Aufgabe des Misrachi und seiner Freunde. Aber nur eine lange Erziehungsarbeit auf dem Wege der moralischen Beeinfhissung, die frei sein muß von jedem politischen Druck, wird dieser Aufgabe gerecht werden. Vor allem müssen die Vertreter des traditionellen Judentums durch ihr persönliches Beispiel Achtung auch den Andersgesinnten abgewinnen. Realetionäre Gesinnung in Politik und Wirtschaft muß von vomherein ausgeschaltct sein. Wenn, um nur ein Bespiel zu nennen, das Fußballspiel am Schabbath bekämpft wird, darf nicht das Gefühl atifkommen können, daß hier nicht nur der Chillul-Schabbath, sondern der Sport überhaupt gemeint ist. Die synthetische Verwirklichung zwischen Tradition und Moderne wird aber nur auf dem Wege der Produktivierung möglieh sein. Nicht Kongreßbeschlüsse, auch nicht etwa nur Schulen, sondern Arbeiter und Bauern gestalten den Geist des neuen Erez-Israel. Wenn auch das heutige Erez-Israel wenig Hoffnung für die allgemeine Durchsetzung dieser Prinzipien bietet, so wird sicher in der kommenden Generation die Disposition dafür vorhanden sein. Die Voraussetzungen hierfür zu schaffen, wird aber nur dann möglich werden, wenn es heute eine Gruppe gibt, die den Geist der jüdischen Tradition über die Krisis hinweg in eine spätere Epoche him'iberrettet. Vielleicht wird man zu jener Zeit verständnislos den Kopf schütteln über die heutigen Tendenzen, aus dem jüdischen Schabbath einen bürgerlichen Sonntag zu machen. Erschwerung der Einwanderung von ״Kapitalisten“ in Palistina Jerusalem, 20. Februar. (J.T. A.) Die Palästina-Reglerung hat neuerdings für die Einwanderung von Personen mit privaten Mitteln (Kapitalisten) eine Vorschrift erlassen, daß Einwanderer aus Ländern, in denen eine Einschränkung der Geldausfuhr besteht, von ihren Regierungen einen Ausweis vorzeigen müssen, wonach es ihnen gestattet sei, ihr Vermögen aus dem Auswanderungslande nach Palästina zu bringen. Sind die Einwanderer nicht im Besitze einer solchen Ermächtigung, so müssen sie vor der Landung bzw. Grenzübertritt die entsprechende Summe in bar vorzeigen. Diese Vorschrift der Palästina-Regierung erSchw׳ert besonders die Einwanderung von Juden aus Deutschland, der Tschechoslowakei, Griechenland, im ganzen aus 11 Ländern. Der politische Dezernent der Palästina-Exekutive, Dr. Arlosoroff, hat in dieser Angelegenheit beim High Commisssioner Beschwerde eingelegt. Gustav Schwabe Ein Kapitel frühzionistischer Geschichte Wir haben in der letzten Zeit manche alten Zionisten von uns gehen gesehen. Jetzt haben wir einen der altesten und ersten deutschen Zionisten zu beklagen, der zu den wenigen gehörte, die in den Jahren vor Theodor Herzls Auftreten das allergetreueste Häuflein um die Zionsfahne in Deutschland bildeten. Gustav Schwabe in Varel an der Jade (Oldenburg) war einer der allerersten, der sich ganz spontan und ohne Rückhalt dem entstehenden Nationaljudentum angeschlossen hat. Er war einer jener kleinen Gemeinde, die sich um die Zeitschrift ״Zion“ gesammelt hatte. Die Umgebung, in der Gustav Schwabe aufgewachsen ist, ist eine Gegend, wo es kaum Gelegenheit gibt, Juden und erst recht Judentum kennen zu lernen. Oldenburg, Thüringen, Braunschweig und Mecklenbürg sind ja die Länder in Deutschland, wo am allerfrühesten und am gründlichsten die Auflösung des Judentums von innen heraus beobachtet werden konnte. Während Schwabe eine vorzügliche deutsche Bildung erhalten hatte, hat der jüdische Unterricht in der Heimat damit keinen Schritt gehalten. Dieser Matin war nicht ״geworben“ worden, sondern hatte sich eines Tages aus innerem Drange heraus unsangeschlossen. Auf der Berliner Internationalen Gewerbe-Ausstellung hatten wir eine erste Palästina-Ausstellung gemacht, und dort sind dann Gustav Schwabe und seine gleichgesinnte Frau Pauline, cb. Barlewin, mit uns in persönliche Verbindung getreten, aid darauf habe ich im Einverständnis mit ihm und zusammen mit ihm in Oldenburg und Ostfrieslarid, in allen den kleinen Orten die erste Provinz-Propaganda getrieben und von dort aus auch nach Groningen und Lceuwardcn die ersten Keime zukünftiger zionistischer Pflanzarbeit geiragen. Es waren erste tastende Versuche. Aber schon damals erwies sich Gustav Schwabe als der hingebungsvolle Idealist, der sich an den Arbeiten beteiligte und dahei gern die Kosten für die agitatorischc Tätigkeit trug. Und als bald darauf Herzl in den Vordergrund trat und als dann David Wolffsolm den Jewish Colonial Trust ins Leben rufen wollte, da war es Gustav Srhwnbe-Bnrlewin, der gern gab und reich lieh half, die Arbeit in den richtigen Gang zu setzen. So wie er einzelnen Juden in seinem 1' ' eine Heimat gab, so wurde er für die National: nistisehe) Vereinigung für Deutschland für lange / tigste Geldgeber. Während ihn seine nationah vom Judentum und seine Hingebung für die Pa in offenen Widerstreit mit seiner Umgebung bra darauf bedacht, die jüdischen Traditionen der neuem Leben zu erwecken. In dieser Familie, < in derselben entlegenen Stadt schon ihr sehr Geschäft hatte, das jetzt von seinem Sohne weiter: war die Assimilation immer wieder eingeströmt. 1 würdiger und anerkennenswerter ist es, daß e Peripherie jüdischen Lebens ein jüdisches Hau Sinne zu führen sich bemühte. Wie stolz war er, sechsten Kongreß einen reifenden Sohn mitbrin der ein Mitträger unserer Ideale war. Leider ist daraut durch ein unerbittliches Geschick entriss Aber er hat seinem einzigen überlebenden Sohne Familie die jüdische Tradition und die zionistis in vollem Maße als Erbteil hinterlassen. Und dieser Mann wurzelte doch in der Hei seine Familie nachweisbar schon länger als ande hunderte fest saß. Als er den 70. Geburtstag feiert in diesem judenfeindlich durchseuchten Zipfel dcu des nicht bloß von seiten der Oldenburger Drag denen er als junger Mann gedient hatte, Gegen! Ehrungen, sondern das Familienfest nahmden Gha Art von Volksfest an. Gustav Schwabe hatte eine s in einem ebenso schönen Aeußeren. Die aufrec und die nur bei Juden häufigen Komplexe von Haar und blauen Augen gab der ganzen Erscb immer fröhlichen Mannes einen Zug ins Aristokra In den letzten Jahren hat der sonst so star!. •: ־: kräftige Mann viel gelitten und war datier aus d ׳ ״ Reihen zionistischer Kämpfer zurückgetreten. Abc , ׳ ״׳ engen Kreise blieb er führend und anfeuernd. Bis ״״״ <״׳ Atemzuge hat er dem Judentume und dem zionisti יי׳ die Treue gehalten und unentwegt mit voller Teil: Ereignis und jede Entwicklung im Leben des wiede den Volkes verfolgt. Sein Name bleibt im ji'idi! und in der Zionsbewegung zum Segen. י לברכה Heinrich Bulgarische Minister Ober Paläslii; Sofia, 17. Februar. (J.T. A.) Der frühere bu.( Minister für Landwirtschaft, Grigor Wassileff, sprach im ube! füllten Saale des Beth-Am zu Sofia über die Zukunb.Jer Landwirtschaft in Palästina, wobei er bulgariscne landwirtschaftliche Methoden zur Anwendung in Palästina empfahl. Das Aufbauwerk der Juden in Palästina, sagte _ er, habe mit der Vorstellung autgeräum t, d a 0 s i c h u d e n nur für den I I a n d e l 11 n d f ü r i n t e 11 e k t e 1! t. erute eignen. Im Altertum waren die Juden ein ackerbautreibendes Volk, sie sind es nun auch im neuen Palästina, wo sie rin verarmtes und verwüstetes Land mit verflachter Ackerkrume und verkarsteten Hügeln wieder fruchtbar machen und aufforsten. Exminister Wassileff entwickelte einen Plan landwirtschaftlichen Aufbaus in Palästina und erörterte eingehend die Aussichten des Anbaus von Körnerfrüchten, Hülsenfrüchten, Sonnenblumen und anderen Oclpflanzen, von aro matischen Pflanzen, Futterpflanzen, Obst und Gemüse usw. und sprach von den Bedingungen der Vieh- und Geflügelzucht, der Seidenraupenzucht und der Forstwirtschaft in Palästina. Palästina könne aus Bulgarien, das seine Landwirtschaft auf eine sehr hohe Stufe gebracht hat, geprüfte Same• reien, hochgezüchtete Geflügelrassen, Milch- und Zuchtvieh beziehen, andererseits könnten Palästina-Erzeugnisse in Bulgarien Absatz finden. Ein Austausch von Landwirtschaftsfachleuten würde sich sehr empfehlen. Die in Bulgarien für Palästina ausgebildeten Chaiuzim könnten ein übriges tun, um die Beziehungen zwischen den beiden Ländern fruchtbar zu gestalten. Auf eine Anfrage von Captain Peter MacDonald (Ions.) im Unterhaus erklärte der Kolonicoministcr Sir Philip Gunliffe-Lister, er wisse nicht, wann die OÖlleitungen nach Haifa und Beirut in Betrieb genommen werden würdet• In dem zwischen der Irak-Regierung und der Irak-Petroleum- Gesellschaft am 24. März 1931 getroffenen Abkommen ist vorgesehen, daß beide Leitungen am 31. Dezember 1935 fertiggestellt sein müssen, und daß — wenn nicht beide gleichzeitig in Betrieb genommen werden können — die nach Haifa führende Pipe-Line jedenfalls nicht später als 6 Monate nach Inbetriebnahme der Leitung in Beirut in Betrieb genommen werden müsse. Die Sitzung des Parteirates des Weltverbandes der Z ז onisten-Revisionisten wurde endgültig für den 19. und 20. März 1933 nach Kattowitz (Polnisch-Oberschlesien) einberufen.